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Trier – Le Puy

Der Jakobsweg Trier – Le Puy-en-Velay führt dich auf 886 Kilometern vom einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen — der Trierer Abteikirche St. Matthias — die Mosel aufwärts über Metz, Toul und Langres, durch die Weinberge Burgunds und über die Höhen des Forez nach Le Puy-en-Velay, wo die Via Podiensis beginnt. In Frankreich heißt er „Chemin des Allemands“, Weg der Deutschen — nicht wegen einer alten Urkunde, sondern weil die französischen Vereine nachgezählt haben, wer heute auf ihm geht.

1. Juli 202625 Min. Lesezeit
Trier – Le Puy
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Trier, Abteikirche St. Matthias (das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen) → Le Puy-en-Velay, Kathedrale Notre-Dame
  • Länge: 886,0 km — rund 47 davon in Deutschland, rund 839 in Frankreich; nach zwei Tagen bist du über der Grenze
  • Höhenmeter: ↗ 12.572 m / ↘ 12.033 m — die erste Hälfte ist Fluss- und Plateauland, der Großteil der Aufstiege wartet nach Cluny im Beaujolais, im Forez und im Velay
  • Dauer: ca. 6 Wochen (41 Etappen in 4 Abschnitten: Mosel & Lothringen, Langres & Burgund, Cluny & Beaujolais, Forez & Velay — jeder Abschnitt beginnt und endet bahnerreichbar)
  • Wegzeichen: die blau-gelbe Jakobsmuschel des Europarats von Trier bis Le Puy, in Staffel gepflegt von vier Organisationen; dazu GR 5F in Lothringen und GR 765 ab Cluny — Achtung: das Europarats-Logo ist nicht richtungsweisend, mit der Camino Ninja App bist du sicher
  • Zubringer: Trier ist ein Wege-Knoten — hier enden der Jakobsweg Fulda–Trier, der Mosel-Camino von Koblenz, die Via Coloniensis aus Köln, der Eifel-Camino und der Hunsrücker Jakobsweg
  • Anschluss: in Le Puy-en-Velay beginnt die Via Podiensis; parallel kommt dort die Via Gebennensis aus Genf an — zwei Wege enden, einer fängt an
  • Beste Zeit: April bis Mitte November (Betreiber-Angabe) — auf den Forez-Höhen über 1.100 m liegt an den Rändern der Saison Schnee
  • Charakter: „Chemin des Allemands“, der Weg der Deutschen — langer, stiller Kultur-Fernweg ohne Herbergskette: die entscheidenden Quartiere (accueils jacquaires) stehen in den Vereinsführern, nicht frei im Netz

Überblick

Die Franzosen nennen diesen Weg „Chemin des Allemands“ — Weg der Deutschen. Eine mittelalterliche Urkunde dafür gibt es nicht, und genau das ist die beste Nachricht an diesem Namen: Er stammt nicht aus einem Archiv, sondern aus einem Lagebericht. Die lothringische Jakobus-Vereinigung stellt nüchtern fest, auf diesen Wegen seien „quasiment exclusivement des Allemands qui transitent“ — praktisch ausschließlich Deutsche unterwegs. Der Weg trägt also keinen Königsnamen und keinen Heiligennamen. Er trägt den Namen seiner Gäste — und die burgundische Confraternité führt ihn genau so amtlich in ihrer Wegeliste: Chemin des Allemands, Langres–Dijon–Beaune–Cluny.

Du gehst 886 Kilometer von der Trierer Abteikirche St. Matthias — dem einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen, 1127 gefunden — die Mosel aufwärts nach Metz und Toul, über die europäische Wasserscheide bei Langres, durch die Weinberge von Dijon, Aloxe-Corton und Beaune nach Cluny, wo einmal die größte Kirche der Christenheit stand, und als Via Cluniacensis über den Beaujolais und die Monts du Forez nach Le Puy-en-Velay, wo die Via Podiensis beginnt. Trier ist ein Ziel, Le Puy ist ein Start: Dieser Weg verbindet nicht zwei Orte, sondern zwei Rollen — 886 Kilometer vom Ende einer Wallfahrt zum Anfang einer anderen.

Das Apostelgrab, das seine Pilger heimschickte

Der Startpunkt dieses Wegs ist selbst ein Wallfahrtsziel ersten Rangs, und seine Geschichte beginnt mit einer Recherche: Um 1053 lässt Erzbischof Eberhard in Trier nach den Matthias-Reliquien suchen, von denen er in Rom gehört hatte. 1127 stoßen Mönche bei Abrissarbeiten auf die Gebeine — und lösen einen „sofort einsetzenden Wallfahrerstrom aus ganz Deutschland“ aus. Am 13. Januar 1148 weiht Papst Eugen III. die neue Abteikirche, im Beisein Bernhards von Clairvaux — ein Papst und der berühmteste Prediger seines Jahrhunderts stehen gemeinsam in der Kirche, in der dein Weg beginnt. Wie groß das wurde, haben die Trierer Torwächter gezählt: 1779 kamen in einer einzigen Pfingstwoche 11.154 Pilger. Und dann das absurdeste Datum dieser Geschichte: Am 19. November 1784 untersagt Erzbischof Clemens Wenzeslaus alle Wallfahrten, die länger als eine Stunde dauern — der Erzbischof von Trier verbietet die Wallfahrt zu seinem eigenen Apostelgrab.

