Himmelreich Jakobsweg
Von der Baar über den Hochschwarzwald und durchs Höllental nach Freiburg, dann durch die Markgräfler Rebhänge ans Dreiländereck: Der Himmelreich-Jakobusweg führt in 8 Etappen und 173,8 Kilometern von Hüfingen nach Weil am Rhein. Gegründet wurde er 2009 — am Jakobustag, im Hofgut Himmelreich, einem Inklusionsbetrieb. Und genau das ist sein Markenzeichen: Dieselbe Strecke gibt es zusätzlich in 16 kurzen Etappen, vermessen und beschildert für Rollstuhl und Rollator.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 032009 am Jakobustag gegründet, 2010 gesegnet, 2016 im Rollstuhl erprobt
- 04Andere Namen
- 05Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 06Streckenverlauf & Landschaft
- 07Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Hüfingen (Baar) → Weil am Rhein (Dreiländereck am Rhein)
- Länge: 173,8 km
- Etappen: 8 — plus Variante der Etappe 4 und Anschlussstrecke Weil am Rhein–Basel (ca. 8 km)
- Dauer: 8–9 Tage — als „für ALLE“-Fassung 16 Etappen à 8–13 km
- Höchster Punkt: ca. 1.043 m im Hochschwarzwald; tiefster 225 m am Rhein
- Markierung: gelbes Strahlenbündel auf blauem Grund, nur in Richtung Santiago; zusätzlich Muschel + Rollstuhl für die barrierefreien Varianten
- Träger: Förderverein für den Himmelreich-Jakobusweg e.V. — gegründet am 25. Juli 2009, am Jakobustag
- Anschluss: Zubringer Neckar-Baar-Jakobsweg bis Hüfingen; ab Basel der Baslerweg
- Beste Zeit: Mai bis Oktober — die Höhenlagen halten Schnee bis in den April
Überblick
Der Himmelreich-Jakobusweg führt in 8 Etappen und 173,8 Kilometern von Hüfingen an der Baar nach Weil am Rhein ins Dreiländereck — und packt dabei zwei komplett verschiedene Landschaften in eine Woche: erst Hochschwarzwald mit Titisee und dem großen Abstieg durchs Höllental, dann Freiburg mit dem Münster, zuletzt die warmen Rebhänge des Markgräflerlands. Seinen Namen hat er von einem Weiler am Ausgang eben dieses Höllentals: Himmelreich, um 1300 erstmals urkundlich, mit der Jakobuskapelle, die schon vor 1500 die letzte Station der Schwarzwald-Pilger vor Freiburg war. Himmel und Hölle stehen hier tatsächlich nebeneinander auf der Landkarte — belegt ist der Wortwitz nirgends, gehen musst du beides trotzdem.
Was diesen Weg von allen anderen unterscheidet, steht auf seinen Schildern: Muschel und Rollstuhl. Gegründet wurde der Trägerverein am 25. Juli 2009 — am Jakobustag — im Hofgut Himmelreich, einem Betrieb, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten. Und der Verein hat dieses Prinzip auf die Strecke übertragen: Dieselben rund 170 Kilometer gibt es als „für ALLE“-Fassung in 16 kurzen Etappen von 8 bis 13 Kilometern, erprobt mit Rollstuhlfahrern und schiebenden Begleitern. Kein anderer deutscher Jakobsweg ist so konsequent darauf ausgelegt, dass alle mitkommen.
2009 am Jakobustag gegründet, 2010 gesegnet, 2016 im Rollstuhl erprobt
Die Geschichte dieses Weges beginnt nicht mit einer Urkunde, sondern mit einem Geschäftsmodell. Das Hofgut Himmelreich — um 1300 erstmals erwähnt, ab 1600 Gasthof — wurde 2004 zum Inklusionsbetrieb: Restaurant, Reisebüro und Kiosk, betrieben von einem gemischten Team aus Menschen mit und ohne geistige Behinderung; 2006 kam die Integrative Berufsakademie dazu, 2009 zählte das Projekt zu den „365 Orten im Land der Ideen“. Im selben Jahr, am 25. Juli 2009 — dem Jakobustag —, wurde hier der Förderverein für den Himmelreich-Jakobusweg gegründet, ausdrücklich konfessionsübergreifend und offen für alle. Am 11. Juli 2010 folgte die Einweihung mit ökumenischer Segensfeier an der Jakobuskapelle. Der Weg ist also nach einem Ort benannt, an dem Inklusion Alltag ist — und hat das Prinzip anschließend auf 170 Kilometer übertragen.
