Voie de l'Abbaye de Beauport auf der Karte

Voie de l'Abbaye de Beauport

211,0 Kilometer von der Klosterruine am Meer bei Paimpol quer durch die Bretagne nach Saint-Jacut-les-Pins: erst Watt und Salzwiesen, dann das Argoat aus Hecken, Landes und Weilern, zuletzt der Canal de Nantes à Brest. Neun flache Etappen, kaum Pilger, keine Herbergskette — dafür die Kapelle von Merléac, deren Glasfenster von 1402 das Leben des Apostels erzählt, und ein Zielort, der Jakob heißt und nicht Jakobus meint.

6. September 202615 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Paimpol, Abbaye de Beauport (Côtes-d'Armor) / Saint-Jacut-les-Pins (Morbihan)
  • Länge: 211,0 km
  • Dauer: 9–10 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 2.003 m / ↘ 1.966 m
  • Höchster Punkt: rund 311 m, im Bereich Lanfains / Le Bodéo
  • Etappen: 9 (nach der Etappierung der Association bretonne, Variante über Rochefort-en-Terre)
  • Richtung: Nord → Süd, von der Küste durch das Binnenland zum Kanal
  • Markierung: gelbe Muschel auf blauem Grund; auf GR-Abschnitten zusätzlich zu den weiß-roten Zeichen
  • Anschluss Süden: in Saint-Jacut-les-Pins auf die Voie de la Pointe Saint-Mathieu, über Redon und Nantes weiter Richtung Via Turonensis
  • Beste Zeit: April bis Oktober, am besten Mai, Juni und September

Überblick

Die Voie de l'Abbaye de Beauport beginnt an einem Ort, an dem ein Jakobsweg eigentlich nicht beginnen kann: an einer Klosterruine, vor der bei Flut das Meer steht. Die Abbaye de Beauport bei Kérity, 1202 von Prämonstratensern gegründet, liegt in einem hundert Hektar großen Küstendomaine zwischen Watt, Salzwiesen und alten Apfelgärten, und ihre Kirche trug den Namen Notre-Dame-du-Bon-Voyage — Unsere Liebe Frau von der guten Reise. Von hier gehst du 211,0 Kilometer nach Süden, weg vom Wasser, hinein ins Argoat, das bretonische Binnenland aus Hecken, Hohlwegen und Weilern mit sieben Häusern und einer Kapelle, bis ab Rohan der Canal de Nantes à Brest den Weg übernimmt und dich flach und schattig über Josselin und Malestroit nach Saint-Jacut-les-Pins bringt.

Es ist ein Weg ohne Berge — 2.003 Höhenmeter auf 211 Kilometer, der höchste Punkt liegt bei 311 Metern — und ohne Publikum. Was er hat, sind Kirchen mit Datum: die romanische Rundkirche von Lanleff, die 132 bemalten Deckentafeln von Châtelaudren, die Marienreliquie von Quintin, die ein Kreuzfahrer um 1252 mitbrachte, und vor allem die Chapelle Saint-Jacques bei Merléac, deren Glasfenster von 1402 signiert sind und das Leben des Apostels nach der Legenda aurea erzählen. Und er hat eine Pointe am Ziel: Saint-Jacut-les-Pins heißt nicht nach Jakobus. Es heißt nach Jacut, einem bretonischen Mönch des 6. Jahrhunderts. Du gehst 211 Kilometer auf einen Jakob zu, der ein anderer ist.

Andere Namen

Auf Französisch heißt der Weg Voie de l'Abbaye de Beauport, verkürzt Voie de Beauport oder Chemin de Beauport; so führt ihn die Association bretonne des Amis de Saint-Jacques de Compostelle, die ihn markiert hat und den Führer herausgibt. Ihr offizieller Weg ist allerdings viel länger als unsere Route: Er läuft von Beauport über Redon und Nantes bis Clisson, rund 363 Kilometer, und wird als Chemin Vendéen bis Saint-Hilaire-la-Palud im Marais poitevin fortgesetzt, wo er in den Einzugsbereich der Via Turonensis kommt. Camino Ninja führt den bretonischen Kernabschnitt bis Saint-Jacut-les-Pins, weil dort die Voie de la Pointe Saint-Mathieu einmündet und die beiden Wege ab hier eins sind.

