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Jacobsweg Die Haghe

Zwei Jakobskirchen halten diesen Weg zusammen wie Buchdeckel: die Grote of Sint-Jacobskerk in Den Haag und die Sint-Jacobskerk in Vlissingen, gebaut 1308–1328 und damit älter als die Stadt selbst. Dazwischen liegen 122 Kilometer in 6 Etappen durch Südholland und Zeeland — die Vliet, die Grachten von Delft, eine Fähre mit Urkunde von 1332 und dann Deltawerk um Deltawerk bis ans Meer. In Vlissingen wartet der Pilgerstempel, und an derselben Kirchentür beginnt die Via Scaldea.

24. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Den Haag (Grote of Sint-Jacobskerk) → Vlissingen (Sint-Jacobskerk)
  • Länge: ca. 122 km — Teilstück der 224 km langen Träger-Route Haarlem → Brugge/Gent
  • Etappen: 6 (15–29 km)
  • Dauer: 6–7 Tage
  • Regionen: Niederlande — Südholland und Zeeland
  • Gelände: flacher Küsten- und Delta-Weg — der höchste Punkt ist eine Deichkrone
  • Markierung: keine belegte Wegmarkierung — Träger-Führer und GPX-Track sind die Navigation
  • Träger: Nederlands Genootschap van Sint Jacob — Führer „Jacobswegen in Nederland deel 1“, 2. Auflage 2018
  • Anschluss: in Vlissingen per Fähre nach Breskens auf die Via Scaldea Richtung Saint-Quentin

Überblick

Der Jacobsweg Die Haghe verbindet zwei Kirchen gleichen Namens: die Grote of Sint-Jacobskerk in Den Haag, deren sechseckiger Turm seit den 1420er Jahren 93 Meter über der Stadt steht, und die Sint-Jacobskerk in Vlissingen, gebaut 1308–1328 — älter als die Stadtrechte des Ortes, der sie trägt. Dazwischen: 122 Kilometer in sechs Etappen, erst am Wasser der Vliet durch Delft, dann mit einer Fähre über den Nieuwe Waterweg, deren Recht seit 1332 verbrieft ist, und schließlich von Damm zu Damm durchs Delta — Haringvlietschleusen, Brouwersdam, Oosterscheldekering, Veerse Gatdam. Der höchste Punkt der Woche ist eine Deichkrone. Die stärkste Steigung ist der Gegenwind.

„Die Haghe“ ist die mittelalterliche Schreibweise von Den Haag — das Nederlands Genootschap van Sint Jacob benennt seine niederländischen Jacobswegen konsequent nach den alten Ortsnamen. Und es ist ehrlich zu seinem Werk: Der Führer beschreibt Routen, „die de middeleeuwse pelgrim ook zou hebben kunnen lopen“ — die der mittelalterliche Pilger auch hätte gehen können —, entlang „vrijwel alle Jacobskerken en -gasthuizen“. Eine begründete Rekonstruktion also, kein überlieferter Trassenverlauf, ohne eigene Markierung: Führer und GPS-Track sind hier die Navigation. Was der Weg dafür an Substanz bietet, können wenige: 28 Jakobus-Pilgerzeichen sind aus zeeländischem Boden dokumentiert, und im Zeeuws Museum an der letzten Etappe steht ein Silberpokal, der an eine Santiago-Fahrt von 1595 erinnert.

1279 zwölf Ritter geschlagen, 1574 den Namen verloren, 1986 den Weg zurückbekommen

Den Haag ist die einzige niederländische Stadt mit Jakobus als Schutzpatron, und das kommt nicht von ungefähr: Graf Floris V. wurde 1254 an oder um Jakobs Namenstag geboren, und 1279 wurde in der Ridderzaal — dem Saal, in dem heute die Thronrede verlesen wird — die Orde van St. Jacob gegründet: zwölf Edle, am 25. Juli zu Rittern geschlagen. Die hölzerne Jakobskapelle an dieser Stelle ist seit dem frühen 13. Jahrhundert bezeugt, 1335 begann der steinerne Bau, und mit der Anhebung der Seitenschiffe ab 1434 wurde daraus die erste „Haagse hallenkerk“ der Niederlande. 1456 tagte hier sogar das Kapitel des Ordens vom Goldenen Vlies. Dann kam der Bruch — und er lässt sich an diesem Weg auf den Tag genau datieren.

