Caminho da Geira e dos Arrieiros
Der Caminho da Geira e dos Arrieiros führt in 244,5 Kilometern von der Kathedrale von Braga nach Santiago de Compostela. Auf den ersten Tagen folgt er der Geira, der römischen Via Nova aus der Zeit um 80 n. Chr., durch den Nationalpark Peneda-Gerês und über den Grenzpass Portela do Homem; danach wechselt er zweimal die Grenze, steigt auf dem Hochland von Castro Laboreiro auf 1.033 Meter und läuft auf den Pfaden der Arrieiros, der Maultiertreiber, durch das Weinland des Ribeiro und die Terra de Montes nach Santiago. Elf Etappen, 6.632 Höhenmeter bergauf, seit 2019 kirchlich anerkannt und noch immer einer der leersten Wege zum Apostelgrab.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Acht Kaiser am Grenzpass – und die Brücken, die Portugal 1642 selbst abriss
- 08Highlights am Weg
- 09Wein für Santiago: die Arrieiros und der Schwesterweg Minhoto Ribeiro
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kathedrale von Braga / Kathedrale von Santiago de Compostela
- Länge: 244,5 km, davon rund 75 km auf derselben Trasse wie der Caminho Minhoto Ribeiro
- Dauer: 11 Etappen, Ø rund 22 km; sportlich in 9 bis 10 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 6.632 m / ↘ 6.566 m
- Höchster Punkt: 1.033 m bei km 93,9 an der Portelinha, auf dem Hochland von Castro Laboreiro
- Landschaft: Minho-Hügel und Thermalorte am Cávado, Eichenwald und Granit im Gerês, Hochweiden von Castro Laboreiro, Rebterrassen des Ribeiro, Kiefern- und Weideland der Terra de Montes
- Markierung: gelbe Pfeile, im Gerês zusätzlich die Beschilderung der Geira-Meilen
- Jakobus-Spuren: Kathedrale von Braga, aus der 1102 Reliquien nach Santiago gebracht wurden; Pfarreien Santiago de Caldelas und Santiago de Pardesoa am Weg
- Unterkunft: wenige Herbergen, meist Casas Rurales, Pensionen und Thermalhotels; zwischen den Etappenorten oft nichts
- Anschlusswege: Porto – Braga und Camino Torres enden bzw. laufen durch Braga; der Caminho Minhoto Ribeiro teilt sich mit der Geira den Mittelteil
- Beste Zeit: Mai bis Juni und September bis Oktober; im Winter liegt auf dem Hochland von Castro Laboreiro Schnee
- Pilgerpass / Urkunde: Credencial ab Braga; am Ziel die Compostela, der Weg ist seit 2019 kirchlich anerkannt
Überblick
Die meisten Jakobswege berufen sich auf mittelalterliche Pilger. Dieser hier beruft sich auf römische Straßenbauer. Um das Jahr 80 n. Chr. ließ der kaiserliche Legat Gaius Calpetanus Rantius Quirinalis Valerius Festus eine neue Straße von Bracara Augusta, dem heutigen Braga, nach Asturica Augusta, dem heutigen Astorga, anlegen; auf den Meilensteinen steht schlicht „VIA NOVA FACTA“ – die neue Straße ist gebaut. In Portugal nennt man sie bis heute die Geira. Rund 30 Kilometer davon liegen im Kreis Terras de Bouro, und dort steht, was keine andere Römerstraße Europas zu bieten hat: Dutzende Meilensteine an ihrem alten Platz im Wald.
Der Pilgerweg nimmt die Römerstraße bis an die Grenze und biegt dann ab, wohin die Römer nie wollten: über das Hochland von Castro Laboreiro hinunter ins Weinland des Ribeiro und durch die Terra de Montes nach Santiago. Präsentiert wurde der Weg 2017 in Ribadavia und Braga, 2019 kam die kirchliche Anerkennung. Bis 2024 waren in sechs Jahren rund 5.000 Pilger unterwegs, also im Schnitt weniger als drei am Tag. Du gehst hier zwei Wochen lang auf einer Autobahn des Jahres 80 – und triffst kaum jemanden.
