Linksrheinischer Jakobsweg auf der Karte

Linksrheinischer Jakobsweg

Der Linksrheinische Jakobsweg führt in 239,0 Kilometern vom Kölner Dom am linken Rheinufer über Bonn, Remagen, Andernach und Koblenz durch das Obere Mittelrheintal nach Bingen am Rhein. Im März 2009 begann im Kloster Arnstein die Arbeit an seiner Wiederbelebung, am 14. April 2013 wurde er eingeweiht. Die erste Hälfte ist flaches Ufer, die zweite ein ständiges Auf und Ab zwischen Strom und Hunsrückkante, zusammen 4.764 Höhenmeter bergauf. Unterwegs liegen eine gotische Jakobuskapelle von 1355 in Koblenz, ein Jakobus vor der Kathedrale von Santiago in Oberwesel und in Rübenach ein Basaltstein, der dir die Restdistanz verrät: noch 2412 Kilometer.

1. Juli 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Kölner Dom (Roncalliplatz) / Bingen am Rhein am Zusammenfluss von Rhein und Nahe
  • Länge: 239,0 km
  • Dauer: 12 Etappen, Ø knapp 20 km; mit zusammengelegten Kurzetappen auch 10 bis 11 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 4.764 m / ↘ 4.736 m
  • Höchster Punkt: 461 m bei km 224,5 am Hunsrückrand oberhalb von Niederheimbach und Trechtingshausen
  • Landschaft: Großstadt und Leinpfad bis Bonn, Siebengebirgsblick und Vulkaneifel-Rand bis Andernach, Neuwieder Becken, ab Koblenz Schieferhänge, Weinberge und Burgen des UNESCO-Welterbes
  • Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, 2012 angebracht, in Nordrhein-Westfalen vom Eifelverein; in der Kölner Innenstadt unmarkiert
  • Jakobus-Spuren: Jakobusfenster in St. Georg Köln, St.-Jakobus-Kapelle Koblenz (1355), Jakobusfigur in St. Dionysius Rhens, Jakobuskapelle am Jakobsberg (1892), Jakobus-Tafel in der Liebfrauenkirche Oberwesel, Pilgerstele in Rübenach
  • Unterkunft: Pensionen, Hotels, Jugendherbergen und eine kleine Liste privater Pilgerquartiere für 15 bis 25 € (Stand: Oktober 2026), nur mit Pilgerausweis
  • Anschlusswege: Westfälischer Jakobsweg und Nijmegen – Köln in Köln, Eifel-Camino ab Namedy und Andernach, Rhein-Camino am rechten Ufer gegenüber, Jakobsweg Fulda – Bingen und Hunsrücker Jakobsweg ab Bingen
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; Pilgerurkunde des Trägers ab 100 km

Überblick

Köln hat seinen Dom, Bingen seine Basilika, und dazwischen fließt der Rhein in eine Richtung, die für Jakobspilger zunächst falsch aussieht: nach Süden statt nach Westen. Genau so sind sie trotzdem gegangen. Als der Ritter Arnold von Harff am 7. November 1496 in Köln zu seiner großen Pilgerreise aufbrach, zog er zuerst über Bonn und Koblenz rheinaufwärts nach Mainz; Rom, Jerusalem und am Ende Santiago kamen später. Der Linksrheinische Jakobsweg nimmt diesen ersten Abschnitt wieder auf und führt dich 239 Kilometer am linken Ufer entlang bis Bingen, wo die Nahe in den Rhein mündet.

Der Weg ist jung. Im März 2009 traf sich im Kloster Arnstein an der Lahn eine Arbeitsgruppe zur „Wiederbelebung des alten Jakobsweges zwischen Köln und Bingen“, 2012 wurde markiert, am 14. April 2013 eingeweiht. Seitdem gilt: Bis Koblenz pilgerst du am Fluss, ab Koblenz über ihm. Der Rhein bleibt die ganze Zeit derselbe – du aber steigst im Mittelrheintal so oft auf und ab, dass am Ende fast 4.800 Höhenmeter zusammenkommen, mehr als auf manchem Alpenübergang.