Im Netz kursiert für diesen Weg auch die Zahl 225 Kilometer — sie bezieht sich meist auf die Strecke bis Redon oder auf eine ältere Linienführung über Moncontour. Die Association listet in ihrer Unterkunftsliste weitere Orte, die auf unserer Route nicht liegen (Le Faouët, Cohiniac, Saint-Donan, Saint-Maudan); es gibt also dokumentierte Varianten. Unsere 211,0 Kilometer entsprechen bis auf 200 Meter der aktuellen Etappentabelle des Führers mit der Variante über Rochefort-en-Terre. Bretonisch heißt der Zielort Sant-Yagu-ar-Pin.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal ist dieser Weg, wenn du einen ruhigen, flachen Weg suchst, auf dem du kaum jemandem begegnest, und wenn dich spätgotische Kapellen mehr interessieren als Panoramen. Du bekommst neun Tage Bretagne ohne Bretagne-Tourismus: Weiler, in denen du der einzige Fremde bist, Kapellen, die jemand aus dem Dorf für dich aufschließt, einen Wassergraben von 1836 als Wanderweg und zum Schluss den Kanal mit seinen Schleusenwärterhäusern. Wer die Bretagne von der Küste kennt, lernt hier die andere Hälfte kennen — und wer nach Santiago will, hat einen Anfang, der bruchlos über Nantes und die Vendée nach Süden führt.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du die Infrastruktur eines Camino Francés erwartest. Es gibt keine Herbergskette, sondern einzelne private Accueils jacquaires, bei denen du mindestens 48 Stunden vorher anrufst — auf Französisch, denn auf Englisch kommst du in Paimpol durch, in Le Bodéo nicht. Meerblick hast du nur am ersten Vormittag. Zwei Etappen der offiziellen Einteilung liegen bei 28 und 30 Kilometern, der Mittelteil zwischen Lanfains und Saint-Caradec ist dünn versorgt, und auf den Verbindungsstücken im Binnenland kommt spürbar Asphalt zusammen. Und die Bretagne heißt Regen zu jeder Jahreszeit — auf den offenen Landes kommt Wind dazu.

Streckenverlauf & Landschaft

Der Weg beginnt an der Abbaye de Beauport bei Kérity, drei Kilometer südlich von Paimpol. Der erste Kilometer ist der einzige, auf dem du das Meer wirklich hast; dann dreht der Weg landeinwärts. Über Kerfot und eine Kette von Weilern erreichst du Lanleff mit seiner rätselhaften romanischen Rundkirche, kurz darauf den Weiler Saint-Jacques bei Tréméven mit Kapelle und Jakobusbrunnen. Ab Lanvollon und Châtelaudren wird es hügelig: Hecken, Hohlwege, kleine Täler, das klassische Bocage. Über Quintin, die alte Leinenstadt, steigt der Weg zu den Landes von Lanfains — mit rund 311 Metern der höchste Abschnitt, für bretonische Verhältnisse alpin.

Im Mittelteil zwischen Le Bodéo, Merléac, Le Quillio und Saint-Caradec läufst du durch das dünn besiedelte Zentrum der Halbinsel und ein Stück weit an der Rigole d'Hilvern entlang, einem 63 Kilometer langen Wassergraben von 1836, der einst den Canal de Nantes à Brest speiste und heute ein weicher, kerzengerader Grünweg ist. Ab Rohan übernimmt der Kanal selbst: Über Josselin mit Schloss und Basilika und Malestroit am Oust führt der Treidelpfad flach und schattig nach Süden. Zum Schluss steigt der Weg noch einmal kurz nach Rochefort-en-Terre hinauf, dem Blumendorf auf dem Felssporn, und läuft dann hinunter nach Saint-Jacut-les-Pins, wo die Voie de la Pointe Saint-Mathieu wartet.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir folgen der Etappierung des Führers der Association bretonne (Fassung 2023) mit der Variante über Rochefort-en-Terre: neun Etappen, deren Summe exakt unsere 211,0 Kilometer ergibt. Einzige Anpassung: Die offizielle fünfte Etappe endet an der Trappistenabtei Timadeuc, die wenige Kilometer abseits unserer Route liegt; wir enden in Rohan am Kanal. Zwei Etappen sind lang — 27,8 und 29,8 Kilometer —, wer sanfter gehen will, teilt sie in Châtelaudren und Merléac und kommt auf zehn bis elf Tage.

