Camino Olvidado auf der Karte

Camino Olvidado

Der Camino Olvidado führt in 493,6 Kilometern von Bilbao am Südrand der Kantabrischen Kordillere entlang bis nach Cacabelos im Bierzo, wo er in den Camino Francés mündet. Unterwegs quert er Bizkaia, die Merindades von Burgos, ein Stück Kantabrien, die Montaña Palentina und die Täler Nord-Leóns, mit Aguilar de Campoo, Cistierna, La Robla und den Omaña-Tälern als Stationen. 22 Etappen, 10.465 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 1.641 Meter zwischen Fasgar und Colinas del Campo am Campo de Santiago. Seit 2012 ist der „vergessene Weg“ wieder markiert, seit 2020 ist er in Kastilien-León als historische Route anerkannt.

11. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Bilbao / Cacabelos im Bierzo, wo der Weg auf den Camino Francés trifft; die Vereine führen ihn auf der Trasse des Francés offiziell bis Villafranca del Bierzo weiter
  • Länge: 493,6 km
  • Dauer: 22 Etappen, also gut drei Wochen; mit Ruhetagen eher vier
  • Höhenmeter: ↗ 10.465 m / ↘ 9.992 m
  • Höchster Punkt: 1.641 m bei km 413,7 zwischen Fasgar und Colinas del Campo, am Campo de Santiago
  • Landschaft: Hügel der Encartaciones, Wälder der Merindades, Hochebene am Ebro-Stausee, Romanik um Aguilar, Kohlereviere, leere Omaña-Täler, Weinberge im Bierzo
  • Träger / Markierung: Projekt Camino Olvidado von fünf ländlichen Entwicklungsgruppen, Asociación Leonesa del Camino Olvidado, Jakobsfreunde von Bizkaia; gelbe Pfeile seit 2012, stellenweise dünn
  • Jakobus-Spuren: Kathedrale Santiago in Bilbao mit der Pilgerpforte, Ermita de Santiago auf dem Campo de Santiago mit Wallfahrt am 25. Juli, das Dorf Santiago de las Villas, in Cacabelos einst ein Hospital Santiago
  • Unterkunft: rund 20 Herbergen und Pilgerquartiere, dazwischen Hostales und Casas Rurales; auf mehreren Etappen nur ein einziges Haus am Ziel
  • Anschlusswege: Camino del Norte in Bilbao, Camino de las Asturias zwischen Rozas und Cervera, Camino Vadiniense & Lebaniego in Cistierna, Camino San Salvador in La Robla, Camino Francés in Cacabelos
  • Beste Zeit: Mitte Mai bis Mitte Oktober; auf den Höhen über 1.000 Metern liegt bis ins Frühjahr Schnee
  • Pilgerpass / Urkunde: Credencial; da du ab Cacabelos auf dem Francés weit über 100 km bis Santiago gehst, bekommst du dort die Compostela

Überblick

Der Camino Olvidado ist ein Weg, den man erst vergessen musste, damit man ihn wiederfinden konnte. Im 9. bis 12. Jahrhundert zogen Pilger am Südfuß der Kantabrischen Berge nach Westen, weil die offene Meseta weiter südlich im Bereich der maurischen Raubzüge lag. Die spanische Wikipedia sagt es nüchtern: Der Weg wurde benutzt, damit die Pilger „pudiesen protegerse mejor de las aceifas musulmanas del sur“, sich also besser vor den muslimischen Sommerfeldzügen aus dem Süden schützen konnten. Je weiter die Reconquista vorrückte, desto mehr Pilger nahmen den bequemeren Camino Francés durch Burgos und León – und der Bergweg schlief ein.

Wie gründlich, zeigt ein Satz des leonesischen Historikers José María Luengo aus der Mitte des 20. Jahrhunderts: „De esta antiquísima vía montañera poco se sabe aún“ – von diesem uralten Bergweg weiß man noch wenig. Erst 2004 und 2006 legten Julián González Prieto und José Fernández Arenas die ersten Bücher dazu vor, 2012 malten die Jakobsfreunde aus Bizkaia die ersten Pfeile ab Bilbao. Heute gehst du knapp 500 Kilometer durch Dörfer, in denen ein Pilger noch ein Ereignis ist, und steigst dabei pro Kilometer mehr als auf dem Camino Francés: gut 21 Höhenmeter statt knapp 18.

