Camino del Norte
Der Camino del Norte führt in 898,8 Kilometern von der Kathedrale in Bayonne an der Küste des Kantabrischen Meeres entlang nach Santiago de Compostela: über Irún, San Sebastián, Bilbao, Santander, Gijón und Avilés bis Ribadeo, dann durch das galicische Binnenland über Mondoñedo und Sobrado dos Monxes nach Arzúa, wo er auf den Camino Francés trifft. 41 Etappen, 23.529 Höhenmeter bergauf, drei Bootsüberfahrten und seit 2015 UNESCO-Welterbe. Rund 21.500 Pilger kamen 2025 über ihn in Santiago an – etwa jeder 25.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Drei Boote auf dem Weg: der Jakobsweg mit Fahrplan
- 08Highlights am Weg
- 09Sieben Abzweige: wo der Norte andere Wege kreuzt
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kathedrale Sainte-Marie in Bayonne / Kathedrale von Santiago de Compostela; ab Irún rund 853 km
- Länge: 898,8 km, davon 45,5 km in Frankreich und die letzten rund 41 km ab Arzúa auf der Trasse des Camino Francés
- Dauer: 41 Etappen, Ø 21,9 km; sportlich in 34 bis 36 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 23.529 m / ↘ 23.278 m – im Schnitt 26 Meter Anstieg pro Kilometer
- Höchster Punkt: 710 m auf der Etappe Miraz → Sobrado dos Monxes, in der Gegend von A Roxica und A Cabana
- Landschaft: Steilküste, Buchten und Strände, Eukalyptuswald, Apfelwiesen in Asturien, zuletzt die Weidehügel Galiciens
- Träger / Markierung: gelbe Pfeile und Muschelsteine der Regionen Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien; in Frankreich weniger dicht markiert
- Jakobus-Spuren: Kathedrale von Bayonne, Puente de Santiago in Irún, Kathedrale Santiago in Bilbao, Jakobus als Pilger am Meer in Santoña, das Kloster Sobrado
- Unterkunft: Gemeinde-, Vereins- und Klosterherbergen, in Galicien Xunta-Albergues; in San Sebastián seit 2026 keine Gemeindeherberge
- Anschlusswege: Camino Primitivo über Camino del Norte via Oviedo, Camino Vadiniense & Lebaniego ab San Vicente de la Barquera, Camino Francés ab Arzúa
- Beste Zeit: Mai bis Juni und September
- Pilgerpass / Urkunde: Credencial mit Stempeln; in Santiago die Compostela
Überblick
Der Camino del Norte ist der Weg für alle, die beim Wort Jakobsweg ans Meer denken. Fünf Wochen lang hast du das Kantabrische Meer neben dir, gehst über Klippenpfade, durch Fischerhäfen und Badeorte, übernachtest in San Sebastián, Bilbao, Santander und Gijón – Städten, die auch ohne Jakobsweg eine Reise wert wären. Erst hinter Ribadeo verabschiedet sich der Weg von der Küste und zieht durch das Binnenland Galiciens nach Arzúa, wo er auf den Camino Francés trifft. Seit Juli 2015 gehört er als Camino de la Costa zu den nordspanischen Wegen, die die UNESCO in das Welterbe aufgenommen hat. Auf dem Francés suchst du abends ein Bett, auf dem Norte morgens die nächste Fähre.
Sein Ruf ist groß, sein Betrieb klein. Von 530.987 Pilgern, die 2025 im Pilgerbüro registriert wurden, kamen rund 21.500 über den Norte – gut vier Prozent, kaum mehr als 2016, als es noch 6,2 Prozent waren. 2008 waren es 7.035. Der Grund steht in den Zahlen oben: 23.529 Höhenmeter, lange Tage, atlantisches Wetter. Die grüne Küste ist grün, weil es regnet.