Am 5. Mai 2016, Christi Himmelfahrt, gingen 23 Vereinsmitglieder die Premierentour der neuen Fassung: „Jakobusweg für ALLE, also auch für Teilnehmende, die auf den Rollstuhl angewiesen sind“. Technisch heißt das: dieselbe Strecke in 16 statt 8 Etappen, 8 bis 13 Kilometer pro Tag, und wo Topographie oder Untergrund den Rollstuhl ausbremsen, weist das Zusatzzeichen Muschel + Rollstuhl eine erprobte Umfahrung — getestet mit Rollstuhlfahrern und schiebenden Begleitpersonen, mit dokumentierter barrierefreier Gastronomie und Toilette pro Etappe. Andere Wege werben mit Ursprünglichkeit. Dieser hier wurde nachgemessen.
Zur Wahrheit gehört auch die Ehrlichkeit des Betreibers selbst: Die eigene Seite heißt „für (fast) ‚Alle'“, der Haftungshinweis lautet „Über die Befahrbarkeit der Wege wird keine Gewähr übernommen“, und Solo-Rollstuhlfahren ist nicht das Konzept — eine schiebende Begleitung ist eingeplant. Genauso ehrlich ist der historische Befund: Die Trasse wurde 2009/2010 neu gelegt, eine mittelalterliche Wegurkunde gibt es nicht. Historisch ist die Jakobuskapelle — entstanden vor 1500, urkundlich seit 1590, als letzte Station der Jakobspilger aus dem schwäbischen und bayerischen Raum vor Freiburg belegt, 1963 dem Ausbau der B31 gewichen und 1986 unter Aufsicht des Denkmalamts im Garten des Hofguts wieder aufgebaut, innen eine Jakobusfigur von etwa 1580 und eine Pietà um 1480. Die Kapelle ist echt, die Linie ist neu — und der Weg verschweigt keins von beidem.
Andere Namen
Der Trägerverein schreibt seinen Weg konsequent Himmelreich-Jakobusweg, mit „u“ — so steht es auf jedem Schild, in jeder Broschüre und im Vereinsnamen. Daneben ist die Kurzform Himmelreich Jakobsweg geläufig, und Tourismusportale verkürzen gern zum Himmelreich-Weg; gemeint ist immer dieselbe Strecke von Hüfingen nach Weil am Rhein. Der Name kommt nicht von einer Himmelsmetapher, sondern von einem Ort: Himmelreich, Weiler von Buchenbach im Dreisamtal, Hofgut seit dem Mittelalter, Sitz von Kapelle und Verein — und zufällig genau am Ausgang des Höllentals gelegen. Eine zweite Bezeichnung solltest du kennen, weil sie mehr ist als Marketing: „Himmelreich-Jakobusweg für ALLE“ — kein anderer Weg, sondern dieselbe Strecke in 16 kurzen Etappen statt acht langen, die barrierefreie Lesart. Und noch eine Abgrenzung: Manche Quellen rechnen den Weg bis Basel und kommen auf 176 Kilometer — das ist der Weg plus die separate Anschlussstrecke des Vereins. Der Weg selbst endet in Weil am Rhein.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du mit begrenzter Zeit ein vollständiges Pilgererlebnis willst: acht Tage, ein klarer Anfang, ein klares Ende am Rhein — dazwischen der komplette Wechsel vom Hochschwarzwald über 1.000 Meter hinunter in die Rebhänge auf 225. Ideal auch, wenn du nicht am Stück gehen kannst: Die Höllentalbahn begleitet die Etappen 2 bis 4, und mit der KONUS-Gästekarte deiner Unterkunft fährst du Bus und Bahn kostenlos — dieser Weg lässt sich in Wochenenden zerlegen, ohne einen Cent für die Rückfahrt. Und er ist der richtige Weg, wenn du im Rollstuhl sitzt, einen Rollator schiebst oder mit jemandem gehst, der das tut: Kein anderer deutscher Jakobsweg ist so konsequent darauf ausgelegt, dass alle mitkommen.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Einsamkeit und Herbergsromantik suchst: Klassische Pilgerherbergen gibt es hier praktisch nicht, du schläfst in Gasthöfen, Pensionen und Ferienwohnungen und solltest laut Verein „in allen Gemeinden“ frühzeitig reservieren. Nichts für dich ist er auch, wenn dich Verkehrslärm aus der Ruhe bringt: Zwischen Titisee-Neustadt und Freiburg läuft die Route streckenweise in Hörweite der B31 — ein Pilgerbericht nennt das Stück nach Neustadt schlicht „besonders unangenehm“. Und wer eine gewachsene mittelalterliche Pilgerstraße erwartet: Diese Trasse ist von 2009/2010. Historisch ist die Kapelle, nicht die Linie auf der Karte.