Dass Trierer auch nach Santiago gingen, steht in einer Urkunde. Das St.-Jakobs-Hospital in der Fleischstraße — Bruderschaft seit dem 11. Jahrhundert, 1239 von Papst Gregor IX. unter Schutz gestellt — bestand, um „arme und kranke Pilgrime auf ihrer Wallfahrt nach Rom oder San Jago de Compostella zu beherbergen und zu pflegen“. Das Haus steht noch: Heute sitzt darin eine Kunstgalerie. Triers Jakobsherberge existiert also weiter — nur übernachten kannst du dort nicht mehr. Und jetzt die Ehrlichkeit, die dieser Weg verdient: Einen mittelalterlichen Beleg für eine „via Alemannorum“ gibt es nicht, Hermann Künig von Vach beschrieb 1495 Routen weiter westlich — nicht diese —, und kein einziger namentlich bekannter Pilger ist für die Linie Trier–Metz–Langres–Cluny verbürgt. Wir wissen aus der Urkunde von 1239, dass Trierer Pilger nach Santiago zogen. Welchen Weg sie nahmen, wissen wir nicht. Die durchgehende Trasse ist eine moderne Setzung: 1987 erklärte der Europarat die Jakobswege mit der Déclaration de Saint-Jacques-de-Compostelle zum ersten Europäischen Kulturweg und rief zu einheitlichen Markierungen auf — genau daher stammt die blau-gelbe Muschel, der du 886 Kilometer folgst, in Staffel gepflegt von vier Vereinen in zwei Ländern.

Unterwegs sammelt der Weg drei Pointen ein, die man laut vorlesen möchte. Erstens: 775 verschenkte Karl der Große den Weinhang von Corton an eine Abtei, die 731 von Sarazenen zerstört worden war — Wein steht dort seit 696, eine Parzelle heißt bis heute „En Charlemagne“, und von diesem Hügel kommen zwei von drei Grand-Cru-Weißweinflaschen der Côte; die Überlieferung sagt, Kaiserin Luitgard habe Weißwein verlangt, weil der Rote den Kaiserbart färbte. Auf diesem Weg läufst du durch das Weingut Karls des Großen — mit Rucksack. Zweitens: Saint-Jacques-des-Arrêts im Beaujolais ist der einzige Ort auf 886 Kilometern, der nach dem Weg selbst heißt — zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert Pilgerstation, nach den Worten der Gemeinde „midway between Cluny and the port of Belleville“, auf halber Strecke zwischen Cluny und dem Hafen. Und drittens, an der Ance bei Pontempeyrat: Dort liegt das Natura-2000-Gebiet FR8302040, ausgewiesen „essentiellement pour la Moule perlière“ — für die Flussperlmuschel, deren Bestand hier in achtzehn Jahren um 56 Prozent eingebrochen ist. Muschel am Rucksack, Muschel im Fluss — nur eine von beiden stirbt aus.

Andere Namen

Auf deutschen Wegweisern und in der Literatur heißt er schlicht Jakobsweg Trier – Le Puy-en-Velay. In Frankreich hat er zwei Namen, und beide sagen etwas: Das burgundische Kernstück von Langres über Dijon und Beaune nach Cluny führt die Confraternité des Pèlerins de Saint-Jacques de Compostelle en Bourgogne offiziell als „Chemin des Allemands“Weg der Deutschen —, und das letzte Drittel von Cluny bis Le Puy heißt Via Cluniacensis und ist als GR 765 markiert. Woher der deutsche Name kommt, ist erfrischend unromantisch: Es gibt keine mittelalterliche Urkunde für eine „via Alemannorum“ — es gibt den Lagebericht der lothringischen Vereinigung, hier seien praktisch ausschließlich Deutsche unterwegs. Der Name ist eine Volkszählung, keine Urkunde. Zwei Verwechslungen solltest du kennen: Der Jakobsweg Trier – Vézelay ist bis Grancey-le-Château derselbe Weg und teilt sich dort erst — wer Vézelay will, biegt am Schloss ab. Und ein völlig anderer „chemin des Allemands“ liegt an der bretonischen Küste; der ist nach Atlantikwall-Bauten benannt und hat mit Jakobus nichts zu tun.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du in Deutschland losgehen und in Frankreich ankommen willst, ohne zu fliegen — und wenn du Wege magst, die dir nicht hinterherlaufen. In sechs Wochen gehst du von einem Apostelgrab zum Startpunkt der Via Podiensis, über die europäische Wasserscheide bei Langres und mitten durch die Weinberge, die Karl der Große 775 verschenkt hat. Und du kannst ihn hervorragend zerlegen: Trier, Metz, Nancy/Toul, Langres, Dijon, Beaune, Mâcon und Le Puy haben alle Bahnanschluss — die vier Abschnitte dieses Wegs sind vier fertige Urlaube.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergsromantik im spanischen Sinn suchst: Es gibt keine Albergue-Kette, streckenweise gar keine Pilgerinfrastruktur, und die entscheidenden Adressen — die privaten accueils jacquaires — stehen nicht frei im Netz, sondern in den Vereinsführern, für die du 10 bis 12 Euro und etwas Vorlauf brauchst. Nichts für dich ist er auch, wenn du Gesellschaft brauchst: Auf 886 Kilometern begegnest du eher Kühen als Pilgern. Und er ist nichts für dich, wenn du auf einer gesicherten Altstraße gehen willst — die Matthiaswallfahrt nach Trier ist seit 1127 belegt, die Trasse von Trier nach Le Puy ist eine moderne Setzung der Vereine. Beides ist wahr, und die Verbindung ist echt. Aber sie ist neu, und wir sagen dir das lieber, als dir eine Urkunde zu erfinden.