Andere Namen

Auf Spanisch heißt der Weg Camino Olvidado („der vergessene Weg“), älter auch Viejo Camino de Santiago („der alte Jakobsweg“) oder Camino de la Montaña („Bergweg“). Im Bierzo liest man Camino Olvidado a Santiago, englische Führer sprechen vom Forgotten Way. Im Wegenetz der spanischen Federación der Jakobsvereine trägt er die Nummer 11. Viejo Camino heißt auch das Buch von José Fernández Arenas aus dem Jahr 2006; Camino Olvidado ist der Name, unter dem die Gemeinden ihn heute bewerben.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du schon einen Camino gegangen bist und jetzt das Gegenteil suchst: drei Wochen fast ohne andere Pilger, Bergdörfer mit Bar, Brunnen und Kirchturm, Abende, an denen der Herbergsschlüssel in der Dorfbar liegt. Ideal, wenn dich Romanik, Bergbaugeschichte und leere Landschaft mehr reizen als Pilgergesellschaft.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du dich auf gelbe Pfeile allein verlassen willst: Die Markierung ist seit 2012 durchgehend, aber an Kreuzungen und in Waldstücken immer wieder lückenhaft, ohne GPS-Track wird es mühsam. Nichts für dich, wenn du Spontanität beim Übernachten liebst – auf vielen Etappen gibt es am Ziel genau ein Haus, und das hat nicht jeden Tag geöffnet. Und nichts für dich, wenn du Asphalt hasst: Lange Abschnitte laufen auf stillen Nebenstraßen, und zwei Etappen über 30 Kilometer lassen sich nicht sinnvoll teilen.

Streckenverlauf & Landschaft

Bilbao bis Aguilar de Campoo (km 0–183,6): Von der Altstadt Bilbaos folgt der Weg dem Cadagua flussaufwärts durch die Encartaciones über Güeñes (km 22,7) und Zalla (km 26,8); am mittelalterlichen Balmaseda läuft die Kartenlinie knapp am Ortskern vorbei, der Abstecher zur Brücke lohnt. Über das stille Valle de Ordunte steigt er nach Burgos hinauf, durch das Valle de Mena nach Espinosa de los Monteros (km 79,8) und durch die Merindad de Sotoscueva, Heimat des Höhlensystems Ojo Guareña mit über 110 Kilometern Gängen, seit 1996 Naturdenkmal. Hinter Santelices (km 103,5) öffnet sich die Hochebene am Ebro-Stausee; ab Arija (km 128,1) quert der Weg ein Stück Kantabrien mit Retortillo und Cervatos und erreicht über die Dörfer der Valdeolea Aguilar de Campoo.

Aguilar bis Cacabelos (km 183,6–493,6): Am Pisuerga entlang geht es nach Cervera de Pisuerga (km 212,6), dann über die Dörfer „de la Peña“ unter den Kalkfelsen der Montaña Palentina in die Kohlestadt Guardo (km 247,9). Durch das Valdetuéjar erreichst du Puente Almuhey, über den Rücken der Peñacorada Cistierna (km 287,7) am Esla, dann Boñar und durch die Täler des Curueño und des Fenar La Robla (km 347,6). Westlich davon beginnt das Biosphärenreservat der Omaña: Riello (km 381,7), Weiler, in denen oft nur ein paar Dutzend Menschen leben, schließlich Fasgar (km 410,3) und der Pass am Campo de Santiago. Hinunter geht es durch das Alto Bierzo über Igüeña (km 429,0) und Congosto (km 464,7), nördlich an Ponferrada vorbei über Cubillos del Sil nach Cacabelos.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die Einteilung folgt den Etappenorten des offiziellen Projekts und den Orten mit Herberge; Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 493,6 km kalibriert. Wo die Vereine Varianten anbieten (Villasana de Mena, Nordschleife ab Guardo, Vegacervera und La Pola de Gordón), folgt unsere Karte der Hauptlinie.

