Via Romea Germanica (Italien) auf der Karte

Via Romea Germanica (Italien)

Die Via Romea Germanica in Italien ist das längste Stück des Romwegs von Stade nach Rom: 1.017,9 Kilometer vom Brennerpass durch Südtirol, das Trentino und die Valsugana, über Bassano, Padua und die Po-Ebene nach Ferrara und Ravenna, dann über den Apennin am Passo Serra ins Casentino, über Arezzo, Cortona und Orvieto nach Montefiascone und auf der Trasse der Via Francigena zum Petersplatz. 46 Etappen, sechs Regionen, 12.770 Höhenmeter bergauf. Ein Rompilgerweg, kein Jakobsweg nach Santiago – und einer, auf dem du oft wochenlang keinem anderen Pilger begegnest.

26. September 202616 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Brenner – Brennero an der Grenze zu Österreich / Petersplatz in Rom
  • Länge: 1.017,9 km
  • Dauer: 46 Etappen, Ø gut 22 km, längste 34,7 km (Monselice–Rovigo); realistisch sechs bis sieben Wochen
  • Höhenmeter: ↗ 12.770 m / ↘ 14.114 m
  • Höchster / tiefster Punkt: 1.377 m am Brenner bei km 0 / −3 m bei km 494,7 im Po-Delta-Tiefland bei Sant'Alberto
  • Landschaft: Eisacktal und Ritten, Weinstraße, Valsugana und Brenta-Schlucht, Po-Ebene, Lagunen und Adriaküste, Apennin mit den Casentiner Wäldern, toskanische und umbrische Hügel, vulkanische Tuffstädte in Latium
  • Träger: Associazione Europea Via Romea Germanica mit den Fördervereinen in Deutschland und Österreich; seit 2020 zertifizierte Kulturroute des Europarats
  • Markierung: orange Pfeile auf weißem Grund und Aluschilder mit dem Vereinssymbol und dem Schriftzug „VIA ROMEA“; kleine Aufkleber sind leicht zu übersehen
  • Pilgerpass: italienische Credenziale für 3 €, deutscher Via-Romea-Pilgerpass für 7 € (Stand: September 2026)
  • Jakobus-Spuren: gemeinsame Trasse mit dem Jakobsweg Brenner und dem Jakobsweg Südtirol bis Bozen
  • Anschlusswege: nördlich die Via Romea Germanica (Österreich), ab Montefiascone die Via Francigena (Italien)
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; im Hochsommer ist die Po-Ebene heiß und schattenlos, Brenner und Apennin können bis ins Frühjahr Schnee haben

Überblick

Das ist kein Jakobsweg nach Santiago, sondern ein Romweg. Er folgt der Reisebeschreibung des Abtes Albert von Stade, der 1236 von der Elbe nach Rom zog, um sich bei Papst Gregor IX. die Reform seines Klosters genehmigen zu lassen. In seinen Annales Stadenses legte er den Weg später zwei Mönchen in den Mund: Firri bittet, Tirri fragt zurück „Qua via vis procedere?“ – welchen Weg willst du nehmen? Eine der Antworten führt über den Brenner, durch die Valsugana, über Padua, Ferrara und Ravenna und über den Apennin nach Rom. Genau dieser Linie folgt der italienische Abschnitt.

Italien ist dabei der größte Teil des Ganzen: Von den knapp 2.200 Kilometern zwischen Stade und Rom liegen fast 1.018 südlich des Brenners. Du gehst durch sechs Regionen, von Südtiroler Weinhängen über die Brenta-Städte Bassano und Padua, das flache Polesine und die Lagunen bei Comacchio bis an die Adria, dann quer über den Apennin, durch das Casentino und die Hügel zwischen Arezzo und Orvieto nach Latium.

Und du gehst meist allein. Eine Pilgerin, die den ganzen Weg 2025 lief, traf die ersten Mitpilger nach eigenen Worten erst hinter Città della Pieve, „after 2,000 km“. Pilgerherbergen gibt es wenige, dafür Agriturismi, Klöster und Pfarreien – und ab Montefiascone die gut ausgebaute Welt der Via Francigena.

