Pilgrimsrute Sydsjælland – Lolland-Falster auf der Karte

Pilgrimsrute Sydsjælland – Lolland-Falster

149,0 Kilometer, 8 Etappen, 51 Meter höchster Punkt: Die Pilgrimsrute Sydsjælland – Lolland-Falster ist der Südast der Danske Pilgrimsrute, von der Königsgruft in Ringsted durch die Mitte Seelands nach Næstved, zum Gåsetårnet in Vordingborg, wo die Bauern im Mittelalter verpflichtet waren, Pilger über den Storstrøm zu bringen, über die neue Brücke nach Falster zur Wallfahrtskirche Kippinge mit ihrem Krückendepot, über die Klappbrücke bei Guldborg nach Lolland, zum Birgittinerkloster Maribo, dessen Stadt entstand, um Pilger zu versorgen, und hinunter zum Fährkai von Rødbyhavn — dem Hafen, über den nachweislich die heilige Birgitta von Vadstena nach Santiago reiste. Träger: Foreningen af Danske Santiagopilgrimme, Abschnitt „Ringsted – Rødby (mod Tyskland)". Ehrlich gesagt: Der Name ist unsere Camino-Ninja-Systematik, Lolland ist flach und windig, Herbergen sind rar, und nach Rødbyhavn fährt seit 2021 kein Zug mehr.

8. September 202619 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Ringsted (Sankt Bendts Kirke, km 48,7 der Pilgrimsrute Vestsjælland) / Rødbyhavn (Fähre nach Puttgarden)
  • Länge: 149,0 km
  • Dauer: 8 Etappen (Camino-Ninja-Einteilung), 7–10 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 442 m / ↘ 493 m — Gehen, nicht Steigen
  • Höchster Punkt: 51 m am Start in Ringsted; Lolland und Falster liegen teils unter Meereshöhe
  • Etappen: 8 — Camino-Ninja-Systematik auf unseren Wegpunkten; der Träger schneidet Ringsted–Næstved 16,5+5,5+15,5, Næstved–Vordingborg 18+16, Vordingborg–Maribo–Rødby 27+27+21 km
  • Landschaft: flachwelliges Mittelseeland, Åsrücken bei Mogenstrup, Storstrøm und Guldborgsund, Inseln Falster und Lolland, Zuckerrübenland, Maribosøerne, Deichküste am Fehmarnbelt
  • Träger: Foreningen af Danske Santiagopilgrimme (gegründet November 1999, über 5.100 Mitglieder), Abschnitt „Ringsted – Rødby (mod Tyskland)". Der Name „Pilgrimsrute Sydsjælland – Lolland-Falster" ist Camino-Ninja-Systematik — drei Landschaften, deshalb der Doppelname
  • Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, quadratische Plaketten; sparsamer als in Spanien, GPX empfohlen
  • Jakobus-Spuren: keine Jakobskirche am Weg — dafür der beste Personenbeleg Dänemarks: Birgitta von Vadstena reiste über Rødby nach Santiago; Wallfahrtskirche Kippinge, Birgittinerkloster Maribo
  • Unterkunft: Betten verlässlich in Ringsted, Næstved, Vordingborg, Sakskøbing, Maribo und Rødby; Glumsø, Lundby und Øster Kippinge sind Dörfer; wenige Pilgerherbergen, meist Juni bis August
  • Zubringer und Anschluss: Start an der Gabelung der Pilgrimsrute Vestsjælland; ab Puttgarden die Via Scandinavica nach Lübeck
  • Beste Zeit: Mai bis September

