Der längste der vier französischen Jakobswege: über 1.000 Kilometer von Paris durch die weiten Ebenen Nordfrankreichs, vorbei an Tours und Bordeaux bis an den Fuß der Pyrenäen.
Die Via Turonensis ist der nördlichste und längste der vier historischen Jakobswege durch Frankreich. Sie beginnt traditionell in Paris, an der Tour Saint-Jacques, und trägt ihren Namen nach der Stadt Tours, in der mit dem Grab des heiligen Martin eines der wichtigsten Pilgerziele des Mittelalters liegt. Von Paris zieht der Weg nach Südwesten: durch das Tal der Loire, das Poitou, die Weinregion um Bordeaux und schließlich durch die endlosen Kiefernwälder der Landes bis an den Fuß der Pyrenäen.
Es ist ein Weg der weiten Horizonte und langen Etappen. Wer hier geht, sucht weniger das Hochgebirge als die Ruhe der Ebene, alte Städte und das Gefühl, einer jahrhundertealten Straße zu folgen. Der Weg endet in Saint-Jean-Pied-de-Port, wo sich die französischen Routen bündeln und der Camino Francés nach Spanien beginnt.
Je nach Sprache und Tradition trägt der Weg verschiedene Namen:
Der Name verweist auf Tours – nicht auf Paris –, weil die Stadt mit dem Martinsgrab im Mittelalter die eigentliche Wegmarke war.
Die Via Turonensis ist ideal, wenn du Zeit, Ausdauer und Freude an langen, gleichmäßigen Etappen hast. Wer Städte, Geschichte und französische Lebensart mag und sich an flachem Gelände nicht stört, findet hier einen ruhigen, würdevollen Weg fernab der Massen.
Weniger geeignet ist sie, wenn du Bergpanoramen und dramatische Landschaften suchst – große Teile verlaufen durch Ackerland, Vororte und die monotonen, aber meditativen Kiefernwälder der Landes. Auch wer wenig Zeit hat, wird die volle Strecke kaum schaffen: Mit über 1.000 Kilometern ist sie die längste der vier Routen.
Der Weg gliedert sich grob in drei Teile. Im Norden führt er von Paris durch das fruchtbare Umland, entlang der Loire und ihrer Schlösser, über Orléans, Tours und Poitiers – eine Folge alter Königs- und Bischofsstädte.
Im Westen geht es durch das Poitou und die Saintonge in die Weinregion um Bordeaux, vorbei an romanischen Kirchen und weiten Rebflächen.
Im Süden schließlich durchquert der Weg die Landes de Gascogne – ein flaches, fast endloses Kiefernwaldgebiet – bevor sich am Horizont die Pyrenäen erheben und der Weg Saint-Jean-Pied-de-Port erreicht.
Technisch ist die Via Turonensis einfach: Sie ist überwiegend flach, die Höhenmeter verteilen sich auf die ganze, sehr lange Strecke. Die eigentliche Herausforderung ist die Distanz und die mentale Ausdauer auf den langen, gleichförmigen Abschnitten – besonders in den Landes.
Die meisten Pilger brauchen rund 37 bis 47 Tage für die Gesamtstrecke; viele gehen sie in Teilabschnitten über mehrere Jahre. Markierung und Infrastruktur sind nicht so dicht wie auf dem Chemin du Puy – etwas mehr Planung bei den Unterkünften ist nötig.
Der Weg ist nach Tours benannt, und das aus gutem Grund: Hier liegt das Grab des heiligen Martin von Tours, im Mittelalter eines der meistbesuchten Heiligtümer Europas. Die heutige Basilique Saint-Martin steht über seiner Grabkrypta und ist bis heute ein lohnender Halt.
Martin – der römische Soldat, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte – war über Jahrhunderte Frankreichs wichtigster Heiliger. Sein Kult machte Tours zum Knotenpunkt der Pilgerwege lange vor Santiago.
Die Via Turonensis ist ein vollständiger Weg für sich – von Paris bis Saint-Jean-Pied-de-Port. Du kannst sie aber auch als langen Anlauf für eine noch größere Reise sehen: In Saint-Jean-Pied-de-Port beginnt nahtlos der Camino Francés, der dich über die Pyrenäen und quer durch Nordspanien in rund 800 weiteren Kilometern bis nach Santiago de Compostela führt. Ob du in Saint-Jean endest oder weitergehst, bleibt ganz dir überlassen.
Die beste Zeit ist Mai bis September; im Hochsommer kann es in den Landes und um Bordeaux heiß werden. Unterkünfte reichen von kommunalen Pilgerherbergen über Gîtes bis zu Chambres d'hôtes – außerhalb der großen Städte ist Vorausbuchen ratsam, weil das Netz dünner ist als auf den spanischen Wegen.
Ein paar Brocken Französisch sind sehr hilfreich. Nimm Bargeld mit und plane in den langen Waldabschnitten der Landes ausreichend Wasser und Proviant ein. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Créanciale).
Frankreich ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 40–60 €. Schlafplätze in Herbergen und Gîtes kosten meist 12–25 €, dazu kommen Verpflegung und – in den Städten – höhere Preise für Hotels und Chambres d'hôtes. Wer überwiegend selbst kocht und in kommunalen Unterkünften schläft, kommt deutlich günstiger weg.
Startpunkt ist Paris – einfacher geht es kaum: Die Stadt ist mit Bahn und Flugzeug aus ganz Europa erreichbar. Wenn du nur einen Abschnitt gehst, sind Orléans, Tours, Poitiers und Bordeaux bestens ans Bahnnetz angebunden.

Halte Pèlerin Presbytere
Geöffnet
4 Guests Flat - Rue Mouffetard
Saison unbekannt

Accueil chrétien chez le Bénédictines de Saint-Martin
Geöffnet

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