Augsburger Jakobsweg (Memmingen)
120,4 Kilometer auf der Westroute des Augsburger Jakobswegs: von Augsburg am Fuggerschloss Wellenburg vorbei zum Kloster Oberschönenfeld, durch die Stauden zur Wallfahrt Maria Vesperbild, zu den Fuggerschlössern Kirchheim und Babenhausen, in die Reichsstadt der Zwölf Artikel und über Kronburg nach Bad Grönenbach. Sechs leichte Etappen durch Mittelschwaben und das Unterallgäu, auf denen Bankiersschlösser und Bauernforderungen nur zwei Tagesmärsche auseinanderliegen.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Drei Fuggerschlösser – und eines wollte der Escorial sein
- 08Wo Jakobus auf diesem Weg steckt
- 09Highlights am Weg
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Augsburg, Rathausplatz / Bad Grönenbach (unsere Karte endet derzeit rund 1,8 km südwestlich des Ortskerns)
- Länge: 120,4 km
- Etappen: 6 (Camino-Ninja-Einteilung)
- Dauer: 6 Tage
- Höhenmeter: ↗ 1.315 m / ↘ 1.125 m
- Höchster Punkt: 695 m bei Schloss Kronburg (km 114,3); tiefster Punkt 479 m in Augsburg
- Charakter: Westroute des Bayerisch-Schwäbischen Jakobswegs zwischen Augsburg und Bad Grönenbach
- Regionen: Augsburg, Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, Mittelschwaben, Unterallgäu
- Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf weißem Grund, im Unterallgäu stellenweise das gelbe Muschelzeichen auf Blau
- Anschluss: in Augsburg und Bad Grönenbach an die Ostroute des Augsburger Jakobswegs
Überblick
In Augsburg teilt sich der Bayerisch-Schwäbische Jakobsweg. Die Ostroute zieht über Bad Wörishofen und Ottobeuren nach Süden; diese Westroute nimmt den weiteren Bogen: 120,4 Kilometer vom Rathausplatz am Fuggerschloss Wellenburg vorbei zum Kloster Oberschönenfeld, durch die Wälder der Stauden zur Wallfahrt Maria Vesperbild, zu den Fuggerschlössern in Kirchheim und Babenhausen, in die alte Reichsstadt Memmingen und über Schloss Kronburg nach Bad Grönenbach, wo beide Routen wieder zusammenfinden. Dazwischen liegt schwäbisches Hügelland ohne einen Meter über 695, sechs Tage, kein Tag mit mehr als 250 Höhenmetern Anstieg.
Was diesen Weg trägt, sind zwei Seiten derselben Epoche. Vorne die Fugger, das Augsburger Handelshaus, das 1519 die Kaiserwahl Karls V. finanzierte und dessen Schlösser du an drei von sechs Tagen passierst. Hinten Memmingen, wo im März 1525 die Bauern ihre Zwölf Artikel verabschiedeten. Selten liegen Geld und Aufbegehren so dicht an einem Pilgerweg. Ehrlich gesagt ist die Westroute aber auch gut ein Dutzend Kilometer länger als die Ostroute und hat außer in Augsburg keine einzige Pilgerherberge.
Andere Namen
Offiziell ist dieser Weg die Westroute des Bayerisch-Schwäbischen Jakobswegs; Wikipedia nennt den Gesamtweg Bayerisch-Schwäbischer Jakobusweg, der Tourismusverband Bayerisch-Schwaben wirbt mit dem Untertitel „zu drei Fuggerschlössern", und im Unterallgäu heißt der Abschnitt ab Kirchheim schlicht Jakobsweg West. Bei uns heißt er Augsburger Jakobsweg (Memmingen), passend zur Hauptseite des Augsburger Jakobswegs, die der Ostroute folgt. Die Längenangaben gehen auseinander: Verein und Tourismusportale nennen je nach Startpunkt (Wellenburg, Göggingen) 128 bis 140 Kilometer; unsere 120,4 Kilometer stammen aus dem Track der Camino-Ninja-Karte.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal ist die Westroute, wenn du schon ein paar Pilgertage hinter dir hast und jetzt einen ruhigen Weg suchst, der dir unterwegs mehr Kirchen, Klöster und Schlösser als Gipfel bietet: ein Zisterzienserinnenkloster von 1211, eine Wallfahrt mit Grotte und Votivtafeln, zwei Fuggerschlösser zum Anschauen, eine Reichsstadt mit erhaltener Mauer. Ideal auch für Pilger, die den Augsburger Jakobsweg ein zweites Mal gehen wollen und die Ostroute schon kennen. Die Etappen bleiben zwischen 17,6 und 25,0 Kilometern, Kondition für Berge brauchst du nicht.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du abends ein Pilgerbett zum Spendenpreis erwartest: Nach Augsburg schläfst du sechs Nächte lang in Gasthöfen, Pensionen oder im Gästehaus eines Klosters, und manche Etappenorte haben nur eine Handvoll Zimmer. Nichts für dich auch, wenn du gern spontan in den Zug steigst — Fischach, Maria Vesperbild, Kirchheim und Babenhausen haben ihre Personenzüge in den 1960er-Jahren verloren, zwischen Augsburg und Memmingen hilft dir meist nur der Bus. Und wer nur wenige Tage hat, kommt auf der kürzeren Ostroute schneller nach Bad Grönenbach.