Überblick

Dieser Weg hat, was kein anderer dänischer Weg hat: eine Pilgerin mit Namen. Die Kartierer der Danske Pilgrimsrute schrieben 2007: „Den hellige Birgitta af Vadstena selv rejste via Rødby til Santiago de Compostela" — die heilige Birgitta reiste über Rødby nach Santiago, und ihr Weg führte über das Birgittinerkloster in Maribo. Genau dort endet dieser Weg: am Fährkai von Rødbyhavn. Er beginnt in der Königsgruft von Ringsted, an der einzigen echten Weggabelung des dänischen Netzes, zieht durch die flachwellige Mitte Seelands nach Næstved mit seinen drei Kirchen und dem Skovkloster, dessen Urkunde von 1140 die älteste eines dänischen Klosters ist, zum Gåsetårnet von Vordingborg — wo die Bauern im Mittelalter verpflichtet waren, Pilger über den Storstrøm zu bringen — und über die neue Dronning Margrethe II's Bro nach Falster, zur Wallfahrtskirche Kippinge, in deren Kapelle die Krücken der Geheilten lagerten, über die Klappbrücke bei Guldborg nach Lolland, nach Sakskøbing und Maribo, dessen Stadt nur entstand, um Pilger zu versorgen, und hinter dem Deich an den Fehmarnbelt.

Ehrlich gesagt: Der Name ist unsere Camino-Ninja-Systematik, der Träger sagt „Ringsted – Rødby, mod Tyskland", und er braucht zwei Regionen, weil der Weg drei Landschaften durchquert — die stärksten Orte liegen gar nicht in Sydsjælland. Lolland und Falster sind flach, und zwar wirklich flach, mit langen Asphaltstücken zwischen Zuckerrüben; Pilgerherbergen sind rar, die Markierung ist sparsam, Birgittas Reisejahr ist nicht belegt, und nach Rødbyhavn fährt seit 2021 kein Zug mehr — wer hier ankommt, plant Bus. Was es dafür gibt: den einzigen urkundlichen Beleg für organisierte Pilgerlogistik in Dänemark, eine Brücke, die in diesem Jahr ihre Vorgängerin von 1937 ersetzt hat, ein Kloster nach Birgittas eigenem Bauplan und einen Fährkai, an dem der Weg nach Deutschland weitergeht — mit derselben Muschel auf Blau. Aus einer mittelalterlichen Bringschuld ist ein Brückengeländer geworden. In diesem Jahr.

Andere Namen

Pilgrimsrute Sydsjælland – Lolland-Falster ist Camino-Ninja-Systematik: Wir benennen die dänischen Wege nach Regionen, und dieser braucht zwei, weil er drei Landschaften durchquert — Sydsjælland bis Vordingborg (km 70,4), dann Falster ab Orehoved (km 79,7), dann Lolland ab Guldborg (km 100,4). Der Trägerverein, die Foreningen af Danske Santiagopilgrimme, führt die Strecke als einen Abschnitt seiner Den Danske Pilgrimsrute und nennt ihn nach Orten und Himmelsrichtung: „Ringsted – Rødby (mod Tyskland)", Ringsted bis Rødby, Richtung Deutschland, 152 Kilometer. Auf seinen Etappenseiten begegnet dir die Strecke in drei Stücken: „Ringsted – Næstved", „Næstved – Vordingborg" und „Vordingborg – Maribo – Rødby".

