Jakobsweg Fulda – Trier auf der Karte

Jakobsweg Fulda – Trier

Der Jakobsweg Fulda – Trier führt in 337,9 Kilometern vom Dom mit dem Grab des heiligen Bonifatius in Fulda quer durch die Mitte Deutschlands nach Trier. Im ersten Drittel folgt er durchs Kinzigtal der alten Handelsstraße Frankfurt–Leipzig, die Steinau an der Straße im Namen trägt, dann geht es über Frankfurt am Main und am Rhein entlang über Ingelheim nach Bingen. Ab Bingen läuft er als Ausoniusweg oder Hunsrücker Jakobsweg auf der Römerstraße über den Hunsrück, deren Strecke der Dichter Ausonius um 371 in seiner „Mosella“ beschrieb. 16 Etappen, 3.842 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 605 Meter auf der Hunsrückhöhe; in Trier beginnen die Wege nach Frankreich.

11. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Fuldaer Dom mit dem Bonifatiusgrab / Trier; die Camino-Ninja-Karte endet bei km 337,9 in Trier, die Abtei St. Matthias als Start der Wege nach Frankreich liegt im Süden der Stadt
  • Länge: 337,9 km
  • Dauer: 16 Etappen, Ø rund 21 km; mit Ruhetagen in Frankfurt oder Mainz gut zweieinhalb Wochen
  • Höhenmeter: ↗ 3.842 m / ↘ 3.959 m
  • Höchster Punkt: 605 m bei km 280,8 auf der Hunsrückhöhe zwischen Hochscheid und Gonzerath
  • Landschaft: Kinzigtal zwischen Vogelsberg und Spessart, Wetterau-Rand, Stadtlandschaft Frankfurt und Main-Taunus, Weinhänge von Rheinhessen, dann Wald, Hochflächen und Höhendörfer des Hunsrücks bis ins Ruwertal
  • Träger / Markierung: Muschelzeichen der regionalen Jakobusvereine, ab Bingen zusätzlich das weiße AU auf grünem Grund des Hunsrückvereins für den Ausoniusweg; seit Juni 2013 ist dieser Abschnitt als Hunsrücker Jakobsweg gewidmet
  • Jakobus-Spuren: wenige, dafür alte: die Abtei St. Jakob auf dem Mainzer Jakobsberg (1055–1802), das St.-Jakobs-Hospital in Trier mit Papstschutz von 1239, das Apostelgrab von St. Matthias am Ziel
  • Unterkunft: Pensionen, Gasthöfe, Hotels und Jugendherbergen in den Städten; echte Pilgerherbergen gibt es so gut wie nicht
  • Anschlusswege: Jakobsweg Vacha–Fulda–Würzburg in Fulda, Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg) in Frankfurt, Jakobsweg Mainz–Speyer in Mainz, Linksrheinischer Jakobsweg in Bingen, in Trier Trier – Le Puy, Trier – Vézelay, Mosel-Camino und Via Coloniensis
  • Beste Zeit: April bis Oktober; im Hunsrück liegen Ende Oktober oft schon Nebel und Frost auf den Höhen

Überblick

Der Jakobsweg Fulda – Trier verbindet zwei Gräber, die beide älter sind als die Jakobusverehrung in Santiago: das des Bonifatius, der am 5. Juni 754 bei Dokkum in Friesland erschlagen und im Kloster Fulda beigesetzt wurde, und das des Apostels Matthias in Trier, nach dem Glauben der Kirche das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Dazwischen liegen 337,9 Kilometer, und sie sind erstaunlich verschieden. Erst Kinzigtal und Fachwerk, dann Großstadt um Frankfurt und Mainz, dann der Rhein, schließlich vier Tage Hunsrück, an denen dir oft stundenlang niemand begegnet.

Gegangen wurde hier immer, nur nicht unter diesem Namen. Die Straße durchs Kinzigtal war die alte Fernhandelsroute Frankfurt–Leipzig, Teil der Via Regia, die 1252 erstmals als „strata regia“ in einer Urkunde steht; Santiago-Pilger aus Fulda, Frankfurt und Mainz sind für sie belegt. Die Trasse über den Hunsrück ist noch älter, eine Römerstraße, auf der man im Mittelalter nach Trier pilgerte. Als Jakobsweg durchgehend markiert ist die Linie erst seit wenigen Jahren, der Hunsrück-Abschnitt seit 2013. Ehrlich gesagt ist das kein Weg der Jakobsmuscheln, sondern einer der Kaiser, Bischöfe und Dichter.

