Pfälzer Nordroute
Rund 148 Kilometer vom Kaiserdom zu Speyer quer durch den Pfälzerwald zum Kloster Hornbach – die Nordroute der Pfälzer Jakobswege, am Speyerbach aufwärts über stille Waldtäler bis ans Grab des heiligen Pirminius.

- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Vom Kaiserdom zum Pirminiusgrab – zwei Pole der Pfalz
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Speyer (Kaiserdom) → Kloster Hornbach
- Länge: 148,4 km
- Höhenmeter: ↗ 2.263 m / ↘ 2.132 m
- Dauer: rund 7 Tage zu Fuß (je nach Etappenlänge 6–8 Tage)
- Höchster Punkt: etwa 476 m, an der Wasserscheide bei Johanniskreuz
- Wegzeichen: Jakobsmuschel, markiert vom Pfälzerwald-Verein
- Charakter: waldreicher Pilgerweg durch den Pfälzerwald, von Speyer zum Kloster Hornbach
Überblick
Die Nordroute ist der ursprünglich bekannte Weg der Pfälzer Jakobswege – des pfälzischen Abschnitts der europäischen Jakobswege Richtung Santiago de Compostela. Sie beginnt am Kaiserdom zu Speyer, einem bedeutenden Marienwallfahrtsort, und endet rund 148 Kilometer weiter am Kloster Hornbach in der Südwestpfalz, wo der heilige Pirminius begraben liegt.
Von Speyer führt der Weg zunächst, teils entlang des Speyerbachs, westwärts durch die vorderpfälzische Rheinebene. Bei Neustadt an der Weinstraße tritt er durch den Gebirgszug der Haardt in den Pfälzerwald ein und steigt durch das Elmsteiner Tal auf bis zur Gegend der Speyerbach-Quelle bei Johanniskreuz – dort, an der Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel, liegt der höchste Punkt. Danach geht es durch das Karlstal abwärts, über die Sickinger Höhe an Landstuhl vorbei nach Homburg und Zweibrücken, bevor der Weg dem Hornbach folgend den Wallfahrtsort erreicht.
Andere Namen
- Deutsch: Pfälzer Jakobsweg – Nordroute, Pfälzer Jakobspilgerweg Nordroute
- Englisch: Palatinate Way of St. James – North Route
Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du einen kompakten, waldreichen Pilgerweg in Deutschland suchst, der sich in einer guten Woche gehen lässt – mit Weinstraße, tiefen Wäldern und einem klaren Wallfahrtsziel. Der Pfälzerwald ist ruhig, gut markiert und landschaftlich abwechslungsreich.
Weniger geeignet, wenn du große Pilgerströme, durchgehende Herbergsketten wie in Spanien oder Hochgebirge erwartest: Die Route ist eher einsam, und die Höhenmeter verteilen sich auf viele Auf- und Abstiege im Mittelgebirge.
Streckenverlauf & Landschaft
Vom Domplatz in Speyer geht es über Dudenhofen westwärts, lange entlang des Speyerbachs durch Auwald und an Feldern vorbei, bis nach Neustadt an der Weinstraße. Hier beginnt der Pfälzerwald: Über Lambrecht führt der Weg durch das Elmsteiner Tal, vorbei an Burgruinen, immer dem Speyerbach folgend nach Elmstein und weiter bergauf nach Johanniskreuz.
Auf der Westseite der Wasserscheide steigt der Weg durch die Karlstalschlucht entlang der Moosalbe ab, erreicht den Gelterswoog und zieht über den Nordrand der Sickinger Höhe an Landstuhl vorbei. Über das Landstuhler Bruch und den Zweibrücker Westrich geht es nach Homburg und durch die Rosenstadt Zweibrücken, bevor der Weg dem Hornbach aufwärts zum Kloster folgt.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Mit rund 148 Kilometern und etwa 2.263 Höhenmetern im Aufstieg ist die Nordroute ein Mittelgebirgsweg – meist auf Waldwegen, mit dem längeren Anstieg zwischen Neustadt und Johanniskreuz. Üblich sind sechs bis acht Tagesetappen. Der Weg ist vom Pfälzerwald-Verein markiert. Plane einzelne Etappen sorgfältig: Im Wald liegen Tagesabschnitte teils bei 20–30 km, und die Versorgung ist nicht überall dicht.
