El Camino de San Antonio Missions
El Camino de San Antonio Missions ist ein Tagespilgerweg von 22,4 Kilometern durch San Antonio in Texas: von Mission Espada, der ältesten Mission in Texas, über San Juan Capistrano, San José und Concepción bis zur San Fernando Cathedral am Main Plaza. Vier spanische Kolonialkirchen aus dem 18. Jahrhundert, seit 2015 UNESCO-Welterbe, alle bis heute katholische Pfarreien. Träger ist die Erzdiözese San Antonio. Es gibt einen eigenen Pilgerpass, fünf Pflichtstempel und eine eigene Compostela, und laut Träger wird der Weg mit 30 Kilometern auf den Camino Inglés angerechnet.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 0722 Kilometer in Texas, 30 Kilometer in Santiago
- 08Pilgerpass, Stempel, Urkunde: die Formalien genau
- 09Highlights am Weg
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Mission San Francisco de la Espada im Süden von San Antonio (162 m) / San Fernando Cathedral am Main Plaza in Downtown (198 m)
- Länge: 22,4 km, Camino-Ninja-Karte. Der Träger spricht von „approximately 20 miles“ (rund 32 km), American Pilgrims on the Camino misst 13 Meilen (rund 21 km).
- Wegform: Einweg-Strecke von Süd nach Nord, kein Rundweg. Zurück geht es mit Bus, Leihrad oder Fahrdienst; wer mag, läuft zurück, gezählt wird der Weg einmal.
- Dauer: 1 Tag, rund fünf bis sechs Gehstunden ohne Kirchenbesuche. Der Träger erlaubt auch das Gehen in Abschnitten an mehreren Tagen.
- Höhenmeter: ↗ 91 m / ↘ 56 m. Flach, eine leichte Steigung auf den letzten Kilometern in die Stadt.
- Höchster Punkt: 198 m am Ziel an der Kathedrale; tiefster Punkt 153 m bei km 0,7 am San Antonio River
- Landschaft: Flussaue des San Antonio River mit renaturiertem Uferweg, Acequias und Missionsfeldern, dann die Altstadtviertel Southtown und King William, zuletzt Downtown
- Träger: Erzdiözese San Antonio (Archdiocese of San Antonio), Leitung Rebecca Simmons, ehemalige Richterin; Pilgerzentrum ist das Padre Margil Pilgrimage Center an Mission Concepción
- Markierung: keine Muscheln und keine gelben Pfeile. Du folgst der Beschilderung des Mission Reach Hike & Bike Trail mit Übersichtskarten, Infotafeln und „Mission Portals“ als Eingängen zu den Missionen.
- Pilgerpass und Urkunde: eigener Pilgerpass, fünf Pflichtstempel (vier Missionskirchen und Kathedrale), El Camino de San Antonio Compostela für Fußpilger, Peregrino Certificate für Rad- und Autopilger
- Anrechnung in Santiago: laut Träger 30 km auf den Camino Inglés, nur mit der Compostela für Fußpilger
- Jakobus-Spuren: ehrlich gesagt keine. Keine der fünf Kirchen ist dem Apostel geweiht. Die Brücke nach Santiago ist die Anrechnung, und die älteste Pfarrei am Weg gründeten 1731 Siedler von den Kanarischen Inseln.
- Unterkunft: keine Pilgerherbergen; Hotels in Downtown und am River Walk
- Anschlusswege: keine zu Fuß; die Fortsetzung liegt in Galicien, auf dem Camino Inglés ab A Coruña
- Beste Zeit: Ende September bis Anfang Juni. Im Juli und August liegen die Tageshöchstwerte im Mittel bei 35 bis 36 °C.
