Orte

Ort am Jakobsweg

Traben-Trarbach

Germany

Unterkünfte
20
Camino
1
Höhe
126 m

Traben-Trarbach sind zwei Städte und eine Brücke: Von der Grevenburg steigst du ins alte Trarbach hinab, wo neben der Kirche eine von nur zwei Pilgerherbergen des Mosel-Camino steht. Um 1900 war die Stadt nach Bordeaux der wichtigste Weinhandelsplatz Europas. Bis Trier sind es laut Camino Ninja 73,5 Kilometer.

Aktuell in Traben-Trarbach (Stand: Oktober 2026)

  • Buddha-Museum: Nur noch bis 1. November 2026 geöffnet, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr. Danach ist Winterpause.
  • Weihnachtsmarkt unter der Erde: Der Mosel-Wein-Nachts-Markt in den historischen Weinkellern läuft vom 20. November 2026 bis 2. Januar 2027, an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag und an einigen Sondertagen.
  • Bus nach Wittlich: Die B53 zwischen Ürzig und Lösnich ist vom 19. Oktober bis voraussichtlich 30. November 2026 gesperrt. Die Buslinie 350 zwischen Wittlich und Traben-Trarbach fährt eine Umleitung über Zeltingen, rechne mit Verspätungen.

Wie lange bleiben?

Einen Pausentag wert. Die Etappe aus Bullay ist eine der härtesten des Mosel-Camino, und der Tag danach nach Osann-Monzel ist kurz. Dazwischen passt ein Tag in einer Stadt, die oben Burgruinen und unten Weinkeller hat: das Mittelmosel-Museum, in dem Goethe übernachtete, das Brückentor, die Grevenburg und die Unterwelt der Weinhändler. Von April bis Anfang November kommt das Buddha-Museum dazu.

Traben-Trarbach in Ninja-Zahlen

  • 73,5 Kilometer sind es laut Camino Ninja von hier bis zum Apostelgrab in St. Matthias in Trier. Gut die Hälfte des Mosel-Camino liegt hinter dir.
  • 2 Pilgerherbergen hat der ganze Mosel-Camino auf 157 Kilometern, und eine davon steht hier, in der alten Lateinschule (Stand: Oktober 2026).
  • 18 Millionen Liter Wein setzten die rund 100 Weinhandlungen und Kellereien der Stadt im Jahr 1899 um, etwa die Hälfte der damaligen deutschen Ernte.
  • 40 von 220 Wohnhäusern standen in Trarbach noch, als am 21. Juli 1857 nach rund vier Stunden der große Stadtbrand vorbei war.
  • Bis zu 8.000 Fronarbeiter bauten ab 1687 für Ludwig XIV. die Festung Mont Royal über der Moselschleife. Zehn Jahre später wurde sie wieder geschleift, bevor sie fertig war.

Ankommen: über die Grevenburg ins alte Trarbach

Auf dem Mosel-Camino kommst du aus Bullay, über die Marienburg, Zell und Enkirch. Die Etappe hat laut Weg-Beschreibungen rund 23 Kilometer und über 700 Höhenmeter. In Starkenburg, laut Camino Ninja 2,7 Kilometer vor dem Ziel, stehst du auf dem Felsgrat über der Mosel, mit evangelischer Barockkirche und den Resten der Burg, auf der 1328 eine Gräfin einen Erzbischof festhielt.

Dann geht es abwärts: an der Bismarckhütte vorbei, auf dem Moselsteig zur Himmelspforte, dem besten Blick auf die Stadt, und weiter zur Grevenburg. Gegenüber siehst du Traben und den Bergrücken des Mont Royal. Die Zufahrt zur Burg hat 20 Prozent Gefälle, danach führen alte Treppen hinunter nach Trarbach. Durch die Kirchgasse gehst du hinauf zur Pilgerherberge neben der evangelischen Kirche.

Kurz erzählt: Grafen, Franzosen und Weinhändler

Traben wird 830 erstmals erwähnt, Kaiser Ludwig der Fromme schenkte es dem Aachener Münster. Trarbach auf der anderen Moselseite war die Stadt der Grafen von Sponheim: Um 1350 zogen sie von der Starkenburg auf die neue Grevenburg über dem Ort. 1557 wurde die Grafschaft lutherisch, und Trarbach blieb eine evangelische Insel mitten im katholischen Erzbistum Trier. Ludwig XIV. baute ab 1687 gegenüber die Festung Mont Royal, 1734 sprengten die Franzosen die Grevenburg.

Reich wurde die Stadt mit Wein. Um 1900 war sie nach Bordeaux der wichtigste Weinhandelsplatz Europas, und weite Teile der Altstadt sind von Kellern unterhöhlt. 1904 wurden Traben und Trarbach eine Stadt, und das Geld der Weinhändler machte sie zur Jugendstilstadt.