  1. Paimpol (Abbaye de Beauport) – Lanleff – Saint-Jacques – Lanvollon (23,6 km) — die einzige Etappe mit Meer, Rundkirche von Lanleff, Jakobusbrunnen bei Tréméven.
  2. Lanvollon – Châtelaudren – Plouagat – Boqueho (27,8 km) — Bocage, die bemalten Decken von Notre-Dame-du-Tertre, Le Pont Saint Jacques.
  3. Boqueho – Le Fœil – Quintin – Lanfains (23,8 km) — hinauf ins Leinenland und auf die Landes de Lanfains, den höchsten Abschnitt.
  4. Lanfains – Le Bodéo – Merléac – Le Quillio – Saint-Caradec (29,8 km) — die längste Etappe, die Chapelle Saint-Jacques bei Saint-Léon, dann die Rigole d'Hilvern.
  5. Saint-Caradec – Hémonstoir – Saint-Gonnery – Rohan (26,0 km) — an der Rigole entlang bis zum Canal de Nantes à Brest.
  6. Rohan – Josselin (22,0 km) — Treidelpfad am Kanal, am Ende Schloss und Basilika der Rohan.
  7. Josselin – Saint-Servant – Le Roc-Saint-André – Malestroit (26,1 km) — Kanal, Schleusen, Fachwerk an der Oust.
  8. Malestroit – Pleucadeuc – Pluherlin – Rochefort-en-Terre (19,8 km) — weg vom Kanal, hinauf ins Blumendorf.
  9. Rochefort-en-Terre – Saint-Jacut-les-Pins (12,1 km) — kurzer Schlusstag, Übergabe an die Voie de la Pointe Saint-Mathieu.

Schwierigkeit: technisch einfach, konditionell mittel. Es gibt keine ernsthaften Anstiege — knapp zehn Höhenmeter pro Kilometer —, was fordert, sind die Etappenlängen und die Versorgung im Mittelteil. Untergrund: Feldwege, Waldpfade, Treidelpfade und Nebenstraßen; der Asphaltanteil auf den Verbindungsstücken ist spürbar, eine Prozentzahl nennt der Führer nicht, und wir erfinden keine. Der Kanalabschnitt ab Rohan und die Rigole d'Hilvern sind auch bei Nässe problemlos. Bahnhöfe am Weg gibt es nach Paimpol nicht mehr — Quintin und Josselin liegen abseits der Bahn, der nächste Bahnhof am Ziel ist Redon, 15 Kilometer weiter.

Ein Fenster von 1402 und ein Heiliger, der nicht Jakobus ist

Ob in Beauport je Pilger eingeschifft wurden, weiß niemand genau. Die Association bretonne schreibt es selbst im Konjunktiv: Die Abtei habe als Relais für Pilger von den Britischen Inseln und aus dem Trégor dienen können und sei vielleicht Ausgangspunkt eines Jakobswegs gewesen. Was der Weg an harten Belegen hat, liegt in seiner Mitte, zwei Kilometer hinter Merléac, im Weiler Saint-Léon. Dort steht die Chapelle Saint-Jacques, 1317 im Bau, gestiftet vom Haus Rohan, dessen Rautenwappen neunfach in den Arkaden sitzt. 1402 setzte der Rennaiser Glasmaler Guillaume Béart das Chorfenster ein und schrieb seinen Namen hinein: „G béart fist ceste vitre l'an M IIIIc e II" — Guillaume Béart hat dieses Fenster gemacht im Jahr 1402. Es ist eines der wenigen signierten und datierten Glasfenster der Bretagne aus dieser Zeit, und es erzählt in Bildern die Passion Christi und das Leben des heiligen Jakobus nach der Legenda aurea. Drei Jakobusstatuen stehen in der Kapelle, eine thronend mit vergoldetem Muschelhut, eine im Pilgergewand mit Muscheln am Mantel und dem Stab in der Linken. In der Revolution schmierten die Dorfbewohner die Fenster mit Lehm und Dung zu, damit niemand sie einschlug; von 2010 bis 2017 wurde die Kapelle für über 750.000 Euro restauriert. Einen Pilger dieses Wegs kennt die Überlieferung mit Datum, aber ohne Namen: Der Führer der Association notiert, der Baron von Quintin sei 1462 nach Compostela gepilgert. Mehr steht nicht da, und mehr behaupten wir nicht.

