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Camino de Cadiz

Der Camino de Cadiz führt dich in 182,4 Kilometern von Cádiz über Jerez de la Frontera und Utrera nach Sevilla — auf der Vía Augusta, der längsten Römerstraße Hispaniens, gebaut zwischen 8 und 2 v. Chr. von Gades bis zu den Pyrenäen. Es ist der Weg, in dem der äußerste Süden zusammenläuft: Bei Puerto Real mündet der Camino del Estrecho aus Tarifa ein, bei Utrera der Camino Serrana aus Gibraltar, und an der Kathedrale von Sevilla übernimmt die Via de la Plata.

23. August 202618 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Cádiz (Altstadt, wenige Minuten von der Kathedrale) → Sevilla (die Kathedrale liegt bei km 181,1)
  • Länge: 182,4 km — bei nur 99,1 km Luftlinie: Umwegfaktor 1,84, und die ersten 15 Kilometer gehen nach Süden, weil Cádiz auf einer Landzunge liegt
  • Terrain: flach — Küsten- und Marschland um die Bucht von Cádiz, danach offene Campiña entlang der A-4; keine Berge, kaum Schatten
  • Höhenmeter: ca. 610 m Aufstieg (GPS-Track der Route) — im Schnitt gut 3 m pro Kilometer, flacher wird Pilgern in Spanien kaum
  • Etappen: 7 (der Trägerverein teilt feiner, bis zu 10); Dauer 7–8 Tage — der achte ist am besten ein Ruhetag in Jerez
  • Provinzen: Cádiz und Sevilla — Wechsel bei km 84,5 in El Cuervo
  • Namensgeber: die Vía Augusta, gebaut 8–2 v. Chr., rund 1.500 km von Gades bis zu den Pyrenäen — die längste Römerstraße Hispaniens
  • Träger: Asociación Gaditana Jacobea „Vía Augusta“, Cádiz, seit 2009 — Federación-Kürzel ES36a
  • Markierung: für die Cádiz-Hälfte nicht durchgehend geprüft; ab Utrera zusätzlich amtliche Schilder der Diputación de Sevilla (2022). Ein GPX-Track ist Pflicht, kein Extra
  • Pilgerherbergen: genau eine — Utrera, eröffnet am 15.06.2023, mit eigener Credencial samt „credencial canina“ für Pilger mit Hund
  • Pilger: rund 300 im Jahr — auf diesem Weg und dem Camino Serrana zusammen (Stadt Utrera, 2023)
  • Bahn: die ersten 57,7 km liegen komplett an der Bahnlinie der Bucht — fünf Bahnhöfe von Cádiz bis Jerez, jeder ein möglicher Einstieg
  • Beste Zeit: Oktober bis April — im Juli über 40 Grad in der Campiña, ohne Schatten; Juli und August fallen aus
  • Anschlüsse: Camino del Estrecho (mündet km 30,4, Puerto Real) · Camino Serrana (mündet km 144,7, Utrera) · Via de la Plata (übernimmt km 181,1, Sevilla)

Überblick

Dieser Weg hat zwei Namen, und sie sind ehrlich verteilt: Camino de Cadiz ist der Weg, Vía Augusta ist die Straße, auf der er liegt — gebaut zwischen 8 und 2 v. Chr., rund 1.500 Kilometer von Gades bis zu den Pyrenäen, die längste Römerstraße Hispaniens, verzeichnet auf den Vicarello-Bechern und im Itinerarium Antonini. Der Trägerverein in Cádiz verweist auf den Kilometerstein Null dieser Straße in seiner Stadt: eine Straße, die nach Rom führte. Du gehst in die andere Richtung. Die Straße ist zwei Jahrtausende alt, der Jakobsweg auf ihr ist von 2009 — und sein erstes Pilgerbett ist von 2023.

