Camino de El Rocío a Santiago de Compostela auf der Karte

Camino de El Rocío a Santiago de Compostela

Ein junger Jakobsweg aus Andalusien: 220,1 Kilometer von der Ermita del Rocío in Doñana über die Weinorte des Condado, die Minenlandschaft am Río Tinto und die Sierra de Aracena bis Zafra, wo die Vía de la Plata beginnt.

24. Oktober 202619 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Ermita del Rocío (Almonte, Huelva) / Zafra (Badajoz), an der Vía de la Plata
  • Länge: 220,1 km
  • Dauer: 13 Etappen nach der Guía des Weges, von 3,7 bis 34,3 km; zusammengefasst etwa 10 Wandertage
  • Höhenmeter: ↗ 3.349 m / ↘ 2.845 m
  • Tiefster / höchster Punkt: 6 m in El Rocío / 778 m kurz hinter Fuentes de León
  • Landschaft: Marschen und Sand am Rand von Doñana, Weinberge und Olivenhaine des Condado, die weite Pata del Caballo, Tagebaue und roter Fluss bei Nerva, Steineichen und Kastanien der Sierra de Aracena, zuletzt die Dehesas der Extremadura
  • Markierung: Fliesen mit Pfeilen, gelb Richtung Santiago, grün Richtung El Rocío; die erste Fliese hängt am Eingang der Ermita
  • Unterkunft: in fast jedem Ort eine Acogida municipal, also eine Gemeindeunterkunft für Pilger nach Voranmeldung; Pilgerherbergen in Puerto Moral, Cañaveral de León, Valencia del Ventoso und Zafra
  • Anschlusswege: Camino del Sur aus Huelva mündet am Embalse de Aracena ein, in Zafra die Vía de la Plata
  • Stempel: Pilgerstelle im Santuario del Rocío, danach Rathäuser, Pfarreien und Bars, Ort für Ort in der Guía
  • Beste Zeit: Oktober bis April; nicht in der Woche der Romería zu Pfingsten

Überblick

Die meisten Jakobswege enden an einem Wallfahrtsort. Dieser beginnt an einem. Die Ermita del Rocío steht im Sand am Rand der Marschen von Doñana, und jedes Jahr zu Pfingsten kommen rund eine Million Menschen zur Romería. Ein paar Rocieros wollten mehr: zu Pferd weiter bis zum Apostel. Aus dieser Idee wurde ein Weg. 2021 gründete sich der Verein der Amigos del Camino de El Rocío a Santiago de Compostela, und im Dezember 2022 zogen die ersten Pilger der „I Peregrinación Rociero-Jacobea“ durch Nerva.

Auf 220,1 Kilometern steigst du von 6 Metern über dem Meer auf 778 Meter. Dazwischen liegt fast alles, was die Provinz Huelva zu bieten hat: die Weinorte des Condado, die einsame Pata del Caballo, die Minen am Río Tinto und die Wälder der Sierra de Aracena. Hinter Corteconcepción trifft der Weg auf den Camino del Sur und geht mit ihm in die Extremadura, über Fuentes de León und Valencia del Ventoso bis nach Zafra. Dort beginnt die Vía de la Plata.

Andere Namen

Camino del Rocío a Santiago, Camino Rociero-Jacobeo, in der Presse auch Camino de El Rocío. Nicht verwechseln mit den vielen „Caminos del Rocío“, auf denen die Hermandades zu Pfingsten zur Ermita ziehen: Die führen hin, dieser führt weg.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal ist der Weg für Pilger, die Spanien abseits der bekannten Routen suchen und gern allein gehen. Wer schon die Vía de la Plata kennt oder sie gehen will, findet hier einen eigenständigen Auftakt mit einer starken Geschichte: von der Virgen del Rocío zum Apostel. Er funktioniert auch zu Pferd und mit dem Rad, so wurde er von Anfang an gedacht.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergen mit festen Öffnungszeiten, Infrastruktur und andere Pilger erwartest. Der Weg ist jung. Geschlafen wird meist in Gemeindeunterkünften, die du vorher anrufen musst, in Tujena gibt es keinen Laden und keine Bar, und zwischen Tujena und Berrocal liegen 34 Kilometer ohne Ort, nur mit der Casa Forestal de Las Contiendas im ersten Drittel. Im Sommer ist er in der Ebene zu heiß.

