Ort am Jakobsweg
Zell (Mosel)
Germany
- Unterkünfte
- 11
- Camino
- 1
- Höhe
- 99 m
Zell liegt mitten im Zeller Hamm, einer fast 14 Kilometer langen Moselschleife, die der Mosel-Camino über die Marienburg abkürzt. Auf diesem Stück ist die Pfarrei vor dir gewandert: vom Petersberg nach Kaimt, wo 1143 eine Jakobuskapelle belegt ist, und um 1200 nach Zell. Bis Trier sind es noch 89,3 Kilometer.
Wie lange bleiben?
Ein Nachmittag reicht. Zell liegt mitten in der Etappe von Bullay nach Traben-Trarbach, und für die meisten Pilger ist es eine lange Mittagspause: Brunnen mit der Schwarzen Katz, Schloss, Peterskirche und Fußgängerzone liegen nah beieinander in der kleinen Altstadt. Die beiden Kirchen sind außerhalb der Gottesdienste meist geschlossen, die Marienburg siehst du nur von außen. Wer die Neun-Etappen-Fassung der St. Jakobusbruderschaft Trier geht, schläft hier ohnehin und hat dann den Abend für Wein und Ufer.
Zell in Ninja-Zahlen
- Fast 14 Kilometer lang ist die Moselschleife des Zeller Hamm. Der Camino kürzt sie ab: Von Bullay über die Marienburg sind es laut Camino Ninja nur 5,4 Kilometer bis Zell.
- 1143 taucht die Jakobuskapelle in Kaimt zum ersten Mal in einer päpstlichen Urkunde auf. Seit 1781 liegen im Hochaltar Reliquien, die man dem Apostel zuschreibt.
- 152 Gebäude zerstörte der Stadtbrand von 1848, 900 Menschen verloren ihr Zuhause.
- 11,30 Meter zeigte der Pegel in Trier beim Hochwasser 1993. Ab 8,70 Metern steht Zell unter Wasser.
Ankommen: über den Berg und über die Brücke
Von Bullay steigst du auf dem Mosel-Camino in Serpentinen hinauf zur Marienburg, laut Camino Ninja 3,8 Kilometer vor Zell. Von dort oben siehst du die ganze Schleife, die du gerade abschneidest. Dann geht es über eine Straße Richtung Barl, an der Ruine des Marienthaler Hofs vorbei und hinunter nach Kaimt auf dem linken Ufer, zur Pfarrkirche St. Jakobus.
Über die Fußgängerbrücke wechselst du auf die rechte Moselseite. Danach links und gleich wieder rechts, und du stehst in der Fußgängerzone von Zell, wo du einkehren kannst.
Kurz erzählt: Römer, Kurfürsten und ein großes Feuer
Zell entstand nach dem Jahr 70, vermutlich aus einer römischen Straßenstation am Zeller Bach. 1978 fand man in der Oberstraße Reste eines Bades. 1222 erlaubte der Trierer Erzbischof Theoderich von Wied eine Stadtmauer, ab 1332 war Zell kurtrierisch und bis 1794 Sitz eines Oberamts. Als Franz von Sickingen 1522 Trier angriff, halfen rund hundert Zeller bei der Verteidigung. Der Kurfürst ließ danach ab 1530 das Schloss bauen.
1794 kamen die Franzosen, 1816 machten die Preußen Zell zur Kreisstadt. 1848 brannte ein großer Teil der Altstadt ab, von der Stadtmauer blieben nur der Runde und der Viereckige Turm. 1969 verlor Zell den Kreissitz an Cochem. Heute leben hier gut 4.000 Menschen, und Zell ist eine der größten Weinbaugemeinden an der Mosel.
Eine Pfarrei geht um die Schleife
Was du auf den knapp vier Kilometern von der Marienburg nach Zell gehst, ist die Reihenfolge, in der hier das Christentum umgezogen ist. Die erste Kirche des Zeller Hamm stand auf dem Petersberg, genannt schon 690 im Testament einer fränkischen Königstochter. Als um 1145 dort oben ein Frauenkloster entstand, wanderte die Pfarrei hinunter nach Kaimt. 1143 ist dort eine Jakobuskapelle belegt. Zwischen 1193 und 1220 ging sie weiter über den Fluss nach Zell und nahm ihren Patron mit: Petrus, nach dem der Berg einmal hieß.
Der Mosel-Camino ist erst seit 2008 markiert, und einen mittelalterlichen Jakobsweg durch den Hamm kennt keine Quelle. Aber er führt dich genau über diese drei Stationen: Berg, Jakobus, Petrus. Die Schleife gehst du nicht aus, ihre Geschichte nimmst du trotzdem mit.
Von der Marienburg zur Peterskirche: was du sehen solltest
Die Marienburg und Kaimt liegen am Weg vor Zell, alles andere in der kleinen Altstadt am rechten Ufer.