Drei Längen musst du aushalten: 152 Kilometer in der Trägerübersicht, 145,5 als Summe seiner Etappentitel, 149,0 in unseren Streckendaten — alle drei belegt, alle drei anders gemessen; wir führen unsere. Und der Träger endet in Rødby, wir in Rødbyhavn, 4,9 Kilometer weiter am Fährkai, weil dort die Fähre geht. In der Selbstbeschreibung der Kartierer von 2007 heißt der ganze Korridor „en rute fra Helsingør ned til Gedser og Rødby" — der Verein hat zwei Südenden. Der zweite Ast führt nach Gedser und zur Fähre nach Rostock; eine eigene Seite haben wir dafür noch nicht. Als Europafernweg läuft der Weg streckenweise auf dem E6.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen Grenzgang willst, der wirklich einer ist: Du startest an einer Königsgruft, querst nach vier Tagen den Storstrøm auf eine Insel, dann per Klappbrücke auf die nächste, und stehst am Ende an einem Fährkai, von dem nachweislich die heilige Birgitta nach Santiago aufbrach. Ideal, wenn du Pilgergeschichte in Bauwerken willst statt in Behauptungen: eine Kirche, die Krücken sammelte, eine Stadt, die für Pilger gegründet wurde, eine Fährpflicht in einer Urkunde. Ideal für Pilger nach Deutschland: Das ist der Weg, der in Puttgarden mit derselben Muschel weitergeht. Und ideal für alle, die Gehen wollen statt Steigen — 442 Höhenmeter auf 149 Kilometern, höchster Punkt am Start.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Dramatik in der Landschaft suchst: Lolland und Falster sind flach, mit langen Asphaltabschnitten zwischen Zuckerrüben- und Getreidefeldern, und der Wind ist dort kein Wetter, sondern Zustand. Nichts für dich, wenn du Herbergen erwartest: Außerhalb Jütlands hat das dänische Netz nur sehr wenige echte Pilgerherbergen, viele Häuser öffnen nur im Sommer, und Glumsø, Lundby und Øster Kippinge sind Dörfer — solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs. Nichts für dich, wenn du dich auf Schilder verlassen willst: „sparsommere end i Spanien", ohne GPX wird es zäh. Und das Ende hat einen Haken: Nach Rødbyhavn fährt seit 2021 kein Zug mehr, der Bahnkopf ist Nykøbing Falster, weiter geht es per Bus — oder eben per Fähre.

Streckenverlauf & Landschaft

Seeland: Der Weg beginnt in Ringsted an der Sankt Bendts Kirke und zieht südwärts durch die flachwellige Mitte Seelands — Ackerland, Alleen, Dorfkirchen im Abstand einer Stunde. Bei Glumsø liegt ein See, bei Holløse und Ladby wird es waldiger, dann öffnet sich Næstved, die größte Stadt am Weg, mit drei mittelalterlichen Kirchen im Zentrum und dem Skovkloster, heute Herlufsholm, gleich außerhalb. Bei Mogenstrup läuft der Weg über einen Åsrücken, eine eiszeitliche Kiesrippe, die hier für seeländische Verhältnisse als Höhenzug durchgeht, dann über Lundby und Sværdborg nach Vordingborg, wo das Gåsetårnet über der Meerenge steht.

Inseln: Dann wird der Weg zur Inselkette. Über die kleine Insel Masnedø und die neue Storstrøm-Brücke kommst du bei Orehoved auf Falster an, gehst über Nørre Vedby und Vålse nach Øster Kippinge und querst bei Guldborg auf der Klappbrücke von 1934 nach Lolland. Ab hier ist es Zuckerrübenland: weit, offen, windig, mit Alleen und Gutshöfen, teils unter Meereshöhe. Über Sakskøbing und Hunseby führt der Weg an den Maribosøerne entlang nach Maribo mit dem Klosterkomplex am See, dann durch Bursø, Holeby — den künftigen Bahnhofsort des Fehmarnbelt-Tunnels — und Rødby hinunter an die Küste nach Rødbyhavn: die letzten Kilometer hinter dem Deich, mit dem Fährhafen und draußen im Belt der Tunnelbaustelle im Blick. Untergrund: Feldwege, Waldwege, längere Asphaltstücke, Brückengehwege, Deichkrone; einen gemessenen Anteil gibt es nicht.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir teilen die 149,0 Kilometer in acht Etappen von durchschnittlich 18,6 Kilometern — Camino-Ninja-Systematik; der Träger schneidet in drei Abschnitte mit acht Teilstücken und kommt auf 145,5 beziehungsweise 152 Kilometer. Jede Etappengrenze unten ist ein Wegpunkt unserer Streckendaten, jede Kilometerzahl die Differenz zweier Punkte, die Summe exakt die 149,0 Kilometer unserer Route. Wer neun Tage will, teilt die Brückenetappe in Orehoved (9,3 + 13,7).

