St Frideswide's Way auf der Karte

St Frideswide's Way

64,6 Kilometer mit 128 Höhenmetern von Oxford nach Reading, immer an der Themse: vom Schrein der hl. Frideswide in der kleinsten Kathedrale Englands zu den Ruinen der Reading Abbey, wo Heinrich I. begraben liegt und vierhundert Jahre lang die Hand des hl. Jakobus verehrt wurde. Vier Etappen über Abingdon, Dorchester on Thames, Wallingford, den Goring Gap und Pangbourne, 24 Kirchen am Weg, eröffnet am 26. Juni 2024 von Christ Church und der Confraternity of Saint James. Keine eigene Markierung, kein Herbergsnetz, dafür die Great Western Main Line fast neben dir — und in Reading der Anschluss an den St James' Way nach Southampton.

7. September 202618 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Oxford, Christ Church Cathedral / Reading, St James Church an den Reading Abbey Ruins
  • Länge: 64,6 km (offiziell „40 Meilen")
  • Dauer: 4 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 128 m / ↘ 151 m
  • Höchster Punkt: 72 m am Goring Gap; tiefster Punkt 35 m
  • Etappen: 4 — Etappenziele der Eröffnungsbegehung, Kilometer auf unsere Streckendaten kalibriert
  • Landschaft: Themse-Auen, Marktstädte, Schleusen, der Goring Gap zwischen Chiltern Hills und Berkshire Downs
  • Träger: Christ Church Cathedral, Oxford, gemeinsam mit der Confraternity of Saint James; eröffnet 26. Juni 2024
  • Markierung: keine eigene — der Weg folgt den Zeichen des Thames Path National Trail
  • Jakobus-Spuren: Reading Abbey (Hand des hl. Jakobus 1133–1539, drei Jakobsmuscheln im Wappen), Zielkirche St James Church Reading
  • Unterkunft: kein Herbergsnetz; B&Bs, Pubs mit Zimmern, Hotels — vorbuchen
  • Zubringer: keiner — Oxford ist ein Anfangsweg
  • Weiter ab Reading: St James' Way nach Southampton, dann Camino Inglés ab A Coruña
  • Beste Zeit: Mai bis September (Oktober bis April Überflutungsgefahr an der Themse)

Überblick

Dieser Weg verbindet zwei Schreine, und in keinem liegt mehr, was einmal darin lag. In Oxford steht der Schrein der hl. Frideswide wieder auf seinem Originalplatz von 1289, rekonstruiert aus Fragmenten, die man 1889 und 1985 fand — aber ihre Gebeine wurden nach der Reformation absichtlich mit denen einer Reformatorenwitwe vermischt und liegen unmarkiert im Kathedralenboden. In Reading lag vierhundert Jahre lang die Hand des hl. Jakobus, 1125 aus dem deutschen Reichsschatz geholt, 1133 von Heinrich I. an seine Abtei gegeben, Grund für 29 aufgezeichnete Wunder und drei Jakobsmuscheln im Abteiwappen; heute liegt sie in Marlow, zwanzig Kilometer flussabwärts. Was am Platz geblieben ist, sind die Orte — und genau deshalb funktioniert dieser Weg. Du startest an der Christ Church Cathedral, der kleinsten Kathedrale der Church of England und der einzigen, die zugleich Collegekapelle ist, holst dir am Tom Tower den ersten Stempel und bist zehn Minuten später am Fluss.