Am 1. April 1572 nahmen die Watergeuzen Brielle ein, die erste Stadt der Niederlande — Etappenziel deines zweiten Tages. Am 9. Juli 1572 wurden bei Brielle 19 katholische Geistliche gehängt, die Märtyrer von Gorcum; im selben Jahr wurde Vlissingens Jakobskirche reformiert, 1574 verlor die Haager ihr Patrozinium. Die Pointe: Der einzige lebendige Wallfahrtsort an diesem Weg — Brielle, mit nationaler Wallfahrt jeden Juli, Heiligsprechung 1867, Heiligtum 2012 wiedereröffnet — gedenkt genau des Jahres, in dem das Pilgern hier aufhörte. Und doch riss der Faden nie ganz: Im Zeeuws Museum in Middelburg steht der silberne Deckelpokal des Sint-Jacobsgilde von Sint-Maartensdijk, der an eine Pilgerfahrt nach Santiago im Jahr 1595 erinnert — mitten im Achtzigjährigen Krieg ließ ein zeeländisches Jakobsgilde Silber schmieden, weil es in Santiago gewesen war.

Das Revival hat Datum und Namenstag: Am 25. Juli 1986 gründete sich das Nederlands Genootschap van Sint Jacob — heute rund 14.500 Mitglieder —, am 25. Juli 1999 bekam die Sint-Jacobskerk Vlissingen Pilgerstatue und offiziellen Pilgerstempel, und 2022 kam das vier Meter hohe Jacobusmonument dazu, mit Kompassrose, die Richtung und Entfernung nach Santiago zeigt. Das schönste Stück Revival aber ist ein Kunstwerk in zwei Hälften: 2012 schuf der Bildhauer Eric Brandts das Schalenpaar „Heen en Keer“ — „Hin“ steht seither in der Sint-Jacobskerk Vlissingen, „Zurück“ im Pilgerbüro der Kathedrale von Santiago de Compostela. Zwei Hälften desselben Werks, zweitausend Kilometer auseinander: eine am Ende dieses Weges, eine am Ende aller Wege.

Andere Namen

Die Haghe ist kein Heiligen- und kein Flussname — es ist die alte Schreibweise von Den Haag: „des Graven hage“, das umzäunte Jagdgehege des Grafen, wurde zu 's-Gravenhage und im Volksmund zu Die Haghe. Das Nederlands Genootschap van Sint Jacob benennt seine sechs niederländischen Jacobswegen konsequent nach den mittelalterlichen Ortsschreibungen: Amstelredam für Amsterdam, Thuredrecht für Dordrecht, Nieumeghen für Nijmegen, Amsvorde für Amersfoort — und Die Haghe für Den Haag. Zwei Kleinigkeiten für Deutschsprachige: Es bleibt beim niederländischen Jacobsweg mit c, und diese Seite beschreibt den Abschnitt Den Haag → Vlissingen aus einer längeren Träger-Route — der Führer rechnet Die Haghe komplett als 224 Kilometer von Haarlem über Den Haag und Vlissingen bis Brugge und Gent. Unsere Strecke ist der Kern dazwischen: von der einen Sint-Jacobskerk zur anderen.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen Camino ohne Bergpass suchst und trotzdem etwas gehen willst, das es nirgends sonst gibt: sechs flache Etappen mit vier Deltawerken, einer seit 1332 verbrieften Fähre und zwei Jakobskirchen als Buchdeckeln. Er taugt als Einstiegsweg, als Frühjahrstraining vor einem großen Camino — und als Anfang einer Reise, die zu Hause beginnt: Von Den Haag kommst du ohne Flug los, und in Vlissingen steigst du in die Fähre und bist in Flandern-Richtung unterwegs. Jede Etappe liegt an Bahn oder Bus; der Weg zerlegt sich mühelos in Wochenendhäppchen.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Wegzeichen brauchst: Für Die Haghe ist keine Markierung belegt — die gelben Muscheln, die das Genootschap seit 2019 setzen lässt, hängen an der anderen Achse von Utrecht zur belgischen Grenze. Hier navigierst du mit Führer und GPX-Track, und beides besorgt man vorher, nicht unterwegs. Auch das soziale Camino-Gefühl fehlt: kein Herbergsnetz, keine Pilgertische — du übernachtest im regulären niederländischen Markt. Und wer Einsamkeit sucht: Etappe 1 führt durch die Randstad, Etappe 2 am Botlek-Hafen vorbei. Das ist kein Makel, sondern die Wahrheit dieses Weges — Holland ist dicht.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest mitten in Den Haag an der Grote of Sint-Jacobskerk und gehst die erste Etappe fast durchgehend am Wasser: entlang der Vliet durch Rijswijk, Voorburg und Leidschendam, dann durch die Grachtenstadt Delft nach Schipluiden — wo der Jacobsweg Thuredrecht Richtung Antwerpen abzweigt. Ab hier dreht der Weg zur Küste: über Maasland nach Maassluis, mit der Fähre über den Nieuwe Waterweg, am Botlek-Hafen entlang nach Brielle. Danach beginnt das Delta.

