Camino de România 2 auf der Karte

Camino de România 2

372,5 Kilometer von der Donau in die Karpaten: von der Brücke bei Giurgiu, hinter der in Bulgarien kein Weg wartet, durch die Ebene über Comana und București, an den Brâncoveanu-Palästen von Mogoșoaia und Potlogi vorbei zur alten Hauptstadt Târgoviște, in die Vorkarpaten nach Câmpulung — wo unter dem Altar der Jakobskirche Bărăția der älteste datierte Grabstein der Walachei liegt (1300) — und durch den Rucăr-Bran-Korridor auf 1.211 Meter nach Brașov zur Biserica Neagră mit ihrem Jakobus im Pilgerhabit. 1385 beschrieben zwei deutsche Jerusalem-Heimkehrer genau diese Route. Heute markieren Ehrenamtliche den Karpatenteil, meist um den Jakobstag; ab Câmpulung ist es ein Weg, davor ein Korridor. 18 Camino-Ninja-Etappen, zwei Herbergen — Casa Genoveva in Câmpulung und Casa Mărioara in Șirnea —, kein Anschluss ans Santiago-Netz.

7. September 202620 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Giurgiu, Donaubrücke nach Ruse (Podul Prieteniei) / Brașov, Biserica Neagră
  • Länge: 372,5 km
  • Dauer: 18 Etappen, Ø 20,7 km (Camino-Ninja-Teilung); Träger empfiehlt den Abschnitt Câmpulung → Brașov
  • Höhenmeter: ↗ 2.993 m / ↘ 2.424 m — netto 570 m bergauf, fast alles zwischen Târgoviște und Șirnea
  • Höchster Punkt: 1.211 m zwischen Ciocanu und Șirnea im Rucăr-Bran-Korridor; tiefster Punkt 14 m an der Donau
  • Etappen: 18 — Camino-Ninja-Systematik; der Träger gliedert nach Kreis-Abschnitten (Camino Argeș 37,37 km, Camino Brașov 56,68 km)
  • Landschaft: Donauufer, Câmpia Română (Walachische Tiefebene), Bukarester Stadtgebiet, Vorkarpaten um Târgoviște und Câmpulung, Rucăr-Bran-Pass zwischen Piatra Craiului und Bucegi, Burzenland
  • Markierung: gelber Pfeil und Muschel — ab Câmpulung bis Brașov weitgehend markiert (Aktionen 2022–2025); Giurgiu–Târgoviște unmarkiert, GPS-Pflicht
  • Jakobus-Spuren: Bărăția „Sfântul Iacob" in Câmpulung (13. Jh., Grabstein 1300); Jakobusstatue im Pilgerhabit an der Biserica Neagră; verschwundene Jakobskapelle am Sprenghi-Hügel bei St. Bartholomäus, Brașov
  • Unterkunft: kein Herbergsnetz; Pfarrherberge Casa Genoveva in Câmpulung Muscel und Albergue Casa Mărioara in Șirnea (seit 2023), sonst Pensionen und Pfarrhäuser
  • Anschlusswege: Camino de România 1 in Brașov; Camino de România 4 zweigt in Potlogi ab
  • Anschluss Santiago: keiner — hinter der Donau in Bulgarien führt kein Jakobsweg weiter
  • Beste Zeit: Mai bis Juni und September bis Oktober; Ebene im Hochsommer heiß und schattenlos, Pass im Winter schneereich

