Camino de las Asturias
Der Camino de las Asturias führt in 578,8 Kilometern von Pamplona nach Oviedo, am Südrand des Kantabrischen Gebirges entlang durch Navarra, Álava, den Norden von Burgos, Kantabrien, die Montaña Palentina und das Bergland von León. Er folgt dem Korridor, über den Pilger im Frühmittelalter nach Westen zogen, als die Ebenen weiter südlich noch zu unsicher waren. Unterwegs liegen Valpuesta mit den ältesten geschriebenen Wörtern des Kastilischen, Brañosera mit der ersten Ortsurkunde Spaniens von 824 und der Puerto de Tarna als Tor nach Asturien. 25 Etappen, 15.079 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 1.622 Meter, und am Ende die Cámara Santa von Oviedo.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07„Per devia Alavae“: als der Umweg noch der Hauptweg war
- 08Highlights am Weg
- 09Das erste Spanisch und das erste Rathaus: Valpuesta und Brañosera
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Pamplona (Navarra) / Oviedo (Asturien); die Kathedrale San Salvador liegt knapp einen Kilometer neben dem letzten Kartenpunkt am Stadtrand
- Länge: 578,8 km, davon knapp 55 km zwischen Agurain und Armiñón auf gemeinsamer Trasse mit dem Camino Vasco del Interior
- Dauer: 25 Etappen, Ø gut 23 km; mit Ruhetagen rechne mit vier Wochen
- Höhenmeter: ↗ 15.079 m / ↘ 15.277 m
- Höchster Punkt: 1.622 m bei km 429,5, zwischen Camporredondo de Alba (Palencia) und Valverde de la Sierra (León); der Puerto de Tarna folgt erst bei km 496,7 mit rund 1.490 m
- Landschaft: Burunda-Tal, Kornebene der Llanada, Salztal von Añana, Merindades, Ebro-Stausee, Montaña Palentina, Buchenwälder von Redes, Bergbaurevier am Nalón
- Träger / Markierung: Wegvereine; über weite Strecken auf dem rot-weiß markierten Fernwanderweg GR 1 Sendero Histórico, gelbe Pfeile nur abschnittsweise – GPS-Track ist Pflicht
- Jakobus-Spuren: Kathedrale von Pamplona am Camino Francés, Santiago-Kapelle in der Kathedrale von Vitoria, die Apostelsäulen mit Jakobus in der Cámara Santa von Oviedo
- Unterkunft: Pilgerherbergen in Pamplona, Agurain, Vitoria und Oviedo, dazwischen vor allem Casas Rurales, Hostales und Gemeindequartiere – in kleinen Orten vorher anrufen
- Anschlusswege: Camino Francés in Pamplona, Camino Vasco del Interior zwischen Agurain und Armiñón, Camino Olvidado bei Pedrosa de Valdeporres, Cervatos und Cervera, Camino Vadiniense & Lebaniego in Las Salas, Camino Primitivo ab Oviedo
- Beste Zeit: Juni bis Mitte Oktober; zwischen Brañosera und Tarna liegt im Frühjahr oft noch Schnee, die Berge Leóns sind im Winter kein Pilgergelände
Überblick
Der Camino de las Asturias ist der Weg, den es gab, bevor es den Camino Francés gab. Im 9. und 10. Jahrhundert lagen die Ebenen von La Rioja und Burgos im Grenzland zum maurischen Süden, die Küste war Ziel normannischer Überfälle. Wer zum Grab des Apostels wollte, ging am Fuß der Berge entlang, durch Álava und das Königreich Asturien, und das erste Ziel hieß Oviedo, wo Alfons II. seinen Hof hatte. Erst als Sancho III. von Navarra im frühen 11. Jahrhundert die Straße über Nájera sicher machte, rutschte der Strom nach Süden. Der Umweg war also zuerst da. Der Hauptweg kam später.
Heute ist der Weg ein langer, stiller Bergcamino. Er beginnt in Pamplona, mitten im Gewühl des Francés, und schon am ersten Nachmittag in Irurtzun bist du fast allein. Danach kommen Dörfer, die größer in Geschichtsbüchern stehen als auf der Karte: Valpuesta mit sieben Einwohnern und den ältesten Spuren des Kastilischen, Brañosera mit der ersten Ortsurkunde des Landes, Cervatos mit den frechsten romanischen Kragsteinen Spaniens. Ehrlich gesagt ist das kein Weg, den man nebenbei geht: 578,8 Kilometer, über 15.000 Höhenmeter, eine Markierung mit Lücken und wenige echte Herbergen.
