How to Shit on the Camino

Es ist das am wenigsten glamouröse Thema der Reise, aber eines der wichtigsten: 

Wo und wie erledige ich mein Geschäft?

Auf dem Jakobsweg ist die Antwort eine Mischung aus strategischer Planung, spanischer Café-Kultur und strenger „Leave No Trace“-Ethik. Vor allem aber ist es ein Hinweis:
Mach’s möglichst nicht in der Natur!

1. Die Macht der Zahl: Warum wir aufpassen müssen

Mittlerweile pilgern jährlich über 500.000 Menschen nach Santiago de Compostela. Wenn jeder auch nur ein einziges Mal ein Taschentuch am Wegesrand liegen lässt, verwandelt sich der Camino in kürzester Zeit in ein Meer aus „weißen Blumen“. Um den Weg für alle sauber zu halten, ist Disziplin gefragt.

2. Die goldene Regel: Nutze die Bars

Auf den Hauptwegen kommst du oft alle 5 bis 10 km an einer Bar vorbei. Das ist die sicherste und hygienischste Option. Und so lange hältst du es in 98% der Fälle auch durch.

Die Etikette: Geh nicht wortlos am Tresen vorbei zum Klo. Es gehört zum guten Ton, erst kurz zu grüßen und idealerweise eine Kleinigkeit zu bestellen (einen Café solo, ein Wasser oder eine Tortilla).

Die Sprach-Brücke (So fragst du höflich):

Wenn du unsicher bist, nutze diese Sätze:

  • „Hola, ¿puedo usar el baño, por favor?“ (Hallo, darf ich bitte die Toilette benutzen?) – Der höfliche Klassiker.

  • „¿Dónde está el baño?“ (Wo ist die Toilette?) – Wenn es schnell gehen muss.

  • „¿Tienen baño?“ (Haben Sie eine Toilette?) – Falls von außen nicht ersichtlich ist, ob es ein WC gibt.

3. Das „Notfall-Szenario“: Ab in die Büsche

Wenn es absolut nicht bis zum nächsten Dorf reicht, aber wirklich nur dann, folge dem „Cat Hole“-Prinzip:

  • Abstand halten: Gehe mindestens 60 Meter (ca. 80 Schritte) weg vom Weg, von Wasserquellen oder Schlafplätzen.

  • Graben: Nutze einen Stein oder deinen Stock, um ein Loch von etwa 15 cm Tiefe zu graben.

  • Das Klopapier-Tabu: Lass niemals Papier oder Feuchttücher liegen! Sie verrotten viel langsamer, als man denkt.

    • Die Lösung: Packe benutztes Papier in einen Ziplock-Beutel und entsorge es im nächsten Mülleimer. Am besten zwei Beutel, einen um dein Geschäft aufzunehmen, und dann noch einen um den ersten Beutel wirklich sicher doppelt zu verschließen. 

4. Dein „Toilet-Survival“ Kit

Was in deinen Tagesrucksack gehört, damit du nie überrascht wirst:

  • Eigene Notfall-Rolle: Verlass dich nie darauf, dass in der Bar noch Klopapier da ist.

  • Desinfektionsgel: Ein Muss, da Seife in öffentlichen WCs oft Mangelware ist.

  • Ziplock-Beutel: Für den hygienischen Abtransport von Abfällen. Es funktionieren auch Beutel für Hundekot.

  • Händewaschen: Hygiene ist der beste Schutz gegen den berüchtigten „Pilger-Magen“.

5. Kleiner Sprachführer für den Notfall
DeutschSpanischAussprache (ca.)
Wo ist die Toilette?¿Dónde está el baño?Don-de es-ta el ban-jo?
Darf ich das WC benutzen?¿Puedo usar el baño?Pue-do u-sar el ban-jo?
KlopapierPapel higiénicoPa-pel i-chi-e-ni-ko
Es ist besetzt.Está ocupado.Es-ta o-ku-pa-do
Danke!¡Gracias!Gra-zi-as
Fazit

Wir sind Gäste in der Natur und in den kleinen Dörfern Spaniens. Bei über 500.000 Pilgern ist „Leave No Trace“ kein Vorschlag, sondern eine Pflicht. Respektiere das Land, indem du nichts hinterlässt außer deinen Fußabdrücken.

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