Via Postumia auf der Karte

Via Postumia

Die Via Postumia führt in 1.021,7 Kilometern von Triest an der Adria quer durch Norditalien nach Genua am Ligurischen Meer. Sie folgt in weiten Teilen der Römerstraße, die der Konsul Spurius Postumius Albinus 148 v. Chr. von Genua nach Aquileia anlegen ließ, und verbindet unterwegs Aquileia, Palmanova, Treviso, Vicenza, Verona, Mantua, Cremona, Piacenza und Tortona. Rund 750 Kilometer davon sind Ebene, ab Piacenza wird es hügelig, und zuletzt steigt der Weg über den Apennin auf 822 Meter und fällt durch das Polcevera-Tal nach Genua. Am Startort endet der slowenische Jakobsweg, in Genua beginnt die Via Aurelia nach Arles.

10. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Triest / Genua; die Camino-Ninja-Karte endet im Stadtgebiet von Genua, der Kartenpunkt des Zentrums liegt 1,3 km neben der Trasse
  • Länge: 1.021,7 km
  • Dauer: 48 Etappen, Ø gut 21 km; realistisch sieben Wochen mit Ruhetagen
  • Höhenmeter: ↗ 7.451 m / ↘ 7.486 m
  • Höchster Punkt: 822 m bei km 988,3 auf dem Apenninkamm zwischen Fraconalto und Pietralavezzara; tiefster Punkt −8 m
  • Landschaft: Karstrand, Lagune von Grado, Ebene mit Flüssen und Kanälen, Monti Berici, Gardasee, Po-Dämme, Weinhügel des Oltrepò Pavese, Ligurischer Apennin
  • Träger / Markierung: kein einheitlicher Träger mit verlässlicher Website, den wir belegen konnten; Markierungen gibt es abschnittsweise, plane mit dem Track in der App
  • Jakobus-Spuren: in Triest die Kirche San Giacomo, geweiht am Jakobstag 1854; in Castelfranco Veneto San Giacomo mit einem Pilgerhospital von 1217; in Triest Anschluss an die slowenische Jakobova pot
  • Unterkunft: B&Bs, Agriturismi, Hotels, gelegentlich Pfarreien und Klöster; Pilgerherbergen sind die Ausnahme
  • Anschlusswege: in Triest der Camino Slovenia (Primorska-Zweig), in Piazzola sul Brenta die Via Romea Germanica (Italien), in Piacenza die Via Francigena (Italien) und die Via Domitia, in Genua die Via Aurelia
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; im Juli und August ist die Po-Ebene heiß, schwül und voller Mücken

Überblick

Die Via Postumia ist der Weg für alle, die Italien nicht von oben nach unten, sondern von links nach rechts – genauer: von rechts nach links – durchqueren wollen. Sie beginnt in Triest, wo die slowenische Jakobova pot ans Meer kommt, und endet in Genua, wo die Via Aurelia nach Frankreich weiterführt. Dazwischen liegen sechs Regionen, sechs Welterbestätten direkt am Weg und eine Ebene, so flach, dass der Weg auf den rund 750 Kilometern zwischen Monfalcone und Piacenza nur zweimal über 150 Meter steigt: in den Monti Berici und bei Pastrengo. Du startest an dem Dorf, das dem Prosecco den Namen gab, und gehst 1.021,7 Kilometer, ohne einen einzigen Prosecco-Hang zu sehen.

Den Namen hat der Weg von einer Straße, nicht von einem Heiligen. 148 v. Chr. ließ der Konsul Spurius Postumius Albinus eine Militärstraße von Genua über den Apennin nach Tortona, Piacenza, Cremona und Verona bis Aquileia bauen. Unser Weg folgt ihr über weite Strecken, macht aber Umwege, die die Römer nicht nötig hatten: an die Lagune von Grado, an den Sile bei Treviso, an den Gardasee. Ehrlich gesagt ist das hier kein gewachsener Pilgerweg mit Herbergskette, sondern eine Linie durch Städte, die jede für sich eine Reise wert sind – und durch viele flache Kilometer dazwischen.

Andere Namen

Auf Italienisch heißt der Weg schlicht Via Postumia, als Wanderweg auch Cammino della Via Postumia. Der Name geht auf den Konsul Postumius Albinus zurück. Ein Teil des Ostabschnitts heißt bis heute so, als Staatsstraße SS 53 Postumia.