- Die Marienburg: Auf dem Petersberg stand eine Burg und eine Peterskirche, bevor Abt Richard von Springiersbach um 1145 hier ein Kloster für Augustinerinnen gründete. 1157 wurde ihre Marienkirche geweiht, damals Pfarrkirche für Zell, Kaimt, Merl und Pünderich. 1515 hob Papst Leo X. das Kloster auf, weil der Trierer Kurfürst den Berg als Festung wollte. 1650 wurde die Festung zerstört. Heute ist sie eine Jugendbildungsstätte des Bistums Trier, besichtigen kannst du sie nur von außen. Für Pilger zählt der Blick: Von hier oben überschaust du den Zeller Hamm. Für uns ist es der beste Blick des ganzen Mosel-Caminos.
- St. Jakobus in Kaimt: Die Jakobuskapelle wird 1143 in einer Urkunde von Papst Innozenz II. genannt. Bei der Weihe eines Neubaus am 13. März 1781 kamen Reliquien, die man dem heiligen Jakobus zuschreibt, in den Hochaltar. Die heutige Kirche entstand 1968 bis 1970 nach Plänen von Karl Peter Böhr, nur der alte Turm blieb stehen. Innen hängt eine romanische Steintafel von um 1220: Sie nennt die Stifter Sifrid und Friderun, die zwei Weinberge für eine Messe an jedem Mittwoch schenkten, und gilt als älteste mittelalterliche Darstellung eines Moselwinzers. Der Tabernakel hat die Form eines Weinstocks. Geöffnet ist die Kirche nur zu Gottesdiensten.
- St. Peter: Die Pfarrkirche aus rotem Sandstein entstand 1786 bis 1793 vor dem alten unteren Stadttor. Den Hochaltar von 1787 schuf Matthias Höpp aus Trier, mit einem Baldachin auf vier Säulen, wie man ihn sonst aus Bischofskirchen kennt: ein Zeichen, dass der Trierer Kurfürst hier Herr war. Der Taufstein trägt die Jahreszahl 1461 und stammt aus der Vorgängerkirche, die Madonna am linken Seitenaltar aus der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts. Den größten Schatz siehst du nur am Fest Peter und Paul: ein Reliquiar aus Limoges mit einem Fußknochen, den man dem Apostel Petrus zuschreibt. Außerhalb der Gottesdienste bleibt die Kirche zu.
- Der Brunnen der Schwarzen Katz: Auf dem Marktplatz sitzt seit 1936 eine Katze aus Eifeler Basalt mit gewölbtem Rücken auf einem Weinfass. Sie steht für die berühmte Weinlage, und die Inschrift erinnert an die Zeller, die 1522 Trier verteidigten. Zur Herkunft des Namens gibt es mehrere Legenden, aber keine sichere Antwort (mehr dazu im langen Text unten).
- Das Kurfürstliche Schloss: Kurfürst Richard von Greiffenklau ließ es ab 1530 bauen, der Überlieferung nach als Dank für die Zeller Hilfe gegen Sickingen. Der spätgotische Flügel mit den zwei Türmen ist von 1542. Heute ist es ein Hotel, du siehst es nur von außen. In einem Nebengebäude richtete die jüdische Gemeinde 1849 ihre Synagoge ein, heute eine Gedenkstätte, von Mai bis Oktober samstags 15 bis 17 Uhr offen.
Essen und Trinken
Einkehren kannst du in der Fußgängerzone gleich hinter der Brücke, einzelne Lokale empfehlen wir nicht. Und weil du hier in einer der größten Weinbaugemeinden der Mosel bist, lohnt ein Glas Riesling aus der Lage, nach der die Katze auf dem Brunnen heißt. Im Gewölbekeller des Rathauses öffnet von Mai bis Oktober die Vinothek „Zeller Schwarze Katz“. Wer im Sommer kommt, trifft auf Weinfeste: Schwarze Katz am letzten Juniwochenende, die St.-Jakobus-Weinkirmes in Kaimt am letzten Juliwochenende.
Ehrlich gesagt
- Zell hat keine Pilgerherberge. Du schläfst in Gästezimmern, Weingütern oder Ferienwohnungen und musst vorher buchen. Die nächste Pilgerherberge steht in Traben-Trarbach.
- Die Kirchen sind meist zu. St. Peter und St. Jakobus kannst du laut Tourismusbüro nur von außen oder während der Gottesdienste sehen.
- Hinter Zell wird es steil. Nach der Pause steigst du aus dem Tal auf rund 420 Meter, und bis Traben-Trarbach warten drei kräftige Anstiege. Plan die Pause so, dass dir genug Tag für den Rest bleibt.
- Kein Bahnhof. Der nächste Bahnhof ist Bullay, rund sieben Kilometer entfernt.
Wo Pilger schlafen
Eine Pilgerherberge gibt es in Zell nicht. In der App findest du Gästezimmer, Ferienwohnungen und Weingüter mit Zimmern, laut Camino Ninja ab etwa 45 € (Stand: Oktober 2026). Bettenreserven für Spontanankünfte gibt es am Mosel-Camino kaum, ruf also vorher an.
Die nächste Pilgerherberge liegt 15,8 Kilometer weiter in Traben-Trarbach: Pilgerherberge Mosel „Alte Lateinschule“, eine von nur zwei Pilgerherbergen am ganzen Mosel-Camino.