  1. Ringsted – Glumsø (15,9 km) — von der Sankt Bendts Kirke über Høm, Vrangstrup und Tyvelse zur Glumsø Kirke am See.
  2. Glumsø – Næstved (21,0 km) — über Skelby, Holløse und Ladby in die Drei-Kirchen-Stadt; Skovkloster/Herlufsholm außerhalb.
  3. Næstved – Lundby (19,2 km) — Rønnebæk, der Åsrücken von Mogenstrup, Lov, Hammer.
  4. Lundby – Vordingborg (14,3 km) — über Sværdborg zum Gåsetårnet und an den Storstrøm.
  5. Vordingborg – Øster Kippinge (23,0 km) — der Tag der Wasserquerung: Masnedø, die Dronning Margrethe II's Bro nach Orehoved auf Falster, Nørre Vedby, Vålse, Wallfahrtskirche Kippinge.
  6. Øster Kippinge – Sakskøbing (21,0 km) — über die Klappbrücke bei Guldborg nach Lolland, durch das Rübenland nach Sakskøbing.
  7. Sakskøbing – Maribo (13,1 km) — über Hunseby entlang der Maribosøerne zum Birgittinerkloster; kurzer Tag mit Zeit für den Dom.
  8. Maribo – Rødbyhavn (21,5 km) — Bursø, Holeby, Rødby, hinter dem Deich zum Fährkai.

Technisch ist nichts schwierig: Feldwege, Waldwege, längere Asphaltstücke, kaum Steigung — die 442 Höhenmeter merkst du nicht. Anstrengend ist etwas anderes: der Wind auf Lolland und Falster, die 23 Kilometer der Brückenetappe, die enge Querung bei Guldborg ohne komfortablen Gehweg, und die Bettensuche in den Dörfern. Winddichte Jacke, wasserdichte Schuhe, GPX — und die Fährzeiten in Rødbyhavn im Kopf.

Die Bauern von Vordingborg mussten Pilger übersetzen

Als die Foreningen af Danske Santiagopilgrimme 2007 die historische Pilgerstraße durch Seeland kartierte — Forschung Ove Wichmann, Vorsitz Henrik Tarp, wissenschaftliche Begleitung Brian Patrick McGuire von der Universität Roskilde —, fand sie den einen Satz, den kein anderer dänischer Weg hat: „Fra gamle oplysninger ved vi desuden, at bønderne i Vordingborg havde forpligtet sig til at fragte pilgrimme over Storstrømmen til Falster." Die Bauern von Vordingborg waren verpflichtet, Pilger über den Storstrøm nach Falster zu bringen. Das ist der einzige urkundenbasierte Beleg für organisierte Pilgerlogistik auf einer dänischen Pilgertrasse, und unsere Streckendaten bilden genau diesen Übergang ab: Vordingborg, Kilometer 70,4, Masnedø 73,2, Orehoved 79,7. Vordingborg selbst war Königsburg — 1175 von Valdemar dem Großen als Festung und Basis für Feldzüge gegen die deutsche Küste gegründet, 1241 erließ Valdemar II. hier das Jyske Lov, in den 1360ern baute Valdemar Atterdag eine Ringmauer von 800 Metern mit neun großen und zwölf kleinen Türmen. Geblieben ist das Gåsetårnet, 36 Meter, der einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Burgturm Dänemarks, 1808 das erste geschützte Denkmal des Landes; die goldene Gans auf der Spitze erinnert an die Legende, Valdemar habe die Kriegserklärung von 77 Hansestädten 1367 mit 77 schnatternden Gänsen verglichen — die heutige Gans kam allerdings erst 1871 aufs Dach, das sagen wir dazu.