Zwei Ufer, eine Brücke

Traben liegt links der Mosel auf der Eifelseite, Trarbach rechts auf der Hunsrückseite. Fast fünfzig Jahre lang hofften beide auf eine Brücke. Gebaut wurde erst ab dem 7. Mai 1898, nach Plänen von Bruno Möhring, und am 20. Dezember 1899 war die Brücke offen. Sie kostete 707.000 Mark.

Auf der Trarbacher Seite setzte Möhring ein Tor davor, sein erster Auftrag hier. Am 13. März 1945 wurde die Brücke gesprengt, das Tor blieb stehen. Für dich als Pilger hat die Brücke eine einfache Bedeutung: Du schläfst in Trarbach, deinen Stempel holst du in Traben.

Von der Burg zum Fluss: was du sehen solltest

Die Herberge liegt mitten im alten Trarbach, das meiste erreichst du ohne Rucksack zu Fuß. Für den Mont Royal brauchst du einen eigenen Ausflug.

  • Das Brückentor: Möhrings Torbau von 1899 aus rotem Sandstein mit Schiefer ist das Wahrzeichen der Stadt. Schau dir die Steinmetzarbeiten des Trabener Bildhauers Bernhard Wendhut an: auf der Südseite ein tanzendes Winzerpaar über dem Torbogen, an der Treppe zur Moselpromenade eine Säule mit einem Raben, der seine Jungen im Nest hütet. Drinnen ist seit dem ersten Tag eine Schänke.
  • Die evangelische Kirche Trarbach: Die Kirche in der Kirchgasse wird um 1330 erstmals erwähnt und stammt aus dem vierzehnten bis sechzehnten Jahrhundert. 1857 brannte sie im Stadtbrand. Sie ist geöffnet und hat eine Orgel, die Johann Michael Stumm 1748 gebaut hat und die 2010 rekonstruiert wurde. Neben ihr steht die Lateinschule von 1573, in der du schläfst, wenn du in der Pilgerherberge übernachtest.
  • Die Grevenburg: Graf Johann III. von Sponheim ließ sie ab 1350 bauen, viermal wurde sie belagert, im Juli 1734 gesprengt. Erhalten ist vor allem die Westwand des Kommandantenhauses. Die Ruine ist jederzeit frei zugänglich. Am Abend lohnt der Aufstieg noch einmal für den Blick über beide Ufer.
  • Das Mittelmosel-Museum: Das barocke Haus Böcking in der Casinostraße 2 ließ der sponheimische Landkassierer Johann Adolf Böcking Mitte des achtzehnten Jahrhunderts bauen. Im November 1792 übernachtete hier Goethe. Du siehst die Wohnräume der Familie, das Goethezimmer und die Originalpläne der Festung Mont Royal. Offen seit April 2026 dienstags bis freitags 10 bis 17 Uhr, am Wochenende 12 bis 16 Uhr.
  • Das Buddha-Museum: In der ehemaligen Kellerei Julius Kayser, die Möhring um 1906 als Jugendstilbau entwarf, zeigt das Museum seit 2009 rund 2.000 Buddha-Figuren aus vielen Ländern Asiens, die größte 3,90 Meter hoch. In einer Nische kannst du Sitzhaltungen der Meditation ausprobieren, vom Dachgarten blickst du auf die Mosel. Eintritt 15 € (Stand: Oktober 2026), offen bis 1. November 2026.
  • Die Unterwelt: Unter der Altstadt liegen die Gewölbe der alten Weinhandlungen, manche über 100 Meter lang und über mehrere Stockwerke. Die Premium-Unterwelt-Tour kostet 29 € mit vier Weinen und läuft ab Juni am zweiten und letzten Samstag im Monat. Buchen kannst du in der Tourist-Information.

Essen und Trinken

Hier trinkst du, was die Stadt reich gemacht hat: Riesling von den Steillagen. Die beste Art, ihn kennenzulernen, ist eine Weinprobe in den Kellern der Unterwelt. Im Brückentor wird seit 1899 ausgeschenkt, auf der Grevenburg gibt es eine Burgschenke, deren Öffnungszeiten wir nicht gefunden haben. Wer in der Pilgerherberge schläft, bekommt dort Frühstück.

Ehrlich gesagt

  • Der Abstieg geht in die Knie. Nach einem langen Tag mit über 700 Höhenmetern kommt die steile Burgzufahrt und dann die alte Treppe. Mach an der Grevenburg Pause, bevor du hinuntersteigst.
  • Nur eine echte Pilgerherberge. In der Saison sind die Moselorte voll. Ruf vorher an.
  • Touristenstadt, Touristenpreise. Das gilt hier und morgen in Bernkastel-Kues. Wer sparen will, plant das nächste Etappenende in Osann-Monzel.
  • Im Winter schläft die Stadt. Das Buddha-Museum ist nur von Ende März bis Anfang November offen, und die Premium-Unterwelt-Tour startet erst im Juni. Wer im Winter kommt, prüft vorher, was offen ist.