Ninja-Tipps
- Jakobus vor Petrus: Geh in Kaimt nicht achtlos vorbei. Die Jakobuskirche liegt am Weg, bevor du über die Brücke nach Zell gehst. Wenn sie offen ist, such die Steintafel mit dem Winzer an der linken Wand.
- Zum Fest Peter und Paul: Wer am 29. Juni durchkommt, hat die Chance, das Petrus-Reliquiar aus Limoges zu sehen. An den übrigen Tagen wird es nicht gezeigt.
- Einkaufen in Barl: Von der Marienburg führt der Weg über eine Straße Richtung Barl, den Ortsteil auf der Höhe. Dort steht ein großer Supermarkt. Hinter Zell geht es lange durch den Wald, kauf deinen Proviant also vorher.
- Die Katze suchen: Der Schwarze-Katz-Rundweg ist rund drei Kilometer lang und erklärt auf Tafeln den Steillagen-Weinbau. Für einen Pausentag oder einen langen Abend ist er die kurze Alternative zum Weiterlaufen.
- Museum am Nachmittag: Das Wein- und Heimatmuseum im Rathaus zeigt römische Bad-Reste mit Fußbodenheizung und die Geschichte der Schwarzen Katz. Geöffnet ist es in der Saison nachmittags von 14 bis 17 Uhr, montags zu. Winterzeiten haben wir nicht gefunden.
Praktische Tipps für Pilger
- Stempel: Eine feste Stempelstelle in Zell haben wir nicht gefunden. Frag in der Tourist-Information im Rathaus, Balduinstraße 44, oder im Pfarrbüro. Sicher bekommst du ihn in Traben-Trarbach in der Tourist-Information am Bahnhof.
- Pfarrbüro: Pfarreiengemeinschaft Zeller Hamm, Schlossstraße 16, Telefon +49 6542 4536. Geöffnet Montag, Mittwoch und Freitag 8 bis 11 Uhr, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, dienstags zu. Hier fragst du nach Messzeiten.
- An- und Abreise: Zell hat keinen eigenen Bahnhof. Bullay liegt an der Strecke Koblenz–Trier und wird auch von Intercity-Zügen angefahren.
Weiter: hinauf in den Hunsrück
Du verlässt Zell über die Hauptstraße bis zum Kreisel, biegst Richtung Hunsrück ab und steigst ab der Brandenburgstraße die ersten rund 100 Höhenmeter hinauf. An der ehemaligen Wassertretanlage beginnt der lange Anstieg über einen Bergkopf mit den Resten eines römischen Kultbaus zur Schönen Aussicht und zur Bummkopfhöhe. Dann geht es durch den Wald zum Fünftälerblick und hinunter nach Enkirch, laut Camino Ninja 9,5 Kilometer von Zell. Über die Burgruine Starkenburg bei Kilometer 13,2 erreichst du Traben-Trarbach nach 15,8 Kilometern. Bis Bernkastel-Kues sind es 22,8 Kilometer, bis Trier 89,3.
Morgen erwartet dich
Traben-Trarbach hat, was Zell fehlt: mit der „Alten Lateinschule“ eine echte Pilgerherberge, eine von nur zwei am Mosel-Camino. Und kurz davor kommst du an der Starkenburg vorbei, auf der Loretta von Sponheim im Sommer 1328 den Trierer Erzbischof Balduin von Luxemburg einen Monat lang festhielt. Sie wurde exkommuniziert und setzte ihre Forderungen trotzdem durch.
Tiefer eintauchen: Eine Katze, ein Apostelknochen und eine wandernde Pfarrei
Ein langer Text, falls du noch mehr über Zell erfahren willst. Etwa fünfzehn Minuten Lesezeit.
An der Brücke von Kaimt
Wenn du von der Marienburg herunterkommst, stehst du zuerst nicht in Zell, sondern in Kaimt, auf dem linken Ufer der Mosel. Vor dir liegt die Fußgängerbrücke, drüben die Stadt, und der Fluss legt hier eine Schleife, die fast 14 Kilometer lang ist. Die Menschen hier nennen diese Schleife den Zeller Hamm. Der Mosel-Camino geht oben herum, über den Berg. Der Fluss nimmt den langen Weg.
Zell ist ein kleiner Ort mit gut 4.000 Einwohnern, und auf den ersten Blick ist er vor allem ein Weinort. Eine Katze auf einem Fass sitzt auf dem Marktplatz, eine Katze mit Weinglas ist das Logo der Stadt. Aber unter dem Wein liegt eine ältere Geschichte. Sie handelt von einer Kirche auf einem Berg, von einer Pfarrei, die zweimal umgezogen ist, von einem Apostel, dessen Knochen man in einem Schrein aus Limoges verwahrt, von einem Kurfürsten, der sich bei seinen Bürgern bedankt hat, und von einem Streit vor Gericht, in dem es um nichts anderes ging als um den Namen einer Katze.
