Luzernerweg
Der Luzernerweg führt in 124,2 Kilometern von Luzern am Vierwaldstättersee über das Wallfahrtskloster Werthenstein, Willisau, Huttwil und Burgdorf nach Bern und weiter hinauf nach Rüeggisberg. Dort, bei der Ruine des ersten Cluniazenserklosters im deutschen Sprachraum, mündet er in die Via Jacobi Richtung Fribourg und Genf. Sieben Etappen, 3.857 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 980 Meter kurz vor dem Ziel. Unterwegs wechselst du vom katholischen Luzerner Hinterland ins reformierte Emmental – und gehst dabei den Weg einer Marienfigur von 1528 in umgekehrter Richtung.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Die Muttergottes, die vor Bern geflohen ist
- 08Highlights am Weg
- 09Rüeggisberg: das erste Cluny im deutschen Sprachraum
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Luzern am Vierwaldstättersee / Klosterruine Rüeggisberg im Gantrisch-Vorland; die Camino-Ninja-Karte endet kurz hinter dem Dorf
- Länge: 124,2 km
- Dauer: 7 Etappen, Ø knapp 18 km; sportlich in 5 bis 6 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 3.857 m / ↘ 3.364 m
- Höchster Punkt: 980 m bei km 121,5, zwischen Hermiswil und Rüeggisberg im Tannwald
- Landschaft: Reusstal und Kleine Emme, Luzerner Hinterland mit Hügeln und Einzelhöfen, Emmentaler Eggen und Gräben, Aaretal bei Bern, zuletzt Blick auf die Berner Alpen
- Markierung: gelbe Wanderwegweiser mit Jakobsweg-Signet, Wegbeschreibungen der Freiwilligen auf camino-europe.eu
- Jakobus-Spuren: am Ziel das Cluniazenserpriorat, gegründet zwischen 1072 und 1076 vom Orden, der den Jakobsweg im Mittelalter mit aufbaute; Pilgerwohnung im Kloster Werthenstein; im reformierten Bernbiet seit 1528 kaum Heiligenbilder
- Unterkunft: Pilgerwohnung Werthenstein, Gasthöfe und B&B, Jugendherbergen in Luzern, Burgdorf und Bern, Gruppenunterkunft in Rüeggisberg
- Anschlusswege: Via Jacobi ab Rüeggisberg, Baslerweg in Bern, Verbindungsweg Mariastein – Willisau zwischen Ufhusen und Huttwil
- Beste Zeit: April bis Oktober; im Winter gut begehbar, aber mit Schnee auf den Höhen über 800 m
Überblick
Der Luzernerweg ist der Zubringer aus der Innerschweiz auf die große Westachse der Schweizer Jakobswege. Wer in Luzern startet, will nicht über den Brünig und durchs Berner Oberland, sondern direkt nach Westen: durchs Luzerner Hinterland, über die Hügel des Emmentals und durch die Bundesstadt Bern bis Rüeggisberg, wo die Via Jacobi von Thun her vorbeikommt. Es ist kein Bergweg, aber auch kein flacher: 3.857 Höhenmeter auf 124 Kilometern heißen, dass du fast ständig ein bisschen steigst oder fällst.
Der Weg verbindet zwei geistliche Orte mit gegensätzlicher Geschichte. In Werthenstein blüht seit rund 1500 eine Marienwallfahrt, die in ihrer besten Zeit Zehntausende Pilger im Jahr anzog. In Rüeggisberg steht nur noch eine Ruine: das Priorat, das ein Berner Adliger um 1072 dem Kloster Cluny schenkte und das 1541 mit der Reformation unterging. Dazwischen liegt die Grenze zwischen dem katholischen Kanton Luzern und dem reformierten Bern – gleich hinter Ufhusen. Auf diesem Weg ist dir eine Muttergottes entgegengekommen – nur fast 500 Jahre früher.
