Pfälzer Nordroute
Die Pfälzer Nordroute führt in 155,9 Kilometern vom Kaiserdom zu Speyer quer durch die Pfalz zum Kloster Hornbach, wo der heilige Pirminius 753 begraben wurde. Bis Neustadt an der Weinstraße läuft sie durch die Rheinebene, dann folgt sie dem Speyerbach durch das Elmsteiner Tal hinauf bis zu seiner Quelle und überschreitet bei Johanniskreuz auf 469 Metern die Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel. Westlich davon geht es durch das Moosalbtal nach Landstuhl, wo die Klosterroute aus Worms einmündet, und über Bruchmühlbach-Miesau, Kirrberg und den Rand von Zweibrücken nach Hornbach. Acht Etappen, 2.101 Höhenmeter bergauf, Gasthöfe statt Herbergen und mehr Wald als auf jedem anderen Pfälzer Jakobsweg.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Gegen die Trift: wie dich der Speyerbach zum Kreuz eines Johann führt
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kaiserdom zu Speyer / Kloster Hornbach mit dem Grab des heiligen Pirminius
- Länge: 155,9 km
- Dauer: 8 Etappen, Ø knapp 20 km; geübte Geher schaffen es in 7 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 2.101 m / ↘ 1.970 m
- Höchster Punkt: 469 m bei km 66,1 an der Wasserscheide bei Johanniskreuz
- Landschaft: Rheinebene und Spargelfelder, Weinstadt Neustadt, dann Buntsandstein-Täler des Pfälzerwalds, Westricher Hochfläche und Zweibrücker Hügelland
- Markierung: Jakobsmuschel auf blauem Grund, angebracht vom Pfälzerwald-Verein
- Jakobus-Spuren: Jakobspilger aus Bronze und Bruderschaftssiegel von 1418 in Speyer, Hospitalkirche St. Philipp und Jakob in Vogelbach
- Unterkunft: keine Pilgerherbergen; Gasthöfe, Pensionen, Hotels, im Wald dünn gesät
- Anschlusswege: Klosterroute Worms (mündet in Landstuhl), Jakobsweg Hornbach – Metz ab dem Ziel, Pfälzer Südroute als Schwesterweg mit gleichem Start und Ziel
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; im Pfälzerwald liegen die schönsten Wochen im Herbst
Überblick
Zwei Jakobswege verbinden Speyer mit Hornbach, und die Nordroute ist der, bei dem du den Wein früh hinter dir lässt. Nach einem flachen ersten Tag durch die Rheinebene tauchst du bei Neustadt an der Weinstraße in den Pfälzerwald ein und bleibst drei Tage darin: durch das Elmsteiner Tal, vorbei an Burgruinen und Wooge, bis zur Quelle des Speyerbachs und über den Sattel von Johanniskreuz. Elmstein, die Gemeinde in der Mitte dieses Abschnitts, ist zu 95,2 Prozent bewaldet – kein Ort in Rheinland-Pfalz hat einen höheren Waldanteil. Danach öffnet sich das Land: Landstuhl mit der Burg Nanstein, die Westricher Hochfläche, Kirrberg und das Hornbachtal.
Die Nordroute ist ein junger Weg auf altem Pilgerland. Speyer hatte im Mittelalter eine Jakobskirche und eine Bruderschaft heimgekehrter Santiago-Pilger, in Vogelbach stand ab 1150 eine Hospitalkirche für Reisende, und Hornbach war rund 800 Jahre lang selbst Wallfahrtsziel. Markiert wurde die Route aber erst um 2001, auf Betreiben des Speyerer Bischofs Anton Schlembach und ausgeführt vom Pfälzerwald-Verein. Am Ende stehst du an einem Grab, das 1953 leer aufgefunden wurde: Der höchste Punkt dieses Jakobswegs gehört einem Johann, das Ziel einem Pirmin – Jakobus selbst begegnet dir unterwegs nur in Bronze und auf Siegeln.
Andere Namen
Offiziell heißt der Weg Pfälzer Jakobsweg – Nordroute, bei Tourismusstellen auch Pfälzer Jakobspilgerweg Nordroute; in der Pilgerpraxis sagt man schlicht „die Nordroute“. Ein historischer Name existiert nicht, die Strecke ist eine moderne Trassierung im europäischen Netz der Jakobswege. Wikipedia und ältere Führer nennen „knapp 147 Kilometer“, die markierte Strecke in unserer Karte misst 155,9.