Eine Straßenstation am Bach
Gewohnt haben Menschen an dieser Stelle schon in der jüngeren Steinzeit. In Kaimt fand man Steinbeile und eine Axt. Später lebten hier Kelten vom Stamm der Treverer, nach denen die Stadt Trier ihren Namen hat. Zwischen 58 und 51 vor Christus eroberte Caesar das Land westlich des Rheins, und knapp ein halbes Jahrtausend blieb die Mosel römisch.
Zell selbst entstand vermutlich aus einer römischen Straßenstation am Zeller Bach, irgendwann nach dem Jahr 70. Im Jahr 1912 kam eine Aschenkiste mit drei Urnen ans Licht, und 1978 fand man in der Oberstraße die Reste einer Badeanlage und einer Straße. Teile dieses Bades mit seiner Fußbodenheizung kannst du heute im Museum im Rathaus sehen. Rund um den Ort standen mindestens sieben römische Gutshöfe.
Und die Römer brachten den Wein. Im ersten Jahrhundert nach Christus begann an der Mosel der Weinbau. In Zell zeugen ein Kelterstein im Ortsteil Corray davon, Rebmesser aus Merl und vom Berg über der Stadt, und ein Trinkbecher aus dem frühen vierten Jahrhundert, auf dem steht: Vinum nobis, Wein für uns. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, was Zell in den nächsten sechzehn Jahrhunderten tun wird.
Um 400 kamen die Franken an die Mosel, in der Mitte des fünften Jahrhunderts fiel das Land endgültig an sie. Kaimt wird 732 oder 733 zum ersten Mal in einer Urkunde genannt, Merl 782. Im frühen Mittelalter waren die beiden Dörfer wichtiger als Zell.
Die Kirche auf dem Berg
Die Geschichte des Christentums im Zeller Hamm beginnt oben, auf dem Berg, über den du gerade gekommen bist. Im Jahr 690 erwähnt das Testament einer Frau namens Adela, einer Tochter des fränkischen Königs Dagobert des Zweiten, eine Kirche im Zeller Hamm. Sie stand auf dem Sankt Petersberg, dort, wo heute die Marienburg steht, und war die Mutterkirche eines großen Bezirks. Ihr Patron war Petrus. Merk dir diesen Namen, er wird noch umziehen.
Auf dem Berg stand auch eine Burg. Er war wegen der Mosel strategisch wertvoll. 1140 holte sich der Trierer Erzbischof Albero die Burg zurück, nachdem der Pfalzgraf Wilhelm von Ballenstedt ohne Erben gestorben war. Und dann übergab er Kirche und Pfarrei an die Augustiner-Chorherren der Abtei Springiersbach. Zwei Päpste und König Konrad der Dritte bestätigten das zwischen 1142 und 1144.
Der Abt von Springiersbach, Richard, gründete auf dem Berg ein Kloster für Augustinerinnen. Die alte, baufällige Peterskirche ließ er abreißen und an ihrer Stelle eine Kirche für Maria bauen. 1145 taucht in den Quellen zum ersten Mal der Name castrum Mariae auf, Burg Mariens. Aus dem Petersberg wurde die Marienburg. 1157 wurde die neue Kirche geweiht, als Pfarrkirche für Pünderich, Merl, Zell und Kaimt.
Ganz ohne Streit ging das nicht. Der Pfalzgraf wollte die Burg nicht so einfach aufgeben. 1161 entschied Kaiser Friedrich Barbarossa den Streit, und der Pfalzgraf bekam eine andere Burg, die Ehrenburg, als Ersatz.
Die Pfarrei wandert hinunter
Bald nachdem die Nonnen auf den Berg gezogen waren, verlegte man die Pfarrkirche hinunter, auf das linke Ufer, nach Kaimt. Dort stand schon eine Kapelle des heiligen Clemens. Und in einer Bulle von Papst Innozenz dem Zweiten aus dem Jahr 1143 wird in Kaimt eine Jakobuskapelle genannt. Es ist die älteste Erwähnung des Apostels Jakobus, die dir an diesem Teil des Mosel-Caminos begegnet.
Aus dieser Zeit stammt ein Stück, das du in der Kirche von Kaimt heute noch sehen kannst, wenn sie offen ist. An der linken Innenwand hängt eine romanische Tafel aus Kalksandstein, eine Trierer Arbeit von um 1220. Sie zeigt einen bärtigen Mann und trägt eine Inschrift. Darin werden zwei Menschen genannt, Sifrid und Friderun. Sie haben die Kirche erneuert und zwei Weinberge an die Peterskirche in Zell geschenkt, damit dort an jedem Mittwoch eine Messe gelesen wird. Der Weinhistoriker Karl-Josef Gilles hält das Relief für die älteste mittelalterliche Darstellung eines Moselwinzers. Es ist zugleich eines der ältesten Zeugnisse der Zeller Peterskirche überhaupt.
Denn die Pfarrei war inzwischen schon weitergezogen. Zwischen 1193 und 1220, so genau weiß man es nicht, verlegte Erzbischof Johann der Erste den Pfarrsitz und das Hochgericht über den Fluss nach Zell. Und mit dem Sitz zog der Name des alten Patrons mit: Die Pfarrkirche von Zell wurde Sankt Peter. 1259 wird zum ersten Mal ein Pfarrer dieser Kirche in einer Urkunde genannt.