Und dann ist aus der Bringschuld der Bauern ein Brückengeländer geworden, in diesem Jahr. Die alte Storstrømsbro, am 26. September 1937 von König Christian X. vor über 40.000 Zuschauern eröffnet, 3.199 Meter lang, 49 Pfeiler, mit Bahngleis, zwei Fahrspuren und Wegen für Radfahrer und Fußgänger, bekam 2011 Risse; am 23. März 2026 öffnete die neue Dronning Margrethe II's Bro, über 3,8 Kilometer von Küste zu Küste mit modernem Radweg, und am 1. Juni 2026 wurde die alte Brücke dauerhaft geschlossen — der Abriss folgt (Stand: September 2026). Du gehst also über eine Brücke, die jünger ist als diese Seite. Auf Falster wartet Kippinge Kirke, laut Kartierung „en af de største valfarts- og pilgrimskirker" Dänemarks: eine heilige Quelle, Wunderberichte, Höhepunkt der Wallfahrt in den frühen 1500ern, so reich, dass die Kirche König Christian II. Darlehen für seine Schwedenfeldzüge gab. Turm, Vorhalle und Westkapelle entstanden Anfang des 16. Jahrhunderts eigens wegen des Pilgerzustroms, und die Kapelle diente der Überlieferung nach dazu, die Krücken und Tragen der an der Quelle Geheilten aufzubewahren. Maribo verkaufte Herberge und Verpflegung, Kippinge verkaufte Heilung — und finanzierte damit einen Königskrieg. Das Depot abgelegter Krücken ist der ehrlichste Wallfahrtsbeleg, den ein Bauwerk liefern kann.

Denn Maribo ist die Stadt, die es ohne Pilger nicht gäbe. 1416 wurde hier mit Unterstützung Königin Margarethes I. das Birgittinerkloster gegründet und geweiht, gebaut nach Birgittas eigener Vorschrift: Nonnen und Mönche teilten eine Kirche, getrennt durch eine Mauer, jeder Konvent mit eigenem Chor, drei Schiffe unter einem Dach, einer der schönsten gotischen Bauten des Landes. Es wurde eines der meistbesuchten Pilgerziele des 15. Jahrhunderts, und die Stadt entstand, um Pilger zu versorgen — Übernachtung, Speisung, Proviant, Krankenpflege. 1536 aufgehoben, dann adliges Damenstift, seit 1803 Dom; Leonora Christina vollendete hier nach ihrer Entlassung aus dem Blauen Turm 1685 ihre „Jammers Minde" und liegt seit 1698 in der Kirche. Und hier schließt sich der Bogen zur einzigen Pilgerin mit Namen: „Den hellige Birgitta af Vadstena selv rejste via Rødby til Santiago de Compostela", schrieben die Kartierer, „rejsen gik videre via birgittinerklostret i Maribo til Rødby" — Birgitta reiste über Maribo und Rødby nach Santiago; das Jahr nennt die Quelle nicht, und wir erfinden keines. Herkunft, Orden und Ausreisehafen der einen belegbaren dänischen Santiago-Pilgerin liegen auf dieser Kette. Das dänische Netz versteht sich als Verlängerung des Weges „fra Vadstena i Sverige til Santiago de Compostela", und nirgends stimmt das so wörtlich wie hier. Ein Weg ohne Jakobskirche — mit einer Fährpflicht, einem Krückendepot, einer Pilgerstadt und einer Frau, die vor uns hier auf das Schiff gestiegen ist.