Andere Namen
Der Verein und die Wegbeschreibungen nennen ihn Luzernerweg, auch Luzerner Weg, mit dem Zusatz Luzern – Rüeggisberg. Ältere Etappenlisten führen den ersten Abschnitt als Brunnen – Werthenstein: Pilger aus Einsiedeln kamen über Brunnen und mit dem Schiff über den Vierwaldstättersee nach Luzern. Auf Französisch liest man Chemin de Lucerne, auf Englisch Lucerne Way. Mit der nationalen Wanderroute Via Jacobi ist er nicht identisch, sondern ein eigener Zweig, der in sie mündet.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du eine Woche Zeit hast und einen Schweizer Jakobsweg ohne Pässe suchst, der trotzdem Charakter hat: Bauernhöfe mit tief gezogenen Walmdächern, Gräben und Eggen im Emmental, zwei Altstädte mit Schloss, eine Hauptstadt und ein Ziel, das mehr Stille als Museum ist. Ideal auch, wenn du Bahnanschluss willst: Bis auf die Höhen hinter Krauchthal und vor Rüeggisberg bist du fast überall in einer Stunde an einem Bahnhof.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgerherbergen im spanischen Sinn erwartest. Echte Pilgerbetten gibt es eigentlich nur in Werthenstein; sonst schläfst du in Gasthöfen, B&B oder Jugendherbergen, und das kostet in der Schweiz. Nichts für dich, wenn du Asphalt hasst: Die Freiwilligen beschreiben fast jede Etappe als Mischung aus Asphalt und Naturwegen, und zwischen Ostermundigen und Kehrsatz gehst du schlicht durch die Stadt. Und nichts für dich, wenn du ein Gebirgspanorama am Start brauchst – die Alpen siehst du erst ganz am Ende richtig, von der Höhe vor Rüeggisberg.
Streckenverlauf & Landschaft
Luzern bis Willisau (km 0–33,3): Von der Reuss in Luzern – 434 Meter, tiefster Punkt des Weges – geht es westwärts aus der Stadt, über Littau (km 4,2) nach Blatten (km 7,9) mit der Jostkapelle und dann lange an der Kleinen Emme entlang über Schachen (km 14,8). Kriens (km 3,4) und Malters (km 11,5) liegen 1,5 beziehungsweise 0,7 Kilometer neben dem Weg. Bei Kilometer 19,2 erreichst du Werthenstein, wo Kloster und Kirche auf einem Felssporn über dem Fluss stehen. Wolhusen und Menznau bleiben abseits; der Weg steigt ins Hügelland zum Galgenbergwald und erreicht über Buholz mit der barocken Kapelle St. Gallus und Erasmus das Städtchen Willisau (km 33,3).
Willisau bis Rüeggisberg (km 33,3–124,2): Nach Norden und Westen geht es durch Wald und Weideland über Ufhusen (km 43,9) nach Huttwil (km 47,4) – hier bist du im Kanton Bern. Das Emmental zeigt sich über Dürrenroth (km 55,0), Häusernmoos (km 59,7) und die Lueg-Gegend mit Höfen auf jedem Hügel, bevor du nach Burgdorf (km 71,7) mit seinem Schloss hinabsteigst. Hinter Krauchthal (km 82,9) mit dem Schloss Thorberg wartet der lange Rücken bei Tannen (844 m, km 86,6), dann geht es über Boll (km 92,1) und Ostermundigen (km 99,0) hinunter nach Bern (km 103,2). Zum Schluss steigt der Weg aus dem Aaretal über Kehrsatz (km 109,8), Niedermuhlern (km 116,4) und Hermiswil (km 120,3) auf die Höhe von 980 Metern und endet in Rüeggisberg (km 123,7).
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 7 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 124,2 km kalibriert. Die Wegbeschreibungen des Vereins rechnen mit sechs Abschnitten und legen Burgdorf–Bern als einen Tag von knapp 30 Kilometern an – wir teilen ihn in Boll.
- Luzern → Werthenstein (19,2 km) — aus der Stadt, an der Kleinen Emme entlang zum Wallfahrtskloster; flach, viel Flussweg.
- Werthenstein → Willisau (14,1 km) — kurzer Hügeltag über Buholz und den Galgenbergwald ins mittelalterliche Städtchen.
- Willisau → Huttwil (14,1 km) — über Ufhusen und die Kantonsgrenze ins Bernbiet; Platz für einen Nachmittag in Willisau.