182,4 Kilometer von der Altstadt von Cádiz bis zur Kathedrale von Sevilla, bei nur 99 Kilometern Luftlinie — und die ersten fünfzehn Kilometer läufst du nach Süden, weil Cádiz fast eine Insel ist und der einzige Weg hinaus über den Isthmus führt. Danach sammelt der Weg den ganzen äußersten Süden ein: Bei Puerto Real mündet der Camino del Estrecho von der Afrika-Fähre ein, bei Utrera der Camino Serrana aus Gibraltar, und an der Kathedrale von Sevilla übergibt er alles an die Via de la Plata. Rund 300 Pilger im Jahr zählt die Stadt Utrera auf zwei dieser Wege zusammen — du wirst hier tagelang niemanden mit Muschel sehen, aber du gehst auf der ältesten Trasse, die ein Jakobsweg in Spanien haben kann.

8 v. Chr. gebaut, 2009 wiederbelebt, 2023 das erste Bett — der Trichter des Südens

Andere Jakobswege schmücken sich mit Legenden. Dieser hier hat keine — er hat eine Straße, und die ist datiert. Zwischen 8 und 2 v. Chr. ließ Augustus die Vía Augusta ausbauen: rund 1.500 Kilometer von Gades bis zu den Pyrenäen, die längste Römerstraße der Iberischen Halbinsel, dokumentiert auf den silbernen Vicarello-Bechern und im Itinerarium Antonini. Ihre Stationen tragen die Namen deiner Etappenorte: Gades ist Cádiz, Hasta Regia lag bei Jerez, Orippo bei Dos Hermanas, Hispalis ist Sevilla. Ein mittelalterlicher Pilgerbeleg für die Achse Cádiz–Sevilla ist dagegen bisher nicht aufgetaucht — genau das ehrlich zu sagen, ist stärker, als eine Wundergeschichte zu erfinden. Der belegbare Mensch dieses Weges ist nicht ein Pilger des 13. Jahrhunderts, sondern sein Wiederhersteller: die Asociación Gaditana Jacobea „Vía Augusta“, 2009 in Cádiz gegründet, mit Sitz in einer Kirche wenige Gehminuten vom Startpunkt. Die Vía Augusta war ihr Gründungsprojekt; der Camino Serrana und der Camino del Estrecho kamen danach — und von den drei Wegen des Vereins ist dieser der einzige mit amtlichem Federación-Kürzel: ES36a.

Und er ist kein Nebenweg, sondern ein Trichter — das steht nicht in Broschüren, das steht in unserer Routendatenbank, ID-verifiziert: Bei Puerto Real (km 30,4) endet der Camino del Estrecho, der aus Algeciras und Tarifa kommt, also von den Fähren aus Afrika — die letzten rund sieben Kilometer laufen beide Wege auf derselben Trasse, wer vom Estrecho kommt, ist längst auf der Vía Augusta, bevor er es merkt. Bei Utrera (km 144,7) endet der Camino Serrana, der in Gibraltar beginnt und über Ronda kommt. Und in Sevilla (km 181,1) übergibt der Weg an die Via de la Plata. Drei Wege aus drei Richtungen, eine gemeinsame Schlussstrecke: Wer aus Marokko, aus Gibraltar oder aus Cádiz losgegangen ist — ab Utrera geht ihr alle denselben Weg.

Das Revival hat Daten und Preisschilder: Februar 2022 stellte Prodetur, die Tourismusgesellschaft der Provinz Sevilla, im Rahmen der „Caminos Jacobeos del Oeste“ 59 amtliche Schilder auf 69,9 Kilometern auf — unter anderem in Utrera, Dos Hermanas und Sevilla, den letzten drei Orten dieses Weges. Am 15. Juni 2023 eröffnete Utrera an der Plaza Enrique de la Cuadra die erste und einzige Pilgerherberge der Strecke, barrierefrei, für 59.006,36 Euro — begründet mit rund 300 Pilgern im Jahr auf Vía Augusta und Vía Serrana zusammen. Zeitgleich entstand die Asociación Amigos del Camino de Santiago de Utrera, die eine eigene Credencial ausgibt, inklusive einer „credencial canina“ für Pilger mit Hund. Die Straße ist 2.000 Jahre alt, der Weg ist von 2009, sein erstes Bett von 2023 — und sein erster Stempel für den Hund gleich mit.

