Orte

Etappenort am Jakobsweg

Porto

Distrito do Porto, Região do Norte, Portugal

Unterkünfte
51
Caminos
5
Höhe
59 m

In Porto beginnen jedes Jahr über 50.000 Pilger den Camino Portugués, und wer aus Lissabon kommt, macht hier die erste große Pause. Die Altstadt an den Hängen über dem Douro ist steil, schön und voll. Von der Kathedrale aus gehst du an der Küste oder im Binnenland nach Santiago, 244 bis 283 Kilometer weit.

Aktuell in Porto (Stand: Oktober 2026)

  • Geh ins Pilgerbüro: Seit 2026 gibt es direkt neben der Kathedrale in der Rua da Pena Ventosa eine Oficina do Peregrino. Ein Team aus Freiwilligen beantwortet dort kompetent deine Fragen, und du bekommst Credencial, Stempel, Gepäckaufbewahrung und Rucksacktransport. Wir empfehlen es dir uneingeschränkt. Geöffnet bis 31. Oktober täglich 7–12 und 15–17 Uhr, ab 1. November nur noch 10–12 Uhr.
  • Touristensteuer: 3 € pro Person und Nacht (ab 13 Jahren, höchstens 7 Nächte). Pilger in Herbergen sind nach den Regeln der Stadt ausgenommen. Seit Ende September 2026 prüft die Stadt eine Erhöhung.
  • Metro-Baustellen: Die neue Linha Rosa ab São Bento soll erst im ersten Quartal 2027 öffnen. Für die Linha Rubi wird bis 2028 in Vila Nova de Gaia gebaut, unter anderem am Kreisel Santo Ovídio, an dem Pilger aus Lissabon ankommen.

Wie lange bleiben?

Einen Pausentag wert, also mindestens einen vollen Tag vor dem Start. Wer abends landet und am nächsten Morgen losgehen will, steht vor geschlossenen Schaltern. Credencial, erster Stempel, Metroticket und die Entscheidung zwischen Küste und Binnenland wollen erledigt sein, bevor du den Rucksack schulterst. Und die Stadt lohnt sich: Die Kathedrale mit ihrer Jakobusfigur, die Kachelbilder im Bahnhof São Bento und der Blick von der Brücke Luís I. liegen alle auf gut anderthalb Kilometern, aber an Hängen und Treppen, die Zeit kosten. Wenn du aus Lissabon kommst, hast du rund 300 Kilometer hinter dir. Dann ist Porto der richtige Ort für einen echten Ruhetag mit Wäsche, Ausrüstung und einem Abend am Fluss. Länger bleiben lohnt sich, wenn du dich für Museen, Wein oder das Dourotal interessierst.

Porto in Ninja-Zahlen

  • 51.580 Pilger begannen 2025 ihren Weg in Porto. Porto gehört damit zu den wichtigsten Startorten aller Jakobswege, du startest also in guter Gesellschaft.
  • 244 Kilometer sind es laut Camino Ninja von der Sé auf dem Caminho Central bis zur Kathedrale von Santiago. Über die Senda Litoral sind es rund 283 Kilometer.
  • Über eine Million Besucher pro Jahr drängen sich in der Buchhandlung Lello. Für Pilger gibt es schönere Arten, eine Stunde zu verbringen.

Ankommen und Losgehen

Die meisten Pilger kommen mit dem Flugzeug an. Die Metrolinie E (violett) bringt dich in gut einer halben Stunde vom Flughafen bis Trindade im Zentrum. Pilger aus Lissabon erreichen die Stadt zu Fuß über Vila Nova de Gaia. Sie gehen die Avenida da República hinunter und dann über das Oberdeck der Brücke Luís I. Unter dir liegt der Douro, vor dir steigt die Altstadt an, und ganz oben thront die Kathedrale. Nach der Brücke geht es links an der Stadtmauer und dem Reiterstandbild von Vímara Peres vorbei hinauf zur Sé.

Die Sé do Porto auf dem Hügel Penaventosa ist der Startpunkt. Von hier aus hast du drei Möglichkeiten. Der Camino Portugués Central führt nach Norden durch Maia nach Vilarinho und weiter über Barcelos und Ponte de Lima nach Tui. Der Portugiesische Küstenweg führt nahe am Meer über Matosinhos und Viana do Castelo. Die Senda Litoral geht immer direkt am Wasser entlang, erst am Douro bis Foz, dann auf Holzstegen am Atlantik. Viele kombinieren: an der Küste bis Vila do Conde, dann hinüber auf den Central.

Kurz erzählt: der Hafen, der Portugal den Namen gab

Auf dem Kathedralhügel lag schon vor den Römern eine Siedlung. Die Römer nannten den Ort am Fluss Cale, und der Hafen hieß Portus Cale. Aus diesem Namen wurde später der Name eines ganzen Landes: Portugal. Im Jahr 868 eroberte ein Gefolgsmann des Königs von Asturien, Vímara Peres, die Gegend zurück und begründete die Grafschaft Portucale. Er ist der Reiter, an dem Pilger aus Lissabon auf dem Weg zur Sé vorbeigehen.

Von hier liefen 1415 die Schiffe nach Ceuta aus, mit denen Portugals Zeitalter der Entdeckungen begann. Später machten der Handel mit England und der Portwein die Stadt reich. Im neunzehnten Jahrhundert hielt Porto einer einjährigen Belagerung stand und trägt seitdem den Beinamen „die Unbesiegte“. Seit 1996 ist die Altstadt Weltkulturerbe.

Der erste Herr von Porto kam aus Santiago

1120 schenkte Gräfin Teresa, die Mutter des ersten Königs von Portugal, die Stadt Porto ihrem Bischof Hugo. Er wurde damit Stadtherr, und seine Nachfolger regierten Porto bis ins späte Mittelalter. Hugo war kein Einheimischer. Er war Kanoniker und Archidiakon an der Kathedrale von Santiago de Compostela gewesen, ein Mann aus dem Umfeld des großen Erzbischofs Gelmírez, und hatte an der „Historia Compostellana“ mitgeschrieben, der Chronik, die Santiagos Aufstieg zur Pilgermetropole feierte.

Die Stadt, in der du losgehst, wurde also von einem Mann aus der Stadt aufgebaut, in der du ankommen wirst. Als Hugo nach Porto kam, brachte er die Verehrung des Apostels mit. Später gab es in der Kathedrale eine Jakobuskapelle mit einer Armreliquie, ein Pilgerhospital und eine Jakobusfigur, die du heute noch sehen kannst. Wenn du an der Sé deinen ersten Stempel holst, schließt du einen Kreis, der vor neunhundert Jahren begonnen hat.

Vor dem Aufbruch: was du sehen solltest

Alles Wichtige liegt zwischen Kathedrale und Fluss, auf gut anderthalb Kilometern, aber an steilen Gassen und Treppen. Nimm dir einen Tag ohne Rucksack dafür.