- Huttwil → Burgdorf (24,3 km) — das Emmental-Herzstück über Dürrenroth und Häusernmoos; der Verein stuft ihn als schwer ein.
- Burgdorf → Boll (20,4 km) — über Krauchthal und Thorberg auf den Rücken bei Tannen, 844 m; wenig Einkehr unterwegs.
- Boll → Bern (11,1 km) — halber Tag über Ostermundigen in die Altstadt, Zeit für Münster und Bärenpark.
- Bern → Rüeggisberg (21,0 km) — an der Aare nach Kehrsatz, dann der lange Anstieg über Niedermuhlern zum höchsten Punkt und hinunter zur Klosterruine.
Technisch schwierig ist nichts davon, gute Wanderschuhe reichen. Fordernd sind das ständige Auf und Ab im Emmental und der Schlussanstieg: Von Bern auf 502 Metern bis auf 980 Meter steigst du auf den letzten 18 Kilometern fast 500 Meter netto. Wer kürzer gehen will, kann ab Willisau in einem Tag bis Huttwil und weiter nach Dürrenroth gehen (21,7 km) und so einen Tag sparen.
Die Muttergottes, die vor Bern geflohen ist
Um 1500, so erzählt es das Kloster, sah ein Goldwäscher aus den Niederlanden an der Kleinen Emme eine Marienerscheinung und hängte an der Stelle ein Bild an eine Tanne. Es folgten Heilungen, 1520 weihte der Bischof von Konstanz eine erste Kapelle. Dann kam 1528 die Berner Reformation: Am 27. Januar 1528 ließ der Rat in Bern alle Messen einstellen, im ganzen Herrschaftsgebiet wurden die Bilder aus den Kirchen geräumt. Aus Fribach im Bernbiet brachten Gläubige im selben Jahr eine geschnitzte Pietà über die Grenze nach Werthenstein in Sicherheit. Sie ist bis heute das Gnadenbild.
Werthenstein wurde damit zum katholischen Bollwerk an der Konfessionsgrenze. Die Luzerner Regierung ließ eine größere Kirche bauen, 1616 nach acht Jahren Bauzeit geweiht; Ludwig XIII. von Frankreich stiftete 1621 einen neuen Kreuzaltar. 1634 bezogen Franziskaner das neue Kloster, im selben Jahr fand man die Quelle des Gnadenbrunnens. Die Franziskaner verzeichneten über 400 Wunderzeichen. 1808 stürzte das Gewölbe ein und begrub Kreuzaltar und Pietà, 1838 hob der liberale Kanton Luzern das Kloster auf. Ab 1909 zogen die Missionare von der Heiligen Familie ein, 1974 war die letzte große Restaurierung abgeschlossen.
Und so geht der Luzernerweg: Du startest im katholischen Luzern, schläfst in Werthenstein bei der Pietà und gehst dann genau in das Land, aus dem sie geflohen ist. Ab Huttwil stehen Kirchen ohne Bilder, in Bern ist das Münster seit 1528 reformiert, und am Ziel in Rüeggisberg wartet ein Kloster, das die Reformation nicht überlebt hat: 1532 nach einem Brand verlassen, 1541 aufgehoben, danach Steinbruch für die Bauern der Umgebung. Ehrlich gesagt ist das der eigentliche Reiz dieses Weges – er erzählt die Schweizer Glaubensspaltung im Gehen.
Praktisch heißt das: Plane die erste Nacht in der Pilgerwohnung des Klosters Werthenstein. Sie ist ausschließlich für Pilger da, kostet 40 CHF (ca. 42 €) mit Frühstück (Stand: Oktober 2026), eine Nacht, mit kleiner Gemeinschaftsküche; anmelden musst du dich vorab beim Kloster.
Highlights am Weg
- Kapellbrücke Luzern (Start) — gedeckte Holzbrücke aus dem 14. Jahrhundert mit dem älteren Wasserturm, nach dem Brand vom August 1993 wieder aufgebaut und im April 1994 eröffnet; von 158 Giebelbildern Hans Heinrich Wägmanns sind nur 30 wiederhergestellt.
- Hofkirche St. Leodegar (Luzern) — Stiftskirche, nach dem Brand von 1633 bis 1639 im Stil der Spätrenaissance neu gebaut; das Kloster an dieser Stelle ist um 750 belegt.