Wo Pilger schlafen

  • Pilgerherberge Mosel „Alte Lateinschule“: in der Lateinschule von 1573 neben der evangelischen Kirche in der Kirchgasse, also direkt am Weg. Ulrike Böcking führt sie seit 2011. Du brauchst einen Pilgerausweis, Frühstück ist dabei. Reserviere per Telefon oder E-Mail, die Kontaktdaten stehen in der App.

Daneben gibt es zwei günstige Alternativen. Die Mosel-Jugendherberge am Hirtenpfad ist nach einer Modernisierung im Sommer 2026 wieder offen, alle Zimmer haben ein eigenes Bad, ein Bett im Mehrbettzimmer kostet laut Camino Ninja ab 29 € mit Frühstück. Dazu kommt ein kleines privates Hostel mit Schlafsaal ab 29 €, das über Buchungsportale reservierbar ist. Die übrigen Betten sind Pensionen, Hotels, Weingüter und Ferienwohnungen.

Ninja-Tipps

  • Halt an der Himmelspforte: Kurz vor dem Abstieg liegt am Moselsteig der schönste Blick auf die Stadt. Hier siehst du beide Ufer, die Brücke und den Mont Royal auf einmal.
  • Stempel auf der anderen Seite: Den Pilgerstempel bekommst du in der Tourist-Information am Bahnhof in Traben, Am Bahnhof 5. Geh über die Brücke und nimm das Brückentor gleich mit.
  • Goethes Wein: Goethe kam im November 1792 im Dunkeln per Boot an und schrieb später über den Abend bei den Böckings: „wir genossen des köstlichsten Moselweins“. Probier ihn in einem der alten Keller.
  • Die Brandasche suchen: In der Mittelstraße 7 steckt an der Giebelwand ein schwarzer Klumpen aus geschmolzener Brandasche. Dort brach am 21. Juli 1857 der Stadtbrand aus, danach baute Trarbach seine Straßen rechtwinklig neu.
  • Unter die Erde im Advent: Wer zwischen dem 20. November und dem 2. Januar an einem Wochenende ankommt, geht abends auf den Weihnachtsmarkt in den alten Weinkellern.

Praktische Tipps für Pilger

  • Pilgerstempel: in der Tourist-Information, Am Bahnhof 5, Telefon 06541 83980.
  • Pilgerausweis: Für den Mosel-Camino gibt ihn die St. Jakobusbruderschaft Trier aus, per Post oder im Pilgerbüro in Trier. Besorg ihn vorab, die Herberge will ihn sehen.
  • An- und Abreise: Die Moselweinbahn fährt von Traben-Trarbach nach Bullay, dort hast du Anschluss an die Strecke Koblenz–Trier. Der Bus 350 fährt nach Wittlich.
  • Wasser: Füll deine Flaschen in der Stadt. Auf den Höhen zwischen den Etappenorten gibt es keins.

Weiter: über die Graacher Schanzen nach Bernkastel-Kues

Du verlässt Trarbach an der evangelischen Kirche durch die Kirchgasse, die Gerberstraße, die Wildbadstraße und die Bernkasteler Straße bis zum Gymnasium. Dann steigst du steil hinauf auf die Höhe. Über das Taubenhaus und die Graacher Schanzen kommst du nach Bernkastel, laut Camino Ninja 6,7 Kilometer, und über die Moselbrücke nach Bernkastel-Kues. Danach geht es durch die Reben über Lieser und den Brauneberg weiter.

Morgen erwartet dich

Morgen ist eine Erholungsetappe. Laut Camino Ninja sind es 17,8 Kilometer bis Osann-Monzel, wo die meisten Camino-Ninja-Pilger diese Etappe beenden und die Betten günstiger sind als in den beiden Touristenstädten. Unterwegs, in Kues, wartet das St.-Nikolaus-Hospital, das Nikolaus von Kues 1458 für 33 bedürftige Männer stiftete. In seiner Kapelle liegt das Herz des Kardinals. Der Rest von ihm ist in Rom begraben.

Tiefer eintauchen: Zwei Ufer, ein Wein und eine Brücke

Ein langer Text, falls du noch mehr über Traben-Trarbach erfahren willst. Etwa fünfzehn Minuten Lesezeit.

Von der Himmelspforte hinunter

Wenn du von Starkenburg kommst, hast du einen der härtesten Tage des Mosel-Camino fast hinter dir. Du bist am Morgen in Bullay losgegangen, über die Marienburg, durch Zell und Enkirch, über den Bummkopf und den Rottenblick. Jetzt gehst du an der Bismarckhütte vorbei, die noch auf ihren Wiederaufbau wartet, und auf dem Moselsteig zu einem Aussichtspunkt, der Himmelspforte heißt. Unter dir liegt eine Stadt in zwei Teilen. Links und rechts der Mosel, verbunden durch eine Brücke, auf der einen Seite ein Bahnhof, auf der anderen eine Burgruine. Gegenüber erhebt sich ein Bergrücken in der Moselschleife. Darauf stand einmal eine Festung, die zu den größten Frankreichs gehören sollte.