Überblick

Dieser Weg beginnt an einer Brücke, hinter der kein Weg wartet, und endet an einer Statue, die schon da ist. Die Donaubrücke von Giurgiu nach Ruse, 2.223 Meter Stahl von 1954, hat Gehwege auf beiden Seiten und seit dem 1. Januar 2025 keine Routinekontrolle mehr — aber in Bulgarien gibt es keinen Jakobsweg, der hier ankäme. Also gehst du nach Norden: 203 Kilometer Ebene über das Kloster Comana, das Vlad Țepeș 1461 stiftete, quer durch București, wo der Trägerverein zu Hause ist, an den beiden Palästen vorbei, die Constantin Brâncoveanu 1698 in Mogoșoaia und Potlogi begann, in die alte Hauptstadt Târgoviște mit dem Chindia-Turm. Dann steigt das Land, und der Weg wird zum Weg: In Câmpulung, der ersten Hauptstadt der Walachei, steht die Bărăția, eine Jakobskirche des 13. Jahrhunderts, und unter ihrem Altar liegt der älteste datierte Grabstein des Landes: „Hic sepultus est comes Laurencius de Longo-Campo, pie memorie, anno Domini MCCC." Von hier führt der Rucăr-Bran-Korridor zwischen Piatra Craiului und Bucegi auf 1.211 Meter, an Rumäniens erstem Tourismusdorf Șirnea vorbei, unter der Burg Bran hindurch nach Brașov, wo außen an der Biserica Neagră ein Jakobus mit Muschel und Stab steht.

Ehrlich gesagt ist die Hälfte dieses Weges noch kein Weg. Zwischen Giurgiu und Târgoviște gibt es keine Markierung, keinen GPX-Track des Trägers, kein Jakobus-Patrozinium; das ist Korridor, den du mit eigener Planung gehst. Ab Câmpulung dagegen haben Ehrenamtliche seit 2022 Jahr für Jahr markiert — fast immer um den 25. Juli, den Jakobstag —, und am 25. Juli 2023 eröffneten sie in Șirnea die erste Herberge des rumänischen Camino, die Casa Mărioara. Dass die Route alt ist, wissen wir von zwei Deutschen: Peter Sparnau und Ulrich von Tennstädt kamen 1385 aus Jerusalem zurück und notierten „dy Langeowe" — Langenau, Câmpulung — und „Krone", Kronstadt, dann Hermannstadt, Klausenburg, Wardein, Ofen, Wien, Prag. Sie waren Jerusalem-Pilger, keine Santiago-Pilger, und nach Santiago führt dieser Weg heute auch nicht. Aber er führt auf einer Linie, die 1385 schon jemand aufgeschrieben hat.

Andere Namen

Der Weg heißt Camino de România 2 — die Nummerierung der sieben rumänischen Caminos ist mit dem Trägerverein vereinbart, mit dem wir diese Seiten in Kooperation zeigen. Auf seiner Website gliedert der Verein die Markierungsarbeit nach Kreisen: Camino Argeș (37,37 km) und Camino Brașov (56,68 km, laut GPX-Datei ab der Kreisgrenze Argeș/Brașov) sind die beiden veröffentlichten Abschnitte auf dieser Route, zusammen 94 Kilometer — unsere Streckendaten ergeben für Câmpulung–Brașov 94,9 Kilometer — seit dem bereinigten Track des Vereins (September 2026) sind Verein und Karte hier deckungsgleich. Der Träger empfiehlt genau diesen Abschnitt, Câmpulung Muscel → Brașov, als Einstieg.

Im weiteren Sinn ist der Weg Teil des Camino de România, des rund 2.526 Kilometer langen rumänischen Netzes, das über Brașov an den Camino de România 1 und damit an die Achse nach Oradea anschließt. Der Korridor, den er in den Karpaten nutzt, heißt seit Jahrhunderten Culoarul Rucăr-Bran, mit der Zollstation Vama Branului — der Handelsweg zwischen Walachei und Siebenbürgen, auf dem „negustorii români în căruțele lor cu vârf încărcate" von Câmpulung nach Kronstadt fuhren. Und der deutsche Name von Câmpulung, Langenau, steht in der Reisebeschreibung von 1385 als „dy Langeowe".

