Voie de Morlaix auf der Karte

Voie de Morlaix

Die Voie de Morlaix ist der gemeinsame Abschnitt der beiden nordbretonischen Jakobswege aus Locquirec und Moguériec: 131,5 Kilometer von Morlaix quer durch das Finistère und das westliche Morbihan bis Quimperlé. Du überquerst die Monts d'Arrée bei einer alten Hospitaliter-Kommende, kommst an Kapellen mit Jakobusfenstern vorbei und mündest in Quimperlé in die Voie de la Pointe Saint-Mathieu.

11. Oktober 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Morlaix (Finistère) / Quimperlé (Finistère), Einmündung in die Voie de la Pointe Saint-Mathieu
  • Länge: 131,5 km
  • Dauer: 6 Etappen (Camino-Ninja-Systematik), eine knappe Woche
  • Höhenmeter: ↗ 1.737 m / ↘ 1.743 m — der Löwenanteil an den ersten beiden Tagen über die Monts d'Arrée
  • Höchster Punkt: 310 m bei km 25,3 auf dem Kamm der Monts d'Arrée zwischen Le Relecq und Trédudon; tiefster Punkt 7 m im Tal vor Quimperlé
  • Zubringer: Voie de Locquirec (30,2 km) und Voie de Moguériec (35,3 km), beide enden in Morlaix
  • Landschaft: Heide und Moor der Monts d'Arrée, Bachtäler und Kapellenland des Centre-Bretagne, Aulne-Tal mit dem Canal de Nantes à Brest, Montagnes Noires, Ellé-Tal
  • Markierung: gelbe Muschel auf blauem Grund, angelegt und gepflegt von der Association bretonne des Amis de Saint-Jacques de Compostelle
  • Jakobus-Spuren: Jakobusfenster um 1548 in Notre-Dame-du-Crann (Spézet), Jakobus im Wurzel-Jesse-Fenster von Saint-Fiacre (Le Faouët), Apostelbilder des 19. Jahrhunderts in La Feuillée und Le Cloître-Saint-Thégonnec
  • Unterkunft: wenige Gîtes, Accueils jacquaires bei Privatleuten, einzelne Hotels; mindestens 48 Stunden vorher reservieren, Credencial Pflicht
  • Beste Zeit: Mai bis Juni, September bis Anfang Oktober

Überblick

Dieser Weg hat ein Hospital, bevor er einen Jakobsweg hat. 1160 taucht La Feuillée erstmals in den Quellen auf, und an der alten Römerstraße Carhaix–Brest richten die Johanniter dort eine Kommende ein, ein Haus „destiné à secourir les voyageurs pauvres franchissant l'aride passage des monts d'Arrée". Achthundert Jahre später gehst du genau diesen Pass: von Morlaix unter dem Eisenbahnviadukt hinauf durch Le Cloître-Saint-Thégonnec, über den Heidekamm auf 310 Meter, durch den Weiler Trédudon-l'Hôpital, dessen Name die Kommende bis heute mitträgt, nach La Feuillée. Danach geht es bergab ins Kapellenland: Saint-Herbot, wo Bauern dem Heiligen die Schwanzhaare ihrer Kühe opferten, Landeleau am Canal de Nantes à Brest, Spézet mit einem Fenster, auf dem der Leichnam des Jakobus übers Meer kommt, Gourin, Le Faouët und Saint-Fiacre. In Quimperlé ist Schluss — oder vielmehr: Anschluss.

Ehrlich gesagt ist die durchgehende Linie das Werk der Association bretonne, die seit 1996 die bretonischen Jakobswege markiert, keine überlieferte Pilgerstraße. Belegt sind Stationen: das Johanniter-Hospital am Arrée-Pass, Jakobus in Glas und Farbe in vier Kirchen am Weg, ein Jahrmarkt am Jakobstag in Quimperlé. Was die Strecke stark macht, ist etwas anderes: sechs Tage durch das Innere einer Halbinsel, die die meisten nur von ihren Küsten kennen.

Andere Namen

„Voie de Morlaix" ist ein Camino-Ninja-Name. Die Association bretonne führt den Abschnitt nicht als eigenen Weg, sondern zusammen mit den beiden Anfängen an der Nordküste: Ihr Führer heißt „Voie de Locquirec & Moguériec", und dieser Weg hat zwei „kilomètre zéro", einen in Locquirec und einen in Moguériec. Beide Äste treffen sich in Morlaix, von dort an ist es ein Weg bis Quimperlé. Damit du die gemeinsamen 131,5 Kilometer nicht zweimal planen musst, haben wir sie auf Camino Ninja als eigene Route angelegt und nach ihrem Knotenpunkt benannt. Im Gelände findest du den Namen deshalb nicht.