Streckenverlauf & Landschaft
Der Weg beginnt in Hüfingen an der Breg, an der Stadtpfarrkirche St. Verena und Gallus — zwei Schritte neben einer römischen Badruine aus dem 1. Jahrhundert. Die ersten beiden Etappen gehören der Baar, der weiten Hochfläche zwischen Schwarzwald und Donau: Bräunlingen, der Kirnbergsee auf 793 Metern, Löffingen. Ab Titisee-Neustadt kippt die Landschaft: Hochschwarzwald, der Titisee, Hinterzarten und Breitnau, der höchste Punkt bei etwa 1.043 Metern — und dann der spektakulärste Abschnitt des Weges, der Abstieg durchs Höllental: rund 800 Meter Gefälle durch die Schlucht, an deren Ausgang die Jakobuskapelle von Himmelreich steht.
Ab dem Dreisamtal ändert sich alles ein zweites Mal. Über Kirchzarten erreichst du Freiburg und stehst vor dem Münster; hier dreht der Weg von Ost-West auf Nord-Süd. Was folgt, ist Markgräflerland: Rebzeilen am Batzenberg, Obstwiesen, Lössböden und warme Luft. Über Kirchhofen, Sulzburg mit der 993 geweihten Klosterkirche St. Cyriak, Müllheim und Blansingen sinkt der Weg Stufe um Stufe zur Rheinebene, bis er in Weil am Rhein auf 225 Metern das Dreiländereck erreicht. Zwei völlig verschiedene Gegenden in einer Woche: Tannen und Hochmoor am Anfang, Wein und Vogesenblick am Ende.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Der Verein teilt den Weg in acht Etappen, dazu eine ausgeschilderte Variante der vierten Etappe und die Anschlussstrecke nach Basel. Die Tagesmaße liegen zwischen rund 16 und 26 Kilometern — ein sportlicher Schnitt, zumal Etappe 3 den Aufstieg nach Hinterzarten und den Abstieg durchs Höllental in einen Tag legt; insgesamt sammelst du etwa 2.000 Höhenmeter im Auf- und rund 2.400 im Abstieg. Wer es ruhiger mag, nimmt die 16 kurzen Etappen der „für ALLE“-Fassung mit 8 bis 13 Kilometern pro Tag — dieselbe Strecke, nur doppelt so fein geschnitten. Die Kilometerangaben pro Etappe sind gerundet — verbindlich ist die Gesamtlänge von 173,8 km.
- Hüfingen → Löffingen — ca. 20 km — über Bräunlingen und den Kirnbergsee auf die Hochfläche der Baar, mit Badegelegenheit nach zehn Kilometern.
- Löffingen → Titisee-Neustadt — ca. 16 km — die kürzeste Etappe, durch Wiesental und Wald hinein in den Hochschwarzwald.
- Titisee-Neustadt → Himmelreich — ca. 26 km — die längste und härteste: am Titisee vorbei, über Hinterzarten und Breitnau, dann steil hinunter durchs Höllental.
- Himmelreich → Freiburg — ca. 19 km — durchs Dreisamtal über Kirchzarten zum Münster; eine ausgeschilderte Variante führt stattdessen über Lindenberg.
- Freiburg → Kirchhofen — ca. 20 km — hinaus aus der Stadt in den Rebgürtel des Batzenbergs, ab hier geht es nach Süden.
- Kirchhofen → Müllheim — ca. 26 km — über Sulzburg mit St. Cyriak von 993, dem ältesten Kirchenbau am ganzen Weg.
- Müllheim → Blansingen — ca. 24 km — Markgräfler Weinberge, Obstwiesen und Dorfkirchen, mit Blick auf Vogesen und Rheintal.
- Blansingen → Weil am Rhein — ca. 22 km — über Efringen-Kirchen hinunter an den Rhein ins Dreiländereck.
Optional angeschlossen: Weil am Rhein → Basel, ca. 8 km — die vom Verein ausgeschilderte Verbindungsstrecke über die Grenze zum Basler Münster. Sie gehört nicht mehr zum Weg, aber für alle, die weiterpilgern, ist sie der nahtlose Übergang in die Schweiz.