Andere Namen

Der Träger nennt den Weg Via Romea Germanica, deutscher Romweg, weil er die Pilger aus dem deutschen Reich nach Rom brachte. In älteren Texten heißt er Via Romea di Stade oder Via Romea Stadense, nach Alberts Heimatstadt; manche italienische Seiten schreiben Via Romea Germanica Imperiale, weil ihn laut dem Tourismusverband der Emilia-Romagna auch sächsische Kaiser und staufische Herrscher bevorzugten. Mit der Via Romea Strata oder der Via Francigena ist er nicht identisch, auch wenn er sich mit Letzterer die letzten Tage teilt.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du Italien einmal der Länge nach durchgehen willst, nicht als Postkartenreise, sondern mit Lagune, Reisfeld, Apenninwald und Tuffstadt an aufeinanderfolgenden Tagen. Ideal, wenn dich Kunst reizt: Giotto in Padua, die Mosaiken von Ravenna, Piero della Francesca in Arezzo, der Dom von Orvieto. Ideal auch, wenn du schon auf dem Jakobsweg warst und jetzt Rom zu Fuß erreichen willst – ohne das Gedränge der letzten Francigena-Wochen, bis Montefiascone.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Camino-Gemeinschaft suchst: Ein Pilger, der den Abschnitt 2018 in sechs Wochen ging, traf keinen einzigen anderen Romea-Pilger und schrieb, es fehle das typische Herbergsleben Spaniens. Nichts für dich auch, wenn dich lange Asphalt- und Deichtage langweilen – zwischen Padua und Ravenna ist das Land flach bis zum Horizont, im Sommer heiß und voller Mücken. Und nichts für dich, wenn du spontan ankommen willst: Viele Unterkünfte antworten spät oder gar nicht, reserviere Tage im Voraus.

Streckenverlauf & Landschaft

Alpen und Valsugana (km 0–265): Vom Brenner geht es dem Eisack nach über Sterzing (km 17,2) und Franzensfeste (km 39,4) zum Kloster Neustift (km 45,9) und nach Brixen (km 49,4). Über Feldthurns erreichst du Klausen (km 64,0) unter dem Kloster Säben, steigst über Barbian auf den Ritten nach Klobenstein (km 84,4) und kommst hinunter nach Bozen (km 102,0). Die Weinstraße führt über Tramin (km 126,6) und Kurtatsch nach Salurn (km 143,9), dann über Lavis nach Trient (km 174,2). Durch die Valsugana mit Levico Terme (km 195,4) und Borgo Valsugana (km 210,5) läufst du in die Brenta-Schlucht bei Cismon del Grappa (km 242,2) und heraus nach Bassano del Grappa (km 264,7).

Ebene, Lagune, Adria (km 265–539): Entlang der Brenta über Piazzola sul Brenta (km 298,0) nach Padua (km 323,8), über die Euganeischen Hügel bei Monselice (km 345,7) und durchs Polesine nach Rovigo (km 380,4). Bei Polesella (km 400,8) erreichst du den Po, bei Francolino liegt das Südufer, dann Ferrara (km 423,0). Über Traghetto und Argenta (km 469,7) geht es in das Tiefland am Rand der Valli di Comacchio, bei km 494,7 drei Meter unter dem Meeresspiegel, nach Casalborsetti (km 517,7) an die Adria und die Küste entlang nach Ravenna (km 539,4).

Apennin, Toskana, Umbrien, Latium (km 539–1.017,9): Über Forlì und Meldola (km 585,5) steigt der Weg durch das Bidente-Tal über Civitella und Galeata nach Santa Sofia (km 618,1) und Bagno di Romagna (km 642,0). Am Passo Serra quert er den Apennin, dann das Casentino über Chitignano (km 679,3) und Subbiano (km 696,9) nach Arezzo (km 717,0). Durch das Chiana-Tal geht es über Castiglion Fiorentino nach Cortona (km 755,0), westlich am Trasimenischen See vorbei nach Città della Pieve (km 815,4) und Orvieto (km 860,5). Über Bagnoregio (km 880,4) erreichst du Montefiascone (km 894,1) über dem Bolsenasee, dann auf der Via Francigena Viterbo (km 912,1), Sutri (km 952,1), La Storta (km 998,6) und Rom (km 1.017,9).