  1. Bilbao → Güeñes (22,7 km) — Den Cadagua hinauf, viel Asphalt und Industrie.
  2. Güeñes → Nava de Ordunte (22,5 km) — An Balmaseda vorbei ins fast leere Valle de Ordunte.
  3. Nava de Ordunte → Espinosa de los Monteros (34,6 km) — Die längste Etappe, über Bercedo hinauf nach Burgos.
  4. Espinosa de los Monteros → Santelices (23,7 km) — Durch Sotoscueva und Valdeporres; in Santelices nur ein Landhotel.
  5. Santelices → Arija (24,6 km) — Über Soncillo an den Ebro-Stausee.
  6. Arija → Olea (31,5 km) — Lang und windig, an Julióbriga und Cervatos vorbei.
  7. Olea → Aguilar de Campoo (24,0 km) — In die Hauptstadt der palentinischen Romanik.
  8. Aguilar de Campoo → Cervera de Pisuerga (29,0 km) — Am Pisuerga entlang bis vor die Berge.
  9. Cervera de Pisuerga → Tarilonte de la Peña (18,1 km) — Erste Bergetappe, über 1.100 Meter.
  10. Tarilonte de la Peña → Guardo (17,2 km) — Kurz, hinunter in die Kohlestadt.
  11. Guardo → Puente Almuhey (18,3 km) — Ins Valdetuéjar.
  12. Puente Almuhey → Cistierna (21,5 km) — Über die Peñacorada, lange ohne Dorf.
  13. Cistierna → Boñar (27,5 km) — Hügelig über Yugueros.
  14. Boñar → Robles de la Valcueva (19,2 km) — Durch das Curueño-Tal.
  15. Robles de la Valcueva → La Robla (13,2 km) — Der leichteste Tag, durch das Fenar-Tal.
  16. La Robla → La Magdalena (16,5 km) — Über Santiago de las Villas an den Luna.
  17. La Magdalena → Riello (17,6 km) — Über Villayuste in die Omaña.
  18. Riello → Fasgar (28,6 km) — Lang, aber sanft das Tal hinauf.
  19. Fasgar → Igüeña (18,7 km) — Die Königsetappe über das Campo de Santiago, 1.641 Meter.
  20. Igüeña → Labaniego (18,5 km) — Durch das Kohlerevier des Alto Bierzo.
  21. Labaniego → Congosto (17,2 km) — Hinunter zum Stausee von Bárcena.
  22. Congosto → Cacabelos (28,9 km) — Flach, nördlich an Ponferrada vorbei; teilbar in Cabañas Raras nach 20,3 km.

Technisch schwierig ist nichts, die Anstiege sind lang, nicht steil. Anstrengend sind die Summe – über 10.000 Höhenmeter in drei Wochen – und die Versorgung: Auf den Etappen 3, 6, 12 und 18 gibt es über viele Kilometer keine Bar. Zwischen Fasgar und Colinas bist du lange über 1.400 Metern; bei Nebel oder Schnee ist das ernst zu nehmen.

Der Apostel kämpft mit, und der Gegner steht im Ortsnamen: das Campo de Santiago

Über Fasgar, an der Quelle des Boeza, liegt ein Hochfeld mit einer kleinen Kapelle. Hier, so erzählt man in der Omaña seit Jahrhunderten, hätten Christen eine Schlacht gegen die Mauren gewonnen – mit Hilfe des Apostels. Die spanische Wikipedia fasst die Überlieferung so: Die Ermita de Santiago „conmemora la victoria en estos parajes de los cristianos, auxiliados, según la leyenda, por el Apóstol Santiago, sobre las tropas musulmanas“ – sie erinnert an den Sieg der Christen an diesem Ort, denen der Legende nach der Apostel Santiago gegen die muslimischen Truppen beistand. Einen Schlachtbericht, ein Datum, einen König gibt es dazu nicht. Was es gibt, ist ein Name: Die Kapelle heißt Campo de Santiago de Martín Moro, und das Dorf auf der anderen Seite des Passes trägt ihn gleich ganz – Colinas del Campo de Martín Moro Toledano, einer der längsten Ortsnamen Spaniens. Wer dieser Martín Moro aus Toledo war, verrät keine Urkunde.

Die Kapelle selbst ist ein Stapel aus Jahrhunderten. Ein erster Bau mit Schutzhütte wird um das 9. Jahrhundert angesetzt, 1796 war der Vorgänger völlig verfallen, die heutige Ermita stammt aus dem 19. Jahrhundert. Fasgar selbst ist im 11. Jahrhundert „en conexión con el Viejo Camino de Santiago“ belegt; 1920 zählte das Dorf 300 Einwohner, 2015 noch 31. Die alte Dorfschule ist heute die Pilgerherberge La Escuela. Jeden 25. Juli steigen die Leute aus den Tälern zur Romería hinauf, tragen Santiago und eine Marienfigur in Prozession um die Kapelle und essen danach auf der Wiese.

