Rottenburg – Freiburg – Héricourt auf der Karte

Rottenburg – Freiburg – Héricourt

Der Jakobsweg Rottenburg – Freiburg – Héricourt führt in 282,1 Kilometern von der Bischofsstadt Rottenburg am Neckar quer durch den mittleren Schwarzwald, über Freiburg und den Rhein bei Fessenheim durchs Elsass bis Héricourt an der Burgundischen Pforte. Unterwegs liegen das romanische Kloster Alpirsbach von 1095, die Flößerstädte des Kinzigtals, das Freiburger Münster, der Meteoritenort Ensisheim, die Stiftskirche von Thann und der Löwe von Belfort. 3.246 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 717 Meter zwischen Gutach- und Elztal, markiert mit dem gelben Strahlenbündel auf blauem Grund. In Héricourt beginnt der Burgunderweg nach Beaune.

13. August 202613 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Rottenburg am Neckar, Dom St. Martin / Héricourt (Haute-Saône); die Camino-Ninja-Karte endet am Ortsrand, das Zentrum liegt knapp einen Kilometer neben dem Track
  • Länge: 282,1 km, davon gut 180 in Deutschland und rund 100 in Frankreich; Grenzübertritt auf der Rheinbrücke bei Fessenheim
  • Dauer: 14 Etappen, Ø gut 20 km; sportlich in 11 bis 12 Tagen
  • Höhenmeter: ↗ 3.246 m / ↘ 3.239 m
  • Höchster Punkt: 717 m bei km 100,5 zwischen Gutach und Fißnacht, am Übergang vom Gutach- ins Elztal; tiefster Punkt 196 m in der Rheinebene
  • Landschaft: Neckartal und Gäu, Schwarzwaldhöhen und Kinzigtal, Elztal, Breisgau, Rheinebene, Vogesenrand bei Thann, der stille Sundgau und die Burgundische Pforte
  • Träger / Markierung: beschrieben vom Jakobsweg-Team Winnenden um Berthold Burkhardt und Hans-Jörg Bahmüller; gelbes Strahlenbündel auf blauem Grund, ab Cernay die gelbe Muschel der Voie d'Alsace
  • Jakobus-Spuren: Jakobusstatue im Dom Rottenburg, St. Jakobus in Ihlingen (Patrozinium seit 1400), Jakobuskapelle Wolfach, Jakobus-Relief im Freiburger Münster, Jakobusaltar von 1346 in Thann
  • Unterkunft: Gasthöfe und Pensionen, Pilgerherbergen in Horb-Ihlingen und Leinstetten, im Elsass Chambres d'hôtes, Gîtes und der Couvent Saint-Joseph in Bellemagny
  • Anschlusswege: Beuroner Jakobsweg und Jakobsweg Rothenburg–Rottenburg in Rottenburg, Kinzigtäler Jakobsweg von Loßburg bis Wolfach, Himmelreich Jakobsweg in Freiburg, Voie d'Alsace ab Cernay, Héricourt – Beaune ab dem Ziel
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; auf den Schwarzwaldhöhen liegt bis ins Frühjahr Schnee

Überblick

Dieser Weg ist die Südwest-Diagonale des deutschen Jakobswegenetzes. Er beginnt in Rottenburg am Neckar, wo sich Pilgerwege aus Franken und von der Alb treffen, steigt bei Loßburg in den Schwarzwald, folgt der Kinzig hinunter bis Wolfach, quert über eine 717 Meter hohe Schwelle ins Elztal und läuft in Freiburg auf das Münster zu. Dann wird es flach: Breisgau, Rhein, Elsass. Hinter Thann am Vogesenrand beginnt der Sundgau, und in Héricourt an der Burgundischen Pforte endet die Karte, dort, wo der Burgunderweg nach Beaune beginnt.

Kaum ein deutscher Jakobsweg wechselt so oft die Kulisse: Römerstadt und Bischofssitz, ein Kloster aus rotem Sandstein, Fachwerk der Flößer, eine Münsterstadt, ein stillgelegtes Atomkraftwerk am Rhein, ein Stein, der 1492 vom Himmel fiel, und am Ende ein Löwe von 21,5 Metern Länge. Zwei Länder, zwei Sprachen, ein Wegzeichen. Und ein Leitsatz, den du nach dem ersten Tag verstehst: Hier zeigt dir nicht ein Pfeil den Weg, sondern die Muschel selbst.