Highlights am Weg
- Römische Badruine Hüfingen — ein Bad aus dem 1. Jahrhundert nach Christus, direkt neben der Stadtpfarrkirche St. Verena und Gallus am Startpunkt.
- Kirnbergsee — nach zehn Kilometern der erste See des Weges, auf 793 Metern, mit Badestelle.
- Titisee und Hinterzarten — der Postkarten-Hochschwarzwald auf Etappe 3, dazu die Kapelle St. Oswald im Löffeltal.
- Höllental — der große Abstieg: rund 800 Höhenmeter Gefälle durch die Schlucht, an deren Ausgang der Weg seinen Namen findet.
- Jakobuskapelle Himmelreich — vor 1500 entstanden, 1590 erstmals urkundlich, 1963 dem B31-Ausbau gewichen und 1986 im Garten des Hofguts wieder aufgerichtet; innen eine Jakobusfigur von etwa 1580 und eine Pietà eines oberrheinischen Meisters um 1480 (Kopien — die Originale hängen im Augustinermuseum Freiburg).
- Freiburger Münster — Etappenziel Nummer vier und der große Stadtmoment des Weges.
- St. Cyriak in Sulzburg — um 990 gebaut, 993 geweiht, gestiftet von Graf Birchtilo per Urkunde vom 22. Juni 993; der Westturm von 1103 gilt als ältester erhaltener Kirchturm Südwestdeutschlands.
- Markgräfler Rebhänge — von Kirchhofen bis Blansingen zwischen Weinbergen und Obstwiesen, mit Blick auf Vogesen und Rheintal.
- Dreiländereck bei Weil am Rhein — das Ziel: der Rhein, die Grenze und der Blick nach Frankreich und in die Schweiz.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der klassische Zugang kommt von Osten: Bei Hüfingen zweigt der Himmelreich-Jakobusweg vom Neckar-Baar-Jakobsweg ab, der von Rottenburg über Horb und die Baar heranführt — wer von dort anläuft, wechselt in Hüfingen einfach die Beschilderung und geht weiter, ohne den Rucksack abzusetzen. Aus dem Bodenseeraum und von der Schwäbischen Alb bringen dich der Hegauer Jakobsweg durch die Vulkanlandschaft des Hegaus und der Beuroner Jakobsweg durchs Donautal in Reichweite der Baar; das letzte Stück nach Hüfingen übernimmt die Bahn.
Von Norden gibt es einen zweiten, bequemen Einstieg: Der Badische Jakobsweg läuft die Rheinebene hinunter bis Breisach und streift den Freiburger Raum — wer ihn gegangen ist, steigt in Freiburg ein und nimmt die zweite Hälfte durchs Markgräflerland als Fortsetzung. Und wer gar nicht pilgernd anreist: Hüfingen liegt am Bahnknoten Donaueschingen, und der ist von fast überall in Deutschland an einem Tag zu erreichen. Der Wegruf auf den Betreiberseiten gilt in jedem Fall: Ultreia!
Weiterpilgern?
In Weil am Rhein ist der Weg zu Ende, die Reise nicht. Der Verein hat die Verbindungsstrecke nach Basel selbst ausgeschildert: rund acht Kilometer über die Grenze zum Basler Münster. Dort übernimmt der Baslerweg — 112,8 Kilometer von Basel über den Passwang nach Bern —, und auf ihn stößt du sogar schon vorher, bei Aesch im Baselbiet. Wer statt über Basel weiter östlich in die Schweiz will, findet mit dem Schaffhauser-Zürcher Weg die Alternative über Schaffhausen und Zürich.
Ab Bern übernimmt die Via Jacobi und bringt dich quer durch die Schweiz bis Genf, wo die Via Gebennensis die Kette nach Le Puy-en-Velay fortsetzt — und von dort läuft der klassische Anschluss durch Frankreich bis zum Camino Francés. Der Betreiber formuliert es nüchtern: Ab Basel geht es nach Frankreich oder über den Bielersee in die Westschweiz. Anders gesagt: Deine 173,8 Kilometer im Schwarzwald sind der erste Abschnitt einer Linie, die ohne Bruch bis Santiago durchläuft.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit liegt zwischen Mai und Oktober: Der Hochschwarzwald um Hinterzarten liegt über 1.000 Meter hoch und hält Schnee bis in den April, das Markgräflerland wird im Hochsommer richtig heiß — Mai, Juni und September sind der Kompromiss, der beides bequem macht. Feste Schuhe brauchst du vor allem für Etappe 3: Der Abstieg durchs Höllental ist steil und bei Nässe rutschig. Und für die Unterkünfte gilt der nüchterne Hinweis des Vereins: frühzeitig anmelden, in allen Gemeinden — klassische Pilgerherbergen sind hier die Ausnahme.
