Orte

Etappenort am Jakobsweg

Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPP)

Pyrénées-Atlantiques, Nouvelle-Aquitaine, France

Unterkünfte
37
Caminos
8
Höhe
171 m

Saint-Jean-Pied-de-Port ist der Startort des Camino Francés: 2025 meldeten sich hier fast 55.000 Pilger im Pilgerbüro. Die kleine Stadt der Könige von Navarra liegt am Fuß der Pyrenäen, alles Wichtige findest du an der Rue de la Citadelle. Am nächsten Tag geht es hinauf auf 1.430 Meter, im Winter über Valcarlos.

Aktuell in Saint-Jean-Pied-de-Port (Stand: Oktober 2026)

  • Wintersperre ab 1. November: Vom 1. November bis 31. März ist die Napoleonroute über den Lepoeder-Pass von Navarra gesperrt. Dann musst du über Valcarlos gehen. Wer die Sperre ignoriert und gerettet werden muss, kann die Kosten in Rechnung gestellt bekommen. Im Dezember 2025 holte die Feuerwehr einen erschöpften Pilger aus dem gesperrten Abschnitt.
  • Herbergen schließen: Die Pfarrherberge Kaserna schließt am 26. Oktober, die Gîte de la Porte Saint-Jacques ist schon zu. Im vergangenen Winter war auch die Gemeindeherberge von Anfang Dezember bis Ende Februar geschlossen. Ob das diesen Winter wieder so ist, steht noch nicht fest.
  • Kein Wasser am Berg: Ende Oktober sind Orisson und die Borda meist zu, und die Fontaine de Roland lief zuletzt nur noch als dünnes Rinnsal. Nimm Wasser für die ganze Etappe mit.

Wie lange bleiben?

Ein Nachmittag reicht, aber plane einen Puffer ein. Alles, was dich als Pilger hier interessiert, liegt an einer einzigen Gasse, der Rue de la Citadelle, und ist in zwei Stunden gesehen. Ein zusätzlicher Tag lohnt sich trotzdem oft: Der Zug aus Bayonne fällt immer wieder aus, und wenn am Pass Nebel oder Sturm angesagt ist, wartest du hier besser einen Tag, als oben umzukehren. Wer montags da ist, erlebt außerdem den Markt.

Saint-Jean-Pied-de-Port in Ninja-Zahlen

  • 54.979 Pilger meldeten sich 2025 im Pilgerbüro von Saint-Jean, aus 118 Ländern. Die meisten kamen aus Frankreich, gefolgt von den USA, Spanien und Korea.
  • 30.345 Compostelas gingen 2025 an Pilger, die hier gestartet waren. Damit ist Saint-Jean nach Sarria, Porto und Tui der viertgrößte Startort aller Jakobswege.
  • 776 Kilometer sind es laut Camino Ninja von hier bis Santiago.
  • 1.430 Meter hoch liegt der Lepoeder-Pass, den du auf der Napoleonroute schon am ersten Tag überquerst. Saint-Jean selbst liegt keine 200 Meter hoch.

Ankommen: durch das Jakobstor in die Stadt

Wenn du zu Fuß auf der Via Podiensis oder einem anderen französischen Weg kommst, betrittst du die Altstadt durch die Porte Saint-Jacques am oberen Ende der Rue de la Citadelle. Die meisten Pilger kommen aber mit dem Zug aus Bayonne. Die Rue de la Citadelle ist die Pilgergasse: Hier liegen das Pilgerbüro, die Gemeindeherberge und die meisten Gîtes. Sie führt bergab zur Kirche und durch die Porte Notre-Dame zur Brücke über die Nive. Von dort geht es am nächsten Morgen durch die Porte d'Espagne hinaus Richtung Pyrenäen.

Kurz erzählt: die Stadt am Fuß des Passes

Der Name sagt es: Saint-Jean „am Fuß des Passes“. Ende des zwölften Jahrhunderts gründeten die Könige von Navarra die Stadt an dieser Stelle neu, nachdem Truppen von Richard Löwenherz den älteren Ort zerstört hatten. Saint-Jean wurde Hauptort der Basse-Navarre, des nördlichen Teils des Königreichs Navarra, und letzter Halt vor dem Übergang über die Pyrenäen. Über der Stadt steht die Zitadelle aus dem siebzehnten Jahrhundert, die Vauban später inspizierte. Seit 1998 gehört die Porte Saint-Jacques zum Welterbe der Jakobswege in Frankreich.

Vor dem großen Aufstieg: was du sehen solltest

Alles liegt an der Rue de la Citadelle und ihrer Verlängerung. Geh die Gasse einmal hinauf und hinunter, am besten am Abend vor dem Start.