Überblick
Ein Jakobsweg in Texas, der an einem Vormittag zu gehen ist und trotzdem in Santiago zählt. El Camino de San Antonio Missions verbindet auf 22,4 Kilometern die vier Missionskirchen im Süden von San Antonio mit der Kathedrale in Downtown: Espada, San Juan Capistrano, San José, Concepción und San Fernando. Die Missionen gründeten Franziskaner im 18. Jahrhundert, drei von ihnen zogen 1731 aus Ost-Texas an den San Antonio River. Sie lagen am nördlichen Rand Neuspaniens, und seit dem 5. Juli 2015 sind sie das erste UNESCO-Welterbe in Texas. Anders als die meisten Kolonialbauten sind sie keine Museen. In allen vier wird sonntags Messe gefeiert, in San José mittags mit Mariachi-Chor.
Die Erzdiözese San Antonio hat aus diesem Kirchenweg einen Pilgerweg mit allen Formalien gemacht, die man aus Galicien kennt: Pilgerpass, Stempel, Urkunde am Ziel, ein Pilgerzentrum mit Café. Und sie hat etwas erreicht, womit sonst vor allem Irland und England werben: Wer den ganzen Weg zu Fuß geht, bekommt laut Träger 30 Kilometer auf den Camino Inglés angerechnet. Gemessen sind es 22,4 Kilometer, angerechnet werden 30. Texas rechnet großzügig.
Andere Namen
Der offizielle Name ist El Camino de San Antonio Missions, eine englisch-spanische Mischung, wie sie in San Antonio auch auf Straßenschildern steht. Auf Spanisch liest du El Camino de las Misiones de San Antonio; die spanische Föderation der Jakobusvereine führt den Weg als Misiones del Camino de San Antonio (Texas). In Blogs und Foren heißt er meist kurz Camino de San Antonio, und die jährliche Gruppenwanderung der American Pilgrims on the Camino nennt sich San Antonio Mission Walk. Nicht verwechseln mit dem Mission Trail: So heißt auf Wanderportalen die Radweg-Tour am Fluss, oft als Hin-und-zurück-Strecke von rund 14 Meilen angegeben. Das ist eine Freizeitroute, nicht der Pilgerweg.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du in Texas lebst oder dort bist und einen Camino-Tag mit echtem Stempel willst. Ideal als Probetag vor Spanien: Du testest Schuhe, Rucksack und Tempo auf 22 flachen Kilometern und nimmst dabei 30 Kilometer mit nach Galicien. Ideal, wenn dich Kirchen interessieren. Fünf Gotteshäuser aus dem 18. Jahrhundert, ein Rosenfenster, Fresken von 1755, ein Damm, der seit dem 18. Jahrhundert Wasser staut, und eine Kathedrale, die zum Ziel eine Lichtshow bietet. Ideal auch für Gruppen, Pfarreien und Familien, denn der Weg ist an jeder Mission unterbrechbar.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Wochen des Unterwegsseins suchst. Das hier ist ein Tag, und die Nacht verbringst du im Stadthotel. Keine Herbergen, keine Pilgergemeinschaft am Abend, kaum Einkehr zwischen Espada und Concepción. Nichts für dich im Hochsommer zur Mittagszeit: Der südliche Abschnitt hat wenig Schatten. Und nichts für dich, wenn du Jakobus suchst. Keine der fünf Kirchen trägt sein Patrozinium, auf dem ganzen Weg haben wir keine Muschel gefunden. Die Verbindung nach Santiago ist eine Vereinbarung, keine Tradition.
Streckenverlauf & Landschaft
Der Süden an Fluss und Feldern (km 0–7,7): Der Weg beginnt an Mission Espada (162 m) und läuft nach Norden am San Antonio River entlang. Nach 2,2 Kilometern erreichst du Mission San Juan Capistrano mit ihrer Demonstrationsfarm, bei km 4,7 den Espada-Damm, der den Fluss seit dem 18. Jahrhundert in die Acequia leitet. Das Espada-Aquädukt liegt 1,2 Kilometer neben dem Track. Der Umweg lohnt sich, er zählt aber nicht zum Weg. Bei km 7,7 steht Mission San José, die größte der Missionen, mit dem Besucherzentrum des Nationalparks. Bis hierher gehst du auf dem Mission Reach, dem 2013 fertiggestellten, renaturierten Uferabschnitt mit Wiesen, Pavillons, Trinkbrunnen und wenig Schatten.