Wenn du heute von der Marienburg über Kaimt nach Zell gehst, gehst du also genau den Weg, den die Pfarrei in wenigen Jahrzehnten gegangen ist. Vom Berg zu Jakobus, von Jakobus zu Petrus. Du brauchst dafür knapp vier Kilometer.
Jakobus am linken Ufer
Kaimt blieb seinem Jakobus treu, auch als die Pfarrei längst in Zell war. Die alte Kirche dort war die Kapelle des kurtrierischen Hofes in Kaimt. Zwischen 1770 und 1781 wurde sie neu gebaut, und am 13. März 1781 geweiht. In den Hochaltar legte man damals Gebeine, die als Reliquien des heiligen Jakobus galten. Woher sie kamen, sagt keine Quelle, die wir gefunden haben. Man sollte sie so nehmen, wie man die meisten Reliquien dieser Zeit nehmen muss: als Zeichen dafür, wem diese Kirche gehören sollte.
1802 wurde Kaimt eine eigene Pfarrei. 1968 riss man die Kirche unter Pfarrer Walter Benz bis auf den Turm ab, und nach Plänen des Trierer Architekten Karl Peter Böhr entstand ein Neubau, nach Angaben der Gemeinde der fünfte Kirchenbau in Kaimt. Die Ausstattung blieb. Der Tabernakel hat die Form eines Weinstocks, und in ihm sind die Stationen der Kirchengeschichte dargestellt.
Jakobus ist in Kaimt bis heute nicht nur ein Name an der Kirchentür. Am letzten Wochenende im Juli feiert der Ort die Sankt-Jakobus-Weinkirmes. Am 25. Juli ist der Festtag des Apostels. Dass man ihn an der Mosel mit Wein feiert, ist vielleicht die ehrlichste Art, ihn hier zu Hause sein zu lassen.
Eine Stadt mit Mauer
Zell wuchs. 1222 erlaubte der Trierer Erzbischof Theoderich von Wied den Zellern, ihre Siedlung zu befestigen, und um 1229 stand die Mauer. 1222 gilt als das Jahr, in dem Zell Stadt wurde. Die Menschen lebten vom Wein, vom Ackerbau, vom Vieh und vom Handel. Ab 1332 war Zell eine kurtrierische Stadt, und bis 1794 saß hier ein Oberamt des Kurfürstentums Trier.
Die Kirche und die Herren besaßen viel von dem, was die Zeller anbauten. Als man zwischen 1719 und 1721 die Weinberge vermaß, gehörten rund ein Viertel der Rebstöcke geistlichen Herren. Das Trierer Domkapitel allein besaß 66.000 Stöcke. Die Kurfürsten kümmerten sich auch um die Qualität. 1750 verbot Franz Georg von Schönborn, Wein zu verschneiden und zu panschen, 1787 verbot Clemens Wenzeslaus eine minderwertige Rebsorte, die man die rheinische nannte. Durchgesetzt wurde das nicht mehr, weil 1794 die Franzosen kamen.
Ein Kaiser, ein Ritter und ein Dank
Im März 1512 übernachtete Kaiser Maximilian der Erste in der kurtrierischen Kellnerei in Zell. Ein Wandteppich im heutigen Rathaus erinnert an diesen Besuch. Es war ein großes Jahr für das Erzbistum. Erzbischof Richard von Greiffenklau hatte kurz zuvor sein Amt angetreten und ließ in Trier den Heiligen Rock zeigen, das Gewand, das man für die nahtlose Tunika Christi hält. Maximilian war dabei.
Zehn Jahre später zog ein Ritter gegen denselben Erzbischof. Franz von Sickingen erklärte Greiffenklau 1522 den Krieg und marschierte auf Trier. Die Stadt blieb ihrem Erzbischof treu, und Sickingen musste abziehen. Im Mai 1523 starb er auf seiner Burg über Landstuhl, tödlich verwundet bei einer Belagerung. Unter den Verteidigern von Trier waren rund hundert Bürger aus Zell.
Der Kurfürst vergaß das nicht. Ab 1530 ließ Richard von Greiffenklau in Zell ein Schloss bauen, der Überlieferung nach als Dank für den Mut und die Standhaftigkeit der Zeller. Greiffenklau starb schon 1531. Der spätgotische Flügel mit den zwei Türmen ist von 1542. Amtmann des kurtrierischen Amtes Zell war in dieser Zeit, von 1535 bis 1574, Konrad von Metzenhausen, ein Vetter des Erzbischofs Johann des Dritten von Metzenhausen.
Und noch einmal, vierhundert Jahre später, erinnerte sich Zell an 1522. Als die Stadt 1936 auf dem Marktplatz den Brunnen mit der schwarzen Katze aus Eifeler Basalt aufstellen ließ, schrieb sie darauf einen Satz in Zeller Platt, der sinngemäß heißt: Er steht fest wie ein Zeller aus dem Hamm. Gemeint sind die Männer, die Trier verteidigt haben. Die Katze, die darüber faucht, hat ihren Rücken gekrümmt, als würde sie selbst gleich eine Stadtmauer verteidigen.