Streckenverlauf & Landschaft

Der Weg beginnt am Portal des Santuario, unter der Pilgermuschel, und führt durch Sand und Pinien von der Marisma weg. Nach Almonte gehst du auf dem Camino de Los Llanos, demselben Weg, auf dem die Virgen del Rocío alle sieben Jahre in ihre Stadt getragen wird, durch Erdbeerfelder, das „rote Gold“ von Huelva, und Pinienwälder parallel zur A-483. Durch Obstplantagen, Getreidefelder und Weinberge geht es nach Bollullos Par del Condado, dessen Pfarrkirche dem Apostel Santiago geweiht ist, und nach Villalba del Alcor, wo die Kirche San Bartolomé in einem ehemaligen almohadischen Ribat steht und den Simpecado der örtlichen Hermandad del Rocío hütet. Bei der Aldea de Tujena, die zu Paterna del Campo gehört, verlässt der Weg die Ortschaften und steigt in die Pata del Caballo auf, ein weites Wald- und Jagdgebiet auf dem Gemeindegebiet von Escacena del Campo.

Berrocal, auf 305 Metern im westlichen Andévalo zwischen den Sierras de Alabarderos, de Enmedio und de la Picota, ist der Balkon über dem Río Tinto, und hier beginnt die Cuenca Minera. Auf einer alten Römerstraße steigst du zur Brücke Puente del Cachán ab, dann folgt der Weg dem Fluss, dessen Tal als Paisaje Protegido geschützt ist, bis zur Estación de Los Frailes. Über einen Bergweg geht es nach Las Delgadas, an Minas de Riotinto vorbei, das gut einen Kilometer abseits liegt, und über den Monte Sorromero nach Nerva. Auf dem Weg nach La Granada de Río-Tinto empfiehlt der Verein einen Besuch an der Quelle des Río Tinto und an der Peña del Hierro. Danach wird es grüner und höher: Über die Sierras del Padre Caro, de Enmedio und de la Hoya kommst du in die Dehesas des iberischen Schweins, zwischen Steineichen, Korkeichen, Kastanien und Eichen im Osten des Naturparks Sierra de Aracena y Picos de Aroche. Ein Stück folgst du dem Río Odiel, dann erreichst du Valdezufre, einen Ortsteil von Aracena mit der Ermita de Santa Marina, und Puerto Moral. Die Gegend ist für ihren Schinken mit Herkunftsbezeichnung bekannt. Hinter Corteconcepción mündet am Embalse de Aracena der Camino del Sur aus Huelva ein. Gemeinsam geht es über Cañaveral de León nach Fuentes de León in die Extremadura. Kurz dahinter erreichst du mit 778 Metern den höchsten Punkt des Weges. Dann geht es durch die Dehesas über Segura de León und Valencia del Ventoso nach Zafra.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die Etappen folgen der Guía des Weges, die der Verein mit der Diputación de Huelva herausgibt: 13 Abschnitte, jeder mit einer Schwierigkeitsstufe von „Baja“ bis „Alta“. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte und sind exakt auf 220,1 km kalibriert, sie liegen deshalb etwas über den Angaben der Guía (211 km). Die ersten vier Tage sind flach, ab Tujena wird es wellig, ab Berrocal bergig. Drei Etappen sind sehr kurz, zwei sehr lang; die Guía selbst schlägt vor, die 38 Kilometer von Cañaveral de León nach Valencia del Ventoso in Segura de León zu teilen.