  • Porte Saint-Jacques: Das Tor am oberen Ende der Altstadt ist der Ort, an dem seit Jahrhunderten die Pilger aus Frankreich ankommen, und seit 1998 Welterbe. Wenn du mit dem Zug gekommen bist, geh trotzdem hinauf und schau durch das Tor zurück: So sahen die Pilger die Stadt, die zu Fuß aus Le Puy oder Vézelay kamen.
  • Rue de la Citadelle: Die gepflasterte Gasse ist das Wohnzimmer des Camino, mit Pilgerbüro, Herbergen und dem alten Gefängnis. Hier triffst du am Abend die Menschen, mit denen du am nächsten Tag über den Pass gehst.
  • Église Notre-Dame-du-Bout-du-Pont: Die gotische Kirche am Fuß der Gasse, direkt an der Brücke, stammt wohl aus dem dreizehnten Jahrhundert. Der Überlieferung nach stiftete sie König Sancho der Starke von Navarra nach der Schlacht von Las Navas de Tolosa 1212. Ein guter Ort für einen stillen Moment vor dem Aufbruch. Ob es derzeit eine Messe mit Pilgersegen gibt, erfährst du im Pilgerbüro.
  • Porte Notre-Dame und die Brücke über die Nive: Durch das Tor neben der Kirche kommst du an die alte Brücke, die man im Ort gern „römisch“ nennt, obwohl sie aus dem siebzehnten Jahrhundert stammt. Von hier siehst du die Häuser mit ihren Holzbalkonen, die sich im Fluss spiegeln.
  • Zitadelle: Über eine Rampe steigst du zur Festung auf dem Hügel über der Stadt hinauf. Von oben siehst du über das Tal und die Weinterrassen von Irouléguy, und du bekommst eine Ahnung von den Bergen, die morgen vor dir liegen. Im Inneren ist heute eine Schule.
  • Prison des Évêques: Das alte Gefängnis in der Rue de la Citadelle 41 beherbergt heute ein kleines Museum zum baskischen Pelota-Spiel und zur Auswanderung der Basken. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist nur von Mittwoch bis Samstag, teils nur vormittags.

Essen und Trinken

Du bist im Baskenland. Probier den Gâteau basque, einen Mürbteigkuchen mit Vanillecreme oder Kirschkonfitüre, und den Schafskäse Ossau-Iraty. Fast alles wird hier mit Piment d'Espelette gewürzt, einem milden, roten Chili aus der Gegend. Dazu passt ein Glas Irouléguy, der Wein von den Terrassen, die du von der Zitadelle aus siehst. Für die erste Etappe kaufst du am besten Käse und Brot ein. Unterwegs gibt es, vor allem außerhalb der Saison, kaum etwas.

Ehrlich gesagt

  • Im Frühjahr und im September ist es eng. Anfang Mai starten hier 400 bis 500 Pilger am Tag. Die Betten in Saint-Jean, in Orisson und in Roncesvalles sind dann schnell weg.
  • Orisson ist monatelang ausgebucht. Wer die Etappe teilen will, muss früh reservieren. Und Orisson ist ein Privatbetrieb, keine Schutzhütte: Im April 2026 wurde einer Pilgerin vor der Saisoneröffnung im Regen der Unterschlupf verweigert.
  • Der Zug ist ein Risiko. Die Bahn von Bayonne hat keine Platzreservierung, ist oft voll und fällt bei Streik oder Bauarbeiten aus. Dann gibt es nur Ersatzbusse oder ein geteiltes Taxi.
  • Die erste Etappe wird unterschätzt. Die Gendarmerie wird immer wieder zu verirrten oder unterkühlten Pilgern gerufen. An einem Tag mit 18 °C im Ort können es oben 7 °C sein.
  • Pass auf deine Sachen auf. Die Gendarmerie warnt vor Diebstählen in Schlafsälen.

Wo Pilger schlafen

  • Refuge Municipal Ospitalia: die Gemeindeherberge in der Rue de la Citadelle 55, mit rund 30 Betten im Schlafsaal und einem Doppelzimmer, Schlafsaal ab etwa 16 €. Keine Reservierung, du brauchst eine Credencial, und sonntags gibt es weniger Plätze. Abends um 22 Uhr wird abgeschlossen. Pilger loben sie als sauber und freundlich, eine Kochstelle gibt es aber nicht.
  • Refuge Accueil Paroissial Kaserna: die Herberge der Pfarrei in der Rue d'Espagne 43, mit 14 Betten und ehrenamtlichen Hospitaleros, die Abendessen und Frühstück kochen. 25 € mit Halbpension, keine Reservierung, nur für Pilger ohne Gepäcktransport. Saison bis 26. Oktober.

Eine Donativo-Herberge haben wir in Saint-Jean nicht gefunden. Daneben gibt es viele private Gîtes, im Schlafsaal meist zwischen 17 und 26 €, oft mit Abendessen. Im Winter sind die meisten zu. Das Pilgerbüro hat dann eine Liste der offenen Häuser.