  • Sé do Porto: Die Kathedrale sieht von außen eher wie eine Festung als wie eine Kirche aus: zwei wuchtige Türme und Zinnen, darunter eine romanische Fensterrose. Der heutige Bau entstand ab dem zwölften Jahrhundert. 1387 heirateten hier König João I. und die Engländerin Philippa of Lancaster. Mit dieser Hochzeit begann die älteste noch bestehende Allianz Europas. Der gotische Kreuzgang ist mit blau-weißen Kacheln aus dem achtzehnten Jahrhundert ausgekleidet. Täglich um 11 Uhr wird die Messe gefeiert, danach ist die Kirche frei zugänglich. Der volle Rundgang mit Kreuzgang und Domschatz kostet mit Credencial 4 €. Für Pilger lohnt dieser Rundgang besonders. Im Museum steht seit 2019 eine vergoldete Holzfigur des Jakobus als Pilger vom Anfang des sechzehnten Jahrhunderts, mit Hut, Muschel, Stab und einem aufgeschlagenen Buch. Sie gilt als eine der wichtigsten Jakobusfiguren Portugals und stand lange vergessen in einem Lager. Im alten Kreuzgang ist in eine Säule eine Muschel gemeißelt. Hier lag die Jakobuskapelle, in der im sechzehnten Jahrhundert eine Armreliquie des Apostels verwahrt wurde. Nimm dir die Zeit, bevor du losgehst. Es ist dein erster Jakobus auf diesem Weg.
  • Estação de São Bento: Der Bahnhof steht dort, wo bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein Nonnenkloster stand, und wurde 1916 eröffnet. In der Eingangshalle hat der Maler Jorge Colaço zwischen 1905 und 1916 rund 20.000 Kacheln zu riesigen Bildern zusammengesetzt. Der Eintritt ist frei, du gehst einfach hinein. Die Wände erzählen in zehn Minuten die Geschichte, die dich auf deinem Weg begleiten wird: die Hochzeit von João I. und Philippa, den Aufbruch nach Ceuta 1415 mit Heinrich dem Seefahrer und Szenen aus dem ländlichen Nordportugal, durch das du in den nächsten Tagen gehst. Schau dir die Bauern, Ochsenkarren und Weinlesen genau an. Ab übermorgen siehst du sie in echt.
  • Ponte Luís I.: Die doppelstöckige Eisenbrücke über den Douro wurde 1886 eröffnet. Oft liest man, sie stamme von Gustave Eiffel. Entworfen hat sie aber Théophile Seyrig, sein früherer Partner, und daher kommt die Ähnlichkeit mit Eiffels Brücke ein Stück flussaufwärts. Auf dem Oberdeck fahren heute nur noch die Metro und Fußgänger, unten Autos und Fußgänger. Wenn du aus Lissabon kommst, ist das deine Ankunftsbrücke, und kaum ein Camino hat eine spektakulärere. Wenn du hier startest, geh am Vorabend hinüber nach Gaia und schau bei Sonnenuntergang auf die Altstadt zurück. Von dort oben siehst du den Hügel mit der Kathedrale, an der dein Weg morgen beginnt.
  • Torre dos Clérigos: Der Barockturm von Nicolau Nasoni wurde 1763 fertig und ist gut 75 Meter hoch. Über rund 240 Stufen steigst du hinauf, und von oben siehst du die ganze Stadt, den Fluss und bei klarer Sicht den Atlantik. Der Architekt, ein Italiener, der sein Leben in Porto verbrachte, liegt in der Krypta begraben, und niemand weiß genau, wo. Kauf das Ticket online, die Schlangen sind lang. Für dich als Pilger hat der Aufstieg einen praktischen Sinn: Von hier oben siehst du, wohin du morgen gehst. Im Westen liegt die Küste, an der Senda Litoral und Küstenweg entlangführen, im Norden das Häusermeer, durch das der Central die Stadt verlässt. Viele Pilger treffen ihre Wahl genau hier oben.
  • Ribeira und die Portweinkeller von Gaia: Die Ribeira ist das alte Hafenviertel am Douro: bunte Häuser, die sich den Hang hinaufstapeln, Terrassen am Kai und davor die Rabelos, die flachen Holzboote, mit denen der Wein früher aus dem Dourotal herabgebracht wurde. Gegenüber in Vila Nova de Gaia liegen die Lagerhäuser der großen Portweinhäuser. Viele bieten Führungen mit Verkostung an. Der Portwein ist die Geschichte, warum Porto reich wurde. 1703 sicherte ein Vertrag mit England portugiesischem Wein niedrigere Zölle als französischem. 1756 ließ der Marquês de Pombal das Anbaugebiet am Douro genau abgrenzen, eines der ersten geschützten Weinbaugebiete der Welt. Für einen Abend vor dem Start, an dem du noch nicht früh aufstehen musst, ist ein Glas am Kai genau richtig. Pass an den Terrassen der Ribeira auf deine Wertsachen auf, hier sind Taschendiebe unterwegs.
  • Igreja de São Francisco und Palácio da Bolsa: Von außen ist die gotische Franziskanerkirche aus dem vierzehnten Jahrhundert schlicht. Innen ist sie fast vollständig mit vergoldetem Schnitzwerk überzogen, Hunderte Kilo Blattgold auf Holz. In den Katakomben darunter liegen Gebeine. Heute ist sie eher ein Museum als eine Kirche, mit entsprechendem Eintritt. Nebenan steht der Palácio da Bolsa, die alte Börse, gebaut auf dem Grund des Klosterkreuzgangs, der während der Belagerung 1832 abbrannte. Ihr Arabischer Saal ist der Alhambra nachempfunden. Für Pilger ist São Francisco ein starker Kontrast. Hier siehst du den Reichtum, den Handel und Kolonien nach Porto brachten, bevor du dich auf einen Weg machst, auf dem du mit einem Rucksack auskommst. Wenn du nach dem Gold wieder ins Tageslicht trittst, wirst du merken, wie leicht so ein Rucksack eigentlich ist.
  • Mercado do Bolhão: Die große Markthalle von 1914 wurde aufwendig saniert und 2022 wiedereröffnet. Unten gibt es Obst, Fisch, Käse, Wurst und Brot, oben Stände und kleine Restaurants. Hier deckst du dich für die ersten Etappen ein. Ein Stück Käse, getrocknete Feigen, Brot und Obst kosten auf dem Markt wenig und wiegen nicht viel. Auf der ersten Etappe, egal ob an der Küste oder im Binnenland, bist du froh über ein Picknick, das du nicht in einer Tankstelle kaufen musstest.

Essen und Trinken

Porto isst deftig. Die Francesinha wurde 1953 von einem Rückkehrer aus Frankreich erfunden: ein Toast, gefüllt mit Fleisch und Wurst, überbacken mit Käse und übergossen mit einer Soße aus Tomaten und Bier, meist mit Pommes. Danach brauchst du keinen Nachtisch und eigentlich auch kein Abendessen mehr. Die Tripas à moda do Porto, Kutteln mit weißen Bohnen, gaben den Einwohnern ihren Spitznamen „Tripeiros“. Der Legende nach gab die Stadt 1415 alles Fleisch für die Flotte nach Ceuta her und behielt nur die Innereien. Belegt ist das nicht, aber die Leute hier erzählen es mit Stolz.