Andere Namen

Die Datenbank führt den Weg als Jakobsweg Fulda–Mainz–Trier, so heißt er auch in vielen Führern; in unserer Karte findest du ihn als Fulda - Trier. Das Teilstück von Bingen nach Trier hat zwei eigene Namen: Ausoniusweg nach dem römischen Dichter, mit dem Wanderzeichen AU, und Hunsrücker Jakobsweg, unter dem es seit 2013 als Pilgerweg gewidmet ist. Für das hessische Stück liest man auch den historischen Namen Des Reiches Straße. Nicht verwechseln solltest du ihn mit der Bonifatius-Route von Mainz nach Fulda: Die führt über die Wetterau und den Vogelsberg und berührt deinen Weg nur bei Frankfurt-Zeilsheim.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen langen Weg in Deutschland suchst, den du in Stücken gehen kannst: Bis Bingen fährt fast jeden Tag eine Bahn zurück, die Kinzigtalbahn hält in nahezu jedem Etappenort. Ideal, wenn dich Geschichte mehr reizt als Gipfel, denn zwei Kaiserpfalzen, drei Dome und eine Römerstraße auf einer Strecke sind selten.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgerherbergen und Pilgergemeinschaft erwartest: Du schläfst in Pensionen und Hotels, und Mitpilger triffst du selten. Nichts für dich, wenn dich Asphalt und Vorstadt stören – zwischen Langenselbold und Ingelheim gehst du drei Tage durch das dichteste Siedlungsgebiet der Republik, vorbei an Gewerbegebieten und Bahndämmen. Und nichts für dich, wenn du im Hunsrück spontan unterkommen willst: Die Dörfer sind klein, Gasthöfe haben Ruhetage.

Streckenverlauf & Landschaft

Fulda bis Frankfurt (km 0–125,0): Vom Dom geht es nach Südwesten über Neuhof (km 14,3) und Flieden (km 20,0) über den Rücken bei Keutzelbuch (398 m) hinunter ins Kinzigtal. Dort reihen sich Schlüchtern (km 33,1), Steinau an der Straße (km 40,4), Bad Soden-Salmünster (km 51,5) und Wächtersbach (km 57,7) zwischen Vogelsberg im Norden und Spessart im Süden auf, bis die Barbarossastadt Gelnhausen (km 70,7) erreicht ist. Hinter Langenselbold (km 88,6) wird das Tal flach; Rothenbergen und Erlensee liegen knapp einen Kilometer abseits. Über Bruchköbel (km 100,1) und Mittelbuchen führt er an den Stadtrand von Frankfurt am Main (km 125,0); die Innenstadt liegt 0,7 Kilometer neben der Trasse.

Frankfurt bis Trier (km 125,0–337,9): Südlich des Mains geht es über Niederrad (km 130,1) nach Höchst (km 137,9), dann durch das Main-Taunus-Vorland über Zeilsheim, Kriftel und Weilbach in die Weinorte Wicker und Hochheim, das 0,7 Kilometer abseits liegt. In Mainz-Kastel (km 170,8) überquerst du den Rhein; der Mainzer Dom liegt 1,3 Kilometer neben der Trasse, die über Gonsenheim westwärts nach Ingelheim (km 196,4) und Gau-Algesheim führt. In Bingen am Rhein (km 211,2) beginnt der Aufstieg: über Weiler auf den Hunsrück, über Rheinböllen (km 233,0) nach Simmern (km 248,1) und Kirchberg (km 259,9). Auf der Hochfläche liegen Horbruch (km 275,2), der höchste Punkt mit 605 Metern bei km 280,8 und Haag (km 295,1); Hochscheid und Gonzerath bleiben knapp abseits. Über Berglicht (km 302,1) steigst du ab nach Fell (km 319,9) und durch Mertesdorf und Ruwer (km 327,6) nach Trier.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 16 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 337,9 km kalibriert. Zwei Tage sind kurz, einer ist mit knapp 30 Kilometern lang, dafür flach.