Der Norden in die Stadt (km 7,7–22,4): Von San José kehrt der Weg an den Fluss zurück und erreicht über den längsten Abschnitt Mission Concepción (km 15,4). Direkt dahinter liegt das Padre Margil Pilgrimage Center, das Büro dieses Camino. Danach wird der Weg städtisch. Er führt durch Southtown und den King William Historic District (km 20,9) mit Villen deutscher Einwanderer des 19. Jahrhunderts und steigt sanft an. Bei km 22,2 erreichst du die San Fernando Cathedral am Main Plaza, 198 Meter hoch und der höchste Punkt des Weges. Das Alamo, die fünfte Mission des Welterbes, liegt 0,7 Kilometer vom Ziel entfernt und nicht am Weg.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Der Weg ist eine Tagesetappe. Wir teilen ihn in die vier Abschnitte zwischen den Stempelstellen, das ist Camino-Ninja-Systematik. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte und sind exakt auf die 22,4 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert, die Höhenmeter sind aus den Kartenpunkten gerechnet. Offiziell ist der Weg eine Einweg-Strecke von Süd nach Nord. Der Träger lässt dich auch in der Gegenrichtung oder in Abschnitten an mehreren Tagen gehen, solange du am Ende alle fünf Stempel hast und die ganze Strecke zu Fuß gegangen bist.
- Mission Espada → Mission San Juan Capistrano (2,2 km) — ↗ 14 / ↘ 15 Hm; der kürzeste Abschnitt, am Fluss entlang zur zweiten Mission. Tiefster Punkt des Weges bei km 0,7.
- Mission San Juan Capistrano → Mission San José (5,5 km) — ↗ 23 / ↘ 4 Hm; über den Espada-Damm (km 4,7) auf dem Mission Reach nach Norden, kaum Schatten. Das Aquädukt liegt 1,2 km abseits.
- Mission San José → Mission Concepción (7,7 km) — ↗ 32 / ↘ 27 Hm; der längste Abschnitt, zurück an den Fluss und weiter nach Norden. Hier gibt es kaum Einkehr, nimm genug Wasser mit. Am Ende liegt das Pilgerzentrum.
- Mission Concepción → San Fernando Cathedral (7,0 km) — ↗ 22 / ↘ 10 Hm; durch Southtown und King William in die Stadt, jetzt mit Cafés und Schatten. Stempel und Ziel an der Kathedrale am Main Plaza.
Schwierig ist hier nichts außer Hitze und Asphalt. Der Mission Reach ist durchgehend befestigt; du teilst ihn mit Radfahrern und Joggern. Der Uferweg ist täglich von der Morgendämmerung bis zur Abenddämmerung geöffnet. Im Sommer startest du vor 7 Uhr.
22 Kilometer in Texas, 30 Kilometer in Santiago
Die Compostela in Santiago bekommt nur, wer die letzten 100 Kilometer zu Fuß geht. Der Camino Inglés hat ein Problem mit dieser Regel: Von A Coruña sind es nur rund 73 Kilometer bis Santiago. Das Pilgerbüro hat dafür eine Ausnahme geschaffen, die in Irland als Celtic Camino bekannt wurde. Wer in seiner Heimat mindestens 25 Kilometer eines anerkannten Pilgerwegs geht, belegt mit Stempeln, darf den Rest ab A Coruña gehen. Irland hat davon den Kerry Camino, England den Finchale Camino Inglés. Und seit einigen Jahren hat San Antonio seinen Camino.