Zum Trinken gibt es natürlich Portwein. Probier aber auch einen Vinho Verde, den jungen, leicht prickelnden Wein aus dem Minho, also genau der Region, durch die du in den nächsten Tagen gehst. Die Pastéis de nata, die du an jeder Ecke siehst, sind übrigens eine Spezialität aus Lissabon. Schmecken tun sie in Porto trotzdem.

Ehrlich gesagt

  • Die Kathedrale ist kein Ort für Pilgerfragen. Am Schalter der Sé wirst du meist kurz und wenig freundlich abgefertigt, und Fragen beantwortet dort kaum jemand. Laut einem Bericht vom April 2026 stempelt sie außerdem nur Credenciales aus ihrem eigenen Laden. Für Credencial, Stempel und Auskunft gehst du besser ins Pilgerbüro nebenan.
  • Der Ausgang auf dem Central ist zäh. Die ersten 10 bis 15 Kilometer durch Maia führen über Kopfsteinpflaster, an Straßen mit Verkehr und durch Gewerbegebiete. Pilger beschreiben das auch 2026 noch als laut und stellenweise gefährlich. Wenn du keine Lust darauf hast, fahr ein Stück mit der Metro oder nimm die Küste.
  • Porto ist anstrengend zu Fuß. Steile Gassen, Treppen und glattes Pflaster kosten Kraft, die du eigentlich für die erste Etappe sparen wolltest.
  • Die bekannten Orte sind überlaufen. Vor der Buchhandlung Lello und dem Clérigos-Turm stehen lange Schlangen, an der Ribeira drängen sich Kreuzfahrtgruppen. Morgens früh oder abends spät ist es besser.
  • Taschendiebe sind ein echtes Thema. Anfang 2026 stieg die Zahl der Anzeigen gegenüber dem Vorjahr noch einmal an, vor allem an der Ribeira und in der Metro.
  • Für Pilger ist Porto teuer. Ein Bett in der Pilgerherberge kostet fast doppelt so viel wie in den Herbergen ein, zwei Tage später, und die meisten Sehenswürdigkeiten verlangen 10 € und mehr Eintritt.

Wo Pilger schlafen

  • Albergue de Peregrinos do Porto: die einzige echte Pilgerherberge der Stadt, in einem Haus der Santa Casa da Misericórdia und betreut von ehrenamtlichen Hospitaleros. Rund 50 Plätze für 18 bis 20 € pro Nacht, Einlass ab 14:30 Uhr. Sie liegt im Viertel Cedofeita direkt am Caminho Central, knapp drei Kilometer von der Sé. Reservier rechtzeitig, sie ist oft voll.
  • Wenn du aus Lissabon kommst: Viele übernachten schon vor der Stadt in der kleinen Pfarrherberge von Grijó (14 Betten, 7 €) und gehen am nächsten Morgen frisch über die Brücke.

Eine Donativo-Herberge gibt es in Porto nicht. Wenn die Pilgerherberge voll ist, weichen viele auf die Jugendherberge oder eines der zahlreichen Hostels in der Innenstadt aus, mit Betten ab etwa 22 €.

Ninja-Tipps

  • Ein Tag, ein Ticket: Mit dem Andante Tour 1 für 7,75 € fährst du 24 Stunden lang mit Metro, Bus und Vorortzügen. Die historische Straßenbahn und die Standseilbahn Guindais sind nicht dabei.
  • Sonntags kein Markt: Der Mercado do Bolhão hat montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr und samstags bis 18 Uhr offen. Wenn du am Montag startest, kauf dein Picknick am Samstag.
  • Sonnenuntergang gratis: Vom Jardim do Morro auf der Gaia-Seite oder vom Passeio das Virtudes oberhalb der Ribeira siehst du die Sonne über dem Douro untergehen. Viele Einheimische bringen ein Getränk mit.
  • Ins Gefängnis, kostenlos: Das Centro Português de Fotografia sitzt im alten Gefängnis Cadeia da Relação gleich neben dem Clérigos-Turm und kostet keinen Eintritt. Die Zellen mit den dicken Gittern sind eindrucksvoller als manche Ausstellung.
  • Leitungswasser ist gut: Das Wasser aus dem Hahn kannst du in Porto bedenkenlos trinken. Füll deine Flasche vor dem Start auf.
  • An der Küste schützen: Auf der Senda Litoral gibt es fast keinen Schatten, und der Wind kommt oft von vorn. Sonnencreme, Kappe und eine Windjacke gehören oben in den Rucksack.
  • Auf dem Central früh los: Wenn du durch Maia gehst, starte vor 9 Uhr. Dann ist auf den Straßen noch weniger Verkehr.

Wenn es regnet

In Porto fallen gut 1.100 Millimeter Regen im Jahr, an rund 105 Tagen, am meisten im November. Wenn der Himmel aufmacht, gibt es genug, was dich trocken hält.

  • Museu Nacional Soares dos Reis: das älteste Kunstmuseum Portugals in einem Stadtpalast, 10 €, dienstags bis sonntags 10–18 Uhr.
  • Mercado do Bolhão: überdacht, mit kleinen Restaurants im Obergeschoss.
  • Portweinkeller in Gaia: Führung mit Verkostung ab etwa 22 €, eine gute Stunde im Trockenen.
  • Palácio da Bolsa: nur mit Führung, 12 €, wegen des Arabischen Saals.
  • Bahnhof São Bento: Die Kachelhalle kostet nichts, und du kannst sie dir in Ruhe ansehen, während draußen der Regen fällt.
  • Centro Português de Fotografia: frei, im alten Gefängnis.

Praktische Tipps für Pilger

  • Credencial: Kauf sie im Pilgerbüro neben der Sé. Dort erklären dir Freiwillige auch gleich die Wege, die Etappen und die Herbergen, und viele Pilger bleiben eine Weile, um sich zu beraten. Im Winter hat das Büro nur vormittags offen, plane den Vormittag dafür ein.
  • Erster Stempel: Den bekommst du im Pilgerbüro, zusammen mit der Credencial.
  • Metro und Andante: Kauf am Flughafen eine wiederaufladbare Andante-Karte. Die Fahrt ins Zentrum kostet in Zone 4 derzeit 2,30 € (Stand: Oktober 2026). An einigen Stationen, darunter am Flughafen, kannst du auch kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen.
  • Hügel und Pflaster: Die Altstadt ist steil, das Kopfsteinpflaster ist bei Regen glatt. Lauf am Ankunftstag ohne Rucksack und gewöhn dich an deine Schuhe.
  • Am ersten Tag laufen oder fahren? Darüber streiten Pilger in jedem Forum. Die meisten raten, an der Sé zu starten und am Douro entlang Richtung Küste zu gehen, denn der Weg ist schön und gar nicht so städtisch, wie man denkt. Auf dem Central ist der Ausgang durch Maia dagegen eher eintönig, mit Verkehr und schmalen Gehwegen. Wer ihn abkürzen will, fährt mit der Metro ein Stück hinaus. Für die Küste fahren viele mit der blauen Linie bis Matosinhos.
  • Holzstege an der Küste: Auf der Senda Litoral gehst du viele Kilometer auf Holzplanken. Nimm die Gummikappen von deinen Stöcken ab, sie verhaken sich in den Ritzen, und achte auf Radfahrer.
  • Gepäck: Das Pilgerbüro nimmt Gepäck zur Aufbewahrung an und ist Abgabestelle für den Rucksacktransport. Das ist praktisch, wenn du am Ankunftstag schon unterwegs sein willst.
  • Wertsachen: Trag Pass und Credencial am Körper, nicht oben im Rucksack.