- Kloster Werthenstein (km 19,2) — Wallfahrtskirche von 1616 mit der Pietà aus dem Bernbiet, Gnadenbrunnen, Arkadenhof hoch über der Kleinen Emme, Pilgerwohnung.
- Willisau (km 33,3) — 1302/03 von den Brüdern von Hasenburg als befestigtes Städtchen gegründet, 1375, 1386, 1471 und 1704 abgebrannt; die Heilig-Blut-Kapelle erinnert an die Legende vom 7. Juli 1392, als ein Kartenspieler namens Ueli Schröter Christus verfluchte und fünf Blutstropfen auf den Tisch fielen.
- Huttwil (km 47,4) — am 14. Mai 1653 schlossen hier aufständische Bauern aus Luzern, Bern, Basel und Solothurn den Huttwiler Bund und wählten Niklaus Leuenberger zum Anführer; am 6. September 1653 wurde er in Bern hingerichtet. Das heutige Städtchen entstand nach dem Brand vom 8./9. Juni 1834.
- Schloss Burgdorf (km 71,7) — Zähringerburg, 1080 als „castellum Bertoldi ducis“ erwähnt, „die Burg des Herzogs Berthold“, am 5. April 1384 für 37.800 Gulden an Bern verkauft; um 1800 unterrichtete hier Johann Heinrich Pestalozzi. Heute Museum und Jugendherberge.
- Thorberg (bei Krauchthal, km 82,9) — Burg der Herren von Thorberg, 1175 belegt; Peter von Thorberg vermachte sie 1397 den Kartäusern, seit 1893 ist sie ein Gefängnis. Die Kartause hat die Reformation von 1528 nicht überlebt, die Mauern stehen noch.
- Berner Münster (km 103,2) — Grundsteinlegung am 11. März 1421 unter Matthäus Ensinger, Turm erst 1893 vollendet, mit 100,6 Metern der höchste Kirchturm der Schweiz; das Weltgerichtsportal von Erhard Küng gehört zu den vollständigsten spätgotischen Figurenzyklen Europas.
- Klosterruine Rüeggisberg (km 123,7) — Querhaus und Mauern der romanischen Kirche, gebaut etwa 1100 bis 1185; 1938 bis 1947 ausgegraben, mit kleinem Museum; dahinter der Blick auf die Berner Alpen.
Rüeggisberg: das erste Cluny im deutschen Sprachraum
Zwischen 1072 und 1076 schenkte Lütold von Rümligen seinen Besitz auf dem Berg dem Kloster Cluny in Burgund. 1075 erscheint der Ort zum ersten Mal in einer Quelle, als „mons Richeri“, der Berg des Richer – daraus wurde 1224 „Ruogersperg“ und schließlich Rüeggisberg. Die ersten Zellen errichteten zwei Mönche, deren Namen in der Ordensgeschichte Gewicht haben: Ulrich von Zell und Cuno von Siegburg. Rüeggisberg war damit die erste cluniazensische Niederlassung im deutschsprachigen Raum – Jahrzehnte bevor die Reformbewegung von Cluny die großen Klöster im Reich erreichte.
Für Pilger ist der Name Cluny kein Zufall. Die Cluniazenser förderten im 11. und 12. Jahrhundert die Wallfahrt nach Santiago wie kaum ein anderer Orden, mit Klöstern und Hospizen entlang der französischen Wege. Ein Priorat auf der Höhe über dem Gürbetal, an der Straße von Bern ins Freiburgische, passt in dieses Netz. Heute triffst du hier die Pilger der Via Jacobi, die von Amsoldingen und Thun herkommen.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Die meisten starten einfach in Luzern, mit dem Zug aus Zürich, Basel oder Bern. Wer von Norden kommt, nimmt den Verbindungsweg Mariastein – Willisau: Er führt vom Benediktinerkloster Mariastein bei Basel her und teilt sich zwischen Ufhusen und Huttwil die Trasse mit dem Luzernerweg; ab dort kannst du nach Westen Richtung Burgdorf weitergehen.
