Camino de Baztán
Der Camino de Baztán führt in 106,4 Kilometern von der Kathedrale in Bayonne über die Pyrenäen nach Trinidad de Arre, wo er kurz vor Pamplona in den Camino Francés mündet. Hinter Ainhoa überquerst du bei Dantxarinea die Grenze nach Navarra, gehst durch das Baztán-Tal mit Urdax, Amaiur und Elizondo und steigst auf einer alten Römerstraße zum Velate-Pass, mit 923 Metern dem höchsten Punkt. Unterhalb des Passes stehen die Reste des Hospitals Santa María de Velate, das um 1160 gegründet wurde und 1325 mit nur vier Betten Winterpilger bis zu zwanzig Tage beherbergte. Fünf Etappen, 2.260 Höhenmeter bergauf, wenig Pilger und viel Baskisch.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Vier Betten und zwanzig Tage Schnee: das Hospital am Velate
- 08Highlights am Weg
- 09Zwölf Kanonen im Wappen: Grenzgeschichte im Baztán
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kathedrale Sainte-Marie in Bayonne (Frankreich) / Trinidad de Arre in Villava (Navarra), rund 4 km vor der Altstadt von Pamplona
- Länge: 106,4 km, davon knapp 32 km in Frankreich bis zur Grenze bei Dantxarinea
- Dauer: 5 Etappen, Ø gut 21 km; mit Übernachtungen in Ustaritz und Urdax auch 6 Tage
- Höhenmeter: ↗ 2.260 m / ↘ 1.825 m
- Höchster Punkt: 923 m bei km 73,9 am Puerto de Velate, zwischen Almandoz und Lantz
- Landschaft: baskisches Hügelland mit weiß-roten Höfen, Grenzdörfer, das grüne Baztán-Tal, Buchenwald am Velate, zuletzt das Tal der Ultzama
- Träger / Markierung: in Frankreich die Association des Amis du Chemin de Saint-Jacques des Pyrénées-Atlantiques mit Pfosten und Aufklebern; in Navarra gelbe Pfeile, deutlich dichter
- Jakobus-Spuren: Kathedrale von Bayonne als UNESCO-Welterbe des Jakobswegs (1998), Klosterhospital Urdax, Pfarrkirche Santiago in Elizondo, Hospital Santa María de Velate, Basilika und Brücke von Trinidad de Arre
- Unterkunft: Refuge Saint-Jacques in Bayonne, Pilgerherbergen in Urdax, Berroeta, Lantz und Olague, Herberge in Amaiur, dazwischen Gîtes, Hostales und Landhotels
- Anschlusswege: Camino Francés ab Trinidad de Arre, Camino del Norte und Voie Littorale in Bayonne, Voie de la Nive zwischen Bayonne und Ustaritz auf gemeinsamer Trasse
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; im Winter Schnee und Nebel am Velate, das ganze Jahr über Regen
Überblick
Der Camino de Baztán ist der dritte Pyrenäenübergang der Jakobspilger, nach Roncesvalles und dem Somport, und der niedrigste von allen. Die Rechnung ist einfach: Der Ibañeta-Pass über Roncesvalles liegt bei rund 1.430 Metern, der Somport des Camino Aragonés bei 1.632 Metern, der Velate bei 923. Pilger, Händler, Hirten und Heere nahmen deshalb seit der Römerzeit diese Tür von der baskischen Küste nach Pamplona. Wer mit dem Schiff in Bayonne ankam, hatte hier den kürzesten Weg zum großen Pilgerstrom.
Heute ist der Weg fast vergessen, und das ist sein Reiz. Im Juni 2016 berichteten zwei Pilger im Forum caminodesantiago.me, sie hätten auf der ganzen Strecke genau zwei andere Pilger getroffen; die Herberge in Berroeta zählte 2015 rund 590 Übernachtungen im ganzen Jahr. Du gehst durch das Baztán-Tal, in dem Baskisch Alltagssprache ist, über einen Pass, auf dem 1512 Geschichte geschrieben wurde, und vorbei an einem Hospital, das mit vier Betten auskam. Ehrlich gesagt ist der Baztán kein sanfter Auftakt: Gronze zählt ihn zu den anstrengendsten Wegen, vergleichbar mit den ersten Etappen des Camino Primitivo.