Die Nonnen gehen, die Soldaten kommen
Oben auf der Marienburg ging es den Augustinerinnen im späten Mittelalter schlecht. Missernten, Hungersnöte, Seuchen und eine Kälteperiode, die man heute die kleine Eiszeit nennt, ließen die Einnahmen schrumpfen. Und der Berg war militärisch zu wertvoll. Erzbischof Richard von Greiffenklau, derselbe, der das Schloss baute, bat den Papst, das Kloster aufzulösen. Leo der Zehnte stimmte zu, und 1515 mussten die Nonnen gehen. Sie bekamen eine Rente und zogen auf das Gut Mulay bei Bengel. Auf dem Berg baute man eine Festung.
Im Dreißigjährigen Krieg quartierten sich bayerische und schwedische Söldner auf der Marienburg ein und plagten bis 1650 die Menschen im Tal. 1650 zerstörten französische Hilfstruppen die Festung. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des siebzehnten Jahrhunderts kam weitere Zerstörung. Von der Zeller Stadtbefestigung überstanden 1689 nur einige Türme.
Die Kirche auf dem Berg aber wurde barock wieder aufgebaut und blieb bis 1797 ein Wallfahrtsort. Dann plünderten französische Revolutionstruppen die Anlage und zerstörten Turm und Dach. Der französische Staat versteigerte das ganze Gelände für 1.075 Franken an einen Chirurgen aus Zell namens Jodokus Crossius. Danach wechselte es noch mehrmals den Besitzer und verfiel.
Ein neuer Altar für den alten Patron
In Zell stand die Peterskirche rund fünfhundert Jahre lang an der Stelle des heutigen Friedhofs. 1781 erklärte man sie für baufällig, Anfang 1785 wurde sie abgerissen. Zwischen 1786 und 1793 entstand die neue Kirche, die du heute siehst, im ehemaligen Garten der kurtrierischen Kellnerei vor dem unteren Stadttor. Damals lag sie am Rand der Stadt, heute steht sie mitten darin.
Ihr Westturm ist aus rotem Sandstein, mit einem geschwungenen Helm und einer durchbrochenen Laterne. Drinnen ist das meiste Rokoko. Der Hochaltar von 1787 ist ein Werk des Trierer Bildhauers Matthias Höpp, und er hat etwas Besonderes: einen Baldachin auf vier Säulen. So etwas baute man sonst in Bischofskirchen. In Zell sollte er zeigen, wem diese Kirche unterstand, dem Erzbischof und Kurfürsten von Trier.
Aus der alten Kirche hat man zwei Dinge mitgenommen. Das eine ist der achteckige Taufstein aus Sandstein, gut 1,20 Meter hoch, mit der Inschrift Anno Domini 1461. Das andere ist eine geschnitzte Madonna aus der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts, eine gekrönte Himmelskönigin mit dem Kind. Sie stand ursprünglich in einer Kapelle an einem Weg und gilt als das kostbarste Stück der Ausstattung.
Der größte Schatz aber liegt im Verborgenen. Es ist ein Reliquiar aus Kupfer mit Emailschmuck, gefertigt in einer Goldschmiedewerkstatt in Limoges. Wann genau, darüber sind sich die Quellen nicht einig, die einen sagen spätes zwölftes, die anderen Mitte des dreizehnten Jahrhunderts. Darin liegt ein Fußknochen, der als Reliquie des Apostels Petrus gilt. Gezeigt wird das Reliquiar nur an einem Tag im Jahr, zum Fest der Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni. Der Patron, der vom Berg über Kaimt nach Zell gezogen ist, hat hier also nicht nur seinen Namen, sondern der Überlieferung nach auch einen Fuß.
Franzosen, Preußen und das große Feuer
1794 besetzten französische Truppen das linke Rheinufer. Zell wurde französisch, und was Herren, Klöstern und Kirchen gehörte, wurde beschlagnahmt. Nach dem Wiener Kongress kam das Rheinland 1815 an Preußen, und 1816 wurde Zell preußische Kreisstadt.
1848 kam die Katastrophe. Ein Feuer zerstörte 152 Gebäude, die Ernte und viele Kulturgüter. 900 Menschen verloren ihr Zuhause. Beim Wiederaufbau entstand vor dem Südtor eine neue Vorstadt mit dem Namen Brandenburg, und die Stadtmauer riss man fast vollständig ab. Stehen blieben nur der Runde Turm, vierzehn Meter hoch und Pulverturm genannt, und der Viereckige Turm, 22 Meter hoch, der lange als Gefängnis diente. 1857 brannte es noch einmal.