Dann trägt dich die Themse: nach Abingdon mit den Resten einer Abtei, die älter ist als das Königreich England, nach Dorchester on Thames, wo Birinus im Jahr 635 einen westsächsischen König im River Thame taufte, nach Wallingford, wo 1153 fünfzehn Jahre Bürgerkrieg endeten, durch den Goring Gap, den einzigen echten Anstieg auf 64 Kilometern, nach Pangbourne, wo Kenneth Grahame starb, und in Reading an die Ruinen der Abtei Heinrichs I. Ehrlich gesagt ist das kein mittelalterlicher Pilgerpfad, sondern eine 2024 gestiftete Route auf einem Nationalwanderweg: Die Ziele sind alt, die Verbindung ist neu, eine eigene Markierung gibt es nicht, ein Herbergsnetz auch nicht, und du schläfst zu englischen Preisen. Dafür bekommst du 24 Kirchen, vier Tage ohne Steigung, an fast jedem Etappenende eine Bahn — und in Reading beginnt an derselben Kirche der nächste Weg.

Andere Namen

Der Weg heißt St Frideswide's Way — nach der hl. Frideswide, der Stadtpatronin von Oxford, geboren um 650, gestorben 727, altenglisch Frithuswith, in älteren Verzeichnissen auch Fredeswinda oder Frevisse. Wir lassen den englischen Wegnamen stehen: Er ist der offizielle und der einzige, unter dem du Führer, Stempelstellen und Unterkünfte findest. Träger sind die Christ Church Cathedral und die Confraternity of Saint James, die englische Jakobusgesellschaft — nicht die Diözese Oxford, deren Bischof die erste Gruppe segnete, und nicht der Reading Abbey Quarter, der das Ziel stellt.

Was du häufig lesen wirst, ist die Einordnung: Der Weg gilt als akkreditierte Zubringerroute zum Camino Inglés und heißt in Reiseprogrammen manchmal schlicht „the English Camino from Oxford". In Reading trifft er auf den St James' Way, den 110 Kilometer langen Weg nach Southampton derselben Confraternity; beide zusammen werden gelegentlich als „Oxford to Southampton Camino" verkauft, 129 Meilen, rund 208 Kilometer. Und ein Name gehört dazu, weil er die Trasse erklärt: Thames Path National Trail — St Frideswide's Way hat keine eigenen Wegmarken, er benutzt die des Nationalwegs von 1996.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen Camino in vier Tagen willst, der ernst gemeint ist: 64,6 Kilometer, 128 Höhenmeter, höchster Punkt 72 Meter — das schaffst du mit einem frisch operierten Knie oder einem zehnjährigen Kind. Ideal, wenn du gern dort läufst, wo Geschichte dicht liegt: Du startest am Schrein von 1289, kommst an einer Abtei von 675 vorbei, an der Taufstelle eines Königs von 635, an dem Ort, wo 1153 ein Bürgerkrieg endete, und endest an einer Abtei, die einmal über 230 Reliquien besaß — 24 Kirchen auf 64 Kilometern. Ideal, wenn du Pilgerkilometer für die Compostela sammeln willst, ohne dafür nach Spanien zu fliegen: Seit 2016 zählen englische Kilometer. Und ideal, wenn du ohne Auto anreist — die Great Western Main Line läuft fast neben dir her.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Einsamkeit suchst. Der Thames Path ist ein beliebter Nationalweg: Ruderboote, Bootshäuser, Schleusen, Wochenendläufer — das ist keine Meseta. Nichts für dich, wenn du Muschelschilder erwartest: Es gibt keine eigene Markierung, nur die des Thames Path, und du brauchst den Führer „A Pilgrim's Companion to Saint Frideswide's Way" oder eine Offline-Karte. Nichts für dich, wenn du ein Herbergsnetz brauchst — es gibt keins, du schläfst in B&Bs, Pubs und Hotels zu englischen Preisen, und die willst du vorher buchen, nicht abends suchen. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs. Und nichts für dich im Winter: Von Oktober bis April warnt der Träger selbst, „sections of the river Thames between Oxford and Reading are prone to flooding".