Für dich heißt das: Diese Etappe ist der Grund, den Weg zu gehen. Von Fasgar auf 1.307 Metern steigst du in knapp dreieinhalb Kilometern auf den höchsten Punkt des Weges, 1.641 Meter bei Kilometer 413,7, dann folgen acht Kilometer Abstieg bis Colinas, ohne Dorf und ohne Straße. Brich früh auf, nimm Proviant mit und frag in Fasgar nach dem Wetter. Bist du um den 25. Juli unterwegs, plane so, dass du zur Romería oben bist.

Highlights am Weg

  • Kathedrale Santiago in Bilbao (Start) — gotisch, ab etwa 1397 gebaut, 1819 erste Basilika des Baskenlands, seit 1949 Kathedrale; die Puerta del Ángel mit Jakobsmuschel heißt auch Puerta de los Peregrinos.
  • Balmaseda (bei km 34,2, Abstecher 0,8 km) — am 24. Januar 1199 von Lope Sánchez de Mena als erste Stadt Bizkaias gegründet, mittelalterliche Brücke, Passionsspiel mit über 600 Mitwirkenden.
  • Espinosa de los Monteros (km 79,8) — der Legende nach belohnte Graf Sancho García 1006 einen Knappen aus Espinosa, der eine Verschwörung aufdeckte; seitdem bewachten die Monteros de Espinosa den Schlaf der Könige, seit 1975 wieder in der Guardia Real.
  • Ebro-Stausee bei Arija (km 128,1) — 1921 bis 1945 gebaut, 1952 eingeweiht; ganze Dörfer gingen unter, darunter eines namens La Magdalena. Die Glasfabrik von Arija, 1906 gegründet, verlor ihren Kies und zog nach Avilés.
  • Julióbriga in Retortillo (km 148,0) — Römerstadt der Legio IV Macedonica nach den Kantabrischen Kriegen; die romanische Kirche Santa María steht auf dem Forum, das Museum Domus öffnete 2003.
  • Colegiata San Pedro de Cervatos (km 154,2) — laut Inschrift am 7. November 1199 von Bischof Marino geweiht, seit 1895 Nationaldenkmal; berühmt für die freizügigsten romanischen Kragsteine Spaniens.
  • Santa María la Real in Aguilar de Campoo (km 183,6) — 1169 von Alfons VIII. den Prämonstratensern übergeben, 1835 aufgehoben; 1871 wanderten fast alle Kreuzgangkapitelle nach Madrid, ab 1978 rettete der Zeichner Peridis das Kloster.
  • Cervera de Pisuerga (km 212,6) — 818 erwähnt, ältester belegter Ort der Provinz Palencia, Tor zum Bärenland der Montaña Palentina.
  • Cistierna (km 287,7) — Kohlestadt am Esla, 1991 schloss die letzte Grube; seit 2009 Eisenbahnmuseum.
  • Omaña-Täler (km 365–410) — seit 2005 Teil des Biosphärenreservats Valles de Omaña y Luna, Heimat von Braunbär und Auerhuhn.
  • Cacabelos (km 493,6) — 1108 von Erzbischof Diego Gelmírez wieder aufgebaut, 1291 von Sancho IV. mit einem Jahrmarkt beschenkt, heute Weinort der D.O. Bierzo.

Ein Weg mit Schienen nebenan: der Kohlezug von La Robla

Wenn du dich ab Balmaseda fragst, warum immer wieder ein schmales Gleis neben dir auftaucht: Es ist der Ferrocarril de La Robla, und er folgt fast dem ganzen Weg. 1890 begonnen, am 6. Oktober 1892 auf den ersten 45 Kilometern zwischen Balmaseda und Espinosa eröffnet, ab dem 11. August 1894 auf ganzer Länge in Betrieb: 335 Kilometer Meterspur zwischen La Robla und Bilbao, die längste Schmalspurbahn Westeuropas. Gebaut wurde sie für die Kohle aus Guardo, Cistierna und Boñar, die zu den Hochöfen an der Ría von Bilbao musste – 1958 waren es 908.464 Tonnen. Pilger und Kohle hatten über tausend Jahre auseinander denselben Gedanken: Am Südrand der Berge entlang kommt man am besten durch.