Im Jahr nach dem großen Brand, 1849, verkaufte der Verwalter des Schlosses die oberen Stockwerke eines Nebengebäudes an die jüdische Gemeinde von Briedel und Zell. Sie richtete dort ihre Synagoge ein. Um 1925 gehörten bis zu 80 Menschen aus Zell und den Dörfern ringsum dazu, Kaufleute, Metzger, Uhrmacher, Weinhändler, Schneider. Mitte der zwanziger Jahre baute man eine Frauenempore ein und malte einen Sternenhimmel an die Decke. Heute hat ein Freundeskreis den Raum zu einer Gedenkstätte gemacht. Sie liegt in der Jakobstraße.
Zell lebte im neunzehnten Jahrhundert nicht nur vom Wein. 1850 gründete Johann Baptist Gräff die erste Zigarrenfabrik der Stadt, und bis etwa 1935 drehte eine Seilerei hier ihre Taue.
Wie die Katze zu ihrem Namen kam
Und dann ist da die Katze. Wenn du in Zell fragst, warum die berühmteste Weinlage der Stadt Schwarze Katz heißt, bekommst du eine Geschichte erzählt. Die bekannteste geht so: Weinhändler aus Aachen kamen nach Zell und probierten sich durch die Keller. Beim Winzer Mayntzer blieben am Ende drei Fässer übrig, und die Händler konnten sich nicht entscheiden. Da sprang die schwarze Hauskatze des Winzers auf eines der Fässer, machte einen Buckel und fauchte jeden an, der mit dem Probierschlauch näher kam. Die Händler nahmen genau dieses Fass. Der Wein war so gut, dass sie wiederkamen und nach dem Wein von der schwarzen Katz fragten.
Es gibt zwei weitere Fassungen. In der einen vertreibt die Katze nachts den Teufel, der im Keller den Wein verderben will. In der anderen streift eine schwarze Katze durch den Weinberg der Familie Mayntzer, und als man fragte, wo man mit der Lese beginnen solle, hieß es: bei der schwarzen Katz.
Ist irgendetwas davon wahr? Die ehrliche Antwort lautet: Man weiß es nicht. Schon das Jahr ist umstritten. Eine Quelle nennt 1863, eine andere 1836. Der Trierer Archäologe und Weinhistoriker Karl-Josef Gilles, selbst Enkel eines Zeller Winzers, der um den Namen gekämpft hat, hat 1999 alles zusammengetragen, was sich finden ließ. Sein Ergebnis ist ernüchternd und gerade deshalb schön. Die Sagen tauchen erst nach der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts auf. Im Kataster von 1831 ist der Name nicht verzeichnet, die Lagen heißen dort Kapertchen und Petersborn. Zeugen nannten vor Gericht später Anfang der 1860er Jahre oder sogar erst die 1880er Jahre als Beginn. Gilles hält für möglich, dass ein wahrer Kern in der Geschichte mit den Händlern steckt, vielleicht ein Zufall beim Verkauf. Am überzeugendsten findet er aber eine nüchterne Erklärung: Über den Lagen Kapertchen und Petersborn steht eine Felsgruppe, die wie eine springende Katze aussieht. Ein Kurgast hat sie Anfang der zwanziger Jahre fotografiert. Endgültig klären, schreibt Gilles, lasse sich der Ursprung nicht mehr.
Sicherer ist, wer den Namen groß gemacht hat. Gilles nennt Peter Anton Mayntzer, der von 1817 bis 1878 lebte, als den eigentlichen Urheber, und seinen Verwandten Benedikt Mayntzer, 1851 bis 1919, als den Mann, der ihn durchsetzte. Benedikt füllte den Wein in Flaschen und klebte eigene Etiketten darauf. Um 1885 warb er schon auf seiner Visitenkarte mit der Schwarzen Katz. Damals war das neu. Weinhändler kauften an der Mosel bis dahin ganze Fuder, und die Weine hießen einfach Zeller, Merler oder Enkircher.
Ein Prozess um eine Katze
Mit dem Erfolg kamen die Neider. 1913 bot ein Winzer aus Reil eine Reiler Schwarze Katz an. Daraus wurde ein Rechtsstreit, und am 5. Mai 1926 entschied das Amtsgericht Traben-Trarbach, der Name sei eine reine Phantasiebezeichnung. Damit durfte ihn im Grunde jeder benutzen. Die Nachfrage nach Zeller Wein brach ein, die Preise fielen. Gilles schreibt, durch das Urteil sei den Zellern ihre florierende Weinbezeichnung genommen worden.
Die Zeller wehrten sich. Ein Winzer namens Jakob Bohn hatte den Wein im Ersten Weltkrieg als Kellermeister der Armeekellerei in Charleville bei Offizieren, Schriftstellern und Künstlern bekannt gemacht. Zur 700-Jahr-Feier der Stadt 1922 hatte er einen Jahrhundertwein abgefüllt. Er starb im August 1928. Philipp Bohn, der Großvater von Karl-Josef Gilles, führte die Ratsschänke am Markt. Ab 1928 verkaufte er dort Original Zeller Schwarze Katz und nahm dafür einen Prozess in Kauf. Im Dezember 1928 bekam er einen Strafbefehl über 50 Reichsmark.