Weiter: Küste oder Binnenland?

Auf dem Central sind es nach Vilarinho gut 25 Kilometer. Die erste Hälfte führt durch Vorstädte und Industriegebiete von Maia, dann wird es ländlicher, mit Feldwegen und Dörfern bis zum Kloster von Vairão. Danach kommen São Pedro de Rates, der Ort mit der ältesten Jakobsweg-Tradition Portugals, und Barcelos mit seinem berühmten Hahn.

An der Küste gehst du am Douro entlang bis zur Mündung bei Foz, am Castelo do Queijo vorbei nach Matosinhos und dann auf Holzstegen durch Dünen und Fischerdörfer Richtung Vila do Conde. Der Weg ist flach, hell und windig und hat kaum Schatten. Dafür hast du das Meer neben dir. Beide Wege führen nach Santiago, und beide sind richtig.

Morgen erwartet dich

Auf dem Central übernachten die meisten Camino-Ninja-Pilger zum ersten Mal in Vairão. Dort schläfst du in einem alten Kloster, das schon 974 in einer Urkunde erwähnt wird und in dem bis 1891 Nonnen lebten. Seine Kirche wurde im achtzehnten Jahrhundert „umgedreht“, der Eingang liegt seitdem dort, wo früher der Altar stand. Die Herberge im Klostergebäude hat rund 50 Plätze für 10 €, ehrenamtliche Hospitaleros und oft ein gemeinsames Abendessen. Nimm Bargeld mit.

An der Küste ist Vila do Conde das erste große Ziel. Über der Stadt thront das Kloster Santa Clara, 1318 von Afonso Sanches gegründet, der Überlieferung nach nach einer Pilgerreise nach Compostela. Bis an seine Mauern führt ein Aquädukt mit 999 Bögen. Weil die städtische Herberge geschlossen ist, schlafen viele Küstenpilger schon vorher in Vila Chã oder Labruge.

Tiefer eintauchen: Der Hafen, der einem Land den Namen gab

Ein langer Text, falls du noch mehr über Porto erfahren willst. Etwa zwanzig Minuten Lesezeit.

Ein Hügel über dem Fluss

Wenn du vor der Kathedrale von Porto stehst, stehst du auf dem ältesten Stück der Stadt. Der Hügel heißt Penaventosa, der windige Fels, und schon lange vor den Römern lebten hier Menschen in einer befestigten Siedlung. Von hier oben überblickten sie den Douro an der letzten Stelle vor seiner Mündung, an der man ihn gut überqueren und Schiffe sicher anlegen konnte. Unten am Fluss lag der Hafen, oben auf dem Hügel der Schutz. Das ist die Grundform von Porto bis heute.

Die Römer nannten den Ort Cale und den Hafen Portus Cale. Die Stadt lag an der großen Straße, die Olissipo mit Bracara Augusta verband, also Lissabon mit Braga. Wenn du von Lissabon heraufgegangen bist, bist du ungefähr dieser Straße gefolgt. Wenn du hier startest, folgst du ihr weiter nach Norden. Die Pilgerwege Portugals sind über weite Strecken die alten Römerstraßen, und Porto war ihr Hafen.

Aus Portus Cale wurde im Lauf der Jahrhunderte Portucale, und aus Portucale wurde der Name eines Landes. Es gibt nicht viele Städte, die einem ganzen Staat ihren Namen gegeben haben. Porto ist eine davon. Die Bewohner wissen das, und man merkt es ihnen an.

Sueben, Westgoten und ein Reiter

Nach den Römern kamen germanische Völker. Die Sueben gründeten im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ein Königreich, und Porto wurde ein Zentrum der Christianisierung. Dann kamen die Westgoten, dann im frühen achten Jahrhundert die muslimischen Heere aus dem Süden. Porto wechselte mehrfach den Herrn. Im Jahr 868 nahm Vímara Peres, ein Gefolgsmann König Alfonsos III. von Asturien, die Gegend endgültig ein und begründete die Grafschaft Portucale.

Das ist dieselbe Welt, in der wenige Jahrzehnte zuvor das Grab in Santiago gefunden worden war. Das kleine christliche Königreich Asturien wuchs nach Süden, und mit ihm wuchs die Verehrung des Apostels. Vímara Peres reitet heute in Bronze neben der Kathedrale. Pilger aus Lissabon gehen an ihm vorbei, wenn sie von der Brücke zur Sé hinaufsteigen.

Eine Gräfin, ein Bischof und Santiago

Im späten elften Jahrhundert gab König Alfonso VI. von León die Grafschaft Portucale seiner Tochter Teresa und ihrem Mann Heinrich von Burgund. Ihr Sohn Afonso Henriques sollte später der erste König Portugals werden. Doch zunächst ging es um etwas Kleineres: die Stadt Porto und ihren Bischof.

Das Bistum war in den Wirren der vorangegangenen Jahrhunderte verwaist. Um 1113 wurde es wiederhergestellt, mit einem Bischof namens Hugo. Hugo kam aus Santiago de Compostela. Er war dort Kaplan, Kanoniker und schließlich Archidiakon gewesen, einer der Vertrauten von Diego Gelmírez, dem ehrgeizigen Bischof, der Santiago zur Pilgermetropole Europas machte. Hugo hatte an der „Historia Compostellana“ mitgeschrieben, einer Chronik, die Gelmírez' Taten und den Ruhm des Apostels feierte.

1120 schenkte Gräfin Teresa diesem Hugo die Stadt Porto. Er wurde ihr Herr, mit allen Rechten. Drei Jahre später gab er ihr ein Stadtrecht, das den Handel fördern sollte, und legte damit den Grundstein für das Porto der Kaufleute. Die Bischöfe blieben bis ins späte Mittelalter Herren der Stadt.

Es gibt einen schönen Gedanken in dieser Geschichte. Fast alle Pilger, die heute in Porto starten, wollen nach Santiago. Und die Stadt, in der sie starten, wurde von einem Mann aus Santiago aufgebaut. Er brachte die Verehrung des Jakobus mit an den Douro. Ein Testament von 1450 erwähnt einen Altar des Heiligen Jakobus in der Kathedrale. Ein Inventar von 1579 nennt eine Armreliquie des Apostels in einer Kapelle des alten Kreuzgangs. In eine Säule dort ist eine Muschel gemeißelt. Und im Domschatz steht heute die vergoldete Figur des Pilgers Jakobus mit seinem aufgeschlagenen Buch. Der Weg nach Santiago beginnt hier also nicht zufällig. Er führt zurück zu dem Ort, aus dem der erste Herr dieser Stadt kam.