Zwei Dinge machen die Planung leichter als anderswo. Erstens die Bahn: Die Höllentalbahn hält in Titisee, Hinterzarten, Himmelreich und Kirchzarten, dazu kommen Rheintalstrecke und Donaueschingen — fast jede Etappe lässt sich teilen oder vom Standquartier aus gehen. Zweitens die KONUS-Gästekarte: Übernachtungsgäste in rund 150 Schwarzwälder Orten bekommen sie kostenlos und fahren damit gratis Bus und Bahn zwischen Pforzheim und Basel, Freiburgs Straßenbahn inklusive. Zur Etappe hin- und zurückfahren kostet auf diesem Weg: nichts.
Den Pilgerausweis (Credencial) bestellst du vorab online — Stempel gibt es unter anderem in Hüfingen, Titisee-Neustadt, Himmelreich, Ehrenkirchen und Bellingen-Bamlach. Der Verein gibt zudem einen eigenen Pilgerführer heraus, inzwischen in 6. überarbeiteter Auflage, mit den exakten Etappenbeschreibungen. Die Markierung — das gelbe Strahlenbündel, dessen Brennpunkt die Richtung zeigt — läuft nur in Richtung Santiago. Mit der Camino Ninja App bist du auf der sicheren Seite — sie hat die komplette Route an Bord, und du stellst dir deine Etappen zusammen und planst passende Unterkünfte gleich mit ein.
Was dich der Weg kostet
Rechne mit einem Tagesbudget von 60 bis 90 Euro, wenn du im Doppelzimmer schläfst und einmal am Tag warm isst (Stand: August 2026). Gasthöfe und Pensionen liegen im Schwarzwald und Markgräflerland meist bei 45 bis 80 Euro pro Person, Ferienwohnungen werden ab zwei Nächten günstiger, echte Pilgerquartiere zum Spendenpreis gibt es nur punktuell. Dazu kommt in den Ferienorten die Kurtaxe von rund 2 bis 4 Euro pro Nacht — die zahlst du nicht umsonst, denn dafür gibt es die KONUS-Gästekarte und damit freie Fahrt in Bus und Bahn. Genau dort liegt auch das Sparpotenzial: Weil die Bahn den Weg begleitet und die Gästekarte die Fahrten deckt, kannst du zwei, drei Nächte am selben Ort bleiben und die Etappen sternförmig gehen — das drückt den Schnitt deutlich unter den eines klassischen Fernwanderwegs. Einmalig kommen Pilgerausweis und der Pilgerführer des Vereins dazu.
Anreise
Zum Start: Hüfingen liegt direkt neben Donaueschingen, und Donaueschingen ist ein Bahnknoten — Schwarzwaldbahn von Offenburg und Konstanz, dazu die Strecken Richtung Villingen, Rottweil und Ulm. Vom Bahnhof sind es wenige Minuten mit dem Regionalbus bis zur Stadtpfarrkirche in Hüfingen; Hüfingen hat zudem einen eigenen Haltepunkt an der Bregtalstrecke. Wer pilgernd ankommt — über den Neckar-Baar-Jakobsweg, den Hegauer Jakobsweg oder den Beuroner Jakobsweg —, braucht ohnehin nur die nächste Muschel.
Vom Ziel zurück: Weil am Rhein liegt an der Rheintalbahn und ist per S-Bahn direkt mit Basel verbunden — von dort fahren Fernzüge nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz, und der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg ist eine Busfahrt entfernt. Wer weiterpilgert, geht die acht Kilometer nach Basel zu Fuß und steht am Münster auf dem Baslerweg.
- Anreise zum Start: Bahn bis Donaueschingen (Schwarzwaldbahn), Regionalbus oder Bregtalbahn nach Hüfingen.
- Unterwegs ein-/aussteigen: Höllentalbahn (Titisee, Hinterzarten, Himmelreich, Kirchzarten) und Rheintalbahn — mit KONUS-Gästekarte kostenlos.
- Rückreise: Weil am Rhein → Basel per S-Bahn; Fernzüge ab Basel, Fahrpläne unter [bahn.de](https://www.bahn.de) und [sbb.ch](https://www.sbb.ch).
- Flug: EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (nahe Ziel), Stuttgart oder Zürich (nahe Start).
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