  1. El Rocío → Almonte (17,0 km) — Schwierigkeit Baja. Vom Portal des Santuario durch das Dorf und auf dem Camino de Los Llanos durch Erdbeerfelder und Pinien, parallel zur A-483. Über die A-474 in die Calle Camino de Los Llanos, am Festgelände El Chaparral und am Monumento a Las Yeguas vorbei bis zur Parroquia de la Asunción an der Plaza Virgen del Rocío.
  2. Almonte → Bollullos Par del Condado (9,0 km) — Schwierigkeit Baja. Hinter der Pfarrkirche durch die Calle Antonio Machado zum Sportzentrum und auf dem Camino de Bollullos zwischen Oliven, Reben und Getreide, parallel zur Nationalstraße. Ziel ist die Parroquia de Santiago Apóstol, der Apostel ist Patron des Ortes.
  3. Bollullos Par del Condado → Villalba del Alcor (10,4 km) — Schwierigkeit Baja. Über die Plaza Ocho de Marzo zum Arroyo de la Cerrada und auf dem Camino de los Vendimiadores, unter der Autobahn A-49 hindurch, über die Cañada Traviesa und an der Hacienda La Hincosa vorbei. Durch die Calles Bollullos, Reliquias und Santa María zur Plaza de la Constitución vor San Bartolomé.
  4. Villalba del Alcor → Tujena (13,8 km) — Schwierigkeit Baja. Über die A-472, den Arroyo de los Morantes und die Bahnlinie Huelva–Sevilla auf die Vereda de Niebla, einen alten Viehweg, dem du 5,5 Kilometer folgst. Tujena ist eine Aldea von Paterna del Campo mit der Kapelle San Isidro, aber ohne Laden und Bar: Proviant für zwei Tage mitnehmen oder in Paterna einkaufen.
  5. Tujena → Berrocal (34,3 km) — Schwierigkeit Alta. Zwischen Olivenhainen zum Río Corumbel, auf dem Camino de Los Costales zum Haupttor der Pata del Caballo und auf der Forstpiste durch Eukalyptus, Pinien, Korkeichen, Steineichen und Erdbeerbäume. Im ersten Drittel die Casa Forestal de Las Contiendas, ein altes Forsthaus, der einzige Rastplatz. 2,5 Kilometer vor Berrocal auf die Straße.
  6. Berrocal → Nerva (19,6 km) — Schwierigkeit Fácil. Von der Kirche San Juan Bautista durch die Calle del Pozo zum Aussichtsbalkon, auf der alten Römerstraße hinunter zur Puente del Cachán über den Río Tinto, dann auf der Vía Verde bergauf zur Estación de Los Frailes und entlang der alten Minenbahn zu den Ruinen von Zarandas. Über die HV-5015 zur Station der Touristenbahn, unter der A-476 hindurch zum Rathaus von Nerva.
  7. Nerva → La Granada de Río-Tinto (14,4 km) — Schwierigkeit Media-alta. Durch die Avenida de la Reú und die Calle Argentina nach Los Huertecillos, wo die Bäche von Mineralien gefärbt sind, zur Straße an die Quelle des Río Tinto und auf der HV-5011, heute Forstpiste, über die Sierra del Padre Caro. Steil am Anfang, mit Blick zurück auf Nerva; dann Steineichen und Korkeichen bis zur Kirche von La Granada, dem früheren La Alfilla.
  8. La Granada de Río-Tinto → Valdezufre (17,4 km) — Schwierigkeit Media-alta. Über die A-461 und knapp fünf Kilometer auf dem Camino de Aracena zum Río Odiel, auf dem Camino de La Mimbrera durch mehrere Gatter und über den Arroyo de Los Madroñuelos, dann über den Odiel und steil zwischen den Barrancos de Los Allegaderos und Las Cortecillas hinauf. Rast an der Ermita de Santa Marina, dann unter der N-433 hindurch nach Valdezufre.
  9. Valdezufre → Puerto Moral (3,9 km) — Schwierigkeit Baja. Durch die Calle Mar und die Calle Vald Real auf den Sendero de La Umbría, 1,5 Kilometer bis zur HU-8130, am Kreuz mit der HV-3105 auf den Sendero de Belén, an den Wassermühlen Regina und Tolete im Barranco de La Madrona vorbei nach Puerto Moral, einem der „Pueblos Mágicos de España“. Ziel ist die Kirche San Pedro y San Pablo.
  10. Puerto Moral → Corteconcepción (3,7 km) — Schwierigkeit Baja. Durch die Calles Rábida und La Seda zurück auf den Weg, zwischen Trockenmauern, die die Weiden der Ibérico-Schweine einfassen. 350 Meter nach der HV-3105 an der Gabelung rechts. Corteconcepción nennt sich Vorreiter des Schinkens; Ziel ist die Ermita de San Juan.
  11. Corteconcepción → Cañaveral de León (20,8 km) — Schwierigkeit Media. Von der Ermita de San Juan im Ortsteil Puerto Gil auf der HU-3124 um den Embalse de Aracena. Nach 3,8 Kilometern mündet der Camino del Sur aus Huelva ein. Über die Brücke der Rivera de Huelva zum Rastplatz am Stausee, weitere 3,8 Kilometer bis zum Camino de Las Ventas links, dann auf dem Camino de La Dehesa nach Cañaveral, dem letzten Ort in Andalusien, mit frisch renovierter Herberge direkt am Weg.
  12. Cañaveral de León → Valencia del Ventoso (33,5 km) — Schwierigkeit Media-alta. Die Guía teilt den Tag in Segura de León. 500 Meter hinter Cañaveral wählst du nach Fuentes de León die Straße (9 km) oder den Bergweg (14 km); die Camino-Ninja-Karte folgt dem Bergweg über den höchsten Punkt, 778 Meter. Von Fuentes eine Stunde auf der Nationalstraße nach Segura de León, an der Ermita de los Remedios vorbei zum Charco Hondo, über die Straße Bodonal–Fuente de Cantos, an der Casa Cantalgallo vorbei durch eine Steingasse, über die Bahnlinie und am Llano de Cuchilleros entlang nach Valencia.
  13. Valencia del Ventoso → Zafra (22,3 km) — Schwierigkeit Media. Am Restaurante Fuentenueva auf den Camino del Túnel, an drei Gabelungen links, rechts, links, bis zum Río Bodión, durch zwei Gatter an einem Haus auf der Höhe vorbei, immer den Schildern „Monteviejo“ nach, kurz vor der Bahnlinie scharf links, über die Ribera Atarja nach Medina de las Torres. Zwei Kilometer auf der Straße, dann auf dem Camino de la Plata durch die Calle Belén nach Zafra. Vor der Stierkampfarena steht der Monolith, an dem der Weg auf die Vía de la Plata aus Sevilla trifft.

