Alle Caminos

Prosecco Hills Trail

Der Prosecco Hills Trail führt in 52,2 Kilometern von Vidor am Piave über die Weinhügel von Conegliano und Valdobbiadene nach Vittorio Veneto. Unterwegs gehst du über Col San Martino, an der Zisterzienserabtei von Follina vorbei, über Tarzo und den höchsten Punkt von 579 Metern hinunter in die Altstadt von Serravalle. Er ist kein Jakobsweg und führt zu keinem Pilgergrab, sondern ist ein Wanderweg durch das UNESCO-Welterbe Le Colline del Prosecco, das seit 2019 auf der Liste steht. Vier kurze Etappen, aber 2.689 Höhenmeter bergauf – auf einer Strecke, die nur zehn Kilometer länger ist als ein Marathon.

1. Juli 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Vidor am Piave (km 0,2) / Vittorio Veneto; die Camino-Ninja-Karte endet im Stadtgebiet hinter Serravalle (km 50,5), der Kartenpunkt des Stadtzentrums liegt 1,1 km neben der Trasse
  • Länge: 52,2 km
  • Dauer: 4 Etappen zwischen knapp 11 und knapp 16 km; sportliche Wanderer gehen ihn in 3 Tagen
  • Höhenmeter: ↗ 2.689 m / ↘ 2.698 m
  • Höchster Punkt: 579 m bei km 47,2 zwischen Nogarolo und Serravalle
  • Landschaft: steile Hügelkämme mit Weinbergen auf Grasstufen, Kastanien- und Robinienwald, Dörfer mit Glockentürmen, im Norden die Voralpen, im Osten die Seen von Revine
  • Träger / Markierung: Associazione per il Patrimonio delle Colline del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene; Wegweiser und rot-gelbe Farbzeichen
  • Pilgerpass / Urkunde: kein Jakobsweg, keine Compostela; laut Träger eine kostenlose Credenziale mit Stempelfeldern als Wanderpass
  • Jakobus-Spuren: keine belegten – der Weiler San Giacomo bei km 29,3 trägt den Namen des Apostels, ein Pilgerzeugnis ist er nicht; Wallfahrtstradition gibt es dagegen in Follina um die Madonna del Sacro Calice
  • Unterkunft: Agriturismi, B&Bs, kleine Hotels und Zimmer bei Winzern; keine Pilgerherbergen, Vorausbuchen ist Pflicht
  • Anschlusswege: keiner direkt; die Via Postumia verläuft über Treviso rund 20 km südlich der Hügel, gut 25 km Luftlinie westlich von Vidor die Via Romea Germanica (Italien) durch Bassano del Grappa
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; im September und Oktober ist Weinlese

Überblick

Der Prosecco Hills Trail ist der kürzeste Weg, um zu verstehen, warum eine Weinregion Welterbe werden kann. Er verbindet die beiden Enden der Kernzone, Vidor im Westen und Vittorio Veneto im Osten, und bleibt fast die ganze Zeit oben auf den Kämmen, wo die Reben so steil stehen, dass hier bis heute vieles von Hand gelesen wird. Am 7. Juli 2019 nahm das Welterbekomitee in Baku die Colline del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene auf die Liste – im zweiten Anlauf, denn 2018 war der Antrag noch zurückgestellt worden. Der Weg macht aus diesem Titel etwas, das man in den Waden spürt.

Ehrlich eingeordnet: Das ist kein Jakobsweg, kein Camino und kein kirchlicher Pilgerweg. Es gibt keine Compostela, kein Grab am Ziel und keine Herbergen, in denen der Pilgerausweis zählt. Der Name San Giacomo bei Kilometer 29,3 ist ein Ortsname, kein Hinweis auf eine Jakobusroute. Was der Weg dafür hat, ist eine erstaunliche Dichte an Geschichte auf wenig Raum: eine Abtei, deren Kreuzgang seit 1268 steht, eine Frontlinie des Ersten Weltkriegs und eine Stadt am Ziel, die nach einem König benannt wurde und heute meist für einen Sieg gehalten wird. Kurz gesagt: Du steigst im Schnitt gut 50 Meter auf jedem Kilometer – auf einem Weg, dessen höchster Punkt keine 600 Meter erreicht.