Streckenverlauf & Landschaft
Die ersten gut sechs Kilometer teilst du dir mit der Ostroute, dann biegst du am Südrand Augsburgs nach Westen ab, am Fuggerschloss Wellenburg vorbei in die Wälder des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder und hinab zum Kloster Oberschönenfeld (km 17,8). Über Weiherhof, Fischach und Wollmetshofen mit seiner Jakobuskirche gehst du durch die Stauden — Bachtäler, Fichtenhänge, kleine Dörfer — zur Wallfahrt Maria Vesperbild (km 35,4). Gleich dahinter liegt Schloss Seyfriedsberg, in dem heute ein Kloster der russisch-orthodoxen Kirche lebt; über Memmenhausen, Haselbach, Aspach und Spöck erreichst du Kirchheim in Schwaben (km 53,5).
Ab Kirchheim wird es weiter und offener: über Hasberg und Loppenhausen nach Kirchhaslach mit seiner Wallfahrtskirche (km 71,9) und nach Babenhausen (km 76,9), dann über Winterrieden, Boos, Niederrieden und Eisenburg durch das Unterallgäu nach Memmingen (km 101,9), der einzigen Stadt unterwegs. Auf der letzten Etappe steigt das Gelände spürbar: über Fuchsloch hinauf nach Kronburg, wo das Schloss auf dem höchsten Punkt des Wegs steht (695 m, km 114,3), und über Oberbinnwang hinüber nach Bad Grönenbach. Insgesamt gehst du von 479 Metern in Augsburg leicht bergan ins Voralpenland.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir teilen die 120,4 Kilometer in sechs Etappen, die in Orten mit Unterkünften enden. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 120,4 km kalibriert; die Anstiege haben wir aus den Höhenpunkten der Karte gerechnet. Der Verein und der Tourismusverband teilen den Weg in sieben Abschnitte mit Halt in Niederrieden — wer es so machen will, teilt Etappe 5 in Niederrieden (km 89,5) in 12,6 und 12,4 Kilometer.
- Augsburg → Oberschönenfeld (17,8 km) — ↗ 164 m; Stadtausgang mit der Ostroute, Fuggerschloss Wellenburg, Westliche Wälder, Zisterzienserinnenabtei.
- Oberschönenfeld → Maria Vesperbild (17,6 km) — ↗ 221 m; Fischach, Jakobuskirche Wollmetshofen, Wallfahrtskirche und Grotte.
- Maria Vesperbild → Kirchheim in Schwaben (18,1 km) — ↗ 242 m; Schloss Seyfriedsberg, Haselbach, Spöck, Fuggerschloss mit Zedernsaal.
- Kirchheim in Schwaben → Babenhausen (23,4 km) — ↗ 248 m; Hasberg, Loppenhausen, Wallfahrtskirche Kirchhaslach, Fuggerschloss.
- Babenhausen → Memmingen (25,0 km) — ↗ 225 m; Winterrieden, Boos, Niederrieden, Eisenburg, Altstadt der Reichsstadt.
- Memmingen → Bad Grönenbach (18,5 km) — ↗ 216 m; Woringen, Fuchsloch, Schloss Kronburg als höchster Punkt, Oberbinnwang.
Schwierigkeit: leicht. Kein Tag bringt mehr als rund 250 Höhenmeter Anstieg, das Gelände wechselt zwischen Feld- und Waldwegen, Nebenstraßen und Ortsdurchgängen. Sportliche Pilger schaffen den Weg in fünf Tagen, wenn sie in Fischach (km 25,9) übernachten und von dort bis Kirchheim (27,6 km) durchgehen; die Unterkunftslage in Fischach solltest du dann vorher klären. Die Markierung ist vorhanden, an Abzweigen als Schild, sonst oft als Aufkleber — in Augsburg und Memmingen hilft der GPS-Track.