Im Hintergrund stehen die römischen Ortsnamen: Triest war Tergeste (slowenisch Trst), Tortona Dertona, Piacenza Placentia, Oderzo Opitergium.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du Kunstgeschichte nicht im Museum, sondern im Tagesrhythmus erleben willst: Basilika von Aquileia am vierten Tag, Palladio in Vicenza, Arena in Verona, Gonzaga in Mantua und Sabbioneta, Geigen in Cremona, Dom in Piacenza. Ideal auch, wenn du aus Slowenien kommst oder nach Frankreich weiterwillst – und wenn du gern allein gehst.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft, Herbergen und Pilgermenü erwartest: Du schläfst fast immer in B&Bs und Hotels und zahlst entsprechend. Nichts für dich, wenn dich Ebene zermürbt – zwischen Latisana und Piacenza gibt es Wochen, in denen der Horizont gleich bleibt und der Asphalt neben dem Kanal auch. Und nichts für dich im Hochsommer: Die Po-Ebene liegt im Juli unter feuchter Hitze, und an den Dämmen warten die Mücken.

Streckenverlauf & Landschaft

Triest bis Verona (km 0–506,1): Der erste Tag ist der einzige am Meer mit Höhe: über den Karstrand an Prosecco vorbei nach Duino (km 25,2). Ab Monfalcone (km 35,0) wird es flach – Isonzo-Mündung, Lagune, Grado (km 73,8), Aquileia (km 85,7) –, dann folgen die friaulische Ebene mit Palmanova (km 115,9), der Tagliamento bei Latisana (km 163,7) und das trockengelegte Bonifica-Land bis an den Piave. Am Sile entlang kommst du nach Treviso (km 309,9), westwärts über Castelfranco und Cittadella nach Vicenza (km 418,2) und durch die Monti Berici nach Verona (km 506,1).

Verona bis Genua (km 506,1–1.021,7): Hinter Verona geht es über die Moränenhügel ans Gardasee-Ufer bei Peschiera (km 548,2), den Mincio hinunter nach Mantua (km 606,9) und dann in die eigentliche Po-Ebene: Pappeln, Dämme, Reis- und Maisfelder bis Cremona (km 739,7) und Piacenza (km 784,4). Dort beginnen die Weinhügel des Oltrepò Pavese bis Tortona (km 913,2). Über Gavi (km 954,6) und Voltaggio (km 970,1) steigst du auf den Apennin, 822 Meter bei km 988,3, und gehst durch das Polcevera-Tal über Pontedecimo (km 1.003,5) hinunter nach Genua.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 48 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 1.021,7 km kalibriert. Etappenorte haben Unterkünfte; liegt einer neben der Trasse, steht es dabei. Die Lagunenetappe nach Grado lässt sich nur mit einem Quartier abseits teilen, einige kurze Stadttage lassen Zeit für Besichtigungen.