  1. Fulda → Flieden (20,0 km) — Aus der Barockstadt über Harmerz und Neuhof an die Kinzig-Wasserscheide.
  2. Flieden → Steinau an der Straße (20,4 km) — Über den Rücken bei Keutzelbuch hinab nach Schlüchtern und weiter ins Grimm-Städtchen.
  3. Steinau an der Straße → Wächtersbach (17,3 km) — Das Kinzigtal entlang über Ahl und Bad Soden-Salmünster.
  4. Wächtersbach → Gelnhausen (13,0 km) — Halbtag; der Nachmittag gehört der Kaiserpfalz.
  5. Gelnhausen → Bruchköbel (29,4 km) — Lang, aber eben: über Nieder-Gründau und Langenselbold aus dem Tal hinaus.
  6. Bruchköbel → Frankfurt am Main (24,9 km) — Über Mittelbuchen durch Felder und Vororte an den Stadtrand.
  7. Frankfurt am Main → Kriftel (20,5 km) — Über den Main nach Niederrad, durch Höchst und Zeilsheim.
  8. Kriftel → Mainz-Kastel (25,3 km) — Durch Obstwiesen und Weinberge über Weilbach und Wicker an den Rhein.
  9. Mainz-Kastel → Ingelheim am Rhein (25,6 km) — Über den Rhein, durch Gonsenheim, Budenheim und Heidesheim ins Rotweinstädtchen.
  10. Ingelheim am Rhein → Bingen am Rhein (14,8 km) — Kurz, über Gau-Algesheim an die Nahemündung; Kräfte sparen für morgen.
  11. Bingen am Rhein → Rheinböllen (21,8 km) — Der große Aufstieg: rund 300 Meter auf den ersten Kilometern, dann durch den Binger Wald.
  12. Rheinböllen → Kirchberg (26,9 km) — Auf der Römerstraße über Mutterschied nach Simmern und weiter nach Kirchberg.
  13. Kirchberg → Horbruch (15,3 km) — Kurze Hochflächenetappe über Niederweiler; Quartiere vorab sichern.
  14. Horbruch → Berglicht (26,9 km) — Über den höchsten Punkt (605 m), an Belginum vorbei und über Haag hinab ins Dhrontal.
  15. Berglicht → Fell (17,8 km) — Wald, Schiefer und der letzte lange Abstieg über Büdlicherbrück.
  16. Fell → Trier (18,0 km) — Über Mertesdorf ins Ruwertal und an die Mosel nach Trier.

Fordernd sind der Aufstieg hinter Bingen, das stete Auf und Ab zwischen Gräfendhron und Fell und die Länge der Hunsrück-Tage ohne Einkehr. Zwischen Gelnhausen und Ingelheim läufst du viel auf Asphalt und Radwegen, Schuhe mit guter Dämpfung zahlen sich dort aus.

Die erste Wegbeschreibung über den Hunsrück ist ein römisches Gedicht

Um das Jahr 371 reiste der Dichter und Staatsbeamte Decimus Magnus Ausonius von Bingen nach Trier, damals Kaiserresidenz. Daraus wurde die „Mosella“, 483 Hexameter, das einzige erhaltene antike Gedicht, das ganz einem Fluss gewidmet ist. Es beginnt genau dort, wo dein Hunsrück-Abschnitt beginnt: „Transieram celerem nebuloso lumine Navam, addita miratus veteri nova moenia Vinco“ – „Ich hatte die schnelle Nahe überquert, bei nebligem Licht, und staunte über die neuen Mauern am alten Vincum.“ Vincum ist Bingen. Dann beschreibt Ausonius den Weg, den du drei Tage lang gehst: „nemorosa per avia solum, et nulla humani spectans vestigia cultus“ – allein durch waldige Wildnis, ohne eine Spur menschlichen Anbaus.

Er nennt sogar die Stationen. Dumnissus, das er „dürr“ nennt, ist das heutige Kirchberg, die älteste Stadt des Hunsrücks, mit Stadtrecht seit 1259; unter der spätgotischen Kirche St. Michael fanden Archäologen drei ältere Steinkirchen, die erste aus der Zeit um 700. Die Straße selbst war 5 bis 5,50 Meter breit, mit einer rund 80 Zentimeter starken Steinpackung, und ist auf der Tabula Peutingeriana eingezeichnet, der Kopie einer römischen Straßenkarte. Bei Wederath lag die Siedlung Belginum, deren Gräberfeld vom 4. Jahrhundert vor bis ins 4. Jahrhundert nach Christus belegt wurde; seit 2002 ist dort ein Archäologiepark.

Den Namen Ausoniusstraße bekam die Trasse erst im 20. Jahrhundert, im Juni 2013 wurde sie als Hunsrücker Jakobsweg gewidmet, weil sie schon im Mittelalter Pilgerweg nach Trier war. Damit hast du einen Reiseführer, der gut 1.650 Jahre alt ist – und in einem Punkt stimmt er noch: Zwischen Kirchberg und Berglicht bist du oft allein im Wald.