Rocieros, die bis Santiago reiten wollten

Am Anfang stand keine Behörde, sondern ein Wunsch. Eine Gruppe von Rocieros wollte die Wallfahrt zur Virgen del Rocío mit der zum Apostel verbinden, und zwar zu Pferd. Im Juli 2021 gründeten sie den Verein der Amigos del Camino de El Rocío a Santiago de Compostela, der wenige Monate später schon über 100 Mitglieder hatte. Die Hermandad Matriz von Almonte unterstützt den Weg, ebenso die Diputación de Huelva und die Gemeinden. Schon im Februar 2020 hatten Reiter im Rathaus von Berrocal ihre Pilgerausweise stempeln lassen und ein Bild der Virgen del Rocío dagelassen.

Im Dezember 2022 brachen die ersten Pilger der „I Peregrinación Rociero-Jacobea“ auf, zu Fuß, zu Pferd und mit dem Rad. In Nerva hingen zu diesem Anlass die ersten Fliesen mit Pfeilen. Der Vereinspräsident sagte über die Minenlandschaft: „Estos paisajes son una maravilla. Es una recompensa más al tremendo esfuerzo que realizan los peregrinos.“ Offiziell anerkannt ist der Weg noch nicht. Dafür braucht er nach den Regeln des Domkapitels von Santiago und der spanischen Föderation der Jakobusvereine eine endgültige Trasse, Rastplätze, Herbergen und Anlaufstellen.