Eine Verwechslung solltest du kennen: Das Couvent des Jacobins in Morlaix, 1236 gegründet und 1505 Quartier der Herzogin Anne, hat mit Jakobus nichts zu tun. Jacobins heißen in Frankreich die Dominikaner. Die Jakobusspuren dieses Weges stehen woanders — in Spézet, in Saint-Fiacre und auf den Kirchenwänden von La Feuillée.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du eine Woche hast und die Bretagne von innen sehen willst: Heide, Torfmoor, Granitkapellen, Dörfer mit Pardons und Prozessionen, kaum Verkehr und noch weniger Pilger. Ideal auch als Auftakt — wer in Locquirec oder Moguériec am Meer beginnt, hat nach Quimperlé gut 160 Kilometer in den Beinen und steht auf der großen Voie de la Pointe Saint-Mathieu, die weiter nach Clisson führt. Und ideal, wenn dir Kirchenkunst etwas sagt: Auf diesem Weg stehen mehr Lettner und Kalvarienberge als Bänke.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergen im Abstand von zehn Kilometern brauchst. Die Unterkunftsliste des Vereins für den ganzen Abschnitt passt auf eine Seite, viele Betten sind Privatzimmer bei Mitgliedern, und manche Gastgeber holen dich mit dem Auto ab, weil im Dorf sonst nichts ist. Und nichts für dich ohne gute Regenausrüstung: Der Arrée-Kamm ist kahl, windig und ohne Unterstand.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in der Talstadt Morlaix unter dem 292 Meter langen und 62 Meter hohen Viadukt der Bahnlinie Paris–Brest, und steigst durch Plourin-lès-Morlaix aus dem Tal. Bei Kilometer 15,9 erreichst du Le Cloître-Saint-Thégonnec, benannt nach der Zisterzienserabtei Le Relec, die du bei Kilometer 22,9 passierst. Dann kommt der Kamm: Heide, Felsrippen, Torfmoor, bei Kilometer 25,3 der höchste Punkt mit 310 Metern. Über Trédudon-le-Moine und Trédudon-l'Hôpital erreichst du La Feuillée, dessen Ortskern auf 275 Metern liegt.

Danach läuft das Land bergab. Über Kerfernon kommst du zur Kapelle Saint-Herbot, durch Collorec und Le Rest nach Landeleau, und kurz dahinter bei Pont Trifen kreuzt du das Aulne-Tal mit dem Canal de Nantes à Brest. Ab Spézet liegen die Montagnes Noires vor dir; ihr höchster Gipfel, der Roc'h Toullaeron (318 m), steht auf Spézeter Gebiet, der Weg bleibt unterhalb. Gourin liegt an ihrer Südflanke, danach wird es hügelig und waldig über Le Saint bis Le Faouët. Die letzten 24 Kilometer folgen dem Ellé-Tal südwärts über Saint-Fiacre und Pont-Saint-Mélaine; Querrien bleibt 1,4 Kilometer abseits. Über Tréméven erreichst du Quimperlé auf fast Meereshöhe. Untergrund: Feld- und Waldwege, Heidepfade, kleine Straßen.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Der Führer der Association bretonne war für diese Seite nicht abrufbar; die folgenden sechs Etappen sind deshalb Camino-Ninja-Systematik, gelegt nach den Unterkunftsorten der Vereinsliste für den Abschnitt Locquirec/Moguériec – Quimperlé. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 131,5 km kalibriert; Höhenmeter aus unseren Wegpunkten gerechnet. Technisch ist nichts schwierig, aber die ersten beiden Tage haben Steigungen, und auf dem Arrée-Kamm gibt es weder Dorf noch Laden.