Streckenverlauf & Landschaft

Der Weg beginnt nicht am Trierer Dom, sondern zwei Kilometer südlich, an der Abteikirche St. Matthias — und er läuft die Mosel aufwärts, nicht abwärts; der Mosel-Camino kommt von Koblenz herunter und endet hier, deiner fängt an. Nach zwei Tagen über den Saargau ist bei Perl/Apach Deutschland zu Ende, und über Sierck-les-Bains mit seiner Herzogsburg von 1067 und das stille Canner-Tal erreichst du Metz, dessen Kathedrale ihre rund 6.500 Quadratmeter Glas selbst die größte Glasfläche Frankreichs nennt — „lanterne du Bon Dieu“, Laterne des lieben Gottes. Weiter das Moseltal hinauf geht es mitten durch die Bögen des römischen Aquädukts bei Ars-sur-Moselle und Jouy-aux-Arches nach Toul mit seiner Flamboyant-Fassade, dann über den Westrand der Vogesen — Contrexéville und Vittel, Frankreichs Mineralwasser-Doppelstadt — hinauf nach Langres. Dort passiert das Unauffälligste und Größte des ganzen Wegs: Im Umkreis der vier Kilometer langen Stadtmauer entspringen Marne, Seine und Aube — hinter dir floss alles zur Nordsee, vor dir fließt alles zum Mittelmeer.

Dann kommt Burgund, und Burgund ist hier keine Kulisse, sondern das Thema: über Auberive und Grancey-le-Château — die Weiche, an der sich der Vézelay-Weg abspaltet — nach Dijon und hinein in die Reben: Marsannay-la-Côte, Gevrey-Chambertin, Clos de Vougeot, Nuits-Saint-Georges, Aloxe-Corton, Beaune, Meursault, Chagny, dann die Côte chalonnaise über Moroges nach Cluny. Das sind rund 130 Kilometer durch die teuersten Weinberge der Welt, mit Rucksack. Ab Cluny wird der Weg zum Bergweg: Als Via Cluniacensis auf dem GR 765 steigt er in den grünen Beaujolais, streift den Mont Saint-Rigaud (1.009 m), fällt zur Loire ab, klettert über die Côte Roannaise und die Gorges de la Loire in den Forez und erreicht bei Montarcher mit 1.162 Metern die höchste Gemeinde des Département Loire. Der Rest ist Vulkanland: über die Ance bei Pontempeyrat hinauf ins Velay, an Polignac vorbei — und am letzten Morgen liegt Le Puy-en-Velay vor dir, eine Stadt, in der die Kirchen auf Vulkanschloten stehen.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

41 Etappen in vier Abschnitten — so gehst du diesen Weg, denn am Stück geht ihn fast niemand: Jeder Abschnitt beginnt und endet an einer Stadt mit Bahnanschluss, und die Nähte heißen Langres, Cluny und Briennon/Roanne. Nach unserer Routen-Datenbank sind es 886,0 Kilometer mit 12.572 Aufstiegs- und 12.033 Abstiegsmetern; die Etappen-km unten stammen aus den Listen der Trägervereine und tragen deshalb „ca.“. Die Höhenmeter verteilen sich extrem ungleich: Die ersten beiden Abschnitte sind Fluss- und Plateauland, in dem vor allem die Länge anstrengt — ab Cluny wird es echtes Mittelgebirge mit täglich mehreren hundert Höhenmetern. Markiert ist alles mit der blau-gelben Europarats-Muschel, aber merk dir den Satz der lothringischen Vereinigung: Das Logo ist nicht richtungsweisend — es sagt „hier ist ein Jakobsweg“, nicht „hier geht es weiter“. Die Camino Ninja App aufs Handy, Vereinsführer ins Gepäck. Und die eigentliche Planungsgröße ist nicht der Weg, sondern das Bett: Dein Etappenziel bestimmt nicht deine Kondition, sondern die Frage, wo ein Quartier steht.