Der Verein bringt die Idee in seinem Faltblatt auf eine Formel: „Huelva es tierra santiaguista. Huelva es tierra rociera. Y es que Huelva es tierra peregrina.“ Der Weg verbindet die Kathedrale von Santiago mit dem Santuario Nacional de Nuestra Señora del Rocío, für den Verein die zwei wichtigsten Wallfahrtsstätten Spaniens. Beide sind Jubiläumsorte, an denen Pilger einen Ablass erlangen können. Darum ist der Weg in beide Richtungen gedacht: Wer hier losgeht, verlässt einen Wallfahrtsort, um zum nächsten zu gehen, und wer aus Santiago kommt, folgt den grünen Pfeilen zurück nach El Rocío.

Drei Dörfer heißen „de León“ – und keines liegt in León

Cañaveral de León, Fuentes de León, Segura de León: Wer die Etappenliste liest, könnte meinen, der Weg mache einen Umweg nach Nordspanien. Der Name meint aber kein Land, sondern eine Ordensprovinz. Der Santiagoorden gliederte seine Besitzungen in eine Provinz Kastilien und eine Provinz León, und diese Sierra gehörte zu León. 1247 und 1248 eroberten christliche Truppen Fuentes de León und übergaben es dem Orden; 1274 gab Ordensmeister Pelay Pérez Correa dem Rat von Segura de León sein Siedlungsrecht. Segura wurde Sitz der Encomienda Mayor de León, der Großkomturei – ein Rang, auf den große Namen als Comendadores Mayores ernannt wurden. Die Burg, die der Orden über dem Ort baute, steht noch heute.

Das jüngste der drei Dörfer ist Cañaveral. König Philipp II. löste es am 30. Dezember 1588 von Fuentes de León und machte es zur eigenen Villa; im Zensus von 1594 steht es in der Provinz León des Santiagoordens. Dann kam die Verwaltungsreform von 1833 und schlug Cañaveral der Provinz Huelva zu. Seitdem liegt ein Dorf namens „de León“ in Andalusien, sein Nachbar mit demselben Namenszusatz sieben Kilometer weiter in der Extremadura – und du gehst zwischen beiden über eine Grenze, die der Orden nie gezogen hat.

Für den Weg heißt das: Die Jakobus-Spuren auf diesem Abschnitt sind keine Pilgerspuren, sondern Herrschaftsspuren. Das Jakobuskreuz, das rote Schwert mit Lilienenden, findest du in Ortswappen, über Portalen und auf den Mauern der Burgen; in Valencia del Ventoso steht die Casa de la Encomienda sogar im Gemeindewappen. Plane in Segura de León eine Stunde für den Aufstieg zur Burg ein und frag im Rathaus nach den Öffnungszeiten; Mitte September feiert der Ort die Capeas mit rund 150 Jungstieren in den Gassen.