  1. Morlaix → Le Cloître-Saint-Thégonnec (15,9 km) — Aufstieg aus dem Tal über Plourin-lès-Morlaix, ↗ 295 m / ↘ 93 m; kurzer erster Tag, Gîtes und Chambre d'hôtes im Ort.
  2. Le Cloître-Saint-Thégonnec → Saint-Herbot (26,0 km) — Abtei Le Relec, Arrée-Kamm mit dem Höchstpunkt 310 m, Trédudon-l'Hôpital, La Feuillée; ↗ 325 m / ↘ 398 m. Wer teilen will, bleibt nach 15,4 km im Gîte von La Feuillée.
  3. Saint-Herbot → Spézet (24,6 km) — Collorec, Landeleau, Aulne-Tal und Kanal bei Pont Trifen; ↗ 296 m / ↘ 329 m. Gîte auch in Landeleau nach 17,3 km.
  4. Spézet → Gourin (18,3 km) — am Fuß der Montagnes Noires, ↗ 248 m / ↘ 222 m.
  5. Gourin → Le Faouët (22,8 km) — über Le Saint (Gîte im alten Pfarrhaus nach 8,5 km), ↗ 300 m / ↘ 297 m.
  6. Le Faouët → Quimperlé (23,9 km) — Saint-Fiacre, das Ellé-Tal hinab, Tréméven; ↗ 270 m / ↘ 404 m, Tiefstpunkt 7 m vor Quimperlé.

Wer kürzere Tage will, macht aus Etappe 2 zwei (Le Cloître – La Feuillée 15,4 km, La Feuillée – Saint-Herbot 10,6 km) und übernachtet in Landeleau und Le Saint; so werden acht bis neun Tage daraus. Wer schnell ist, geht Morlaix – La Feuillée in einem Tag (31,3 km), hat dann aber den ganzen Aufstieg und den Kamm an einem Tag. In Quimperlé selbst führt die Vereinsliste für diesen Abschnitt keine Unterkunft — die Betten der Stadt stehen in der Liste der Voie de la Pointe Saint-Mathieu.

Ein Hospital für den Arrée-Pass

Die Monts d'Arrée sind kein hohes Gebirge, aber sie waren ein gefürchteter Übergang: kahl, sumpfig, ohne Dörfer, mit Wölfen — Le Cloître-Saint-Thégonnec unterhält seit 1991 das einzige Wolfsmuseum Frankreichs. Die Römerstraße von Carhaix nach Brest lief mitten hindurch, und genau an ihr, in La Feuillée, saß ab dem 12. Jahrhundert eine Kommende des Ordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem. Die Johanniter sollten sich um die „voyageurs et pèlerins de passage" kümmern; man konnte bei ihnen essen und schlafen, „avant ou après le franchissement des landes des monts d'Arrée". Aus diesem einen Hospital wurde ein Besitz über 82 Pfarreien in sechs Diözesen; von Pierre de Keramborgne ab 1433 bis Alexandre-Louis-Hugues de Freslon de la Freslonnière 1790 folgten vierundzwanzig adlige Kommendatoren. Trédudon-l'Hôpital, durch das du bei Kilometer 28,7 gehst, gehörte zu den vierzehn Gründungsdörfern der Kommende.

Was davon übrig ist, siehst du, wenn du stehen bleibst. Die Kirche von La Feuillée ist Johannes dem Täufer geweiht, dem Patron des Ordens, ein Neubau von 1858–1860 mit Teilen der Vorgängerkirche des 15. und 16. Jahrhunderts; das Grabmal der Kommendatoren ist mit der alten Kirche verschwunden. An ihren Wänden hängen zwölf Apostel- und Evangelistenbilder um 1870, signiert „JLN" für Jean-Louis Nicolas — und Jakobus stützt sich darauf nicht auf den Pilgerstab, sondern auf eine langstielige Axt. Am 24. Juni, beim Pardon de la Saint-Jean, führt bis heute ein vierjähriges Kind die Prozession des „petit mouton" an. Zwei Kilometer vorher bei Trédudon-le-Moine liegt die andere Geschichte des Kamms: Ab 1942 versteckten die 32 Haushalte dort Résistants, abgeschossene alliierte Flieger und jüdische Familien; nach der Befreiung erhielt der Weiler den Titel „premier village résistant de France".

Ehrlich gesagt bezeugt keine bekannte Quelle einen namentlichen Compostela-Pilger im Johanniterhaus. Belegt sind der Auftrag und der Ort an der Straße — und die Association bretonne hat ihren Weg genau dort hinübergelegt. Wer heute an einem nassen Tag oben auf 310 Metern steht, versteht ohne Urkunde, wozu so ein Haus da war.

