Ort am Jakobsweg
Esposende
Distrito de Braga, Região do Norte, Portugal
- Unterkünfte
- 16
- Caminos
- 2
- Höhe
- 5 m
Esposende liegt dort, wo der Cávado ins Meer mündet. Über eine Eisenbrücke von 1892 kommst du in die kleine Stadt, deren Festung an der Mündung seit 1866 ein Leuchtfeuer trägt. Eine Pilgerherberge gibt es im Ort nicht, die nächsten liegen in Fão und Marinhas. Ab morgen trennen sich Küstenweg und Hinterlandweg.
Aktuell in Esposende (Stand: Oktober 2026)
- Brücke fertig saniert: Die Ponte de Fão wurde für 2,5 Millionen Euro saniert, die Arbeiten sind seit Juli 2025 abgeschlossen. Ältere Warnungen vor Baustelle und Staub auf der Brücke sind überholt.
Wie lange bleiben?
Ein Nachmittag reicht. Esposende ist eine Kleinstadt mit einer kompakten Altstadt, einer Kirche der Seefahrer und einer Festung an der Flussmündung. Das schaffst du nach der Ankunft gut zu Fuß. Der Rest des Abends gehört dem Ufer. Einen Ruhetag würden wir hier nicht einlegen, eher morgen früh ausgeruht entscheiden, ob du an der Küste bleibst oder ins Hinterland gehst.
Esposende in Ninja-Zahlen
- 223 Kilometer sind es laut Camino Ninja von hier bis Santiago auf der Senda Litoral, auf dem Caminho Português da Costa 204,5.
- 267,6 Meter lang ist die Eisenbrücke über den Cávado, eingeweiht im August 1892.
- 16 Kilometer Küste schützt der Naturpark Litoral Norte seit 1987, 85 Prozent seiner Fläche sind Wasser.
- Rund 4 Kilometer hinter Esposende, in Marinhas, steht die nächste öffentliche Pilgerherberge.
Ankommen: durch Fão und über den Cávado
Die letzten Kilometer vor Esposende gehören eigentlich Fão. Du kommst an der Kirche Bom Jesus vorbei, gehst durch die Allee des Heiligtums und durch den alten Ortskern. Dann überquerst du den Cávado auf der Ponte de Fão, einer Eisenbrücke mit Fußwegen an beiden Seiten, deren Geländer bei der Sanierung 2025 erhöht wurden. Am anderen Ende geht es über eine alte Servicestraße und einen Kreisel, dann über eine Pflasterstraße zur Rua Narciso Ferreira und am Friedhof vorbei ins Zentrum. Laut Camino Ninja sind es von Fão bis Esposende 3,1 Kilometer auf der Senda Litoral und 2,1 auf dem Caminho da Costa.
Kurz erzählt: eine Stadt für die Flussmündung
Menschen leben hier seit der Altsteinzeit, in der Eisenzeit entstanden befestigte Siedlungen auf den Hügeln. Das Stadtrecht, den Foral, gab König Sebastião 1572. Von 1699 bis 1704 baute man an der Mündung des Cávado eine Festung, um die Einfahrt in den Fluss zu schützen. 1892 kam die Brücke nach Fão, 1987 der Naturpark an der Küste. Seit 1993 ist Esposende eine Stadt, ihr Festtag ist der 19. August.
Wo der Cávado ins Meer geht
Esposende ist eine Stadt der Mündung. Der Cávado, den du auf der Brücke überquert hast, trifft hier auf den Atlantik. Alles in der Stadt hat damit zu tun: die Festung, die die Einfahrt bewachte, das Leuchtfeuer, das den Booten den Weg zeigte, und die Kapelle der Seefahrer in der Misericórdia.
Die Küste um die Mündung gehört zum Parque Natural do Litoral Norte. Er hat den längsten und besterhaltenen Dünenstreifen Nordportugals, an den Mündungen von Cávado und Neiva zählt man rund 140 Vogelarten. Heute bist du auf Holzstegen durch die Dünen gegangen. Früher sammelten die Sargaceiros hier im Juni Seetang und trockneten ihn in der Sonne, in Apúlia, das du heute durchquert hast, wird ihnen zu Ehren noch ein Fest gefeiert.