Laut Träger beruht die Anrechnung auf einer Partnerschaft der Erzdiözesen San Antonio und Santiago de Compostela. Rebecca Simmons, Direktorin des Programms, erzählte einem texanischen Magazin von ihrer Reise nach Galicien: „I went over to Spain and they were thrilled to partner with us.“ Der Träger nennt San Antonio „the only place outside Europe“, an dem man den Jakobsweg offiziell beginnen könne. Die spanische Föderation der Jakobusvereine hat die 30 anrechenbaren Kilometer am 23. September 2025 in einer Pressemitteilung genannt. Einen veröffentlichten Vertragstext haben wir nicht gefunden, und im internationalen Pilgerforum wird bezweifelt, dass es eine eigene Vereinbarung mit dem Pilgerbüro gibt. Die Regel für Heimatwege gilt ohnehin. Auch ein Gründungsjahr nennt der Träger nicht: Blogs schreiben 2018 oder 2021, belegt ist das Programm spätestens seit November 2019, das Pilgerzentrum seit Mai 2023.
Praktisch heißt das: Du gehst den Weg zu Fuß, sammelst die fünf Stempel, holst dir im Pilgerzentrum die El Camino de San Antonio Compostela und legst sie in Santiago zusammen mit deiner Credencial ab A Coruña vor. 30 plus rund 73 ergibt mehr als 100 Kilometer. Die Broschüre des Trägers sagt dazu: „A pilgrimage is about the intention, not the distance traveled.“ Im Pilgerbüro zählt trotzdem die Strecke, und dafür zählt hier ein Tag Texas.
Pilgerpass, Stempel, Urkunde: die Formalien genau
Pilgerpass. Den Pilgrim Passport bekommst du online auf caminosanantonio.org oder im Padre Margil Pilgrimage Center, 263 Felisa St., direkt hinter Mission Concepción. Das Zentrum hat Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags und montags ist es geschlossen. Einen Preis nennt die Website nicht. American Pilgrims on the Camino gibt für 2026 10 USD (ca. 9 €) an, bei Online-Bestellung plus 6 USD (ca. 5 €) Versand (Stand: September 2026). Wichtig: Das Zentrum liegt bei km 15,4, nicht am Start. Wer in Espada beginnt, bestellt den Pass vorher oder holt ihn am Vortag ab.
Stempel. Pflicht sind fünf Stempel, einer je Kirche. Sie liegen laut Träger in den Kirchen oder ihren Gift Shops:
- Mission San Francisco de la Espada, 10040 Espada Rd. (km 0,0)
- Mission San Juan Capistrano, 9101 Graf Rd. (km 2,2)
- Mission San José y San Miguel de Aguayo, 6701 San José Dr. (km 7,7)
- Mission Nuestra Señora de la Purísima Concepción de Acuña, 807 Mission Rd. (km 15,4)
- San Fernando Cathedral, 115 Main Plaza (km 22,2)
Die Missionskirchen sind laut Erzdiözese täglich von 9 bis 17 Uhr offen, die Kathedrale Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr; am Wochenende richtet sie sich nach den Messzeiten. Die Innenräume des Nationalparks schließen an Thanksgiving, Weihnachten und Neujahr. Achtung, Verwechslungsgefahr: An den Missionen liegen auch die Stempel des Nationalpark-Passes „Passport To Your National Parks“. Die sind schön, zählen aber nicht. Zusätzliche Stempel von Cafés oder Hotels sind erlaubt, aber nicht nötig.
Urkunde. Es gibt zwei Urkunden. Die El Camino de San Antonio Compostela bekommt, wer den ganzen Weg zu Fuß gegangen ist, an einem Tag oder in Etappen, mit allen fünf Stempeln und aus „Christian religious or spiritual reasons, or at least an attitude of search“. Nur diese Urkunde zählt für Santiago. Das Peregrino Certificate bekommt, wer alle Kirchen mit dem Rad oder dem Auto besucht; der Träger schreibt ausdrücklich, dass es nicht auf den Jakobsweg angerechnet wird. Ausgegeben wird im Pilgerzentrum gegen Vorlage des Passes, die Gebühr liegt bei 5 USD (ca. 4 €), bei Gruppenwanderungen in bar (Stand: September 2026). Ob Compostela und die vom Träger erwähnte „Distance Certificate“ ein Dokument oder zwei sind, ist auf der Website nicht eindeutig. Frag bei der Abgabe nach dem Certificado de Distancia für Santiago.