Andere Namen

Der Pilgerführer des Jakobsweg-Teams heißt Der Jakobsweg von Rottenburg bis Thann, und so kennen ihn die meisten deutschen Pilger: als Jakobsweg Rottenburg–Thann. Die Camino-Ninja-Karte zieht ihn bis Héricourt weiter, deshalb trägt er bei uns die drei Ortsnamen. Zwischen Loßburg und Wolfach heißt die Trasse zugleich Kinzigtäler Jakobusweg, ab Cernay ist sie identisch mit der elsässischen Voie d'Alsace. Die Fortsetzung ab Héricourt nennen die deutschen Führer Burgunderweg.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du auf einem Weg möglichst viel sehen willst: ein Mittelgebirge, ein großes Münster, eine Rheinquerung zu Fuß und zwei Wochen später ein anderes Land mit anderer Küche. Ideal auch als erste grenzüberschreitende Pilgerreise, weil fast jeder Etappenort einen Bahnhof hat und du jederzeit unterbrechen kannst.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du ein Herbergsnetz wie in Spanien erwartest: Übernachtet wird in Gasthöfen und Chambres d'hôtes, in kleinen Orten wie Leinstetten, Fißnacht oder Bellemagny gibt es nur eine Handvoll Betten, und du buchst vorher. Nichts für dich, wenn dir Steigungen die Laune verderben: Die erste Hälfte sammelt den Großteil der 3.246 Höhenmeter. Und nichts für dich, wenn du Einsamkeit über alles stellst: Zwischen Freiburg und Ensisheim gehst du lange an Straßen, Feldern und dem Rheinseitenkanal entlang.

Streckenverlauf & Landschaft

Rottenburg bis Wolfach (km 0–86,7): Vom Neckar steigt der Weg über Seebronn und Wolfenhausen ins Gäu und kommt bei Mühlen (km 23,5) zurück ins Tal; Horb am Neckar (km 29,5) liegt auf dem Felssporn darüber. Über Ihlingen mit seiner Jakobuskirche und Dettingen geht es hinauf auf die Höhen bei Kaltenhof, dann über Leinstetten (km 44,8) und Sterneck nach Loßburg (km 56,6), wo die Kinzig entspringt. Von hier folgt der Weg dem Fluss hinunter: Alpirsbach (km 65,2), Schenkenzell, das Fachwerkstädtchen Schiltach (km 74,9) und Wolfach (km 86,7). Oberwolfach liegt 1,6 km neben dem Weg.

Wolfach bis Héricourt (km 86,7–282,1): Über Kirnbach erreichst du Gutach (km 94,2) am Freilichtmuseum und steigst zum höchsten Punkt, 717 Meter bei km 100,5, dann hinunter nach Elzach (km 112,6) und das Elztal entlang über Waldkirch (km 127,4) und Denzlingen nach Freiburg (km 145,0). Durch den Breisgau, an Schallstadt und Tiengen vorbei, kommst du nach Grezhausen (km 166,7) und überquerst bei Fessenheim (km 182,5) den Rhein. Im Elsass führt der Weg durch die Ebene nach Ensisheim (km 202,2) und Cernay (km 219,2), an den Vogesenrand nach Thann (km 226,2), dann durch den hügeligen Sundgau über Guewenheim und Bellemagny (km 244,5). Belfort streift der Weg im Westen, das Zentrum liegt 0,7 km neben der Trasse; über Essert und Buc erreichst du Héricourt (km 282,1).

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 14 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 282,1 km kalibriert. Der Pilgerführer teilt die Strecke bis Thann in 20 kürzere Abschnitte, Sportliche fassen Elzach–Freiburg oder Grezhausen–Ensisheim zu je einem Tag zusammen. Wer in Horb (km 29,5) statt in Mühlen übernachten will, hat am ersten Tag sechs Kilometer mehr.