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du den markierten Teil gehst: Câmpulung–Brașov, fünf Etappen, 94,9 Kilometer, mit Jakobskirche und Pfarrherberge am Start, einer Herberge in der Mitte und einer Jakobusstatue am Ziel — der einzige Abschnitt des rumänischen Netzes, der heute wie ein Camino funktioniert. Ideal, wenn du Karpaten ohne Hochgebirgsrisiko willst: Der Rucăr-Bran-Korridor ist ein Pass auf 1.211 Metern zwischen zwei Kalkmassiven, mit Dörfern, Bussen und Betten. Ideal, wenn dich Fürstenhöfe interessieren — Câmpulung, Târgoviște und Bukarest waren nacheinander Hauptstadt der Walachei, und zwei Brâncoveanu-Paläste liegen zwei Tage auseinander. Und ideal, wenn du die ganze Kette gehen willst: In Brașov triffst du auf den Camino de România 1 und kannst bis zur ungarischen Grenze weiter.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du erwartest, dass die Donau ein Anfang ist: Hinter der Brücke gibt es keinen bulgarischen Jakobsweg, und 203 Kilometer Walachische Tiefebene bis Târgoviște sind unmarkiert, flach, im Sommer schattenlos und ohne jede Jakobus-Spur — ein Korridor, den du mit eigener Karte und eigener Quartiersuche gehst. Nichts für dich, wenn du Herbergen brauchst: Es gibt genau zwei, in Câmpulung und in Șirnea — beide im letzten Viertel des Weges. Nichts für dich, wenn du Bukarest zu Fuß durchqueren nicht magst — 32 Kilometer Stadt von Berceni bis Mogoșoaia gehören dazu. Und nichts für dich, wenn du glaubst, dass der Camino de România 2 nach Santiago führt: Er führt nach Brașov, und die 4.500 Kilometer auf der Borne in Iași sind Programm, nicht Infrastruktur. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in Giurgiu am rumänischen Ende der Donaubrücke, unter dem Uhrturm von 1771, und gehst durch die Ebene nach Norden: über Oinacu und Băneasa zum Kloster Comana, das Vlad Țepeș 1461 als Festungskloster gründete — 61 mal 55 Meter Mauern mit fünf Türmen, eine „adevărată cetate de câmpie" —, dann über Colibași und Berceni in die Hauptstadt. București durchquerst du von Süden nach Nordwesten, am Vereinssitz des Trägers vorbei, und verlässt die Stadt am Palast von Mogoșoaia (1698–1702, Brâncoveanu-Stil). Über Buftea und Joița erreichst du Potlogi — genauer gesagt kommst du daran vorbei: Der zweite Brâncoveanu-Palast von 1698 liegt gut einen Kilometer neben dem Track, und hier zweigt der Camino de România 4 ab; weiter über Titu und Produlești nach Târgoviște, Hauptstadt der Walachei von 1418 bis 1659, mit dem Fürstenhof und dem Chindia-Turm Vlads III. Bis hier ist alles flach: 203 Kilometer, der tiefste Punkt bei 14 Metern, Feldwege, Dorfstraßen, Sonne.

Hinter Târgoviște beginnen die Vorkarpaten: Șotânga, Tătărani, Cetățeni mit der Felsensiedlung, die vom 2. Jahrhundert vor bis ins 15. Jahrhundert nach Christus bewohnt war, Stoenești — und dann der erste echte Anstieg des Weges: Der Track verlässt das Dâmbovița-Tal und steigt bei Fântânea auf 807 Meter, bevor er nach Câmpulung hinunterfällt, in die erste Hauptstadt der Walachei, mit der Jakobskirche Bărăția und dem Kloster Negru Vodă. Ab hier bist du auf markiertem Weg. Über die Felsenkirche Nămăești und Gura Pravăț nach Rucăr, durch die Dâmbovicioara-Schlucht hinauf nach Ciocanu und Șirnea, Rumäniens erstem Tourismusdorf (1968), mit der Herberge Casa Mărioara — zwischen beiden Dörfern der höchste Punkt des Weges, 1.211 Meter. Dann hinunter über Cheia und Moeciu unter der Burg Bran hindurch, über Predeluț nach Zărnești am Eingang der Piatra Craiului, durch Vulcan zur Kirchenburg Cristian — und in Brașov hinein: Bartholomäuskirche (1223), Strada Lungă, Piața Sfatului, Biserica Neagră. Untergrund: Feldwege und Asphalt in der Ebene, Dorf- und Nationalstraßen im Korridor, Wiesen- und Waldpfade um Fântânea und Șirnea.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir teilen den Weg in 18 Etappen mit einem Schnitt von 20,7 Kilometern — Camino-Ninja-Systematik, denn der Träger veröffentlicht keine Tagesetappen, sondern zwei Kreis-Abschnitte mit GPX (Camino Argeș 37,37 km, Camino Brașov 56,68 km) und die Empfehlung, Câmpulung–Brașov zu gehen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf die 372,5 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert — den bereinigten Track, den uns der Verein im September 2026 geliefert hat; die alte Fassung maß mit ihren Schleifen 423,1 Kilometer. Für den Karpatenteil ergeben unsere Daten jetzt 94,9 Kilometer, der Träger 94 — Verein und Karte sind deckungsgleich. Schwierigkeit: die Etappen 1–10 sind eben, die Etappen 11–18 tragen fast alle 2.993 Höhenmeter, der höchste Punkt liegt auf 1.211 Metern.