Ninja-Tipps

  • Ins Pilgerbüro, bevor du dich hinlegst: Im Accueil Pèlerin in der Rue de la Citadelle 39 beraten ehrenamtliche Helfer in vielen Sprachen. Sie stempeln deine Credencial, geben dir die Wettervorhersage für den Pass und sagen dir, ob du über Napoleon oder Valcarlos gehen solltest. Wenn du spät ankommst, ruf vorher an: +33 5 59 37 05 09.
  • An der Croix Thibault aufpassen: Dort geht die Asphaltstraße weiter, der Camino zweigt ab, und die Abzweigung ist nicht immer gut markiert. Hier verlaufen sich viele.
  • Sonntags früh einkaufen: Die großen Supermärkte haben sonntags nur vormittags offen. Die Bäckerei Ogitegia in der Rue d'Espagne 38 öffnet auch sonntags und montags früh am Morgen.
  • Nicht am 1. Mai starten: Am 1. Mai und an Wochenenden im Frühjahr ist der Andrang am größten. Ein Start unter der Woche entspannt die ersten Nächte.
  • Plan B für den Zug: Wenn der Zug ausfällt, warten die Ersatzbusse direkt vor dem Bahnhof Bayonne. Vom Flughafen Biarritz fahren außerdem Sammel-Shuttles für Pilger, die man vorab buchen muss.
  • Montag ist Markttag: Vormittags gibt es frische Produkte aus dem Tal in der Markthalle, nachmittags wird oft im Trinquet Garat Pelota mit der bloßen Hand gespielt.

Praktische Tipps für Pilger

  • Credencial: Du bekommst sie im Pilgerbüro, dort gibt es auch den ersten Stempel.
  • Geldautomat: Es gibt mehrere im Ort. Heb vor dem Start genug Bargeld ab.
  • Gepäck: Wenn du deinen Rucksack transportieren lässt, kannst du nicht in der Pfarrherberge Kaserna schlafen. Sie nimmt nur Pilger, die ihr Gepäck selbst tragen.
  • Früh los: Die Gemeindeherberge öffnet um 6:30 Uhr. Plane für die Napoleonroute den ganzen Tag ein.

Weiter: Napoleon oder Valcarlos?

Nach Roncesvalles gibt es zwei Wege, beide rund 24 Kilometer lang. Die Napoleonroute führt steil hinauf über den Lepoeder-Pass auf gut 1.400 Metern, durch offene Berglandschaft mit weitem Blick, ist aber nur vom 1. April bis 31. Oktober offen. Nach knapp 8 Kilometern liegt Orisson, wo du die Etappe teilen kannst, wenn du ein Bett hast. Die Variante über Valcarlos ist ganzjährig offen, steigt weniger und verläuft meist in der Nähe der Landstraße. Sie ist weniger spektakulär, aber bei Nebel, Schnee oder Zweifeln an deiner Kondition die vernünftige Wahl. Auf beiden Wegen gibt es Abschnitte ohne verlässliches Trinkwasser.

Morgen erwartet dich

Morgen bist du in Spanien. Die meisten Camino-Ninja-Pilger übernachten nach der ersten Etappe in Roncesvalles, einem kleinen Ort, der fast nur aus der Stiftskirche, dem alten Pilgerhospital und einer großen Herberge besteht. Am Abend sitzt du dort mit Menschen beim Essen, mit denen du den ganzen Tag über den Berg gegangen bist. Von hier aus geht es auf dem Camino Francés weiter nach Westen.

Tiefer eintauchen: Der Ort am Fuß des Passes

Ein langer Text, falls du noch mehr über Saint-Jean-Pied-de-Port erfahren willst. Etwa achtzehn Minuten Lesezeit.

Die Gasse am Abend

Am Abend vor dem Aufbruch ist die Rue de la Citadelle voller Menschen, die sich noch nicht kennen. Sie stehen mit neuen Schuhen vor dem Pilgerbüro, sie zählen die Betten in den Herbergen, sie schauen hinauf zur Porte Saint-Jacques und hinunter zur Kirche an der Brücke. Die meisten haben noch keinen Kilometer hinter sich. Am nächsten Morgen werden sie gemeinsam über einen Pass gehen, den Menschen seit mehr als tausend Jahren überqueren.

Saint-Jean-Pied-de-Port ist eine sehr kleine Stadt. Im Jahr 2023 lebten hier 1.479 Menschen. Aber in manchen Monaten melden sich im Pilgerbüro an einem einzigen Tag Hunderte von Pilgern an. Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt, an dem so viele Menschen gleichzeitig etwas so Großes beginnen. Um zu verstehen, warum das gerade hier geschieht, musst du in die Geschichte dieses Tals, dieses Passes und eines Königreichs zurückgehen, das es heute nicht mehr gibt.

Ein Name als Programm

Auf Französisch heißt die Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port, Sankt Johann am Fuß des Passes. „Port“ ist hier kein Hafen, sondern das alte Wort für einen Gebirgsübergang. Auf Baskisch heißt sie Donibane Garazi, Sankt Johann von Garazi. Garazi ist der baskische Name der Landschaft, die auf Französisch Pays de Cize heißt. Und diesen Namen wirst du gleich wiederfinden, denn der Pass, über den du morgen gehst, hieß im Mittelalter der Port de Cize.

