Jakobsweg Nürnberg–Ulm
Der Jakobsweg Nürnberg–Ulm führt in 219,9 Kilometern von der Kirche St. Jakob in Nürnberg zum Ulmer Münster an der Donau, über Schwabach, Abenberg, Gunzenhausen, den Hahnenkamm, Oettingen, Nördlingen, die Kartause Christgarten, das Härtsfeld bei Neresheim und Giengen an der Brenz. Ausgearbeitet wurde er zwischen 1995 und 1999 nach zwei Berichten spätmittelalterlicher Jakobspilger, entlang einer alten Reichsstraße. Zehn Etappen, 2.565 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 639 Meter auf dem Härtsfeld, mittendrin gut 37 Kilometer durch einen Meteoritenkrater. In Ulm übernimmt der Oberschwäbische Jakobsweg Richtung Bodensee.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Der Daniel ist aus Kraterstein gebaut – und Apollo 14 übte nebenan für den Mond
- 08Highlights am Weg
- 09Rieter-Land: eine Nürnberger Pilgerfamilie am ersten Wegtag
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kirche St. Jakob in Nürnberg / Ulmer Münster an der Donau
- Länge: 219,9 km; die ersten rund 12 km aus Nürnberg hinaus auf derselben Trasse wie der Jakobsweg Nürnberg–Eichstätt
- Dauer: 10 Etappen, Ø 22 km; wer kürzere Tage will, plant 11 bis 12
- Höhenmeter: ↗ 2.565 m / ↘ 2.398 m
- Höchster Punkt: 639 m bei km 158,3 auf dem Härtsfeld zwischen Auernheim und Fleinheim; tiefster Punkt 312 m in Nürnberg
- Landschaft: Wälder und Hügelland Mittelfrankens, der Jurarücken des Hahnenkamms, die Ebene des Ries, zuletzt Härtsfeld, Brenztal und Lontal auf der Ostalb
- Markierung: Muschelzeichen, deren Gestaltung zwischen Bayern und Baden-Württemberg wechselt; GPS-Track mitnehmen
- Jakobus-Spuren: St. Jakob Nürnberg, seit 1209 Kirche des Deutschen Ordens; St. Jakobus in Unterreichenbach bei Schwabach, gotisch neu gebaut 1496; St. Jakob in Oettingen mit Chor von 1326 und Jakobusstatue vor dem Portal
- Unterkunft: Gasthöfe, Pensionen, Hotels und Jugendherbergen; klassische Pilgerherbergen sind auf dieser Strecke nicht belegt
- Anschlusswege: Oberfränkischer Jakobsweg in Nürnberg, Augsburger Jakobsweg ab Oettingen, Ostbayerischer Jakobsweg bei Christgarten, Neresheim – Neckartailfingen ab Neresheim, Oberschwäbischer Jakobsweg ab Ulm
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; im Frühjahr ist das Ries grün, im September sind Wege und Gasthöfe leer
- Pilgerpass: im Pilgerzentrum St. Jakob in Nürnberg, Stempel unterwegs in Kirchen und am Ziel im Ulmer Münster
Überblick
Der Jakobsweg Nürnberg–Ulm ist ein Weg, den man nachgeschlagen hat. Zwischen 1995 und 1999 wurde er, so die Zusammenfassung bei Wikipedia, „nach zwei Berichten spätmittelalterlicher Jakobspilger in enger Anlehnung an den Verlauf einer Reichsstraße erarbeitet“ – und gilt seitdem als Referenzprojekt für eine historisch genaue Route nach den Vorgaben des Europarats. Nürnberg war im 15. Jahrhundert eine Stadt der Fernreisenden: Der Arzt Hieronymus Münzer brach 1494 von hier zu einer Reise auf, die ihn bis Santiago führte, und die Patrizierfamilie Rieter, deren Dörfer am ersten Wegtag liegen, schickte ihre Söhne nach Jerusalem.
Dazwischen liegen 219,9 Kilometer, die dich durch drei sehr verschiedene Länder führen: erst mittelfränkisches Hügelland mit Fachwerk und Markgrafenkirchen, dann das Nördlinger Ries, ein Krater, den vor rund 14,6 Millionen Jahren ein Asteroid in die Alb geschlagen hat, zuletzt die schwäbische Ostalb mit Höhlen, Kloster und Donautal. Und dann das Ziel: Du gehst 219,9 Kilometer auf einen Turm zu, der bis zum 30. Oktober 2025 der höchste Kirchturm der Welt war. Seither ist die Sagrada Família in Barcelona höher – das Ulmer Münster mit seinen 161,53 Metern bleibt der höchste Kirchturm Deutschlands und für Pilger aus Franken das Tor zum Bodensee.