Die Pointe wartet am Ziel. Saint-Jacut-les-Pins klingt wie die bretonische Form von Saint-Jacques, und viele, die hier ankommen, halten es dafür. Es ist aber ein anderer Heiliger: Jacut, ein Mönch des 6. Jahrhunderts, Sohn des Fracan und Bruder des heiligen Guénolé, der von den Britischen Inseln über den Kanal kam, eine Abtei gründete und Patron der Gemeinde wurde. Bretonisch heißt der Apostel Sant-Jakez, der Mönch Sant-Yagu — zwei Wurzeln, ein Zufall. Ein Jakobsweg, der bei einem Jakob endet, der nicht Jakobus ist, hat dich um nichts betrogen: Du gehst ohnehin weiter.

Highlights am Weg

  • Abbaye de Beauport, Paimpol — 1202 gegründete Prämonstratenserabtei mit dem Patrozinium Notre-Dame-du-Bon-Voyage, seit 1992 im Besitz des Conservatoire du littoral und bewusst als Ruine erhalten; 60 Apfelsorten im Domaine, Eintritt 7,50 € (Stand: September 2026).
  • Temple de Lanleff — romanische Rundkirche vom Ende des 11. Jahrhunderts, zwölf Arkaden auf einem Kreisgrundriss; ob sie die Grabeskirche nachbildet, weiß niemand, und die Templerlegende ist eine Legende.
  • Chapelle Saint-Jacques de Tréméven — Kapelle von 1542 im Weiler Saint-Jacques, daneben ein Brunnen mit einer spätgotischen Jakobusstatue aus Granit.
  • Notre-Dame-du-Tertre, Châtelaudren — 132 bemalte Holztafeln aus den Jahren um 1460 bis 1485, einer der bedeutendsten erhaltenen Deckenzyklen Frankreichs.
  • Basilique Notre-Dame-de-Délivrance, Quintin — ein Stück des Gürtels Mariens, das Geoffroy Botherel um 1252 vom Kreuzzug mitbrachte; die alte Hauptstadt der „toiles bretagnes", des Feinleinens, das im 18. Jahrhundert nach Spanien ging.
  • Chapelle Saint-Jacques, Merléac / Saint-Léon — das Herzstück: signierte Glasfenster von 1402 mit der Jakobsvita, drei Jakobusstatuen, Stifter Rohan.
  • Rigole d'Hilvern — der 63 Kilometer lange Speisekanal von 1836, heute ein schnurgerader Grünweg durch das leere Zentrum der Bretagne.
  • Josselin — Schloss der Rohan über der Oust mit der Renaissancefassade Jean II. de Rohan (1490–1510); daneben die Basilika Notre-Dame-du-Roncier, deren Legende bis ins Jahr 808 zurückreicht.
  • Malestroit — „Perle de l'Oust", Fachwerk am Canal de Nantes à Brest.
  • Rochefort-en-Terre — Plus Beau Village de France, 2016 „Village préféré des Français"; ein amerikanischer Maler kaufte 1907 die Burgruine und stiftete den Blumenwettbewerb, aus dem die Geranientradition wurde.
  • Saint-Jacut-les-Pins — Zielort mit dem falschen Jakob: benannt nach dem bretonischen Mönch Jacut, nicht nach dem Apostel.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die Voie de l'Abbaye de Beauport ist einer von acht bretonischen Startpunkten, die die Association bretonne betreut, und der nördlichste. Historisch war Beauport ein Anlaufpunkt für Pilger von den Britischen Inseln und aus dem Trégor — so vorsichtig, wie es die Quellenlage erlaubt, formuliert das auch die Association. Heute kommen die meisten, die hier losgehen, aus Nordfrankreich, Großbritannien und Irland; von Deutschland aus fährst du mit der Bahn über Paris und Guingamp an. Einen Zubringer-Jakobsweg nach Paimpol gibt es nicht; die Küstenwege der Bretagne (Mont-Saint-Michel, Pointe Saint-Mathieu) beginnen anderswo und treffen erst weiter südlich auf diesen Weg.