Andere Namen

In Spanien läuft dieser Weg fast überall unter dem Namen der Straße: Vía Augusta — so heißt der Trägerverein selbst („Asociación Gaditana Jacobea Vía Augusta“), und so findest du ihn in Etappenlisten und Tracks. Ausgeschrieben begegnet dir auch Camino de Santiago Vía Augusta, gelegentlich Vía Gaditana Augusta Jacobea (so nannte das Portal de Cádiz 2024 das Wegeprojekt der Provinz); auf Deutsch wäre es der Jakobsweg von Cádiz, und die Vía Augusta bleibt dabei immer unübersetzt. Eine Abgrenzung erspart dir Verwirrung, und sie ist keine Spitzfindigkeit: Die Vía Augusta als Römerstraße ist rund 1.500 Kilometer lang und lief von Gades bis zu den Pyrenäen — der Jakobsweg dieses Namens nutzt davon nur das erste Stück, Cádiz bis Sevilla. Wer irgendwo „Vía Augusta, 1.500 km“ liest, liest über die Straße, nicht über den Weg.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du dort anfangen willst, wo Europa aufhört: in Cádiz, auf einer Landzunge im Atlantik, an einer Straße, deren Nullpunkt nach Rom zeigt — und du gehst nach Nordwesten. Er ist für dich, wenn du eine Woche hast: sieben Etappen, mit Ruhetag in Jerez acht Tage, und am Ende stehst du an der Kathedrale von Sevilla, am Kilometer 0 der Via de la Plata. Er ist für dich, wenn dir Einsamkeit nichts ausmacht — rund 300 Pilger im Jahr, auf zwei Wegen zusammen. Und er hat eine Eigenschaft, die kein anderer spanischer Jakobsweg unseres Netzes hat: Die ersten 57,7 Kilometer liegen komplett an einer Bahnlinie, fünf Bahnhöfe von Cádiz bis Jerez. Wer erst schnuppern will, geht den Anfang als Tagestouren und fährt abends zurück.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du das Herbergsleben suchst: Es gibt eine Pilgerherberge auf 182,4 Kilometern, und sie steht in Utrera, 38,8 Kilometer vor dem Ziel — alles andere sind Hotels, Hostales und Pensionen, an der Küste reichlich, zwischen Jerez und Utrera dünn. Nichts für dich ist er auch im Sommer: In der Campiña stehen im Juli über 40 Grad, und Schatten gibt es auf diesem Weg fast nirgends. Und er ist nichts für dich, wenn du Wildnis erwartest — durch die Bucht von Cádiz läufst du an Salinen, Vorstädten und Werftgelände vorbei, und zwischen Jerez und Utrera folgt der Weg der Achse der A-4/N-IV: viel Feldweg und Asphalt neben einem Verkehrskorridor, keine Bergkulisse. Wer das vorher weiß, ärgert sich unterwegs nicht.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in der Altstadt von Cádiz und läufst als Erstes nach Süden — das ist kein Fehler, das ist die Bucht: Der südlichste Punkt des ganzen Weges liegt acht Kilometer südlicher als dein Startpunkt. Über den Isthmus erreichst du San Fernando (km 16,2), dann geht es durch die Salinen und Marschen des Parque Natural Bahía de Cádiz nach Puerto Real (km 30,4), das die Katholischen Könige 1483 als Hafen gründeten — Chiclana de la Frontera bleibt dabei gut fünf Kilometer westlich liegen, der Weg führt nicht hindurch. Über El Puerto de Santa María (km 40,7) verlässt du die Bucht und erreichst Jerez de la Frontera (km 57,7), den größten Ort zwischen Start und Ziel. Dass hier so vieles „de la Frontera“ heißt, ist die Erinnerung an Jahrhunderte Grenzland — die alte Banda Morisca gegenüber dem Reich von Granada.