Highlights am Weg

  • Fuldaer Dom (Start) — 1704 bis 1712 von Johann Dientzenhofer gebaut, am 15. August 1712 geweiht, seit 1752 Kathedrale; in der Gruft unter dem Hochaltar liegt Bonifatius, dessen Gebeine am 1. November 819 in die Ratgar-Basilika kamen, einst die größte Basilika nördlich der Alpen.
  • Steinau an der Straße (km 40,4) — Stadtrecht seit 4. Juli 1290, Jacob und Wilhelm Grimm verbrachten hier 1791 bis 1796 ihre Kindheit im Amtshaus von 1562, heute Brüder-Grimm-Haus; den Zusatz „an der Straße“ nach der Via Regia führt die Stadt offiziell seit 1975.
  • Gelnhausen (km 70,7) — 1170 von Friedrich Barbarossa gegründet, Kaiserpfalz auf einer Kinziginsel, die besterhaltene der Stauferzeit; 1180 wurde hier Heinrich dem Löwen in Abwesenheit der Prozess gemacht.
  • Frankfurt-Höchst (km 137,9) — Altstadt mit der karolingischen Justinuskirche, einer der ältesten Kirchen Deutschlands.
  • Ingelheim am Rhein (km 196,4) — Kaiserpfalz Karls des Großen, zwischen 780 und 800 gebaut; schon im September 774 war Karl hier, Ludwig der Fromme starb am 20. Juni 840 auf einer vorgelagerten Rheininsel; die Saalkirche von 997 steht noch.
  • Simmern (km 248,1) — Stadtrecht 1330 von Ludwig dem Bayern; im Schinderhannesturm saß ab Februar 1799 der Räuber Johannes Bückler und brach in der Nacht vom 19. auf den 20. August aus, hingerichtet wurde er 1803 in Mainz.
  • Kirchberg (km 259,9) — das Dumnissus des Ausonius, älteste Stadt des Hunsrücks, mit Stadtrecht seit 1259 und Marktplatz mit Fachwerk.
  • Trier (Ziel) — Dom mit dem Heiligen Rock, Porta Nigra, seit 1986 UNESCO-Welterbe; im Süden die Abtei St. Matthias mit dem Apostelgrab, wo die Wege nach Frankreich beginnen.

Wenig Muscheln, viel Reich: was dieser Weg wirklich erzählt

Mainz war 754 die erste Station eines Leichenzugs. Bischof Lullus ließ den toten Bonifatius von Utrecht holen, Mainz wollte ihn behalten, Fulda bekam ihn – der Streit um die Reliquien ging zugunsten des Klosters aus, das Bonifatius 744 mit seinem Schüler Sturmius gegründet hatte. Die moderne Bonifatius-Route, am 10. Juli 2004 zur 1250-Jahr-Feier eröffnet, zeichnet diesen Trauerzug auf 172 Kilometern nach, aber über den Vogelsberg, nicht durchs Kinzigtal. Du gehst also einen anderen Weg zum selben Grab, nur in Gegenrichtung.

Jakobus selbst taucht seltener auf, dafür an festen Stellen. Auf dem Mainzer Jakobsberg gründete Erzbischof Bardo 1050 eine Benediktinerabtei, 1055 geweiht und dem Apostel Jakobus dem Älteren gewidmet; bis 1802 bestand sie, der Berg trägt ihren Patron bis heute. In Trier gab es in der Fleischstraße ein St.-Jakobs-Hospital, dessen Bruderschaft Papst Gregor IX. 1239 unter seinen Schutz stellte. Und am Ziel wartet der Heilige Rock, der am 1. Mai 1196 erstmals urkundlich auftaucht. Zur Wallfahrt 1891 kamen rund zwei Millionen Menschen, 2012 noch etwa 550.000. Nicht alle waren begeistert: Johannes Calvin spottete 1543, die Welt ergötze sich „auf ihre Art an seinen Gewändern, Hemden und Umhängen“, statt Christus in seinen Worten zu suchen.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem ICE nach Fulda und gehen am Dom los. Wer schon unterwegs ist, kommt aus dem Osten: Der Jakobsweg Vacha–Fulda–Würzburg führt von der Werrabrücke in Vacha über Fulda nach Süden, und in Vacha endet die Via Regia aus Görlitz. In Fulda hast du dann die Wahl zwischen Würzburg und Trier.

