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Ort am Jakobsweg

Steg im Tösstal

Switzerland

Unterkunft
1
Camino
1
Höhe
698 m

Steg ist der Ort, an dem der Berg aufhört: Nach dem Abstieg vom Hörnli bist du hier im Tösstal und zum ersten Mal im Kanton Zürich. Das Dorf hat einen S-Bahn-Halt mit Halbstundentakt, einen Landgasthof und sehr wenige Betten. Wer hier schlafen will, reserviert vorher, und dienstags plant man das Essen besser selbst.

Aktuell in Steg (Stand: Oktober 2026)

  • Berggasthaus Hörnli ab 1. November mit Winterzeiten: Mittwoch und Donnerstag 9 bis 16 Uhr, Freitag und Samstag 9 bis 18 Uhr, Sonntag 9 bis 17 Uhr. Für Montag und Dienstag sind keine Zeiten angegeben, rechne damit, dass zu ist.

Steg in Ninja-Zahlen

  • 53,1 Kilometer hinter Konstanz liegt Steg. Bis Fischingen waren es nur 10,3, aber die hatten es in sich.
  • Gut 400 Höhenmeter steigst du vom Hörnli ab, gut eine Stunde lang. Der Bahnhof von Steg liegt auf 694 Metern.
  • 30 Minuten dauert es bis zur nächsten S26. Wer müde ist oder kein Bett findet, ist schnell woanders.
  • 21,7 Kilometer sind es bis Rapperswil, fast alles bergab oder flach.

Ankommen: vom Hörnli ins Tösstal

Der Weg kommt vom Hörnli herunter, über den Tanzplatz und auf Kies- und Naturwegen ins Tal der Töss. Unterwegs hast du am Dreiländerstein von 1640 den Thurgau verlassen, Steg gehört zum Kanton Zürich. Das Dorf ist eines der drei Hauptdörfer der Gemeinde Fischenthal, mit Bahnhof, Landgasthof und Bäckerei. Viel mehr gibt es nicht.

Kurz erzählt: das Chellenland

Im 13. Jahrhundert saßen hier die Herren von Stäge, belegt zwischen 1232 und 1257. Auf dem Burgböhl westlich des Dorfes vermutet man ihre Burg, sicher ist das nicht. 1425 kaufte Zürich die Rechte an Fischenthal. Das obere Tösstal war lange arm. Kleinbauern schnitzten Kochlöffel, daher kommt der Übername „Chellenland“: Chelle ist der Kochlöffel. Im 19. Jahrhundert brachte die Wasserkraft der Töss die Textilindustrie, und am 15. Oktober 1876 fuhr die erste Tösstalbahn durch Steg.

Wo Pilger schlafen

Steg ist ein beliebtes Etappenziel, aber Betten sind hier rar. Eine Pilgerherberge gibt es nicht. Im Ort kennen wir nur das Privatzimmer der Familie Kägi an der Aeschgasse 17 mit wenigen Plätzen. Weitere Angaben dazu haben wir online nicht gefunden. Frag vorher nach, bevor du dich darauf verlässt.

Wenn es in Steg nichts gibt, nimm die S26: In einer knappen halben Stunde bist du in Wald oder Rüti, wo es mehr Zimmer gibt, und am nächsten Morgen fährst du zurück.

Essen und Trinken

Der Landgasthof zum Steg an der Tösstalstrasse 70 hat montags, freitags, samstags und sonntags von 10 bis 24 Uhr geöffnet, sonntags gibt es bis 20 Uhr durchgehend warme Küche. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ist Ruhetag (Stand: Oktober 2026). Außerdem gibt es das Restaurant Bahnhof und die Konditorei Voland an der Tösstalstrasse 83. Deren Öffnungszeiten haben wir nicht gefunden. Einen Lebensmittelladen haben wir in Steg nicht gefunden.

Ehrlich gesagt

  • Kaum Betten. Ohne Reservierung kann es passieren, dass du mit der S-Bahn weitermusst.
  • Dienstag ist der schlechteste Tag. Das Berggasthaus Hörnli hat vermutlich zu, und der Landgasthof hat Ruhetag. Nimm von Fischingen Essen mit.
  • Kein Laden. Für den nächsten Tag kaufst du besser vorher ein.
  • Der Weiterweg beginnt an der Straße. Bis Fischenthal und Gibswil folgt die Via Jacobi der Tösstalstrasse und der Fistelstrasse.