Praktisch ist die Bahn bis heute: Seit 2003 ist die Strecke wieder durchgehend befahrbar, Renfe Cercanías AM, die frühere FEVE, bedient Teilstücke, seit 2009 fährt auch der Touristenzug Expreso de La Robla. So erreichst du Balmaseda, Espinosa, Guardo, Cistierna, Boñar und La Robla auf Schienen, wenn du nur einen Abschnitt gehen willst. Fahrpläne wechseln; prüfe sie vor der Reise.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der natürliche Zubringer ist der Camino del Norte: Er führt mitten durch Bilbao, und wer von Irún kommt und die Küste gegen die Berge tauschen will, biegt hier ab. Der Olvidado kreuzt oder berührt unterwegs drei weitere Wege:

  • Camino de las Asturias — der alte Weg von Pamplona nach Oviedo läuft zwischen Rozas und Cervera de Pisuerga im selben Korridor und teilt sieben Orte mit dem Olvidado
  • Camino Vadiniense & Lebaniego — kreuzt in Cistierna auf dem Weg von der Küste über Santo Toribio de Liébana nach Mansilla de las Mulas
  • Camino San Salvador — kreuzt in La Robla auf dem Weg von León nach Oviedo; wer hier abbiegt, kommt über Oviedo und den Primitivo nach Santiago

Weiterpilgern?

In Cacabelos stehst du auf dem Camino Francés. Von hier sind es knapp 190 Kilometer über Villafranca del Bierzo und O Cebreiro nach Santiago de Compostela, rund eine Woche zu Fuß, mit Herbergen in jedem zweiten Dorf. Die Vereine des Olvidado zählen die neun Kilometer bis Villafranca noch zu ihrem Weg; danach bist du nach drei Wochen Einsamkeit plötzlich unter vielen Pilgern.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Herbergen zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Stempel bekommst du in Herbergen, Rathäusern und Bars. Lade dir den Track offline herunter; am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Übernachten. Gronze zählt rund 20 Herbergen und Pilgerquartiere, dazu kommen Hostales und Casas Rurales. Ruf auf diesem Weg immer am Vortag an: Viele Herbergen werden von der Gemeinde betreut, der Schlüssel liegt in der Bar oder beim Nachbarn, manche Casas Rurales vermieten außerhalb der Saison nur ganz.

Jahreszeit und Versorgung. Beste Zeit ist Mitte Mai bis Mitte Oktober; am Ebro-Stausee und am Campo de Santiago kann es auch im Sommer neblig und kalt werden. Brunnen gibt es in fast jedem Dorf, Läden nicht.

Was dich der Weg kostet

Die Herbergen sind günstig: 10 € in Puente Almuhey, Robles de la Valcueva, La Robla, Igüeña (mit Frühstück) und im Pilgerquartier von Vegarienza, 12 € in Cistierna, 15 € in Espinosa de los Monteros und in La Escuela in Fasgar. Ein Einzelzimmer in Pension oder Hostal kostet in La Robla ab 20 bis 23 €, in Cistierna 30 bis 37 €, Doppelzimmer 40 bis 65 € (Stand: Oktober 2026).

Rechne mit 35 bis 50 € pro Tag mit Herberge, Bar-Frühstück und Menú del día, mit 55 bis 75 €, wenn du öfter in Casas Rurales schläfst. Ehrlich gesagt sparst du hier nicht an der Unterkunft, sondern an der fehlenden Gelegenheit, Geld auszugeben.

Anreise

Zum Start. Bilbao hat einen Flughafen mit Direktflügen aus dem deutschsprachigen Raum, dazu Fernbusse und Züge aus Madrid. Der Weg beginnt in der Altstadt an der Kathedrale Santiago.

Vom Ziel. Von Cacabelos fahren Busse nach Ponferrada; dort hält die Bahn mit Verbindungen nach León und Madrid, Fernbusse fahren nach Madrid und Santiago. Wer weiter nach Santiago geht, braucht keine Rückfahrt.

  • Bahn: renfe.com — Fernzüge und die Schmalspurstrecke der Cercanías AM zwischen Bilbao und León
  • Bus: alsa.com — Fernbusse nach Bilbao, Ponferrada und Santiago
  • Weg und Etappen: caminoolvidado.com — Projektseite der Gemeinden mit Etappen und Karte
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