Andere Namen

Der offizielle Name ist Linksrheinischer Jakobsweg, der Pilgerführer ergänzt von Köln nach Bingen; umgangssprachlich heißt er auch Jakobsweg Köln–Bingen. In der Camino-Ninja-Karte findest du ihn unter Köln - Bonn - Koblenz - Bingen. Ab dem Rolandsbogen läuft er weitgehend auf dem RheinBurgenWeg und stellenweise auf dem Rheinhöhenweg, deshalb siehst du deren Zeichen neben der Muschel. Nicht verwechseln solltest du ihn mit dem Rhein-Camino: Der verläuft gegenüber am rechten Ufer.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen Jakobsweg vor der Haustür suchst, der jeden Tag mit dem Zug erreichbar ist: Die linke Rheinstrecke hält in fast jedem Etappenort, du kannst also auch in Wochenendstücken pilgern. Ideal, wenn dich Kirchen, Burgen und Weinorte mehr reizen als Einsamkeit, und wenn du das Mittelrheintal einmal nicht vom Schiff, sondern von oben sehen willst.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Stille suchst: Bis Koblenz gehst du durch eines der dichtesten Siedlungsgebiete Deutschlands, neben dir die Bundesstraße 9 und die Bahn, nachts auch Güterzüge im Tal. Nichts für dich, wenn du eine Herbergskette wie in Spanien erwartest – Pilgerbetten gibt es nur in einzelnen Privathäusern, sonst zahlst du Pensionspreise. Und nichts für dich, wenn du glaubst, „am Fluss entlang“ heiße flach: Hinter Koblenz klettert der Weg Tag für Tag die Schieferhänge hinauf, mit Treppen, steilen Pfaden und teils trittsicheren Passagen.

Streckenverlauf & Landschaft

Köln bis Koblenz (km 0–130,7): Vom Roncalliplatz geht es durch die Altstadt und die Severinstraße zum Rheinauhafen, dann auf dem Leinpfad über Rodenkirchen und Wesseling (km 17,5) nach Hersel und Bonn (km 35,2). Bad Godesberg bleibt mit 0,7 km Abstand neben dem Weg; der Weg steigt stattdessen über Ließem (km 53,6, 161 m) auf den Drachenfelser Ländchen-Rand und kehrt bei Oberwinter (km 64,9) an den Strom zurück. Über Remagen (km 72,2), Sinzig (km 78,5), Bad Breisig (km 85,6) und Namedy erreichst du Andernach (km 103,9). Dann verlässt der Weg das Ufer und quert das Neuwieder Becken über Miesenheim, Mülheim-Kärlich und Rübenach; Kettig liegt 0,7 km abseits. In Koblenz (km 130,7) mündet die Mosel.

Koblenz bis Bingen (km 130,7–239,0): Hinter Koblenz beginnt das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Der Weg steigt durch den Stadtwald auf, kommt über Rhens (km 150,8) und Brey zum Jakobsberg und nach Boppard (km 160,7), dann über Bad Salzig, die Höhendörfer Weiler und Holzfeld (291 m) nach Sankt Goar (km 184,9) unter Burg Rheinfels. Über Urbar geht es nach Oberwesel (km 193,7) und Bacharach (km 208,7), dann über Oberdiebach und Niederheimbach hinauf an den Hunsrückrand, wo bei km 224,5 mit 461 Metern der höchste Punkt liegt. Über Trechtingshausen (km 228,2) und Bingerbrück kommst du nach Bingen am Rhein; dort öffnet sich das Tal zum Rheingau.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in denselben 12 Etappen, die auch der Träger vorschlägt. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 239,0 km kalibriert; die Angaben des Trägers sind gerundet und liegen in der Summe etwas höher.