Dann kommt die Zufahrt zur Grevenburg, steil, mit 20 Prozent Gefälle. Von der Burg führen alte Treppen hinunter in die Gassen von Trarbach, und durch die Kirchgasse steigst du zur evangelischen Kirche hinauf. Daneben steht ein Haus mit einem Treppenturm, gebaut 1573 als Lateinschule. Heute ist es eine Pilgerherberge.

Dieser Text erzählt, wie aus zwei Dörfern an einem Fluss eine Stadt wurde. Er handelt von einer Gräfin, die einen Erzbischof festsetzte, von einem König, der den Weg zum Rhein suchte, von einem Brand, von sehr viel Wein und von einem Architekten aus Berlin. Und er führt bis in einen Bunker im Berg, der in diesem Jahrhundert noch einmal Schlagzeilen gemacht hat.

Ein Hof für Aachen und eine Burg auf dem Grat

Die älteste Nachricht kommt von der linken Moselseite. Im Jahr 830 wird Traben erwähnt, und Kaiser Ludwig der Fromme, ein Sohn Karls des Großen, schenkte den Ort dem Münster in Aachen. Trarbach auf der rechten Seite hatte damals noch keine große Rolle. Seine Geschichte beginnt ein Stück weiter oben, auf dem Felsgrat, über den du heute gekommen bist.

Dort, wo jetzt das Dorf Starkenburg liegt, bauten schon die Römer eine Festung. Um das Jahr 412 haben die Franken sie vermutlich zerstört. Ab 1125 saßen auf dem Grat die Grafen von Sponheim, genauer die Linie, die man die Hintere Grafschaft nennt. Im Jahr 1200 taucht der Name zum ersten Mal in einer Urkunde auf, als Starkenberg. Die Burg lag genau auf der Grenze zweier Pfarreien, Enkirch und Traben, und hatte deshalb zwei Lehnsherren. Den Enkircher Teil vergab der Erzbischof von Trier, den Trabener Teil das ferne Kloster Corvey an der Weser.

Die Gräfin und der Erzbischof

Die berühmteste Bewohnerin der Starkenburg kam aus den Vogesen. Loretta, geboren um 1300 aus dem Haus Salm, heiratete 1315 den Grafen Heinrich den Zweiten von Sponheim-Starkenburg. Acht Jahre später war sie Witwe, mit drei Söhnen. Als 1324 auch ihr Schwiegervater starb, übernahm sie die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Johann. Die Grafschaft war in einer schwierigen Lage, mit Streit um Gebiete, schlechten Ernten und wenig Geld.

Ihr mächtigster Nachbar war Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier und Kurfürst. Im Mai 1328 war Balduin mit dem Schiff auf der Mosel unterwegs, durch sponheimisches Gebiet. Es gab ein Stillhalteabkommen zwischen ihm und der Gräfin. Trotzdem überraschte Loretta ihn mit ihrem Gefolge und brachte den Erzbischof auf die Starkenburg, die als uneinnehmbar galt. Dort verhandelte sie zäh, und am Ende bekam sie Lösegeld und die Erfüllung ihrer politischen Forderungen.

Dafür drohte ihr der Kirchenbann. Loretta bat Papst Johannes den Zweiundzwanzigsten um Absolution und Sühne, und Balduin selbst unterstützte ihr Gesuch. Aus der Geisel wurde ein politischer Freund. Man erzählt, sie habe sich mit dem Lösegeld später die Frauenburg bei Birkenfeld gebaut, auf die sie sich zurückzog, als ihr Sohn 1331 heiratete und die Regierung übernahm. Sie starb 1346 und wurde in der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel begraben. In Traben-Trarbach heißt bis heute ein Rundwanderweg nach ihr.

Die Grafenburg über Trarbach

Ihr Sohn Johann der Dritte regierte die Grafschaft 67 Jahre lang. Man nannte ihn den Edlen und, weil seine Augen im Alter nachließen, den Blinden. Er war es, der die Familie vom Grat herunterholte. Um 1350 ließ er über Trarbach eine neue Burg bauen, die Grevenburg, die Grafenburg. 1357 wird sie zum ersten Mal mit Namen erwähnt. Die Starkenburg wurde danach nur noch von Burgmannen verwaltet und verfiel allmählich.

Johann ließ in Trarbach auch eine Kirche bauen und setzte einen Abt aus Himmerod ein, dem Kloster, in dem auch seine Mutter begraben ist. Der musste in Trarbach jeden Tag die Messe lesen, und wenn der Graf nicht da war, dreimal in der Woche. Johann starb am 30. Dezember 1398 und wurde ebenfalls in Himmerod beigesetzt. 1437 starb die Linie der Grafen aus. Die Grevenburg wurde Sitz der Amtleute ihrer Erben, der Markgrafen von Baden und der Pfalzgrafen, die die Grafschaft gemeinsam regierten.