  1. Rottenburg → Mühlen (23,5 km) — über Seebronn und Wolfenhausen durchs Gäu, dann hinunter ins Neckartal.
  2. Mühlen → Leinstetten (21,3 km) — über Horb und Ihlingen hinauf auf die Höhe bei Kaltenhof, 645 Meter; Pilgerherberge in Leinstetten.
  3. Leinstetten → Alpirsbach (20,4 km) — über Sterneck nach Loßburg an der Kinzigquelle und hinunter zum Kloster.
  4. Alpirsbach → Wolfach (21,5 km) — das Kinzigtal hinab über Schenkenzell und Schiltach.
  5. Wolfach → Elzach (25,9 km) — die Königsetappe: über Kirnbach und Gutach hinauf auf 717 Meter und hinunter ins Elztal.
  6. Elzach → Waldkirch (14,8 km) — gemütlich das Elztal hinab, Zeit für die Stiftskirche.
  7. Waldkirch → Freiburg (17,6 km) — über Denzlingen und Gundelfingen in die Münsterstadt.
  8. Freiburg → Grezhausen (21,7 km) — durch den Breisgau an den Rhein; Betten auch im nahen Hartheim.
  9. Grezhausen → Fessenheim (15,8 km) — kurze Etappe am Strom und über die Brücke nach Frankreich.
  10. Fessenheim → Ensisheim (19,7 km) — flach durch die elsässische Ebene über Roggenhouse.
  11. Ensisheim → Thann (24,0 km) — über Staffelfelden und Cernay an den Fuß der Vogesen.
  12. Thann → Bellemagny (18,3 km) — in den Sundgau, über Leimbach, Roderen und Guewenheim zum Kloster.
  13. Bellemagny → Belfort (22,3 km) — hügelig über Angeot, Lagrange und Denney in die Burgundische Pforte.
  14. Belfort → Héricourt (15,3 km) — das kurze Finale über Essert und Buc.

Das Gelände ist mittelschwer. Die Etappen 2 bis 5 bringen auf und ab mehrere hundert Höhenmeter am Tag, Etappe 5 die meisten; ab Freiburg läuft es sich fast eben, erst im Sundgau wird es wieder wellig. Der Untergrund wechselt zwischen Wald- und Feldwegen und Asphalt, in der Rheinebene überwiegt der Asphalt.

Wo die Strahlen zusammenlaufen, geht es weiter

Das Wegzeichen dieses Weges ist kein Pfeil, sondern ein gelbes Strahlenbündel auf blauem Grund, die stilisierte Muschel. Es ist so gesetzt, dass die Strahlen in Gehrichtung zusammenlaufen: Wo sie sich treffen, geht es weiter. Zusätzliche Pfeile gibt es meist nicht. Das klingt nach Kleinigkeit und ist doch die wichtigste Lektion des ersten Tages, denn wer das Zeichen falsch liest, läuft zuverlässig in die verkehrte Richtung. Entwickelt und beschrieben haben die Route Berthold Burkhardt und Hans-Jörg Bahmüller vom Jakobsweg-Team Winnenden, das am 25. Juli 2004 schon den Weg von Rothenburg ob der Tauber nach Rottenburg eröffnet hatte und heute mehr als 60 Jakobswege mit Tracks dokumentiert. Bahmüller, so berichtet die württembergische Landeskirche, hat die blauen Aufkleber mit der gelben Muschel immer im Gepäck.

Die Richtung ist älter als die Farbe. In Ihlingen bei Horb ist das Jakobus-Patrozinium der Pfarrkirche seit 1400 belegt, 1994 setzte man dort den Jakobusstein. Aus Leinstetten zog 1550 Hans Marx nach Santiago; welchen Weg er nahm, weiß niemand. Im Freiburger Münster zeigt ein Relief um 1220 Jakobus, der Pilger krönt, in Thann stand 1346 ein Jakobusaltar, 1364 ist dort eine Rue Saint-Jacques verbürgt. Im Kinzigtal läufst du auf doppelt markiertem Grund: Dort hatte der Hausacher Heimatforscher Kurt Klein schon am 25. Juli 1993 den Kinzigtäler Jakobusweg eröffnet, mit eigenem Pinsel markiert.

An der Grenze wechselt das Zeichen, nicht die Richtung. Ab Cernay folgst du der gelben Muschel der Voie d'Alsace, die die Amis de Saint-Jacques en Alsace am Jakobstag 2003 eingeweiht haben, und in Héricourt übernimmt der Burgunderweg, seit 2004 durchgehend markiert. Drei Vereine, drei Länderwappen, ein Gedanke. Ehrlich gesagt sind die Übergänge nicht immer lückenlos beschildert; die Camino Ninja App hilft an diesen Stellen.

