Der große Weg durch den Westen Spaniens: über 700 Kilometer von Sevilla auf einer alten Römerstraße durch Extremadura und Kastilien bis nach Astorga – der längste und einsamste der spanischen Caminos.
Die Via de la Plata ist der große Weg durch den Westen Spaniens – und mit über 700 Kilometern einer der längsten Caminos. Sie folgt der antiken römischen Ruta de la Plata, die Mérida mit Astorga verband, von Sevilla nach Norden. Der Weg durchquert die weiten Eichenhaine (Dehesas) der Extremadura, römische Städte wie Mérida und Cáceres und die goldene Universitätsstadt Salamanca, bevor er in Astorga auf den Camino Francés trifft.
Es ist ein Weg der großen Weite und langen Etappen, mit wenig Pilgerverkehr und viel Geschichte – im Sommer allerdings glühend heiß.
Der Name stammt vermutlich nicht vom Silber, sondern vom arabischen „al-balat“ (gepflasterte Straße) – ein Hinweis auf die römische Pflasterstraße, der der Weg folgt.
Ideal, wenn du Weite, Einsamkeit und Geschichte liebst und lange, gleichmäßige Etappen nicht scheust. Wer römische und mittelalterliche Städte mag, wird hier reich belohnt.
Weniger geeignet im Hochsommer (extreme Hitze) und für alle, die Gesellschaft und dichte Versorgung brauchen: Manche Etappen sind sehr lang und einsam.
Von Sevilla zieht der Weg durch die Dehesas der Extremadura – weite, von Steineichen bestandene Weidelandschaften – über Zafra und Mérida mit seinen römischen Ruinen nach Cáceres.
Weiter nördlich erreicht er Salamanca und das Hochland von Kastilien und León, bevor er bei Astorga auf den Camino Francés trifft. Wer früher abzweigen will, nimmt in Granja de Moreruela den Camino Sanabrés Richtung Ourense.
Technisch ist die Via de la Plata moderat – überwiegend sanftes Auf und Ab. Die eigentliche Herausforderung sind die Distanz, die langen Etappen und im Sommer die Hitze auf schattenlosen Strecken.
Die meisten Pilger brauchen rund 30 bis 38 Tage für die Gesamtstrecke; viele gehen sie in Abschnitten. Die Markierung ist gut, die Unterkunftsdichte aber geringer als auf dem Camino Francés.
Kein anderer Camino ist so römisch geprägt. In Mérida (Emerita Augusta) findest du ein komplettes römisches Ensemble: Theater, Amphitheater, Aquädukt und die längste Römerbrücke Spaniens.
Über weite Strecken folgt der Weg der originalen Ruta de la Plata mit Meilensteinen (miliarios). In Cáceres und Salamanca wartet danach das mittelalterliche und Renaissance-Spanien in goldenem Sandstein.
Die Via de la Plata endet nicht in Santiago, sondern in Astorga – dort, wo sie auf den Camino Francés trifft; von hier sind es noch rund 260 Kilometer bis Santiago de Compostela. Wer den einsameren, grüneren Weg bevorzugt, biegt schon in Granja de Moreruela auf den Camino Sanabrés ab, der direkt nach Galicien und Santiago führt. Beide Wege sind eine würdige Fortsetzung.
Die beste Zeit ist Frühling und Herbst; der Hochsommer ist im Süden extrem heiß, der Winter im Norden kalt. Übernachtet wird in Albergues und Pensionen; auf langen Etappen die nächste Unterkunft und Wasser vorher prüfen. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial).
Rechne pro Tag grob mit 25–40 €. Öffentliche Albergues kosten oft 8–12 €, private 12–18 €, dazu Verpflegung und gelegentlich ein Pilgermenü.
Startpunkt ist Sevilla mit internationalem Flughafen und Bahnanschluss.


Akla Hotel Mérida
Saison unbekannt

Albergue de Don Juan
Saison unbekannt
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