An der Mündung: was du sehen solltest
In der kleinen Altstadt stehen außerdem der Pranger, die Casa do Arco aus dem achtzehnten Jahrhundert und die Igreja Matriz, von der nur die Hauptkapelle erhalten ist.
- Ponte de Fão: Die Brücke wurde 1892 eingeweiht und hieß damals Ponte Luís Filipe, nach dem Kronprinzen. Der Ingenieur Abel Maria Mota entwarf sie, gebaut hat sie eine Lissabonner Firma. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz. Für dich ist sie das Tor nach Esposende.
- Igreja da Misericórdia und Capela do Senhor dos Mareantes: Die Kirche der Misericórdia, um 1650 gegründet, ist an das Rathaus angebaut. In ihr liegt die Kapelle des Herrn der Seefahrer. Sie entstand, weil Ende des sechzehnten Jahrhunderts eine Christusfigur gestiftet wurde, und ist mit bemalten Schnitzereien ausgestattet. Seit 1977 steht sie unter Schutz. Mareantes heißt Seefahrer, und der Name sagt, wem diese Kapelle gehörte. Öffnungszeiten haben wir nicht gefunden.
- Forte de São João Baptista: Die Festung von 1699 bis 1704 sollte die Mündung des Cávado verteidigen. 1866 bekam sie ein Leuchtfeuer, der heutige Turm stammt von 1925. Lange verfiel sie, 2020 übernahm die Stadt sie für fünfzig Jahre und renovierte zwei Gebäude für Ausstellungen. Ob du hinein kannst, haben wir nicht herausgefunden, von außen lohnt der Blick auf die Mündung.
Essen und Trinken
Pilger loben die Restaurants und Cafés nahe am Ufer. Eine Spezialität, die nur Esposende hat, haben wir nicht gefunden. Wichtiger ist der Einkauf für morgen: Auf dem Hinterlandweg liegen die Mittagspausen weiter auseinander, als man denkt.
Ehrlich gesagt
- Keine Pilgerherberge im Ort. In Esposende schläfst du privat. Wer eine Pilgerherberge will, bleibt in Fão oder geht noch rund 4 Kilometer bis Marinhas.
- Das Pilger-Hostel liegt außerhalb. Das Sleep&Go ist 1,2 Kilometer vom Zentrum entfernt. Mehrere Pilger schreiben, dass Läden und Restaurants weit weg sind. Kauf vorher ein.
- Am Brückenende wird es laut. Am Esposende-Ende der Brücke ist viel Verkehr. Bleib auf dem Fußweg und lass dir Zeit.
- Morgen geht es bergauf. Wer den Caminho da Costa wählt, steigt nach Tagen in der Ebene auf rund 140 Meter, teils über steinige, unebene Wege.
Wo Pilger schlafen
Eine Pilgerherberge im engeren Sinn hat Esposende nicht. Die privaten Hostels im Zentrum nehmen auch Pilger auf, ein Bett im Schlafsaal kostet etwa 14 bis 25 € (Stand: Oktober 2026).
- Hostel Sleep&Go: ein privates Hostel rund 200 Meter vom Weg, aber 1,2 Kilometer vom Zentrum. Pilger loben den herzlichen Empfang, den Wäschebereich und einen kleinen, kalten Pool. Das Bett im Schlafsaal kostet 18 € (Stand: Oktober 2026).
- Pousada da Juventude Foz do Cávado: die Jugendherberge in Fão, vor der Brücke, ganzjährig geöffnet.
- Albergue de São Miguel de Marinhas: die öffentliche Pilgerherberge in Marinhas, laut Camino Ninja 3,5 Kilometer weiter auf der Senda Litoral und 4,6 auf dem Caminho da Costa, ganzjährig geöffnet.
Ninja-Tipps
- Bis Marinhas weitergehen: Wer noch Kraft hat und lieber in einer öffentlichen Herberge schläft, hängt die knappe Stunde bis Marinhas an. Damit wird auch die Etappe nach Viana kürzer.
- Neue Gesichter in Fão: In Fão stoßen Pilger dazu, die vom Camino Portugués Central ab São Pedro de Rates an die Küste gewechselt sind.
- Alte Warnungen ignorieren: Kommentare über Staub und Baustelle auf der Brücke von Fão stammen aus der Zeit vor Juli 2025.