Andere Namen
Auf Spanisch heißt der Weg Camino del Norte oder Camino de la Costa, in alten Texten und in der Xacopedia auch Ruta de la Costa; auf Galicisch Camiño do Norte, auf Baskisch Kostaldeko Bidea. Die UNESCO führt ihn seit 2015 unter den „Caminos del Norte“, zu denen auch der Camino Primitivo, der Camino Vasco del Interior und der Camino Lebaniego gehören. Im Englischen sagt man Northern Way, im Deutschen Nordweg oder Küstenweg. Nicht verwechseln: Der Portugiesische Küstenweg ist ein anderer Weg, er führt von Porto am Atlantik entlang nach Norden.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du das Meer zum Pilgern brauchst und gut zu Fuß bist: täglich Strände und Klippen, dazu vier Regionen mit eigener Küche, von Pintxos im Baskenland über Anchoas in Santoña bis zum Sidra in Asturien. Ideal, wenn du schon einen Camino gegangen bist und diesmal Ruhe statt Betrieb suchst; einsame Vormittage gibt es selbst im August. Und ideal für Abschnitte über mehrere Jahre – Bilbao, Santander und Gijón teilen ihn in Wochen.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du deinen ersten Camino mit wenig Training gehen willst: Die Höhenmeter summieren sich, einige Etappen haben 29 bis 31 Kilometer, und die Herbergsdichte ist geringer als am Francés. Nichts für dich, wenn du Asphalt hasst – zwischen Bilbao und Portugalete, um Santander, Gijón und Avilés gehst du lange durch Vororte und Industrie. Und nichts für dich, wenn du Schönwetter erwartest: An der Biskaya regnet es zu jeder Jahreszeit, und im Juli und August kostet ein Bett in den Badeorten mehr als anderswo eine Nacht im Hostal.
Streckenverlauf & Landschaft
Bayonne bis Bilbao (km 0–196,5): Von Bayonne geht es an Biarritz vorbei, das gut zwei Kilometer neben dem Weg liegt, über Saint-Jean-de-Luz (km 28,7) und Hendaye nach Irún (km 45,5). Hinter Hondarribia steigst du über den Jaizkibel zur Bucht von Pasaia, dann folgt das baskische Auf und Ab über Zarautz, Getaria und Deba, landeinwärts über Markina-Xemein und Gernika (km 164,1) nach Bilbao.
Bilbao bis Ribadeo (km 196,5–702,7): Am linken Ufer der Ría geht es nach Portugalete, dann wechseln in Kantabrien Hafenstädte und Buchten: Castro-Urdiales, Laredo, Santoña, Santander, Santillana del Mar (km 371,0), Comillas und San Vicente de la Barquera. In Asturien folgen Llanes, Ribadesella und Villaviciosa (km 513,9), dann Gijón, Avilés und die wilde Steilküste Westasturiens um Luarca, bis du in Ribadeo (km 702,7) über die Ría del Eo nach Galicien gehst.
Ribadeo bis Santiago (km 702,7–898,8): Jetzt wendet sich der Weg ins Land: über Mondoñedo steil hinauf nach Abadín, über die Hochfläche der Terra Chá nach Vilalba und Baamonde. Kurz vor Sobrado dos Monxes erreichst du mit 710 Metern den höchsten Punkt. In Arzúa (km 857,7) mündet der Norte in den Camino Francés; die letzten rund 41 Kilometer gehst du im großen Pilgerstrom.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 41 Etappen; Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 898,8 km kalibriert. Die Karte rechnet die drei Bootsstrecken mit. Drei Etappen haben um die 30 Kilometer; teilen kannst du sie in Portugalete, Nueva de Llanes und Peón. Ab Arzúa läuft die Karte auf der Trasse des Camino Francés weiter – wie auf den Schildern; der Camino-Ninja-Planer kombiniert das automatisch.
- Bayonne → Saint-Jean-de-Luz (28,7 km) — über Bidart und Guéthary an der Côte Basque.
- Saint-Jean-de-Luz → Irún (16,8 km) — über Hendaye an die Grenze.
- Irún → San Sebastián (25,6 km) — Jaizkibel, Motora über die Bucht von Pasaia.
- San Sebastián → Zarautz (21,5 km) — über Igeldo und Orio.
- Zarautz → Deba (22,9 km) — Getaria, Zumaia, Txakoli-Weinberge.
- Deba → Markina-Xemein (23,5 km) — einsame Bergetappe, kaum Einkehr.
- Markina-Xemein → Gernika (25,1 km) — über das Stift Ziortza.
- Gernika → Lezama (19,7 km) — Wald und Weiler über Larrabetzu.
- Lezama → Bilbao (12,7 km) — kurz, Zeit für Kathedrale und Guggenheim.
- Bilbao → Pobeña (31,0 km) — städtisch bis Portugalete, dann Radweg ans Meer.
- Pobeña → Castro-Urdiales (20,5 km) — auf der alten Erzbahn an den Klippen.