In Bern stößt der Baslerweg dazu, für alle, die in Basel losgegangen sind; wer von dort kommt, kann in Bern auf den Luzernerweg wechseln und die letzte Etappe hinauf nach Rüeggisberg anhängen. Und wer auf der Via Jacobi aus der Ostschweiz kommt, kann in Luzern als Zwischenstation einsteigen statt über den Brünig zu gehen.
Weiterpilgern?
Ja, und das ist der Sinn des Weges. In Rüeggisberg mündet der Luzernerweg in die Via Jacobi, die Hauptachse der Schweizer Jakobswege: weiter über Schwarzenburg und die Sense nach Fribourg, über Romont und Moudon nach Lausanne an den Genfersee und schließlich nach Genf. Von dort führen die französischen Wege über Le Puy-en-Velay nach Santiago.
Wer nur bis Fribourg will, braucht ab Rüeggisberg etwa zwei Tage; bis Genf sind es gut zwei Wochen. Wer genug hat, fährt mit dem Postauto von Rüeggisberg Richtung Bern zurück.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Schweizer Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in der Pilgerwohnung zu übernachten und deinen Weg zu dokumentieren; gehst du später bis Santiago, sammelst du damit ab hier deine Stempel für die Compostela. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist – beim Verein Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse kostet er 12 CHF (ca. 13 €) (Stand: Oktober 2026). Stempel gibt es in Pfarrämtern und Kirchen, in Willisau etwa im Pfarramt oder als Klebestempel im Schriftenstand der Kirche. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkünfte. Außer in Werthenstein gibt es keine eigentlichen Pilgerherbergen. Reserviere Gasthöfe und B&B vorab, gerade in Ufhusen, Dürrenroth und Boll ist das Angebot dünn. In Rüeggisberg gibt es nur wenige Betten; viele fahren am Abend mit dem Postauto nach Bern oder gehen am nächsten Tag direkt weiter nach Schwarzenburg, wo es mehrere B&B gibt.
Jahreszeit. April bis Oktober ist ideal; im Hochsommer sind die Emmentaler Hügel schattenarm. Im Winter ist der Weg begehbar, auf dem Rücken bei Tannen und vor Rüeggisberg kann aber Schnee liegen.
Was dich der Weg kostet
Die Schweiz ist teuer, und auf diesem Weg fehlen die günstigen Pilgerbetten. Die Pilgerwohnung Werthenstein kostet 40 CHF (ca. 42 €) mit Frühstück, das Pilgerhaus Maria Theresia in Brunnen 45 CHF (ca. 47 €). Backpacker-Betten in Luzern und einfache Gasthöfe wie in Willisau liegen bei 30–50 CHF (ca. 32–53 €), B&B in Willisau und Huttwil bei 50–80 CHF (ca. 53–84 €), Hotels wie in Dürrenroth ab 80 CHF (ca. 84 €); die Gruppenunterkunft in Rüeggisberg liegt bei 30–50 CHF (ca. 32–53 €) (alle Stand: Oktober 2026, laut Unterkunftsliste des Vereins).
Rechne mit 90–150 CHF (ca. 95–160 €) pro Tag für Bett, Frühstück und Abendessen; mit Picknick vom Dorfladen und Jugendherbergsbetten geht es etwas günstiger. Der Pilgerausweis kostet 12 CHF (ca. 13 €).
Anreise
Zum Start. Luzern ist Bahnknoten mit direkten Zügen aus Zürich (rund 45 Minuten), Basel und Bern. Vom Bahnhof bist du in fünf Minuten an der Reuss und der Kapellbrücke; die Wegbeschreibung des Vereins beginnt an der Schiffstation.
Vom Ziel. Von Rüeggisberg fährt das Postauto Richtung Bern, von dort geht es mit der SBB in alle Richtungen. Unterwegs sind Werthenstein, Willisau, Huttwil, Burgdorf und Bern ans Bahnnetz angeschlossen, Etappenabbrüche sind also leicht.
- Bahn: sbb.ch — Fahrplan und Tickets für Luzern, Bern und alle Zwischenorte
- Weg und Unterkünfte: jakobswegschweiz-compostellesuisse.ch — Verein, Pilgerausweis, Wegbroschüren
- Werthenstein: kloster-werthenstein.ch — Kloster und Pilgerwohnung
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