Die Kirche in der Kirchgasse

Die evangelische Kirche, neben der du schläfst, ist die Hauptkirche von Trarbach. Um 1330 wird sie zum ersten Mal erwähnt. Ob sie die Kirche ist, die Johann bauen ließ, oder eine ältere, die er erweiterte, sagen die Quellen nicht eindeutig. Gebaut wurde an ihr vom vierzehnten bis ins sechzehnte Jahrhundert. Sie hat zwei ungleiche Schiffe, und im Westturm steckt vermutlich ein romanischer Kern. Ihr Standort heißt Auf Kästel, und manche vermuten darin den Hinweis auf einen römischen Vorgängerbau.

1557 führte der Pfalzgraf Friedrich der Zweite in der Grafschaft die lutherische Reformation ein. Damit wurde Trarbach etwas Seltenes an der Mosel: eine evangelische Stadt, umgeben vom katholischen Erzbistum Trier. Der Kirchenkreis Trarbach galt später als eine von drei evangelischen Inseln an der Mosel. 1573 entstand neben der Kirche die Lateinschule, 1672 bekam Trarbach ein lutherisches Konsistorium. Zeitweise teilten sich in Trarbach Protestanten und Katholiken ein Gotteshaus, ein sogenanntes Simultaneum. Akten darüber reichen von 1677 bis 1817.

Im Stadtbrand von 1857 brannte auch die Kirche. Heute ist sie geöffnet, und ihr Schatz ist die Orgel. Johann Michael Stumm hat sie 1748 gebaut, aus der Orgelbauerfamilie im Hunsrück. 1935 wurde sie umgebaut, 2010 rekonstruiert. Wie das Instrument den Brand überstanden hat oder ob es erst später hierher kam, haben wir nicht herausgefunden.

Auf der anderen Seite der Brücke steht die evangelische Peterskirche von Traben. Eine Urkunde über sie stammt von 1491, sie ist teils spätromanisch, teils spätgotisch und wurde 1968 und 1969 erweitert. Die katholische Kirche Sankt Peter und Paul in Traben ist jünger, eine neuromanische Kirche aus Schiefer, gebaut von 1910 bis 1912. Auch daran sieht man, dass die Katholiken hier erst spät zahlreich wurden.

Ein König sucht den Weg zum Rhein

Im siebzehnten Jahrhundert lag die kleine Grafschaft zwischen den Fronten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Grevenburg mehrfach erobert, und spanische Truppen bauten Kasematten und ein Vorwerk vor das Tor. Um 1680 erhob Ludwig der Vierzehnte von Frankreich Anspruch auf das Gebiet, im Zuge seiner Politik, ganze Landstriche an der Grenze für Frankreich zu beanspruchen.

1681 schickte sein Kriegsminister Louvois einen Ingenieuroffizier namens Thomas de Choisy los. Er sollte einen Platz finden auf dem Weg zum Rhein. Choisy wählte den Höhenzug in der Moselschleife gegenüber von Trarbach. Am 24. März 1687 bekam Vauban den Auftrag für den Entwurf, der Generalkommissar der französischen Festungen. Am 23. Mai legte er ihn dem König vor und erhielt dafür 12.000 Silbertaler. Im Juni gab Ludwig der Festung ihren Namen, Mont Royal, der königliche Berg. Am 25. Juli 1687 wurde der Grundstein gelegt.

Was dann entstand, war gewaltig. Bis zu 8.000 Menschen arbeiteten im Frondienst. Die Festung bedeckte 50 Hektar, war 1.600 Meter lang, ihr Wall fast drei Kilometer lang und bis zu 20 Meter hoch. Dazu kam eine ganze Garnisonsstadt. 1690 wurden hier 8.450 Soldaten, 3.000 Pferde und 1.500 Zivilisten versorgt. Es gab das größte Zeughaus Frankreichs, Kasernen für mehr als 4.000 Soldaten und ein Hospital mit rund 1.000 Betten. Die Grevenburg auf der anderen Seite baute man zur Vorfestung aus.

Fertig wurde Mont Royal nie. Am 30. Oktober 1697 schloss Frankreich den Frieden von Rijswijk, und danach musste die Festung geschleift werden, bevor der Bau vollendet war. Die Truppen zogen ab, die Zivilbevölkerung wurde nach Saarlouis umgesiedelt. Zehn Jahre Arbeit von Tausenden Menschen wurden wieder abgetragen. Was du heute auf dem Bergrücken findest, sind wenige Mauerreste.