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest an der Christ Church Cathedral mitten in Oxford, zeigst am Porters Lodge am Tom Tower dein Credencial, bekommst Zugang zum Schrein und den ersten Stempel — und bist zehn Minuten später am Fluss. Über Kennington und die Schleuse von Sandford führt der Thames Path hinaus in die water meadows: flache Auen, Weiden, Kopfweiden, Bootshäuser. Nach 16 Kilometern liegt Abingdon vor dir, Marktstadt mit den Resten einer Abtei von 675, deren Kirche verschwunden ist. Weiter über Clifton Hampden und Burcot nach Dorchester on Thames — hier lohnt der Abstecher von wenigen hundert Metern zur Abtei mit dem rekonstruierten Birinus-Schrein —, dann über Shillingford und Benson nach Wallingford, dessen Burghügel noch zeigt, warum diese Themsefurt militärisch wichtig war.

Hinter Wallingford ändert sich der Charakter. Über Cholsey und Moulsford läufst du auf den Goring Gap zu, die Stelle, an der die Themse die Kreide zwischen Chiltern Hills und Berkshire Downs durchbricht: Der Fluss liegt hier auf 45 Metern, die Hänge steigen steil auf 160, und der Fluss liegt hier seit mindestens einer Million Jahren — die Eisschilde der letzten großen Vereisung reichten nicht so weit nach Süden. Zwischen Goring und Pangbourne kommt der einzige echte Anstieg des Weges, gut 30 Meter, mehr nicht, aber nach zwei flachen Tagen merkst du ihn. In Pangbourne starb 1932 Kenneth Grahame, und die Herrenhäuser Hardwick und Mapledurham am Ufer gelten als Vorbilder für Toad Hall. Über Purley on Thames erreichst du Reading, die Abteiruinen — und daneben die St James Church, Pugins erste Kirche, gebaut aus den Steinen der Abtei. Untergrund: feste Uferwege, Wiesenpfade, Schleusenwege, Ortsdurchfahrten mit Asphalt; nach Regen matschig, im Winter streckenweise unter Wasser.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir teilen den Weg in vier Etappen — genau die, die auch die Eröffnungsbegehung am 26. Juni 2024 gegangen ist: Abingdon, Wallingford, Pangbourne, Reading. Die Kilometer sind auf die 64,6 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert; der Träger nennt runde „40 Meilen", die Trassierung des Thames Path ergibt je nach Wegwahl etwas mehr, Kilometerangaben pro Etappe veröffentlicht er nicht. Schwierigkeit: technisch keine — 128 Höhenmeter auf vier Tage sind gut 30 Meter am Tag, weniger, als du in einem Parkhaus schaffst.

  1. Oxford – Kennington – Abingdon (16,0 km) — Christ Church, Sandford Lock, water meadows; Ziel die Abteireste von Abingdon. Kein Bahnhof — Radley oder Culham liegen 3–4 km entfernt.
  2. Abingdon – Clifton Hampden – Dorchester on Thames – Shillingford – Benson – Wallingford (19,2 km) — der längste Tag, mit Abstecher zur Dorchester Abbey; Ziel ohne Bahnhof, Cholsey ist 4 km weiter.
  3. Wallingford – Cholsey – Moulsford – Goring – Gatehampton – Pangbourne (18,6 km) — Goring Gap, der einzige Anstieg, gut 30 Meter; Ziel mit Bahnhof.
  4. Pangbourne – Purley on Thames – Reading (10,8 km) — Themse-Ufer bis zu den Abteiruinen und zur St James Church; kurz, damit du Zeit für Reading hast.

Wer es in drei Tagen machen will, kann das: Oxford – Dorchester on Thames (28,4 km), Dorchester – Goring (18,3 km), Goring – Reading (17,9 km) — das ist unsere eigene Teilung, nicht die des Trägers, und der erste Tag ist der einzige lange des Weges. Anstrengend wird der Weg nicht durch Steigung, sondern durch Wasser: Der Thames Path ist gut gepflegt, aber nach Regen matschig, und zwischen Oktober und April können ganze Abschnitte überflutet sein. Wanderschuhe statt Sandalen, auch bei diesem Profil. Der schwierigste Tag ist Etappe 2 — 19,2 Kilometer, mit dem Umweg nach Dorchester etwas mehr, und am Ende ein Etappenziel ohne Bahnhof.