Andere Namen

Auf Italienisch heißt der Weg Cammino delle Colline del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene, kurz Cammino delle Colline del Prosecco; international tritt er als Prosecco Hills Trail auf, auch als Conegliano Valdobbiadene Prosecco Hills Trail. Das Welterbe selbst führt die UNESCO unter dem Namen Le Colline del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene.

Das Wort „Cammino“ verleitet zum Missverständnis: Im Italienischen ist jeder längere Fußweg ein Cammino, ob er zu einem Heiligen führt oder durch Weinberge. Mit dem Camino de Santiago hat der Name nichts zu tun.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du ein verlängertes Wochenende hast und keine Ebene, sondern Kämme willst: Der Weg ist kurz, gut erreichbar und so abwechslungsreich, dass kaum ein Kilometer dem anderen gleicht. Ideal auch, wenn du nach einem langen Camino die Beine in Bewegung halten und abends gut essen willst – oder wenn du vor deinem ersten Pilgerweg testen möchtest, wie dir mehrere Tage mit Rucksack und Höhenmetern bekommen.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du einen Pilgerweg mit Herbergen, Pilgermenü und Gemeinschaft erwartest – hier übernachtest du in Agriturismi und B&Bs, unterwegs triffst du eher Tageswanderer als Pilger. Nichts für dich, wenn du flache Etappen suchst: Auf gut 52 Kilometern summieren sich fast 2.700 Meter bergauf, und viele Anstiege sind kurz und steil, mitten durch die Rebzeilen. Und nichts für dich, wenn du keinen Alkohol trinkst und dich das stört: Der Wein ist hier nicht Beiwerk, sondern der Grund, warum die Landschaft so aussieht.

Streckenverlauf & Landschaft

Vidor bis Follina (km 0–27,2): Der Weg startet in Vidor auf 155 Metern, wo der Piave aus den Bergen in die Ebene tritt, und steigt gleich über Colbertaldo (km 2,9) und Rovede (km 3,2) in die ersten Rebhänge. Bis Col San Martino (km 11,5) wechselst du von Rücken zu Rücken, mit Blick nach Süden über die Ebene und nach Norden auf die Voralpen. Dann geht es durch das Soligo-Tal und über Pedeguarda (km 22,5) und Premaor (km 25,1) nach Follina (km 27,2), wo die Abtei Santa Maria mitten im Ort steht.

Follina bis Vittorio Veneto (km 27,2–52,2): Hinter Follina führt der Weg über den Weiler San Giacomo (km 29,3), Zuel di Là (km 34,7) und Arfanta (km 37,3) nach Tarzo (km 41,4), über den Seen von Revine. Über Nogarolo (km 45,0) steigt er ein letztes Mal an, auf 579 Meter bei Kilometer 47,2, und fällt dann steil hinunter nach Serravalle (km 50,5), der mittelalterlichen Hälfte von Vittorio Veneto. Die Landschaft ist durchgehend ein Mosaik aus Reben, Wald und Wiese: Die Hügel sind sogenannte Hogbacks, lange, schmale Rücken mit einer steilen und einer flacheren Flanke, die von Westen nach Osten parallel nebeneinander liegen. Der Weg läuft nicht auf einem Kamm, sondern springt von einem zum nächsten – daher die vielen Höhenmeter.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 4 Etappen, die Etappenorte haben Unterkünfte; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 52,2 km kalibriert. Wer mehr Strecke pro Tag machen will, geht ihn in 3 Tagen mit Übernachtung in Follina und Tarzo.

  1. Vidor → Col San Martino (11,5 km) — kurzer Einstieg, aber gleich steil: über Colbertaldo und Rovede auf die ersten Kämme, viel Rebland mit Blick über die Ebene.
  2. Col San Martino → Follina (15,7 km) — die längste und anspruchsvollste Etappe, mehrere Rücken nacheinander, hinunter ins Soligo-Tal und über Pedeguarda und Premaor zur Abtei.
  3. Follina → Tarzo (14,2 km) — über San Giacomo, Zuel di Là und Arfanta, mehr Wald, weniger Wein, am Ende Blick auf die Seen von Revine.
  4. Tarzo → Vittorio Veneto (10,8 km) — über Nogarolo zum höchsten Punkt (579 m) und steil hinunter in die Altstadt von Serravalle.