Andere Namen
Auf Spanisch heißt der Weg Camino de las Asturias oder Ruta de las Asturias, englisch Asturian Way. Der Name meint nicht die heutige Region, sondern das frühmittelalterliche Königreich Asturien, auf das die Pilger zuliefen. Vorsicht bei der Recherche: Die Xacopedia der Xunta führt unter Viejo Camino de Santiago einen Weg ab Pamplona, der durch dieselbe Region läuft, aber ins Bierzo zum Francés zielt – derselbe Name wird oft für den Camino Olvidado ab Bilbao benutzt. Der Asturias-Weg ist der Zweig nach Norden, nach Oviedo. Viele Orte haben zwei Namen, etwa Altsasu/Alsasua oder Llangréu/Langreo.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du schon einen oder zwei Caminos gegangen bist und jetzt einen suchst, der dir nichts abnimmt: vier Wochen Nordspanien abseits aller Pilgerströme, Dörfer, in denen man dich fragt, wohin du eigentlich willst. Ideal, wenn dich frühromanische Kirchen und Urkunden des 9. Jahrhunderts reizen und du ab Oviedo auf dem Primitivo weitergehen willst.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du dich auf gelbe Pfeile verlassen willst: Über weite Strecken folgst du rot-weißen GR-Zeichen oder gar keinen, ohne GPS-Track verläufst du dich. Nichts für dich, wenn du Pilgergesellschaft und Herbergsabende brauchst – zwischen Vitoria und Oviedo sind Albergues die Ausnahme, und wer allein geht, zahlt in Casas Rurales schnell das Doppelte. Und nichts für dich mit schwachen Knien im Frühjahr: Zwischen Reinosa und Tarna gehst du tagelang über 1.000 Meter, mit Schnee bis in den Mai.
Streckenverlauf & Landschaft
Pamplona bis Armiñón (km 0–132,8): Aus Pamplona geht es über Berriozar nach Irurtzun (km 22,1), dann durch die Burunda, den Korridor zwischen den Sierras von Aralar und Urbasa: Lakuntza, Etxarri Aranatz, Altsasu (km 55,7), Ziordia an der Grenze zu Álava. Ab Agurain/Salvatierra (km 77,8) läuft der Weg mit dem Camino Vasco del Interior über die Kornebene der Llanada Alavesa nach Vitoria-Gasteiz (km 106,3), La Puebla de Arganzón (km 125,4) und Armiñón. Alegría-Dulantzi liegt gut einen Kilometer abseits.
Armiñón bis Reinosa (km 132,8–327,8): Hinter Armiñón biegt der Weg nach Westen in die Hügel: über Salcedo ins Salztal von Salinas de Añana (km 162,9), über Espejo nach Valpuesta (km 183,9), Tobillas und ins Losa-Tal zu San Pantaleón de Losa (km 207,9). Dann die Merindades im Norden von Burgos mit Bárcena de Pienza, Torme und dem Naturbrücken-Ort Puentedey (km 263,3), Pedrosa de Valdeporres und Ahedo. Bei Corconte (km 297,3) erreichst du den Ebro-Stausee und läufst an seinem Ufer nach Reinosa (km 327,8).
Reinosa bis Oviedo (km 327,8–578,8): Über Cervatos steigt der Weg nach Brañosera (km 355,8, 1.217 m) und erreicht Cervera de Pisuerga (km 390,5). Dann das Hochland: La Lastra, Camporredondo de Alba, der höchste Punkt bei km 429,5, Besande, Prioro und Las Salas (km 463,7) in León. Über Lois und Acebedo geht es zum Puerto de Tarna (km 496,7) und steil hinab durch den Naturpark Redes, am Nalón entlang über Pola de Laviana (km 543,2) und Langreo (km 556,3) nach Oviedo.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 25 Etappen; Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 578,8 km kalibriert. Die Etappenorte sind nach Tageslänge gewählt, nicht nach Herbergen – zwischen Vitoria und Oviedo gibt es oft nur ein Hostal, eine Casa Rural oder eine Gemeindewohnung. Kläre die Unterkunft in kleinen Orten einen Tag vorher.