Ab Jerez ist es Campiña: offenes Agrarland entlang der A-4, über Guadalcacín und 19 Kilometer ohne einen einzigen Ort nach El Cuervo (km 84,5), wo der Weg von der Provinz Cádiz in die Provinz Sevilla wechselt. Es folgen Lebrija (km 95,1) am Rand der Marismas del Guadalquivir, Las Cabezas de San Juan (km 112,7), das Siedlungsdorf El Torbiscal (km 127,1) und Utrera (km 144,7) mit seiner Santiago-Kirche von 1490 und der einzigen Pilgerherberge des Weges. Die letzten 38,8 Kilometer führen über Dos Hermanas — in dessen Gemarkung Orippo lag, eine namentlich belegte Station der römischen Vía Augusta — hinein nach Sevilla, wo du bei Kilometer 181 an der Kathedrale stehst. Zwei Provinzen, zwei Landschaften, eine römische Straße.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Sieben Etappen sind der DB-kalibrierte Standard, im Schnitt gut 26 Kilometer — mehr, als die Zahl 182,4 vermuten lässt, und es liegt an zwei Tagen: Etappe 1 hat 30,4 Kilometer, Etappe 5 hat 32,0. Der Trägerverein teilt feiner, in bis zu zehn Kurzetappen — nur an einer Stelle hilft dir das nichts: Die 32 Kilometer nach Utrera lassen sich nicht sinnvoll teilen, denn El Torbiscal auf halber Strecke hat genau einen Laden und kein einziges Bett. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs. Technisch ist der Weg dafür so einfach, wie ein Jakobsweg nur sein kann: Er beginnt am Meer, bleibt in Marsch und Campiña und trifft auf keinen einzigen Berg.

  1. Cádiz → Puerto Real — 30,4 km — hinaus aus der Fast-Insel: erst 15 km nach Süden über den Isthmus nach San Fernando (km 16,2, Bahnhof wenige Minuten vom Weg), dann durch die Salinen des Parque Natural Bahía de Cádiz. Die letzten rund sieben Kilometer teilst du dir mit dem Camino del Estrecho. Wer teilen will: San Fernando.
  2. Puerto Real → Jerez de la Frontera — 27,3 km — über El Puerto de Santa María (km 40,7, Bahnhof, dichteste Unterkunftslage nach Cádiz) aus der Bucht heraus in die Campiña. Teilungsmöglichkeit: El Puerto (10,2 + 17,1 km).
  3. Jerez de la Frontera → El Cuervo — 26,8 km — über Guadalcacín, dann 19,3 km ohne Ort durch die Campiña de Jerez. In El Cuervo wechselst du die Provinz: Cádiz → Sevilla. Wasser tragen.
  4. El Cuervo → Las Cabezas de San Juan — 28,1 km — über Lebrija (km 95,1) am Rand der Marismas del Guadalquivir. Wer sanfter gehen will, teilt hier: Lebrija liegt nach 10,6 km.
  5. Las Cabezas de San Juan → Utrera — 32,0 km — die längste Etappe, und sie ist unteilbar: El Torbiscal (km 127,1) hat einen Laden und kein Bett. In Utrera warten die Pilgerherberge (seit 15.06.2023) und die Santiago-Kirche von 1490; hier mündet der Camino Serrana ein.
  6. Utrera → Dos Hermanas — 19,6 km — die längste Ortslücke des Weges: 19,6 km offene, schattenlose Campiña am Stück. In der Gemarkung von Dos Hermanas lag Orippo, Station der römischen Vía Augusta.
  7. Dos Hermanas → Sevilla — 19,2 km — Vorstadt-Einmarsch; bei km 181,1 läufst du direkt an der Kathedrale vorbei, danach läuft der Weg noch durch die Altstadt bis an den Guadalquivir. An der Kathedrale beginnt die Via de la Plata.