- Castro-Urdiales → Liendo (26,2 km) — über Islares ins Tal von Liendo.
- Liendo → Noja (23,5 km) — Laredo, Barca nach Santoña, Strand von Berria.
- Noja → Güemes (16,0 km) — Marschen und Wiesen zu Padre Ernesto.
- Güemes → Santander (19,5 km) — Klippenpfad, Fähre ab Somo.
- Santander → Boó de Piélagos (13,5 km) — kurz, durch Vororte.
- Boó de Piélagos → Santillana del Mar (24,3 km) — Industrieband von Requejada.
- Santillana del Mar → Comillas (22,5 km) — grüne Hügel, zurück ans Meer.
- Comillas → Colombres (28,4 km) — über San Vicente de la Barquera.
- Colombres → Llanes (25,2 km) — Küste mit Bufones.
- Llanes → Ribadesella (29,5 km) — Strände und Dörfer, teilbar in Nueva.
- Ribadesella → Colunga (20,4 km) — Strände unter der Sierra del Sueve.
- Colunga → Villaviciosa (16,9 km) — über Priesca an die Ría.
- Villaviciosa → Gijón (30,9 km) — Bergtag über Peón.
- Gijón → Avilés (25,4 km) — viel Industrie.
- Avilés → Muros de Nalón (23,0 km) — an die Mündung des Nalón.
- Muros de Nalón → Soto de Luiña (15,3 km) — Cudillero liegt knapp abseits.
- Soto de Luiña → Cadavedo (19,0 km) — Hochfläche über der Steilküste.
- Cadavedo → Luarca (16,0 km) — hinunter zum weißen Hafen.
- Luarca → Navia (20,4 km) — Wiesen und Bachtäler.
- Navia → Tapia de Casariego (24,9 km) — über La Caridad.
- Tapia de Casariego → Ribadeo (13,9 km) — über die Puente de los Santos nach Galicien.
- Ribadeo → Lourenzá (27,2 km) — Abschied vom Meer.
- Lourenzá → Abadín (25,4 km) — Mondoñedo, dann der lange Anstieg.
- Abadín → Vilalba (20,5 km) — flach über die Terra Chá.
- Vilalba → Baamonde (19,6 km) — gut 100 km vor Santiago.
- Baamonde → Miraz (14,8 km) — still, zur Herberge der englischen Confraternity.
- Miraz → Sobrado dos Monxes (25,3 km) — höchster Punkt, Zisterzienserkloster.
- Sobrado dos Monxes → Arzúa (22,2 km) — Einmündung in den Camino Francés.
- Arzúa → O Pedrouzo (19,2 km) — plötzlich viele Pilger.
- O Pedrouzo → Santiago de Compostela (21,9 km) — über den Monte do Gozo zur Kathedrale.
Technisch schwierig ist nichts, anstrengend ist die Summe: Im Baskenland geht es fast täglich zwischen Meereshöhe und 300 Metern auf und ab, in Westasturien schneiden tiefe Bachtäler die Küste. Für die Compostela genügt der Einstieg in Baamonde.
Drei Boote auf dem Weg: der Jakobsweg mit Fahrplan
Auf keiner Etappe des Francés brauchst du ein Ticket. Am Norte dreimal. In Pasaia setzt dich die Motora in zwei Minuten von Pasai Donibane nach Pasai San Pedro über, alle paar Minuten, für 1,95 € (Stand: Oktober 2026). In Laredo gehst du über den Strand bis zum Puntal, wo die Barca del Puntal in rund zehn Minuten nach Santoña fährt, 2,50 €; die Überfahrt soll es seit dem 16. Jahrhundert geben. In Somo nimmst du die Fähre der Los Reginas über die Bucht nach Santander, einmal pro Stunde zwischen 10 und 20 Uhr, 3,70 €. Hier wird der Pilgerweg zum Fahrplan: Wer das letzte Boot verpasst, geht nicht weiter, sondern um die Bucht herum.