  1. Giurgiu – Băneasa (25,8 km) — Donaubrücke, Uhrturm 1771, Oinacu, Braniștea, Gostinu; Ebene.
  2. Băneasa – Comana (21,7 km) — Mihai Bravu; Kloster Comana (1461, Vlad Țepeș), Naturpark.
  3. Comana – Berceni (23,9 km) — Gostinari-Văcărești, Colibași, Câmpurelu, Dobreni; Stadtrand von București.
  4. Berceni – București (17,4 km) — Einzug in die Hauptstadt; Vereinssitz des Trägers.
  5. București – Buftea (20,6 km) — Stadtdurchquerung, Palast Mogoșoaia (1698–1702), Buciumeni.
  6. Buftea – Brezoaia (22,3 km) — Săbăreni, Joița, Cosoba.
  7. Brezoaia – Potlogi (17,5 km) — Poiana, Românești; Brâncoveanu-Palast Potlogi (1698) gut einen Kilometer neben dem Track; Abzweig Camino de România 4.
  8. Potlogi – Titu (16,6 km) — Pitaru, Odobești, Sălcuța.
  9. Titu – Perșinari (19,3 km) — Fusea, Hagioaica, Produlești, Broșteni, Gura Șuții.
  10. Perșinari – Târgoviște (17,7 km) — Văcărești; Fürstenhof, Chindia-Turm.
  11. Târgoviște – Tătărani (27,2 km) — Teiș, Șotânga, Gheboieni; Beginn der Vorkarpaten. Längste Etappe.
  12. Tătărani – Cetățeni (25,0 km) — Izvoarele, Priboiu, Dragodănești, Aninoșani, Cândești Vale, Oncești, Capu Coastei, Lăicăi; Felsensiedlung, Kloster Cetățuia Negru Vodă.
  13. Cetățeni – Câmpulung (22,6 km) — Valea Cetățuia, Cotenești, Stoenești; Anstieg über Fântânea auf 807 m, Valea Rumâneștilor; Bărăția „Sfântul Iacob“, Grabstein 1300; Pfarrherberge Casa Genoveva. Ab hier markiert.
  14. Câmpulung – Rucăr (23,9 km) — Valea Mare Pravăț, Felsenkirche Nămăești, Gura Pravăț, Valea Caselor; markiert 2023–2025.
  15. Rucăr – Șirnea (14,0 km) — Podu Dâmboviței, Dâmbovicioara-Schlucht, Ciocanu; höchster Punkt 1.211 m; Herberge Casa Mărioara.
  16. Șirnea – Zărnești (22,0 km) — Cheia, Moeciu de Jos, Moeciu; Burg Bran; Predeluț; Piatra Craiului.
  17. Zărnești – Cristian (20,4 km) — Vulcan; Kirchenburg Cristian; Libearty-Bärenreservat bei Zărnești als Abstecher.
  18. Cristian – Brașov (14,6 km) — Bartholomäuskirche, Strada Lungă, Piața Sfatului, Biserica Neagră.