Highlights am Weg

  • Sankt Bendts Kirke, Ringsted — Backsteinbau um 1200, Grablege Knud Lavards seit 1131 und 150 Jahre Königsnekropole von Valdemar dem Großen bis Erik Menved; Wappenfries mit rund 100 Adelswappen um 1300; hier teilt sich das dänische Netz.
  • Glumsø Kirke — Dorfkirche am See, erste Trägerstation der Kirchenkette nach Süden.
  • Sankt Peders Kirke, Næstved — an der Nordwand des Chors ein königliches Wandbild-Epitaph: Valdemar Atterdag und Königin Helvig, gemalt um 1375.
  • Sankt Mortens Kirke, Næstved — nach Martin von Tours benannt, Kalkmalerei des Heiligen, „der deler sin kappe med tiggeren", Barockaltar von Abel Schrøder um 1664, Taufbecken von 1515.
  • Herlufsholm (Skovkloster) — 1135 gestiftet; der Königsbrief Eriks III. von 1140 ist die älteste erhaltene Urkunde für ein dänisches Kloster; seit 1565 Schule.
  • Åsrücken von Mogenstrup — eiszeitliche Kiesrippe, das Höhenerlebnis Südseelands.
  • Gåsetårnet, Vordingborg — 36 Meter, einziger vollständig erhaltener mittelalterlicher Burgturm Dänemarks, 1808 erstes geschütztes Denkmal des Landes; Gans von 1871; Danmarks Borgcenter seit 2014.
  • Storstrøm-Querung — die neue Dronning Margrethe II's Bro, offen seit 23. März 2026, mit Radweg; die alte Brücke von 1937 wurde am 1. Juni 2026 geschlossen.
  • Kippinge Kirke, Falster — spätmittelalterliche Wallfahrtskirche mit heiliger Quelle; die Westkapelle des frühen 16. Jahrhunderts bewahrte die Krücken der Geheilten.
  • Guldborgbro — Klappbrücke von 1934, 180 Meter, 7 Meter breit: enge Querung zwischen Falster und Lolland, Vorsicht statt Tempo.
  • Sakskøbing — Stadtrecht 1306, Kirche um 1250–1300, mittelalterliche Münzstätte; Zuckerfabrik 1909 bis 1992.
  • Maribo Domkirke — Birgittinerkloster von 1416 nach Birgittas Bauvorschrift, eines der meistbesuchten Pilgerziele des 15. Jahrhunderts; seit 1924 Domkirche; Grab der Leonora Christina.
  • Maribosøerne — Seenlandschaft mit Naturpark am Weg nach Maribo.
  • Rødbyhavn — Fährhafen der Vogelfluglinie seit 1963, Bahnhof 2021 aufgehoben; draußen im Belt die Baustelle des 18 Kilometer langen Fehmarnbelt-Tunnels.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der Startpunkt liegt in einer Königsgruft. Ringsted ist Kilometer 48,7 der Pilgrimsrute Vestsjælland — wer die 119,9 Kilometer von Roskilde nach Korsør geht, kommt nach zwei Tagen hier vorbei und entscheidet an der Sankt Bendts Kirke: geradeaus nach Fünen und Jütland, oder nach Süden nach Deutschland. Es ist die einzige echte Weggabelung im dänischen Netz. Von Norden speisen zwei weitere Wege den Knoten Roskilde: die Pilgrimsrute Nordsjælland in 104,4 Kilometern von der Fähre in Helsingør über Gurre, Esrum und Ballerup, und die Pilgrimsrute København – Roskilde in 51,4 Kilometern vom Flughafen Kastrup — dazu von Roskilde nach Ringsted 48,7 Kilometer.

Wer aus Schweden kommt, nimmt die Fähre nach Helsingør oder den Zug nach Kastrup; das dänische Netz versteht sich ausdrücklich als Verlängerung des Weges „fra Vadstena i Sverige til Santiago de Compostela", und Birgitta, deren Kloster in Vadstena steht, hat genau diesen Südast benutzt. Wer nur diesen Abschnitt gehen will, steigt in Ringsted aus dem Zug: gut 30 Minuten von Kopenhagen an der Schnellfahrstrecke. Den Pilgerausweis besorgst du beim Verein, der ihn seit 1999 exklusiv in Dänemark verkauft: 25 DKK für Mitglieder, 50 DKK für Nichtmitglieder (Stand: September 2026), 78 Stempelfelder — genug für diesen Weg und den Anschluss durch Deutschland.

Weiterpilgern?

In Rødbyhavn endet Dänemark, nicht der Weg. Die Scandlines-Fähre nach Puttgarden braucht 45 Minuten und nimmt Fußgänger mit — Tagesticket 11 € (ca. 80 DKK), Check-in mindestens 15 Minuten vor Abfahrt (Stand: September 2026). Auf der anderen Seite beginnt direkt am Fährbahnhof die Via Scandinavica, an der Gedenkstätte der 1198 erwähnten Peter-und-Paul-Kapelle: über Burg auf Fehmarn, wo ein Heiligen-Geist-Hospital für Pilger stand, über die Fehmarnsundbrücke aufs Festland, Kloster Cismar, Grömitz und Neustadt zur Jakobikirche in Lübeck und weiter bis Eisenach — 655 Kilometer, markiert mit derselben gelben Muschel auf blauem Grund wie in Dänemark. Bei Lübeck trifft sie auf die Via Baltica; dort endet auch die Via Jutlandica Ost, die Parallele der Pilger, die über Fünen und Jütland gegangen sind.