Das Pfälzer Netz besteht heute aus drei Ästen:
- Pfälzer Nordroute — Speyer nach Hornbach durch den Pfälzerwald
- Pfälzer Südroute — Speyer nach Hornbach über Landau, die Südliche Weinstraße und den Wasgau
- Klosterroute — vom Wormser Dom durch die Nordpfalz nach Landstuhl, wo sie auf die Nordroute trifft
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du eine gute Woche Zeit hast und Wald willst, keinen Weinberg-Spaziergang: Zwischen Neustadt und Landstuhl gehst du rund 74 Kilometer fast ununterbrochen unter Bäumen, an Bächen entlang und durch Täler, in denen dir an einem Werktag kaum jemand begegnet. Ideal auch für den ersten längeren Pilgerweg in Deutschland, weil nichts technisch schwierig ist und fast jeder Etappenort am Bahnnetz hängt – Speyer, Neustadt, Lambrecht, Landstuhl, Bruchmühlbach-Miesau, Homburg und Zweibrücken haben Bahnhöfe.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgerherbergen und Pilger-Gesellschaft suchst: Es gibt keine Albergues, du buchst Gasthof für Gasthof und triffst oft tagelang niemanden mit Muschel am Rucksack. Nichts für dich, wenn du spontan gehen willst – zwischen Elmstein und Landstuhl liegen auf rund 50 Kilometern nur eine Handvoll Quartiere. Und nichts für dich, wenn du einen Weg ohne Asphalt erwartest: Der erste Tag bis Neustadt und der letzte Tag durch die Zweibrücker Vororte laufen viel auf Wirtschaftswegen und an Straßen.
Streckenverlauf & Landschaft
Speyer bis Neustadt (km 0–29,1): Vom Kaiserdom gehst du am Speyerbach westwärts aus der Stadt, durch Auwald, Spargel- und Gemüsefelder. Dudenhofen, Hanhofen und Lachen-Speyerdorf liegen knapp neben der Trasse, nicht auf ihr. Bei Hanhofen teilt sich der Bach am Hanhofer Wassergescheid im Verhältnis eins zu eins – Wasserbau aus der Zeit, als die Ebene bewässert und Holz geflößt werden musste. Vor dir wächst den ganzen Tag die Haardt, und in Neustadt stehst du am Fuß des Gebirges, zwischen der gotischen Stiftskirche und den Weinbergen.
Neustadt bis Hornbach (km 29,1–155,9): Hinter Neustadt beginnt das enge Tal des Speyerbachs: Lambrecht (km 37,6), Frankeneck, die Ruine Erfenstein (km 42,5) mit der Burg Spangenberg gegenüber, dann Breitenstein, Helmbach und Appenthal mit seiner Marienkapelle bis Elmstein (km 51,8). Über Mückenwiese und Speyerbrunn (km 60,8), wo der Bach entspringt, steigst du nach Johanniskreuz (km 65,9) auf und erreichst bei Kilometer 66,1 mit 469 Metern den höchsten Punkt. Westlich der Wasserscheide fällt der Weg ins Tal der Moosalbe mit dem Karlstal und zu den Weilern Walzwerk (km 82,0) und Breitenau (km 84,6), die zur Gemeinde Stelzenberg gehören; der Ort selbst bleibt gut einen Kilometer abseits, ebenso Bann und der Sandweiher. In Landstuhl (km 102,8) erwartet dich die Burg Nanstein. Danach wird das Land offen: über Langwieden und die Hochfläche nach Bruchmühlbach-Miesau (km 119,8), Lambsborn und Bechhofen, an Homburg vorbei – die Stadt liegt anderthalb Kilometer neben dem Weg – nach Kirrberg (km 134,4) und über Niederauerbach (km 142,2) am Ostrand von Zweibrücken ins Tal des Hornbachs. Über Bödingerhof und Althornbach erreichst du Hornbach und das Kloster.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 8 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 155,9 km kalibriert. Der Zuschnitt folgt den Quartieren: kurze Tage im Wald, wo Betten rar sind, längere in der Ebene. Wer fit ist, legt die Etappen 3 und 4 zu einem Tag von Elmstein nach Walzwerk zusammen (30,2 km) und kommt mit 7 Tagen aus.