Andere Namen
Wir führen ihn als Jakobsweg Nürnberg–Ulm, so heißt er auch in den meisten Wegverzeichnissen. Weil er als Teilstück eines längeren Weges geplant wurde, liest du in Ortsbeschreibungen auch Jakobsweg Nürnberg–Bodensee oder Jakobsweg Nürnberg–Ulm–Konstanz. Englisch heißt er Way of St. James Nuremberg–Ulm. Nicht verwechseln solltest du ihn mit dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg: Der kommt aus Würzburg und endet ebenfalls am Ulmer Münsterplatz, ist aber ein eigener Weg.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du einen Jakobsweg mit Bahnhof am Start und am Ziel suchst und dazwischen Kleinstädte, in denen jeder Tag an einer Kirche endet, die sich lohnt. Ideal, wenn dich Geschichte quer durch die Epochen reizt: Römerkastelle am Limes, ein Kloster aus dem Jahr 752, eine Reichsstadt mit geschlossener Mauer, Balthasar Neumanns letzte große Kirche, Eiszeitkunst und ein gotischer Turm von 513 Jahren Bauzeit. Und ideal als erster längerer Pilgerweg: Keine Etappe ist technisch schwierig.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft wie in Spanien erwartest: Du gehst hier oft tagelang allein, abends sitzt du im Gasthof, nicht im Schlafsaal. Nichts für dich, wenn du mit Herbergspreisen rechnest – du zahlst Pensionspreise und solltest die Betten in Wernfels, Heidenheim und Nerenstetten vorher reservieren. Und nichts für dich, wenn dich lange Feldwege ohne Schatten zermürben: Im Ries ist im Juli der Mais die einzige Deckung.
Streckenverlauf & Landschaft
Nürnberg bis Heidenheim (km 0–84,6): Von St. Jakob gehst du nach Süden aus der Stadt, die ersten rund 12 Kilometer gemeinsam mit dem Weg nach Eichstätt, dann über Kornburg (km 13,8) mit dem Wasserschloss der Rieter nach Schwabach (km 24,2). Westlich der Stadt beginnt das Hügelland: über Kammerstein (km 32,0) und Abenberg (km 39,0) nach Wernfels (km 48,5) und hinauf nach Kalbensteinberg (km 53,5). Über Brombach (km 61,7) streifst du den Rand des Fränkischen Seenlands und erreichst Gunzenhausen (km 67,9) an der Altmühl. Dann wird es jurassisch: über das Römerkastell von Gnotzheim (km 77,7) hinauf auf den Hahnenkamm nach Heidenheim (km 84,6).
Heidenheim bis Ulm (km 84,6–219,9): Über Hohentrüdingen (km 89,6) steigst du ab ins Ries, über Hainsfarth nach Oettingen (km 102,6). Durch die Kraterebene geht es über Maihingen (km 114,4) und Wallerstein (km 121,4) nach Nördlingen (km 128,1); Reimlingen bleibt knapp einen Kilometer östlich liegen. Am Südrand des Kraters führt das Kartäusertal nach Christgarten (km 139,7), dann geht es hinauf aufs Härtsfeld: an Neresheim (km 152,3) vorbei, das selbst gut einen halben Kilometer neben der Trasse liegt, über Auernheim und den höchsten Punkt bei km 158,3 hinunter ins Brenztal nach Giengen (km 173,4). Über Hürben und Stetten ob Lontal (km 184,8) folgst du dem Lontal, dann über Nerenstetten (km 195,1), Albeck (km 203,1) und Oberelchingen (km 209,0) mit seiner Klosterkirche hinunter an die Donau nach Ulm (km 219,9).
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 10 Etappen zwischen 16 und 26 Kilometern; Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 219,9 km kalibriert. Wer kürzere Tage will, übernachtet zusätzlich in Abenberg, Wallerstein oder Albeck.
- Nürnberg → Schwabach (24,2 km) — aus der Stadt über Kornburg in die Goldschlägerstadt.
- Schwabach → Wernfels (24,3 km) — an St. Jakobus in Unterreichenbach vorbei über Kammerstein und Abenberg ins Rezattal; Wernfels ist klein, Betten reservieren.