Abschnitt 1 — Mosel & Lothringen: Trier → Langres (Etappen 1–18, ca. 373 km — Bahn: Trier, Metz, Nancy/Toul, Langres)

  1. Trier St. Matthias → Mannebach — ca. 24 km — Start am Apostelgrab mit Pilgerstempel und Pilgersegen; vorher lohnt der Welterbe-Kilometer durch Trier.
  2. Mannebach → Perl-Borg — ca. 23 km — über den Saargau mit Blick über die Obermosel nach Luxemburg; in Borg die rekonstruierte Römervilla.
  3. Perl-Borg → Montenach — ca. 19 km — Grenzübertritt bei Perl/Apach; Sierck-les-Bains mit der Herzogsburg von 1067, in Montenach die Pilgerskulptur aus Jaumont-Stein.
  4. Montenach → Kédange-sur-Canner — ca. 20 km — vom Fluss weg ins stille Canner-Tal; dünn besiedelt, Quartier vorklären.
  5. Kédange-sur-Canner → Vigy — ca. 21 km — über Veckring, in der Nähe das Maginot-Werk Hackenberg; der GR 5F trägt hier die Muschel.
  6. Vigy → Metz — ca. 20 km — Einlauf in die Bischofsstadt: Kathedrale Saint-Étienne, danach unbedingt zur Place Saint-Jacques.
  7. Metz → Pagny-sur-Moselle — ca. 27 km — die Römer-Etappe: mitten durch die Bögen des Aquädukts bei Ars-sur-Moselle und Jouy-aux-Arches.
  8. Pagny-sur-Moselle → Pont-à-Mousson — ca. 15 km — kurzer Tag am Fluss; Prémontré-Abtei und der dreieckige Place Duroc.
  9. Pont-à-Mousson → Liverdun — ca. 25 km — die Mosel schlingt sich, der Weg schneidet ab; Liverdun liegt auf einem Felssporn über der Schleife.
  10. Liverdun → Toul — ca. 21 km — über Villey-Saint-Étienne zur Kathedrale mit dem 157-Meter-Kreuzgang.
  11. Toul → Chalaines — ca. 19 km — hinaus aus dem Moseltal; hier zweigt die Literatur-Variante nach Vézelay ab.
  12. Chalaines → Neufchâteau — ca. 25 km — wer Zeit hat, nimmt den Bogen über Domrémy-la-Pucelle, Jeanne d'Arcs Geburtsort (ca. +15 km).
  13. Neufchâteau → Auzainvilliers — ca. 22 km — Plateau- und Waldland am Vogesen-Westrand; Auzainvilliers ist ein Dorf, vorbuchen.
  14. Auzainvilliers → Aureil-Maison — ca. 24 km — über Contrexéville, Vittel in Sichtweite: Frankreichs Mineralwasser-Doppelstadt.
  15. Aureil-Maison → Les Granges-du-Val — ca. 25 km — Übergang in die Haute-Marne, weite Abstände zwischen den Dörfern.
  16. Les Granges-du-Val → Varennes-sur-Amance — ca. 10 km — kurzer Tag, weil dazwischen nichts liegt; nutz ihn oder häng ihn an.
  17. Varennes-sur-Amance → Orbigny-au-Mont — ca. 23 km — hinauf aufs Plateau de Langres.
  18. Orbigny-au-Mont → Langres — ca. 10 km — Einlauf durch die vier Kilometer Stadtmauer mit 12 Türmen und 7 Toren; hier wechselt das Wasser die Richtung.

Abschnitt 2 — Langres & Burgund: Langres → Cluny (Etappen 19–29, ca. 242 km — das Teilstück, das amtlich „Chemin des Allemands“ heißt; Bahn: Langres, Dijon TGV, Beaune, Mâcon-Loché für Cluny)

  1. Langres → Auberive — ca. 30 km — längste Etappe des Wegs, durch die Hochwälder des Parc national de forêts; Wasser mitnehmen.
  2. Auberive → Grancey-le-Château — ca. 18 km — die Weiche: Am Schloss trennen sich Le-Puy- und Vézelay-Weg, und du merkst es nur an den Schildern.
  3. Grancey-le-Château → Marcilly-sur-Tille — ca. 27 km — Abstieg in die Tille-Ebene, ruhiges Nord-Côte-d'Or.
  4. Marcilly-sur-Tille → Messigny-et-Vantoux — ca. 19 km — über die Waldhänge des Val Suzon Richtung Dijon.
  5. Messigny-et-Vantoux → Dijon — ca. 17 km — Saint-Bénigne mit der Krypta der Rotonde (1001–1018); der beste TGV-Wiedereinstieg des Wegs.
  6. Dijon → Nuits-Saint-Georges — ca. 26 km — der Tag, an dem der Weg zum Weinberg wird: Marsannay-la-Côte, Fixin, Gevrey-Chambertin, Clos de Vougeot.
  7. Nuits-Saint-Georges → Beaune — ca. 17 km — die Karls-Etappe über Aloxe-Corton und den Hügel von Corton; Ziel: Beaune mit dem Hôtel-Dieu von 1443. Kurz und dicht — nimm dir Zeit.
  8. Beaune → Chagny — ca. 22 km — Meursault, Volnay, Chassagne-Montrachet; wer Weinnamen liest, kommt hier langsam voran.
  9. Chagny → Moroges — ca. 24 km — Côte chalonnaise: dieselben Rebsorten, halbe Preise, ein Zehntel der Besucher.
  10. Moroges → Saint-Gengoux-le-National — ca. 18 km — Kalkhügel, Trockenmauern, mittelalterlicher Ortskern.
  11. Saint-Gengoux-le-National → Cluny — ca. 24 km — Ankunft an der Abtei von 910; ab hier heißt der Weg Via Cluniacensis und folgt dem GR 765.