- Pamplona → Irurtzun (22,1 km) — Aus der Stadt über Berriozar ins Hügelland.
- Irurtzun → Lakuntza (18,6 km) — Hinein in die Burunda unter der Sierra de Aralar.
- Lakuntza → Altsasu (15,0 km) — Kurz und flach über Etxarri Aranatz.
- Altsasu → Agurain/Salvatierra (22,1 km) — Über Ziordia nach Álava in die Llanada.
- Agurain/Salvatierra → Vitoria-Gasteiz (28,5 km) — Flach, gemeinsam mit dem Vasco.
- Vitoria-Gasteiz → La Puebla de Arganzón (19,1 km) — In die Burgos-Enklave Treviño.
- La Puebla de Arganzón → Fontecha (28,1 km) — Hinter Armiñón Abschied vom Vasco, Hügel.
- Fontecha → Villanueva de Valdegovía (26,6 km) — Salinas de Añana und Espejo.
- Villanueva de Valdegovía → Bóveda (18,0 km) — Valpuesta und Tobillas.
- Bóveda → Paresotas (22,8 km) — Losa-Tal, San Pantaleón.
- Paresotas → Torme (25,1 km) — Merindades, Bárcena de Pienza.
- Torme → Villamartín de Sotoscueva (24,7 km) — Puentedey, Anstieg auf 820 m.
- Villamartín de Sotoscueva → Corconte (26,6 km) — Hochflächen bis zum Stausee.
- Corconte → Reinosa (30,5 km) — Lang und flach am Ebro-Stausee.
- Reinosa → Brañosera (28,0 km) — Cervatos, dann 370 m hinauf.
- Brañosera → San Felices de Castillería (20,5 km) — Hochland, lange Schnee.
- San Felices de Castillería → San Martín de los Herreros (26,2 km) — Über Cervera de Pisuerga.
- San Martín de los Herreros → Camporredondo de Alba (20,1 km) — Über La Lastra, 1.368 m.
- Camporredondo de Alba → Besande (17,4 km) — Mit dem höchsten Punkt, 1.622 m.
- Besande → Las Salas (23,7 km) — Prioro, hinab ins Esla-Tal.
- Las Salas → Acebedo (21,2 km) — Salamón und Lois, kaum Einkehr.
- Acebedo → Bezanes (25,9 km) — Königsetappe über den Puerto de Tarna.
- Bezanes → Rioseco (20,2 km) — Tanes-Stausee, oberes Nalón-Tal.
- Rioseco → Langreo (25,3 km) — Pola de Laviana, altes Kohlerevier.
- Langreo → Oviedo (22,5 km) — Über San Esteban de las Cruces nach Oviedo.
Technisch schwierig ist der Weg nirgends, aber er ist lang und hoch. Von Brañosera bis Tarna läufst du gut 140 Kilometer fast durchgehend um oder über 1.000 Meter, oft ohne Bar. Der Abstieg vom Tarna nach Bezanes verliert auf rund 14 Kilometern über 800 Höhenmeter – das spüren die Knie mehr als jeder Anstieg.
„Per devia Alavae“: als der Umweg noch der Hauptweg war
Der Satz steht in der Historia Silense, einer Chronik, die zwischen 1109 und 1135 im Königreich León entstand. Der Chronist lobt König Sancho III. von Navarra dafür, dass er die Straße von den Pyrenäen bis Nájera frei gemacht habe – auf jenem Weg, den die Pilger zuvor aus Angst vor den Mauren gemieden hätten: „per devia Alavae peregrini declinabant“, sie wichen über die abgelegenen Wege Álavas aus. Die Xacopedia der Xunta übersetzt: „los peregrinos se desviaban por la apartadiza Álava“. Bevor Sancho um 1030 den Francés über Logroño und Nájera ausbaute, lief der Pilgerverkehr also durch das Land, das du in der ersten Woche durchquerst.
Wohin führten diese Wege? Nach Oviedo. Die Stadt, laut Xacopedia 761 gegründet, war unter Alfons II. Hauptstadt des Königreichs Asturien, und in der Cámara Santa der Kathedrale San Salvador lag die Arca Santa, eine Reliquienlade, die als Schatz aus Jerusalem galt. 1075 ließ Alfons VI. die Lade feierlich öffnen und mit Silber beschlagen; 1096 gründete er in Oviedo ein Hospital für arme Pilger. Wer nach Santiago wollte, besuchte zuerst den Salvador – und ging dann auf dem Weg weiter, den man heute Primitivo nennt.