  1. Triest → Sistiana (22,0 km) — über den Karst, am Dorf Prosecco vorbei, Blick auf den Golf.
  2. Sistiana → Monfalcone (13,0 km) — kurz, mit Zeit für Rilke-Pfad und Burg Duino.
  3. Monfalcone → Grado (38,8 km) — längste Etappe, flach am Lagunenrand, ohne Ort in unserer Karte.
  4. Grado → Cervignano del Friuli (23,4 km) — über den Damm nach Aquileia; Zeit für die Basilika.
  5. Cervignano del Friuli → Palmanova (18,7 km) — durch die Ebene zur Sternfestung.
  6. Palmanova → Carlino (20,4 km) — Felder und Kanäle über San Giorgio di Nogaro.
  7. Carlino → Latisana (27,4 km) — an den Tagliamento.
  8. Latisana → Concordia Sagittaria (25,8 km) — ins Veneto; Concordia 1,5 km abseits.
  9. Concordia Sagittaria → San Stino di Livenza (18,5 km) — Bonifica-Land; San Stino 0,6 km abseits.
  10. San Stino di Livenza → Oderzo (25,8 km) — über Motta di Livenza ins römische Opitergium.
  11. Oderzo → Noventa di Piave (21,6 km) — den Piave entlang.
  12. Noventa di Piave → Portegrandi (26,6 km) — am Rand der Lagune von Venedig.
  13. Portegrandi → Treviso (27,9 km) — am Sile flussaufwärts.
  14. Treviso → Badoere (16,1 km) — zur halbrunden Piazza von Badoere.
  15. Badoere → Castelfranco Veneto (19,3 km) — in die Stadt Giorgiones.
  16. Castelfranco Veneto → Cittadella (18,8 km) — zur ummauerten Stadt.
  17. Cittadella → Piazzola sul Brenta (16,6 km) — über die Brenta; Kreuzung mit der Via Romea Germanica.
  18. Piazzola sul Brenta → Quinto Vicentino (24,2 km) — flach und ländlich.
  19. Quinto Vicentino → Vicenza (13,3 km) — kurzer Tag für Palladio.
  20. Vicenza → Grancona (25,6 km) — in die Monti Berici.
  21. Grancona → Arcole (22,6 km) — über Lonigo zurück in die Ebene.
  22. Arcole → Zevio (16,6 km) — Obstplantagen; Zevio 1,1 km abseits.
  23. Zevio → Verona (23,1 km) — in die Stadt der Arena.
  24. Verona → Pescantina (17,1 km) — die Etsch hinauf.
  25. Pescantina → Peschiera del Garda (25,0 km) — über Pastrengo an den Gardasee.
  26. Peschiera del Garda → Volta Mantovana (20,8 km) — am Mincio.
  27. Volta Mantovana → Rivalta sul Mincio (23,6 km) — Flusslandschaft, Goito 0,8 km abseits.
  28. Rivalta sul Mincio → Mantua (14,3 km) — über das Heiligtum von Grazie.
  29. Mantua → Borgoforte (20,2 km) — über Pietole an den Po.
  30. Borgoforte → Marcaria (26,0 km) — an den Oglio; Marcaria 0,7 km abseits.
  31. Marcaria → Sabbioneta (20,1 km) — zur Idealstadt der Gonzaga.
  32. Sabbioneta → Gussola (17,2 km) — über Casalmaggiore auf die Po-Dämme.
  33. Gussola → San Daniele Po (25,5 km) — Dämme und Pappeln; San Daniele 0,9 km abseits.
  34. San Daniele Po → Cremona (23,8 km) — in die Stadt der Geigenbauer.
  35. Cremona → San Nazzaro (18,3 km) — über den Po in die Emilia.
  36. San Nazzaro → Piacenza (26,4 km) — in die Stadt der Via Francigena.
  37. Piacenza → Gragnano Trebbiense (13,0 km) — kurzer Tag über die Trebbia.
  38. Gragnano Trebbiense → Ziano Piacentino (23,9 km) — die ersten Weinhügel.
  39. Ziano Piacentino → Canneto Pavese (17,3 km) — mitten im Oltrepò Pavese.
  40. Canneto Pavese → Casteggio (24,0 km) — Hügel auf und ab.
  41. Casteggio → Voghera (21,1 km) — am Hügelfuß entlang.
  42. Voghera → Volpedo (13,8 km) — ins Dorf des Malers Pellizza.
  43. Volpedo → Tortona (15,7 km) — hinunter ins alte Dertona.
  44. Tortona → Sardigliano (26,4 km) — ins Scrivia-Hügelland.
  45. Sardigliano → Gavi (15,0 km) — über Serravalle Scrivia, Abstecher nach Libarna.
  46. Gavi → Voltaggio (15,5 km) — ins Lemme-Tal.
  47. Voltaggio → Isoverde (24,9 km) — Bergetappe über den Kamm auf 822 m.
  48. Isoverde → Genua (26,7 km) — das Polcevera-Tal hinunter, über Begato ans Meer.

Untergrund ist zu einem großen Teil Asphalt: Nebenstraßen, Dammwege, Radwege an Kanälen, in den Städten Pflaster. Schwierig ist davon nichts außer der Länge und der Gleichförmigkeit. Die einzigen ernsten Steigungen kommen an drei Stellen: in den Monti Berici, im Oltrepò Pavese und auf dem Apennin, wo du zwischen Voltaggio und dem Kamm über 450 Höhenmeter am Stück gehst.