Technisch ist der Weg einfach: Feldwege, Waldpfade, schmale Asphaltsträßchen zwischen den Weingütern, nichts Ausgesetztes. Anstrengend sind die Rampen – manche Abschnitte durch die Rebzeilen sind so steil, dass du bei Nässe auf Gras und Lehm rutschst. Für die letzte Etappe gibt es laut Träger eine leichtere Nordvariante über Fratta und Colmaggiore, die steilere Passagen umgeht; unsere Kilometer beziehen sich auf die Hauptroute.

Geschützt ist nicht der Wein, sondern der Hang

Wer an Prosecco denkt, denkt an Flaschen. Die UNESCO hat aber keinen Wein ausgezeichnet, sondern eine Arbeitsweise. Aufgenommen wurde die Region 2019 als Kulturlandschaft nach Kriterium (v), mit einer Kernzone von gut 9.190 Hektar in zwölf Gemeinden von Valdobbiadene und Vidor bis Tarzo und Vittorio Veneto. Der Schlüssel heißt ciglioni: schmale Grasstufen, auf denen die Rebzeilen stehen, ohne Steinmauern, nur von Erde und Wurzeln gehalten. Die Begründung der UNESCO formuliert es so: „Since the 17th century, the use of ciglioni has created a particular chequerboard landscape consisting of rows of vines parallel and vertical to the slopes.“ – Seit dem 17. Jahrhundert hat die Anlage der Ciglioni eine eigene Schachbrettlandschaft geschaffen, mit Rebzeilen teils quer, teils längs zum Hang. Im 19. Jahrhundert kam die Bellussera dazu, eine Erziehungsform, bei der die Reben strahlenförmig an hohen Pfählen gezogen werden.

Der Wein hat dabei seine eigene, kürzere Chronik: Prosecco ist schriftlich zuerst 1754 belegt, 1876 wurde in Conegliano die Weinbauschule gegründet, 1969 kam die DOC, 2009 die DOCG für Conegliano Valdobbiadene. Die Landschaft ist älter als jede Herkunftsbezeichnung – und sie ist kein Museum. Der Anteil der Ciglioni an der Rebfläche sank nach den Zahlen im Welterbe-Dossier von 28 Prozent im Jahr 1960 auf 20 Prozent 2015; der Rest ist leichter zu bewirtschaften und sieht genau so aus wie anderswo. Auf dem Trail gehst du also durch das, was übrig ist – und durch genau die Hänge, die sich mit Maschinen nicht bearbeiten lassen.

Praktisch heißt das: Die schönsten Ciglioni siehst du auf der ersten Hälfte zwischen Vidor, Col San Martino und dem Soligo-Tal, wo die Rücken am steilsten sind. Im September und Oktober ist Weinlese, dann sind die Hänge voller Erntehelfer und die Wege zwischen den Zeilen zeitweise gesperrt oder belebt; im Frühjahr ist es ruhiger und grüner.