Das ist kein Zufall der Moderne. Pilger kamen an dieser Küste immer auch übers Wasser: Seit dem 13. Jahrhundert gingen sie in Bermeo und Bilbao an Land. In der Kirche Santa María del Puerto in Santoña zeigt das Retabel Jakobus als Pilger in einer Meereslandschaft. Und in Ribadeo, wo heute die 1987 eröffnete Puente de los Santos über die Ría del Eo führt, landeten die Pilger aus Castropol früher mit dem Boot am Kai von Porcillán – „servicio propiedad del Obispado de Mondoñedo en el siglo XII“, wie die Xacopedia schreibt, ein Fährdienst im Besitz des Bistums Mondoñedo. Auch das Bett danach war geregelt: 1550 hatte das Hospital von Ribadeo 20 Betten, und den Pilgern „daba albergue sólo durante 24 horas“, man gab ihnen Herberge für genau 24 Stunden.
Praktisch heißt das: Plane die Boote ein. Die Barca nach Santoña fährt laut Betreiber täglich von 9 bis 19 Uhr, hängt aber von Saison und Seegang ab; fährt sie nicht, gehst du über Colindres und die Brücke von Treto, deutlich weiter. Die Fähre von Somo kann bei schlechtem Wetter ausfallen, dann bleibt der Bus nach Santander. Und die berühmteste Fähre des Weges musst du gar nicht nehmen: Die Puente de Bizkaia in Portugalete, am 28. Juli 1893 eröffnet, verbindet das linke Ufer mit Getxo, das gut drei Kilometer neben dem Weg liegt. Der Norte bleibt auf der Seite von Portugalete. Für 0,60 € pro Fahrt schwebst du trotzdem hinüber, nur wegen der Gondel.
Highlights am Weg
- Bayonne (km 0) — Kathedrale Sainte-Marie, seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes der Jakobswege in Frankreich.
- Pasai Donibane (km 62,5) — Fischerdorf an der Bucht, in dem Victor Hugo im Sommer 1843 wohnte.
- San Sebastián (km 71,1) — die Bucht La Concha und Pintxos in der Altstadt.
- Gernika (km 164,1) — die Eiche der Basken; am 26. April 1937 zerstörte die Legion Condor die Stadt.
- Bilbao (km 196,5) — die gotische Kathedrale Santiago, seit 1949 Bischofskirche, und das Guggenheim-Museum von Frank Gehry von 1997.
- Puente de Bizkaia in Portugalete (km 215,7) — älteste noch fahrende Schwebefähre der Welt, 1937 gesprengt, 1941 wieder in Betrieb, seit 2006 Welterbe.
- Laredo (km 283,7) — gotische Kirche Santa María; hier rastete Karl V. 1556 auf seiner letzten Reise eine Woche.
- Güemes (km 313,7) — La Cabaña del Abuelo Peuto, die Herberge von Padre Ernesto Bustio mit 91 Plätzen, für Gronze die charismatischste des Weges.
- Santillana del Mar (km 371,0) — die „Stadt der drei Lügen“, weder heilig noch flach noch am Meer; nebenan Altamira, wo 1879 die kleine María Sanz de Sautuola die Bisons an der Decke entdeckte, seit 2001 als Neocueva zu sehen.
- Comillas (km 393,5) — Gaudís El Capricho, gebaut 1883 bis 1885.
- Villaviciosa (km 513,9) — Sidra-Hauptstadt; im nahen Tazones ging 1517 der junge Karl V. an Land, 39 Jahre vor dem Abschied in Laredo.
- Luarca (km 643,5) — weißes Fischerstädtchen in einer engen Bucht.
- Sobrado dos Monxes (km 835,5) — um 951 gegründet, 1142 von Zisterziensern übernommen, 1834 aufgehoben, am 25. Juli 1966 neu besiedelt – am Jakobustag; Pilgerherberge im Kloster.
Sieben Abzweige: wo der Norte andere Wege kreuzt
Kaum ein Jakobsweg hat so viele Weichen:
- Camino de Baztán — ab Bayonne über den Velate-Pass nach Pamplona
- Voie de la Nive — ab Bayonne nach Saint-Jean-Pied-de-Port
- Camino Vasco del Interior — ab Irún nach Santo Domingo de la Calzada
- Camino Olvidado — ab Bilbao am Südrand der Kordillere in den Bierzo
- Camino Vadiniense & Lebaniego — ab San Vicente de la Barquera nach Liébana und León
- Camino del Norte via Oviedo — ab Villaviciosa nach Oviedo und zurück nach Avilés; in Oviedo beginnt der Camino Primitivo
- Camino del Mar — ab Castropol an der Ría von Ribadeo nach Ferrol
Wer bei Villaviciosa über Oviedo auf den Primitivo wechselt, sieht das Meer nicht wieder; beide Wege enden in Santiago.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Die Karte beginnt in Bayonne, viele Pilger starten aber erst in Irún oder San Sebastián. Nach Bayonne führen zwei Zubringer: Die Voie Littorale kommt von der Gironde-Mündung die französische Atlantikküste herunter, und wer in Saint-Jean-Pied-de-Port nicht über die Pyrenäen will, geht auf dem Jakobsweg Saint-Jean-Pied-de-Port–Irun in vier Etappen an die Grenze.