- Speyer → Neustadt an der Weinstraße (29,1 km) — Flach durch die Rheinebene am Speyerbach, schattenarm; die längste, aber leichteste Etappe.
- Neustadt an der Weinstraße → Elmstein (22,7 km) — Hinein ins Speyerbachtal, über Lambrecht und an den Burgruinen Erfenstein und Spangenberg vorbei; stetiger, sanfter Anstieg.
- Elmstein → Johanniskreuz (14,1 km) — Die Bergetappe: über Mückenwiese und die Speyerbachquelle bei Speyerbrunn hinauf zum höchsten Punkt; kurz, damit Zeit für den Sattel bleibt.
- Johanniskreuz → Walzwerk (16,1 km) — Über die Wasserscheide und hinab ins Tal der Moosalbe mit dem Karlstal; Quartier in Stelzenberg oder Trippstadt vorbuchen.
- Walzwerk → Landstuhl (20,8 km) — Über Breitenau und die Höhe bei Bann nach Landstuhl, wo die Klosterroute dazustößt.
- Landstuhl → Bruchmühlbach-Miesau (17,0 km) — An den Mammutbäumen vorbei über Langwieden auf die Hochfläche, zur Kirche von Vogelbach.
- Bruchmühlbach-Miesau → Niederauerbach (22,4 km) — Über Lambsborn, Bechhofen und Kirrberg, an Homburg vorbei an den Rand von Zweibrücken.
- Niederauerbach → Hornbach (13,7 km) — Das Hornbachtal hinauf über Bödingerhof und Althornbach zum Kloster; früh ankommen lohnt sich wegen Kapelle und Museum.
Der Untergrund ist überwiegend Wald- und Forstweg auf Buntsandstein, dazu Wirtschaftswege in der Ebene. Technisch schwierig ist nichts; die Höhenmeter kommen weniger aus dem einen Anstieg nach Johanniskreuz als aus dem ständigen Auf und Ab westlich davon. Zwischen Elmstein und Landstuhl gibt es lange Abschnitte ohne Einkehr, und das Mobilfunknetz hat im Wald Lücken.
Gegen die Trift: wie dich der Speyerbach zum Kreuz eines Johann führt
Fast die Hälfte dieses Weges ist eine Flussbeschreibung. Der Speyerbach entspringt im mittleren Pfälzerwald auf rund 464 Metern und mündet nach knapp 60 Kilometern bei Speyer in den Rhein – und die Nordroute folgt ihm in voller Länge, nur andersherum: Du startest an der Mündung und stehst nach gut 60 Kilometern an der Quelle bei Speyerbrunn. Jahrhundertelang lief auf diesem Bach der Verkehr in die Gegenrichtung. Brennholz aus dem Pfälzerwald wurde lose ins Wasser geworfen und nach Neustadt und Speyer getriftet; in Elmstein sammelte der Augustenwoog die Stämme, der Speyerbrunner Woog weiter oben lieferte das Schwallwasser, das sie in Bewegung setzte. Um 1852 gab es in der Region rund 140 Kilometer triftfähiger Bäche. Die letzte Trift auf dem Speyerbach lief 1902 mit 6.193 Ster Holz. Wo damals das Holz zu Tal schwamm, gehst du heute bergauf – der Bach war der Wegweiser, lange bevor es die Muschel gab.
Oben wartet der Ort mit dem merkwürdigsten Namen des Weges. Johanniskreuz liegt auf einem Sattel in rund 470 Metern Höhe, an dem sich seit jeher die Wege des Pfälzerwalds kreuzen. Der Name geht auf Ritter Johannes von Wilenstein zurück, der 1269 – angeblich widerrechtlich – sein Wappen in ein Flurkreuz der Herren von Hohenecken meißeln ließ, um seine Grenze zu markieren. Eine Urkunde von 1551 nennt den Stein „Des Herrn Johanns Creutz“. Am höchsten Punkt eines Jakobswegs steht also eine Grenzanmaßung aus dem 13. Jahrhundert. Johanniskreuz hat noch zwei weitere Pointen: Im August 1843 prägten hier versammelte Förster den Namen „Pfälzerwald“, und 1908 rief der Theologe Anton Foohs an diesem Ort den ersten Speyerer Diözesan-Katholikentag aus, eine Wallfahrt in den Wald, die bis 2007 Tradition blieb.