  1. Köln → Wesseling (17,5 km) — Vom Dom durch die Südstadt, dann Leinpfad und Rheinauen; flach, viel Asphalt.
  2. Wesseling → Bonn (17,7 km) — Am Ufer über Widdig und Hersel ins Bonner Zentrum zum Münster.
  3. Bonn → Niederbachem (20,6 km) — Der erste Anstieg hinauf nach Ließem, Blick auf das Siebengebirge.
  4. Niederbachem → Sinzig (22,7 km) — Über Oberwinter und Remagen mit der Apollinariskirche nach Sinzig.
  5. Sinzig → Andernach (25,4 km) — Bad Breisig, Brohl-Lützing und Namedy, am Ende der Mariendom.
  6. Andernach → Koblenz (26,8 km) — Quer durch das Neuwieder Becken über Felder und Ortschaften, Pilgersteine in Rübenach.
  7. Koblenz → Rhens (20,1 km) — Hinauf in den Stadtwald, zurück ans Ufer beim Königsstuhl.
  8. Rhens → Bad Salzig (16,7 km) — Über Brey und den Jakobsberg nach Boppard und weiter nach Bad Salzig.
  9. Bad Salzig → Oberwesel (26,2 km) — Die härteste Etappe: Höhendörfer, Aufstieg zur Burg Rheinfels, Abstieg nach Sankt Goar.
  10. Oberwesel → Bacharach (15,0 km) — Kurz, aber mit steilen Weinbergpfaden.
  11. Bacharach → Trechtingshausen (19,5 km) — Hinauf an den Hunsrückrand zum höchsten Punkt (461 m).
  12. Trechtingshausen → Bingen am Rhein (10,8 km) — Halbtag über Bingerbrück an die Nahemündung.

Bis Koblenz ist der Weg technisch einfach, der Untergrund oft Asphalt und Uferweg. Im Mittelrheintal wird er zum Bergweg im Kleinformat: kurze, steile Anstiege von 200 bis 300 Metern, schmale Pfade an Schieferhängen, bei Nässe rutschig. Für die Etappe nach Oberwesel nennt der Träger eine flache Abkürzung, die den Anstieg zur Burg Rheinfels spart. Wichtig für Etappe 7: Wegen der Erneuerung der Pfaffendorfer Brücke ist ein Abschnitt in Koblenz voraussichtlich bis Ende 2027 gesperrt; die Umleitung führt am Kurfürstlichen Schloss vorbei.

„Noch 2412 km“ – ein Jakobsweg, der Santiago ausschildert

In Koblenz-Rübenach steht vor einer Ruhebank eine Basaltstele mit Jakobsmuschel. Der Hobbybildhauer Wolfgang Springer hat ihr die Inschrift „noch 2412 km“ gegeben – bis Santiago de Compostela. Daneben hat Wegewart Heinz Bengel ein Wegekreuz mit den Worten „Gott begleite Dich“ aufstellen lassen. Das ist vielleicht der ehrlichste Satz über diesen Weg: Er endet in Bingen, aber er meint Galicien. Der Linksrheinische Jakobsweg ist kein Ziel, sondern ein Zubringer, und seine Kirchen erzählen das seit Jahrhunderten.

Die Spur beginnt in Köln. Am Waidmarkt stand die Kirche St. Jakob, unter Erzbischof Anno II. zwischen 1059 und 1070 gebaut, 1803 bei der Säkularisation geschlossen und 1825 abgerissen; eine Tafel der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft markiert den Platz, und in St. Georg nebenan zeigt ein Fenster im Westbau den Apostel. In Koblenz entstand 1355 die gotische St.-Jakobus-Kapelle als Friedhofskapelle des Deutschen Ordens; sie überstand den Zweiten Weltkrieg, als das Palais daneben abgerissen werden musste, wurde von 1965 bis 1968 wiederaufgebaut und hat Türgriffe in Muschelform. Die alt-katholische Gemeinde, die sie heute nutzt, hat Jakobus den Älteren zum Patron. In Rhens steht in St. Dionysius, deren Turm aus dem 13. Jahrhundert stammt, eine Jakobusfigur rechts am Hochaltar.

Am meisten verrät Oberwesel. In der Liebfrauenkirche, deren Chor am 15. August 1331 geweiht wurde, zeigt eine Darstellung aus dem 16. Jahrhundert Jakobus als Pilger vor der Kathedrale von Santiago, vor ihm eine kniende Pilgerschar; auf einem Gnadenstuhl des 15. Jahrhunderts steht er neben Gottvater. Eine Bruderschaft betreute hier Pilger auf dem Weg nach Nordspanien. Und noch eine Etappe früher, in Sankt Goar, beginnt die Herbergsgeschichte des Tals: Der heilige Goar richtete im 7. Jahrhundert eine Zelle „als Herberge“ ein, aus der die heutige Stiftskirche wurde.