- Proviant für den Hinterlandweg: Auf dem Caminho da Costa machen Pilger in Antas Pause vor dem ersten Anstieg, das Mittagessen danach liegt weiter weg als gedacht. Brot und Wasser kaufst du besser schon in Esposende.
- Auf die blauen Kacheln achten: Auf dem Weg aus der Stadt markieren neben den Pfeilen auch blaue Kacheln mit Muschel den Caminho da Costa.
Praktische Tipps für Pilger
- Einkaufen: Supermärkte gibt es in Gehweite der zentralen Unterkünfte. Am Sleep&Go draußen nicht.
- Feiertag: Am 19. August feiert Esposende seinen Stadtfeiertag.
- Reservieren: Weil es keine Pilgerherberge ohne Reservierung gibt, buch im Sommer dein Bett vorher.
Weiter: Küste oder Hinterland
Hinter Esposende gehen die beiden Wege auseinander. Die Senda Litoral bleibt nah am Meer und führt über Marinhas, Mar und Castelo do Neiva nach Viana do Castelo, laut Camino Ninja 25,9 Kilometer. Der Caminho Português da Costa biegt ins Hinterland ab: über Pflasterwege an Feldern vorbei nach Marinhas, dann über Antas hinauf auf rund 140 Meter und hinunter zur Igreja de Santiago in Castelo do Neiva. Bis Viana sind es auf dieser Variante laut Camino Ninja 26,3 Kilometer, mit mehr Schatten und weniger Wind als an der Küste.
Morgen erwartet dich
Am Ende des Tages liegt Viana do Castelo vor dir, dort beenden die meisten Camino-Ninja-Pilger die nächste Etappe. Hinein kommst du über den Lima, auf der langen Ponte Eiffel. Auf dem Hinterlandweg passierst du vorher in Castelo do Neiva eine Kirche, die dem Apostel geweiht ist, zu dem du unterwegs bist.
Tiefer eintauchen: Die Stadt an der Mündung
Ein langer Text, falls du noch mehr über Esposende erfahren willst. Etwa zehn Minuten Lesezeit.
Auf der Brücke über dem Cávado
Wenn du von Fão kommend auf die Eisenbrücke trittst, liegt unter dir das letzte Stück eines Flusses. Der Cávado kommt aus den Bergen im Landesinneren, fließt an Braga vorbei und mündet hier in den Atlantik. Die Brücke, über die du gehst, ist 267,6 Meter lang. Entworfen hat sie der Ingenieur Abel Maria Mota, gebaut eine Firma aus Lissabon, die Arbeiten begannen um 1890. Eingeweiht wurde sie am 7. August 1892, unter dem Namen Ponte Luís Filipe, zu Ehren des Kronprinzen. Heute nennt sie jeder Ponte de Fão. Seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz, und 2025 wurde sie für 2,5 Millionen Euro saniert, die Geländer an den Fußwegen wurden dabei erhöht.
Die Brücke verbindet zwei Orte an zwei Ufern desselben Flusses. Esposende ist eine Stadt, die man nur versteht, wenn man diesen Fluss versteht, seine Mündung, seinen Sand und das Meer davor.
Fão, das Dorf vor dem Fluss
Bevor du die Brücke erreichst, gehst du durch Fão, und dieser Ort verdient einen eigenen Blick. Fão liegt am linken Ufer des Cávado und ist bekannt für seine Masseiras, Felder, die man in die Dünen hineingegraben hat und mit Material aus dem Meer düngte. Am Weg steht die Kirche des Bom Jesus de Fão, gebaut zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts. Man sieht ihr an, dass sie für Wallfahrer gedacht war, mit einer Allee, durch die du hindurchgehst.
Fão war auch ein Ort der Schiffbauer. Die wichtigsten Werften an der Mündung lagen in Fão und in Esposende selbst. Und als der Sand die Mündung verstopfte, war es zeitweise nur noch die Einfahrt bei Fão, durch die Boote überhaupt hinein kamen. Für dich als Pilger ist Fão aus einem anderen Grund wichtig: Hier stoßen Pilger dazu, die den Camino Portugués Central bei São Pedro de Rates verlassen haben, um ans Meer zu gehen. Ab hier gehst du nicht mehr nur mit denen, die mit dir in Porto aufgebrochen sind.