Praktisch heißt das für dich: Nimm dir für Etappe 3 Zeit, sie ist kurz, damit du nicht durchrennst. An der Quelle in Speyerbrunn und am Sattel lohnt die Pause, und das Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz zeigt seit 2004 Ausstellungen zum Wald, durch den du gerade gekommen bist. Fülle in Elmstein Wasser und Proviant auf; oben gibt es Gastronomie, aber keine Läden.
Highlights am Weg
- Kaiserdom zu Speyer (km 0) — um 1025/1030 unter Konrad II. begonnen, 1061 geweiht, 134 Meter lang, seit 1981 UNESCO-Welterbe; am Geschirrplatz steht seit 1990 Martin Mayers bronzener Jakobspilger, ausschreitend, mit dem Rücken zum Dom.
- Neustadt an der Weinstraße (km 29,1) — Stadtrecht 1275 von König Rudolf „nach Speyerer Recht“, gotische Stiftskirche des 14. Jahrhunderts, rund 2.200 Hektar Rebfläche.
- Lambrecht (km 37,6) — 977 als Benediktinerkloster St. Lambrecht gegründet, 1553 aufgehoben; 1568 überließ Kurfürst Friedrich III. die Gebäude wallonischen Glaubensflüchtlingen, die den Ort zur Tuchmacherstadt machten.
- Burgruinen Erfenstein und Spangenberg (km 42,5) — zwei verfeindete Burgen auf beiden Seiten des Tals, die eine leiningisch, die andere bischöflich-speyerisch; in der Weißenburger Fehde 1470 wurden beide zerstört.
- Marienkapelle Appenthal (km 50,3) — Wallfahrtskapelle, 1488 von Kurfürst Philipp dem Aufrichtigen gestiftet.
- Speyerbrunn und Johanniskreuz (km 60,8 und 65,9) — Quelle des Speyerbachs und Sattel mit dem höchsten Punkt, 469 Meter.
- Karlstal (zwischen km 66 und 82) — vier Kilometer lange Buntsandstein-Schlucht der Moosalbe, in den 1780er Jahren vom Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell behutsam mit Pfaden und Stegen erschlossen.
- Burg Nanstein, Landstuhl (km 102,8) — 1189 erstmals erwähnt, ab 1518 Festung des Ritters Franz von Sickingen, der nach der Belagerung am 7. Mai 1523 seinen Wunden erlag; 1689 endgültig zerstört.
- Mammutbäume bei Landstuhl — 1868 zwischen Landstuhl und Langwieden gepflanzt, heute über 41 Meter hoch.
- Simultankirche St. Philipp und Jakob, Vogelbach (bei km 119,8) — 1131 erbaut, ab 1150 Hospitalkirche für Kranke und Reisende, seit 1672 von beiden Konfessionen genutzt.
- Kloster Hornbach (km 155,9) — um 741 von Pirminius gegründet, 1557 aufgehoben; über dem 1953 wiederentdeckten Grab steht seit 1957 eine Kapelle, die Anlage ist seit 2000 Hotel mit dem Museum Historama.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Speyer ist eine Drehscheibe, und drei markierte Wege enden am Domplatz:
- Jakobsweg Mainz – Speyer — linksrheinisch über Oppenheim und Worms, drei Kaiserdome in fünf Tagen
- Jakobsweg Rothenburg – Speyer — von Franken über die Hohe Straße und das Jagsttal an den Rhein
- Jakobsweg Speyer – Bad Bergzabern — beginnt am selben Dom und führt südwärts Richtung Elsass
Wer aus Rheinhessen kommt, braucht Speyer gar nicht: Die Klosterroute Worms läuft vom Wormser Dom durch die Nordpfalz nach Landstuhl und trifft dort bei Kilometer 102,8 auf die Nordroute. Für dich heißt das: Von Worms bis Hornbach sind es zwei Wege, aber ein Weg. Alle anderen reisen mit der Bahn nach Speyer an.
Weiterpilgern?
In Hornbach endet die Nordroute, nicht die Muschel. Ab dem Kloster führt der Jakobsweg Hornbach – Metz durch den Bliesgau und über die Grenze nach Lothringen bis zur Kathedrale Saint-Étienne in Metz. Die Richtung hat Geschichte: Die Gründung des Klosters Hornbach wurde im 8. Jahrhundert von einem Metzer Bischof bestätigt.