Praktisch heißt das: Die meisten Kirchen sind tagsüber offen, die Koblenzer Jakobuskapelle aber nur im Juli und August sonntags von 15 bis 17 Uhr. Plane sie ein oder nimm dir den Blick durchs Fenster vor. Pilgerstempel liegen in vielen Kirchen und auch in Läden aus – in Kettig zum Beispiel im Café.

Highlights am Weg

  • Kölner Dom und Südstadt (km 0) — Start am Roncalliplatz; auf dem Weg nach Süden St. Maria im Kapitol mit Jakobus-Darstellung, St. Georg mit Jakobusfenster, St. Severin.
  • Bonner Münster (km 35,2) — die Stiftskirche der Stadtpatrone Cassius und Florentius am Ende der zweiten Etappe.
  • Apollinariskirche Remagen (km 72,2) — neugotische Wallfahrtskirche von Ernst Friedrich Zwirner, Grundstein 1839, Weihe 1857; Apollinaris ist in Remagen seit 1295 belegt.
  • St. Peter in Sinzig (km 78,5) — spätromanische Pfarrkirche, um 1225 begonnen, Altarweihe 1241; im Seitenschiff liegt der „Vogt von Sinzig“, eine Mumie, die 1700 nach einem Unwetter ans Licht kam und 1797 bis 1815 in Paris war.
  • Pilgersteine in Rübenach (km 119,9) — die Stele „noch 2412 km“ und das Wegekreuz „Gott begleite Dich“.
  • Basilika St. Kastor in Koblenz (km 130,7) — 836 geweiht, 842 Verhandlungsort der Reichsteilung, die 843 in Verdun besiegelt wurde; seit 1991 Basilica minor. Dazu die Jakobuskapelle von 1355.
  • Königsstuhl bei Rhens (km 150,8) — Denkmal des Kurvereins von 1338, 1795 zerstört, 1843 neu gebaut und 1929 auf die Rheinhöhe versetzt.
  • Sankt Goar und Burg Rheinfels (km 184,9) — Stiftskirche mit romanischer Krypta, spätgotisches Langhaus von 1469.
  • Liebfrauenkirche Oberwesel (km 193,7) — rot verputzte Gotik mit Goldaltar und Lettner, Jakobus vor der Kathedrale von Santiago.
  • Bacharach (km 208,7) — Fachwerk, Burg Stahleck mit Jugendherberge und die Ruine der Wernerkapelle.
  • Bingen am Rhein (km 238,6) — Basilika St. Martin an der Nahemündung, oberhalb die Rochuskapelle.

Pilger ohne Jakobus: Apollinaris, Rochus und ein falscher Heiliger

Der Linksrheinische Jakobsweg läuft durch eine Landschaft, in der jahrhundertelang gepilgert wurde – nur selten zu Jakobus. In Remagen kamen zur Apollinarisoktav im Juli und August in Spitzenzeiten bis zu 100.000 Wallfahrer, 2014 zählte man noch rund 12.000 Gottesdienstbesucher. In Bingen gelobte die Stadt im Pestjahr 1666 eine Kapelle für den heiligen Rochus, der selbst als Pilger mit Stab und Muschel dargestellt wird. Französische Artillerie zerstörte sie 1795, 1814 stand ein Neubau, und Goethe feierte das Rochusfest mit; nach einem Blitzschlag 1889 entstand bis 1895 der heutige Bau von Max Meckel.

Die dunkle Seite liegt in Bacharach. 1287 wurde bei Bacharach die Leiche des 16-jährigen Werner gefunden, und die Ritualmordlüge gegen die Juden löste Verfolgungen am Mittelrhein, an der Mosel und am Niederrhein aus. König Rudolf I. erkannte die Anschuldigung als haltlos, trotzdem wurde ab etwa 1289 eine Wallfahrtskapelle für den „guten Werner“ gebaut, deren Chor 1337 fertig war. Seit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 ist sie Ruine, 1963 strich das Bistum Trier den Werner-Kult aus dem Kalender. Heute ist sie Mahnmal – und ein Ort, an dem du als Pilger einen Moment stehen bleiben solltest.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Köln ist der große Knoten im Westen. Hier kommen an:

Am Dom fällt dann die Richtungsentscheidung, denn hier beginnen auch Wege in andere Richtungen:

Unterwegs berühren zwei weitere Wege den Rhein. Bei Namedy beginnt der Eifel-Camino; bis Miesenheim teilen sich beide die Trasse, dann zweigt er an einem Insektenhotel geradeaus nach Trier ab. Gegenüber am rechten Ufer läuft der Rhein-Camino zwischen Lahnstein und Kaub; zwischen Bad Salzig und Sankt Goar liegt er dir direkt gegenüber und ist mit den Rheinfähren erreichbar.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar Richtung Westen. In Bingen trifft der Weg auf den Jakobsweg Fulda – Bingen, der von Fulda über Frankfurt und Mainz kommt, und auf den Hunsrücker Jakobsweg: Er folgt, auch als Ausoniusweg bekannt, der alten Römerstraße quer über den Hunsrück nach Trier; dort beginnt der Weg Richtung Le Puy und Santiago. Für dich heißt das: In Bingen wechselst du nur die Richtung, nicht die Muschel. Wer früher abbiegen will, kann schon in Andernach auf den Eifel-Camino wechseln. Und der Träger nennt im Koblenzer Stadtwald eine Wegetrennung zum Mosel-Camino nach Trier; in unserer Karte ist diese Verbindung nicht als Übergang hinterlegt, prüfe sie vor Ort an der Beschilderung.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen deutschen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerquartieren zu übernachten und – wenn du eines Tages bis Santiago weitergehst – am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; den regionalen Pilgerausweis des Trägers gibt es für 5 € inklusive Versand, die Pilgerurkunde für mindestens 100 Kilometer kostet 3 € (Stand: Oktober 2026). Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Markierung und Orientierung. In der Kölner Innenstadt fehlt die Muschel, weil Zeichen dort immer wieder entfernt wurden; die Markierung beginnt hinter dem Dom und ist auch später nicht so dicht wie auf einem Premiumwanderweg. Lade dir den Track vorher herunter. Im Mittelrheintal helfen dir zusätzlich die Zeichen des RheinBurgenWegs.

Unterkunft und Jahreszeit. Pilgerherbergen im spanischen Sinn gibt es nicht. Der Träger listet private Pilgerquartiere für zwei bis vier Personen, etwa in Bornheim-Waldorf, Remagen, Brohl-Lützing, Koblenz und Bad Salzig, oft nur mit Voranmeldung. Sonst übernachtest du in Pensionen, Winzerhöfen, Hotels und Jugendherbergen. Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst; im Sommer sind die Weinorte von Ausflüglern voll, zur Weinlese im September und Oktober auch die Zimmer.

Was dich der Weg kostet

Die privaten Pilgerquartiere kosten 15 bis 20 € pro Nacht, mit Frühstück 25 €. Die Jugendherberge auf Burg Stahleck in Bacharach liegt ab 32,10 € mit Frühstück, Pensionen und einfache Hotels im Rheintal meist zwischen 50 und 90 € pro Person (Stand: Oktober 2026). Rechne mit 50 bis 90 € pro Tag, je nachdem, wie oft du ein Privatquartier bekommst. Für Abstecher und den Rückweg lohnt das Rheinland-Pfalz-Ticket: 30 € für einen Tag Nahverkehr, für zwei Personen 40 € (Stand: Oktober 2026). Ehrlich gesagt ist das Mittelrheintal teurer als der Camino Francés – dafür schläfst du auf einer Burg.

Anreise

Zum Start. Köln Hauptbahnhof liegt direkt neben dem Dom und ist ICE-Knoten mit Verbindungen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien; der Flughafen Köln/Bonn hat einen S-Bahn-Anschluss.

Vom Ziel und unterwegs. Die linke Rheinstrecke begleitet den ganzen Weg: Regionalzüge halten in Bonn, Remagen, Sinzig, Andernach, Koblenz, Boppard, Sankt Goar, Oberwesel, Bacharach und Bingen. In Bingen gibt es zwei Bahnhöfe, Bingen (Rhein) Hbf im Ortsteil Bingerbrück und Bingen Stadt; von dort fährst du über Mainz oder Koblenz zurück. Die Rheinfähren, etwa Bingen–Rüdesheim oder Sankt Goar–Sankt Goarshausen, bringen dich ans rechte Ufer.

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