Eine Kathedrale und eine Hochzeit

Die Kathedrale, wie du sie heute siehst, entstand ab der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts. Sie ist wehrhaft, mit Zinnen und massiven Türmen, denn eine Bischofsstadt an einer umkämpften Grenze musste sich verteidigen können. Im Lauf der Jahrhunderte kamen ein gotischer Kreuzgang, barocke Altäre und eine Loggia des Italieners Nicolau Nasoni hinzu, der auch den Turm der Clérigos baute.

1387 fand in dieser Kathedrale eine Hochzeit statt, die Europa bis heute prägt. König João I. von Portugal heiratete Philippa of Lancaster, die Tochter eines englischen Herzogs. Ein Jahr zuvor hatten Portugal und England den Vertrag von Windsor geschlossen, und die Hochzeit besiegelte ihn. Daraus wurde die älteste noch gültige Allianz der Welt. Philippa brachte englische Gewohnheiten an den portugiesischen Hof und gebar Söhne, die als „die erlauchte Generation“ in die Geschichte eingingen. Einer von ihnen wurde 1394 in Porto geboren: Heinrich, den man später den Seefahrer nannte.

Pilger, Schuster und ein Hospital

Auch im Mittelalter brachen von Porto aus Menschen nach Santiago auf. Zwei Hauptwege führten nach Norden, über Braga oder über Ponte de Lima nach Valença und Tui. 1307 gründete die Zunft der Schuhmacher in Porto ein Hospital für Pilger nach Santiago, das Hospital dos Palmeiros. Es liegt nahe, dass gerade die Schuster sich um die Leute kümmerten, die ihre Sohlen am schnellsten abliefen.

Die Pilger aus Porto mussten die Stadt vor Einbruch der Nacht erreichen, denn abends wurden die Tore geschlossen. Mit dem Schuhwerk ihrer Zeit gingen sie wochenlang nach Norden. Auch Könige gingen diesen Weg. 1325 pilgerte Königin Isabel von Portugal nach Santiago, die heilige Rainha Santa, die in Santiago ihre Krone niederlegte. 1502 folgte König Manuel I. Und es gab einfache Bürger, die ihr Testament machten, bevor sie gingen, weil sie nicht sicher waren, ob sie zurückkämen.

Ein Pilger aus Holz

Die Spuren des Jakobus in der Kathedrale von Porto sind leise, aber sie sind da, wenn man weiß, wo man suchen muss. Im alten Kreuzgang, dem ältesten Teil der Anlage, lag einst eine Kapelle des Heiligen Jakobus. Ein Inventar von 1579 nennt dort eine Reliquie, einen Teil vom Arm des Apostels. 1499 war diese Kapelle der erste Sitz der Misericórdia von Porto, einer Bruderschaft für Kranke, Arme und Reisende, bevor sie 1559 in die Rua das Flores umzog. In eine Säule der romanischen Bögen ist eine Muschel gemeißelt. Geh mit offenen Augen durch den Kreuzgang, dann findest du sie.

Die Zunft der Hutmacher von Porto hatte Jakobus zum Schutzpatron, vielleicht weil der breitkrempige Pilgerhut sein Erkennungszeichen war. Bei der Fronleichnamsprozession trugen sie sein Bild durch die Stadt. Ende des siebzehnten Jahrhunderts ließ Bischof Fernando Correia de Lacerda für den Jakobusaltar der Kathedrale ein großes Retabel mit vierundzwanzig Bildtafeln malen. Es wurde später auseinandergenommen und in alle Winde verstreut. Elf der Tafeln hängen heute im Museum Grão Vasco in Viseu, ein Bild des Maurentöters Jakobus in der Kirche von Santa Maria de Lamas, südlich von Porto.

Das schönste Stück aber hat überlebt, wenn auch auf Umwegen. Es ist eine vergoldete Holzfigur vom Anfang des sechzehnten Jahrhunderts, knapp anderthalb Meter hoch, im Stil flämischer Bildhauer. Sie zeigt Jakobus als Pilger, mit Hut, Muschel, Stab und Tasche, und in der Hand ein aufgeschlagenes Buch, das Evangelium, das er verkünden soll. Über zwei Jahrhunderte stand die Figur am Taufbecken der Kathedrale. Dann verschwand sie in einem Lager, wo man sie erst im zwanzigsten Jahrhundert wiederentdeckte. Seit Dezember 2019 steht sie im Museum der Kathedrale und gilt als eine der wichtigsten Jakobusfiguren Portugals.

Es ist eine Geschichte, die zum Weg selbst passt: eine Figur, die lange vergessen war, im Dunkeln wartete und wiedergefunden wurde, so wie der portugiesische Jakobsweg selbst. Wenn du vor ihr stehst, schau dir das offene Buch an. Die meisten Jakobusfiguren zeigen den Pilger. Diese zeigt auch den Boten, der eine Nachricht bringt.

Ein Prinz, der nie zur See fuhr

Am 4. März 1394 wurde in Porto ein Junge geboren, der Portugal verändern sollte: Heinrich, der dritte Sohn von König João I. und Philippa of Lancaster. Die Überlieferung sagt, er sei in der Casa do Infante zur Welt gekommen, dem alten königlichen Zollhaus unten am Fluss. Belegt ist das nicht, aber das Haus trägt seinen Namen bis heute. Es wurde im vierzehnten Jahrhundert gebaut, diente als Zollamt und Münzstätte, und bei Grabungen ab 1995 fand man darunter römische Mosaike. Heute ist es ein Museum, und wer hineingeht, steht auf zweitausend Jahren Stadtgeschichte übereinander.

Die Nachwelt nannte Heinrich den Seefahrer, obwohl er selbst kaum zur See fuhr. Er war Organisator, Geldgeber und Antreiber. Er schickte Kapitäne die afrikanische Küste hinunter, Jahr für Jahr ein Stück weiter ins Unbekannte, über Kaps hinaus, hinter denen nach damaligem Glauben das Meer kochte oder die Welt endete. Was er begann, führte Jahrzehnte nach seinem Tod Vasco da Gama nach Indien und Pedro Álvares Cabral nach Brasilien.

Es gibt eine stille Verwandtschaft zwischen diesen Seefahrern und den Pilgern, die heute in Porto aufbrechen. Beide verlassen das Bekannte, ohne genau zu wissen, was sie erwartet. Beide vertrauen auf Zeichen, die Seefahrer auf Sterne und Küstenlinien, die Pilger auf gelbe Pfeile. Und beide kommen, wenn sie zurückkehren, mit Geschichten nach Hause, die sie den Daheimgebliebenen nur schwer erklären können.

Werften, Ceuta und Kutteln

Im fünfzehnten Jahrhundert wurde Porto eine Stadt der Schiffe. Die Werften am Douro bauten die Flotte, mit der Portugal 1415 Ceuta an der nordafrikanischen Küste eroberte. Das war der Beginn eines Zeitalters, in dem Portugal die Seewege nach Afrika, Indien und Brasilien erschloss. Heinrich der Seefahrer, in Porto geboren, wurde zum Gesicht dieser Zeit.

