Der „Weg der Deutschen“ nach Frankreich: rund 886 Kilometer von Trier durch Lothringen, die Vogesen und das Zentralmassiv bis nach Le Puy-en-Velay, dem Beginn der Via Podiensis.
Der Weg Trier – Le Puy ist der „Chemin des Allemands“, der historische Pilgerweg, auf dem deutschsprachige Pilger aus dem Rheinland und von der Mosel nach Frankreich und weiter Richtung Santiago zogen. Von der Römerstadt Trier führt er quer durch Lothringen, an den Vogesen vorbei und durch das östliche Zentralmassiv bis nach Le Puy-en-Velay – dem Startpunkt der berühmten Via Podiensis.
Es ist ein langer, ruhiger und wenig begangener Weg durch ein Frankreich abseits der Touristenpfade: Ackerland, Wälder, kleine Städte und stille Hochebenen.
Der Name „Chemin des Allemands“ verweist auf die deutschsprachigen Pilger, die diesen Weg seit dem Mittelalter nutzten, um die französischen Hauptwege zu erreichen.
Ideal, wenn du als deutschsprachiger Pilger „vor der eigenen Haustür“ in Trier starten und ohne Bruch bis nach Le Puy und weiter nach Santiago gehen willst. Wer Stille, lange Etappen und ein ursprüngliches Frankreich sucht, ist hier richtig.
Weniger geeignet, wenn du dichte Pilgerinfrastruktur und Gesellschaft erwartest: Der Weg ist lang, einsam und weniger ausgebaut als die spanischen Hauptwege; Französisch-Grundkenntnisse helfen sehr.
Von Trier führt der Weg über die Grenze nach Lothringen, durch Metz und das ostfranzösische Hügelland. Weiter geht es Richtung Süden, am Rand der Vogesen und durch das Burgund.
Im letzten Drittel steigt der Weg ins östliche Zentralmassiv und erreicht schließlich Le Puy-en-Velay mit seinen Vulkanfelsen und der Kathedrale – wo die Via Podiensis beginnt.
Mit rund 886 Kilometern und über 12.500 Höhenmetern ist der Weg ein großes Unterfangen – überwiegend sanftes Auf und Ab, aber sehr lang. In 36–44 Tagen machbar; viele gehen ihn in Abschnitten.
Markierung und Infrastruktur sind dünner als auf den spanischen Wegen – mehr Eigenplanung bei Unterkünften und Etappen nötig.
Dieser Weg ist vor allem ein Verbindungsstück: Er knüpft die deutschen Jakobswege (u. a. den Mosel-Camino, der in Trier endet) an die großen französischen Wege. Wer in Köln, Koblenz oder Trier startet, kann so ohne Bruch bis nach Le Puy gehen.
Sein krönender Abschluss ist Le Puy-en-Velay: die Stadt aus vulkanischem Fels mit der Kathedrale Notre-Dame und der Felskapelle Saint-Michel d'Aiguilhe, traditioneller Ausgangspunkt der Via Podiensis.
Der Weg endet in Le Puy-en-Velay – dort, wo die Via Podiensis (Chemin du Puy / GR 65) beginnt und in rund fünf Wochen bis Saint-Jean-Pied-de-Port und über den Camino Francés bis Santiago führt. Davor schließt in Trier der Mosel-Camino an. So fügt sich Trier – Le Puy in eine durchgehende Pilgerreise vom Rheinland bis nach Galicien.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Gîtes, Pensionen und gelegentlich Pilgerquartieren; das Netz ist dünn – vorausbuchen ratsam. Ein Pilgerausweis ist sinnvoll.
Frankreich ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 40–60 € (Gîtes/Pensionen), plus Verpflegung.
Startpunkt ist Trier, gut mit Bahn erreichbar (auch Endpunkt des Mosel-Camino).

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