Zwei Schreine, zwei leere Fassungen — und eine Themse dazwischen

Am Anfang steht in Oxford ein Schrein, der wieder da ist. 1289 errichtet, 1538 als „superstitious memorial" zerstört, 1889 und 1985 in Fragmenten wiedergefunden, steht der Schrein der hl. Frideswide heute wieder auf seinem Originalplatz in der Latin Chapel der Christ Church Cathedral. Nur sie liegt nicht darin. 1553 wurde neben ihrem Grab Catherine Dammartin bestattet, die Frau des Reformators Peter Martyr Vermigli; unter Königin Maria ließ man ihre Überreste auf einen Misthaufen bringen, unter Elisabeth wieder beisetzen — und zwar absichtlich vermischt mit den Gebeinen der Heiligen. Die Ansprache dazu endete mit dem Satz „hic requiescit religio cum superstitione", hier ruht die Religion mit dem Aberglauben. Seither liegen beide Frauen ununterscheidbar an einer unmarkierten Stelle im Kathedralenboden. Du startest also an einem Schrein, der eine Fassung ohne Inhalt ist — und an der Bodleian Library, zehn Minuten weiter, liegt als MS 565 der ausführlichste englische Pilgerbericht des Mittelalters: William Wey, Fellow des Exeter College, ging 1456 nach Santiago und zählte in A Coruña 84 Schiffe, 32 davon englisch.

Am Ende stand in Reading eine Hand. Ein Arm des Jakobus ist seit 640 in Torcello bezeugt, kam über Hamburg-Bremen 1072 in den deutschen Reichsschatz, und 1125 nahm ihn Kaiserin Mathilde, Witwe Heinrichs V. und Tochter Heinrichs I., nach dem Tod ihres Mannes mit — die Annales Disibodenbergenses verzeichnen es mit deutlichem Groll. 1133 gab ihr Vater die Hand an die Abtei, die er 1121 zwischen Kennet und Themse gegründet hatte, „for the reception of almost all who might have occasion to travel". Es folgten 29 aufgezeichnete Wunder, die meisten durch „water of St James", Wasser, in das die Hand getaucht worden war; Ablässe von 386 Tagen; ein Wappen mit drei Jakobsmuscheln; ein Siegel mit dem Spruch „Ora pro nobis, sancte Iacobe". Als Friedrich Barbarossa 1157 die Reliquie zurückverlangte, lehnte Heinrich II. höflich ab — und schickte ihm der Überlieferung nach ein Zelt. Derselbe Heinrich II. war 1153 in Wallingford zum Thronfolger geworden, holte 1155 die Hand nach Reading zurück und stand 1180 in Oxford am neuen Schrein Frideswides: Ein König verknotet alle drei Punkte dieses Weges.

1539 mauerten die Mönche die Hand in einer Eisentruhe in die Wand; ihren letzten Abt, Hugh Faringdon, hängte man vor der eigenen Kirche. 1786 fanden Arbeiter beim Ausheben der Fundamente für Reading Gaol eine linke Hand in der Ostwand. Sie ging ans Museum, in eine Privatkapelle und im 19. Jahrhundert nach St Peter's in Marlow, zwanzig Kilometer flussabwärts, wo sie heute liegt — und die Radiokarbondatierung sagt, sie sei „not sufficiently old to be the hand of an apostle". Das entwertet die Geschichte nicht, es macht sie ehrlich: Beide Reliquien sind weg, eine ist vermischt, die andere ist zu jung. Was da ist, sind der Fluss, die Orte, 24 Kirchen und eine Zielkirche, die buchstäblich aus dem Ziel besteht — Pugin baute St James 1837 bis 1840 mit den Steinen der Abtei, deren Ruinen daneben liegen. Einen namentlich belegten Pilger dieses Weges gibt es nicht; die Wundergeschichten von Reading sind nicht ediert, und Wey segelte von Plymouth. Der Weg ist zwei Jahre alt. Die Ziele sind tausend.

