Camino de Baztán
Der kurze, alte Weg über die Pyrenäen: rund 106 Kilometer von Bayonne durch das grüne Baztán-Tal nach Pamplona, wo der Camino Francés beginnt.

- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Das Baztán-Tal und der Velate-Pass – das Herz des Weges
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Bayonne → Pamplona
- Länge: 106,4 km
- Höhenmeter: ↗ 2.260 m / ↘ 1.825 m
- Dauer: rund 4–5 Tage zu Fuß
- Andere Namen: Camino de Bayona, Baztán-Weg
- Charakter: kurzer, grüner Pyrenäen-Einstieg über das Baztán-Tal zum Camino Francés
Überblick
Der Camino de Baztán ist einer der ältesten Pyrenäen-Übergänge des Jakobswegs. Schon im Mittelalter war er die direkte Route von Bayonne an der baskischen Küste nach Pamplona – kürzer und tiefer als der berühmte Übergang über Roncesvalles. Er führt durch das grüne Baztán-Tal, vorbei am Kloster Urdax und über den Velate-Pass, bevor er in Pamplona auf den Camino Francés trifft.
Heute ist er ein ruhiger, landschaftlich reizvoller Weg für alle, die den Camino Francés abseits des überlaufenen Starts in Saint-Jean-Pied-de-Port beginnen wollen.
Andere Namen
- Spanisch: Camino de Baztán, Camino de Bayona
- Englisch: Baztán Way
- Deutsch: Baztán-Weg
Der Name stammt vom Baztán-Tal in Navarra, durch das der Weg auf spanischer Seite führt.
Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du einen kurzen, grünen und historischen Auftakt über die Pyrenäen suchst und den Trubel in Saint-Jean-Pied-de-Port meiden willst. Wer baskische Landschaft und Stille liebt, ist hier richtig.
Weniger geeignet, wenn du gleich viel Pilgergesellschaft willst oder feuchtes Wetter scheust: Das Baskenland ist grün, weil es oft regnet.
Streckenverlauf & Landschaft
Von Bayonne führt der Weg ins baskische Hügelland und über die Grenze ins Baztán-Tal – ein weites, grünes Tal mit weiß-roten baskischen Dörfern. Vorbei am Kloster Urdax und durch Elizondo steigt der Weg zum Velate-Pass.
Hinter dem Pass öffnet sich Navarra; der Weg führt hinab nach Pamplona, wo er auf den Camino Francés trifft.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Mit rund 106 Kilometern und 2.260 Aufstiegsmetern ist der Weg in 4–5 Tagen machbar; der Velate-Pass ist die Hauptanstrengung, sonst sanftes Auf und Ab. Technisch unkompliziert.
Die Markierung ist solide, die Versorgung im Tal gut – einzelne Etappen sind aber dünn besiedelt.
Das Baztán-Tal und der Velate-Pass – das Herz des Weges
Das Baztán-Tal ist der landschaftliche und kulturelle Höhepunkt: typische baskische Architektur, das alte Kloster Urdax und die Nähe zu Zugarramurdi, dem „Hexendorf“ mit seinen legendären Höhlen.
Über den Velate-Pass folgst du einer jahrhundertealten Handels- und Pilgerroute zwischen Frankreich und Navarra.
- Plane einen kurzen Abstecher nach Zugarramurdi (Hexenhöhlen) ein, wenn die Zeit reicht.
- Über den Velate-Pass gutes Schuhwerk und Regenschutz mitnehmen.
- In Pamplona beginnt der Trubel des Camino Francés – ein guter Ort für einen Ruhetag.
Dass dieser Weg so alt ist, hat einen einfachen Grund: Er war jahrhundertelang der bequemste Eingang zur Iberischen Halbinsel. Während Roncesvalles und Somport hoch hinauf zwingen, bleibt der Velate-Pass deutlich niedriger – Händler, Heere und Pilger nahmen deshalb seit dem Mittelalter genau diese Tür. Vor allem Seepilger, die mit dem Schiff im Hafen von Bayonne landeten, stiegen hier in den Weg nach Santiago ein: Der Baztán war ihre kürzeste Verbindung vom Atlantik zum großen Pilgerstrom.
Highlights am Weg
- Bayonne – baskische Stadt am Zusammenfluss von Nive und Adour.
- Baztán-Tal – grünes Tal mit baskischer Architektur und dem Kloster Urdax.
- Velate-Pass – historischer Pyrenäen-Übergang nach Navarra.
- Pamplona – Hauptstadt Navarras, Treffpunkt mit dem Camino Francés.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Startpunkt ist Bayonne – historisch der Schiffsanleger der See-Pilger, heute per TGV ab Paris oder über den Flughafen Biarritz in Minuten erreichbar. Damit ist der Baztán einer der am leichtesten erreichbaren Camino-Startpunkte überhaupt.
In Trinidad de Arre, kurz vor Pamplona, mündet der Weg in den Camino Francés – noch vor dessen erster Woche. Viele gehen den Baztán deshalb als sanften Pyrenäen-Prolog: über den Velate statt über Roncesvalles, und ab Pamplona im großen Strom.
Weiterpilgern?
Der Camino de Baztán endet nicht in Santiago, sondern in Pamplona – dort, wo er auf den Camino Francés trifft. Von hier sind es noch rund 700 Kilometer auf dem Camino Francés bis Santiago de Compostela. Viele gehen den Baztán-Weg genau deshalb: als ruhigen, kurzen Pyrenäen-Auftakt, bevor sie sich in den großen Strom des Camino Francés einreihen.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit ist Spätfrühling bis Frühherbst; das Baskenland ist oft feucht, gute Regenkleidung ist Pflicht. Übernachtet wird in Albergues und Pensionen. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial).
Was dich der Weg kostet
Rechne pro Tag grob mit 25–45 € (Baskenland etwas teurer). Albergues kosten meist 8–15 €, dazu Verpflegung.
Anreise
Startpunkt ist Bayonne, gut mit Bahn (TGV) und Bus erreichbar.
- Bahn nach Bayonne: TGV aus Paris und Verbindungen entlang der Atlantikküste. SNCF Connect – Zugverbindungen und Tickets in Frankreich.
- Rückreise ab Pamplona: Bahn und Bus in ganz Spanien. Renfe – Verbindungen ab Pamplona.
- Weiterpilgern: In Pamplona Anschluss an den Camino Francés Richtung Santiago.
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