Von Hellevoetsluis an gehst du auf Bauwerken: über die Haringvlietschleusen — 17 Schleusen auf fünf Kilometern —, durch die Dünen von Ouddorp und über den Brouwersdam nach Schouwen, weiter über die Deltadämme von Oosterscheldekering und Veerse Gatdam nach Walcheren. Dazwischen liegen Polderstraßen ohne Verkehr, Strandorte und die stillen Kerne alter Hafenstädte, die das Meer verlassen hat: Goedereede, Veere, Arnemuiden. Der letzte Tag ist der reichste — Middelburg mit Abtei und Zeeuws Museum, dann Vlissingen, wo die Westerschelde so breit ist, dass die Frachter aussehen wie vorbeiziehende Häuserzeilen. 122 Kilometer, und kein einziger höher als ein Deich.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Sechs Etappen zwischen 15 und 29 Kilometern — und nichts daran ist schwierig, was mit Höhenmetern zu tun hätte. Was diesen Weg fordert, ist anderes: die langen Delta-Abschnitte, auf denen es kilometerweit kein Café und keinen Schatten gibt (auf der Haringvliet-Etappe versorgst du dich selbst), der Wind, der an der zeeländischen Küste eine Steigung ist, die nicht aufhört, und die 29-Kilometer-Etappe von Renesse nach Veere mit zwei Deltawerken darin — die plant man als eigenen Tag, nicht als Anhängsel. Untergrund: viel Asphalt und Radweg, dazu Deichpfade und Dünensand. Alle Etappenwerte sind gerundete Portalangaben — verbindlich ist die Gesamtlänge von 122 km.

  1. Den Haag → Schipluiden (ca. 16 km) — Start an der Grote of Sint-Jacobskerk, dann fast durchgehend am Wasser: über Rijswijk, Voorburg und Leidschendam entlang der Vliet, durch Delft und Den Hoorn. In Schipluiden teilt sich der Weg — hier beginnt der Jacobsweg Thuredrecht Richtung Antwerpen.
  2. Schipluiden → Brielle (ca. 19 km) — Über Maasland nach Maassluis und mit der Fähre über den Nieuwe Waterweg nach Rozenburg — das Fährrecht ist seit 1332 verbrieft, gefahren wird alle 20 Minuten. Danach am Botlek-Hafen vorbei nach Brielle, dem Wallfahrtsort der 19 Märtyrer von Gorcum.
  3. Brielle → Goedereede (ca. 20 km) — Über Tinte, Hellevoetsluis und Rockanje zum ersten großen Deltawerk: den Haringvlietschleusen, 17 Schleusen über 5 Kilometer, die du in voller Länge zu Fuß überquerst. Danach Polder bis Goedereede.
  4. Goedereede → Renesse (ca. 22 km) — Durch die Dünen von Ouddorp, über den Brouwersdam nach Schouwen und über Scharendijke nach Renesse; der Nordseestrand liegt die halbe Etappe in Hörweite.
  5. Renesse → Veere (ca. 29 km) — Die längste Etappe des ganzen Weges: über Burgh-Haamstede und die Deltadämme — Oosterscheldekering mit Neeltje Jans, dann Veerse Gatdam — nach Walcheren, über Vrouwenpolder und Gapinge in die alte Hafenstadt Veere.
  6. Veere → Vlissingen (ca. 15 km) — Der kurze, dichte Schlusstag: über Arnemuiden und Middelburg — im Zeeuws Museum steht der Silberpokal des Sint-Jacobsgilde von 1595 — und über Oost-Souburg zur Sint-Jacobskerk in Vlissingen, gebaut 1308–1328. Dort warten Stempelpunkt, Jacobusmonument und die Via Scaldea.

Der Träger-Weg geht danach noch weiter: über Sluis nach Brugge (zwei Etappen), mit optionaler Variante nach Gent — und wer nördlich anbauen will, beginnt schon in Haarlem an der Sint-Bavokerk, zwei Etappen über Leiden bis Den Haag. So kommt der Führer auf seine 224 Kilometer.