Der Name ist also ein Programm. Diese Stadt wurde nicht gegründet, weil hier Erz lag oder ein Fürst residieren wollte. Sie entstand an der Stelle, an der der Weg aus dem Norden auf die Berge trifft. Wer im Mittelalter nach Spanien wollte, Händler, Soldaten, Könige oder Pilger, kam hier vorbei, bevor er sich an den Aufstieg machte. Bis heute ist das so geblieben.

Das zerstörte Dorf und die neue Stadt

Der ältere Ort lag nur wenige Kilometer entfernt, bei Saint-Jean-le-Vieux, dem alten Sankt Johann. Im Jahr 1177 belagerten ihn Truppen von Richard Löwenherz, der damals noch nicht König von England war, sondern als Herzog über Aquitanien und die Gascogne herrschte. Sie machten den Ort dem Erdboden gleich.

Kurz darauf gründeten die Könige von Navarra die Stadt an der heutigen Stelle neu, an der Nive, geschützt von einer Burg auf dem Hügel. Die Burg der Könige von Navarra ist 1189 unter König Sancho dem Sechsten erstmals belegt. Die neue Stadt sollte den Fluss und die Wege zu den Pässen von Roncesvalles und Bentarte bewachen.

Saint-Jean wurde der Hauptort eines besonderen Teils von Navarra. Das Königreich, dessen Herz um Pamplona lag, reichte über die Pyrenäen hinweg nach Norden. Diesen nördlichen Teil nannte man die Merindad de Ultrapuertos, das Land jenseits der Pässe. 1234 gewann Navarra das Gebiet zurück, und ein königlicher Amtmann mit Sitz in Saint-Jean regierte es. Nach einem Krieg zwischen den Leuten aus dem benachbarten Labourd und den Navarresen wurden 1244 und 1245 die Grenzen endgültig festgelegt. Im vierzehnten Jahrhundert verband man die Stadtmauer mit der Burg. Teile dieser Mauer aus dem dreizehnten Jahrhundert stehen in der Oberstadt bis heute.

Wo die Wege zusammenlaufen

Für Pilger war Saint-Jean schon im zwölften Jahrhundert ein Ort, an dem man nicht vorbeikam. Das wissen wir aus einem der berühmtesten Bücher des Mittelalters, dem Codex Calixtinus. Sein fünfter Teil ist eine Art Reiseführer für Pilger, verfasst um die Mitte des zwölften Jahrhunderts. Er beschreibt vier Wege durch Frankreich nach Santiago.

Drei davon, so steht es dort, laufen bei Ostabat zusammen: der Weg über Sainte-Foy in Conques, der Weg über Saint-Léonard bei Limoges und der Weg über Saint-Martin in Tours. Gemeint sind die Wege, die wir heute die Via Podiensis aus Le Puy, die Via Lemovicensis aus Vézelay und die Via Turonensis aus Tours nennen. Nur der vierte Weg, der aus Arles über Toulouse kommt, zieht weiter östlich über den Somport und trifft erst in Puente la Reina auf die anderen.

Heute steht am Treffpunkt der Wege, bei Saint-Palais, seit 1964 ein Stein, die Stèle de Gibraltar. Der Name hat mit der Meerenge nichts zu tun. Er soll aus dem baskischen Wort Xibaltarre entstanden sein, das so viel wie Retter oder Beschützer der Pilger bedeutet und falsch wiedergegeben wurde. Rund dreißig Kilometer vor Saint-Jean sind die großen französischen Wege also schon einer. Gemeinsam ziehen sie über Ostabat durch die Porte Saint-Jacques in die Stadt.

Wie alt diese Wege sind, zeigt ein Name. Schon im Jahr 950 machte sich Gotescalc, der Bischof von Le Puy, auf den Weg nach Santiago. Seine Reise gilt als die erste belegte Pilgerfahrt eines Menschen von jenseits der Pyrenäen. Wohin genau er über die Berge ging, ist nicht überliefert.

Was der Pilgerführer über die Basken schrieb

Der Codex Calixtinus ist kein freundlicher Reiseführer, wenn es um diese Gegend geht. Er nennt das Land eine Region mit einer barbarischen Sprache, voller Wälder und Berge. Er beschreibt die Basken als wild und fremd, mit Worten, die man heute nur noch als Vorurteil lesen kann.

Besonders zornig wird der Verfasser bei den Zöllnern. In Ostabat, in Saint-Jean und in Saint-Michel, so schreibt er, seien die Einnehmer der Wegzölle „tan malvados“, so böse, dass sie den Pilgern mit Gewalt ungerechte Abgaben abpressten. Er verlangt, dass man sie exkommuniziert, und betont, dass Pilger gar keinen Zoll zahlen müssten. Saint-Michel ist ein Nachbarort von Saint-Jean. Der Codex beschreibt ihn als Ort am Fuß des Passes, auf der Seite der Gascogne.

Es ist eine seltsame Vorstellung: Der erste Reiseführer, der diese Stadt erwähnt, warnt vor ihr. Aber er zeigt auch, wie viele Menschen hier schon damals unterwegs gewesen sein müssen. Wo es nichts zu holen gibt, stellt niemand einen Zöllner hin.