Andere Namen
In Spanien heißt der Weg Camino Baztanés oder Camino de Baztán, baskisch Baztan Bidea, französisch Voie du Baztan oder Chemin du Baztan; ältere Literatur spricht vom Camino de Bayona, nach dem Startort. Der Pater Germán de Pamplona gab ihm 1964 den sperrigsten Namen: „El Camino de peregrinación jacobea Bayona-Urdax-Velate-Pamplona“ – damit beginnt die moderne Erforschung. Im Deutschen liest man Baztán-Weg. Den Pass findest du auf Karten als Belate (baskisch) oder Velate (spanisch), den Grenzort Urdax offiziell seit 1989 als Urdazubi/Urdax.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du den Camino Francés nicht in Saint-Jean-Pied-de-Port, sondern auf einem leeren Weg beginnen willst und erst in Trinidad de Arre in den Strom einfädelst. Ideal, wenn dich baskische Dörfer, Grenzgeschichte und Buchenwald mehr reizen als Pilgergesellschaft, und wenn du Bayonne bequem mit dem TGV erreichen willst.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du ein dichtes Herbergsnetz und Bars alle fünf Kilometer erwartest: In Berroeta gibt es laut Gronze weder Bar noch Laden, und auf manchen Etappen findest du zwischen Start und Ziel keine Einkehr. Nichts für dich, wenn du Matsch scheust: Zwischen Lantz und Sorauren sind die Pfade nach Regen schlammig und zugewachsen, Brennnesseln und Brombeeren inklusive – lange Hosen helfen. Und nichts für dich bei angesagtem Starkregen, Schnee oder Sturm: Dann gehört der Velate nicht auf deinen Tagesplan, ein Taxi über die Straße schon.
Streckenverlauf & Landschaft
Bayonne bis zur Grenze (km 0–31,7): Von der Kathedrale geht es aus Bayonne hinaus ins Tal der Nive, über Villefranque (km 8,8) nach Ustaritz (km 13,7), dem alten Versammlungsort des Labourd. Dann wird das Land hügelig, die Höfe weiß mit roten Fensterläden: über Souraïde (km 24,1) nach Ainhoa (km 29,6), einem Straßendorf aus dem 17. Jahrhundert, und hinunter nach Dantxarinea (km 31,7), wo du die Grenze nach Navarra kreuzt, ohne es an mehr als ein paar Ventas zu merken. Die ersten zwei Tage laufen viel auf Asphalt und Beton, die Markierung ist dünn.
Baztán-Tal bis Trinidad de Arre (km 31,7–106,4): Hinter Urdazubi/Urdax (km 34,9) mit seinem Kloster steigt der Weg steil zum Otsondo-Pass und hinunter nach Amaiur-Maya (km 45,7). Über Arizkun (km 49,7) erreichst du Elizondo (km 55,6), den Hauptort des Tals, und gehst über Irurita, Ziga und Berroeta (km 65,6) nach Almandoz (km 67,9). Dort beginnt der große Anstieg: rund 500 Höhenmeter auf sechs Kilometern zum Puerto de Velate (923 m, km 73,9), teils auf der alten Steinstraße durch Buchenwald. Auf der Südseite folgen Lantz (km 81,0), Olague (km 85,8) und das Tal der Ultzama über Sorauren (km 100,0) bis Trinidad de Arre (km 106,2), wo du an der Brücke auf den Camino Francés triffst. Aritzu liegt 0,6 km neben dem Weg.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 5 Etappen. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 106,4 km kalibriert. Souraïde hat nur ein Hotel; wer eine Pilgerherberge sucht, übernachtet stattdessen in Ustaritz (km 13,7) und Urdax (km 34,9) und geht in 6 Tagen. Wer nicht in Berroeta schlafen will, verschiebt den Halt nach Elizondo (km 55,6) mit der größten Auswahl im Tal.
- Bayonne → Souraïde (24,1 km) — durchs Tal der Nive über Villefranque und Ustaritz ins Hügelland des Labourd; viel Asphalt, wenig Markierung.
- Souraïde → Amaiur-Maya (21,6 km) — über Ainhoa und die Grenze bei Dantxarinea nach Urdax, dann der steile Anstieg zum Otsondo-Pass, laut Gronze rund 475 Höhenmeter am Stück.