Wer acht Tage hat, nimmt den Ruhetag in Jerez — die Stadt liegt fast genau nach einem Drittel und ist der einzige Ort am Weg, für den ein ganzer Tag ein Argument ist. Wer neun Tage hat, teilt zusätzlich Etappe 1 in San Fernando und Etappe 4 in Lebrija — dann bleibt nur noch der 32er nach Utrera als harter Tag. Und dank der Bahnhöfe in Cádiz, San Fernando, Puerto Real, El Puerto de Santa María, Jerez, Dos Hermanas und Sevilla lässt sich dieser Weg wie kaum ein zweiter in Abschnitte zerlegen: Sechs der fünfzehn Orte an der Strecke haben einen Bahnhof. Es gibt außerdem eine dokumentierte Ostvariante über Alcalá de Guadaíra statt Dos Hermanas — unsere Trasse und die Beschreibung hier folgen der Westroute.

Highlights am Weg

  • Cádiz — Start in der Altstadt, wenige Minuten von der Kathedrale. Der Trägerverein sitzt in der Parroquia Ntra. Sra. de la Merced und verweist auf den Kilometerstein Null der Römerstraße Gades–Rom in seiner Stadt; Credencial-Sprechstunde mittwochs.
  • San Fernando (km 16,2) — Salinenstadt auf dem Isthmus, der Bahnhof liegt nur wenige Minuten vom Weg. Hier dreht die Route endlich nach Norden.
  • Parque Natural Bahía de Cádiz (km 23–40) — Marschen, Salinen und Watt; die Trasse läuft rund 1,2 Kilometer am Kerngebiet vorbei. Der einzige Naturpark-Abschnitt des Weges.
  • Puerto Real (km 30,4) — 1483 von den Katholischen Königen als Hafen gegründet. Hier mündet der Camino del Estrecho ein, der von den Fähren aus Tanger und Ceuta kommt.
  • El Puerto de Santa María (km 40,7) — der Ausstieg aus der Bucht: Bahnhof und die dichteste Unterkunftslage der Strecke nach Cádiz.
  • Jerez de la Frontera (km 57,7) — der größte Ort zwischen Start und Ziel, mit Bahnhof, Busbahnhof und Flughafen; hier endet die Marsch und beginnt die Campiña. Der Namenszusatz „de la Frontera“ erzählt vom Jahrhunderte alten Grenzland zur Banda Morisca.
  • El Cuervo (km 84,5) — der doppelte Wechsel: von der Provinz Cádiz in die Provinz Sevilla, nach 19,3 Kilometern ohne einen einzigen Ort.
  • El Torbiscal (km 127,1) — Siedlungsdorf des 20. Jahrhunderts: ein Laden, kein Bett. Steht in dieser Liste, weil man es wissen muss, nicht weil man es besichtigt.
  • Iglesia de Santiago el Mayor, Utrera (km 144,7) — Baubeginn 1490, Portada del Perdón um 1525, Bien de Interés Cultural seit 1977. Ihre Glöckner heißen „Mochuelos“ — Steinkäuze —, die der Konkurrenz von Santa María „Quícalos“.
  • Pilgerherberge Utrera — seit dem 15. Juni 2023 an der Plaza Enrique de la Cuadra, im früheren Tourismusbüro, barrierefrei. Die einzige Pilgerherberge auf 182,4 Kilometern — und sie steht 38,8 Kilometer vor dem Ziel.
  • Dos Hermanas (km 164,3) — in der Gemarkung lag Orippo, namentlich belegte Station der römischen Vía Augusta: Die letzte Etappe geht nachweislich auf römischer Achse.
  • Sevilla, Kathedrale (km 181,1) — der Weg läuft direkt an ihr vorbei. Hier ist Kilometer 0 der Via de la Plata: 701,2 Kilometer bis Astorga.
  • Die Bahn-Küste — Cádiz, San Fernando, Puerto Real, El Puerto de Santa María, Jerez: fünf Bahnhöfe auf den ersten 57,7 Kilometern. Kein anderer spanischer Jakobsweg unseres Netzes lässt sich so bequem als Tagestouren angehen.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Dieser Weg ist der Sammelpunkt des äußersten Südens, und zwei andere Jakobswege münden direkt in ihn ein — beide betreut vom selben Verein in Cádiz. Bei Puerto Real, Kilometer 30,4, kommt der Camino del Estrecho herein: 148,8 Kilometer aus Algeciras über Tarifa und Medina Sidonia, mit den Fähren aus Tanger und Ceuta als Zubringer — wer aus Afrika kommt, betritt diesen Weg buchstäblich vom Schiff aus, und die letzten rund sieben Kilometer vor Puerto Real gehen beide Wege gemeinsam. Bei Utrera, Kilometer 144,7, mündet der Camino Serrana ein: 212,4 Kilometer aus Gibraltar und La Línea über Ronda, der südlichste Jakobsweg des europäischen Kontinents.