Der Berg mit den tausend Kreuzen

Dann beschreibt der Codex den Pass, über den du morgen gehst. Der Port de Cize sei „un monte muy alto“, ein sehr hoher Berg, mit acht Meilen Aufstieg und acht Meilen Abstieg. Von oben sehe man bis nach Kastilien, Aragón und Frankreich. Auf dem Gipfel liege ein Ort, den man das Kreuz Karls des Großen nenne. Dort knieten die Pilger nieder, beteten in Richtung Galicien, und jeder lasse ein Kreuz zurück, in den Boden gesteckt wie ein Banner des Herrn. Bis zu tausend Kreuze sollen dort gestanden haben.

Das Kreuz selbst ist alt. Unter dem lateinischen Namen Crux Caroli Regis, das Kreuz von König Karl, taucht es schon 980 in einer Urkunde des Bistums Bayonne auf. Es markierte die Grenze zwischen dem Königreich Navarra und dem Herzogtum Gascogne und zugleich zwischen den Bistümern Bayonne und Pamplona. Der Codex erzählt, Karl der Große habe es 778 auf seinem Zug nach Zaragoza selbst aufgestellt und dort zum ersten Mal zu Jakobus gebetet. Das ist eine Legende, aber eine, die zeigt, wie eng man den Pass schon im zwölften Jahrhundert mit dem großen Kaiser verband.

Roland: was geschah und was man daraus machte

Damit sind wir bei der berühmtesten Geschichte dieser Berge. Im Sommer 778 zog das Heer Karls des Großen aus Spanien zurück über die Pyrenäen. In einem dichten Wald, so berichtet sein Biograf Einhard, fielen Basken über die Nachhut her. Der enge Weg zwang die Franken in eine lange Kolonne, und die leicht bewaffneten Angreifer waren im Vorteil. Unter den Toten waren Eggihard, Anselm und ein gewisser Hruodlandus, Präfekt der bretonischen Grenzmark. Das ist die einzige zeitgenössische Erwähnung des Mannes, den die Welt als Roland kennt. Die Angreifer zerstreuten sich, und die Toten konnten nicht gerächt werden.

Aus dieser kleinen Niederlage wurde eines der großen Epen Europas. Das altfranzösische Rolandslied entstand rund dreihundert Jahre später, im elften Jahrhundert. Darin stirbt Roland als Held in Roncesvalles, mit seinem Horn, dem Olifant, und seinem Schwert Durendal, in das christliche Reliquien eingelassen sind. Aus den baskischen Angreifern sind im Lied muslimische Gegner geworden. Der Codex Calixtinus erzählt, Roland habe mit drei Schlägen seines Schwertes einen Felsen gespalten, und in Roncesvalles stünden das Hospital und die Kirche, in der dieser Felsen zu sehen sei.

Wo genau der Hinterhalt geschah, weiß niemand. Einhard nennt nur die Pyrenäen. Und auch wo das Kreuz Karls des Großen stand, ist umstritten. Gelehrte des siebzehnten Jahrhunderts suchten es unter der Kapelle von Ibañeta, andere vermuteten es bei Valcarlos, wieder andere auf dem alten Römerweg über den Col de Cize. 1910 stieg ein Forscher namens Louis Colas auf den höchsten Gipfel der Gegend, um es zu finden. Er fand nur die Reste einer militärischen Vermessungssäule. Wenn du morgen oben stehst, gehst du also über einen Berg, auf dem Geschichte und Legende so ineinander verwachsen sind, dass niemand sie mehr ganz trennen kann.

Die Kirche an der Brücke

Unten in der Stadt, am Fuß der Rue de la Citadelle, steht die Kirche, an der jeder Pilger auf dem Weg zur Brücke vorbeikommt. Sie heißt heute Église de l'Assomption, Mariä Himmelfahrt, aber alle nennen sie mit ihrem alten Namen Notre-Dame-du-Bout-du-Pont, Unsere Liebe Frau am Ende der Brücke. Sie steht direkt neben dem Tor, durch das du zur Brücke über die Nive kommst.

Der Überlieferung nach hat König Sancho der Siebte von Navarra, genannt der Starke, die erste Kirche an dieser Stelle gestiftet, zum Dank für den Sieg in der Schlacht von Las Navas de Tolosa im Jahr 1212. In dieser Schlacht schlugen die christlichen Königreiche Spaniens gemeinsam das Heer der Almohaden. Belegt ist die Stiftung nicht. Und auch über das Alter des heutigen Baus sind sich die Quellen nicht einig: Die einen setzen ihn ins dreizehnte Jahrhundert, die anderen ins vierzehnte.

Einig sind sie sich darin, dass sie nach der Kathedrale von Bayonne der bedeutendste gotische Bau im französischen Baskenland ist. Die Fassade ist aus rosafarbenem Sandstein vom Arradoy gebaut, dem Berg über der Stadt. Eine andere Beschreibung spricht von rotem Schiefer. Das gotische Portal mit seinen Säulen stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert, und auf manchen Steinen kannst du noch die Zeichen der Steinmetze erkennen, mit denen sie ihre Arbeit markierten. Über das Innere schweigen die Quellen, die wir gefunden haben, weitgehend. Geh also selbst hinein und schau.