Abschnitt 3 — Cluny & Beaujolais: Cluny → Briennon (Etappen 30–33, ca. 91 km — Bahnanschluss über das nahe Roanne)

  1. Cluny → Saint-Jacques-des-Arrêts — ca. 24 km — die Namens-Etappe: Ziel ist der einzige Ort auf 886 km, der nach dem Weg selbst heißt.
  2. Saint-Jacques-des-Arrêts → Propières — ca. 24 km — Beaujolais-Kamm, in Reichweite des Mont Saint-Rigaud (1.009 m) im UNESCO Géoparc Beaujolais.
  3. Propières → Arcinges — ca. 20 km — über den Col des Écharmeaux (712 m), Weiden statt Reben; Arcinges ist ein Weiler, Quartier vorklären.
  4. Arcinges → Briennon — ca. 23 km — Abstieg zur Loire; Abstecher-Pflicht: Charlieu mit dem Tympanon von um 1100.

Abschnitt 4 — Forez & Velay: Briennon → Le Puy-en-Velay (Etappen 34–41, ca. 184 km — hier fällt der Großteil der 12.572 Aufstiegsmeter an; Bahn: Le Puy, TER nach Saint-Étienne und Lyon)

  1. Briennon → Saint-Alban-les-Eaux — ca. 24 km — Côte Roannaise über Saint-Haon-le-Châtel; Mineralquellen, 1878 amtlich anerkannt.
  2. Saint-Alban-les-Eaux → Saint-Jean-Saint-Maurice-sur-Loire — ca. 17 km — kurzer Tag, großes Panorama über die Gorges de la Loire.
  3. Saint-Jean-Saint-Maurice-sur-Loire → Pommiers-en-Forez — ca. 21 km — zum Prieuré von Pommiers, ab 960 cluniazensisch, im 15. Jahrhundert befestigt.
  4. Pommiers-en-Forez → Montbrison — ca. 31 km — über Montverdun und Champdieu (befestigtes Kloster samt Dorf); in Montbrison die Salle héraldique de la Diana. Teilung in Champdieu möglich.
  5. Montbrison → Montarcher — ca. 26 km — Aufstieg in die Monts du Forez; Montarcher (1.162 m) ist die höchste Gemeinde des Département Loire.
  6. Montarcher → Pontempeyrat — ca. 21 km — über Usson-en-Forez hinab an die Ance, ins Natura-2000-Gebiet der Flussperlmuschel.
  7. Pontempeyrat → Saint-Paulien — ca. 28 km — über Craponne-sur-Arzon hinauf ins Velay; Saint-Paulien ist das antike Ruessium, die alte Hauptstadt des Velay. Teilung in Craponne möglich.
  8. Saint-Paulien → Le Puy-en-Velay — ca. 16 km — an Polignac vorbei in die Vulkanstadt, über die Treppe zur Kathedrale Notre-Dame auf dem Mont Anis. Am Morgen danach: Pilgermesse — und die Via Podiensis.

Die Kontrollsumme der Vereins-Etappen liegt bei rund 890 Kilometern — unsere Trackmessung sagt 886,0, die Differenz sind Stadtdurchquerungen und Varianten. Entschärfen lässt sich an den richtigen Stellen: Die 31er nach Montbrison teilst du in Champdieu, die 28er nach Saint-Paulien in Craponne-sur-Arzon; der Domrémy-Bogen hinter Chalaines kostet etwa 15 Extra-Kilometer und lohnt sie. Und weil jeder der vier Abschnitte an einer Bahnstadt beginnt und endet, ist dieser Weg der vielleicht beste Abschnitts-Jakobsweg überhaupt: Trier → Langres, Langres → Cluny, Cluny → Briennon/Roanne, Briennon → Le Puy — vier Urlaube, eine Linie. Der beste einzelne Wiedereinstieg ist Dijon mit TGV-Anschluss.