Das heißt nicht, dass jeder Meter des heutigen Weges eine mittelalterliche Pilgerstraße ist. Die Chronik nennt eine Richtung, keine Trasse; namentlich belegte Pilger für genau diese Strecke haben wir nicht gefunden. Erst im 21. Jahrhundert haben Vereine die Etappen zu einem Pilgerweg zusammengesetzt, über weite Strecken auf der Trasse des GR 1 Sendero Histórico, des rot-weißen Fernwanderwegs von Empúries nach Fisterra. Praktisch heißt das: Du gehst einen Weg mit sehr alter Idee und sehr junger Infrastruktur. Plane mit Track statt Pfeilen und mit Hostal statt Herberge – dafür sind Pilger hier wieder so selten wie vor tausend Jahren.
Highlights am Weg
- Vitoria-Gasteiz (km 106,3) — 1181 als Nova Victoria gegründet, Kathedrale Santa María mit Santiago-Kapelle.
- Salinas de Añana (km 162,9) — Salztal mit Holzterrassen, schon 822 urkundlich genannt.
- San Pantaleón de Losa (km 207,9) — romanische Einsiedelei, 1207 geweiht, auf einem Felsen in Form eines Schiffsbugs; am Portal Jona und der Walfisch.
- Puentedey (km 263,3) — ein Dorf auf einer Naturbrücke, unter der der Nela durch den Kalk fließt; 1351 erstmals genannt.
- Embalse del Ebro (km 297–327) — 1921 bis 1945 gebaut, 1952 eingeweiht, vier Dörfer liegen auf seinem Grund.
- Reinosa (km 327,8) — Hauptort von Campoo, seit 1857 an der Bahn; 1971 maß man hier minus 24,6 Grad.
- San Pedro de Cervatos (km 334,1) — Stiftskirche, laut Inschrift 1129 gebaut und 1199 geweiht, mit den bekanntesten erotischen Kragsteinen der spanischen Romanik.
- Cervera de Pisuerga (km 390,5) — 818 erstmals erwähnt; in Santa María del Castillo ein Retabel von Juan de Flandes aus dem Jahr 1495.
- Puerto de Tarna (km 496,7) — 1.492 Meter, Grenze León–Asturien; dahinter Redes, seit 2001 UNESCO-Biosphärenreservat.
- Oviedo (km 578,8) — Kathedrale San Salvador mit Cámara Santa, Arca Santa und Apostelsäulen mit Jakobus; seit 1998 UNESCO-Welterbe.
Das erste Spanisch und das erste Rathaus: Valpuesta und Brañosera
Zwei Dörfer am Weg haben je einen Rekord, den man ihnen nicht ansieht. Valpuesta, laut Wikipedia 2011 mit sieben Einwohnern, war ab 804 Sitz eines Bistums des Königreichs Asturien, des zweiten nach Oviedo. Aus seinem Archiv stammen die Cartularios de Valpuesta, Abschriften von Urkunden aus den Jahren 804 bis 1200, die jüngere Fassung 1236 abgeschrieben. Deren Latein ist so durchsetzt mit der gesprochenen Sprache, dass die Real Academia Española im November 2010 erklärte, hier stünden die ältesten Spuren des Kastilischen – noch vor den berühmten Glosas Emilianenses aus La Rioja.
Brañosera, gut 170 Kilometer weiter, erhielt am 13. Oktober 824 von Graf Munio Núñez und seiner Frau Argilo eine Siedlungsurkunde, die als erste Carta Puebla Spaniens gilt; das Dorf nennt sich deshalb erstes Rathaus des Landes und feiert jedes Jahr am 13. Oktober den Día del Fuero. Der alte Name „Brannia-Ossaria“ heißt so viel wie Weiden und Bären. Die Bären gibt es in der Montaña Palentina bis heute.