Viermal belagert, einmal gesprengt

Die Grevenburg hatte noch fast vier Jahrzehnte vor sich. Im Spanischen Erbfolgekrieg nahmen die Franzosen unter Tallard sie 1702 ein. 1704 überwältigte Friedrich von Hessen-Kassel auf Befehl des Herzogs von Marlborough die französische Besatzung, danach saßen Niederländer in der schwer beschädigten Burg. 1714 wurde Kurtrier Eigentümer und ließ sie 1730 ausbessern, zum Schutz von Koblenz und dem Rhein.

Im Polnischen Erbfolgekrieg kamen die Franzosen wieder. Nach drei Wochen Belagerung nahmen sie die Grevenburg zum vierten und letzten Mal. Die Landstände des Erzstifts Trier weigerten sich, einen Wiederaufbau zu bezahlen, und so wurde die Burg im Juli 1734 gesprengt. Große Teile stürzten ins Tal. Übrig ist vor allem die Westwand des Kommandantenhauses, die man von weitem sieht, und darunter die Fundamente.

Goethe kommt im Dunkeln

Im achtzehnten Jahrhundert wurde Trarbach eine Stadt der Kaufleute. Ab 1747 fielen Handelsbeschränkungen weg. Die protestantischen Händler hatten Beziehungen in die Niederlande und nach England. Mitte des Jahrhunderts ließ sich der sponheimische Landkassierer Johann Adolf Böcking am Ufer ein barockes Haus bauen, nach Plänen des Oberbaudirektors Christian Ludwig Hautt aus Zweibrücken. Sechs Generationen der Familie wohnten darin.

Im November 1792 bekam das Haus einen Gast, der es berühmt machen sollte. Johann Wolfgang Goethe kam mit dem Boot auf der Mosel, im Herbst eines Jahres, in dem der Feldzug gegen das revolutionäre Frankreich gescheitert war. In seiner Kampagne in Frankreich schrieb er: Nun überfiel uns die Nacht, bevor wir Trarbach erreichen oder auch nur gewahren konnten. Sturm und Strömung machten die Fahrt schwer. Und dann: Endlich stiegen wir in Trarbach glücklich ans Land. Bei den Böckings genoss er, wie er schrieb, des köstlichsten Moselweins.

Im Museum heißt ein Raum heute Goethezimmer. 1837 war der spätere preußische König Friedrich Wilhelm der Vierte zu Gast, und nach Angaben der Stadt auch der französische Dichter Apollinaire. Seit 1955 ist das Haus das Mittelmosel-Museum. Gegründet hat es der Heimatforscher Ernst Willen Spies, der während des Zweiten Weltkriegs die Originalpläne der Festung Mont Royal aus Paris mitbrachte. In einem Speisezimmer hängen 1.100 Delfter Kacheln, die einst als Ballast auf Schiffen die Mosel heraufkamen. Und das Haus hat 1857 überstanden.

Der Sommer, in dem Trarbach brannte

Am 21. Juli 1857 brach in der Mittelstraße ein Feuer aus. Es war Sommer, die Fachwerkhäuser mit ihren Lehmwänden waren ausgetrocknet, auf den Dachböden lagen frisches Heu und Stroh. Der Wind blies von der Mosel ins Seitental des Kautenbachs und trug die Funken von Dach zu Dach. Und die beiden besten Feuerspritzen der Stadt waren gerade an die Nachbarstadt Zell ausgeliehen.

Nach etwa vier Stunden war es vorbei. Von 220 Wohnhäusern standen noch 40, von allen 355 Gebäuden noch 55. Nur an den Stadteingängen und am Ufer konnte man einige retten, darunter das Haus Böcking. Die Bonner Zeitung meldete zwei Tage später rund 250 zerstörte Häuser, darunter die Kirche. Tote gab es nach den Berichten keine. Die Ursache wurde nie geklärt. Eine Legende erzählt, Kinder hätten auf einem Dachboden Spiegeleier gebraten.

Es war ein Sommer der Brände an der Mosel. Zwei Tage nach Trarbach brannte Bernkastel, am 12. August Traben. Trarbach baute sich danach neu, mit rechtwinkligen Straßen, und das Fachwerk wurde verboten und verschwand aus dem Stadtbild. Und in der Mittelstraße 7 steckt noch ein schwarzer Klumpen aus geschmolzener Brandasche in der Wand, an der Stelle, wo alles anfing.

Eine Stadt auf Kellern

Das neue Trarbach wurde auf Wein gebaut, und zwar wörtlich. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts gruben die Händler unter beiden Ortsteilen Keller, bis weite Teile des Stadtkerns unterhöhlt waren. Manche Gewölbe sind über 100 Meter lang, manche reichen über mehrere Stockwerke. Die Nachfrage nach Riesling aus Großbritannien und aus Übersee war riesig. 1870 bekam Traben Anschluss an die Eisenbahn, und der Export wuchs weiter.