Drei Fuggerschlösser – und eines wollte der Escorial sein
Der Tourismusverband verkauft die Westroute mit einem Untertitel, und er übertreibt nicht: Sie führt zu drei Fuggerschlössern. Das erste, Wellenburg am Augsburger Stadtrand, kaufte Jakob III. Fugger 1595; seine Nachfahren wohnen bis heute darin, weshalb du es nur von außen siehst. Das zweite steht in Kirchheim: Hans Fugger ließ es 1578 bis 1585 bauen, nach dem Vorbild des Escorial bei Madrid, und täfelte den Zedernsaal mit Holz aus dem Libanon — für Wikipedia „das schönste deutsche Schnitzwerk der Renaissance". Das dritte, Babenhausen, erwarb Anton Fugger 1538; heute erzählt dort das Fuggermuseum die Familiengeschichte. Wer nach Santiago geht, trifft hier am dritten Tag zum ersten Mal auf Spanien — in Mittelschwaben, in Renaissance-Stein.
Zwei Tagesmärsche weiter liegt die Gegenrechnung. Am 20. März 1525 verabschiedeten in Memmingen die Vertreter der aufständischen Bauern die Zwölf Artikel, mutmaßlich geschrieben vom Kürschnergesellen Sebastian Lotzer; Ort der Versammlung war die Kramerzunft am Weinmarkt. In rund zwei Monaten wurden etwa 25.000 Exemplare gedruckt, und die Forschung zählt die Artikel zu den ersten schriftlichen Forderungen nach Freiheitsrechten in Europa. Du gehst also drei Tage lang an den Schlössern des Geldes vorbei und kommst am fünften Abend dort an, wo die Bauern ihre Rechte aufschrieben. Ein Jakobsweg, der beide Seiten des 16. Jahrhunderts zeigt, ohne eine davon zu verklären.
Wo Jakobus auf diesem Weg steckt
Jakobuskirchen sind auf der Westroute rar, dafür eigenwillig. In Wollmetshofen, einem Ortsteil von Fischach, steht die Kirche St. Jakobus maior mit gotischem Chor und einem Langhaus von 1860; darin hängt eine Darstellung des schlafenden Apostels, die es nach Wikipedia nur zweimal gibt. Mehr Pilgergeschichte als jede Kirche hat aber das Antoniterhaus in Memmingen: Der Antoniter-Orden pflegte seit dem frühen 13. Jahrhundert in der Stadt Kranke mit dem Antoniusfeuer, einer Mutterkornvergiftung, und versorgte in seinen Häusern auch Pilger; Santiago-Pilger trugen den Antoniuskult durch Europa. Das Memminger Haus gilt als das besterhaltene seiner Art, und die Schweine, die der Orden mit Glöckchen frei durch die Gassen laufen ließ, sind die schönste Fußnote dieser Geschichte.
Am Ziel wartet dann doch eine Jakobuskirche, nur eben für den anderen Jakobus: Die Stiftskirche in Bad Grönenbach, 1136 erstmals geweiht und 1445 gotisch neu gebaut, ist Philippus und Jakobus geweiht — nach kirchlicher Tradition dem Jüngeren, nicht dem Apostel von Santiago. Den Stempel bekommst du dort trotzdem. Wer den echten Jakobus des Augsburger Wegs sucht, findet ihn am Start: in der Augsburger Jakobervorstadt, wo im Turm von St. Jakob die einzige Pilgerherberge dieses Wegs liegt.
Highlights am Weg
- Fuggerschloss Wellenburg — 1595 von Jakob III. Fugger gekauft, bis heute von der Familie bewohnt; nur von außen zu sehen.
- Kloster Oberschönenfeld — Zisterzienserinnenabtei seit 1211, Klosterbau 1718–1721 von Franz Beer, seit 1984 Museum in den früheren Stallungen, dazu Klosterladen und Biergarten.
- St. Jakobus maior, Wollmetshofen — gotischer Chor, Langhaus von 1860, Darstellung des schlafenden Jakobus.
- Maria Vesperbild — Pietà seit etwa 1650, Wallfahrtskirche ab 1754, Fatima-Grotte mit über 1.000 Votivtafeln; jährlich 400.000 bis 500.000 Besucher, am 15. August Lichterprozession.
- Schloss Seyfriedsberg — seit 1301 vorderösterreichische Herrschaft, heute Schlosspark und russisch-orthodoxes Kloster.