Der Weg wird selten als eigenständige Reise gegangen und meistens als erster Baustein einer längeren Kette Richtung Nantes, Vendée und Via Turonensis. Wer ihn nur als Neun-Tage-Weg geht, bekommt trotzdem einen sauberen Bogen: von der Abtei am Meer bis zum Kanal, von Notre-Dame-du-Bon-Voyage bis zu einem Heiligen, der nicht Jakobus ist.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar bruchlos. In Saint-Jacut-les-Pins trifft die Voie de l'Abbaye de Beauport auf die Voie de la Pointe Saint-Mathieu, die von der Westspitze der Bretagne kommt; von dort sind es 15,1 Kilometer nach Redon, wo der nächste Bahnhof liegt. Der Führer der Association führt weiter: Redon, Guenrouët, Blain, Nort-sur-Erdre, La Chapelle-sur-Erdre und Nantes, wo der Weg an der Kirche Saint-Jacques de Pirmil ankommt, dann Clisson — zusammen rund 363 Kilometer ab Beauport. Anschließend beginnt der Chemin Vendéen: Clisson, Saint-Georges-de-Montaigu, Chantonnay, Maillezais, Saint-Hilaire-la-Palud im Marais poitevin, weitere rund 172 Kilometer.

Von dort führt der Weg in den Einzugsbereich der Via Turonensis, der großen Tours-Route über Saint-Jean-d'Angély, Saintes und Bordeaux zu den Pyrenäen. Rechnerisch: Paimpol bis Saint-Hilaire-la-Palud sind rund 535 Kilometer; bis Santiago sind es von dort noch einmal gut 1.000. Die 211 Kilometer durch die Bretagne sind also ein Anfang — aber ein Anfang mit dem schönsten Startpunkt, den ein französischer Jakobsweg zu bieten hat.

Vorbereitung & Praktisches

Die Saison läuft von April bis Oktober; Mai, Juni und September sind ideal, im Juli und August sind Unterkünfte an der Küste knapp und teuer, im Binnenland nicht. Im Winter sind viele Accueils geschlossen. Das Rückgrat der Unterkünfte sind Accueils jacquaires — private Gastgeber, die Pilger gegen freien Kostenbeitrag („libre participation aux frais") aufnehmen; die Association führt eine laufend aktualisierte Liste je Wegabschnitt („Beauport Nord" und „Beauport Sud") auf ihrer Website, dazu kommen kommunale Gîtes d'étape (etwa in Boqueho), Chambres d'hôtes, Hotels und Campingplätze. Zwei Regeln betont die Association ausdrücklich: mindestens 48 Stunden vorher reservieren und die Credencial mitbringen — die meisten Accueils setzen sie voraus. Deine Etappen und die passenden Quartiere planst du am einfachsten direkt in der Camino Ninja App.

Die Credencial gibt die Association bretonne kostenlos an ihre Mitglieder aus, persönlich in den Departementsdelegationen; Postversand nur an Mitglieder außerhalb der Bretagne. Für die Anreise aus Deutschland ist es meist einfacher, den Pilgerausweis vorab bei der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft zu besorgen. Stempel bekommst du an den Accueils, in Tourismusbüros, an der Abbaye de Beauport, in Hémonstoir und in Redon. Der Führer der Association ist als PDF kostenlos, wird jährlich im November aktualisiert und enthält alle Etappen mit Zwischenpunkten und Kilometrierung; ein GPS-Track ist trotzdem sinnvoll, weil die Muschel auf den Nebenstraßen des Binnenlands nicht überall dicht sitzt.