Die Stadt erzählt dazu eine Legende, die ihr einen Spitznamen eingebracht hat. Als die Flotte für Ceuta ausgerüstet wurde, soll die Bevölkerung alles Fleisch für die Schiffe gespendet und nur die Innereien für sich behalten haben. Daraus entstanden die Tripas à moda do Porto, Kutteln mit Bohnen, und die Einwohner heißen bis heute „Tripeiros“, Kuttelesser. Historiker sind skeptisch. Einer Version der Legende zufolge war der Spitzname schon dreißig Jahre älter. Aber die Leute in Porto erzählen die Geschichte gern, weil sie etwas über sie sagt: großzügig, wenn es darauf ankommt, und ohne Scheu, das zu essen, was andere wegwerfen würden.

Der Heilige mit dem Licht in der Nacht

Am zweiten oder dritten Tag auf dem Camino Central erreichst du São Pedro de Rates, ein kleines Dorf mit einer großen romanischen Kirche. Sie erzählt eine Geschichte, die dir bekannt vorkommen wird. Der Legende nach schickte Jakobus selbst einen Jünger namens Petrus nach Nordportugal, um zu predigen. Bei einem Besuch weihte er ihn zum ersten Bischof von Braga. Petrus soll später enthauptet worden sein, als er versuchte, Menschen vom Glauben der Römer abzubringen.

Jahrhunderte später, im neunten Jahrhundert, lebte auf einem Hügel in der Gegend ein Einsiedler namens Felix. Er sah nachts immer wieder ein Licht. Als er ihm nachging, fand er den Leichnam des Petrus. Über dem Fundort entstand ein Kloster, und die romanische Kirche, die du heute siehst, steht an seiner Stelle. Die Reliquien blieben dort bis 1552, dann wurden sie in die Kathedrale von Braga gebracht.

Fällt dir die Ähnlichkeit auf? Ein Einsiedler, ein Licht in der Nacht, ein wiedergefundenes Grab eines Apostelschülers, und das im selben Jahrhundert, in dem in Galicien der Einsiedler Pelayo die Lichter über dem Grab des Jakobus sah. Historiker halten die Verbindung zwischen Petrus von Rates und Jakobus für reine Überlieferung. Aber sie zeigt, wie sehr die Menschen im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ihre Heiligen mit dem Apostel verknüpfen wollten. Rates gilt bis heute als einer der ältesten Pilgerorte am portugiesischen Weg, und wenn du dort übernachtest, schläfst du an einem Ort, an dem man seit über tausend Jahren auf Pilger wartet.

Der Weg wird leiser

Ab dem siebzehnten Jahrhundert wurden die Pilger auf dem Weg nach Santiago weniger, aus denselben Gründen wie überall in Europa: Reformation, Kriege und eine Kirche, die Wallfahrten kritischer sah. In Portugal kam etwas Eigenes hinzu. 1917 berichteten drei Hirtenkinder in Fátima von Marienerscheinungen. In den Jahrzehnten danach wurde Fátima das große Pilgerziel des Landes, und der Weg nach Santiago geriet für die Portugiesen in den Hintergrund. Die Muschelzeichen an alten Kirchen blieben, aber kaum jemand folgte ihnen noch.

Ein Italiener baut einen Turm

Viele der Bauten, die Porto heute prägen, verdankt die Stadt einem Mann aus der Toskana. Nicolau Nasoni kam 1725 nach Porto, eigentlich als Maler, und blieb für den Rest seines Lebens. Er baute die Loggia an der Kathedrale, Paläste, Kirchen und Landhäuser und brachte den italienischen Barock in den Norden Portugals. Sein Hauptwerk ist die Kirche der Clérigos mit ihrem Turm, der 1763 fertig wurde. Mit gut 75 Metern war er lange das höchste Bauwerk der Stadt und ein Orientierungspunkt für die Schiffe, die den Douro heraufkamen.

Nasoni starb 1773 in Porto, verarmt, wie es heißt. Er wurde, wie er es sich gewünscht hatte, in der Krypta seiner Kirche begraben, aber niemand weiß heute genau, wo. Ein Mann, der der Stadt ihr Wahrzeichen gab, liegt namenlos darunter.

Für dich als Pilger hat der Turm eine schöne Bedeutung. Er war für die Seeleute das, was für dich die gelben Pfeile sein werden: ein Zeichen, das sagt, wo du bist und wohin es geht. Wenn du am letzten Abend vor deinem Start hinaufsteigst, siehst du die Stadt, die du verlassen wirst, und das Land im Norden, in das du hineingehst.

Portwein und die Engländer

Während die Pilger weniger wurden, wurde Porto reich, und zwar mit Wein. Im Krieg gegen Frankreich suchten die Engländer im späten siebzehnten Jahrhundert nach einem Ersatz für französischen Wein. 1703 sicherte der Methuen-Vertrag portugiesischem Wein in England deutlich niedrigere Zölle als französischem. Englische Kaufleute ließen sich in Porto nieder, kauften Wein aus dem Dourotal, versetzten ihn mit Branntwein, damit er die Seereise überstand, und verschifften ihn von Gaia aus. So entstand der Portwein, wie man ihn heute kennt.

1756 ließ der Marquês de Pombal, der mächtige Minister des Königs, das Anbaugebiet am Douro genau abgrenzen und den Handel einer königlichen Gesellschaft unterstellen. Das Douro-Tal wurde damit eines der ersten geschützten Weinbaugebiete der Welt. Nicht allen gefiel das. 1757 kam es in Porto zu einem Aufstand gegen die neue Gesellschaft, im Volksmund „Revolte der Betrunkenen“ genannt. Pombal ließ ihn blutig niederschlagen.

Boote, Lagerhäuser und ein englischer Club

Der Wein kam lange auf dem Fluss in die Stadt. Die Rabelos, flache Holzboote mit einem großen viereckigen Segel und einem langen Steuerruder am Heck, brachten die Fässer aus den steilen Weinbergen des oberen Douro herab, durch Stromschnellen und enge Schluchten. Es war eine gefährliche Fahrt, und viele Bootsleute kamen dabei ums Leben. Erst Eisenbahn und Lastwagen, später die Staudämme am Fluss beendeten diese Arbeit. Die Rabelos, die heute vor Gaia vor Anker liegen, tragen die Namen der Weinhäuser und sind vor allem Erinnerung.

In Vila Nova de Gaia lagerte der Wein in langen, kühlen Hallen, den Lodges, bis er reif war und nach England verschifft wurde. Viele der großen Portweinhäuser tragen bis heute englische oder schottische Namen. Die englischen Kaufleute bildeten in Porto eine eigene Gemeinschaft, mit eigener Kirche, eigenem Friedhof und einem eigenen Clubhaus, der Feitoria Inglesa, dem Factory House, Ende des achtzehnten Jahrhunderts in der Rua do Infante Dom Henrique erbaut. Dort trafen sich die Händler, aßen, tranken und machten Geschäfte. Das Haus gehört bis heute den Portweinfirmen.