Und dazwischen, bei Tobillas, steht die Kirche, die Abt Avito 822 seinem Kloster San Román baute, laut Wikipedia die älteste Kirche des Baskenlandes. Auf dem Weg nach Oviedo gehst du an drei Urkunden aus genau den Jahrzehnten vorbei, in denen in Galicien das Apostelgrab gefunden wurde.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Pamplona ist einer der großen Knoten des Pilgernetzes. Die meisten kommen auf dem Camino Francés von Saint-Jean-Pied-de-Port und Roncesvalles und biegen in Pamplona nach Nordwesten ab, statt weiter nach Puente la Reina zu gehen. Wer aus Bayonne kommt, nimmt den Camino de Baztán; er mündet in Arre, wenige Kilometer vor Pamplona, in den Francés. Wer nur einen Teil gehen will, startet in Vitoria-Gasteiz oder Reinosa, beide mit Bahnhof. Unterwegs gibt es weitere Einstiege und Kreuzungen:
- Agurain/Salvatierra bis Armiñón — der Camino Vasco del Interior aus Irún läuft knapp 55 Kilometer auf derselben Trasse; wer von dort kommt, kann in Armiñón nach Oviedo abbiegen. - Pedrosa de Valdeporres, Cervatos und Cervera de Pisuerga — hier berührt der Camino Olvidado aus Bilbao den Weg an mehreren Punkten, ohne mit ihm zu laufen. - Las Salas — der Camino Vadiniense & Lebaniego kreuzt auf seinem Weg von der Liébana nach Mansilla de las Mulas. ## Weiterpilgern?
Ja – und das ist der Sinn des Weges. In Oviedo beginnt der Camino Primitivo, der Weg, den Alfons II. der Überlieferung nach zum Apostelgrab ging; über Grado, Tineo, Lugo und Melide erreichst du in rund zwei Wochen Santiago de Compostela. Erst dort gibt es die Compostela. In Oviedo treffen außerdem zwei Wege aus anderen Richtungen ein:
- Camino San Salvador — von León über den Pajares, eine Alternative in umgekehrter Richtung zum Francés
- Camino del Norte via Oviedo — die Schleife, mit der der Küstenweg die Stadt einbindet, Richtung Villaviciosa und Avilés
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Herbergen zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; die Compostela selbst bekommst du erst in Santiago, wenn du über den Primitivo weitergehst. Weil die Markierung Lücken hat, ist der Track unverzichtbar – am einfachsten gelingt die Planung direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkunft. Pilgerherbergen gibt es sicher in Pamplona, Agurain, Vitoria und Oviedo, dazu die Gemeindeherberge in Alegría-Dulantzi gut einen Kilometer abseits. Dazwischen schläfst du in Hostales, Casas Rurales und Gemeindequartieren; ruf einen Tag vorher an, manche Häuser öffnen außerhalb der Saison gar nicht.
Jahreszeit und Ausrüstung. Von Juni bis Mitte Oktober bist du auf der sicheren Seite; im Hochsommer sind Llanada und Ebro-Ufer heiß. Nimm Regenkleidung, eine Wasserreserve und eine Powerbank für das GPS mit.
Was dich der Weg kostet
Die Herbergen sind günstig: Jesús y María in Pamplona 12 €, Agurain 10 €, Alegría-Dulantzi 4 €, das Albergue de la Catedral in Vitoria 18 bis 26 € je nach Saison, die Pilgerherberge El Salvador in Oviedo 7,50 € (Stand: Oktober 2026). Dazwischen zahlst du in Hostales und Casas Rurales meist 35 bis 60 € für ein Einzelzimmer; in Reinosa beginnen die Hotels bei rund 35 €. Rechne mit 45 bis 70 € pro Tag mit Unterkunft, Bar-Frühstück und Menú del día, zu zweit eher 35 bis 50 € pro Person. Ehrlich gesagt ist das teuer für Spanien, weil die billigen Schlafsäle fehlen – dafür kostet das Menú in den Bergdörfern oft noch unter 15 €, wenn es denn eine Bar gibt.
Anreise
Zum Start. Pamplona hat einen kleinen Flughafen mit Verbindungen über Madrid, einen Renfe-Bahnhof mit Zügen nach Madrid, Barcelona und Zaragoza und gute Fernbusse, etwa mit ALSA. Größere Flughäfen in der Nähe sind Bilbao und Biarritz. Der Weg beginnt in der Altstadt.
Unterwegs und vom Ziel. Vitoria-Gasteiz und Reinosa liegen an Renfe-Strecken und taugen für Ein- und Ausstieg. Oviedo hat einen Bahnhof mit Direktzügen nach Madrid und León sowie Busse zum Flughafen Asturias; im Nalón-Tal verbindet der Nahverkehr der Renfe Laviana und Langreo mit Oviedo.
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