Ein Kupferschmied hätte die Straße beinahe eingeschmolzen

Die Via Postumia ist eine der wenigen Römerstraßen, die in einer Urkunde ihrer eigenen Zeit auftauchen. Am 13. Dezember 117 v. Chr., gut dreißig Jahre nach dem Bau, schlichteten die Brüder Quintus und Marcus Minucius Rufus im Auftrag des Senats einen Streit zwischen den Genuaten und den Viturii Langenses im Tal der Polcevera: Wem gehört welches Stück Land, wo stehen die Grenzsteine? Die Antwort ließen sie in Bronze gießen, 46 Zeilen Latein auf einer Tafel von 38 mal 48 Zentimetern – und mehrfach steht darin die Via Postumia als Grenzlinie. Die älteste Urkunde Liguriens ist also auch ein Wegweiser.

1506 fand ein Bauer namens Agostino Pedemonte die Tafel im Bachbett des Pernecco bei Pedemonte di Serra Riccò, wenige Kilometer neben dem Weg im Polcevera-Tal. Er verkaufte sie an einen Kupferschmied in Genua, der sie einschmelzen wollte; der Bischof und Historiker Agostino Giustiniani brachte die Republik dazu, sie zu kaufen. Seit 1993 liegt die Tavola di Polcevera im Museo di Archeologia Ligure in Genua-Pegli – und du gehst am letzten Tag durch genau das Tal, um dessen Grenzen damals gestritten wurde.

Die Straße selbst war ein Werkzeug der Eroberung: 181 v. Chr. hatte Rom Aquileia gegründet, 218 v. Chr. Cremona als Vorposten gegen Hannibal befestigt. Die Postumia band beide an Genua und damit an den Seeweg nach Rom. In der Tabula Peutingeriana, der spätantiken Straßenkarte, endet sie sichtbar in Oderzo; ob sie bis Aquileia durchlief, ist unter Forschern umstritten. Bei Bedriacum, dem heutigen Calvatone wenige Kilometer nördlich der Trasse, entschied sich auf ihr das Vierkaiserjahr: Am 14. April 69 schlug Vitellius den Kaiser Otho, im Oktober schlugen Vespasians Truppen Vitellius und plünderten danach Cremona. Pilger kamen auch: Der anonyme Pilger von Bordeaux nutzte 333 die Straßen der Po-Ebene auf dem Weg nach Jerusalem, und die Mönche von Bobbio hielten den Apenninübergang bis ins 8. Jahrhundert offen.

Praktisch heißt das: Römisches Pflaster siehst du kaum, die Straße liegt unter Staatsstraßen und Feldwegen. Die Spuren stecken in den Orten – in Libarna bei Serravalle Scrivia, den Resten einer römischen Stadt an der Postumia, und im Forum von Aquileia.

Highlights am Weg

  • Prosecco (km 11,0, 1,1 km neben der Trasse) — Karstdorf über dem Golf; der Engländer Fynes Moryson notierte 1593: „Here growes the wine Pucinum, now called Prosecho, much celebrated by Pliny“ (hier wächst der Wein Pucinum, jetzt Prosecho genannt). Seit 2009 ist Prosecco geschützter Ortsname, die Rebe heißt Glera.
  • Burg Duino (km 25,2) — 1389 auf römischen Resten gebaut; hier begann Rainer Maria Rilke 1912 die „Duineser Elegien“. Der Rilke-Pfad nach Sistiana ist seit 1987 ein Wanderweg.
  • Aquileia (km 85,7) — 181 v. Chr. gegründet, Basilika mit mehr als 760 Quadratmetern frühchristlichem Fußbodenmosaik aus dem 4. Jahrhundert, 1031 vom Patriarchen Poppo neu geweiht.
  • Palmanova (km 115,9) — am 7. Oktober 1593 von Venedig gegründete Festungsstadt mit neun Spitzen, seit 2017 Welterbe, zusammen mit Peschiera del Garda (km 548,2).
  • Castelfranco Veneto (km 345,3) — Stadtmauer, Giorgiones Altarbild im Dom und die Kirche San Giacomo, deren Hospital 1217 genehmigt wurde.
  • Mantua und Sabbioneta (km 606,9 und 673,2) — seit 2008 gemeinsam Welterbe; in Sabbioneta Scamozzis Teatro all'antica von 1590, der erste eigens als Theater gebaute Bau der Neuzeit. Dazwischen in Pietole (km 613,5) Vergils Geburtsort.
  • Cremona (km 739,7) — Stadt von Stradivari (1644–1737) und den Amati; der Geigenbau ist seit 2012 immaterielles Welterbe.
  • Forte di Gavi (km 954,6) — genuesische Festung, 1626 bis 1629 mit sechs Bastionen ausgebaut, ab 1859 Gefängnis.
  • Genua (km 1.021,7) — Altstadt mit den Strade Nuove und den Palazzi dei Rolli, Welterbe seit 2006; im Museum in Pegli die Tavola di Polcevera.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Wer den ganzen Weg geht, kommt meist aus dem Osten: Der Camino Slovenia (Primorska-Zweig) führt von Ljubljana über den Karst nach Triest – genau dorthin, wo die Via Postumia beginnt.