Zwei Dinge planst du vorher: Der Fuß- und Radweg der Fehmarnsundbrücke war 2023/24 monatelang wegen eines Tragseil-Austauschs gesperrt, mit kostenlosem Bus-Shuttle als Ersatz — und weil für die Anbindung des Fehmarnbelt-Tunnels weitere Arbeiten anstehen, prüfe den aktuellen Status, bevor du dich auf die Querung zu Fuß verlässt. Und der Fehmarnbelt-Tunnel selbst ist eine Baustelle, die dir auf Lolland und Fehmarn begegnet: 18 Kilometer Absenktunnel, geplant für 2029, die Eröffnung gilt seit 2025 offiziell als gefährdet, das erste Segment liegt seit Anfang 2026. Bis dahin bleibt die Fähre der Übergang — und der Fährkai ist ohnehin die historisch richtige Stelle. Wer die Alternative sucht: Der zweite Südast des Vereins führt über Gedser zur Fähre nach Rostock, ohne eigene Seite bei uns. Von Ringsted bis zum Apostelgrab über die Via Scandinavica und die Via Baltica zum Camino Francés sind es rund 3.100 Kilometer. Die ersten 149 hast du dann hinter dir.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Zeit: Mai bis September, mit Schwerpunkt Juni bis August, weil die wenigen Pilgerherbergen genau dann öffnen. Auf Lolland und Falster ist Wind kein Wetter, sondern Zustand — eine winddichte Jacke ist hier wichtiger als eine warme, und die Wiesen sind nass. Markierung und Navigation: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund auf quadratischen Plaketten, vom Verein mindestens zweimal jährlich kontrolliert, trotzdem „sparsommere end i Spanien", weil jedes Schild im Wald genehmigt werden muss. Lade den GPX-Track herunter und plane Etappen und Quartiere am einfachsten direkt in der Camino Ninja App; zwei Punkte gehören zwingend hinein: die Fährzeiten in Rødbyhavn und die Tatsache, dass es dort keinen Bahnhof mehr gibt. Pilgerausweis: Pilgrimspas beim Verein (Exklusivrecht seit 1999), 25 DKK für Mitglieder, 50 DKK für Nichtmitglieder, 78 Stempelfelder; Stempel in Kirchen und Herbergen, auf der Via Scandinavica je Teilabschnitt ein eigener. Sprache: Dänisch, Englisch überall, Deutsch am Fährkai. Wasser: an Kirchen und Friedhöfen — der Weg ist bewusst von Kirche zu Kirche gelegt.

Unterkunft: Betten gibt es verlässlich in Ringsted, Næstved, Vordingborg, Sakskøbing, Maribo und Rødby/Rødbyhavn — Danhostels, B&Bs, Hotels; Glumsø, Lundby und Øster Kippinge sind Dörfer, dort vorher buchen oder mit Shelter planen; primitive Übernachtungsplätze findest du über udinaturen.dk. Außerhalb Jütlands gibt es auf dem ganzen dänischen Weg nur zwei offizielle Pilgerherbergen — vorher buchen, nicht unterwegs hoffen. Versorgung: unproblematisch, „ruten går igennem eller tæt ved mange byer", Supermärkte in allen Städten am Weg. Packliste: winddichte Jacke, wasserdichte Schuhe, Regenschutz, Offline-Karten, Powerbank, Schlafsack für Shelter, Reisepass für die Fähre.