Highlights am Weg

  • Morlaix — Viadukt der Linie Paris–Brest (292 m lang, 62 m hoch, fertig 1864), Pondalez-Häuser in der Grand-Rue, Maison de la Duchesse-Anne um 1530.
  • Abbaye du Relec (km 22,9) — Zisterzienserabtei, wahrscheinlich 1132 von Mönchen aus Bégard gegründet, Kirche Monument historique seit 1914, heute im Besitz des Departements Finistère.
  • La Feuillée und Trédudon-l'Hôpital — Johanniter-Kommende ab dem 12. Jahrhundert, Maison du commandeur, Apostelbilder mit Jakobus an der Axt.
  • Chapelle Saint-Herbot (km 41,9) — Südportal von 1516 mit den zwölf Aposteln, Chorfenster von 1556, geschnitzte Chorschranke; daneben die Granittische, auf die Bauern die abgeschnittenen Schwanzhaare ihrer Rinder legten. Monument historique seit 1902.
  • Landeleau — an Pfingsten die Troménie, eine Reliquienprozession von rund 18 Kilometern um die Gemeinde.
  • Notre-Dame-du-Crann, Spézet — Kapelle von 1535 mit acht Glasfenstern des 16. Jahrhunderts, darunter die Überführung des Jakobus-Leichnams um 1548 und die Geburt Christi von 1546.
  • Gourin — Auswandererstadt: 1928 lebten rund 3.000 Gourinois in New York.
  • Le Faouët — Markthallen, belegt seit 1542; Heimat der Räuberin Marion du Faouët (1717–1755).
  • Chapelle Saint-Fiacre (km 111,2) — Lettner aus bemaltem Holz mit der Inschrift „L'AN 1480 FUT FAIT CEST HEVPVRE P[AR] OLIVI[ER] LE LOERGA[N]"; im Wurzel-Jesse-Fenster des 15. Jahrhunderts steht Jakobus mit Hut im Rücken, Tasche und Pilgerstab.
  • Quimperlé — Abtei Sainte-Croix; 1434 wurde der Jahrmarkt der Stadt auf den Jakobstag gelegt. Hier triffst du auf die Voie de la Pointe Saint-Mathieu.

Jakobus im Glas, Kühe am Altar

Die Bretagne hat kaum Pilgerberichte, aber sie hat Bilder. In Spézet gründete ein Herr von Crann-Huel 1535 eine Kapelle, und um 1548 setzte man dort ein Fenster ein, das zeigt, was die Legende erzählt: Der Leichnam des enthaupteten Apostels wird übers Meer nach Galicien gebracht. Die Inschrift ist nur noch halb lesbar, „…QUAMPION. FABRIQUE.", das Fenster gröber als seine Nachbarn — gemacht nach volkstümlichen Druckvorlagen, keine Hofkunst. In der Ikonografie-Sammlung der Association bretonne taucht dieselbe Kapelle mit dem Martyrium des Jakobus auf: der Henker in Schweizer Tracht, Jakobus mit Hut und Pilgerstab bis zum Schluss. Das ist der Moment, an dem Compostela beginnt — und er hängt mitten im Centre-Bretagne, weit weg von jedem Hafen.

Zwei Tage vorher, in Saint-Herbot, sieht Pilgern ganz anders aus. Hierher kamen nicht Menschen um ihrer selbst willen, sondern Bauern für ihr Vieh. 1897 schrieb Armand Dayot: „Le pouvoir de saint Herbot consiste à guérir les bêtes à cornes." Wessen Kuh gesund wurde, schnitt ihr ein Büschel Schwanzhaare ab und legte es auf einen der beiden Granittische am Lettner; dazu kamen Butter und Jungtiere. Pardon und Viehmarkt sind seit dem frühen 16. Jahrhundert belegt. Zwischen Spézet und Saint-Herbot liegen 25 Kilometer und zwei Arten zu wallfahren: die eine zum Apostel am Ende der Welt, die andere für die Kuh daheim. Auf diesem Weg kommst du an beiden vorbei.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen zu Fuß von der Nordküste. Morlaix ist kein „kilomètre zéro", sondern der Punkt, an dem sich die beiden Anfänge der Association bretonne vereinen:

  • Voie de Locquirec — 30,2 km vom Badeort Locquirec an der Bucht von Morlaix entlang; insgesamt 161,7 km bis Quimperlé.
  • Voie de Moguériec — 35,3 km vom Hafen Moguériec bei Sibiril über Saint-Pol-de-Léon; insgesamt 166,8 km bis Quimperlé.

Wer nur die Binnenstrecke gehen will, steigt in Morlaix aus dem Zug und läuft los. Zur Voie de l'Abbaye de Beauport aus den Côtes-d'Armor gibt es auf unserer Karte keine Verbindung.