Highlights am Weg
- Mission San Francisco de la Espada (km 0,0) — gegründet 1690 in Ost-Texas als San Francisco de los Tejas, die erste Mission in Texas; die Website des Trägers nennt 1691. Am 5. März 1731 wurde sie an den San Antonio River verlegt. Die Kirche war 1756 fertig. Ein größerer Neubau ab 1762 musste 1777 wegen Baumängeln abgerissen werden, darum war die heutige kleine Kirche eigentlich als Sakristei geplant. Glockengiebel mit drei Glocken, ein Portal, dessen Steinbogen bis heute Rätsel aufgibt, und ein Kruzifix mit einer Reliquie des heiligen Johannes Paul II. Messe samstags 17 Uhr.
- Mission San Juan Capistrano (km 2,2) — gegründet 1716 in Ost-Texas als San José de los Nazonis, 1731 verlegt und umbenannt. Kirche, Konvent und Getreidespeicher waren 1756 fertig; eine größere Kirche ab 1772 blieb 1786 unvollendet, weil Arbeitskräfte fehlten. 1762 lebten hier 203 Indigene. Heute bewässert die historische Acequia wieder eine Demonstrationsfarm der San Antonio Food Bank. Messe sonntags 9 Uhr und 12 Uhr auf Spanisch.
- Espada-Damm und Espada-Aquädukt (km 4,7 und 1,2 km abseits) — der Damm entstand zwischen 1731 und 1745 und gilt als ältestes durchgehend genutztes spanisches Wehr in Texas, mit einem Bogen, der ungewöhnlicherweise flussabwärts zeigt. Das zweibogige Aquädukt über den Piedras Creek bezeichnet das US-Innenministerium als ältestes spanisches Aquädukt der USA, gebaut 1740 bis 1745. Das Acequia-System führt bis heute Wasser.
- Mission San José y San Miguel de Aguayo (km 7,7) — am 23. Februar 1720 von Fray Antonio Margil de Jesús gegründet, dem Namensgeber des Pilgerzentrums. Wegen ihrer Größe heißt sie „Queen of the Missions“: rund 350 Menschen lebten in 84 Wohnungen in der Umfassungsmauer. Die Kalksteinkirche entstand ab 1768 und war 1782 fertig. Ihr Rosenfenster von etwa 1775 nennt der Nationalpark das bedeutendste Beispiel spanischer Kolonialornamentik in den USA. Der Legende nach schnitzte es Pedro Huizar für seine Verlobte Rosa, die auf der Überfahrt starb. Hier liegt das Besucherzentrum des Nationalparks mit Museum und Film. Mariachi-Messe sonntags 12 Uhr.
- Mission Nuestra Señora de la Purísima Concepción de Acuña (km 15,4) — gegründet am 7. Juli 1716 in Ost-Texas, 1731 verlegt, geweiht am 8. Dezember 1755. Auf Fels gebaut, hat sie nie ihr Dach verloren und gilt deshalb als älteste unrestaurierte Steinkirche der USA. Im Konvent haben sich Fresken aus Mineralfarben auf nassem Kalk erhalten; das berühmteste, das „Eye of God“ an der Decke der Bibliothek, erwies sich 1988 als Teil eines ganzen Gesichts mit Schnurrbart. Hier lebten Pajalat, Tacame, Sanipao und Manos de Perro, die die Spanier unter dem Sammelnamen Coahuiltecan zusammenfassten. Direkt dahinter: das Padre Margil Pilgrimage Center mit Ausstellung, Laden und Café.
- King William Historic District (km 20,9) — das Viertel der deutschen Einwanderer, benannt nach König Wilhelm I. von Preußen, mit Villen des 19. Jahrhunderts am Fluss. Hier beginnen die Cafés.