Highlights am Weg

  • Rottenburg am Neckar (km 0) — als Sumelocenna um 98 n. Chr. gegründet und um 259/260 von den Alamannen zerstört, 1381 habsburgisch, seit 1821 Bischofssitz; der Turm des Doms St. Martin stammt von 1486, im Innern verabschiedet dich eine Jakobusstatue.
  • St. Jakobus in Ihlingen (km 32,4) — ehemalige Mutterkirche von Horb mit Bauteilen aus dem 12. Jahrhundert, Jakobus-Patrozinium seit 1400, Pilgerherberge.
  • Kloster Alpirsbach (km 65,2) — 1095 gegründet, die große Kirche 1128 geweiht, 1535 aufgelöst; weil danach wenig umgebaut wurde, steht die romanische Basilika aus rotem Sandstein fast wie im 12. Jahrhundert. Im Dormitorium kritzelten Klosterschüler im 17. Jahrhundert an die Wände.
  • Schiltach (km 74,9) — Fachwerk-Marktplatz der Flößerstadt, Rathaus mit Treppengiebel von 1593; seit 1901 sitzt hier Hansgrohe.
  • Jakobuskapelle Wolfach (km 86,7) — Hirten sollen in einer Tanne eine Jakobusstatue gefunden haben; 1540 zerstört, 1655 von spielenden Kindern wiederentdeckt, 1680 neu gebaut, mit Selbststempel für Pilger.
  • Vogtsbauernhof, Gutach (km 94,2) — Hof von 1612 am alten Platz, Kern des 1964 eröffneten Schwarzwälder Freilichtmuseums direkt am Weg.
  • Waldkirch (km 127,4) — um 918 als Frauenkloster St. Margarethen gegründet, barocke Stiftskirche von Peter Thumb 1732–1734, seit 1799 Stadt der Orgelbauer.
  • Freiburger Münster (km 145,0) — Baubeginn um 1200, Turm um 1330, Jakobus-Relief in der Nikolauskapelle; Stempel im C-Punkt am Münsterplatz.
  • Fessenheim (km 182,5) — Rheinübertritt neben dem ältesten Atomkraftwerk Frankreichs, 1977 in Betrieb genommen, die beiden Reaktoren am 22. Februar und 29. Juni 2020 abgeschaltet.
  • Ensisheim (km 202,2) — ab 1431 Sitz der vorderösterreichischen Regierung; im Musée de la Régence liegt der Meteorit vom 7. November 1492, ursprünglich rund 127 Kilogramm schwer.
  • Thann (km 226,2) — Stiftskirche Saint-Thiébaut mit rund 500 Figuren am Westportal, darüber der Grand-Cru-Weinberg Rangen und die Burgruine Engelbourg mit dem „Hexenauge“.
  • Löwe von Belfort (km 266,8) — 21,5 Meter lang, aus rotem Vogesensandstein, von Frédéric Auguste Bartholdi 1875 bis 1880 geschaffen, zur Erinnerung an 103 Tage Belagerung im Winter 1870/71.
  • Héricourt (km 282,1) — 1474 Schauplatz der ersten Schlacht der Burgunderkriege, 1565 lutherisch; im Temple Saint-Christophe teilten sich Katholiken und Protestanten bis 1887 eine Kirche.

Zwei Türme und ein Stein vom Himmel

Auf das Freiburger Münster läufst du einen halben Tag zu. Sein 116 Meter hoher Westturm mit dem durchbrochenen Maßwerkhelm war um 1330 fertig, und der Basler Kunsthistoriker Jacob Burckhardt schrieb den Satz, den Freiburg bis heute zitiert: „Und Freiburg wird wohl der schönste Turm auf Erden bleiben.“ Die Bombennacht vom 27. November 1944 überstand das Münster fast unversehrt.

Vier Tagesetappen später sieht man das in Thann anders. Die Stiftskirche Saint-Thiébaut wurde von 1307 bis 1516 gebaut, ihr Turm misst 78 Meter, und die Thanner haben ihren eigenen Spruch: Straßburg habe den höchsten Turm, Freiburg den massivsten, Thann den schönsten. Freiburg also nur noch massiv. Den Schiedsspruch triffst du selbst, denn du siehst beide Türme im Abstand von 81 Kilometern.