Highlights am Weg

  • Grote of Sint-Jacobskerk, Den Haag — 1335 als Steinkirche begonnen, sechseckiger Turm von 1420–1424 mit 93 Metern, ab 1434 zur ersten „Haagse hallenkerk“ der Niederlande umgebaut; 1456 tagte hier das Kapitel des Ordens vom Goldenen Vlies.
  • Delft — Grachten, Oude und Nieuwe Kerk, Prinsenhof: Die erste Etappe geht mittendurch.
  • Fähre Maassluis–Rozenburg — urkundlich seit 1332, als der Herr von Voorne die Fährerträge seiner Frau Elizabeth vermachte; heute alle 20 Minuten, Fußgänger zahlen 1 Euro (Stand: August 2026).
  • Brielle — am 1. April 1572 die erste Stadt in der Hand der Watergeuzen; am 9. Juli 1572 wurden hier die 19 Märtyrer von Gorcum gehängt, heiliggesprochen 1867. Heute der einzige lebendige Wallfahrtsort am Weg, mit nationaler Wallfahrt jeden Juli.
  • Haringvlietschleusen — 17 Schleusen über 5 Kilometer, in voller Länge zu Fuß begehbar; auf halber Strecke das Besucherzentrum-Café „Zoet en Zout“.
  • Goedereede — führt den einzigen niederländischen Papst in seinen Pfarrerlisten: Adriaan Florensz, ab 1521 Papst Adrianus VI. — wohnen musste er für die Pfründe nicht. Im alten Pfarrhaus, heute Hotel, gibt es die „Pauskamer“.
  • Veere — hielt von 1551 bis 1799 die schottische Wollstapel; die Schotse Huizen am Kai sind davon geblieben.
  • Middelburg — Stadtrechte 1217, Abtei mit dem „Lange Jan“ — und im Zeeuws Museum der silberne Deckelpokal des Sint-Jacobsgilde von Sint-Maartensdijk, Erinnerung an eine Santiago-Fahrt von 1595.
  • Sint-Jacobskerk, Vlissingen — gebaut 1308–1328, älter als die Stadtrechte von 1315; Michiel de Ruyter wurde hier getauft und getraut; 1911 ausgebrannt, wiederaufgebaut. Heute Stempelpunkt mit Pilgerstatue (1999), Jacobusmonument (2022) und der Muschelhälfte „Heen“, deren Gegenstück in Santiago steht.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der natürlichste Zubringer ist der Weg selbst: Beim Träger beginnt Die Haghe nicht in Den Haag, sondern 57 Kilometer weiter nördlich in Haarlem an der Sint-Bavokerk — zwei Etappen über Leiden, mitten durch die Blumenzwiebelregion. In Haarlem kreuzt außerdem der Jacobsweg Amstelredam, die lange Nord-Süd-Achse des niederländischen Netzes von Den Oever nach Roermond. Und wer von Antwerpen kommt, geht den Jacobsweg Thuredrecht in Gegenrichtung bis Schipluiden — und steht damit mitten in unserer ersten Etappe.

Für alle anderen ist Den Haag so bequem, wie ein Camino-Start nur sein kann: Den Haag Centraal liegt zehn Gehminuten von der Grote Kerk, Amsterdam Schiphol eine halbe Zugstunde entfernt, und aus Deutschland fährst du mit einem Umstieg in Amsterdam oder Rotterdam durch.

Weiterpilgern?

Hier ist nicht Schluss — hier wird übergeben, und zwar wörtlich an derselben Kirchentür: An der Sint-Jacobskerk in Vlissingen beginnt die Via Scaldea, 278 Kilometer bis zur Basilika von Saint-Quentin. Ihr erster Schritt ist eine Schiffsfahrt — die Westerschelde-Fähre nach Breskens nimmt nur Fußgänger und Radfahrer und braucht gut zwanzig Minuten; drüben wartet schon ein Jakobusbild an der St.-Barbarakerk. Danach geht es durch Zeeuws-Vlaanderen nach Gent und die Schelde aufwärts.