1899 gab es in der Stadt rund 100 Weinhandlungen, Weingüter und Großkellereien. Sie setzten in diesem Jahr etwa 18 Millionen Liter Wein um, ungefähr die Hälfte der gesamten deutschen Ernte. In Europa, so sagt man hier, war nur Bordeaux größer. Der Reichtum dieser Jahre schuf ein wohlhabendes Bürgertum, und dazu kam ein Kur- und Badebetrieb.

Die Blüte war kurz. Ab 1901 setzten schlechte Ernten, neue Gesetze für den Weinverkauf und billige Weine aus dem Ausland den Händlern zu, und der Erste Weltkrieg beendete die große Zeit. Die Keller sind geblieben. Mehr als 10.000 Menschen steigen jedes Jahr auf Führungen hinab, und im Advent findet darin ein Weihnachtsmarkt statt, unter der Erde.

Eine Brücke nach fünfzig Jahren

Was den beiden Weinstädten fehlte, war eine feste Verbindung. Fast fünfzig Jahre lang hofften die Schwesterstädte auf eine Brücke. 1848 boten französische Ingenieure an, Drahtseilbrücken über die Mosel zu spannen. 1854 zeichnete man eine Steinbrücke mit zehn Bögen. Nach dem Bahnanschluss von Traben 1870 wurde wieder beraten.

Gebaut wurde schließlich nach Entwürfen eines Architekten aus Berlin, Bruno Möhring, geboren 1863 in Königsberg. Er hatte sich auf die künstlerische Gestaltung von Eisenkonstruktionen spezialisiert, vor allem von Brücken. Am 7. Mai 1898 war der erste Spatenstich, am 10. August die Grundsteinlegung für die Pfeiler im Strom, vier Monate später standen alle Pfeiler. Im August 1899 wurde der letzte Bogen geschlossen, und am 20. Dezember 1899 ging die Brücke auf, 239 Meter lang. Sie kostete 707.000 Mark.

Auf der Trarbacher Seite baute Möhring Anfang 1899 ein Tor, das aussieht wie der Eingang zu einer mittelalterlichen Burg und doch ganz aus seiner Zeit stammt, mit Türmen, Schiefer und rotem Sandstein. Die Bildhauerarbeiten machte Bernhard Wendhut aus Traben. Er setzte ein tanzendes Winzerpaar über den Torbogen und einen Raben mit seinen Jungen im Nest auf eine Säule. Von Anfang an gab es im Tor eine Weinstube. 1904, fünf Jahre nach der Brücke, wurden Traben und Trarbach eine Stadt.

Ein Berliner an der Mosel

Beim Brückenbau lernte Möhring die Weinhändler und Hoteliers der beiden Orte kennen, und sie wurden seine Auftraggeber. Im Jahr 1900 gestaltete er auf der Weltausstellung in Paris die deutsche Weinausstellung und das Weinrestaurant im Deutschen Haus. Zurück an der Mosel baute er von 1901 bis 1903 für Richard Feist das Hotel Clauss-Feist, heute das Jugendstilhotel Bellevue, außen mit Schiefer und Sandstein der Mosel, innen ganz Jugendstil.

1904 war die Villa Huesgen fertig, für den Weinhändler Adolph Huesgen, den man wegen seiner imposanten Erscheinung den Moselbismarck nannte. Möhring entwarf das Haus, die Innenräume und den Garten als ein Ganzes. Im Garten hängt eine Kupferplatte mit Löwenkopf, die Huesgen auf der Weltausstellung in Paris gekauft hatte. 1905 folgte die Villa Breucker, deren Vorbau an eine japanische Pagode erinnert. Und um 1906 entstand die Kellerei Julius Kayser, die als einzige im Jugendstil erbaute Kellerei Europas galt.

Möhring wurde einer der wichtigsten Jugendstilarchitekten Deutschlands. Er baute Brücken in Berlin und Bonn und plante später Hochhäuser, als die meisten seiner Kollegen sie noch ablehnten. 1929 starb er in Berlin. 2003 setzte ihm Traben-Trarbach ein Denkmal, und die alte Kellerei Kayser hat heute die Adresse Bruno-Möhring-Platz 1.

Elf Minuten nach neun

Die Jugendstilbauten überstanden den Zweiten Weltkrieg weitgehend, die Brücke nicht. Am 13. März 1945, um 9.11 Uhr, wurde sie gesprengt, in den letzten Wochen des Krieges. Das Tor blieb stehen, und es steht bis heute im Zustand von vor dem Krieg. 1947 und 1948 baute man die Brücke wieder auf.

Auch der Berg gegenüber hatte im zwanzigsten Jahrhundert seine Geschichte. Von 1929 bis 1937 grub man die Reste der Festung Mont Royal teilweise aus, zuletzt mit dem Reichsarbeitsdienst. Die damalige Führung erhoffte sich davon eine propagandistische Wirkung gegen Frankreich. Nach dem Krieg wurden die Ruinen für Besucher neu erschlossen.