Weiterpilgern?

In Quimperlé mündet der Weg bei Kilometer 198,8 in die Voie de la Pointe Saint-Mathieu — oder, wie es die französische Wanderer-Föderation 2017 schrieb, als Messing-Muscheln die Schilder in Quimperlé ersetzten: „Tous deux se rejoignent à Quimperlé avant d'entrer dans le Morbihan." Von dort sind es noch 330,4 Kilometer über Hennebont, Sainte-Anne-d'Auray, Vannes, Redon und Nantes bis Clisson, dann übernimmt der Chemin Vendéen bis Saint-Jean-d'Angély, wo du auf die Via Turonensis triffst. Über die Pyrenäen geht es auf dem Camino Francés nach Santiago.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Zeit: Mai bis Juni und September bis Anfang Oktober. Im Winter sind viele Privatunterkünfte nicht erreichbar, der Camping in Le Cloître-Saint-Thégonnec öffnet nur vom 1. Mai bis Ende September, und auf dem Arrée-Kamm kann es auch im Sommer neblig und kalt werden. Die Markierung der Association bretonne ist die gelbe Muschel auf blauem Grund; der Verein stellt seinen Führer „Voie de Locquirec & Moguériec" als kostenloses PDF bereit und aktualisiert ihn jährlich im November, die Unterkunftsliste für den Abschnitt pflegt er online. Deine Etappen und Betten planst du am einfachsten direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Wie auf allen französischen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial); in den Accueils jacquaires und vielen Gîtes ist er Pflicht. Die Association bretonne gibt ihn kostenlos an Mitglieder in den Sprechstunden ihrer Delegationen ab und verschickt ihn per Post nur an Mitglieder außerhalb der historischen Bretagne — bring deinen also am besten von zu Hause mit. Die Hausregel des Vereins: mindestens 48 Stunden vorher reservieren. Hier ist das keine Formalie: Mehrere Gastgeber holen dich im Nachbarort ab, und das geht nur mit Vorlauf. Für Etappe 2 über den Kamm Proviant für den ganzen Tag einpacken; Regenjacke und Schuhe für nasse Heidepfade gehören ins Gepäck.

Was dich der Weg kostet

Gezahlt wird in Euro. Die Accueils jacquaires laufen auf „libre participation aux frais", also freie Kostenbeteiligung — gib, was ein Bett, ein Abendessen und ein Frühstück wert sind. Tarife nennt die Vereinsliste nicht, nur ein Hotel in Gourin einen Pilgertarif gegen Credencial. Richtwerte (Stand: Oktober 2026): Gîte-Schlafsaal 15–22 €, Chambre d'hôtes 55–80 € im Doppelzimmer, Hotel in Morlaix oder Quimperlé 70–110 €, Restaurantmenü 15–25 €, Galette mit Cidre 10–15 €. Realistisches Tagesbudget: 35–55 € mit Gîtes und Selbstversorgung, 75–100 € mit Chambres d'hôtes und Restaurant — für sechs Etappen grob 250–600 € ohne Anreise.

Anreise

Zum Start (Morlaix): Morlaix liegt an der Bahnlinie Paris–Brest; TGV aus Paris Montparnasse halten hier, TER verbinden mit Brest und Rennes. Vom Bahnhof oben am Viadukt gehst du hinunter in die Altstadt und bist auf dem Weg. Wer auf einem der Zubringer beginnt, sucht sich die Regionalbusse nach Locquirec oder Richtung Saint-Pol-de-Léon und Moguériec bei BreizhGo.

Unterwegs und vom Ziel (Quimperlé): Zwischen Morlaix und Quimperlé gibt es keinen Bahnhof am Weg; Gourin, Le Faouët und Spézet sind nur per Bus angebunden, Abbrüche also vorher planen. Quimperlé liegt an der Strecke Quimper – Lorient – Nantes mit TER und TGV nach Paris; die Flughäfen Brest und Lorient sind die nächsten.

  • Bahn Frankreich: sncf-connect.com — TGV Paris – Morlaix und Paris – Quimperlé
  • Regionalverkehr Bretagne: breizhgo.bzh — TER und Busse im Finistère und Morbihan
  • Verein, Führer und Unterkunftsliste: compostelle-bretagne.fr — Association bretonne des Amis de Saint-Jacques de Compostelle, Liste „Locquirec/Moguériec – Quimperlé"

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