- Wernfels → Gunzenhausen (19,4 km) — hinauf zur Rieterkirche Kalbensteinberg, über Brombach und Frickenfelden an die Altmühl.
- Gunzenhausen → Heidenheim (16,7 km) — die kürzeste Etappe, über Gnotzheim auf den Hahnenkamm zum Münster des heiligen Wunibald.
- Heidenheim → Oettingen (18,0 km) — über Hohentrüdingen auf 587 Metern, dann der Abstieg ins Ries zur Residenzstadt.
- Oettingen → Nördlingen (25,5 km) — flach durch den Krater über Maihingen und Wallerstein; viel Feld, wenig Schatten.
- Nördlingen → Neresheim (24,2 km) — durchs Kartäusertal nach Christgarten und auf das Härtsfeld zur Abtei.
- Neresheim → Giengen an der Brenz (21,1 km) — über Auernheim und den höchsten Punkt auf 639 Metern hinunter ins Brenztal.
- Giengen an der Brenz → Nerenstetten (21,7 km) — über Hürben und durch das Lontal mit seinen Eiszeithöhlen auf die Albhochfläche.
- Nerenstetten → Ulm (24,8 km) — über Albeck und Kloster Oberelchingen hinunter an die Donau zum Münster.
Der Untergrund ist überwiegend Feld-, Wald- und Wirtschaftsweg, dazu Asphalt an den Stadträndern von Nürnberg, Schwabach und Ulm. Steil wird es nur kurz: auf den Hahnenkamm, aus dem Ries aufs Härtsfeld, hinunter nach Oberelchingen. Anstrengend sind eher die Länge der Riestage und die Nässe auf den Waldwegen der Alb nach Regen.
Der Daniel ist aus Kraterstein gebaut – und Apollo 14 übte nebenan für den Mond
Vor rund 14,6 Millionen Jahren schlug ein Asteroid von etwa anderthalb Kilometern Durchmesser zwischen Frankenalb und Schwäbischer Alb ein. Zurück blieb ein Krater von fast 25 Kilometern Durchmesser, das Nördlinger Ries – und du gehst mitten hindurch: von Oettingen am Nordostrand bis Christgarten am Südrand rund 37 Kilometer. Erst 1960 wiesen die amerikanischen Geologen Eugene Shoemaker und Edward Chao Coesit und Stishovit nach, Hochdruckformen des Quarzes, die nur bei einem Einschlag entstehen. Vom 10. bis 15. August 1970 kletterte dann die Crew von Apollo 14 durch die Steinbrüche des Ries, um Mondgestein erkennen zu lernen.
Das Gestein, das der Einschlag aufgeschmolzen und durcheinandergeworfen hat, heißt Suevit – und die Nördlinger haben ihre Hauptkirche daraus gebaut. St. Georg entstand von 1427 bis 1505, der Turm, den alle nur den Daniel nennen, war 1490 fertig und misst 89,9 Meter. Im Suevit stecken winzige Diamanten. Du stehst also, wenn du nach 350 Stufen auf der Galerie in 70 Metern Höhe angekommen bist, auf einem Turm aus Asteroidentrümmern und schaust über den Kraterrand, über den du am Morgen gekommen bist. Abends ab 22 Uhr ruft der Türmer bis Mitternacht jede halbe Stunde „So G'sell so!“ – nach der Legende, weil diese Worte 1440 einen Überfall auf die Stadt verhinderten.
Den ersten Kraterstein siehst du schon vorher: Der Bergfried von Hohentrüdingen, heute Kirchturm, ist zum Teil aus Riesbrekzie gemauert. Praktisch heißt das: Plane in Nördlingen einen halben Tag ein – für den Turm, die 2,6 Kilometer Stadtmauer von 1327 und das Rieskrater-Museum. Seit 2022 ist das Ries UNESCO-Geopark.
Highlights am Weg
- St. Jakob Nürnberg (km 0) — seit 1209 Kirche des Deutschen Ordens, mit Pilgerzentrum, Pilgerausweisen und dem ersten Stempel.
- Schwabach (km 24,2) — Stadtkirche mit dem Hochaltar aus der Werkstatt Michael Wolgemuts von 1508; im Gasthaus Goldener Stern entstanden im Oktober 1529 die Schwabacher Artikel, eine Vorstufe der Confessio Augustana.
- Abenberg (km 39,0) — Burg mit Klöppelmuseum; Grab der seligen Stilla, gestorben um 1140, seliggesprochen 1927.