Älter als jede Urkunde
Menschen leben in dieser Gegend seit der Altsteinzeit. Ab dem vierten Jahrtausend vor Christus entstanden feste Gemeinschaften, und in der mittleren Eisenzeit bauten die Menschen befestigte Dörfer auf den Gipfeln der Hügel, die Castros. Einer davon, der Castro de São Lourenço, lässt sich heute noch besuchen. Aus dem Mittelalter kennt man in Esposende vor allem Gräber. Viel mehr ist aus dieser Zeit nicht überliefert, und es ist ehrlicher, das so stehen zu lassen, als eine Geschichte zu erfinden.
Siebzig bis achtzig große Schiffe
Esposende tritt erst spät ins Licht der Akten, und dann als Hafen. 1505 stellte König Manuel der Erste fest, dass Esposende nicht unter den Häfen war, in denen Schiffe Abgaben an die Krone zahlten. 1552 verzeichnete ein gewisser Nicolau de Almeida fünfzehn Schiffe in Esposende. Zwanzig Jahre später, am 19. August 1572, erhob König Sebastião den Ort zur Vila und löste ihn damit von Barcelos. In seinem Schreiben heißt es, Esposende habe siebzig bis achtzig große Schiffe und viele Lotsen und Seeleute.
Streng genommen war dieses Schreiben kein klassischer Foral, keine Urkunde mit Rechten und Abgaben. Es legte nur ein kleines Gebiet um den Ort fest, etwa eine halbe Légua im Umfang, und gab ihm die eigene Verwaltung. Aber für Esposende war es die Geburtsurkunde. Schon im Jahr darauf regelte ein zweites Schreiben, wie Esposende und Barcelos Holz, Wasser und Lebensmittel über die neue Grenze hinweg nutzen durften. 1580 ernannte der Herzog von Bragança einen gewissen Gaspar da Costa zum Hauptmann der Vila, vermutlich den ersten.
Der 19. August ist bis heute der Feiertag der Stadt, derselbe Tag im Kalender wie das Schreiben von 1572. Gegenüber dem städtischen Schwimmbad Foz do Cávado steht ein Denkmal für König Sebastião, das die Stadt zum vierhundertsten Jahrestag aufstellen ließ.
Der König, der nicht zurückkam
Der König, dem Esposende seine Selbständigkeit verdankt, ist eine der tragischen Figuren Portugals. Sebastião war noch ein Kind, als er König wurde. 1578, sechs Jahre nach seinem Schreiben an Esposende, zog er mit einem Heer nach Nordafrika und verschwand in der Schlacht von Alcácer-Quibir. Seine Leiche wurde nie sicher identifiziert. In Portugal entstand daraus eine lange Hoffnung: Man erzählte sich, der König werde eines Tages an einem nebligen Morgen zurückkehren und das Land retten.
Esposende verdankt also seine Unabhängigkeit einem König, auf den man danach Jahrhunderte gewartet hat. Falls du an seinem Denkmal vorbeikommst, weißt du jetzt, warum er hier steht.
Ein Heiliger zu Besuch und die Kirchen der Seefahrer
1560, noch bevor Esposende eine Vila wurde, kam ein besonderer Besucher: der Erzbischof von Braga, Frei Bartolomeu dos Mártires. 2019 hat Papst Franziskus ihn heiliggesprochen. Die Kirche des Ortes war aus einer kleinen Einsiedelei hervorgegangen, der Ermida de Santa Maria da Graça. 1639 wurde sie repariert, auch der Glockenturm, und 1648 machte ein Zimmermann aus Perelhal, João Domingues, Holzarbeiten für 22.000 Réis. Die Igreja Matriz stammt aus dem sechzehnten Jahrhundert, erhalten ist von ihr nur die Hauptkapelle.
Wichtiger für die Seeleute war eine andere Kirche. Um 1650 wurde die Kirche der Misericórdia gegründet, angebaut an das Rathaus. In ihr liegt die Capela do Senhor dos Mareantes, die Kapelle des Herrn der Seefahrer. Sie entstand um eine Christusfigur, die Ende des sechzehnten Jahrhunderts gestiftet worden war, und ist mit bemalten Schnitzereien ausgestattet. Seit 1977 steht sie unter Schutz. Mareantes, das sind die Männer, die aufs Meer fuhren. Die Kapelle trägt ihren Namen bis heute.