Ninja-Tipps

  • Fischingen oder Steg? Die beiden Orte liegen nur 10,3 Kilometer auseinander. Wer in Fischingen übernachtet, ist mittags am Hörnli und kann weiter. Wer bis Steg geht, hat den Berg schon hinter sich, aber weniger Auswahl beim Bett.
  • Lange Pause auf dem Hörnli: Das Berggasthaus liegt ein paar Meter unter dem Gipfel. Auf der Karte stehen Älplermagronen, Älplerrösti und Fondue.
  • Wasser: Brunnen gibt es vor dem Aufstieg zum Hörnli und wieder nach dem Abstieg.
  • Spät abends Bus statt Bahn: Nach etwa 20 Uhr fahren zwischen Bauma und Rüti Busse statt Züge. Wer spät nach Wald oder Rüti ausweicht, schaut vorher in den Fahrplan.

Praktische Tipps für Pilger

  • Bahn und Bus: Die S26 fährt im Halbstundentakt zwischen Winterthur, Bauma und Rüti. Am Bahnhof halten auch das Postauto 766 und der VZO-Bus 854.
  • Abkürzen: Die S26 hält auch in Fischenthal, Gibswil, Wald und Rüti, also fast überall entlang der nächsten Etappe.
  • Stempel: Eine Stempelstelle haben wir in Steg nicht gefunden. Frag bei deiner Unterkunft.

Weiter: über Wald nach Rapperswil

Bis Rapperswil sind es 21,7 Kilometer. Zuerst geht es die Tösstalstrasse entlang nach Fischenthal und über die Fistelstrasse nach Gibswil. Danach steigt der Weg noch einmal an, zum Weiler Büel auf gut 800 Metern. Von dort geht es am Hang über Hueb und Dieterswil nach Blattenbach, mit Blick ins Jonatal und auf den Zürichsee. In Blattenbach steht das ehemalige Gasthaus „Zum roten Schwert“ von 1621. Über Töbeli führt der Weg um Rüti herum und hinunter nach Rapperswil.

Morgen erwartet dich

In Rapperswil steht der Zürichsee zwischen dir und Einsiedeln, und du gehst einfach darüber: auf einem Holzsteg von 841 Metern, an der Stelle, wo Pilger schon im Mittelalter über den See gingen. Davor wartet eine Pilgerherberge in der Altstadt, die Freiwillige betreiben. Achtung, sie schließt am 31. Oktober.

Tiefer eintauchen: Ein Tal, das Löffel schnitzte

Ein kurzer Text, falls du noch mehr über Steg erfahren willst. Etwa zwei Minuten Lesezeit.

Die Herren von Stäge

Steg ist ein alter Name. Im dreizehnten Jahrhundert tauchen die Herren von Stäge in den Urkunden auf, zwischen 1232 und 1257. Einer von ihnen, Hugo, war Vogt der Kyburger Grafen. Westlich des Dorfes, auf einem Hügel, der Burgböhl heißt, vermutet man ihre Burg. Ein Chronist des sechzehnten Jahrhunderts berichtet von einer verfallenen Burg. Später sollen die letzten Mauern für einen Bauernhof abgetragen worden sein. Heute ist dort nur ein Plateau mit Wall und Graben.

Arm, aber nicht still

1425 kaufte die Stadt Zürich die Rechte an Fischenthal, und das Tal wurde Zürcher Hinterland. Das Tal war arm. Viele Kleinbauern verdienten sich etwas dazu, indem sie Holzlöffel schnitzten. Daher nennt man die Gegend bis heute das Chellenland, das Land der Kochlöffel. Im neunzehnten Jahrhundert kam die Industrie. Die Töss trieb Spinnereien und Webereien an, und am 15. Oktober 1876 wurde die Bahn durch das Tal eröffnet. Seither ist Steg an die Welt angeschlossen, und für Pilger ist das bis heute der größte Vorteil des Dorfes.

Was Steg dir mitgibt

Steg ist kein Ort, an dem man lange bleibt. Er ist der Ort, an dem der erste Berg der Via Jacobi hinter dir liegt. Du hast heute den Thurgau verlassen, das Hörnli überquert und bist im Kanton Zürich. Morgen siehst du zum ersten Mal den See.

Übernachten in Steg im Tösstal

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