- Fuggerschloss Kirchheim — 1578–1585 von Hans Fugger nach dem Vorbild des Escorial gebaut, Zedernsaal aus Libanon-Zeder; in St. Peter und Paul sein Hochgrab.
- Wallfahrtskirche Kirchhaslach — Gnadenbild, das der Legende nach dreimal aus Babenhausen ins Haseltal zurückkehrte; Pfarrkirche seit 1615.
- Fuggerschloss Babenhausen — seit 1538 in Fugger-Besitz, heute mit Fuggermuseum.
- Kramerzunft, Memmingen — Versammlungsort der Bauern, die am 20. März 1525 die Zwölf Artikel verabschiedeten.
- Antoniterhaus, Memmingen — besterhaltene Niederlassung des Antoniter-Ordens, heute Antoniter- und Strigel-Museum mit freiem Eintritt.
- Siebendächerhaus, Memmingen — 1601 für die Gerberzunft zum Trocknen der Felle gebaut, nach Bombenschäden 1945 von Bürgern gerettet.
- Schloss Kronburg — 1490–1536 von den Herren von Rechberg erbaut, höchster Punkt des Wegs, seit 1986 mit Führungen und Konzerten.
- Bad Grönenbach — Hohes Schloss aus dem 12. Jahrhundert, Stiftskirche mit romanischer Krypta, 1559 reformiert und damit eine Ausnahme in Schwaben; Kneippheilbad seit 1996.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der natürliche Zubringer ist der Augsburger Jakobsweg selbst: Seine Nordroute kommt in fünf Tagen von Oettingen über Donauwörth nach Augsburg, und in Oettingen zweigt sie vom Jakobsweg Nürnberg–Ulm ab. Wer aus Franken kommt, kann also in Oettingen nach Süden abbiegen und in Augsburg zwischen Ost- und Westroute wählen. Die Seite Augsburger Jakobsweg beschreibt Nordroute und Ostroute.
Durch die Augsburger Altstadt führt außerdem die Via Romea Germanica, der Romweg des Abtes Albert von Stade — für die ersten Meter am Rathausplatz teilst du dir sogar die Trasse. Wer direkt anreist, startet am Augsburger Hauptbahnhof, zehn Gehminuten vom Rathausplatz. Aus dem Nordosten kommt außerdem der Jakobsweg Schrobenhausen – Augsburg am Rathausplatz an.
Weiterpilgern?
In Bad Grönenbach treffen sich Ost- und Westroute; von dort führt der gemeinsame Weg als Augsburger Jakobsweg weiter über die Iller-Hängebrücke, Altusried und Wiggensbach nach Ermengerst, rund 23 Kilometer. In Ermengerst übernimmt der Münchner Jakobsweg und führt über Buchenberg, Weitnau und Scheidegg nach Lindau an den Bodensee. Ein Hinweis zur Karte: Unser Track endet derzeit rund 1,5 Kilometer westlich der Ostroute, das letzte Stück in den Ort folgt der Markierung.
Von Augsburg bis Lindau sind es auf diesem Weg rund 220 Kilometer, also gut anderthalb Wochen. Am Bodensee hast du dann die Wahl zwischen den Wegen durch Österreich, die Schweiz und nach Frankreich — Santiago liegt von Augsburg aus noch rund 2.500 Kilometer entfernt.
Vorbereitung & Praktisches
Gehen kannst du von Mai bis Oktober; im Hochsommer sind die Waldstücke der Westlichen Wälder und der Stauden angenehm schattig. Plane die Unterkünfte vorher: Pilgerherbergen gibt es nach Augsburg keine, und in Orten wie Maria Vesperbild, Kirchheim oder Kirchhaslach ist das Angebot klein. Das Gästehaus der Abtei Oberschönenfeld nimmt auch Einzelgäste auf — Anfrage beim Kloster —, Babenhausen und Memmingen haben Hotels und Gasthöfe, Bad Grönenbach als Kurort reichlich Zimmer. Rund um den 15. August, wenn Tausende zur Lichterprozession nach Maria Vesperbild kommen, wird es dort eng. Deine Etappen und Quartiere planst du am einfachsten in der Camino Ninja App.
Die Pilgerherberge im Turm von St. Jakob in Augsburg ist dein einziges Pilgerbett: sechs Plätze, Küche und Dusche, geöffnet von Ostermontag bis Ende Oktober, nur nach Anmeldung und mit Pilgerausweis. Den Pilgerpass gibt der Verein am Weg heraus, 6,00 € plus 1,80 € Versand (Stand: September 2026); er veröffentlicht auch ein Stempelstellenverzeichnis der Westroute. Stempel gibt es an der Klosterpforte in Oberschönenfeld, im Pilgerbüro von Maria Vesperbild, an der Kirche in Kirchheim, in einem Kästchen neben der Kirchentür in Loppenhausen, in der Touristinfo Memmingen und an der Stiftskirche Bad Grönenbach.
