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Caminho de Faro – Von der Algarve nach Lissabon

Caminho de Faro – Von der Algarve nach Lissabon

4. Juli 20264 Min. Lesezeit
Caminho de Faro – Von der Algarve nach Lissabon
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Faro → Lissabon
  • Länge: 437,1 km
  • Höhengewinn / -verlust: ↗ 3.814 m / ↘ 3.811 m
  • Dauer: 16–20 Tage
  • Etappen: ca. 17–20 (je nach Tagesform 22–28 km)
  • Charakter: Südportugiesischer Zubringer zum Caminho Português Central
  • Offizieller Jakobsweg: ja – Compostela-berechtigt
  • Beste Jahreszeit: Oktober bis Mai

Überblick

Der Caminho de Faro ist der südlichste Startpunkt des portugiesischen Jakobswegnetzes. Von Faro an der Algarve führen 437 Kilometer nach Norden durch Südportugal, bis die Route in Lissabon auf den klassischen Caminho Português Central trifft. Wer von Faro startet, legt die längste Voretappe zurück, die das portugiesische Wegenetz kennt – und begegnet dabei kaum anderen Pilgern.

Die Route ist weniger kommerziell erschlossen als der Camino Francés oder der Caminho Português ab Porto. Das bedeutet: weniger Pilgerinfrastruktur, mehr Ursprünglichkeit. Die Landschaft Südportugals – Algarve-Inneres, Korkeichwälder, die weiten Ebenen des Alentejo – ist von stiller, eigener Schönheit.

Wer hier startet, sollte Erfahrung mitbringen oder zumindest gut vorbereitet sein: Die Infrastruktur ist dünn, die Sommerhitze im Alentejo extrem, und zwischen Wasserquellen können weite Abstände liegen.

Andere Namen

Der Weg ist auch bekannt als Caminho Português de Faro. Im CMS läuft er unter Caminho Português Central Faro–Lisboa.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal für Pilger, die Portugal abseits der großen Touristenströme erleben wollen, die am südlichsten Punkt Portugals starten möchten, oder die den Caminho Português um eine lange südliche Voretappe erweitern wollen. Auch für erfahrene Pilger, die Einsamkeit und Weite suchen.

Weniger geeignet für Pilger, die auf gut ausgebaute Pilgerinfrastruktur angewiesen sind – Albergues gibt es, aber nicht in jedem Ort. Im Sommer (Juni–August) ist die Hitze im Alentejo eine ernste Herausforderung: Temperaturen über 40 °C auf schattenlosen Wegen sind keine Seltenheit.

Streckenverlauf & Landschaft

Der Weg beginnt in Faro, der Hauptstadt der Algarve, mit ihrer ummauerten Altstadt Cidade Velha und dem romanisch-gotischen Dom. Von Faro führt die Route zunächst nach Loulé, einer lebendigen Marktstadt im Algarve-Inland, bekannt für ihre maurische Burg und den Wochenmarkt. Hinter Loulé beginnt der Aufstieg ins Algarve-Hinterland.

Von dort führt die Route weiter nordwärts durch das innere Südportugal, durch die Landschaft des Alentejo – eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas, geprägt von Korkeichwäldern (Montado), Olivenhainen und weiten, stillen Ebenen. Der Weg endet in Lissabon, wo er auf den Caminho Português Central trifft.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Auf 437 km in 16 bis 20 Tagen legt man im Schnitt 22 bis 27 km pro Tag zurück. Das Höhenprofil ist vergleichsweise moderat: ↗ 3.814 m auf 437 km entspricht weniger als 9 Höhenmeter pro Kilometer. Das Gelände ist überwiegend flach bis sanft hügelig – technisch kein schwieriger Weg.

Die eigentliche Herausforderung liegt woanders: Hitze und Wasserversorgung. Im Alentejo können Temperaturen im Sommer auf über 40 °C steigen. Wasserquellen sind auf manchen Abschnitten weit auseinander – mindestens 2–3 Liter Wasser sollten immer dabei sein. Frühe Abmarschzeiten (vor 7 Uhr) sind in den Sommermonaten keine Option, sondern Pflicht.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Reisemonate: Oktober bis Mai. Das Frühjahr (März–Mai) ist besonders schön: angenehme Temperaturen, grüne Landschaft, Wildblumen im Alentejo. Im Sommer (Juni–August) ist die Hitzegefahr real – wer dann geht, braucht Erfahrung mit Hitze und muss die Wasserversorgung täglich aktiv planen.

Unterkünfte: In den größeren Orten gibt es Herbergen und Gästehäuser. Auf den ländlicheren Abschnitten ist die Auswahl begrenzt – eine vorherige Recherche der Übernachtungsmöglichkeiten pro Etappe ist empfehlenswert. Die Beschilderung ist vorhanden, aber weniger dicht als auf den Hauptrouten; ein GPS-Track ist eine sinnvolle Ergänzung.

Was dich der Weg kostet

Realistisch sind 30–55 Euro pro Tag. Einfache Pilgerherbergen kosten 12–18 Euro die Nacht; Gästehäuser und Turismo Rural liegen bei 30–70 Euro für ein Einzelzimmer. In den Städten (Faro, Lissabon) gibt es alle Preiskategorien.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Startpunkt Faro ist dank des Algarve-Flughafens der am leichtesten erreichbare Pilgerstart Portugals. Der Caminho de Faro sammelt die Pilger des Südens und trägt sie nach Lissabon.

Ab Lissabon führt der Caminho Português weiter über Santarém und Coimbra nach Porto – dort beginnt der Camino Portugués Central nach Santiago. Wer die Ostroute mag, wechselt stattdessen auf die Via Nascente durchs Hinterland.

Weiterpilgern?

In Lissabon trifft der Caminho de Faro auf den Caminho Português Central. Von Lissabon sind es noch rund 640 km bis Santiago de Compostela – oder man steigt in Porto ein (ca. 250 km bis Santiago). Wer den gesamten Weg von Faro bis Santiago läuft, legt insgesamt über 1.000 km zurück.

Anreise

Der Flughafen Faro (FAO) ist gut aus Deutschland und Österreich erreichbar – Direktflüge aus Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln und Wien (saisonal). Ryanair, Easyjet und Eurowings fliegen Faro an. Vom Flughafen in die Altstadt (Ausgangspunkt) sind es ca. 5 km – Taxi (ca. 8–10 Euro) oder Stadtbus. Per Zug: Faro ist mit Lissabon verbunden (ca. 3–4 Stunden Fahrtzeit).

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