- San Fernando Cathedral (km 22,2) — 1731 von 55 Siedlern von den Kanarischen Inseln als Pfarrei gegründet, Grundstein 1738, geweiht 1755, neugotisch umgebaut 1868 bis 1873, Kathedrale seit 1874. Sie gilt als älteste durchgehend genutzte Kathedrale der USA. Jim Bowie heiratete hier 1831, Santa Anna ließ 1836 vom Turm die Flagge „kein Pardon“ wehen. Ein Marmorsarkophag im Vorraum soll die Überreste der Alamo-Verteidiger enthalten; ob das stimmt, ist bis heute umstritten. Sonntagsmessen um 8, 10, 12, 14 und 17 Uhr. Dienstag bis Sonntag um 21 Uhr projiziert „San Antonio | The Saga“ 24 Minuten lang die Stadtgeschichte auf die Fassade, kostenlos.
- Alamo – Mission San Antonio de Valero (0,7 km neben dem Ziel) — gegründet am 1. Mai 1718, Schauplatz der Schlacht vom 6. März 1836, Teil des Welterbes. Aber keine Pfarrei, kein Pflichtstempel und nicht am Weg. Hin gehst du nach dem Ziel.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Zu Fuß kommt man hier von nirgendwo her. Dieser Camino hat keinen Zubringer, und der nächste Jakobsweg mit Camino-Ninja-Seite liegt jenseits des Atlantiks. Viele Pilger sind Texaner, die hier einen Camino-Tag gehen, oder Reisende, die San Antonio besuchen und sich vor einem Spanien-Camino 30 Kilometer sichern wollen. Viele kommen in Gruppen: Der Träger organisiert Pilgerwanderungen für Pfarreien und Schulen, in der Fastenzeit gibt es eigene Pilgerangebote, und American Pilgrims on the Camino lädt jedes Frühjahr zum San Antonio Mission Walk, 2026 am 8. April mit Start um 7 Uhr in Espada.
Zum Start in Espada fährt kein öffentlicher Bus. Du nimmst ein Taxi oder einen Fahrdienst, ein Leihrad von San Antonio BCycle oder fährst mit dem Auto und parkst kostenlos an der Mission. Wer mit dem Auto kommt, braucht am Ende eine Fahrt zurück zum Wagen, denn der Weg ist eine Einweg-Strecke.
Weiterpilgern?
Ja, aber nicht zu Fuß: Die Fortsetzung dieses Weges liegt in Galicien. Mit der El Camino de San Antonio Compostela im Gepäck gehst du den Camino Inglés ab A Coruña, rund 73 Kilometer bis Santiago, und die 30 Kilometer aus Texas bringen dich über die 100-Kilometer-Grenze der Compostela. Aus A Coruña kamen im Mittelalter die Pilger an, die mit dem Schiff aus England und Irland über die Biskaya fuhren. In dieser Tradition steht auch die Anrechnung aus Texas.
Wer die Anrechnung nicht braucht, geht den ganzen Camino Inglés ab Ferrol, 114,2 Kilometer. Dann ist San Antonio einfach ein schöner Auftakt. Und wer wissen will, wie andere Länder das Modell umsetzen: Der Kerry Camino in Irland und der Finchale Camino Inglés in England funktionieren nach derselben Regel, sind aber länger als ein Tag.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und Stempel. Für diesen Weg brauchst du den eigenen Pilgrim Passport des Trägers, nicht die spanische Credencial. Bestell ihn vorab online, damit er rechtzeitig bei dir ist, oder hol ihn Dienstag bis Samstag im Pilgerzentrum. Für den Camino Inglés in Spanien brauchst du dann zusätzlich eine normale Credencial; beide legst du in Santiago zusammen vor. Mit der Camino Ninja App hast du Karte, Track und alle Stempelstellen offline dabei.
Hitze, Wasser, Schatten. San Antonio ist subtropisch. Die beste Zeit laut Träger ist Ende September bis Anfang Juni; im Juli und August steigen die Tagesmittelwerte auf 35 bis 36 °C, der Mai ist der regenreichste Monat. Der Süden zwischen Espada und San José hat kaum Schatten. Laut Träger kannst du an jeder Mission Wasser nachfüllen, am Mission Reach gibt es Trinkbrunnen. Zwischen Espada und Concepción gibt es fast keine Einkehr, nimm mindestens zwei Liter mit, dazu Sonnenhut und Sonnencreme. Toiletten findest du in den Besuchereinrichtungen des Nationalparks, solange die Innenräume geöffnet sind, also 9 bis 17 Uhr.