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Der Träger teilt den italienischen Abschnitt in 46 Etappen. Wir folgen dieser Einteilung mit Orten unserer Karte; wo ein offizielles Tagesziel nicht auf der Trasse liegt, wählen wir den nächsten Kartenort – Frassineta statt Valle Santa, Sant'Alberto statt der Valli di Comacchio, Bagnoregio statt Lubriano. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 1.017,9 km kalibriert. Rund die Hälfte des Wegs verläuft auf Pfaden, Maultierwegen und unbefestigten Feldwegen, der Rest auf Nebenstraßen und Deichen.

  1. Brenner – Brennero → Sterzing – Vipiteno (17,2 km) — Vom Pass über Brennerbad und Pontigl hinunter, ein sanfter Einstieg bergab.
  2. Sterzing – Vipiteno → Brixen – Bressanone (32,2 km) — Lang, über Mauls, Mittewald und Franzensfeste zum Kloster Neustift.
  3. Brixen – Bressanone → Klausen – Chiusa (14,6 km) — Kurz, über Feldthurns auf den Hängen über dem Eisack.
  4. Klausen – Chiusa → Klobenstein – Collalbo (20,4 km) — Der Aufstieg über Barbian auf den Ritten, viele Höhenmeter.
  5. Klobenstein – Collalbo → Bozen – Bolzano (17,6 km) — Über das Rittner Plateau und den steilen Abstieg nach Bozen.
  6. Bozen – Bolzano → Tramin – Termeno (24,6 km) — Über Montiggl und den Kalterer See in die Weinstraße.
  7. Tramin – Termeno → Salurn (17,3 km) — Kurtatsch, Margreid und die Sprachgrenze an der Salurner Klause.
  8. Salurn → Trient – Trento (30,3 km) — Durch das Etschtal über San Michele und Lavis nach Trient.
  9. Trient – Trento → Levico Terme (21,2 km) — Über Povo und Pergine in die Valsugana.
  10. Levico Terme → Borgo Valsugana (15,1 km) — Kurz und flach am Brenta-Ufer.
  11. Borgo Valsugana → Cismon del Grappa (31,7 km) — Lang, über Grigno in die enge Brenta-Schlucht.
  12. Cismon del Grappa → Bassano del Grappa (22,5 km) — Durch den Canale di Brenta hinaus in die Ebene.
  13. Bassano del Grappa → Piazzola sul Brenta (33,3 km) — Lang und flach; Carmignano di Brenta liegt 1,7 km neben der Trasse.
  14. Piazzola sul Brenta → Padua (25,8 km) — Entlang der Brenta über Limena in die Stadt des heiligen Antonius.
  15. Padua → Monselice (21,9 km) — Zu den Euganeischen Hügeln und dem Burgberg von Monselice.
  16. Monselice → Rovigo (34,7 km) — Die längste Flachetappe durchs Polesine; in Anguillara Veneta kannst du teilen.
  17. Rovigo → Polesella (20,4 km) — Über Pontecchio und Guarda Veneta an den Po.
  18. Polesella → Ferrara (22,2 km) — Über den Po nach Francolino und in die Renaissancestadt.
  19. Ferrara → Traghetto (30,1 km) — Durch Felder und Kanäle der Ebene südlich von Ferrara.
  20. Traghetto → Argenta (16,6 km) — Kurz, über Consandolo.
  21. Argenta → Sant'Alberto (32,3 km) — In das Tiefland der Valli di Comacchio; Sant'Alberto liegt 1,3 km neben der Trasse.
  22. Sant'Alberto → Casalborsetti (15,7 km) — Durch die Lagunenlandschaft ans Meer.
  23. Casalborsetti → Ravenna (21,7 km) — Die Adriaküste entlang und hinein nach Ravenna.
  24. Ravenna → Forlì (29,8 km) — Flach nach Südwesten; die Karte führt rund 4 km an der Innenstadt von Forlì vorbei.
  25. Forlì → Cusercoli (28,0 km) — Über Meldola hinein ins Bidente-Tal, die ersten Hügel.
  26. Cusercoli → Santa Sofia (20,9 km) — Über Civitella di Romagna und Galeata.
  27. Santa Sofia → Bagno di Romagna (23,9 km) — Über die Hügel ins Savio-Tal zu den Thermen.
  28. Bagno di Romagna → Frassineta (14,2 km) — Kurz, aber der große Anstieg zum Passo Serra auf rund 1.150 Meter.
  29. Frassineta → Chitignano (23,1 km) — Hinunter ins Casentino; Bibbiena liegt 2,5 km neben der Trasse.
  30. Chitignano → Subbiano (17,6 km) — Durch Wald und Olivenhaine ins Arno-Tal.
  31. Subbiano → Arezzo (20,1 km) — Über Capolona und Giovi nach Arezzo.
  32. Arezzo → Castiglion Fiorentino (24,6 km) — Über Rigutino und die Pieve a Sassaia.
  33. Castiglion Fiorentino → Cortona (13,4 km) — Kurz, aber der Schlussanstieg nach Cortona ist steil.
  34. Cortona → Pozzuolo (24,2 km) — Hinunter ins Chiana-Tal, am Trasimenischen See vorbei.
  35. Pozzuolo → Paciano (21,0 km) — Über Gioiella und Vaiano nach Umbrien.
  36. Paciano → Città della Pieve (15,2 km) — Durch Hügelland in die Stadt Peruginos.
  37. Città della Pieve → Ficulle (22,5 km) — Hinunter ins Chiana-Tal, am Ende steil hinauf nach Ficulle.
  38. Ficulle → Orvieto (22,6 km) — Über Allerona Scalo zum Tuffsockel von Orvieto.
  39. Orvieto → Bagnoregio (19,9 km) — Über Porano und Lubriano, mit Blick auf Civita di Bagnoregio.
  40. Bagnoregio → Montefiascone (13,7 km) — Kurz, auf die Höhe über dem Bolsenasee.
  41. Montefiascone → Viterbo (18,0 km) — Auf der Via Francigena über die Via Cassia antica.
  42. Viterbo → Vetralla (16,8 km) — Unter den Monti Cimini nach Vetralla.
  43. Vetralla → Sutri (23,2 km) — Über Capranica nach Sutri.
  44. Sutri → Campagnano di Roma (24,9 km) — Über Monterosi in die Campagna.
  45. Campagnano di Roma → La Storta (21,6 km) — Über Formello durch den Parco di Veio an den Stadtrand.
  46. La Storta → Rom (19,3 km) — Durch den Park Insugherata und über den Monte Mario zum Petersplatz.