Highlights am Weg

  • Ermita del Rocío — Wallfahrtskirche der Virgen del Rocío, der heutige Bau 1964 begonnen, 1969 gesegnet, 1980 vollendet; schon um 1270 ließ Alfons X. hier eine erste Einsiedelei bauen.
  • Das Dorf El Rocío und Doñana — Straßen aus Sand, Häuser der Hermandades, der Paseo Marismeño mit seinen Vogelbeobachtungsständen, dazu das Besucherzentrum La Rocina und der Palacio del Acebrón am Rand des Nationalparks.
  • Almonte — Parroquia de la Asunción, Museo de la Villa, Capilla del Cristo und das Monumento a Las Yeguas, das Denkmal für die Stuten der Marisma.
  • Condado de Huelva — Bollullos Par del Condado mit der Santiago-Pfarrkirche, dem Weinmuseum und seinen Bodegas (D.O. Condado de Huelva); Villalba del Alcor mit San Bartolomé im almohadischen Ribat, dem Convento de San Juan Bautista und dem Hospital de la Misericordia.
  • Paterna del Campo — rund um die Aldea de Tujena die Ermita de San Isidro, die Burg von Alpízar, die Ausgrabung Tejada la Nueva und die Quelle La Fontanilla.
  • Pata del Caballo — eine der einsamsten Etappen in Andalusien: 34 Kilometer ohne Ort.
  • Berrocal — Kirche San Juan Bautista, die Kreuzkapellen Cruz de Arriba und Cruz de Abajo und der Mirador „Los Riscos Altos“ über dem Río Tinto.
  • Nerva und der Río Tinto — Bergbaustadt am roten Fluss, die erste mit Wegfliesen; Museo Vázquez Díaz, die Quelle des Río Tinto, die Peña del Hierro und der Tagebau Cerro Colorado. Das Flusstal ist als Paisaje Protegido geschützt.
  • Sierra de Aracena — Steineichen, Korkeichen und Kastanien zwischen La Granada und Cañaveral de León; die Ermita de Santa Marina bei Valdezufre, deren Kult galicische Siedler nach der Reconquista mitbrachten; die Wassermühlen Tolete und Regina und der botanische Garten Los Nogales in Puerto Moral; die Waschplätze von Puerto Gil und La Corte in Corteconcepción; die Laguna von Cañaveral de León.
  • Jakobus-Spuren in der Extremadura — Burgen und Kommenden des Santiagoordens in Segura de León, Fuentes de León und Valencia del Ventoso, dort die Casa Fuerte des Ordens, die Iglesia de la Esperanza und das alte Gefängnis des Concejo.
  • Zafra — Ziel des Weges und Tor zur Vía de la Plata: Palacio de los Duques de Feria, Stadtmauern und Tore, Plaza Grande und Plaza Chica, Colegiata de la Candelaria, das Museo de la Historia de la Medicina und das Hospital de Santiago von 1437.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der Camino de El Rocío a Santiago de Compostela ist ein Startweg: Er hat keinen Zubringer, du reist direkt nach El Rocío. Wer aus Huelva kommt, kann alternativ den Camino del Sur wählen, der über Niebla und Minas de Riotinto ebenfalls in die Sierra de Aracena führt. Er mündet 3,8 Kilometer hinter Corteconcepción am Embalse de Aracena in den Camino de El Rocío a Santiago de Compostela.

Weiterpilgern?

In Zafra, am Monolith vor der Stierkampfarena, beginnt für dich die Vía de la Plata, die über Mérida, Cáceres und Salamanca nach Santiago führt. Der Verein rechnet für den ganzen Weg von El Rocío bis Santiago mit 34 Etappen und rund 1.150 Kilometern.

Vorbereitung & Praktisches

Einen Pilgerausweis (Credencial) brauchst du wie auf allen spanischen Wegen. Die Pilgerstelle im Santuario del Rocío stellt ihn aus und setzt den ersten Stempel (Tel. 620 42 84 25, oficinadelperegrino@hermandadmatrizrocio.org). Danach stempeln Rathäuser, Pfarreien, Touristeninfos und Bars; in Nerva das Rathaus montags bis freitags, am Wochenende die Sociedad Centro Cultural. Die Compostela bekommst du erst in Santiago, wie überall ab 100 Kilometern zu Fuß oder zu Pferd und 200 Kilometern mit dem Rad.

Die Markierung besteht aus Kacheln mit Pfeilen: gelb in Richtung Santiago, grün zurück nach El Rocío. Weil der Weg jung ist, ist die Beschilderung nicht überall lückenlos. Lade dir die Camino-Ninja-Karte offline herunter. Die Guía des Weges, herausgegeben vom Verein mit der Diputación de Huelva, beschreibt jede Etappe Straße für Straße und nennt für jeden Ort Unterkunft, Stempelstelle und Sehenswertes. Für die Etappe über die Pata del Caballo brauchst du genug Wasser und Essen für 34 Kilometer; in Tujena gibt es nichts zu kaufen, der nächste Laden ist in Paterna del Campo.