- Kalbensteinberg (km 53,5) — die Rieterkirche St. Marien und Christophorus, gebaut von 1464 bis 1488, um 1610 von den Rietern neu ausgestattet.
- Gunzenhausen (km 67,9) — 823 erstmals erwähnt; die Stadtkirche St. Maria von 1448 bis 1496 steht auf einem Römerkastell am Limes, seit 2005 Welterbe.
- Heidenheim (km 84,6) — 752 gründete der angelsächsische Mönch Wunibald hier ein Kloster, nach seinem Tod 761 leitete seine Schwester Walburga es als Doppelkloster; das romanische Münster wurde zwischen 1182 und 1188 geweiht.
- Oettingen (km 102,6) — Residenzstadt zweier Fürstenlinien von 1522 bis 1731, mit konfessionell geteilten Straßenseiten; am Schlossplatz St. Jakob mit Chor von 1326 und der Jakobusstatue, an der der Augsburger Jakobsweg beginnt.
- Nördlingen (km 128,1) — begehbare Stadtmauer, St. Georg mit dem Daniel, Heilig-Geist-Spital von 1233.
- Christgarten (km 139,7) — 1383 von den Grafen von Oettingen gegründete Kartause im Kartäusertal, 1649 aufgelöst; der Chor der Klosterkirche ist heute Dorfkirche.
- Abtei Neresheim (km 152,3) — 1095 gegründet, Abteikirche von 1750 bis 1792 nach Plänen Balthasar Neumanns; seit 1920 wieder Benediktiner.
- Giengen an der Brenz (km 173,4) — Heimat von Margarete Steiff, die 1880 ihre Spielwarenfirma gründete; In Hürben die 587 Meter lange Charlottenhöhle.
- Lontal bei Stetten (km 184,8) — in der Vogelherdhöhle bei Niederstotzingen fand Gustav Riek 1931 Elfenbeinfiguren von rund 40.000 Jahren, darunter ein 4,8 Zentimeter großes Wildpferd; seit 2017 UNESCO-Welterbe.
- Kloster Oberelchingen (km 209,0) — am 14. Oktober 1805 tobte davor die Schlacht bei Elchingen, abends nahm Napoleon im Kloster Quartier.
- Ulmer Münster (km 219,9) — Grundstein am 30. Juni 1377, Turm vollendet am 31. Mai 1890, 161,53 Meter; Pilgerstempel im Münster.
Rieter-Land: eine Nürnberger Pilgerfamilie am ersten Wegtag
Zwei Orte am Anfang des Weges gehören zusammen, obwohl 40 Kilometer zwischen ihnen liegen. 1447 kaufte der Nürnberger Patrizier Peter Rieter Kornburg; die Familie baute die Burg zum Wasserschloss aus und ließ die Kirche St. Nikolaus nach der Zerstörung von 1632 als Markgrafenkirche wieder errichten. In Kalbensteinberg steht ihre Kirche, die man bis heute Rieterkirche nennt. Die Rieter waren Fernreisende: Sebald Rieter fuhr 1479 mit dem späteren Bürgermeister Hans Tucher über Rom und Zypern ins Heilige Land, Joachim Rieter reiste durch Frankreich, Spanien und Italien und wurde 1608 in Jerusalem zum Ritter geschlagen. Ehrlich gesagt: Ein Santiago-Pilger ist aus dieser Familie nicht belegt – Jerusalem war ihr Ziel, nicht Compostela.
Und doch erklären die Rieter, warum dieser Weg ausgerechnet hier entlangführt. Nürnberger Kaufleute und Pilger des 15. Jahrhunderts reisten auf den Reichsstraßen, und an einer solchen Straße nach Südwesten orientiert sich die Route von 1995 bis 1999. Als 1753 der letzte Rieter starb, fielen Kornburg und Kalbensteinberg nach dem Willen der Familienstiftung an das Heilig-Geist-Spital in Nürnberg.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Nürnberg ist ein Knoten. Aus dem Nordosten kommt der Oberfränkische Jakobsweg von Hof über Bayreuth bis St. Jakob, 181,1 Kilometer; vor Kalchreuth mündet in ihn der Jakobsweg Erfurt–Nürnberg ein. An St. Jakob hast du dann die Wahl zwischen drei Wegen:
- Jakobsweg Nürnberg–Ulm — dieser Weg, durch das Ries an die Donau
- Jakobsweg Nürnberg–Eichstätt — ins Altmühltal zur Bischofsstadt; die ersten rund 12 Kilometer gehen beide Wege gemeinsam
- Mittelfränkischer Jakobsweg — nach Westen über Heilsbronn nach Rothenburg ob der Tauber
Unterwegs stoßen zwei weitere Wege dazu. Zwischen Wallerstein und Nördlingen läufst du ein Stück auf derselben Trasse wie die Via Romea Germanica, der Romweg von Stade über das Ries nach Süden. Und bei Christgarten mündet der Ostbayerische Jakobsweg aus dem Bayerischen Wald und über Donauwörth ein; bis Neresheim gehen beide gemeinsam.