Alberts „Alpes“ mitten in Italien: die Querung am Passo Serra

Wer den Apennin für ein Mittelgebirge hält, sollte Albert von Stade lesen. In seiner Liste der Stationen hinter Ravenna stehen Namen, die du heute als Etappenorte wiederfindest: „Furlin“ ist Forlì, dann „Meldola“, „Civitella“ und „balneum sanctae Mariae“ – das Bad der heiligen Maria, heute Bagno di Romagna mit seiner Basilika Santa Maria Assunta. Direkt dahinter vermerkt er „Alpes“, die Berge. Danach folgen „Champ“ für Campi im Casentino, „Sibean“ für Subbiano und „Aretium“ für Arezzo. Die Linie, die er vor fast 800 Jahren aufschrieb, ist dieselbe, die du auf den Etappen 25 bis 31 gehst.

Die „Alpes“ sind der Passo Serra, rund 1.150 Meter hoch. Bis ins 19. Jahrhundert war dieser Pass laut Träger die einzige Verbindung zwischen der Romagna und der Toskana auf dieser Linie; Kaiser, Heere und Rompilger aus dem Norden nahmen den Weg über den Kamm. 1998 wurde am Pass ein Gedenkstein für die Romea gesetzt, und in Frassineta stehen die Reste eines Wachturms aus dem 11. Jahrhundert.