Andere Namen
Auf Portugiesisch heißt der Weg Caminho da Geira e dos Arrieiros, auf Galicisch Camiño da Geira e dos Arrieiros, auf Spanisch Camino de la Geira y de los Arrieros. Die Römerstraße selbst kennst du als Geira, Via Nova oder Via XVIII, nach ihrer Nummer im Antoninischen Itinerar. Die Arrieiros im zweiten Teil des Namens sind die Maultiertreiber, die Waren und Wein über die Berge zwischen Ourense und Pontevedra trugen.
Verwechslungsgefahr besteht mit dem Caminho Minhoto Ribeiro: Er beginnt ebenfalls in Braga, endet ebenfalls in Santiago und läuft im Ribeiro streckenweise auf denselben Wegen, kommt aber über das Minho-Tal und Melgaço und nicht über den Gerês.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du Geschichte nicht im Museum, sondern unter den Sohlen haben willst: römisches Pflaster, Meilensteine am Wegrand, eine Thermalquelle, an der schon die Römer eine Station hatten. Ideal auch, wenn dir der Camino Portugués Central zu voll ist – hier gehst du oft einen ganzen Tag allein, und in den Dörfern der Terra de Montes bist du noch eine Neuigkeit.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du dich auf Herbergen verlassen willst: Es gibt nur wenige, meist schläfst du in Casas Rurales, Pensionen oder Thermalhotels, und manche Etappenorte haben genau eine Unterkunft. Nichts für dich, wenn du flach und spontan pilgern möchtest: 6.632 Höhenmeter auf 244,5 Kilometern bedeuten im Schnitt 27 Meter Anstieg pro Kilometer, die Tage durch den Gerês und über Castro Laboreiro haben lange Abschnitte ohne Bar und ohne Laden, und das römische Pflaster ist bei Regen glatt. Und nichts für dich, wenn du nicht vorausplanen magst – ohne vorher reservierte Betten wird es hier schnell ein langer Abend.
Streckenverlauf & Landschaft
Braga bis zur Portela do Homem: Von der Kathedrale geht es über Dume und Palmeira hinaus an den Cávado, vorbei am Benediktinerkloster Rendufe (km 11,8) zum Thermalort Caldelas (km 17,9). Danach steigt der Weg in die Berge von Terras de Bouro, über Travassos und Covide (km 43,6) nach Campo do Gerês (km 47,1) am Stausee von Vilarinho das Furnas. Ab hier bist du auf der Geira: Durch die Mata da Albergaria, einen alten Eichenwald im Herzen des Nationalparks, zählst du die Meilen bis zum Grenzpass Portela do Homem, der Milha XXXIV.
Galicien, Castro Laboreiro und wieder Galicien: Hinter dem Pass geht es hinab nach Torneiros und Os Baños (km 64,3) an die heißen Quellen des Río Caldo, dann nach Lobios (km 70,1) und Entrimo (km 75,4) in der Baixa Limia. Über A Pereira steigt der Weg zurück nach Portugal, nach Ameijoeira und auf das Granitplateau von Castro Laboreiro (km 90,6); an der Portelinha bei km 93,9 erreichst du 1.033 Meter. Von dort läuft der Weg über Alcobaça und Azoreira wieder nach Galicien und hinab über Monterredondo und Padrenda an den Miño, über Trado und Vilanova da Barca nach Cortegada (km 119,2) und durch die Rebhänge des Ribeiro nach Ribadavia (km 133,0). Über Beade, Berán und Lebosende kommst du nach Pazos de Arenteiro (km 150,9), steigst nach Feás und Beariz (km 169,6) in die Terra de Montes und läufst über Soutelo de Montes (km 180,6) und A Mámoa nach Codeseda (km 201,2). Die letzten Tage führen über A Estrada (km 213,7) hinab zum Ulla bei Pontevea (km 226,3) und über Rarís und Seoane nach Santiago de Compostela.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 11 Etappen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 244,5 km kalibriert; Etappenorte sind Orte mit mindestens einer Unterkunft. Zwischen Pazos de Arenteiro und Soutelo de Montes kannst du in Beariz (km 169,6) teilen, wenn du die 29,7 Kilometer mit dem steilsten Anstieg des Weges nicht an einem Tag gehen willst.