Am 4. Juli 1929 sprach ihn das Amtsgericht in Cochem frei. Die Schwarze Katz sei kein Phantasiename, sondern eine Lagebezeichnung, die im Volksmund gewachsen sei. Das Urteil wurde rechtskräftig, und Gilles nennt es das wichtigste der ganzen Geschichte. Seitdem gehört die Schwarze Katz nach Zell, und eine Reiler Schwarze Katz darf es nicht mehr geben. Auch eine Zeller Weiße Maus, die eine Firma auf den Markt brachte, wurde 1931 in letzter Instanz verboten. Und ein Winzer aus Merl, der Merler Wein als Zeller Schwarze Katz verkauft hatte, musste 25 Reichsmark zahlen.
Die Katze hatte nicht nur Freunde. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 1929 versuchte jemand, einer Katzenfigur aus Basalt an der Ratsschänke den Kopf abzuschlagen. Es misslang, und die Täter fand man nie. Philipp Bohn, der Mann, der den Prozess gewonnen hatte, sollte Ehrenbürger werden. Die politische Entwicklung kam dazwischen. 1933 legte er sein Mandat im Stadtrat nieder, und 1940 lehnte die Stadt die Ehrung ab. 1936, drei Jahre nach seinem Rückzug, stellte dieselbe Stadt den Brunnen mit der Katze auf den Marktplatz.
Wasser, Berg und Gegenwart
Am 16. März 1945 rückten amerikanische Truppen in Zell ein. Auf dem Petersberg hatten Amerikaner und Deutsche um die Höhe gekämpft. Nach dem Krieg wurde die Mosel zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut, 1950 kam Kaimt zu Zell, 1969 Merl. Im selben Jahr verlor Zell den Kreissitz. Weil am Ufer kein Bauland mehr war, wuchs die Stadt hinauf auf die Höhe, in den Ortsteil Barl.
Der Fluss, der die Schleife gebaut hat, kommt manchmal in die Stadt. Ab einem Pegel von 8,70 Metern in Trier steht Zell unter Wasser. 1989 baute man an der Fährgasse eine Schutzmauer. 1993 stieg der Pegel auf 11,30 Meter.
Und die Marienburg? Am 25. Februar 1950 kaufte das Bistum Trier die Ruine. In den dreißiger Jahren hatte das Kirchenschiff noch als Kulisse für ein Restaurant gedient. Am 8. September 1957 weihte Bischof Matthias Wehr die Kirche neu. 1996 zog zum ersten Mal seit über zweihundert Jahren wieder ein Priester auf den Berg, und seit dem Jahr 2000 ist die Marienburg eine Jugendbildungsstätte. 2015 bot sie 100 Betten.
Im Sommer 2008 kam dann etwas Neues dazu. Zwei Privatleute, Karl-Josef Schäfer und Wolfgang Welter, legten den Mosel-Camino von Koblenz nach Trier an, und seitdem führen gelbe Muscheln auf blauem Grund über die Marienburg, nach Kaimt und über die Brücke nach Zell. Viele Pilger sind es nicht. Am Mosel-Camino bist du oft der Einzige mit Muschel am Rucksack.
Was Zell dir mitgibt
Zell ist ein Ort, an dem du sehen kannst, wie Dinge wandern. Eine Pfarrei wandert vom Berg ins Dorf und vom Dorf in die Stadt. Ein Apostel bekommt am linken Ufer seine Kapelle, ein anderer am rechten seinen Altar. Nonnen ziehen aus, Soldaten ein, ein Chirurg kauft eine Ruine, ein Bischof weiht sie neu. Und eine Katze, deren Geschichte niemand beweisen kann, wird vor Gericht zu einem Stück Heimat erklärt.
Vielleicht ist das die Einladung dieses Ortes. Du musst nicht wissen, ob die Katze wirklich auf das Fass gesprungen ist, ob der Knochen in Sankt Peter wirklich von Petrus stammt oder die Gebeine in Kaimt von Jakobus. Die Zeller haben ihre Geschichten über Jahrhunderte weitergetragen, weil sie ihnen etwas bedeuteten. Ein Weg, den es vor 2008 nicht gab, führt dich heute durch genau diese Geschichten.
Wenn du gleich hinter der Brandenburgstraße den Berg hinaufsteigst, bleibt die Schleife hinter dir, die der Fluss gegraben hat und die du an einem Vormittag abgekürzt hast. Bis Trier sind es noch knapp neunzig Kilometer.
Übernachten in Zell (Mosel)
Unterkünfte in Zell (Mosel).
GeöffnetReservierung möglichGästehaus Am Römerbad
GeöffnetReservierung möglichGästezimmer Hoffmann
GeöffnetReservierung möglichMoselglocke Urlaub im Herzen von Zell
Angebote in Zell (Mosel)
Was du vor der nächsten Etappe im Ort findest.
- Geldautomat
- Café
- Geschäft
- Arztpraxis
- Apotheke
- Brunnen
- Bahnhof
- Bushaltestelle
- Restaurant
Quelle: © OpenStreetMap contributors · aktualisiert April 2026