Heute ist die Querung der landschaftlich stärkste und körperlich härteste Tag des italienischen Abschnitts: aus dem Savio-Tal über den Passo dei Mandrioli und die Hochfläche von Nasseto zum Pass, dann durch dichten Buchenwald hinunter nach Corezzo und Frassineta. Du bist am Rand des Nationalparks der Casentiner Wälder. Wer mag, nimmt am Pass die offizielle Variante über den Kamm zum Franziskusheiligtum La Verna, wo Franziskus 1224 die Wundmale empfangen haben soll; sie ist rund zehn Kilometer lang und ein ständiges Auf und Ab.

Praktisch heißt das: Starte in Bagno früh, nimm Wasser und Verpflegung für den ganzen Tag mit, und geh den Pass nicht bei Schnee oder Gewitter. Übernachtung gibt es im Rifugio Casa Santicchio bei Corezzo, das der Träger als Etappenziel nennt; reserviere vorher.

Ab Montefiascone auf der Via Francigena

Hinter Orvieto wird der Weg voller. In Montefiascone trifft die Via Romea auf die Via Francigena, den Frankenweg von Canterbury nach Rom, und läuft von da an praktisch auf derselben Trasse: über Viterbo und dann von Vetralla bis an den Stadtrand von Rom. Auf den letzten gut 120 Kilometern gehst du also nicht mehr allein, sondern mit Pilgern aus ganz Europa, und findest mehr Pilgerunterkünfte als auf den 900 Kilometern davor.

Albert kannte auch dieses Stück: „Mons Flascun“, „Viterbium“, „Sutrium“ stehen in seiner Liste, dann „Roma“. Wer nur die letzten Tage gehen will, kann in Viterbo oder Sutri einsteigen.

Highlights am Weg

  • Kloster Neustift (km 45,9) — 1142 gegründetes Augustiner-Chorherrenstift vor Brixen; hier beginnt der Jakobsweg Brenner.
  • Trient (km 174,2) — Stadt des Konzils von 1545 bis 1563, mit Dom und dem Castello del Buonconsiglio.
  • Ponte degli Alpini, Bassano del Grappa (km 264,7) — die gedeckte Holzbrücke über die Brenta nach einem Entwurf Palladios von 1569.
  • Padua (km 323,8) — Giottos Fresken in der Scrovegni-Kapelle, seit 2021 mit den übrigen Freskenzyklen der Stadt Welterbe, und die Basilika des heiligen Antonius.
  • Ferrara (km 423,0) — Renaissancestadt der Este mit dem Castello Estense, seit 1995 Welterbe.
  • Casalborsetti (km 517,7) — der einzige Ort, an dem der Weg die Adria erreicht; dahinter die Lagunen.
  • Ravenna (km 539,4) — acht frühchristliche und byzantinische Bauwerke als Welterbe, San Vitale, das Mausoleum der Galla Placidia, das Grab Dantes.
  • Arezzo (km 717,0) — Piero della Francescas Legende vom Wahren Kreuz in San Francesco.
  • Cortona (km 755,0) — etruskische Stadt auf dem Berg, darunter der Trasimenische See, an dem Hannibal 217 vor Christus die Römer schlug.
  • Orvieto (km 860,5) — der Dom auf dem Tuffsockel mit dem Korporale des Wunders von Bolsena, dazu der Pozzo di San Patrizio.
  • Civita di Bagnoregio (bei km 880,4) — das Dorf auf dem bröckelnden Tuffkegel, nur über eine Fußgängerbrücke erreichbar.
  • Viterbo (km 912,1) — der Papstpalast, in dem von 1268 bis 1271 das längste Konklave der Geschichte tagte.
  • Petersplatz, Rom (km 1.017,9) — das Ziel, nach knapp 2.200 Kilometern ab Stade.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten, die den ganzen Weg gehen, kommen zu Fuß über den Brenner: Die Via Romea Germanica (Deutschland) führt 1.094,8 Kilometer von Stade nach Scharnitz, die Via Romea Germanica (Österreich) 82,1 Kilometer durch Tirol zum Pass. Viele gehen aber nur den italienischen Teil oder einzelne Regionen, etwa den Apennin von Ravenna bis Arezzo.