Weiterpilgern?
In Ulm endet der Weg am Münster – und vom Münsterplatz geht es weiter. Der Oberschwäbische Jakobsweg führt in 167,6 Kilometern über Biberach, Steinhausen, Weingarten und Ravensburg nach Meersburg und mit der Fähre über den Bodensee nach Konstanz, wo die Via Jacobi durch die Schweiz Richtung Genf übernimmt. Am Münsterplatz endet auch der Fränkisch-Schwäbische Jakobsweg aus Würzburg.
Zwei Abzweige liegen schon unterwegs. In Oettingen beginnt an der Jakobusstatue der Augsburger Jakobsweg, über Augsburg ins Allgäu. Und in Neresheim zweigt nach Westen Neresheim – Neckartailfingen ab, über die Alb an den Neckar.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in Pilgerquartieren zu übernachten und am Ende in Santiago die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; das Pilgerzentrum an St. Jakob in Nürnberg gibt ebenfalls Pilgerausweise aus. Stempel gibt es in Pfarrämtern und Tourist-Infos, am Ziel im Münster. Am einfachsten planst du den Weg direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Übernachten. Klassische Pilgerherbergen mit Schlafsaal sind auf dieser Strecke nicht belegt. Du schläfst in Gasthöfen, Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels, in Nürnberg auch in der Jugendherberge auf der Kaiserburg mit 353 Betten. In Wernfels, Heidenheim, Nerenstetten und Christgarten ist das Angebot dünn – reserviere dort ein bis zwei Tage vorher. Die Abtei Neresheim nimmt nur Männer ab 18 als Klausurgäste auf; sonst schläfst du dort im Gasthof.
Wege und Jahreszeit. Die Markierung wechselt zwischen Franken, Ries und Württemberg ihr Aussehen; in Ortschaften hilft der Track in der App. Beste Zeit ist Mai bis Oktober. Im Hochsommer ist die Riesebene heiß, im Spätherbst haben viele Landgasthöfe Ruhetage.
Was dich der Weg kostet
Die Credencial kostet wenige Euro, Stempel sind kostenlos. Gasthöfe und Pensionen in den Etappenorten liegen grob bei 45 bis 75 € im Einzelzimmer mit Frühstück, im Doppelzimmer pro Person meist darunter; in Nürnberg, Nördlingen und Ulm mehr (Stand: Oktober 2026).
Rechne mit 60 bis 90 € pro Tag für Zimmer, Abendessen im Gasthof und Proviant aus dem Supermarkt. Zu zweit im Doppelzimmer sind es eher 50 bis 70 € pro Person. Mit dem Deutschland-Ticket für 63 € im Monat sind An- und Abreise im Regionalverkehr abgedeckt, ebenso alle Abbrüche und Etappensprünge mit Regionalzug (Stand: Oktober 2026).
Anreise
Zum Start. Nürnberg Hauptbahnhof hat ICE-Verbindungen aus allen Richtungen, der Flughafen Nürnberg ist per U-Bahn angebunden. Von St. Jakob bist du in rund zehn Minuten zu Fuß am Hauptbahnhof.
Unterwegs und vom Ziel. Schwabach ist per S-Bahn mit Nürnberg verbunden, Gunzenhausen, Nördlingen und Giengen an der Brenz haben Bahnhöfe; Oettingen hat keinen, von Nördlingen fährt ein Regionalbus. Neresheim erreichst du per Bus. Ulm Hauptbahnhof liegt an der ICE-Strecke Stuttgart–München, wenige Minuten vom Münster.
- Bahn: bahn.de — Verbindungen nach Nürnberg und ab Ulm
- Deutschland-Ticket: bahn.de/deutschland-ticket — Regionalverkehr bundesweit
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