- Amaiur-Maya → Berroeta (19,9 km) — der ruhigste Tag: durchs Baztán-Tal über Arizkun und Elizondo, mit Einkaufen in Elizondo als letzter Gelegenheit vor dem Pass.
- Berroeta → Olague (20,2 km) — die Königsetappe: über Almandoz zum Velate-Pass (923 m), an den Resten des Hospitals vorbei und durch Buchenwald hinunter nach Lantz und Olague.
- Olague → Trinidad de Arre (20,6 km) — durchs Tal der Ultzama über Ostitz und Sorauren bis zur Brücke von Trinidad de Arre; Pamplona liegt dann noch rund 4 km auf dem Camino Francés.
Technisch gibt es keine ausgesetzten Stellen, aber steinige Pfade, Wurzeln, dichte Vegetation und Schlamm. Auf dem Velate stehen die Pfeile im Nebel teils nur an Bäumen, einen klaren Pfad gibt es dann nicht – die Camino Ninja App mit Offline-Track ist hier mehr als Bequemlichkeit. Mit dem Fahrrad ist der Weg nur für geübte Mountainbiker machbar; eine markierte Radvariante existiert nicht.
Vier Betten und zwanzig Tage Schnee: das Hospital am Velate
Unterhalb der Passhöhe, auf der Südseite, steht eine romanische Kirche mit dem Hospitalgebäude daneben: Santa María de Velate, um 1160 gegründet, von wem, weiß niemand. Papst Alexander III. führte es 1165 in einer Bulle unter den Besitzungen des Bistums Pamplona. Es war ein Doppelkloster mit Prior und Priorin, und 1325 kennen wir beide mit Namen: den Komtur Don Aimeric und die Priorin Doña Jurdana. Viel Platz hatten sie nicht. Die Kunsthistorikerin Miren Koro Campos fasst die Quellen so zusammen: „Aunque sólo tenía cuatro camas, el monasterio-hospital, siempre mantuvo su carácter caritativo“ – obwohl es nur vier Betten hatte, blieb es immer eine Stätte der Nächstenliebe.
Wie diese Nächstenliebe aussah, steht im nächsten Satz: „En verano los peregrinos que pasaban por allí recibían sidra y pan, y seguían su camino. Sin embargo, en invierno, algunos llegaban a quedarse veinte días y no les faltó nunca fuego, cama, ropa, buen caldo, sidra ni pan.“ Im Sommer gab es Apfelwein und Brot und weiter ging es; im Winter blieben manche zwanzig Tage, eingeschneit am Pass, und es fehlte ihnen nie an Feuer, Bett, Kleidung, guter Brühe, Apfelwein und Brot. Vier Betten, zwanzig Tage: Rechne selbst, wie eng es im Januar war. Gut 170 Jahre später, um 1495, kam der Servitenmönch Hermann Künig von Vach wohl über diesen Pass und notierte einen Ort, an dem man die Pilgerbrüder freundlich behandle – „Monte Sancta Maria“.
Danach hatte das Haus wenig Glück. 1513 plünderten Truppen Johanns von Albret auf dem Rückzug das Hospital, Prior Lope de Erro erwirkte dafür den Kirchenbann. Am 23. April 1764 brannte das Innere aus, die Gutachter meinten, man müsse die Mauern „hasta sus cimientos“ abtragen. Im Krieg gegen die Französische Republik 1793 bis 1795 verwüsteten französische Truppen den Rest, die verehrte Marienfigur kam nach Alkotz, die Wallfahrt am 28. August schlief ein. Praktisch heißt das für dich: Plane am Velate eine Pause ein, die Kirche liegt direkt am Weg; drinnen ist sie meist verschlossen, aber an der Mauer sitzt du windgeschützt. Achte beim Aufstieg auf die großen Steinplatten der alten Straße – sie wurden hochkant gesetzt, damit man sie auch im Schnee noch sah.
Highlights am Weg
- Kathedrale Sainte-Marie in Bayonne (km 0) — gotischer Bau, nach dem Stadtbrand von 1258 neu begonnen, das Langhaus 1404 vollendet, die 85 Meter hohen Türme erst im 19. Jahrhundert; mit dem Kreuzgang des 13. Jahrhunderts seit 1998 UNESCO-Welterbe. An der Kathedrale gibt es Pilgerinfo und Credencial.