Am 7. November 1492, mittags, schlug bei Ensisheim ein Meteorit in ein Weizenfeld. Es ist der älteste Meteoritenfall Europas, von dem der Stein noch erhalten ist. König Maximilian I. ließ ihn in Ketten legen und in der Pfarrkirche aufhängen und deutete ihn als Zeichen für seinen Krieg gegen Frankreich. Sebastian Brant machte ihn mit einem Flugblatt europaweit berühmt: „Dreyg zentner schwär fyel diser stein / Hye jnn dem feld vor Ensißheim“, auf Deutsch: Drei Zentner schwer fiel dieser Stein hier ins Feld vor Ensisheim. Das Hauptstück wiegt heute noch 53,8 Kilogramm, der Rest ist in Museen von Paris bis Wien verstreut, ein Splitter auch in Freiburg. Du gehst also an einem Tag von einem Stück zum anderen.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Rottenburg ist ein Knoten. Von Nordosten kommt der Jakobsweg Rothenburg–Rottenburg über Tübingen an, von derselben Stadt aus startet der Beuroner Jakobsweg nach Süden. Wer aus Franken oder Schwaben pilgert, steht damit ohne Umweg am Startpunkt.

Unterwegs kreuzen und teilen sich mehrere Wege die Trasse:

Der Pilgerführer nennt am Rhein auch eine Variante über Breisach; die Camino-Ninja-Karte folgt der Linie über Hartheim und Fessenheim.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar nach Burgund. In Héricourt beginnt der Héricourt – Beaune, der Burgunderweg durch die Franche-Comté an die Côte d'Or. Von Beaune aus führt die Linie weiter über Cluny Richtung Le Puy-en-Velay. Du bist in Héricourt außerdem nicht allein: Der Lindau – Héricourt kommt vom Bodensee über Basel an denselben Punkt, und wer die Voie d'Alsace gegangen ist, hat die letzten 60 Kilometer mit dir geteilt.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen deutschen und französischen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um unterwegs zu stempeln und in Pilgerherbergen zu übernachten; wer bis Santiago weitergeht, sammelt darin die Stempel für die Compostela. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Stempel gibt es in Kirchen, Pfarrämtern und Tourist-Infos, an der Jakobuskapelle Wolfach als Selbststempel. Die Etappen kannst du frei zuschneiden, am einfachsten direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft und Jahreszeit. Beste Zeit ist Mai bis Oktober. Im Schwarzwald übernachtest du in Gasthöfen und Pensionen, Pilgerherbergen gibt es in Horb-Ihlingen und Leinstetten, im Elsass Chambres d'hôtes, Gîtes und das Klosterquartier in Bellemagny. In Leinstetten, Fißnacht, Grezhausen und im Sundgau ist die Auswahl klein, also reservierst du ein, zwei Tage vorher. Praktisch für Teilstrecken: Horb, Loßburg, Alpirsbach, Schiltach, Wolfach, Gutach, Elzach, Waldkirch und Freiburg haben Bahnhöfe.

Führer. Als Begleiter bewährt ist der Ringbuch-Pilgerführer „Der Jakobsweg von Rottenburg bis Thann“ von Burkhardt und Bahmüller im A6-Format, 138 Seiten mit Karten und Höhenprofilen.

Was dich der Weg kostet

Im deutschen Teil zahlst du in Gasthof und Pension meist 50 bis 75 € pro Person und Nacht mit Frühstück, in den Pilgerherbergen deutlich weniger (Stand: Oktober 2026). Mit Verpflegung rechne mit 70 bis 100 € am Tag; Freiburg ist der teuerste Übernachtungsort der Strecke. Im Elsass kommst du mit Chambres d'hôtes und Gîtes und einer warmen Mahlzeit auf etwa 60 bis 90 € am Tag (Stand: Oktober 2026).

Der Pilgerführer kostet 12 bis 15 € (Stand: Oktober 2026). Gemeinsam pilgern spart: Ein Doppelzimmer ist pro Kopf fast immer günstiger als zwei Einzelzimmer.

Anreise

Zum Start. Rottenburg liegt an der Bahnlinie Tübingen–Horb; von Stuttgart bist du über Tübingen in gut einer Stunde da. Der Weg beginnt am Dom St. Martin am Marktplatz.

Vom Ziel. Héricourt hat einen Bahnhof an der Linie Belfort–Montbéliard–Besançon, rund zehn Kilometer entfernt liegt der TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard an der Strecke Rhein–Rhône. Zurück nach Deutschland fährst du über Mulhouse und Basel oder über Straßburg.

  • Bahn nach Rottenburg: bahn.de — Verbindungen und Tickets, auch für Teiletappen im Schwarzwald
  • Rückreise ab Héricourt und Belfort: sncf-connect.com — TER und TGV
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