Wer nicht am Meer anfangen will, steigt später ein — und das geht hier leichter als irgendwo sonst: Die ersten 57,7 Kilometer liegen komplett an der Bahnlinie der Bucht von Cádiz, mit Bahnhöfen in Cádiz, San Fernando, Puerto Real, El Puerto de Santa María und Jerez. Fünf Bahnhöfe, fünf mögliche Startpunkte — und abends kommst du von jedem wieder zurück. Die Credencial bekommst du beim Trägerverein in Cádiz (Sprechstunde mittwochs in der Parroquia Ntra. Sra. de la Merced) oder in Utrera bei der dortigen Jakobus-Vereinigung.

Weiterpilgern?

Sevilla ist kein Ziel, sondern die größte Übergabe, die es in Spanien gibt: An der Kathedrale, direkt an deiner Trasse, beginnt die Via de la Plata701,2 Kilometer über Mérida, Cáceres und Salamanca nach Astorga, wo der Camino Francés übernimmt und dich nach Santiago bringt. Von Cádiz bis Santiago sind das insgesamt gut tausend Kilometer: Deine 182,4 Kilometer sind die Startrampe des längsten durchgehenden Pilgerkorridors der Halbinsel — und du hast ihn an seinem Kilometerstein Null begonnen.

Und wer nicht weiter will, hört mit bestem Gewissen auf: Sevilla hat einen internationalen Flughafen und den AVE nach Madrid — die komfortabelste Rückreise, die ein Jakobsweg zu bieten hat. Dieser Weg ist eine vollständige Woche mit Anfang, Dramaturgie und Ziel, kein Anhängsel.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit ist der Winter — Oktober bis April. Das ist ungewöhnlich für einen Jakobsweg und für diesen richtig: In der Campiña stehen im Juli über 40 Grad, und Schatten gibt es fast nirgends — keine Wälder, keine Höhen, dafür Salinen, Stoppelfelder und Asphalt. Juli und August sind keine Option, auch der Juni ist grenzwertig. Wer im Frühjahr geht, hat die Marschen voll Wasser und die Campiña grün. Und in jeder Jahreszeit gilt: Wasser trägst du selbst — zwei Abschnitte haben über 19 Kilometer keinen einzigen Ort (Guadalcacín → El Cuervo und Utrera → Dos Hermanas).

Rechne damit, dass du navigieren musst. Für die Cádiz-Hälfte liegt kein geprüfter Markierungsstand vor; ab Utrera stehen zusätzlich die amtlichen Schilder, die die Provinz Sevilla 2022 aufgestellt hat. Ein GPX-Track auf dem Handy ist auf diesem Weg Pflichtausrüstung, kein Extra. Die Credencial gibt die Asociación Gaditana Jacobea „Vía Augusta“ aus — Sprechstunde mittwochs in der Parroquia Ntra. Sra. de la Merced in Cádiz —, in Utrera zusätzlich die Asociación Amigos del Camino de Santiago de Utrera, die sogar eine „credencial canina“ für Pilger mit Hund führt. Gestempelt wird unterwegs in Rathäusern, Pfarreien und Bars.