- Braga → Caldelas (17,8 km) — aus der Stadt über Dume und Palmeira an den Cávado, Kloster Rendufe, Ankunft im Thermalort.
- Caldelas → Campo do Gerês (29,2 km) — langer Anstieg nach Terras de Bouro, über Covide an den Stausee von Vilarinho das Furnas.
- Campo do Gerês → Lobios (23,0 km) — der Römertag: Mata da Albergaria, Meilensteine, Portela do Homem, die heißen Quellen von Os Baños.
- Lobios → Castro Laboreiro (20,5 km) — über Entrimo und A Pereira zurück nach Portugal und hinauf auf 942 Meter.
- Castro Laboreiro → Cortegada (28,6 km) — über den höchsten Punkt (1.033 m), dann rund 900 Meter hinab an den Miño; unterwegs kaum Versorgung.
- Cortegada → Ribadavia (13,8 km) — kurzer Tag durch die Weinberge, Zeit für die Altstadt und eine Weinprobe.
- Ribadavia → Pazos de Arenteiro (17,9 km) — durchs Ribeiro über Beade und Berán in das Granitdorf Pazos.
- Pazos de Arenteiro → Soutelo de Montes (29,7 km) — der große Anstieg nach Distriz und Feás, über Beariz in die Terra de Montes.
- Soutelo de Montes → Codeseda (20,6 km) — Hochland, Kiefernwald und Weiden, über A Mámoa hinab.
- Codeseda → Pontevea (25,1 km) — über A Estrada ins Tal des Ulla.
- Pontevea → Santiago de Compostela (18,3 km) — der letzte Anstieg über Rarís und Seoane, von Süden in die Stadt.
Das Gelände ist abwechslungsreich und nirgends technisch schwierig, aber selten flach: Im Gerês gehst du auf grobem Römerpflaster und Waldpfaden, auf dem Hochland von Castro Laboreiro auf Granit und Weide, im Ribeiro und in der Terra de Montes auf Feldwegen und schmalen Asphaltstraßen. Hart sind die Etappen 2, 5 und 8 – lang, mit großen Höhenunterschieden und ohne verlässliche Einkehr.
Acht Kaiser am Grenzpass – und die Brücken, die Portugal 1642 selbst abriss
Am Grenzpass Portela do Homem steht der alte Grenzposten, 2011 restauriert, darin die Galeria dos Miliários: neun Meilensteine aus der Umgebung, von denen sechs lesbare Namen tragen. Der älteste nennt Titus und Domitian, das Jahr 80, dann folgen Hadrian 119, Caracalla 213, Maximinus Thrax mit seinem Sohn Maximus 235, Decius 250 und Magnentius zwischen 350 und 353. Acht Herrscher in knapp drei Jahrhunderten, alle auf demselben Pass. Wer die Straße ausbessern ließ, setzte einen neuen Stein mit seinem Namen dazu – so entstanden die Gruppen von Meilensteinen, die heute in der Mata da Albergaria nebeneinander am Weg stehen. Insgesamt sind entlang der Via XVIII 281 Meilensteine bekannt, mehr als 150 davon allein in Terras de Bouro. Die Kulturbeauftragte der Gemeinde, Ana Genoveva Araújo, sagte es 2024 so: „Temos dezenas de marcos miliários do império romano, ao longo de 30 quilómetros do nosso território, naquela que constitui a maior concentração desses padrões em granito de toda a Europa“ – Dutzende römische Meilensteine auf 30 Kilometern, die größte Ansammlung dieser Granitsäulen in ganz Europa.
Dass die Straße in Portugal trotzdem nicht mehr durchgehend begehbar war, hat eine bemerkenswerte Ursache: Portugal hat sie selbst unterbrochen. Während des Restaurationskriegs gegen Spanien ließ der Waffengouverneur Dom Gastão Coutinho 1642 die drei römischen Brücken der Albergaria abreißen – die über die Ribeira de Maceira, die über die Ribeira do Forno und die zweibogige Ponte de São Miguel über den Rio Homem –, damit keine spanische Armee auf der alten Kaiserstraße ins Land marschieren konnte. Heute überquerst du den Homem auf einer Holzbrücke neben den Widerlagern von São Miguel. Die Steine, die einen Feldzug aufhalten sollten, halten heute nur noch Pilger beim Fotografieren auf.