Highlights am Weg

  • Vidor (km 0,2) — Start am Piave; auf dem Hügel über dem Ort die Abtei Santa Bona, von Benediktinern aus Pomposa gegründet, zwischen 1175 und 1266 in ihrer Blütezeit, 1773 aufgehoben, im Ersten Weltkrieg fast zerstört und in den 1920er Jahren wieder aufgebaut; heute in Privatbesitz.
  • Col San Martino (km 11,5) — Weindorf auf den Kämmen; das Kirchlein San Martino, kurz nach dem Jahr 1000 in der alten Burg errichtet und 1927 achteckig neu gebaut, gab dem Ort den Namen; die Kirche San Vigilio stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und trägt Fresken des 15. Jahrhunderts.
  • Abbazia di Santa Maria in Follina (km 27,2) — 1127 erstmals erwähnt, ursprünglich benediktinisch, ab dem 12. Jahrhundert zisterziensisch; Kreuzgang von 1268, die Kirche 1305 bis 1335 vollendet. Seit 1915 betreuen Serviten die Abtei. Verehrt wird die steinerne Madonna del Sacro Calice, 1921 feierlich gekrönt.
  • San Giacomo (km 29,3) — Weiler hinter Follina; der Name erinnert an den Apostel, eine Pilgergeschichte ist nicht belegt.
  • Tarzo (km 41,4) — 1031 als „Tarçe“ erstmals genannt, mit Blick auf die beiden Seen von Revine; im Ortsteil Arfanta (km 37,3) die Pfarrkirche San Bartolomeo.
  • Höchster Punkt (km 47,2) — 579 Meter zwischen Nogarolo und Serravalle, mit dem Blick hinunter auf Vittorio Veneto und die Ebene.
  • Serravalle (km 50,5) — mittelalterliche Altstadt im Taleinschnitt des Meschio; die Familie da Camino herrschte hier von 1154 bis 1335, ab 1337 Venedig. Die Loggia della Comunità wurde zwischen 1462 und 1476 neu errichtet, im Dom Santa Maria Nuova hängt Tizians Altarbild „Madonna mit Kind in der Glorie und den Heiligen Andreas und Petrus“, in San Lorenzo dei Battuti Fresken des 15. Jahrhunderts.
  • Vittorio Veneto (km 52,2) — Ziel, 1866 aus Ceneda und Serravalle zusammengelegt, mit dem Museum zum Ersten Weltkrieg.

Vittorio heißt nicht Sieg – jedenfalls nicht zuerst

Wer in Vittorio Veneto ankommt, glaubt meist, die Stadt sei nach dem Sieg von 1918 benannt. Das stimmt nur zur Hälfte. Am 27. September 1866, wenige Wochen nachdem das Veneto an das junge Königreich Italien gefallen war, wurden die beiden Städte Ceneda und Serravalle zu einer Gemeinde vereint; am 22. November 1866 erhielt sie mit Erlaubnis des Königs den Namen Vittorio – nach Vittorio Emanuele II., nicht nach einer Schlacht. Erst 1923 kam „Veneto“ hinzu. Dazwischen lag die letzte Offensive des Krieges an der italienischen Front: Vom 24. Oktober bis 4. November 1918 durchbrachen italienische Truppen die österreichisch-ungarischen Linien am Piave und am Grappa, am 30. Oktober zogen sie in Vittorio ein. Der Waffenstillstand von Villa Giusti wurde am 3. November unterzeichnet und trat am 4. November in Kraft.

Am selben Mittag schloss der Heeresbericht von General Armando Diaz mit dem Satz, den in Italien Generationen von Schülern auswendig lernten: „I resti di quello che fu uno dei più potenti eserciti del mondo risalgono in disordine e senza speranza le valli che avevano discese con orgogliosa sicurezza.“ – Die Reste dessen, was eines der mächtigsten Heere der Welt war, steigen ungeordnet und ohne Hoffnung die Täler hinauf, die sie mit stolzer Gewissheit herabgekommen waren. Die Hügel, über die du gehst, lagen ein Jahr lang direkt hinter dieser Front. Nach dem Rückzug von Caporetto im Herbst 1917 mussten die Bewohner von Col San Martino ihr Dorf verlassen; 264 Zivilisten starben an Hunger und Entbehrung, 88 Soldaten aus dem Ort fielen.

Und noch eine Pointe zum Schluss: In Ceneda, dem anderen Stadtteil, wurde 1749 Lorenzo Da Ponte geboren, der später für Mozart die Libretti zu „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ schrieb. Der Mann, der Don Giovanni das Champagnerlied in den Mund legte, stammt also aus der Prosecco-Gegend.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Ein Jakobsweg oder anderer Pilgerweg mündet in Vidor nicht ein. Die meisten kommen mit Bahn und Bus aus Venedig, Treviso oder Conegliano und gehen den Weg als eigenständige Tour. Wer auf einem längeren Weg im Veneto unterwegs ist, baut ihn als Abstecher ein: Die Via Postumia von Triest nach Genua zieht über Latisana, Oderzo und Treviso durch das Venetien, rund 20 km südlich der Prosecco-Hügel; einen gemeinsamen Ort mit dem Trail hat sie in unserer Karte nicht. Das musst du selbst mit Bus oder Bahn überbrücken.

Weiterpilgern?