Das Bett ist die eigentliche Planungsaufgabe. Eine Pilgerherberge auf 182,4 Kilometern — Utrera, 38,8 Kilometer vor dem Ziel; alles andere sind Hotels, Hostales und Pensionen. Auf den ersten 57 Kilometern ist die Lage bequem, weil dort Küstentourismus ist; zwischen Guadalcacín und Utrera wird es dünn, und El Torbiscal hat gar kein Bett — genau deshalb ist die 32-Kilometer-Etappe nach Utrera nicht teilbar. Plane deine Tagesetappen darum vorher durch — am einfachsten direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Was dich der Weg kostet

Eine ehrliche Ansage vorweg (Stand: August 2026): Für diesen jungen Weg gibt es noch keine belastbare Preisliste — der Trägerverein führt für seine Schwesterwege Etappenseiten mit Unterkünften, für die Vía Augusta steht das noch aus. Was sich hart sagen lässt: Das einzige echte Pilgerbett der Strecke ist die städtische Herberge von Utrera (eröffnet 15.06.2023); überall sonst zahlst du Hotel-, Hostal- und Pensionspreise, und zwar die einer Tourismusregion — Cádiz, El Puerto de Santa María und Jerez sind der teure Teil, ab El Cuervo wird es günstiger. Kalkuliere darum eher wie für eine Woche Andalusien-Urlaub mit Zimmerbuchung als wie für einen Herbergs-Camino, und rechne die Ersparnis der einen Herbergsnacht in Utrera nicht groß ein. Sobald der Verein seine Unterkunftsliste für diesen Weg veröffentlicht, tragen wir die Zahlen hier nach.

Anreise

Mit der Bahn ist es so einfach, wie es klingt: Cádiz ist Endbahnhof. Es gibt Fernverkehr aus Madrid und Sevilla, dazu die Nahverkehrslinie der Bucht über San Fernando, Puerto Real, El Puerto de Santa María und Jerez — dieselben Orte, durch die du in den ersten zwei Tagen läufst. Bahnhof und Altstadt von Cádiz liegen einen knappen Kilometer auseinander, und der Weg beginnt genau dazwischen: aus dem Zug steigen, in die Altstadt gehen, Stempel holen, los. Mit dem Flugzeug ist Jerez (XRY) der nächste Flughafen, rund 35 Kilometer vor dem Start und per Bahn mit Cádiz verbunden; Sevilla (SVQ) ist der größere und für die Rückreise ohnehin dein Flughafen.

Die Rückreise ab Sevilla ist die komfortabelste im spanischen Wegenetz: AVE nach Madrid, internationaler Flughafen, Fernbusse in alle Richtungen. Und es gibt eine Anreise, die kein anderer europäischer Jakobsweg so bietet: mit der Fähre aus Afrika — Tanger oder Ceuta, dann auf dem Camino del Estrecho zu Fuß bis Puerto Real, wo dieser Weg ihn aufnimmt. Ein letzter Rat zur Jahreszeit gehört auch zur Anreiseplanung: Buche diesen Weg für Herbst, Winter oder Frühjahr — wer im Hochsommer anreist, steht in einer Campiña mit über 40 Grad und ohne Schatten.

  • Anreise zum Start: Cádiz per Fernzug aus Madrid/Sevilla oder per Nahverkehr aus Jerez; Flughafen Jerez (XRY) rund 35 km mit Bahnanschluss. Bahnhof → Altstadt: ein knapper Kilometer zu Fuß.
  • Zwischeneinstieg: San Fernando (km 16,2), Puerto Real (km 30,4), El Puerto de Santa María (km 40,7), Jerez (km 57,7) und Dos Hermanas (km 164,3) — alle mit Bahnhof.
  • Rückreise: ab Sevilla-Santa Justa per AVE nach Madrid oder ab Flughafen Sevilla (SVQ); wer auf der Via de la Plata weitergeht, reist ohnehin erst viel später zurück.
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