- Ainhoa (km 29,6) — baskisches Straßendorf mit weißen Fachwerkhöfen, die letzte französische Station vor der Grenze.
- Urdazubi/Urdax (km 34,9) — Kloster San Salvador, im 12. Jahrhundert unter König Sancho VI. dem Weisen als Pilgerhospital belegt, heute Museum und Pilgerherberge. Im Hof Axular wurde 1556 Pedro de Axular geboren, dessen Buch „Gero“ von 1643 als Klassiker der baskischen Prosa gilt; in der Nähe liegen die Höhlen von Ikaburu.
- Amaiur-Maya (km 45,7) — Burgberg der letzten navarresischen Verteidiger: Vom 13. bis 19. Juli 1522 hielten rund 100 Mann unter Jaime Vélaz de Medrano gegen etwa 4.500 Belagerer. Der Obelisk von 1922 trägt die Inschrift „A los hombres que en el Castillo de Maya pelearon en pro de la independencia de Navarra“; 1931 gesprengt, 1982 neu errichtet.
- Arizkun (km 49,7) — mit dem Viertel Bozate, dem alten Wohnort der Agotes, einer ausgegrenzten Minderheit mit eigener niedriger Kirchentür; ein Papstbrief von 1514 half kaum, erst die Cortes von Navarra hoben die Sondergesetze 1819 auf.
- Elizondo (km 55,6) — Hauptort des Baztán mit Barockpalästen wie dem Palacio de las Gobernadoras (um 1730) und der Pfarrkirche Santiago, nach dem Hochwasser vom 2. Juni 1913 von 1916 bis 1925 neu gebaut.
- Puerto de Velate (km 73,9) — 923 Meter, der höchste Punkt, mit römischer Straßentrasse und dem Hospital Santa María de Velate auf der Südseite.
- Trinidad de Arre (km 106,2) — Basilika und mittelalterliche Brücke über die Ultzama, an der du den Camino Francés erreichst.
Zwölf Kanonen im Wappen: Grenzgeschichte im Baztán
Das Baztán-Tal hatte früh ein Privileg, um das es viele beneideten. Am 22. Mai 1397 bestätigte König Karl III. von Navarra, die Bewohner seien „mantenidos en lur condiciones de fidalguía e infançonía“ zu halten – das ganze Tal galt als adlig, jeder Hof als Haus eines Hidalgo. Deshalb siehst du an so vielen Bauernhäusern Wappensteine. Die Paläste der Indianos, der in Amerika reich gewordenen Rückkehrer, kamen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert dazu.
Der Pass selbst war Front. Im Dezember 1512, nach der gescheiterten Belagerung Pamplonas durch Johann von Albret, überfielen Truppen aus Gipuzkoa am Velate die abziehende französisch-navarresische Nachhut und erbeuteten zwölf Kanonen. Gipuzkoa setzte sie 1513 in sein Wappen – und dort blieben sie bis 1979, als die Provinz sie aus Rücksicht auf die Nachbarn wieder entfernte. Neun Jahre später fiel Amaiur, unter den Gefangenen der Abt von Urdax, Juan de Orbara, und Miguel de Jaso, der Bruder des Franz Xaver.
Und dann ist da Zugarramurdi, rund fünf Kilometer neben dem Weg bei Urdax. Aus dem Dorf und seiner Höhle am „Infernuko erreka“, dem Höllenbach, kamen die Angeklagten des großen Hexenprozesses von Logroño: Im November 1610 wurden sechs Menschen lebendig verbrannt, fünf weitere, bereits Verstorbene, in effigie. Der Inquisitor Alonso de Salazar Frías befragte danach fast 2.000 Menschen, fand keine Beweise, und im August 1614 wurden die anhängigen Verfahren eingestellt – das Ende der Hexenverbrennungen in Spanien. Für den Abstecher brauchst du einen halben Tag.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Bayonne ist ein Knotenpunkt. Hier kommen Pilger von Norden an, und hier beginnen oder kreuzen sich mehrere Wege:
- Voie Littorale — der Küstenweg durch die Landes, der in Bayonne ankommt
- Camino del Norte — der Küstenweg entlang der Biskaya, in der Camino-Ninja-Karte ab Bayonne
- Voie de la Nive — der Weg die Nive hinauf nach Saint-Jean-Pied-de-Port, der zwischen Bayonne und Ustaritz dieselbe Trasse nutzt
Wer über die Landes kommt, muss sich in Bayonne entscheiden: an der Küste weiter nach Westen, durchs Tal der Nive nach Saint-Jean-Pied-de-Port und über Roncesvalles, oder durch das Baztán über den Velate. Der Baztán ist dabei der kürzeste Weg nach Pamplona.