Unterwegs kreuzt oder teilt die Romea mehrere Wege aus dem Camino-Ninja-Netz:

Weiterpilgern?

Rom ist das Ziel, aber nicht das Ende des Netzes. Wer Stempel und Zeugnis hat und weitergehen will, findet am Petersplatz zwei Wege nach Süden und Osten:

  • Via Francigena del Sud — die Fortsetzung der Frankenstraße Richtung Apulien, zu den alten Häfen ins Heilige Land
  • Cammino di San Tommaso — von Rom quer über den Apennin nach Ortona an der Adria, zum Grab des Apostels Thomas

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerpass und App. Der italienische Verein gibt eine nummerierte Credenziale heraus, im Onlineshop des Partners SloWays für 3 € (Stand: September 2026); der Pass des deutschen Vereins kostet 7 € und gilt für den ganzen Weg ab Stade. Mit gestempeltem Pass stellt dir das Pilgerbüro der Opera Romana Pellegrinaggi am Petersplatz das Testimonium aus. Die Opera Romana verlangt mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß; ein italienischer Wegführer nennt für die Romea dagegen 250 Kilometer ab dem Trasimenischen See, frag im Zweifel beim Verein nach. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft. Echte Pilgerherbergen sind selten, am ehesten in Pfarreien, Klöstern und in Latium auf der Francigena. Sonst schläfst du in Agriturismi, B&Bs, Affittacamere und kleinen Hotels; in Ravenna, Ferrara und Padua ist die Auswahl groß, im Apennin und im Polesine klein. Buche zwei, drei Tage voraus, am besten per Telefon.

Navigation und Jahreszeit. Die Markierung ist über weite Strecken durchgehend, aber lückenhaft in Städten und Feldern; die GPS-Spur ist unverzichtbar. Im Frühjahr sind Feldwege in der Ebene oft schlammig, ein Pilger stand 2018 bei Überschwemmung knietief im Gras. Im Sommer starte früh.

Was dich der Weg kostet

Ehrlich gesagt gibt es für den italienischen Abschnitt keine aktuelle Preisliste. Der Pilgerpass kostet 3 € beim italienischen oder 7 € beim deutschen Verein, das Testimonium in Rom ist kostenlos (Stand: September 2026). Ein Pilger nannte 2018 rund 15 € pro Nacht in Pilgerherbergen und 30 bis 60 € für ein Einzelzimmer in B&B, Affittacamere oder Hotel – seither sind die Preise gestiegen, nimm diese Werte als Untergrenze.

Rechne vor allem mit Zimmerpreisen: In Südtirol und in Städten wie Padua, Ravenna, Cortona oder Orvieto zahlst du deutlich mehr als im Polesine oder im Apennin. Dazu kommen Kurtaxe, Bar-Frühstück, Abendessen und gelegentlich eine Bahnfahrt.

Anreise

Zum Start. Der Bahnhof Brenner liegt direkt am Pass. Von Norden fährst du mit dem Zug über Innsbruck, von Süden über Bozen und Sterzing.

Vom Ziel. Vom Petersplatz sind es wenige Minuten zum Bahnhof Roma San Pietro, von dort Regionalzüge nach Roma Termini mit Fernzügen in den Norden und Anschluss zum Flughafen Fiumicino. Wer eine Etappe abbrechen will, findet fast überall eine Bahnlinie im Tal – außer im Apennin zwischen Meldola und Subbiano, wo nur Busse fahren.

  • Bahn Italien: trenitalia.com — Regional- und Fernzüge vom Brenner bis Rom
  • Träger: viaromeagermanica.it — Etappen, GPS-Spuren, Unterkünfte, Credenziale
  • Testimonium in Rom: turismoroma.it — Bedingungen und Pilgerbüros am Petersplatz ---
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Alles, was du für den Via Romea Germanica (Italien) brauchst, direkt zu dir nach Hause.

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