Feuer an der Küste
An dieser Küste kamen nicht nur Handelsschiffe. 1644 stellte man Signalfeuer auf, in Esposende und in São Bartolomeu do Mar, um vor Gefahr von See her zu warnen. Ende des Jahrhunderts ließ König Peter der Zweite an der Mündung eine Festung bauen, von 1699 bis 1704: das Forte de São João Baptista, das die Einfahrt in den Cávado schützen sollte.
Später änderte die Festung ihren Zweck. 1866 setzte man ein Leuchtfeuer darauf, 1925 kam der heutige Turm. Aus einem Bauwerk, das Schiffe abwehren sollte, wurde eines, das Schiffe sicher heimführt. Lange verfiel die Anlage. 2020 übernahm die Stadt sie für fünfzig Jahre und renovierte zwei Gebäude. 2022 schrieb sie einen Wettbewerb für ein Informationszentrum über die Küste aus. Was daraus geworden ist, haben wir nicht herausgefunden.
Der Sand gewinnt
Die eigentliche Geschichte von Esposende ist ein Kampf gegen den Sand. Schon auf einer Karte aus der Zeit um 1580 spielt der Hafen kaum noch eine Rolle, wohl weil die Mündung des Cávado stark versandet war. 1648 verzeichnete der Kosmograf João Teixeira nur noch die Einfahrt bei Fão als brauchbar für Boote.
1795 interessierte sich der Prinzregent dafür, den Fluss zu kanalisieren. Der Ingenieur Custódio José de Vilas-Boas bekam den Auftrag, sein Plan erschien 1800. Bezahlt wurde das mit einer eigenen Steuer, dem Imposto de encanamento, der Kanalisierungssteuer. Die Gegner nannten sie spöttisch Imposto do enganamento, die Täuschungssteuer, ein Wortspiel, das auf Portugiesisch fast gleich klingt. 1809 stoppte eine provisorische Regierung die Arbeiten nach Beschwerden aus Barcelos. Rund 420.000 Cruzados seien ausgegeben worden, ohne Ergebnis. Vilas-Boas starb im März 1809, und man warf ihm vor, Geld veruntreut zu haben.
Trotzdem lebte der Hafen weiter. Zwischen 1834 und 1839 liefen jedes Jahr rund siebzig Handelsschiffe ein. Sie brachten Salz, Fisch, Olivenöl und Metalle und nahmen Holz, Ruder, Schaufeln und Kork mit. 1839 hatte die Vila selbst nur 742 Einwohner. Im selben Jahr meldete ein Verwaltungsbeamter, der Fluss sei bis Perelhal schiffbar, aber versandet, vor allem weil die Barre den Sand nicht loswerde, den die Hochwasser brachten. Auf den Werften von Fão und Esposende wurde weiter gebaut, doch um 1870 brach die Zahl der neuen Schiffe deutlich ein. Neue Pläne und Reparaturen folgten, 1880, 1886, 1892. Noch 1898 richtete der Präsident der Stadtkammer, Pereira Lima, eine Bittschrift an König Carlos den Ersten. Doch der Sand blieb. 1890 lag Esposende auf Platz zwanzig von einunddreißig portugiesischen Küstenhäfen, 1900 nur noch auf Platz zweiundzwanzig. Während die Brücke kam, verlor der Hafen weiter an Bedeutung.
Zeichen an der Kapellentür und ein heiliges Bad
Esposende hat auch mit Póvoa de Varzim zu tun, woher du heute gekommen bist. Die Fischer von Póvoa ritzten ihre Familienzeichen, die Siglas Poveiras, in die Türen von Kapellen an Stränden und Hügeln, als Wegmarke oder als Gelübde. Solche Zeichen hat man an der Kapelle Nossa Senhora da Bonança gefunden und am Strand von Esposende. Fremde Fischer, die hier um Glück baten, haben ihre Spur hinterlassen, so wie Pilger heute ihre Steine und Muscheln liegen lassen.
Nördlich der Stadt, im Ort Mar, durch den die Senda Litoral führt, liegt São Bartolomeu do Mar, und dort gibt es eine sehr eigene Wallfahrt. Zum Fest des heiligen Bartholomäus vom Meer gehören ein heiliges Bad im Meer und ein Ritual mit einem schwarzen Hahn. Die Pilger wollen, so beschreiben es Forscher, Böses austreiben und eine frühere Reinheit zurückgewinnen, den Körper der Heilung anvertrauen. Es ist eine sehr körperliche Form von Frömmigkeit, und sie liegt an der Senda Litoral.