Zu Fuß direkt nicht – in Vittorio Veneto endet der Trail, ohne dass ein markierter Pilgerweg anschließt. Wer danach auf einen Weg mit Pilgertradition wechseln will, hat zwei Möglichkeiten in der Nähe:

  • Via Postumia — Jakobsweg von Triest nach Genua, weitgehend auf der alten Römerstraße, über Treviso rund 20 km südlich der Hügel; Träger und Markierung sind nicht einheitlich geklärt; Einstieg über die Städte der Ebene
  • Via Romea Germanica (Italien) — Pilgerweg vom Brenner nach Rom, der gut 25 km Luftlinie westlich von Vidor durch Bassano del Grappa führt, weiter über Padua, Ferrara und Ravenna

Beide brauchen eine Anreise mit Bus oder Bahn. Ehrlich gesagt ist der Prosecco Hills Trail eher ein Weg für sich als ein Baustein in einer längeren Pilgerkette.

Vorbereitung & Praktisches

Wanderpass und App. Einen Pilgerausweis (Credencial) im Sinne der Jakobswege brauchst du hier nicht: Es gibt keine Pilgerherbergen, die ihn verlangen, und am Ende keine Compostela. Die Trägervereinigung bietet nach eigener Angabe eine kostenlose Credenziale mit Stempelfeldern an, die du auf ihrer Website anfordern kannst; Stempel bekommst du in Tourismusbüros, Bars und bei Winzern, eine kirchliche Urkunde gibt es nicht. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft und Jahreszeit. Übernachtet wird in Agriturismi, B&Bs und kleinen Hotels in den Etappenorten oder knapp daneben; ein Netz von Herbergen gibt es nicht, und an Wochenenden zwischen Mai und Oktober sind die guten Adressen früh ausgebucht. Plane die Quartiere vor dem Start und frag nach, ob der Gastgeber dich am Weg abholt, wenn das Haus abseits liegt. Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst; im Juli und August ist es auf den Kämmen heiß und schattenarm, im Winter sind die Wege durch die Rebzeilen oft schlammig.

Ausrüstung. Feste Wanderschuhe mit Profil, Stöcke für die steilen Abstiege und mindestens 1,5 Liter Wasser pro Etappe. Den offiziellen GPS-Track stellt der Träger kostenlos bereit; die Markierung ist gut, an Weggabelungen in den Weinbergen aber nicht immer eindeutig.

Was dich der Weg kostet

Credenziale und Weg sind kostenlos. Ein Zimmer im B&B oder Agriturismo kostet für zwei Personen meist 80 bis 130 € mit Frühstück, allein reisend 60 bis 90 €; einfache Gasthöfe liegen etwas darunter (Stand: Oktober 2026). Ein Abendessen in der Osteria mit einem Glas Prosecco Superiore rechnest du mit 25 bis 40 €, eine Weinprobe beim Winzer mit 10 bis 25 €.

Rechne insgesamt mit 70 bis 110 € pro Tag und Person, wenn ihr zu zweit unterwegs seid, allein eher mehr. Ehrlich gesagt ist das teurer als jeder spanische Camino – dafür bekommst du Zimmer statt Schlafsaal und Küche, für die andere extra anreisen. Die Bahnfahrten in der Region kosten nur wenige Euro.

Anreise

Zum Start. Vidor hat keinen Bahnhof. Nächste Flughäfen sind Venedig Marco Polo und Treviso; von dort fährst du mit dem Zug nach Treviso oder Conegliano und weiter mit dem Regionalbus nach Vidor, alternativ mit der Bahn bis Montebelluna oder Cornuda und von dort mit dem Bus oder Taxi über den Piave.

Vom Ziel. Vittorio Veneto liegt an der Bahnlinie Conegliano–Ponte nelle Alpi mit zwei Haltepunkten, Vittorio Veneto im Zentrum und Soffratta im Stadtteil Ceneda. In Conegliano steigst du in die Züge Richtung Treviso und Venedig um; die Fahrt nach Conegliano dauert rund eine Viertelstunde.

Camino Shop

Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel

Alles, was du für den Prosecco Hills Trail brauchst, direkt zu dir nach Hause.

Camino Shop besuchen