Auch mittendrin lässt sich gut einsteigen. In Frankfurt trifft der Weg auf den Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg), in Mainz beginnt der Jakobsweg Mainz–Speyer, und in Bingen endet der Linksrheinische Jakobsweg aus Köln. Wer von dort kommt, wechselt in Bingen nur die Richtung und geht mit dir über den Hunsrück nach Trier. Die Hunsrück-Etappen ab Bingen sind auch allein eine gute Pilgerwoche.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar nach Frankreich. Trier ist der große Knoten im Westen: Hier kommen außer dir der Mosel-Camino aus Koblenz und die Via Coloniensis aus Köln an, und von der Abtei St. Matthias gehen zwei Wege weiter:

  • Trier – Le Puy — über Metz, Toul, Langres und Cluny nach Le Puy-en-Velay, dort beginnt die Via Podiensis
  • Trier – Vézelay — auf derselben Trasse bis hinter Vaucouleurs, dann nach Westen zur Basilika von Vézelay und auf die Via Lemovicensis

Bis Santiago bleiben dir von Trier aus noch rund 2.400 Kilometer. Wer in Trier aufhört, geht vom Dom aus die letzten zwei Kilometer nach St. Matthias, holt sich dort den Pilgersegen und steht am Apostelgrab.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen deutschen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), auch wenn du hier kaum in Pilgerherbergen schläfst: Er sammelt die Stempel aus Domen, Pfarrbüros und Touristinformationen, und wer bis Santiago weitergeht, will diesen Weg darin haben. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. In Trier stellt die St. Jakobusbruderschaft eine Trierer Pilgerurkunde aus, wenn du die letzten 100 Kilometer nachweist – mit dem Hunsrück-Abschnitt ab Bingen gelingt das. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft. Bis Bingen ist die Auswahl groß, du solltest aber in Frankfurt und Mainz die Messetermine prüfen, denn dann verdoppeln sich die Preise. Ab Bingen wird es eng: Horbruch, Haag und Berglicht sind Dörfer mit wenigen Betten, Gasthöfe haben Ruhetage. Buche die Hunsrück-Nächte vor dem Start.

Wasser und Wetter. Auf dem Hunsrück zwischen Kirchberg und Fell gibt es kaum Läden: Nimm zwei Liter und Proviant für den ganzen Tag mit. Die Hochflächen über 400 Metern sind windig und kühler als das Rheintal.

Was dich der Weg kostet

Der Pilgerausweis kostet bei den Jakobusvereinen um 5 € (Stand: Oktober 2026); teuer sind die Nächte. Rechne in Pensionen und Gasthöfen mit 50 bis 85 € für das Einzelzimmer mit Frühstück, in Frankfurt und Mainz eher 80 bis 130 €, an Messetagen mehr; Jugendherbergen in den Städten liegen für Erwachsene meist zwischen 35 und 60 € mit Frühstück, dazu brauchst du eine DJH-Mitgliedschaft (Stand: Oktober 2026).

Als Tagesbudget sind 70 bis 100 € realistisch, im Hunsrück eher am unteren Rand. Sparen kannst du bei der Bahn: Das Deutschlandticket für 63 € im Monat deckt alle Regionalzüge auf dem Weg und für die Rückfahrt ab Trier ab, das Rheinland-Pfalz-Ticket kostet für einen Tag 30 € (Stand: Oktober 2026). Ehrlich gesagt kostet dich eine Woche hier etwa so viel wie zwei auf dem Camino Francés – dafür fährst du mit dem Zug heim.

Anreise

Zum Start. Fulda liegt an der ICE-Strecke Hamburg–Frankfurt–München; vom Bahnhof zum Dom gehst du eine Viertelstunde.

Unterwegs und vom Ziel. Bis Frankfurt begleitet dich die Kinzigtalbahn mit Halten in Neuhof, Flieden, Schlüchtern, Steinau, Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach, Gelnhausen und Langenselbold; ab Frankfurt fahren S-Bahnen nach Höchst und Mainz, Regionalzüge über Ingelheim nach Bingen. Im Hunsrück bist du auf Busse angewiesen, etwa ab Simmern und Kirchberg. Von Trier fahren Regionalzüge nach Koblenz, Saarbrücken und Luxemburg, der Flughafen Luxemburg ist der nächste.

  • Bahn: bahn.de — Verbindungen nach Fulda, ab Trier, Deutschlandticket und Rheinland-Pfalz-Ticket
Camino Shop

Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel

Alles, was du für den Jakobsweg Fulda – Trier brauchst, direkt zu dir nach Hause.

Camino Shop besuchen