Wer lieber den Träger-Weg zu Ende geht, bleibt zwei Etappen länger auf Die Haghe — über Sluis nach Brugge. In Sluis beginnt die Via Brugensis, 199 Kilometer über Brügge und Ypern nach Arras: die zweite Fortsetzung, für alle, die Flandern statt des Scheldetals wollen. Und die dritte Option hast du schon am ersten Tag passiert: In Schipluiden zweigt der Jacobsweg Thuredrecht ab, 154 Kilometer über Rotterdam und Dordrecht nach Kapellen bei Antwerpen. Drei Fortsetzungen auf 122 Kilometern — dichter verzweigt ist kaum ein Abschnitt des Nordnetzes.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit ist April bis Oktober, mit klaren Siegern: Mai, wenn nördlich von Den Haag die Zwiebelfelder blühen, und September, wenn die Küste leer ist und die Fähren noch im Sommertakt fahren. Juli und August sind an der zeeländischen Küste Hochsaison — dann buchst du Renesse, Veere und Vlissingen vor. Im Winter geht es auch, aber der Wind über den Deltadämmen ist kein Wetter, sondern eine Entscheidung.

Navigation ist der Punkt, an dem dieser Weg Vorbereitung verlangt: Es ist keine Markierung belegt. Du brauchst den Träger-Führer „Jacobswegen in Nederland deel 1 – West“ (2. Auflage 2018, Bram van der Wees, rund 12,50 Euro, Stand: August 2026) und einen GPX-Track auf dem Handy. Rechne die Fähre Maassluis–Rozenburg in Etappe 2 ein — sie fährt alle 20 Minuten, aber nicht die ganze Nacht. Einen Pilgerausweis (Credencial) brauchst du hier für kein Bett, aber er lohnt sich: Die Sint-Jacobskerk Vlissingen ist seit dem 25. Juli 1999 offizieller Stempelpunkt des Genootschaps. Wenn dieser Abschnitt der Anfang einer längeren Reise ist, bestell den Ausweis vorab online.

Mit der Camino Ninja App bist du auf der sicheren Seite — sie hat die komplette Route an Bord, und du stellst dir deine Etappen zusammen und planst passende Unterkünfte gleich mit ein. Auf einem Weg ohne Markierung und ohne Herbergsnetz ist das doppelt wertvoll.

Was dich der Weg kostet

Die Niederlande sind kein billiges Pilgerland, und dieser Weg hat keine Herbergen, die den Preis drücken: Rechne mit 60 bis 100 Euro pro Tag für Übernachtung mit Frühstück plus Verpflegung, in Zeeland zur Hochsaison eher am oberen Ende (Schätzung, Stand: August 2026). Günstiger wird es über Gastgebernetzwerke für Wanderer und über die Campings an der Küste; teurer in Veere und Middelburg, wo der Tourismus die Preise macht. Zwei Posten sind erfreulich klein: Die Fähre Maassluis–Rozenburg kostet Fußgänger 1 Euro, der Führer rund 12,50 Euro (Stand: August 2026). Der eigentliche Sparhebel ist die Bahn: Weil jede Etappe an einer Bahn- oder Buslinie liegt, kannst du in einer festen Unterkunft bleiben und die Etappen von dort gehen — das drückt die Kosten deutlich unter das Niveau einer Tour mit täglichem Quartierwechsel.

Anreise

Zum Start: Den Haag Centraal liegt rund zehn Gehminuten von der Grote of Sint-Jacobskerk, mit Intercitys aus Amsterdam, Rotterdam und Utrecht im Halbstundentakt; von Amsterdam Schiphol fährt der Zug direkt und braucht etwa eine halbe Stunde. Aus Deutschland kommst du mit dem ICE International bis Amsterdam oder Rotterdam und steigst einmal um.

Vom Ziel: Vlissingen hat einen eigenen Bahnhof am Ende der Zeeland-Linie über Middelburg, Goes und Roosendaal — die Tagesrückreise ist problemlos. Wer weitergeht, braucht ihn nicht: Vom Fährterminal fährt die Westerschelde-Fähre nach Breskens, und dort beginnt die Via Scaldea. Auch unterwegs bist du nie weit vom Netz: Delft, Maassluis, Hellevoetsluis, Renesse, Veere und Middelburg liegen an Bahn- oder Buslinien.

  • Anreise zum Start: Intercity nach Den Haag Centraal; Fahrpläne unter [ns.nl](https://www.ns.nl) und [bahn.de](https://www.bahn.de).
  • Unterwegs: Bahn- und Busanschlüsse in Delft, Maassluis, Hellevoetsluis, Renesse, Veere und Middelburg — ideal für Wochenend-Etappen.
  • Rückreise: ab Vlissingen über Roosendaal nach Rotterdam und Amsterdam.
  • Fähren: Maassluis–Rozenburg ([veermaassluisrozenburg.nl](https://veermaassluisrozenburg.nl)) und Vlissingen–Breskens ([westerscheldeferry.nl](https://www.westerscheldeferry.nl)).
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