Highlights am Weg

  • Abteikirche St. Matthias, Trier — das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen: um 1053 gesucht, 1127 bei Abrissarbeiten wiedergefunden, am 13. Januar 1148 von Papst Eugen III. im Beisein Bernhards von Clairvaux geweiht. Bis heute kommen rund 160 Bruderschaftsgruppen; ein Mönch der Abtei ist eigens als Pilgerpater abgestellt. Dein Kilometer null.
  • Römisches Trier — UNESCO-Welterbe seit 1986, gegründet 17 v. Chr. als Augusta Treverorum: Porta Nigra (um 170 n. Chr.), Kaiserthermen, Amphitheater, Römerbrücke, Konstantinbasilika, Dom und Liebfrauenkirche. Dein erster Kilometer läuft durch neun Welterbe-Bauten.
  • St.-Jakobs-Hospital, Trier — Bruderschaft seit dem 11. Jahrhundert, 1239 von Papst Gregor IX. geschützt, gegründet, um „arme und kranke Pilgrime auf ihrer Wallfahrt nach Rom oder San Jago de Compostella zu beherbergen und zu pflegen“. Das Haus in der Fleischstraße steht noch — heute als Kunstgalerie.
  • Château des ducs de Lorraine, Sierck-les-Bains — 1067 erstmals beurkundet, Lieblingsresidenz der Herzöge von Lothringen, 195 Meter über der Mosel; 1673 auf Befehl Louvois' entfestigt, seit 1866 im Besitz der Stadt.
  • Kathedrale Saint-Étienne und Place Saint-Jacques, Metz — die Kathedrale nennt ihre rund 6.500 m² Glas die größte Glasfläche Frankreichs: „lanterne du Bon Dieu“, mit Fenstern von Hermann de Münster, Valentin Bousch und Chagall. Ein paar Gassen weiter die Place Saint-Jacques auf dem Gelände des römischen Forums — die Jakobskirche ist seit 1574 weg, der Name hat zwei Besatzungen überlebt.
  • Aquädukt Gorze–Metz, Ars-sur-Moselle / Jouy-aux-Arches — Anfang des 2. Jahrhunderts gebaut, 22 km lang, ursprünglich 110 bis 120 Bögen bis 30 Meter Höhe; in Jouy stehen noch 18 Pfeiler und 17 Bögen. Der Weg läuft mitten hindurch.
  • Kathedrale Saint-Étienne, Toul — gebaut von vor 1220 bis 1497, Flamboyant-Westfassade, 65-Meter-Türme, Kreuzgang mit 157 laufenden Metern — der zweitgrößte seiner Art in Frankreich. Bischof von Toul war ab 1026 Bruno von Egisheim, der 1049 als Leo IX. Papst wurde.
  • Langres — römisches Andemantunnum, Bistum seit dem 4. Jahrhundert, Bischöfe ab 1385 mit Herzogstitel; vier Kilometer begehbare Stadtmauer mit 12 Türmen und 7 Toren. Im Umkreis entspringen Marne, Seine und Aube — die europäische Wasserscheide.
  • Grancey-le-Château — die Weiche: Hier trennen sich der Weg nach Vézelay und der Weg nach Le Puy. Du entscheidest an einem Schloss, welchen der großen französischen Sammelpunkte du ansteuerst.
  • Kathedrale Saint-Bénigne, Dijon — Krypta der Rotonde von 1001–1018, gebaut unter Guillaume de Volpiano, den Cluny 989 zur Reform schickte; die Rotonde selbst fiel 1792, in der Krypta liegen 86 Skelette.
  • Aloxe-Corton und der Hügel von Corton — 775 von Karl dem Großen an die Abtei Saint-Andoche in Saulieu geschenkt, die 731 von Sarazenen zerstört worden war; Wein hier seit 696 belegt, eine Parzelle heißt bis heute „En Charlemagne“. Aus gut 52 Hektar Corton-Charlemagne kommen mehr als zwei von drei Grand-Cru-Weißweinflaschen der Côte. Drei Etappen vorher startet die Reben-Passage in Marsannay-la-Côte, der einzigen Appellation der Côte de Nuits in allen drei Farben (AOC seit 8. Dezember 1987).
  • Hôtel-Dieu, Beaune — 1443 von Kanzler Nicolas Rolin und Guigone de Salins gestiftet, in einer von Pest und Hundertjährigem Krieg ausgebluteten Stadt; Rogier van der Weydens Jüngstes Gericht. Seit der ersten Weinschenkung 1457 finanziert sich das Haus aus dem eigenen Weinberg — heute 60 Hektar, Auktion am dritten Novembersonntag.
  • Abtei Cluny — gegründet am 11. September 910 für zwölf Mönche, mit freier Abtwahl und Unterstellung allein unter den Papst; im 12. Jahrhundert über 1.450 Häuser und rund 10.000 Mönche. Cluny III (1088–1225): 187 Meter lang, die größte Kirche der mittelalterlichen Christenheit — nach der Revolution fast vollständig abgetragen. Du besichtigst das größte Loch der europäischen Architekturgeschichte.
  • Saint-Jacques-des-Arrêts — der einzige Ort am Weg, der nach dem Weg heißt: zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert Pilgerstation „auf halber Strecke zwischen Cluny und dem Hafen von Belleville“; seit 1999 hängen in der Kirche vier große Leinwände des Lyoner Malers Jean Fusaro. Seit 2019 Teil der Gemeinde Deux-Grosnes — der alte Name steht weiter auf dem Schild.
  • Abtei Charlieu (Abstecher bei Etappe 33) — 872 von Graf Boson und Bischof Ratbert gegründet, um 930/940 an Cluny angeschlossen; das Narthex-Tympanon von um 1100 ist eines der ältesten vollständig skulptierten romanischen Tympana überhaupt, mit den zwölf Aposteln im Sturz. Der Rest der Kirche wurde 1800 abgerissen.
  • Montbrison — die Collégiale Notre-Dame d'Espérance, 1223 von Graf Guy IV. für dreizehn Kanoniker gestiftet und 250 Jahre gebaut; daneben die Salle héraldique de la Diana von um 1296 mit 1.728 bemalten Wappenfeldern an der Holzdecke — wahrscheinlich für eine Hochzeit gebaut.
  • Die Ance bei Pontempeyrat — Natura-2000-Gebiet FR8302040, ausgewiesen „essentiellement pour la Moule perlière“: vor zwanzig Jahren einer der besten Flussperlmuschel-Bestände Frankreichs mit mehreren tausend Tieren, heute minus 56 Prozent in achtzehn Jahren. Auf einem Weg, dessen Zeichen eine Muschel ist.
  • Kathedrale Notre-Dame du Puy — UNESCO-Welterbe seit 1998, auf dem Vulkan Mont Anis, zwei Joche frei über den Hang gebaut; schwarze Madonna (das Original verbrannten Revolutionäre 1794), Pierre des Fièvres. Von hier zog 950 Bischof Godescalc mit 95 Begleitern nach Santiago — der erste namentlich bekannte Pilger Europas. Dein Ziel ist ein Startpunkt.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Trier ist einer der wenigen echten Wege-Knoten Deutschlands: Vier markierte Jakobswege enden hier, und genau einer geht weiter — deiner. Der wichtigste Zubringer aus der Mitte Deutschlands ist der Jakobsweg Fulda–Trier, die „deutsche Pilgerroute“ aus Osthessen: Sie endet in Trier, du wechselst also nicht den Ort, sondern nur das Schild. Dazu kommen drei weitere Ankömmlinge, alle im Umfeld der St. Jakobusbruderschaft Trier betreut: der Mosel-Camino, der seit 2008 komplett markiert rund 160 Kilometer von Koblenz-Stolzenfels moselaufwärts läuft und ausdrücklich an der Abteikirche St. Matthias endet — an deinem Kilometer null —, die Via Coloniensis aus Köln und Bonn, die in der Zählung der Bruderschaft sogar bis Perl/Schengen weiterläuft und deine ersten Etappen überlappt, sowie der Eifel-Camino von Andernach und der Hunsrücker Jakobsweg von Bingen.