Vom Kaiserdom zum Pirminiusgrab – zwei Pole der Pfalz
Der Startpunkt hat Gewicht: Der Kaiserdom zu Speyer ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt, seit 1981 UNESCO-Welterbe und Grablege von acht deutschen Kaisern und Königen. Wer hier lospilgert, beginnt an einem der bedeutendsten Sakralbauten Europas – der Stempel aus der Dom-Sakristei ist ein würdiger erster Eintrag im Pilgerausweis.
Das Ziel ist stiller, aber nicht kleiner: Das Kloster Hornbach wurde um 740 vom Wanderbischof Pirminius gegründet – demselben Mann, der zuvor die Klosterinsel Reichenau ins Leben gerufen hatte. Pirminius starb 753 und liegt bis heute in Hornbach begraben; sein Grab war im Mittelalter selbst ein Wallfahrtsziel. Die Nordroute verbindet also nicht einfach zwei Orte, sondern zwei Grablegen von europäischem Rang.
Highlights am Weg
- Kaiserdom zu Speyer – romanischer Dom, UNESCO-Welterbe und Marienwallfahrtsort, Ausgangspunkt des Weges.
- Deutsche Weinstraße bei Neustadt – Rebenmeer und Blick auf die Haardter Bergkette vor dem Eintritt in den Wald.
- Elmsteiner Tal & Karlstalschlucht – stille Waldtäler entlang von Speyerbach und Moosalbe.
- Johanniskreuz – historischer Waldknotenpunkt an der Wasserscheide, höchster Punkt des Weges.
- Mammutbäume bei Landstuhl – Naturdenkmal mit exotischen Riesenbäumen, gepflanzt 1861.
- Kloster Hornbach – 735 vom heiligen Pirminius gegründet, sein Grab und Ziel des Weges.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Speyer erreichst du unkompliziert per Bahn über Mannheim oder Schifferstadt. Wer bereits am Rhein pilgert – etwa auf dem Linksrheinischen Jakobsweg bis Bingen –, setzt von dort mit der Bahn in gut einer Stunde nach Speyer über und pilgert weiter.
Hinter Hornbach wird es international: Der vereinigte Pfälzer Pilgerweg quert die Grenze und zieht über Saarbrücken nach Lothringen. Dort kreuzt die große Linie Trier – Le Puy, die dich durch die Vogesen und das Zentralmassiv bis nach Le Puy-en-Velay bringt – an den Start der Via Podiensis.
Weiterpilgern?
Die Pfälzer Jakobswege beginnen am Kaiserdom zu Speyer und führen über Hornbach weiter Richtung Frankreich: Südlich von Hornbach überquert der ab dort vereinigte Pilgerweg die Grenze und zieht über Saarbrücken nach Lothringen / Metz und weiter Richtung Burgund. Bei Landstuhl mündet zudem die Klosterroute (vom Wormser Dom her, über die Gegend von Kaiserslautern) in die Nordroute.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Pensionen, Gasthöfen, Naturfreundehäusern und einzelnen Pilgerquartieren entlang der Etappen; eine durchgehende Herbergskette wie in Spanien gibt es nicht – plane deine Quartiere vorab. Pilgerstempel bekommst du in vielen Pfarrbüros, Tourist-Infos und Herbergen am Weg; ein Pilgerausweis ist dafür sinnvoll. Im Pfälzerwald sind die Etappen waldreich und teils abgelegen, daher Verpflegung und Wasser einplanen.
Was dich der Weg kostet
Deutschland ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 45–75 € (Pensionen/Gasthöfe), plus Verpflegung (Stand: Juni 2026); einfache Quartiere und Selbstversorgung senken die Kosten.
Anreise
Startpunkt ist Speyer, Ziel das Kloster Hornbach in der Südwestpfalz.
- Bahn nach Speyer: über Mannheim/Schifferstadt erreichbar. Deutsche Bahn – Verbindungen und Tickets.
- Rückreise ab Hornbach: über Zweibrücken/Homburg ans Bahnnetz. Deutsche Bahn – Verbindungen ab Homburg.
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