Unterwegs kannst du an drei Stellen einsteigen oder wechseln:

Ein Abstecher ohne gemeinsamen Ort ist der Prosecco Hills Trail zwischen Vidor und Vittorio Veneto: Er liegt gut 20 Kilometer nördlich von Castelfranco und Treviso und ist mit Bahn und Bus erreichbar. Die Via Postumia selbst berührt die Prosecco-Hügel nicht, nur das Karstdorf bei Triest, das dem Wein den Namen gab.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar bis Spanien. In Genua beginnt die Via Aurelia, die an der ligurischen Küste und der Côte d'Azur entlang nach Arles führt; dort schließt die Via Tolosana über Toulouse und den Somport an. Wer schon in Piacenza nach Westen abbiegen will, nimmt die Via Domitia über die Alpen, die ebenfalls in Arles endet. Wer in Genua aufhört, hat Italien vom Golf von Triest bis zum Ligurischen Meer durchquert. Eine Compostela gibt es dafür nicht; sie gibt es erst in Santiago, für die letzten 100 Kilometer zu Fuß.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um Stempel zu sammeln und in den wenigen Pilgerquartieren und Pfarreien unterzukommen, die ihn verlangen; am Ende bis Santiago zählt er für die Compostela. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei – auf diesem Weg wichtiger als anderswo, weil die Markierung lückenhaft ist; am einfachsten planst du die 48 Etappen direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft. Rechne mit B&Bs, Agriturismi und kleinen Hotels; Pilgerherbergen sind selten. In den Dörfern der Po-Ebene und des Oltrepò gibt es oft nur ein oder zwei Adressen, teils abseits; buch einen Tag vorher, in Verona, Mantua und am Gardasee früher.

Jahreszeit und Ausrüstung. Beste Zeit sind April bis Juni und September bis Oktober. Im Spätherbst ist die Po-Ebene neblig; Mücken- und Sonnenschutz für die schattenlosen Dämme gehören ins Gepäck, auf dem Apennin auch im Frühjahr Regenzeug.

Was dich der Weg kostet

Ein Zimmer im B&B oder Agriturismo kostet allein meist 50 bis 80 €, zu zweit 70 bis 110 €; in Verona, Mantua, am Gardasee und in Genua eher 80 bis 130 €. Wo es Pilgerquartiere oder Pfarreien gibt, zahlst du 15 bis 30 € oder eine Spende. Ein Abendessen in der Trattoria liegt bei 20 bis 35 €, ein Mittagsmenü in der Bar bei 12 bis 18 € (Stand: Oktober 2026).

Rechne insgesamt mit 70 bis 100 € pro Tag, wenn du allein unterwegs bist, zu zweit mit 55 bis 80 € pro Person. Ehrlich gesagt ist das der Preis dafür, dass es fast keine Pilgerinfrastruktur gibt – und der Grund, warum viele den Weg in Abschnitten gehen.

Anreise

Zum Start. Triest Centrale erreichst du mit dem Zug über Venedig oder Udine; aus Österreich und Süddeutschland meist mit Umstieg in Udine oder Venedig, aus Slowenien mit Bahn oder Bus über Ljubljana. Der Flughafen Triest liegt bei Ronchi dei Legionari nahe Monfalcone, also fast am Weg.

Vom Ziel. Genua hat zwei große Bahnhöfe, Piazza Principe und Brignole, mit Zügen nach Mailand, Turin und Rom und weiter Richtung Schweiz und Deutschland; der Flughafen Cristoforo Colombo liegt im Westen der Stadt. Zwischeneinstiege sind leicht, fast alle Etappenstädte von Treviso bis Tortona liegen an der Bahn.

  • Bahn: trenitalia.com — Regional- und Fernzüge in ganz Norditalien, Triest und Genua
  • Bahn: oebb.at — Verbindungen aus Österreich und Deutschland Richtung Udine, Venedig und Triest
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