Highlights am Weg

  • Christ Church Cathedral, Oxford — Schrein der hl. Frideswide, um 1289 aus Marmor und Kalkstein, 1538 zerstört, aus Fragmenten von 1889 und 1985 rekonstruiert, heute am Originalstandort in der Latin Chapel. Eine der kleinsten Kathedralen der Church of England — und die einzige, die zugleich Collegekapelle ist; erster Stempel am Porters Lodge des Tom Tower.
  • Frideswide bei Chaucer und Carroll — im „Miller's Tale", Zeile 3449, ruft der Zimmermann „Help us, Seinte Frydeswyde!"; der Treacle Well in Binsey, ihre Heilquelle, taucht in „Alice's Adventures in Wonderland" auf. Binsey liegt themseaufwärts, als Abstecher.
  • Abingdon Abbey — um 675 gegründet, um 954 unter Abt Æthelwold zum zweiten Zentrum der englischen Benediktinerreform nach Glastonbury, 1538 aufgelöst. Die Kirche ist verschwunden; erhalten sind Long Gallery, Checker Hall (heute Unicorn Theatre), Abbey Gateway und das St John's hospitium. Kein Bahnhof mehr seit 1963 — auf dem Gelände steht ein Supermarkt.
  • Dorchester Abbey — 635 taufte Birinus König Cynegils im River Thame, Pate war Oswald von Northumbria; Birinus starb um 650, seine Reliquien wanderten nach Winchester. Marmorschrein um 1320, 1536 zerstört, in den 1960er Jahren rekonstruiert — die dritte leere Fassung am Weg.
  • Wallingford — 1153 verhandelten hier König Stephan und der spätere Heinrich II. den Treaty of Wallingford, der fast fünfzehn Jahre Bürgerkrieg beendete. Die Zweigbahn nach Cholsey heißt „Bunk Line", weil einmal eine Lok ohne ihre Wagen abfuhr; heute Museumsbahn auf 4 Kilometern.
  • Goring Gap — die Themse durchbricht die Kreide zwischen Chiltern Hills und Berkshire Downs; der Fluss liegt hier seit mindestens einer Million Jahren, die Eisschilde vor rund 450.000 Jahren reichten nicht so weit. Durch dieselbe Lücke laufen heute Great Western Main Line, Thames Path und The Ridgeway.
  • Pangbourne — Kenneth Grahame, Autor von „The Wind in the Willows", zog 1924 ins Church Cottage und starb hier am 6. Juli 1932. Begraben ist er in Oxford auf dem Holywell Cemetery — du läufst von seinem Grab zu seinem letzten Haus.
  • Reading Abbey Ruins — gegründet am 18. Juni 1121 von Heinrich I., der hier am 3. Januar 1136 vor dem Hochaltar bestattet wurde; die Abteikirche war die viertlängste Englands, das Reliquienverzeichnis um 1180 zählte über 230 Stücke, darunter die Hand des hl. Jakobus. 1538/39 aufgelöst, der letzte Abt Hugh Faringdon 1539 hingerichtet; 2010–2021 im Projekt „Reading Abbey Revealed" konserviert. Hier lag auch die Handschrift von „Sumer Is Icumen In", dem ältesten englischen Rundgesang.
  • St James Church, Reading — Zielkirche des Weges, A. W. N. Pugins erste Kirche, normannisch statt gotisch, gestiftet von James Wheble, Baubeginn 1837, eröffnet am 5. August 1840 — gebaut mit den Steinen der Abtei, deren Ruinen sie flankiert.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Oxford ist der bequemste Camino-Start Englands — und ein echter Anfang: Kein anderer Jakobsweg endet hier, du musst dich zwischen keinen Varianten entscheiden. Von London Paddington fahren werktags etwa alle fünfzehn Minuten Züge der Great Western Railway, bis zu 168 am Tag, Fahrzeit rund eine Stunde, die schnellste Verbindung 52 Minuten. Wer aus Kontinentaleuropa kommt, fliegt nach Heathrow oder Gatwick und fährt mit Bus oder Bahn direkt nach Oxford; vom Bahnhof sind es fünfzehn Minuten zu Fuß zur Christ Church.