Ein Bunker im Berg

Auf dem Mont Royal zog nach dem Krieg die Bundeswehr ein. Ab den späten 1970er Jahren saß in der Kaserne das Amt für Wehrgeophysik, später das Amt für Geoinformationswesen, und tief im Berg lag ein Bunker mit fünf Ebenen, bis zu 25 Meter tief, in dem die Bundeswehr ein Rechenzentrum betrieb. 2012 zog das Amt ab, im April 2013 gab die Bundeswehr das Gelände ab.

Im Juni 2013 kaufte es ein Niederländer namens Herman Johann Xennt für 450.000 Euro. Er betrieb darin einen Dienst, der Webseiten beherbergte und damit warb, sie unabhängig vom Inhalt online zu halten. Im September 2019 durchsuchten Hunderte Polizisten den Bunker und beschlagnahmten 886 Server. Auf ihnen sollen Drogenmärkte im Darknet, Datenhehlerei und Angriffe auf Computer gelaufen sein, insgesamt fast 250.000 Straftaten.

Am 13. Dezember 2021 verurteilte das Landgericht Trier acht Angeklagte wegen der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, den Hauptangeklagten zu fünf Jahren und neun Monaten. Von der Beihilfe zu den Taten auf ihren Servern sprach das Gericht sie frei. Und hier liegt die Frage, über die bis heute gestritten wird: Ist der verantwortlich, der den Raum vermietet, wenn darin Verbrechen geschehen? Das Gericht fand, die Angeklagten hätten gewusst, dass ihre Kunden die Server für Straftaten nutzten. In der Urteilsbegründung hieß es laut Bericht: Eine generelle Kenntnis, dass illegale Dienste gehostet werden, reicht aber für den Gehilfenvorsatz nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr gewollt, die Verteidigung bestritt, dass es überhaupt eine kriminelle Vereinigung gab. Du musst das nicht entscheiden. Aber auf dem Berg, auf dem einmal ein König seine Festung baute, steht nun ein Bunker, der seit 2023 dem Land Rheinland-Pfalz gehört. Im Juni 2024 wollte das Land ihn zum vollen Wert verkaufen. Ob das inzwischen geschehen ist, haben wir nicht herausgefunden.

Buddhas in der Kellerei, Pilger in der Lateinschule

Die jüngste Geschichte der Stadt ist leiser. 2000 kaufte der Unternehmer Wolfgang Preuß, ein Buddhist aus Mainz, die alte Kellerei Kayser. Er ließ sie so originalgetreu wie möglich restaurieren, mit Naturstein, und 2009 eröffnete darin das Buddha-Museum. Rund 2.000 Figuren aus Burma, China, Indien, Kambodscha, Laos und Thailand hat er in etwa zwanzig Jahren gesammelt. Die größte ist 3,90 Meter hoch und wiegt zwei Tonnen. Dass ausgerechnet in einer Weinkellerei an der Mosel Buddhas sitzen, ist eine der schönen Überraschungen dieses Weges.

Und dann kamen die Pilger. Im Sommer 2008 legten zwei Privatleute, Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter, den Mosel-Camino von Koblenz nach Trier an, mit gelben Muscheln auf blauem Grund. Seit 2011 ist die alte Lateinschule neben der Kirche eine Pilgerherberge, geführt von Ulrike Böcking. Im selben Jahr begann ein jährliches Pilgertreffen in Traben-Trarbach, um den Jakobustag am 25. Juli. 2012 lud man dazu in die Peterskirche zu einem Konzert mit dem Titel Auf den Wegen nach Santiago de Compostela und am Sonntag zum Pilgergottesdienst nach Starkenburg. Heute ist die Lateinschule eine von nur zwei Pilgerherbergen auf dem ganzen Weg.

Was Traben-Trarbach dir mitgibt

Traben-Trarbach ist eine Stadt, die zweimal gebaut wurde, oben und unten. Oben stehen die Burgen der Grafen und die Mauern eines Königs, der nicht fertig wurde. Unten liegen die Keller der Händler, die mit Wein reich wurden, bis der Krieg kam. Dazwischen fließt die Mosel, und über sie führt eine Brücke, auf die beide Ufer fünfzig Jahre gewartet haben.

Vielleicht nimmst du von hier ein Bild mit. Am Abend gehst du von der Herberge in der Kirchgasse hinunter ans Ufer, über die Brücke nach Traben und durch das Tor zurück, unter dem Winzerpaar hindurch, das seit 1899 über dem Bogen tanzt. Morgen steigst du wieder auf die Höhe, über die Graacher Schanzen nach Bernkastel und Kues, zu einem Kardinal, von dem nur das Herz zurückkam. Bis Trier sind es noch 73,5 Kilometer. Einen der härtesten Tage hast du hinter dir.

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Quelle: © OpenStreetMap contributors · aktualisiert April 2026