Anstrengend sind zwei Dinge, die nichts mit Höhenmetern zu tun haben: die Ebene und die Stadt. Zehn Etappen Câmpia Română im Hochsommer bedeuten Hitze ohne Schatten, Feldwege ohne Markierung und Dörfer ohne Pension — du planst jedes Quartier vorher, oft über die Gemeinde. Bukarest durchquerst du an einem Tag; der Weg ist dort nicht markiert, die Vereinstrasse führt von Berceni nach Mogoșoaia. Im Korridor dagegen ist alles einfacher: Busse alle 30 Minuten zwischen Brașov und Bran, Pensionen in jedem Dorf, Markierung seit 2022; die härtesten Kilometer sind der Anstieg über Fântânea vor Câmpulung und die Dâmbovicioara-Schlucht hinauf nach Șirnea. Wer nur eine Woche hat, startet in Câmpulung — der Träger sagt es selbst.

Zwei Deutsche schrieben 1385 auf, wo dieser Weg entlanggeht

Am Sonntag nach dem 15. August 1385 brachen in Venedig zwei Männer aus dem Reich nach Jerusalem auf, Peter Sparnau und Ulrich von Tennstädt. Auf dem Rückweg wählten sie nicht das Meer, sondern das Land nördlich der Donau, und einer von ihnen schrieb auf, wo sie durchkamen: „dar noch in dy Langeowe, do ist Sancte Andrewes fus lyphafftig. Dar noch rethe wir kern Krone in daz Wortze lant." Langenau ist Câmpulung, Krone ist Kronstadt, das Wortze lant die Walachei. Dann: „in Sobin borgen obir eyn wassir, daz heyset der Alte, und quamen in eyne stad, dy heyst dy Hermestad" — über den Olt nach Hermannstadt, weiter „zcu der Closterburg", Klausenburg, „keyn Wordin", Wardein, „keyn Ofin, von Ofin ken Wyne, von Wyne keyn Prage". Das ist, Ort für Ort, der Camino de România 2 und danach der Camino de România 1 bis Oradea. Ion Nicolae, der Präsident des Trägervereins, zitiert diesen Text als Kernbeleg dafür, dass der Korridor begangen wurde, den er heute markiert. Ehrlich gesagt waren die beiden Jerusalem-Pilger, keine Santiago-Pilger — belegt ist die Route, nicht das Ziel. Aber die Route reicht.

Denn was sie in „dy Langeowe" sahen, steht noch. Die Bărăția von Câmpulung, römisch-katholische Kirche „Sfântul Iacob", ist die älteste urkundlich belegte Kirche der Walachei, gegründet im 13. Jahrhundert von Dominikanern, später von Franziskanern geführt — daher der Name, von ungarisch barát, Bruder. Unter ihrem Altar liegt ein Grabstein mit der Inschrift „Hic sepultus est comes Laurencius de Longo-Campo, pie memorie, anno Domini MCCC." — der älteste datierte Stein der Walachei und die erste schriftliche Nennung der Stadt, in der Sprache, in der man Pilgerurkunden schrieb: de Longo-Campo, aus dem Langen Feld. Die Kirche brannte 1737 unter osmanischen Truppen, wurde 1760 wieder aufgebaut, der Chor ist gotisch mit Rippengewölbe, der Turm von 1730. Am 25. Juli 2023, dem Jakobstag, feierte der Verein hier die Patroziniumsmesse, hielt seine Generalversammlung und eröffnete am selben Tag in Șirnea die erste Herberge des rumänischen Camino — ein Tag, an dem aus einem Korridor ein Weg wurde. Câmpulung war die erste Hauptstadt der Walachei, bis Curtea de Argeș sie im 14. Jahrhundert ablöste; 1635 brachte Matei Basarab eine Druckerpresse in die Stadt.

Und am Ende steht der Jakobus, den der Verein meint, wenn er von Beweisen spricht: „statuia apostolului Iacob, în postura de pelerin, statuie aflată în exteriorul Bisericii Negre" — der Apostel im Pilgerhabit außen an der Schwarzen Kirche von Brașov. Ehrlich gesagt gibt es dazwischen eine Leerstelle, die der Träger selbst benennt: Die Jakobskapelle auf dem Sprenghi-Hügel bei der Bartholomäuskirche „a ființat" — hat bestanden, Vergangenheitsform. Sie ist verschwunden, und die Vereinstrasse durch Brașov führt genau dort vorbei, an der Biserica Bartolomeu von 1223, dem ältesten Bauwerk der Stadt. In Bran liegt im Museum eine Jakobusstatue aus dem Besitz Königin Maries, „believed to have been a gift from a pilgrim returning from Santiago" — Überlieferung, kein Beleg. Und in Bukarest verhandelte der Verein am 9. Februar 2022 in der Nuntiatur über eine Jakobusstatue auf der Piața Spaniei — sie steht noch nicht. Dieser Weg hat eine Statue, die da ist, eine Kapelle, die weg ist, und eine Statue, die fehlt. Und einen Text von 1385, der sagt, dass man hier schon einmal gegangen ist.