Wer die Pfalz ganz will, geht ab Hornbach die Pfälzer Südroute in Gegenrichtung zurück nach Speyer, über den Wasgau, Bad Bergzabern und Landau. So wird aus zwei Wegen eine Runde von gut 300 Kilometern.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Auch wenn dieser Weg nicht in Santiago endet, lohnt sich ein Pilgerausweis (Credencial): Stempel gibt es in Pfarrbüros, Tourist-Informationen und Gasthöfen am Weg, den ersten im Speyerer Dom, den letzten im Kloster Hornbach. Wer später in Spanien weitergeht, hat damit den Anfang seiner Pilgergeschichte dokumentiert. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Am einfachsten planst du den Weg in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst; Karte und Track hast du dort auch offline, was im Pfälzerwald zählt.
Unterkunft. Ein Herbergsnetz gibt es nicht. In Speyer, Neustadt, Landstuhl, Homburg und Zweibrücken findest du Auswahl, in Elmstein einige Gasthöfe, im Wald zwischen Johanniskreuz und Landstuhl nur wenige Häuser. Buche diese Nächte vorab, am Wochenende erst recht, und frag nach, ob der Wirt dich am Weg abholt, wenn das Quartier im Nachbarort liegt.
Jahreszeit und Ausrüstung. Die Saison läuft von Mai bis Oktober; im April kann es auf der Höhe noch kalt sein, im Hochsommer ist der erste Tag in der Ebene heiß und schattenlos. Der Herbst ist die stärkste Zeit, wenn die Buchen im Elmsteiner Tal färben. Nimm Wasser für den ganzen Tag mit, Regenkleidung und eine Offline-Karte: Die Markierung ist im Wald zuverlässig, in Ortsdurchquerungen und an Kreuzungen mit anderen Wanderwegen des Pfälzerwald-Vereins brauchst du gelegentlich einen zweiten Blick.
Was dich der Weg kostet
Rechne mit 60 bis 95 € pro Tag, deutsches Preisniveau, nicht spanisches. Ein Doppelzimmer im Gasthof oder in der Pension liegt meist bei 75 bis 110 €, ein Einzelzimmer bei 50 bis 80 €, ein Abendessen bei 15 bis 28 € (Stand: Oktober 2026, Richtwerte). Wer sich zum Abschluss das Kloster Hornbach gönnt, zahlt ab 149 € pro Nacht im Zimmer mit Frühstück (Stand: Oktober 2026).
Sparen lässt sich bei der Anreise: Mit dem Deutschlandticket fährst du im Nahverkehr zum Start, zwischen den Etappenorten und vom Ziel zurück. Der Pilgerausweis kostet wenige Euro als Spende. Ehrlich gesagt ist die teuerste Position nicht das Bett, sondern die Nacht, die du zusätzlich brauchst, weil im Wald das passende Quartier fehlt.
Anreise
Zum Start. Fernzüge halten in Mannheim, von dort bringt dich die S-Bahn in 20 bis 30 Minuten nach Speyer; vom Bahnhof zum Dom sind es rund 15 Minuten zu Fuß. Nächster großer Flughafen ist Frankfurt, rund eine Stunde Bahn bis Mannheim. Unterwegs liegen Bahnhöfe in Neustadt, Lambrecht, Landstuhl und Bruchmühlbach-Miesau, alle an der Strecke Mannheim–Saarbrücken; Elmstein erreichst du per Bus, an Saisontagen mit der Museumsbahn „Kuckucksbähnel“ ab Lambrecht.
Vom Ziel. Hornbach hat keinen Bahnhof. Mit dem Bus fährst du rund sechs Kilometer nach Zweibrücken, von dort mit der S-Bahn nach Homburg (Saar) und weiter in den Fernverkehr Richtung Saarbrücken, Kaiserslautern und Mannheim. Am Wochenende ist der Busfahrplan dünn, plane die Rückfahrt vorab.
- Bahn: bahn.de — Verbindungen nach Speyer und ab Zweibrücken oder Homburg
- Nahverkehr Pfalz und Saarland: vrn.de — Busse und S-Bahn, auch Hornbach–Zweibrücken
- Ziel: kloster-hornbach.de — Hotel, Historama und Pilgerstempel
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