Die Brücke daneben nennt man im Ort gern die römische Brücke. Das ist sie nicht, sie stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert. Aber über diese Stelle führte der Weg der Pilger hinaus in Richtung Spanien, und für viele beginnt hier bis heute der Aufstieg.

Bischöfe, Gefangene und ein Schisma

Mitten in der Rue de la Citadelle steht ein Haus, das man die Prison des Évêques nennt, das Gefängnis der Bischöfe. Der Name klingt nach einer finsteren mittelalterlichen Geschichte, aber er ist eine Erfindung jüngerer Zeit, eine Art Collage aus zwei Epochen. Wahr ist das eine: Im Großen Abendländischen Schisma, als sich am Ende des vierzehnten und zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts zwei und zeitweise drei Päpste gegenseitig die Kirche streitig machten, hielten sich Bischöfe in Saint-Jean auf. Wahr ist auch das andere: Im achtzehnten, neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert diente das Gebäude als Gefängnis.

Erst später hat man beides zu einem Namen verbunden. Heute ist hier ein kleines Museum untergebracht, über das baskische Pelota-Spiel und über die vielen Basken, die von hier in die Welt auswanderten. Es ist ein guter Ort, um zu lernen, dass auch in einer kleinen Pilgerstadt nicht jede schöne Geschichte stimmt.

Ein Königreich wird geteilt

Im Jahr 1512 endete die alte Welt von Navarra. Der Herzog von Alba eroberte im Auftrag von König Ferdinand von Aragón das Königreich, Saint-Jean eingeschlossen. Die navarresischen Könige aus dem Haus Albret flohen nach Béarn, auf die Nordseite der Berge. Was dann folgte, war fast zwanzig Jahre lang ein Hin und Her. 1516 nahm König Johann der Dritte die Stadt zurück, aber nicht die Burg. Im Mai 1521 eroberte Heinrich der Zweite sie, im Juni verlor er sie wieder. 1522 zogen die Spanier ab, im Januar 1524 kamen sie zurück. 1523 waren Mauern und Turm der alten Burg bereits verschwunden.

Schließlich verlor Kaiser Karl der Fünfte das Interesse an diesem Stück Land jenseits der Pyrenäen. 1530 ließ er die restlichen Befestigungen schleifen und überließ den Norden den Königen von Navarra. Der Süden mit Pamplona blieb bei Spanien. Seitdem verläuft die Grenze zwischen Spanien und dem Land, das später Frankreich wurde, mitten durch das alte Navarra.

Saint-Jean hatte in diesen Jahren seine Rolle verloren. Weil die Stadt so umkämpft war, verlegte Heinrich der Zweite die königlichen Einrichtungen nach Saint-Palais. Später wanderte der Hof weiter nach Pau. Dort wurde ein Enkel Heinrichs geboren, der 1589 als Heinrich der Vierte König von Frankreich wurde und sich König von Frankreich und Navarra nannte. 1620 wurde das kleine Königreich mit Frankreich vereinigt. Wie eigensinnig die Menschen hier blieben, zeigt ein Detail aus dem Jahr 1789: Die beiden Abgeordneten des dritten Standes aus Niedernavarra stimmten in den Generalständen nicht mit, weil sie der Meinung waren, nicht zum Königreich Frankreich zu gehören.

Die Festung über der Stadt

Über der Altstadt liegt die Zitadelle. Sie steht auf dem Hügel, auf dem früher die Burg der Könige von Navarra stand. Wer sie gebaut hat, ist eine der kleinen ungeklärten Fragen dieser Stadt. Die eine Quelle sagt, ein Chevalier Deville habe sie 1628 unter Kardinal Richelieu errichtet. Eine andere nennt eher den Ingenieur d'Argencourt in der Zeit von König Ludwig dem Dreizehnten und sieht den Einfluss von Antoine de Ville erst in den Verbesserungen der Jahre 1643 bis 1648. Einig sind sich beide über den Zweck: Die Festung sollte Spanien in Schach halten, das die Teilung Navarras nicht anerkannte, und die Protestanten, mit denen erst 1629 Frieden geschlossen wurde.

Der berühmte Festungsbaumeister Vauban inspizierte Saint-Jean 1680 und 1685. Er entwarf einen großen Plan, mit dem die ganze Stadt mit neuen Mauern und Bastionen umschlossen werden sollte. Gebaut wurde nur ein Teil. Im Inneren der Zitadelle ließ man die mittelalterliche Burg abreißen und durch Unterkünfte für den Gouverneur, Kasernen, ein Arsenal, eine Kapelle und einen Brunnen ersetzen. Die Anlage ist rund 600 Meter lang und 150 Meter breit.