Zur Versorgung: Nord- und Mittelabschnitt sind dünn. In Weilern wie Le Bodéo, Merléac oder Le Quillio gibt es weder Supermarkt noch verlässliches Café; Versorgungspunkte sind Paimpol, Lanvollon, Châtelaudren, Quintin, Saint-Caradec, Rohan, Josselin, Malestroit und Rochefort-en-Terre. Nimm für die vierte und fünfte Etappe Verpflegung für einen Tag mit und fülle Wasser vor den Landes-Abschnitten — Friedhöfe und Dorfbrunnen sind die üblichen Nachfüllpunkte. Und pack Regenzeug ein, das den Namen verdient.

Was dich der Weg kostet

Die Bretagne ist günstiger als Spanien, wenn du das Netz der Association nutzt. In einem Accueil jacquaire zahlst du einen freiwilligen Beitrag, üblich sind 10 bis 20 € mit Frühstück, mit Abendessen entsprechend mehr; kommunale Gîtes d'étape liegen bei 15 bis 25 €, Chambres d'hôtes bei 55 bis 80 € im Doppelzimmer mit Frühstück, Hotels ab etwa 70 €, Campingplätze bei 10 bis 18 € pro Person (alle Angaben Näherungswerte, Stand: September 2026). Ein Menu du jour kostet 14 bis 18 €, ein Abendmenü 20 bis 30 €; wer sich aus Supermarkt und Boulangerie versorgt, kommt mit 12 bis 18 € am Tag aus.

Realistisches Tagesbudget: 30 bis 40 € bei einfachem Standard mit Accueils und Selbstversorgung, 60 bis 80 €, wenn du in Chambres d'hôtes schläfst und abends essen gehst. Dazu kommen wenige Fixkosten: Eintritt Abbaye de Beauport 7,50 € (ermäßigt 4,50 €, Audioguide 3 €; das Freigelände ist ganzjährig kostenlos), der Führer als PDF kostenlos, gedruckt rund 18 bis 20 € (Stand: September 2026). Die Kapellen — Lanleff, Tréméven, Châtelaudren, Merléac — kosten nichts; für Merléac fragst du im Ort nach dem Schlüssel.

Anreise

Zum Start (Paimpol): Mit dem TGV von Paris-Montparnasse nach Guingamp (rund 2¼ bis 2½ Stunden), dort umsteigen in den TER BreizhGo der Stichbahn Guingamp – Paimpol (rund 45 Minuten, Paimpol ist Endbahnhof). Von Paimpol sind es etwa drei Kilometer zu Fuß nach Kérity zur Abbaye de Beauport — ein guter Auftakt. Aus Deutschland führt der Weg üblicherweise über Paris (Gare de l'Est oder Gare du Nord → Montparnasse).

Vom Ziel (Saint-Jacut-les-Pins): Saint-Jacut-les-Pins hat keinen Bahnhof. Der nächste ist Redon, 15 Kilometer entfernt — die logische Lösung ist, die Anschlussetappe der Voie de la Pointe Saint-Mathieu einfach mitzugehen. Redon liegt an der Bahnachse Rennes – Nantes mit TER-Verbindungen nach Rennes, Nantes, Vannes und Quimper und Anschluss Richtung Paris; alternativ verkehren BreizhGo-Busse im Pays de Redon. Prüfe die Verbindungen frühzeitig — der TER-Fahrplan wechselt Anfang September, und in der Nebensaison sind die Takte dünn.

  • Bahn Frankreich: sncf-connect.com — Paris – Guingamp – Paimpol; Redon – Rennes/Nantes/Paris
  • Regionalverkehr Bretagne: breizhgo.bzh — TER Guingamp – Paimpol, Busse im Pays de Redon
  • Bahnhöfe am Weg: nur Paimpol am Start; am Ziel Redon (15 km hinter Saint-Jacut-les-Pins)

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