Wer die englischen Jakobswege sammelt, kommt aus der Gegenrichtung ins Bild: Der St James' Way beginnt in Reading, wo dieser Weg endet, und im Nordosten liegt der Finchale Camino Inglés bei Durham, ein weiterer akkreditierter Zubringer der Confraternity of Saint James. St Frideswide's Way ist der jüngste der drei — und der einzige, der flussabwärts gedacht ist: Du gehst mit der Themse, nicht gegen sie.

Weiterpilgern?

Ja — und der nächste Weg beginnt an derselben Kirche. Von den Abteiruinen führt der St James' Way über Winchester nach Southampton, rund 110 Kilometer, angelegt von Mitgliedern der Confraternity of Saint James, 1985 auf deren Jahresversammlung angeregt und ab April 2021 umgesetzt. Er ist, anders als dieser Weg, markiert, hat eigene Stempelstellen — auch in Pubs — und ein eigenes Zertifikat, „Via de Sanctus Iacobus". Southampton war der Hafen, von dem englische Pilger nach Spanien einschifften; 1434 allein erhielten rund 2.310 Pilger Lizenzen für die Überfahrt.

Und dann kommt die Rechnung, die diesen Weg überhaupt zum Camino macht. Seit 2016 erkennt die Kathedrale von Santiago Kilometer an, die außerhalb Spaniens gegangen wurden. St Frideswide's Way (64,6 km) und St James' Way (110 km) ergeben 174,6 Kilometer im englischen Credencial; in Spanien fehlen dann die Pflichtkilometer, und dafür gibt es den Camino Inglés ab A Coruña, die kurze Variante des Camino Inglés, die genau für diese Kombination existiert — rund 75 Kilometer, und die Compostela ist dein. Vier Tage in Oxfordshire sind kein Camino-Ersatz. Sie sind Camino, seit 2016 auch auf dem Papier.

Vorbereitung & Praktisches

Credencial und Stempel: Du brauchst ein Credencial. Die Confraternity of Saint James gibt es für £6 (ca. 7 €) an Nichtmitglieder aus, Mitglieder zahlen nichts; Christ Church verkauft zusätzlich einen eigenen Pilgrim Passport für £4,99 (ca. 6 €) (Stand: September 2026). Den ersten Stempel holst du am Porters Lodge am Tom Tower — Credencial vorzeigen, Zugang zum Schrein, Stempel dazu; weitere Stempel gibt es in den Kirchen der Church of England am Weg. Führer und Navigation: Der Weg hat keine eigene Markierung, er folgt den Zeichen des Thames Path National Trail. Der offizielle Führer heißt „A Pilgrim's Companion to Saint Frideswide's Way", £11,99 (ca. 14 €); nimm eine Offline-Karte dazu — in den Ortsdurchfahrten und beim Abstecher nach Dorchester verlässt du den Nationalweg. Beste Zeit ist Mai bis September. Von Oktober bis April warnt der Träger ausdrücklich vor Überflutungen; im Sommer ist das Gegenteil das Problem: Regatten und Wochenendtourismus machen Zimmer in Abingdon, Wallingford und Goring knapp. Sprache: Englisch — und der Pub ist die Stempelstelle, die immer offen hat.