Die Zitadelle hat ihre Kriege erlebt. In den Jahren 1793 und 1794 zogen von hier aus Expeditionen gegen Spanien, und baskische Jäger unter dem späteren Marschall Harispe zeichneten sich aus. 1814 hielt die Festung den britischen, spanischen und portugiesischen Truppen stand, der Krieg endete, bevor sie fiel. Im Ersten Weltkrieg saßen hier deutsche Kriegsgefangene. Bis 1923 lag eine Garnison in der Zitadelle, 1935 wurde sie zum Verkauf angeboten. Später kaufte die Gemeinde sie zurück.

Und dann kam die vielleicht menschlichste Episode ihrer Geschichte. In den Jahren des Spanischen Bürgerkriegs fanden in diesen Mauern fünfhundert baskische Kinder Zuflucht, die vor dem Krieg auf der anderen Seite der Berge geflohen waren. Seit 1963 ist die Zitadelle ein geschütztes Denkmal. Heute ist hier eine Schule untergebracht. Wo einst Soldaten auf Spanien blickten, lernen jetzt Jugendliche, und von oben siehst du über das Tal bis zu den Weinbergen von Irouléguy.

Söhne der Stadt

Für eine so kleine Stadt hat Saint-Jean erstaunlich viele Menschen hervorgebracht, an die man sich erinnert. Mit ihr verbunden ist Bernard Etxepare, der im sechzehnten Jahrhundert das erste gedruckte Buch in baskischer Sprache schrieb. Hier geboren wurde um 1530 Juan Huarte de San Juan, ein Arzt, der über die Unterschiede der menschlichen Begabungen nachdachte und heute als ein früher Vordenker der Psychologie gilt. Und im neunzehnten Jahrhundert kam hier Charles Floquet zur Welt, der Anwalt und Staatsmann wurde.

Auch die Gasse selbst erzählt. An der Tür einer Bäckerei steht eine Inschrift mit dem Preis des Weizens im Jahr 1789, dem Jahr der Revolution. Und eine Familie namens Inchauspé webt hier seit 1848 baskisches Leinen.

Pilger durch die Jahrhunderte

Über die Jahrhunderte hinweg sind unzählige Pilger durch diese Stadt gezogen, aber nur wenige haben Spuren hinterlassen, die wir heute noch lesen können. Ein italienischer Reisebericht aus dem Jahr 1477 erwähnt Roncesvalles mit dem Hospital des Orlando, wie die Italiener Roland nannten. Ein anderer italienischer Wegbeschreiber kannte bei Valcarlos eine Herberge mit dem Namen „La Campana“, die Glocke.

Am lebendigsten erzählt Domenico Laffi, ein Priester aus Bologna. Er ging dreimal nach Santiago, in den Jahren 1666, 1670 und 1673, zusammen mit einem anderen Priester, und sein Bericht erschien in mehreren Auflagen bis ins achtzehnte Jahrhundert. Auf seinem Weg kam Laffi über Toulouse und Orthez nach Roncesvalles. In Orthez schimpfte er über eine Stadt voller Ketzer, die über eine Fronleichnamsprozession gelacht hätten, und musste zugleich zugeben, dass der protestantische Wirt sich sehr gut um sie gekümmert habe. In Roncesvalles beobachtete er genau, wie dort die Messe gefeiert wurde. Wer heute aus Saint-Jean aufbricht, steht in einer langen Reihe solcher Menschen: fromm, neugierig, voller Vorurteile und dann doch überrascht von der Freundlichkeit Fremder.

Das Büro in der Rue de la Citadelle

Der Pilgerstrom von heute hat mit dem des Mittelalters nur noch wenig zu tun. Die meisten Menschen kommen nicht mehr zu Fuß über Ostabat, sondern mit dem Zug aus Bayonne. Für sie beginnt der Weg erst hier, im Pilgerbüro in der Rue de la Citadelle. Die Vereinigung der Freunde und Pilger des heiligen Jakobus betreibt es mit ehrenamtlichen Helfern, die aus der ganzen Welt kommen und viele Sprachen sprechen. Sie stellen Pilgerausweise aus, geben den ersten Stempel, erklären die Wettervorhersage für den Pass und zählen jeden, der sich meldet.

Diese Zahlen erzählen eine eigene Geschichte. 2018 meldeten sich hier 57.881 Pilger, 2019 waren es 61.104 aus 114 Ländern. Am meisten kamen aus Frankreich, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Spanien, Südkorea, Italien und Deutschland. Der stärkste Monat war der September mit über elftausend Pilgern, im Januar waren es keine dreihundert. Dann kam die Pandemie. Im Mai 2021 zählte das Büro gerade einmal 664 Pilger, im Mai 2023 waren es wieder fast elftausend. 2023 kamen insgesamt 57.338, 2024 mehr als 58.000.

Im Jahr 2025 meldeten sich 54.979 Pilger aus 118 Ländern, am meisten aus Frankreich, gefolgt von den Vereinigten Staaten, Spanien, Korea und Italien. Nicht alle gehen bis Santiago. Aber 30.345 Menschen, die hier gestartet waren, holten sich 2025 im Pilgerbüro in Santiago ihre Compostela. Damit ist Saint-Jean nach Sarria, Porto und Tui der viertgrößte Startort aller Jakobswege. Für eine Stadt von weniger als anderthalbtausend Einwohnern ist das eine gewaltige Zahl.