Zeit und Kirchen. Plane mehr Zeit ein als die fünf bis sechs Gehstunden, denn die Kirchen sind der eigentliche Grund für den Weg. Die Kirchen öffnen um 9 Uhr. Wer im Sommer vor 7 Uhr losgeht, steht in Espada und San Juan vor verschlossener Tür. Dann holst du diese beiden Stempel am Vortag oder später nach, frag dafür vorher im Pilgerzentrum. Im Frühjahr und Herbst kannst du einfach um 9 Uhr in Espada starten. Eintritt verlangt der Nationalpark nicht, Parken an den Missionen ist kostenlos. Messzeiten ändern sich, prüf sie vorher bei den Pfarreien. Für Concepción nennt die Erzdiözese sonntags 10 und 11 Uhr.
Was dich der Weg kostet
Der Weg selbst kostet fast nichts. Pilgerpass 10 USD (ca. 9 €), bei Versand plus 6 USD (ca. 5 €), Urkunde 5 USD (ca. 4 €); Kirchen, Nationalpark und Parken sind kostenlos (Stand: September 2026). Gruppen und Konferenzteilnehmer bucht der Träger im Paket für 30 USD (ca. 26 €) mit Transport, Pass, Pilgerzeichen und Urkunde. Für den Rückweg: Ein VIA-Busticket kostet 1,30 USD (ca. 1,1 €), der Tagespass 2,75 USD (ca. 2,4 €); ein Leihrad von San Antonio BCycle gibt es ab 15 USD (ca. 13 €). Zum Start nach Espada brauchst du ein Taxi oder einen Fahrdienst, das kostet mehr als der ganze übrige Tag.
Teuer wird es beim Übernachten. Pilgerherbergen gibt es keine, du schläfst im Hotel, und die Preise in Downtown und am River Walk schwanken stark mit Messen, Feiertagen und Wochenenden. Rechne mit gewöhnlichen US-Großstadtpreisen und buche früh. Essen und Kaffee gibt es erst ab Southtown in Hülle und Fülle, vorher kaum. Die Wechselkurse haben wir mit dem EZB-Referenzkurs vom 24. September 2026 gerechnet, 1 € = 1,1367 USD.
Anreise
Nach San Antonio. Der Flughafen San Antonio International (SAT) liegt rund 13 Kilometer nördlich von Downtown, mit Direktflügen aus vielen US-Städten; aus Europa fliegst du meist über Dallas, Houston oder Atlanta. Mit der Bahn kommst du über Amtrak an: Der Texas Eagle aus Chicago fährt täglich, der Sunset Limited zwischen Los Angeles und New Orleans dreimal pro Woche. Der Bahnhof liegt am Ostrand von Downtown, rund zwei Kilometer vom Ziel.
Zum Start und zurück. Nach Espada und San Juan fährt kein Bus. Zum Start nimmst du Taxi, Fahrdienst oder Leihrad; BCycle hat Stationen an allen Missionen und in Downtown. Die VIA-Buslinie 42 verbindet Downtown mit San José und Concepción und ist die bequemste Rückfahrt, wenn du den Weg in Abschnitten gehst. Vom Ziel an der Kathedrale bist du zu Fuß in wenigen Minuten am River Walk und am Alamo.
- Träger und Pilgerpass: caminosanantonio.org — Registrierung, Pilgerzentrum, Urkunden
- Nationalpark: nps.gov/saan — Öffnungszeiten, Anfahrt, Besucherzentrum San José
- Bus: viainfo.net — Linie 42, Fahrpreise, Tagespass
- Leihrad: sanantonio.bcycle.com — Stationen an allen Missionen
Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel
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