Die Allianz, die 1387 mit der Hochzeit in der Kathedrale begann, setzte sich also im Weinhandel fort. Wenn du am Kai der Ribeira sitzt und auf die Lagerhäuser von Gaia schaust, siehst du sechshundert Jahre Geschichte zwischen Portugal und England. Und wenn du ein Glas Portwein trinkst, trinkst du im Grunde ein Ergebnis dieser Geschichte: einen Wein, der stärker gemacht wurde, damit er die Seereise nach Norden übersteht.

Die Unbesiegte

Das neunzehnte Jahrhundert begann für Porto mit einer Katastrophe. Im März 1809 rückten Napoleons Truppen unter Marschall Soult auf die Stadt vor. Tausende Menschen flohen über die Ponte das Barcas, eine Brücke aus aneinandergebundenen Booten, über den Douro. Die Brücke brach unter der Last zusammen. Schätzungen sprechen von rund 4.000 Toten. Eine Gedenktafel an der Ribeira erinnert daran.

1820 begann in Porto die liberale Revolution, die Portugal eine Verfassung bringen sollte. Als ein Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Absolutisten ausbrach, landete der liberale Dom Pedro 1832 bei Mindelo, nördlich von Porto, genau an der Küste, an der du auf der Senda Litoral entlanggehst. Er besetzte die Stadt und wurde dort ein Jahr lang belagert. Hunger, Cholera und Beschuss trafen die Bevölkerung, aber Porto ergab sich nicht. Seitdem heißt die Stadt „a Invicta“, die Unbesiegte. Dom Pedro vermachte Porto zum Dank sein Herz. Es liegt bis heute in einem Gefäß in der Igreja da Lapa und wird nur zu seltenen Anlässen gezeigt, zuletzt im September 2026 für drei Tage.

Ein Kaiser für zwei Länder

Dom Pedro, der Mann, dessen Herz in der Igreja da Lapa liegt, hatte ein Leben, das in einen einzigen Absatz kaum passt. Als Napoleons Truppen 1807 Portugal besetzten, floh die königliche Familie nach Brasilien, und der junge Pedro wuchs in Rio de Janeiro auf. Als sein Vater nach Portugal zurückkehrte, blieb Pedro in Brasilien und erklärte 1822 dessen Unabhängigkeit. Er wurde Kaiser von Brasilien. Später verzichtete er auf den brasilianischen Thron, kehrte nach Europa zurück und kämpfte für seine Tochter um die portugiesische Krone. Dabei wurde er in Porto ein Jahr lang belagert.

Er starb 1834, mit nur 35 Jahren, im selben Palast bei Lissabon, in dem er geboren worden war. Sein Herz vermachte er der Stadt, die ihn nicht im Stich gelassen hatte. Seitdem bewahrt Porto es in einem Gefäß in der Lapa-Kirche auf. 2022, zum zweihundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit, wurde es nach Brasilien geflogen und dort mit militärischen Ehren empfangen, als wäre ein Staatsoberhaupt zu Besuch.

Brasilien und Nordportugal verbindet aber mehr als ein Herz. Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert wanderten Hunderttausende aus dem armen Norden nach Brasilien aus. Manche kamen reich zurück und bauten sich in ihren Heimatdörfern prächtige Häuser, oft mit einer Palme im Garten als Zeichen, dass sie in den Tropen gewesen waren. Man nannte sie die Brasileiros. Wenn du in den nächsten Tagen durch die Dörfer des Minho gehst und vor einem auffällig großen Haus eine Palme siehst, denk an sie. Auch sie waren einmal mit wenig Gepäck aufgebrochen.

Ein Fluss, der in Spanien beginnt

Der Douro, an dem Porto liegt, ist kein portugiesischer Fluss, jedenfalls nicht von Anfang an. Er entspringt fast neunhundert Kilometer entfernt in den Bergen der spanischen Provinz Soria und heißt dort Duero. Er fließt durch die Hochebene Kastiliens, an Soria, Aranda und Zamora vorbei. In Zamora überquert ihn die Vía de la Plata, der große Jakobsweg aus dem Süden Spaniens. Dann bildet er für ein langes Stück die Grenze zwischen Spanien und Portugal, schneidet sich in tiefen Schluchten durch das Gebirge und wird schließlich in Portugal zum Douro, an dessen steilen Hängen der Portwein wächst. Diese Weinlandschaft am oberen Douro gehört seit 2001 zum Welterbe der UNESCO.

Wenn du am Kai der Ribeira stehst, fließt also Wasser an dir vorbei, das auf der Hochebene Kastiliens als Regen gefallen ist, unter Brücken hindurch, über die andere Pilger nach Santiago gegangen sind. Der Fluss verbindet, was die Grenze trennt, ähnlich wie der Jakobsweg selbst. Viele Pilger auf dem portugiesischen Weg kommen aus Ländern, die sich über Jahrhunderte bekriegt haben, und gehen nun nebeneinander her.

Am Ende seines Weges öffnet sich der Douro bei Foz ins Meer. Wenn du die Küstenroute nimmst, gehst du am ersten Morgen genau diesen letzten Abschnitt mit ihm, vom Kai der Ribeira bis zur Mündung, wo das Flusswasser im Atlantik verschwindet. Danach wendest du dich nach Norden, und der Fluss bleibt zurück. Er ist angekommen. Du fängst gerade erst an.

Eisen über dem Douro

Im späten neunzehnten Jahrhundert kam die Eisenbahn, und mit ihr kamen die großen Eisenbrücken. 1877 wurde die Brücke Maria Pia für die Bahn eröffnet, gebaut von der Firma Gustave Eiffels. 1886 folgte die Brücke Luís I., entworfen von Théophile Seyrig, Eiffels früherem Partner. Weil sich beide so ähnlich sehen, schreiben viele auch die zweite Eiffel zu. Für Pilger aus Lissabon ist die Luís I. der Moment, in dem Porto sich öffnet: der Fluss tief unten, die Altstadt am Hang gegenüber, die Kathedrale ganz oben.

1916 wurde der Bahnhof São Bento eröffnet, auf dem Grund eines Klosters, das man nach dem Tod der letzten Nonne abgerissen hatte. Jorge Colaço bedeckte die Halle mit 20.000 Kacheln und erzählte darauf die Geschichte Portugals, von den Rittern des Mittelalters bis zu den Bauern des Minho. Wenn du dort stehst, siehst du in Blau und Weiß fast alles, was in diesem Text steht.

Blau und Weiß

Eines wirst du auf dem portugiesischen Weg immer wieder sehen: Kacheln. Die Azulejos, ihr Name kommt wohl aus dem Arabischen, kamen im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert über Spanien nach Portugal und wurden hier zu einer nationalen Kunst. Im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert setzte sich das Blau-Weiß durch, angeregt vom chinesischen Porzellan, das portugiesische Schiffe nach Europa brachten. Ganze Kirchenwände, Kreuzgänge und Hausfassaden wurden damit bedeckt.