Geschlafen wird auf diesem Weg vor allem in Gemeindeunterkünften, der Acogida municipal: Fast jedes Rathaus stellt Pilgern ein Quartier, aber nur nach Voranmeldung. Ruf also am Vortag an. Meide die Woche der Romería zu Pfingsten. Dann ist El Rocío voll, Unterkünfte sind auf Monate ausgebucht, und die Wege rund um das Dorf gehören den Hermandades mit Pferden und Wagen. Am einfachsten planst du deine Etappen direkt in der Camino Ninja App, in der du passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Schlafen und Stempeln, Ort für Ort

Nach der Guía des Weges (Stand: Oktober 2026). Die Telefonnummern gehören zu Rathäusern, Pfarreien und Bruderschaften, nicht zu Privatpersonen.

  • El Rocío — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung bei der Concejalía (959 451 503), dazu viele Hotels; Stempel in der Pilgerstelle des Santuario und bei der Concejalía
  • Almonte — Gemeindeunterkunft; Stempel im Rathaus, in der Touristeninfo und bei der Hermandad Matriz
  • Bollullos Par del Condado — Gemeindeunterkunft, Casa Vallejo (680 197 660), Hostal El Lirio; Stempel im Rathaus und in der Touristeninfo
  • Villalba del Alcor — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung; Stempel im Rathaus und in der Pfarrei
  • Tujena — Casa Hermandad San Isidro nach Anmeldung (617 666 558), dort auch der Stempel
  • Berrocal — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung im Rathaus (959 577 007); Stempel im Rathaus und in den Läden
  • Nerva — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung (959 580 150); Stempel im Rathaus montags bis freitags, samstags und sonntags in der Sociedad Centro Cultural
  • La Granada de Río-Tinto — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung (959 587 008); Stempel im Rathaus und in der Bar Jara y Encina
  • Valdezufre — Pfarrunterkunft nach Anmeldung (651 010 794); Stempel in der Capilla de San José und in der Bar Curro
  • Puerto Moral — Albergue municipal nach Anmeldung (959 120 089), Landhäuser; Stempel im Rathaus, in der Herberge, in der Bar Marry und in der Bar Kiosco
  • Corteconcepción — Gemeindeunterkunft nach Anmeldung (959 120 030), dazu Hotels; Stempel im Rathaus und im Jugendzentrum Zona Joven
  • Cañaveral de León — Albergue municipal nach Anmeldung (959 465 860); Stempel im Rathaus und im Bar Restaurante San Sebastián
  • Valencia del Ventoso — Hospedaje Municipal Refugio del Peregrino, Calle San Blas 30; Stempel im Rathaus (924 562 127)
  • Zafra — Albergue Convento de San Francisco und Herberge der Asociación Amigos del Camino de Santiago de Zafra; Stempel in den Herbergen und in der Touristeninfo (924 551 036)

Was dich der Weg kostet

Die Gemeindeunterkünfte machen diesen Weg günstig; was sie kosten, sagt die Guía nicht, frag beim Anmelden. Wo du lieber ein Zimmer nimmst, etwa in El Rocío, Bollullos, Corteconcepción oder Zafra, rechne mit 35 € für ein Einzel- und 60 € für ein Doppelzimmer in einer Landunterkunft (Beispiel Fuentes de León, Stand: Oktober 2026). Für etwa zehn Wandertage kommst du so auf 350 bis 600 € inklusive Essen, je nachdem, wie oft du in Gemeindeunterkünften schläfst.

Anreise

El Rocío liegt im Gemeindegebiet von Almonte an der Straße nach Matalascañas, etwa 70 Kilometer westlich von Sevilla. Die nächsten Flughäfen sind Sevilla und Faro.

Von Zafra aus kommst du mit Bus und Bahn weiter, oder du gehst gleich auf der Vía de la Plata Richtung Santiago weiter.

  • Bus: aus Sevilla und Huelva nach El Rocío (Linien Richtung Matalascañas)
  • Bahn: keine Bahn nach El Rocío; nächster Bahnhof in La Palma del Condado
  • Flug: Sevilla, Faro
  • Kontakt zum Weg: Pilgerstelle El Rocío +34 620 428 425, Verein +34 614 101 167 (asamigosdelcaminorociosantiago@gmail.com)

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