Der Berg, der respektiert werden will

Die erste Etappe gilt als eine der schwersten des ganzen Camino Francés. Auf der Napoleonroute steigst du von knapp 200 Metern auf über 1.400 Meter. Oben gibt es keinen Ort, kaum Schutz und im Herbst oft kein Wasser. Die französische Gendarmerie von Saint-Jean patrouilliert von März bis Oktober auf den rund zwanzig Kilometern bis zur Grenze, zu Fuß und mit dem Auto. An einem Tag, an dem im Ort 18 Grad gemessen wurden, waren es oben an der Croix Thibault nur 7. Die Gendarmen erzählen von Pilgern in Flip-Flops und T-Shirts und von Fällen von Unterkühlung. „Il nous arrive d'intervenir sur des cas d'hypothermie“, sagte ein Gendarm namens Louis.

Der Berg hat Menschenleben gekostet. Eine Chronik der Unglücke, die Leser unter einem Fachartikel zusammengetragen haben, beginnt im Jahr 2001: Damals verschwand ein Pilger namens Jorge Ferreira in der Nähe von Bentartea, man fand ihn erst am Ende des Winters. Im November 2016 verirrte sich Juan Francisco Criado aus Salamanca, stürzte in eine Schlucht und starb. Im März 2017 holte die Feuerwehr einen Vater und seinen Sohn aus Brasilien mit Unterkühlung aus der Schutzhütte von Izandorre.

Seit dem Winter 2015 auf 2016 sperrt die Regierung von Navarra deshalb den Weg über den Lepoeder-Pass jedes Jahr vom 1. November bis zum 31. März. Beschlossen wurde das nach Beratungen mit Valcarlos, den Freunden des Jakobswegs in Navarra, dem Departement auf französischer Seite, der navarresischen Polizei und der Notfallagentur. Wer im Winter hier aufbricht, muss über Valcarlos gehen. Im Dezember 2025 musste trotzdem ein erschöpfter Pilger aus dem gesperrten Abschnitt geholt werden.

Darf man einen Berg verbieten?

Diese Sperre ist nicht unumstritten. Der Camino-Autor Antón Pombo nannte sie 2017 in einem Artikel paternalistisch. Er fragte, ob man einem Berg überhaupt Türen einsetzen könne, und wies darauf hin, dass der noch höhere Somport auf dem Aragonesischen Weg nicht gesperrt wird. Eine Sperre nach dem Kalender werde dem Wetter nicht gerecht, das sich nicht an Daten halte. „Ningún responsable o gobernante quiere cargar con muertes“, schrieb er, kein Verantwortlicher will Tote auf dem Gewissen haben. Er schlug stattdessen vor, täglich nach dem Wetterbericht zu entscheiden, besser zu informieren, die Mobilfunkabdeckung zu verbessern und bei schlechtem Wetter in Gruppen zu gehen.

Andere halten dagegen, dass gerade unerfahrene Pilger die Gefahr unterschätzen, dass Nebel schnell vom Meer heraufzieht und dass Retter ihr eigenes Leben riskieren, wenn jemand im Schnee verloren geht. Beide Seiten haben Argumente, und die Debatte ist nicht entschieden. Sicher ist nur, dass dir das Pilgerbüro am Abend vorher sagt, wie das Wetter am Pass wird. Hör hin, und nimm den Berg ernst.

Was Saint-Jean dir mitgibt

Saint-Jean ist ein Ort des Anfangs, und ein Ort, an dem man sieht, wie viel schon vor einem angefangen hat. Durch das Tor oben sind Menschen gekommen, die Wochen und Monate unterwegs waren. Über den Pass dahinter sind Heere gezogen, Händler und Pilger. Der Codex hat über die Zöllner geschimpft, Laffi über die Ketzer, und beide sind trotzdem weitergegangen. In der Zitadelle haben Kinder Zuflucht gefunden, die vor einem Krieg geflohen waren.

Die meisten, die am Abend durch die Rue de la Citadelle gehen, wissen noch nicht, wie sich der Rucksack nach einer Woche anfühlt oder wer ihnen unterwegs begegnen wird. Das ist der eigentliche Zauber dieses Ortes. Nimm dir am Abend vor dem Start einen Moment an der Brücke über die Nive. Hinter dir liegt alles, was du mitgebracht hast. Vor dir liegt ein Berg, auf dem einmal tausend Kreuze gestanden haben sollen. Morgen beginnt etwas, von dem du noch nicht weißt, wohin es dich führt.

Übernachten in Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPP)

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Angebote in Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPP)

Was du vor der nächsten Etappe im Ort findest.

  • Geldautomat
  • Café
  • Geschäft
  • Arztpraxis
  • Apotheke
  • Brunnen
  • Post
  • Bahnhof
  • Bushaltestelle
  • Restaurant

Quelle: © OpenStreetMap contributors · aktualisiert März 2026

Caminos durch Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPP)

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