Dünen, Seetang und Vögel
Die Küste um die Mündung gehört seit dem 17. November 1987 zum Parque Natural do Litoral Norte. Er ist sechzehn Kilometer lang, und fünfundachtzig Prozent seiner Fläche sind Wasser. Hier liegt der längste und besterhaltene Dünenstreifen im Norden Portugals. An den Mündungen von Cávado und Neiva hat man rund 140 Vogelarten gezählt.
Früher arbeiteten an diesen Stränden die Sargaceiros. Im Juni zogen sie Seetang aus der Brandung und trockneten ihn in der Sonne. Der Tang wurde Dünger für die Masseiras, die Felder in den Dünen. In Apúlia, durch das du heute gegangen bist, feiert man ihnen zu Ehren noch ein Fest.
Wo Wege sich treffen und trennen
Über mittelalterliche Pilger in Esposende wissen wir wenig. Es gibt keine Herberge und kein Hospital aus alter Zeit, von dem wir sicher erzählen könnten. Manuel Cadafaz de Matos untersuchte 1985 die Pilgerwege im Raum Porto, Braga und Esposende, und heute liegt die Stadt ganz selbstverständlich am portugiesischen Jakobsweg. Mehr wollen wir nicht behaupten.
Was sich sicher sagen lässt: Esposende ist ein Ort, an dem Wege zusammenfließen und sich wieder trennen. In Fão, vor der Brücke, kommen die Pilger aus Rates dazu. Hinter Esposende teilt sich der Weg. Die Senda Litoral bleibt am Meer. Der Caminho da Costa steigt ins Hügelland und führt in Castelo do Neiva an einer Kirche vorbei, die dem heiligen Jakobus geweiht ist. Kurz hinter der Stadt, in Marinhas, nennt ein Wegweiser die Zahl, auf die es ankommt: 208 Kilometer bis Santiago.
Esposende heute
Seit dem 2. Juli 1993 ist Esposende eine Stadt. In der ganzen Gemeinde lebten bei der Zählung von 2021 gut 35.000 Menschen, in der Stadt selbst etwa 9.100. 1801 zählte die Gemeinde gut viertausend Einwohner, heute sind es mehr als achtmal so viele. Man lebt von Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus. Am 24. Juni feiert man São João, am 15. August die Romaria de Nossa Senhora da Saúde und vier Tage später den Stadtfeiertag. Aus der Gemeinde stammte António Rodrigues Sampaio, der 1881 an der Spitze der portugiesischen Regierung stand. Im Sommer kommen die Badegäste, und das ganze Jahr über die Pilger.
Was Esposende dir mitgibt
Esposende ist ein Ort, an dem der Sand gewonnen hat. Ein Hafen mit siebzig bis achtzig großen Schiffen ist verschwunden, eine Kanalisierung kostete ein Vermögen und brachte nichts. Und doch ist die Stadt geblieben, hat eine Brücke bekommen, eine Festung mit einem Licht und einen Naturpark, in dem heute die Dünen geschützt werden.
Vielleicht ist das ein Gedanke für den Abend hier: Nicht alles, wogegen man kämpft, muss man besiegen. Manches kann man auch annehmen und daraus etwas machen. Der Fluss, den du heute überquert hast, hört an der Mündung auf, ein Fluss zu sein, und wird Teil von etwas Größerem. Morgen entscheidest du, Küste oder Hinterland. Beide Wege führen nach Santiago.
Übernachten in Esposende
Die von Pilgern am besten bewerteten Unterkünfte in Esposende stehen vorn.
- Top #1
GeöffnetReservierung möglichEsposende Garden
- Top #2
GeöffnetReservierung möglichHostel Eleven
- Top #3
GeöffnetReservierung möglichHostel Esposende GuestHouse
Angebote in Esposende
Was du vor der nächsten Etappe im Ort findest.
- Geldautomat
- Café
- Geschäft
- Arztpraxis
- Apotheke
- Brunnen
- Post
- Restaurant
Quelle: © OpenStreetMap contributors · aktualisiert April 2026