Wer ohne Vorweg anreist, nimmt den Zug: Trier Hauptbahnhof ist über Koblenz und Saarbrücken ans Fernverkehrsnetz angebunden, aus Luxemburg fährt die Regionalbahn in gut 50 Minuten. Vom Bahnhof sind es etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde zu Fuß nach St. Matthias — geh über Porta Nigra, Hauptmarkt und Dom, dann hast du das Welterbe im ersten Kilometer erledigt. Den Pilgerausweis bekommst du beim Pilgerbüro der St. Jakobusbruderschaft Trier (in Kooperation mit der Dompfarrei), die dir am Ende auch eine Trierer Pilgerurkunde ausstellt; in der Abtei gibt es Pilgerstempel und Pilgersegen.

Weiterpilgern?

In Le Puy-en-Velay endet dieser Weg nicht, er wird übergeben — an den berühmtesten Startpunkt Frankreichs. Am Morgen nach deiner Ankunft gehst du zur Pilgermesse in die Kathedrale, holst dir den Segen und läufst auf der Via Podiensis weiter: über Conques, Cahors und Moissac zu den Pyrenäen — genau der Weg, den der Codex Calixtinus um 1140 als zweiten seiner vier großen Wege beschreibt, „durch Sankt Maria von Le Puy, Sainte-Foy de Conques und Saint-Pierre de Moissac“. Am Fuß der Pyrenäen übernimmt der Camino Francés. Von Trier bis Santiago sind das grob 2.500 Kilometer — und du gehst ab Le Puy in der Spur des ersten namentlich bekannten Pilgers Europas: Bischof Godescalc, aufgebrochen 950 mit 95 Begleitern.

Eine zweite Route trifft am Ziel auf deine, ohne dich weiterzuführen: Die Via Gebennensis kommt aus Genf und endet ebenfalls in Le Puy — ab dort sind beide Anschlusslinien als ein einziger Fernwanderweg markiert, der GR 65. Wer in Le Puy ankommt, steht also an einer Kreuzung, an der zwei Wege enden und einer anfängt. Und eine Abzweigung kannst du schon 500 Kilometer früher nehmen: Bis Grancey-le-Château ist dieser Weg identisch mit dem Jakobsweg Trier – Vézelay; dort trennen sich die beiden — nach Süden über Dijon und Cluny nach Le Puy, nach Westen über Flavigny-sur-Ozerain und Semur-en-Auxois nach Vézelay, wo die Via Lemovicensis übernimmt. Du entscheidest an einem Schloss in einem Dorf, auf welchen der großen französischen Wege du zuläufst.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit ist April bis Mitte November — so gibt es der Betreiber-Führer selbst an. Beachte dabei die Höhenverteilung: Die letzten 275 Kilometer laufen im Mittelgebirge, bei Montarcher auf über 1.100 Metern — dort liegt im April noch Schnee und im November schon wieder, und die Dörfer sind winzig. Für Burgund gilt das Gegenteil: September und Oktober sind die schönsten Monate, aber am dritten Novemberwochenende ist Beaune wegen der Weinauktion des Hôtel-Dieu komplett ausgebucht. Solche Engpässe plant man vorher weg, nicht unterwegs.

Markiert ist der Weg durchgehend mit der blau-gelben Jakobsmuschel des Europarats — aber von vier Organisationen in Staffel: bis zur Grenze die St. Jakobusbruderschaft Trier, dann die Amis de Saint-Jacques en Lorraine auf dem GR 5F, ab Grancey-le-Château die Confraternité de Bourgogne mit selbstklebenden 6-x-6-cm-Muschelquadraten, ab Cluny die Association Rhône-Alpes auf dem GR 765. Wichtig und selten gesagt: Das Europarats-Logo ist nicht richtungsweisend — es bestätigt dir, dass du auf einem Jakobsweg bist, nicht, wo du abbiegen musst. Lade dir die Camino Ninja App aufs Handy — sie hat die komplette Route an Bord.