Was dich der Weg kostet

Gezahlt wird in Dänischen Kronen — und am Fährkai schon in Euro, denn Scandlines rechnet auf dieser Linie in Euro; ehrlich gesagt bist du dänisch-deutsch gemischt unterwegs, bevor du im Zug sitzt. Die Angaben sind Anbieterangaben und allgemeine dänische Größenordnungen (Stand: September 2026). Pilgerherbergen 80–125 DKK (11–17 €) im Mehrbettzimmer mit Selbstverpflegung, Vandrerhjem 100–200 DKK (13–27 €) pro Person, Danhostel-Zimmer ab etwa 600 DKK (80 €), Hotel und B&B in Næstved, Vordingborg und Maribo im Schnitt 580 DKK für zwei (78 €) und mehr; Shelter meist kostenlos oder wenige Kronen. Fähre Rødby–Puttgarden 11 € (ca. 80 DKK) Tagesticket für Fußgänger. Eintritte: Kirchen frei, Danmarks Borgcenter in Vordingborg kostenpflichtig, Maribo Domkirke frei.

Realistisches Tagesbudget: 200–350 DKK (27–47 €) sparsam mit Shelter oder Herberge und Selbstversorgung; 500–750 DKK (67–101 €) mittel mit B&B oder Danhostel und einem warmen Essen; 900–1.300 DKK (121–174 €) komfortabel mit Hotel in Næstved, Vordingborg und Maribo. Für acht Etappen sind das grob 1.600–2.800 DKK (214–375 €) sparsam vor Ort, plus Pilgerausweis, Fähre, Bus Nykøbing Falster–Rødbyhavn und Anreise. Zwei Sparhebel: kochen — Supermärkte liegen in jeder Stadt am Weg — und die Shelter auf Falster und Lolland, wo die Quartiere ohnehin dünn sind.

Anreise

Zum Start (Ringsted): Ringsted liegt an der Schnellfahrstrecke København – Ringsted und ist vom Kopenhagener Hauptbahnhof in gut 30 Minuten erreichbar, vom Flughafen Kastrup mit einem Umstieg; aus Deutschland über Hamburg–Kopenhagen. Wer den Zubringer laufen will, geht die Pilgrimsrute Vestsjælland ab Roskilde (48,7 Kilometer bis Ringsted) oder ab dem Flughafen die Pilgrimsrute København – Roskilde.

Unterwegs und vom Ziel (Rødbyhavn): Næstved und Vordingborg haben Bahnhöfe an der Strecke Kopenhagen–Nykøbing Falster, auf Lolland halten Züge in Sakskøbing und Maribo — der Weg lässt sich gut in zwei Hälften zerlegen, Teilungspunkt Vordingborg: Seeland 70,4 Kilometer, Inseln 78,6. Der Anfang ist bequem, das Ende braucht einen Plan: Rødbyhavn hat keinen Bahnhof mehr. Der Grenzbahnhof Rødby Færge von 1963 verlor 2019 den internationalen Verkehr, 2021 den Personenverkehr und wurde am 12. Dezember 2021 aufgehoben; Bahnkopf ist Nykøbing Falster, weiter per Bus. Nach der Eröffnung des Fehmarnbelt-Tunnels soll die neue Station Lolland Syd bei Holeby übernehmen — Kilometer 137,5 dieses Weges, du gehst durch den künftigen Bahnhofsort. Nach Deutschland: Scandlines Rødby–Puttgarden in 45 Minuten, ab Puttgarden Bus, ab Fehmarn und Großenbrode Bahn Richtung Lübeck und Hamburg.

  • Bahn Dänemark: dsb.dk — Ringsted, Næstved, Vordingborg, Sakskøbing, Maribo, Nykøbing Falster
  • Fahrplanauskunft Zug und Bus: rejseplanen.dk — auch Bus Nykøbing Falster–Rødbyhavn
  • Fähre nach Deutschland: scandlines.com — Rødby–Puttgarden, 45 Minuten, Fußgängerticket
  • Bahn ab/nach Deutschland: bahn.de — Puttgarden/Fehmarn–Lübeck–Hamburg
  • Träger, Etappen, GPS, Pilgerausweis: santiagopilgrimme.dk — Foreningen af Danske Santiagopilgrimme
  • Shelter und Übernachtungsplätze: udinaturen.dk — staatliches Portal, Karte und Buchung
  • Via Scandinavica: jakobsweg.de — der deutsche Anschluss ab Puttgarden
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