Highlights am Weg

  • Giurgiu und die Donaubrücke — Stadt genuesischer Kaufleute (14. Jh., erste Nennung 1395), Uhrturm von 1771; Podul Prieteniei nach Ruse, eröffnet 20. Juni 1954, 2.223 m, zwei Decks, Gehwege beidseitig, seit 1. Januar 2025 ohne Routinekontrolle.
  • Mănăstirea Comana — Festungskloster, „ctitorită de Vlad Țepeș († 1476) în anul 1461", Neubau 1588 durch Radu Șerban, Erneuerung 1699–1703; fünf Türme, 61 × 55 m; nach Constantin Rezachevici wahrscheinlichster Ort des Grabes von Vlad Țepeș — Hypothese, kein Fund.
  • București — Sitz des Trägervereins seit 2016, Camino-Café-Treffen; Bărăția, älteste katholische Kirche der Stadt, franziskanischen Ursprungs; geplante Jakobusstatue auf der Piața Spaniei.
  • Palatul Mogoșoaia — „built between 1698 and 1702 by Constantin Brâncoveanu", Brâncoveanu-Stil, 1916 bombardiert, von Martha Bibescu wiederaufgebaut, seit 1957 Museum.
  • Palatul Brâncovenesc, Potlogi — 1698 als Residenz für Brâncoveanus Erben gebaut, ein Vierteljahrhundert verfallen, mit EU-Mitteln restauriert; Abzweig des Camino de România 4.
  • Târgoviște — Hauptstadt der Walachei 1418–1659, Fürstenhof Curtea Domnească, Chindia-Turm Vlads III.; Eintritt 30 RON (ca. 6 €), ermäßigt 15 RON (Stand: September 2026).
  • Câmpulung, Bărăția „Sfântul Iacob" — älteste Kirche der Walachei, 13. Jh.; Grabstein des Comes Laurentius, 1300, ältestes datiertes Epigraph des Landes; gotischer Chor, Turm 1730; Patroziniumsmesse am 25. Juli. Daneben Kloster Negru Vodă, der Überlieferung nach 1215 gegründet.
  • Rucăr-Bran-Korridor — historischer Handelspass mit der Zollstation Vama Branului; Dâmbovicioara-Schlucht, Höchstpunkt 1.211 m zwischen Ciocanu und Șirnea; Nationalpark Piatra Craiului. Bei Zărnești das Libearty Bear Sanctuary, Rumäniens großes Auffangreservat für Braunbären aus Gefangenschaft (Abstecher).
  • Șirnea — Rumäniens erstes Tourismusdorf (1968, Nicolae Frunteș), 1.244 m, Dorfmuseum mit Gebetbüchern von 1700, erste beleuchtete Nachtskipiste des Landes (Dezember 1968); Albergue Casa Mărioara seit 25. Juli 2023.
  • Bran — Burg des Deutschen Ordens (1211), Steinbau der Kronstädter ab 1377, Zollstation, ab 1920 Residenz Königin Maries; Jakobusstatue im Museum nach Überlieferung Pilgergeschenk. Eintritt 70 RON (ca. 14 €), Stand: September 2026.
  • Brașov — Bartholomäuskirche (1223), ältestes Bauwerk der Stadt, Standort der verschwundenen Jakobskapelle; Biserica Neagră mit Jakobusstatue im Pilgerhabit; Anschluss an den Camino de România 1.
  • Bran, Jakobusstatue Königin Marias — hölzerne Jakobusstatue aus dem Besitz Königin Marias von Rumänien; ein Foto zeigt die Königin neben der Statue auf Schloss Bran (Vereinsangabe).