Weiterpilgern?
Ja, und zwar sofort: In Trinidad de Arre mündest du in den Camino Francés, der von Roncesvalles herunterkommt. Nach rund 4 Kilometern bist du in der Altstadt von Pamplona, und von dort brauchst du noch rund einen Monat zu Fuß über Puente la Reina, Burgos und León bis Santiago de Compostela.
Ein Rat aus der Praxis: Nach fünf Tagen fast allein ist der Wechsel in den vollen Francés ein Schock. Ein Ruhetag in Pamplona hilft, und die Herbergen dort solltest du in der Hochsaison früh ansteuern.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen französischen und spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Herbergen zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; den ersten Stempel holst du an der Kathedrale von Bayonne. Am einfachsten planst du den Weg direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst – mit Offline-Karte, die du am Velate im Nebel brauchst.
Unterkünfte. Die Herbergsdichte ist gering, und manche Häuser haben wenig Betten: Berroeta 16, Lantz 10 laut Pilgerberichten. Ruf am Vortag an oder schreib eine Nachricht. Die Herberge in Amaiur war in den Vorjahren zwischen Ende Juni und Ende Juli an vielen Tagen durch Gruppen ausgebucht – frag dort früh nach. Bars, Läden und Restaurants im Baztán und in der Ultzama haben kurze Öffnungszeiten; kauf in Elizondo für zwei Tage ein.
Wetter und Sprache. Das Klima ist atlantisch: Regen fast das ganze Jahr, Nebel am Morgen, im Winter Schnee am Pass. Regenjacke oder Poncho, Gamaschen und eine warme Schicht gehören ins Gepäck. In den Dörfern sprechen viele zuerst Baskisch; ein „Kaixo“ zur Begrüßung und „Eskerrik asko“ zum Dank öffnen Türen. Auf den Weiden laufen Pottoka-Pferde und Herdenschutzhunde – Abstand halten.
Was dich der Weg kostet
Die Pilgerherbergen der Gemeinden in Urdax, Berroeta, Lantz und Olague kosten 8 € pro Nacht, das Refuge Saint-Jacques in Bayonne 12 € (Stand: Oktober 2026). Die Herberge in Amaiur liegt bei 22 bis 25 €, mit Frühstück etwa 32 €, die Herberge Kortarixar in Elizondo bei 20 €, die Jugendherberge in Lekaroz bei 24 €. Auf der französischen Seite schläfst du in Gîtes und Chambres d'hôtes ab 25 € im Schlafsaal; Doppelzimmer in Ainhoa beginnen bei rund 75 € (Stand: Oktober 2026).
Rechne mit 35 bis 45 € pro Tag mit Herberge, Frühstück, Einkauf und Abendessen; auf der französischen Seite eher mehr. Ehrlich gesagt sparst du auf diesem Weg nicht an den Betten, sondern verlierst an der Auswahl: Wer in Souraïde oder Ainhoa schläft, zahlt Hotelpreise.
Anreise
Zum Start. Bayonne hat einen Bahnhof mit TGV-Verbindungen aus Paris-Montparnasse und Regionalzügen entlang der Küste nach Hendaye; der Flughafen Biarritz liegt wenige Kilometer entfernt. Vom Bahnhof gehst du über die Adour in die Altstadt zur Kathedrale.
Vom Ziel. Von Trinidad de Arre fahren Stadtbusse nach Pamplona, zu Fuß bist du in einer guten Stunde dort. Pamplona hat Bahnverbindungen mit Renfe nach Madrid, Zaragoza und Barcelona und einen Busbahnhof mit Linien nach San Sebastián, Bilbao und zurück nach Bayonne. Wer abbrechen muss: Zwischen Elizondo und Pamplona verkehren regelmäßig Busse über die Straße des Velate.
- Bahn Frankreich: sncf-connect.com — Züge nach Bayonne
- Bahn Spanien: renfe.com — Verbindungen ab Pamplona
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