Die historischen Pilger kannten den Weg in beide Richtungen. Der armenische Bischof Martyr von Arzendjan ging ihn 1489 auf dem Hin- und auf dem Rückweg zwischen Rom und Santiago, die Xacopedia nennt seinen Bericht „la primera guía sobre el Camino del Norte“. 1502 kam Antoine de Lalaing im Gefolge Philipps des Schönen durch Ribadeo und Mondoñedo, 1547 verzeichnete Juan Villugas Wegeatlas die Route, 1611 kam Jakub Sobieski über Oviedo nach Ribadeo, der Vater des späteren polnischen Königs Johann III. Der französische Schneider Guillaume Manier lief 1726 auf dem Francés nach Santiago und nahm für den Rückweg die Küste; 1790 folgte Jean-Pierre Racq aus Brügge. Da war die Küste längst ein Nebenweg: Laut Xacopedia ging der Strom seit dem 15. und 16. Jahrhundert mit der Reformation zurück, markiert wurde der Weg erst Ende des 20. Jahrhunderts wieder.
In Arzúa endet die Eigenständigkeit: Ab hier gehst du auf dem Camino Francés, zusammen mit den Pilgern des Camino Primitivo, der schon in Melide dazugekommen ist.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Herbergen zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Auf den letzten 100 Kilometern brauchst du zwei Stempel pro Tag. Die Etappen planst du am einfachsten direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst – am Norte wichtig, weil zwischen manchen Orten keine Herberge liegt.
Herbergen. Die Herberge Jakobi in Irún hat 109 Plätze und öffnet vom 1. Februar bis 30. November, die Vereinsherberge in Santander vom 1. April bis 30. November. In San Sebastián ist die städtische Herberge seit 2026 geschlossen. In Galicien gelten die Xunta-Regeln: keine Reservierung, eine Nacht. Zwischen Bayonne und Irún rechnest du eher mit Gîtes und Hotels.
Jahreszeit. Beste Zeit sind Mai bis Juni und der September; im Juli und August füllen Badegäste die Küstenorte, im Winter schließen viele Herbergen. Regenjacke und Schuhe mit gutem Profil sind Pflicht, die Klippenpfade werden nach Regen rutschig.
Was dich der Weg kostet
Gemeinde- und Vereinsherbergen kosten meist 10 bis 15 €: Casa de la Trinidad in Laredo 10 €, Santos Mártires in Santander 15 €, das Kloster Sobrado und die Xunta-Albergues 10 € (Stand: Oktober 2026). Private Albergues liegen bei 15 bis 20 €, Güemes lebt von Spenden, in San Sebastián beginnt ein Schlafsaalbett bei rund 30 €. Die drei Boote kosten zusammen gut 8 €, ein Menú del día 12 bis 16 €.
Rechne mit 40 bis 55 € pro Tag, mit Pensionen 60 bis 80 €. Teuer wird es nur, wenn du in San Sebastián den Pintxos widerstandslos erliegst – und das sei dir gegönnt.
Anreise
Zum Start. Bayonne erreichst du mit dem TGV oder über den Flughafen Biarritz. Wer in Irún beginnt, fliegt nach Bilbao oder San Sebastián und fährt mit Bus oder Euskotren zur Grenze. Bilbao, Santander und Asturias haben Flughäfen für Zwischeneinstiege.
Vom Ziel. Von Santiago fliegst du direkt zurück oder fährst mit der Bahn. Wer nicht aufhören will, geht auf dem Camiño a Fisterra ans Kap oder auf dem Camiño a Muxía zum Steinboot der Virxe da Barca.
- Bahn Frankreich: sncf-connect.com — TGV nach Bayonne und Hendaye
- Bahn Baskenland: euskotren.eus — Hendaye, Irún, San Sebastián, Bilbao
- Bus Nordküste: alsa.es — alle großen Etappenorte und Santiago
- Fähre Somo–Santander: losreginas.com — Fahrplan
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