Die Geira ist geschützt: Die Meilensteine der Serie Capela stehen seit 1910 unter Denkmalschutz, ebenso das Wegkreuz von São João do Campo bei Campo do Gerês, für das man einen Meilenstein des Kaisers Decius aus den Jahren 249 bis 251 umgearbeitet hat; der Straßenabschnitt in Terras de Bouro wurde 2013 Nationaldenkmal. Praktisch heißt das: Plane für Etappe 3 viel Zeit ein. Zwischen Campo do Gerês und der Portela do Homem lohnt jeder Halt, und auf der galicischen Seite wartet in Os Baños die heiße Quelle, an der die Römerstation Aquis Originis lag – das erste Fußbad nach der Grenze ist fast 2.000 Jahre alt.
Highlights am Weg
- Kathedrale von Braga (km 0,1) — am 28. August 1089 von Bischof Pedro geweiht, seit 1107 Sitz eines Erzbischofs; die älteste Kathedrale Portugals und der Startpunkt mit dem ersten Stempel.
- Kloster Rendufe (km 11,8) — Benediktinerkloster am Weg aus der Stadt, das erste große Bauwerk auf dem Land.
- Caldelas (km 17,9) — Thermalort am Ende der ersten Etappe, Pfarrei Santiago de Caldelas.
- Stausee Vilarinho das Furnas (km 47,1) — 1970 wurde das Dorf Vilarinho da Furna für den Staudamm am Rio Homem geflutet; bei niedrigem Wasser tauchen Mauern und Teile der Geira wieder auf, etwa bei Milha XXX.
- Mata da Albergaria und Portela do Homem — Eichenwald im ältesten Schutzgebiet Portugals, dem 1971 gegründeten Nationalpark Peneda-Gerês, mit Meilensteingruppen am Pflaster und der Galeria dos Miliários am Pass.
- Os Baños (km 64,3) — heiße Quellen des Río Caldo, Ort der römischen Station Aquis Originis, mit öffentlichen Becken.
- Castro Laboreiro (km 90,6) — Burg auf dem Felsen, 1141 von Afonso Henriques eingenommen, seit 1944 Nationaldenkmal; Heimat des Cão de Castro Laboreiro, eines alten Hirtenhunds gegen Wölfe.
- Hochland an der Portelinha (km 93,9) — mit 1.033 Metern der höchste Punkt des Weges, offenes Granit- und Weideland mit Blick nach Galicien.
- Ribadavia (km 133,0) — Burg der Grafen von Ribadavia aus dem 15. Jahrhundert, das alte Judenviertel und seit dem 17. Oktober 1947 geschütztes historisches Ensemble.
- Pazos de Arenteiro (km 150,9) — gut erhaltenes Dorf aus Granit nach dem einsamen Abschnitt ab Ribadavia, kurz vor dem größten Anstieg des Weges.
- Codeseda (km 201,2) — Dorf in der Terra de Montes, das sich als Herz des Weges versteht, mit Pilgerbar und Casas Rurales.
- Pontevea (km 226,3) — Brücke über den Ulla, der letzte große Fluss vor Santiago.
Wein für Santiago: die Arrieiros und der Schwesterweg Minhoto Ribeiro
Der zweite Teil des Namens erinnert an die Arrieiros, die Maultiertreiber, die über diese Hügel Waren und vor allem Wein transportierten. Der Wein kam aus dem Ribeiro, und er war begehrt: In einer Preisverordnung für die Märkte von Santiago aus dem Jahr 1133 steht der Ribeiro-Wein als teuerstes Lebensmittel der Liste. Seit dem 12. Jahrhundert hatten Mönche aus dem Umfeld von Cluny die Reben hier ausgebaut, im 15. und 16. Jahrhundert ging der Wein über die Häfen bis nach England, und 1579 gaben die Ordenanzas de Ribadavia dem Weinbau Regeln, die heute als Vorläufer moderner Herkunftsbezeichnungen gelten. 1932 wurde der Ribeiro eine der ersten Denominaciones de Origen Spaniens. Wenn du in Ribadavia ein Glas trinkst, trinkst du, wofür andere früher mit Maultieren durch die Terra de Montes gezogen sind.