Und dann der Punkt, an dem dieser Weg wirklich anders funktioniert als ein spanischer: Du brauchst die Vereinsführer, denn die entscheidenden Quartiere — die privaten accueils jacquaires, von Freiwilligenfamilien geführt — stehen nicht frei im Netz. Besorge vor dem Start die lothringische Broschüre „Vers Saint-Jacques de Compostelle en passant par la Lorraine“ (10 €, u. a. in den Tourismusbüros Sierck-les-Bains und Schengen), die drei Broschüren der burgundischen Confraternité (zusammen 12 €, Passwortzugang nach Zahlung), den zweisprachigen Via-Cluniacensis-Führer der Association Rhône-Alpes und den Conrad-Stein-Band 211 von Martin Simon (4. Auflage 2024); wer Französisch verträgt, nimmt Miam Miam Dodo dazu. Plane deine Tagesetappen vorher durch, weil die Quartiere klein, ungleich verteilt und oft nur nach Anruf offen sind — am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Was dich der Weg kostet

Dieser Weg läuft durch zwei teure Länder, und das merkst du (alle Preise Stand: August 2026). Die ersten zwei Tage sind Deutschland: Im ländlichen Saargau rechnest du mit 45 bis 75 € für Pension oder Gasthof, in Trier selbst eher 70 bis 110 € — eine Pilgerherberge im spanischen Sinn gibt es hier nicht. Die restlichen rund 839 Kilometer sind Frankreich, und dort greifen die Pilgertarife, wenn du sie findest: Gîtes d'étape und kommunale Quartiere kosten etwa 17 bis 20 € pro Nacht, Frühstück 6 bis 9 € extra; demi-pension ist teurer, in kleinen Dörfern aber oft die einzige Chance auf ein Abendessen. Fürs Essen kalkulierst du 10 bis 15 € am Tag mit Supermarkt und Selberkochen, 15 bis 20 € und mehr mit Einkehr — ein realistisches Frankreich-Tagesbudget liegt bei 35 bis 55 €. Für den ganzen Weg mit 41 Tagen bedeutet das grob 1.600 bis 2.600 € ohne An- und Abreise: nach oben offen, wenn du in Dijon und Beaune gut schlafen willst, nach unten begrenzt, weil es hier keine Spendenherbergen in Serie gibt. Rechne zusätzlich 40 bis 60 € einmalig für die Vereinsführer ein — auf diesem Weg keine Kür, sondern Grundausstattung (Stand: August 2026).

Anreise

Nach Trier: Der Hauptbahnhof ist über Koblenz (Moselstrecke) und Saarbrücken an das Fernverkehrsnetz angebunden; aus Luxemburg fährt die Regionalbahn in gut 50 Minuten, und Luxemburg-Findel ist der nächste internationale Flughafen. Vom Bahnhof gehst du eine gute halbe Stunde nach St. Matthias im Süden der Stadt — über Porta Nigra, Hauptmarkt und Dom, damit der erste Kilometer gleich Welterbe ist. Wer schon pilgernd anreist, kommt über den Jakobsweg Fulda–Trier, den Mosel-Camino, die Via Coloniensis, den Eifel-Camino oder den Hunsrücker Jakobsweg an.

Zurück von Le Puy-en-Velay: Le Puy hat einen Bahnhof mit direkten TER-Verbindungen — rund 1:20 h nach Saint-Étienne und rund 2:20 h nach Lyon, im dichten Takt; ab Lyon Part-Dieu geht es per TGV weiter nach Paris, Straßburg oder Frankfurt, und Lyon Saint-Exupéry ist der nächste große Flughafen. Der eigentliche Anreise-Trick dieses Wegs sind aber die Zwischeneinstiege: Metz (TGV) für den Lothringen-Teil und vor allem Dijon — TGV ab Paris in rund 1:35 h, von dort sind es noch rund 480 Kilometer bis Le Puy, ein sauberer Drei-Wochen-Urlaub durch Burgund und den Forez.

  • Anreise zum Start: Trier Hbf über Koblenz oder Saarbrücken, aus Luxemburg per Regionalbahn (gut 50 min); nächster Flughafen Luxemburg-Findel. Vom Bahnhof zu Fuß in einer guten halben Stunde zur Abteikirche St. Matthias.
  • Rückreise: ab Le Puy-en-Velay per TER nach Saint-Étienne (ca. 1:20 h) oder Lyon (ca. 2:20 h), ab Lyon Part-Dieu TGV nach Paris, Straßburg oder Frankfurt; Flughäfen Lyon Saint-Exupéry, Saint-Étienne, Clermont-Ferrand.
  • Zwischeneinstieg: Metz (TGV), Nancy/Toul, Langres, Dijon (TGV, bester Wiedereinstieg), Beaune, Mâcon-Loché mit Bus nach Cluny, Roanne für den Forez-Teil — die vier Abschnitte des Wegs sind vier fertige Teilreisen.
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