Der zweite historische Auftakt des Camino Inglés: vom alten Pilgerhafen A Coruña über Hospital de Bruma, wo dieser Ast auf den Hauptweg ab Ferrol trifft und gemeinsam nach Santiago führt.
A Coruña war über Jahrhunderte einer der beiden großen Ankunftshäfen der Seepilger, die aus England, Irland und Nordeuropa nach Galicien übersetzten – der andere ist Ferrol. Beide Häfen gaben dem Camino Inglés seinen Namen.
Während der heutige Hauptweg des Camino Inglés in Ferrol beginnt, ist der Ast ab A Coruña der zweite historische Auftakt. Er führt von der Hafenstadt landeinwärts bis Hospital de Bruma, wo er auf den Ferrol-Ast trifft. Ab dort verlaufen beide Wege vereint weiter über Sigüeiro nach Santiago de Compostela.
Das hier ausgewiesene Teilstück (rund 30 km) ist genau dieser eigenständige Startast von A Coruña bis zur Vereinigung. Es ist kurz, steigt aber spürbar an – ein stimmungsvoller, direkter Einstieg, der dich rasch ins galicische Hinterland bringt.
Der Name Camino Inglés geht auf die mehrheitlich englischen und irischen Pilger zurück, die in A Coruña und Ferrol an Land gingen.
Ideal, wenn du den Camino Inglés mit dem historischen Seepilger-Hafen A Coruña verbinden möchtest und eine gut erreichbare, kurze Strecke suchst – etwa als verlängerter Auftakt oder als eigene kleine Pilgerreise von wenigen Tagen.
Weniger geeignet, wenn dir die Compostela-Urkunde wichtig ist: A Coruña liegt unter 100 km zu Fuß von Santiago entfernt, und dieser Ast allein erfüllt die Mindeststrecke nicht (siehe unten). Wer die Compostela anstrebt, startet besser in Ferrol.
Vom Hafen von A Coruña verlässt der Weg die Stadt und führt landeinwärts durch das Umland Richtung Cambre und das galicische Hügelland.
Stetig leicht ansteigend erreicht er Hospital de Bruma, einen alten Pilger-Knotenpunkt mit Resten eines mittelalterlichen Pilgerhospitals. Hier endet der eigenständige Ast und trifft auf den Hauptweg ab Ferrol.
Ab Bruma verlaufen beide Äste gemeinsam weiter durch das Hinterland über Sigüeiro und über den Río Tambre in die Vororte von Santiago.
Der Startast ist mit rund 30 km kurz, fordert aber durch den Anstieg: knapp 800 Höhenmeter im Aufstieg bis auf rund 457 m, während es nur etwa 350 m bergab geht. Das Teilstück lässt sich in einem langen Tag gehen oder bequem auf zwei aufteilen. Die längste und anspruchsvollste Passage des A-Coruña-Astes liegt im Anstieg hinauf nach Hospital de Bruma – plane genügend Wasser und Pausen ein.
A Coruña war ein zentraler Anlaufpunkt der Seepilger: Schon im Mittelalter gingen hier Reisende aus England, Irland und dem Norden Europas an Land, um zu Fuß nach Santiago weiterzuziehen. Der englische Pilger William Wey, Mitbegründer des Eton College, beschrieb die Stadt 1456 als Treffpunkt von Schiffen aus England, Wales, Irland, der Normandie, Frankreich und der Bretagne. Genau dieser maritime Zustrom gab dem Weg seinen Namen.
Wichtig für die Compostela: Für die Compostela-Urkunde verlangt das Pilgerbüro mindestens 100 Kilometer zu Fuß bis Santiago. A Coruña liegt jedoch unter dieser Schwelle (rund 74 km bis Santiago). Der A-Coruña-Ast allein reicht daher nicht für die Compostela.
Ein anerkannter Weg, die 100 km dennoch zu erreichen: Pilger kombinieren den Abschnitt ab A Coruña mit Kilometern, die sie zuvor auf dem Camino Celta in Irland zurückgelegt haben, sodass beide Teilstrecken zusammen die Mindestdistanz ergeben. Wer das nicht plant und die Compostela möchte, sollte den Camino Inglés in Ferrol beginnen.
Dieser Ast ist kein eigenständiges Ziel, sondern der Auftakt zum Camino Inglés. Bei Hospital de Bruma vereinigt er sich mit dem Hauptweg, der in Ferrol beginnt. Ab dort führen beide gemeinsam über Sigüeiro und den Río Tambre nach Santiago de Compostela. Du läufst also nicht „in einen anderen Weg" – du betrittst den Camino Inglés und folgst ihm bis ans Ziel.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Da der Ast kurz ist, brauchst du kaum mehr als einen vollen Wandertag bis Bruma; viele verbinden ihn direkt mit den weiteren Etappen nach Santiago. Ein Pilgerausweis ist für Stempel und Pilgerunterkünfte sinnvoll – und Pflicht, wenn du am Ende die Compostela beantragen willst. Wenn dir die Compostela wichtig ist, kläre die 100-km-Frage vorab (siehe oben).
In Spanien sind die Kosten moderat. Rechne pro Tag grob mit 30–50 € für einfache Unterkunft und Verpflegung; Pilgerherbergen sind günstig, Pensionen und Restaurants entsprechend teurer.
Startpunkt ist A Coruña, gut per Bahn und Bus erreichbar.

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