Auf diesem Abschnitt bist du nicht allein mit der Geira. Der Caminho Minhoto Ribeiro kommt von Braga über das Minho-Tal und Melgaço und trifft bei Trado (km 112,2) auf den Geira-Weg. Ab dort laufen beide über Vilanova da Barca, Cortegada und Ribadavia gemeinsam, trennen sich zwischen Ribadavia und Pazos de Arenteiro und zwischen Feás und Soutelo de Montes kurz auf eigene Varianten und gehen bis Cabanas (km 188,8) wieder zusammen. Danach biegt der Minhoto Ribeiro über Forcarei nach Norden ab, während die Geira über Codeseda, A Estrada und Pontevea von Süden nach Santiago kommt. Die Unterschiede liegen also am Anfang und am Ende: Römerstraße und Gebirge hier, Flusstal und Alvarinho-Lagen dort.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Braga ist ein Knoten im Wegenetz. Drei Wege bringen dich zu Fuß zum Start:
- Porto – Braga — der Zubringer vom Flughafen und Bahnknoten Porto, ideal zum Einlaufen
- Camino Torres — der lange Weg aus Salamanca läuft durch Braga; hier kannst du auf die Römerstraße wechseln
- Caminho Minhoto Ribeiro — der Schwesterweg mit demselben Start; wer zweimal kommt, geht beim zweiten Mal den anderen
Vom Camino Portugués Central wechselst du am einfachsten per Bus von Barcelos oder Ponte de Lima nach Braga. 2024 gingen bis Anfang September 408 Pilger ab der Kathedrale von Braga auf die Geira, ein Plus von 39 Prozent zum Vorjahr – und fast so viele wie die 479, die von dort aus auf den Central wechselten.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Wegen nach Santiago brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Herbergen zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; den ersten Stempel holst du dir in der Kathedrale von Braga. Weil die Unterkünfte dünn gesät sind, lohnt Planung hier besonders – am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkunft. Rechne nicht mit einem Netz von Pilgerherbergen. In Campo do Gerês gibt es eine Jugendherberge mit Pilgerrabatt, in Castro Laboreiro ein privates Albergue und Hotels, in Os Baños, Cortegada, Pazos de Arenteiro, Beariz und Codeseda oft nur ein oder zwei Häuser. Ruf am Vortag an oder buche vorab, vor allem außerhalb der Saison, wenn kleine Häuser schließen.
Jahreszeit und Ausrüstung. Mai, Juni, September und Oktober sind ideal. Im Hochsommer wird es im Gerês und im Ribeiro heiß, im Winter liegt auf dem Hochland von Castro Laboreiro Schnee, und Regen ist in Galicien zu jeder Jahreszeit möglich. Gute Sohlen und Stöcke helfen auf dem nassen Römerpflaster.
Was dich der Weg kostet
Weil Herbergen fehlen, ist dieser Weg teurer als ein klassischer Camino. Ein Schlafsaalbett kostet, wo es eines gibt, meist 17 bis 22 €, ein Doppelzimmer in Casa Rural oder Pension 55 bis 110 €, ein Einzelzimmer 40 bis 120 € (Stand: Oktober 2026).
Rechne mit 45 bis 70 € pro Tag, wenn du im Doppelzimmer zu zweit teilst, allein eher mit 60 bis 90 €. Ehrlich gesagt sparst du hier nicht beim Bett, sondern beim Gedränge: Dafür bekommst du Thermalwasser, Ribeiro-Wein und Dörfer, in denen du der einzige Gast bist.
Anreise
Zum Start. Nach Braga kommst du am besten über den Flughafen Porto: Direktbusse fahren in rund einer Stunde nach Braga, alternativ mit der Metro nach Porto-Campanhã und mit dem Zug der CP weiter.
Vom Ziel. Santiago de Compostela hat einen Flughafen mit Direktflügen in den deutschsprachigen Raum und Zugverbindungen der Renfe nach Madrid, A Coruña und Vigo. Wer noch Tage übrig hat, geht weiter ans Meer, auf dem Camiño a Fisterra oder dem Camiño a Muxía.
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