In Porto kannst du an einem Tag die ganze Bandbreite sehen. Im Kreuzgang der Kathedrale erzählen Kachelbilder aus den Jahren um 1730 Szenen aus dem Hohelied. Die Capela das Almas in der Rua de Santa Catarina ist seit 1929 außen vollständig mit blau-weißen Bildern aus dem Leben des heiligen Franziskus und der heiligen Katharina bedeckt. Und im Bahnhof São Bento hat Jorge Colaço die Geschichte Portugals auf 20.000 Kacheln erzählt.

Für Pilger haben die Kacheln eine besondere Bedeutung, denn auch an deinem Weg wirst du sie finden. Im Norden Portugals stehen an Wegkreuzungen und Dorfeingängen kleine Bildstöcke, die Alminhas, die Seelchen. Viele zeigen auf Kacheln die armen Seelen im Fegefeuer, die zwischen Flammen die Hände nach oben strecken, und bitten Vorübergehende um ein Gebet. Seit Jahrhunderten gehen Reisende an ihnen vorbei, und manche bleiben stehen. Wenn du eine siehst, bleib vielleicht auch einmal stehen. Es ist eine sehr alte Art, unterwegs an andere zu denken.

Die Rückkehr der Pilger

Lange war der portugiesische Jakobsweg fast vergessen. Erst mit dem Heiligen Jahr 1993 begannen Vereine in Valença, Ponte de Lima und anderswo, die Wege wieder zu markieren. Gelbe Pfeile tauchten an Hauswänden und Begrenzungssteinen auf, wie zuvor schon am Camino Francés. Pilger aus dem Ausland entdeckten den Weg, zuerst wenige, dann immer mehr. 2022 erkannte der portugiesische Staat den Küstenweg offiziell an, auf 138 Kilometern von Porto bis Valença.

Heute ist Porto nach Sarria der zweitwichtigste Startort aller Jakobswege. 2025 begannen hier mehr als 51.000 Pilger ihren Camino, und mehr als die Hälfte aller Pilger auf der Küstenroute startet in Porto. 2026 eröffnete direkt neben der Kathedrale ein eigenes Pilgerbüro. Die Stadt, die einst einem Bischof aus Santiago gehörte, schickt jetzt Jahr für Jahr Zehntausende nach Santiago.

Der erste Tag

Für die meisten, die diesen Text lesen, ist Porto kein Ziel, sondern ein Anfang. Mehr als 51.000 Menschen sind 2025 hier aufgebrochen, mehr als in jedem anderen Ort außer Sarria. Viele von ihnen haben noch nie einen Pilgerweg gesehen. Sie kommen mit neuen Schuhen, einem zu schweren Rucksack und einer App auf dem Handy, und am ersten Morgen stehen sie etwas unsicher vor der Kathedrale.

Der erste Tag ist selten der schönste. Wer auf dem Central startet, geht stundenlang durch die Vororte von Maia, an Straßen entlang, durch Gewerbegebiete, und fragt sich, wo eigentlich der Camino ist, von dem alle schwärmen. Wer an der Küste startet, hat es leichter, mit dem Fluss und dann dem Meer neben sich, aber auch dort sind die Kilometer lang und der Rucksack schwerer als gedacht. Am Abend tun die Füße weh, und an einer Ferse kündigt sich die erste Blase an.

Das ist normal, und es gehört dazu. Fast jeder Pilger erzählt, dass der Körper ein paar Tage braucht, um zu verstehen, was jetzt von ihm verlangt wird. Dann wird das Gehen leichter, der Rucksack fühlt sich vertraut an, und irgendwann merkst du, dass du dich auf den Morgen freust. Der beste Rat für den ersten Tag ist deshalb ein sehr alter: Geh langsamer, als du denkst. Mach früher Pause, als du müsstest. Trink, bevor du Durst hast. Und schau ab und zu zurück. Am Abend des ersten Tages wirst du auf einer Anhöhe stehen und Porto hinter dir liegen sehen, kleiner als am Morgen, und du wirst begreifen, dass du das zu Fuß geschafft hast.

Wie schnell dieser Wandel ging, merkt man an kleinen Dingen. Noch vor wenigen Jahren mussten Pilger in Porto suchen, wo sie überhaupt einen Pilgerpass bekommen konnten. Heute gibt es direkt neben der Kathedrale ein eigenes Pilgerbüro, das ein internationaler Verband von Pilgervereinen betreibt und für das die Stadt das Gebäude stellt. Dort bekommst du Stempel, Auskunft und einen Platz zum Ausruhen, und du kannst deinen Rucksack aufgeben. Die Küstenroute, die vor zwanzig Jahren kaum jemand kannte, wird inzwischen von mehr Pilgern begangen als manche der klassischen spanischen Wege. Mehr als die Hälfte von ihnen startet hier.

Die Menschen in Porto haben sich an die Pilger gewöhnt. Sie sehen sie morgens mit ihren Muscheln am Rucksack die Treppen zur Kathedrale hinaufsteigen und abends erschöpft am Fluss sitzen. Manche Alte erinnern sich noch an die Zeit, als ein Pilger in der Stadt eine Seltenheit war, eine Figur aus den Geschichten ihrer Großeltern. Jetzt gehören die Pilger zum Stadtbild wie die Straßenbahn und die Möwen. Porto, das so lange vor allem eine Stadt des Handels und der Arbeit war, ist wieder eine Stadt geworden, von der aus Menschen zu Fuß nach Santiago aufbrechen. Bischof Hugo hätte das wohl gefallen.

Was Porto dir mitgibt

Porto ist eine Stadt des Aufbruchs. Von hier liefen die Schiffe nach Ceuta aus, von hier gingen die Weinfässer nach England, von hier zogen die Auswanderer nach Brasilien. Und von hier gehen heute die Pilger los. Es passt, dass dein Weg in einer Stadt beginnt, die vom Losgehen lebt.

Wenn du am Morgen deines ersten Tages an der Sé stehst, den frischen Stempel in der Credencial, schau einmal hinunter zum Fluss. Der Douro fließt nach Westen ins Meer. Du gehst nach Norden. Für die nächsten zwei Wochen wirst du jeden Tag dasselbe tun: aufstehen, packen, gehen. Am Anfang wird dir alles neu vorkommen, die Pfeile, die Herbergen, die Leute mit den Muscheln am Rucksack. Nach ein paar Tagen wirst du merken, wie selbstverständlich es wird. Und irgendwann, vielleicht kurz vor Santiago, wirst du dich fragen, wo die Zeit geblieben ist.

Die Menschen in Porto sagen über ihre Stadt, sie sei die, die arbeitet, während Lissabon sich amüsiert. Vielleicht passt deshalb so gut, dass man hier losgeht. Ein Camino ist auch Arbeit, für die Beine, für den Kopf, manchmal für das Herz. Porto gibt dir dafür einen festen Boden: einen Hügel, auf dem seit über zweitausend Jahren Menschen leben, eine Kathedrale, die ein Mann aus Santiago aufgebaut hat, und einen Fluss, der dir zeigt, dass alles irgendwo ankommt.

Bom caminho.

Übernachten in Porto

Die von Pilgern am besten bewerteten Unterkünfte in Porto stehen vorn.

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Angebote in Porto

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Quelle: © OpenStreetMap contributors · aktualisiert April 2026