Als Führer beschreibt der Band „Bayerisch-Schwäbischer Jakobsweg" von Markus Meier und Janina Rauscher (Conrad Stein Verlag, 3. Auflage 2023) beide Routen mit Übernachtungsangaben. Für Memmingen lohnt ein langer Nachmittag: Das Antoniter- und Strigel-Museum hat donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt (Stand: Oktober 2026) — leg die Ankunft entsprechend, wenn es dich interessiert.
Was dich der Weg kostet
Ehrlich gesagt kostet dich die Westroute mehr als ein spanischer Camino, weil die Herbergen fehlen. Rechne in Gasthöfen und Pensionen mit 50 bis 80 € für ein Doppelzimmer, als Alleinpilger im Einzelzimmer meist mehr, im Klostergästehaus Oberschönenfeld nach Anfrage; dazu 25 bis 35 € für Verpflegung mit einer Einkehr am Tag (Erfahrungswerte, Stand: Oktober 2026). Alleinreisende kommen auf rund 85 bis 110 € am Tag, für sechs Etappen also grob 510 bis 660 € ohne Anreise; zu zweit im Doppelzimmer deutlich weniger.
Fixkosten: Pilgerpass 6,00 € plus Versand, Pilgerführer 15,90 € (Stand: September 2026). Die Kultur unterwegs ist erstaunlich günstig: Kirchen und Wallfahrten kosten nichts, das Antoniter- und Strigel-Museum in Memmingen ebenfalls nicht.
Anreise
Zum Start: Augsburg Hauptbahnhof ist Fernverkehrsknoten mit ICE-Halt an der Strecke München–Stuttgart; zum Rathausplatz gehst du zehn Minuten. Wer die Stadtetappe abkürzen will, fährt mit der Bahn nach Gessertshausen an der Strecke Augsburg–Ulm, rund drei Kilometer vom Kloster Oberschönenfeld. Die Staudenbahn über Fischach fährt derzeit nur als Ausflugszug an Sommerwochenenden; ein regelmäßiger Takt ist ab Dezember 2027 geplant.
Unterwegs und am Ziel: Maria Vesperbild, Kirchheim und Babenhausen erreichst du nur mit Regionalbussen. Memmingen ist der Bahnknoten des Wegs mit Verbindungen nach Ulm, Kempten, München und Lindau und hat einen Flughafen mit Linienflügen. Bad Grönenbach hat einen Bahnhof an der Illertalbahn im Ortsteil Thal, gut 2,5 Kilometer vom Zentrum, mit Zügen nach Memmingen und Kempten.
- Bahn: bahn.de — Augsburg Hbf, Gessertshausen, Memmingen, Bad Grönenbach
- Bus Unterallgäu: vvm-online.de — Verkehrsverbund Mittelschwaben
- Achtung: kein Zug nach Fischach (außer Ausflugsfahrten), Maria Vesperbild, Kirchheim und Babenhausen — Busfahrpläne vorher prüfen
Partner
Partner für Augsburger Jakobsweg (Memmingen)
Camino Ninja arbeitet mit offiziellen Partnern zusammen. Für diesen Camino ist der Partner:
Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel
Alles, was du für den Augsburger Jakobsweg (Memmingen) brauchst, direkt zu dir nach Hause.
Camino Shop besuchen
Weitere Caminos
Ansbacher JakobswegAnsbacher Jakobsweg
Von Weihenzell über Ansbach, Feuchtwangen, Dinkelsbühl, Ellwangen und die Ostalb nach Ulm und Oberdischingen: 9 Etappen, Klöster, Reichsstädte und die Wasserscheide zwischen Kocher und Brenz.
Lesen
Appenzeller WegAppenzeller Weg
52,6 km von Rankweil über den Rhein nach St. Peterzell: Jakobskapelle von 1464, 163 Jahre Hochzeitsweg, Anschluss an die Via Jacobi. Etappen, Kosten, Anreise.
Lesen Aqueduct Trail
Aqueduct Trail – Verbindungsweg entlang des Aquädukts von Vila do Conde
Vom Küstenweg auf den Camino Central: 12,9 km entlang des Aquädukts von Vila do Conde nach São Pedro de Rates. Route, Etappe, Herbergen, Kosten — ehrlich erklärt.
Lesen