Unterkunft: Es gibt kein Herbergsnetz, keine Donativos, keine Pilgerbetten. Du schläfst in B&Bs, Pubs mit Zimmern und Hotels — englische Marktpreise, und du buchst vorher, nicht abends. Am einfachsten planst du das direkt in der Camino Ninja App zusammen mit deinen Etappen. Zwei Etappenziele haben keinen Bahnhof: Abingdon (Personenverkehr seit 1963 eingestellt, Radley und Culham 3–4 km entfernt) und Wallingford (seit 1959; Cholsey 4 km). Wer Etappen einzeln gehen will, plant am besten Pangbourne und Goring als Ein- und Ausstiege — beide liegen an der Great Western Main Line.

Was dich der Weg kostet

Ehrlich gesagt ist England kein Donativo-Land, aber der Weg ist kurz, und die Pilgerausrüstung ist billig. Alle Beträge Stand: September 2026. Belegt sind: Credencial der Confraternity of Saint James £6 (ca. 7 €), Pilgrim Passport von Christ Church £4,99 (ca. 6 €), der Führer £11,99 (ca. 14 €) — damit bist du für unter £25 (ca. 29 €) komplett ausgerüstet. Der große Posten ist die Unterkunft: Ein organisiertes Paket mit B&B, Gepäcktransport, Karten und Führer kostet für vier Tage £730 (ca. 840 €) pro Person im Doppelzimmer und £1.110 (ca. 1.280 €) im Einzelzimmer, die Drei-Tage-Variante £600 (ca. 690 €) beziehungsweise £910 (ca. 1.050 €). Richtwerte für Selbstbucher: ein B&B oder Pub-Zimmer allein £70–110 (ca. 80–125 €), ein Hotel-Doppelzimmer in Oxford oder Reading £110–180 (ca. 125–205 €), ein Pub-Abendessen £15–25 (ca. 17–29 €), Sandwich und Kaffee unterwegs £8–12 (ca. 9–14 €).

Realistisches Tagesbudget: sparsam mit einfachem B&B und Supermarkt £85–120 (ca. 95–140 €), mittel mit Pub-Zimmer und Pub-Essen £120–170 (ca. 140–195 €), komfortabel mit Hotel und Restaurant £200–280 (ca. 230–320 €). Für vier Etappen also grob £340–480 sparsam, £480–680 mittel, £800–1.120 komfortabel, ohne Anreise. Die Bahn London–Oxford und Reading–London ist kurz und häufig; Preise variieren stark nach Buchungszeitpunkt, schau auf gwr.com.

Anreise

Zum Start (Oxford): Oxford liegt an der Great Western Main Line. Von London Paddington fahren werktags etwa alle fünfzehn Minuten Züge, bis zu 168 am Tag, Fahrzeit rund eine Stunde, die schnellste Verbindung 52 Minuten. Aus Kontinentaleuropa kommst du über Heathrow (Bus direkt nach Oxford) oder mit dem Eurostar nach London St Pancras und weiter ab Paddington. Startpunkt ist die Christ Church Cathedral im Stadtzentrum, gut zu Fuß vom Bahnhof.

Unterwegs und vom Ziel: Die Bahnhöfe Radley, Culham, Cholsey, Goring & Streatley, Pangbourne und Tilehurst liegen am oder nahe am Weg — jede Etappe lässt sich einzeln gehen, nur Abingdon und Wallingford brauchen Bus oder Taxi. Reading ist einer der wichtigsten Knotenbahnhöfe Südenglands: nach London Paddington in unter einer halben Stunde, dazu Elizabeth line, Südwestengland, Wales und der Flughafenbus nach Heathrow. Wer den St James' Way anschließt, bleibt einfach zu Fuß.

  • Bahn Großbritannien: gwr.com — Great Western Railway, London Paddington – Oxford – Reading
  • Fahrplanauskunft: nationalrail.co.uk — alle Bahnhöfe am Weg
  • Träger, Credencial, Führer: csj.org.uk — Confraternity of Saint James
  • Startkathedrale: chch.ox.ac.uk — Christ Church, Oxford
  • Nationalweg: nationaltrail.co.uk — Thames Path National Trail
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