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der Startpunkt Giurgiu liegt eine Regionalzugstunde südlich von București — wer aus dem Ausland kommt, fliegt nach Bukarest (Otopeni) und fährt mit dem Zug nach Giurgiu Nord oder beginnt gleich in der Hauptstadt (Etappe 5). Aus Bulgarien kommst du von Ruse zu Fuß über die Donaubrücke — laut Reiseauskunft 2026 für Fußgänger erlaubt und mautfrei, 30 bis 40 Minuten, vorher prüfen — oder mit dem Regionalzug Ruse–Giurgiu Nord auf dem Unterdeck. Einen bulgarischen Jakobsweg, der hier ankäme, gibt es nicht; der Camino Bulgaria in der Strandscha liegt 400 Kilometer entfernt.

Zu Fuß führt kein anderer Weg hierher — dieser Camino ist selbst der Zubringer: Er bringt Pilger von der Donau und aus Bukarest auf den Camino de România 1, die Hauptachse des rumänischen Netzes, die in Brașov erreicht wird. Wer nur den Karpatenteil will, reist nach Câmpulung (Bus ab București und Pitești) oder nach Brașov (Bahn aus ganz Rumänien) und geht die Etappen 14–18 in einer der beiden Richtungen; in Potlogi zweigt der Camino de România 4 nach Westen ab, wer aus der Walachei über Curtea de Argeș nach Sibiu will, wechselt dort.

Weiterpilgern?

Ja, und die Fortsetzung ist der Grund für die Nummer 2: In Brașov triffst du auf den Camino de România 1 und kannst ihm nach Westen folgen — über Hălchiu, Rupea, die Zisterzienserabtei Cârța, Sibiu, Alba Iulia, Cluj-Napoca und Oradea bis Borș an der ungarischen Grenze, rund 720 Kilometer. Das ist genau die Linie, die Sparnau und Tennstädt 1385 beschrieben: Krone, Hermannstadt, Klausenburg, Wardein. Oder nach Osten: über Prejmer, das Szeklerland und den Nemira in die Moldau bis Iași, zur Borne mit den „4.500 km". Wer die Alternativen sammeln will, nimmt ab Hălchiu den Camino de România 6 oder ab Sibiu den Camino de România 7.

Nach Santiago führt derzeit keine dieser Linien: An der ungarischen Grenze endet das rumänische Netz, und in Bulgarien beginnt keines. Die Borne in Iași nennt 4.500 Kilometer — sie sind ein Versprechen des Vereins, keine markierte Strecke. Wer die Compostela will, braucht die letzten 100 Kilometer in Spanien; der Camino Francés ist von Rumänien aus per Flug nach Madrid oder Bilbao erreichbar. Und wer Rumänien noch nicht verlassen will: Der Camino de România 4 ist die westliche Schwester dieses Weges — über Curtea de Argeș und die Westflanke der Făgăraș nach Tălmaciu.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Zeit: Mai bis Juni und September bis Oktober. Die Ebene zwischen Donau und Târgoviște ist im Hochsommer heiß und schattenlos, der Korridor um Șirnea auf 1.150–1.211 Metern im Winter schneereich. Markierung und Navigation: gelber Pfeil und Muschel ab Câmpulung — Câmpulung–Nămăești (2024), Gura Pravăț–Dragoslavele und Rucăr–Podu Dâmboviței (2023), Podu Dâmboviței–Șirnea (2025), Șirnea–Cheia und Moeciu–Bran (2022), Bran–Zărnești–Vulcan (2023), Vulcan–Brașov (2024); GPX-Tracks Camino Argeș und Camino Brașov auf caminodesantiago.ro. Zwischen Giurgiu und Târgoviște nichts davon — plane die Ebene offline, am einfachsten direkt in der Camino Ninja App zusammen mit deinen Etappen und Unterkünften. Credencial: seit 2018 vom Verein ausgegeben, 10 RON (ca. 2 €), per E-Mail bestellen; Stempel in Pfarrhäusern, Klöstern (Comana, Negru Vodă, Nămăești), Gemeindeämtern, in der Casa Genoveva und in der Casa Mărioara. Sprache: Rumänisch; in Brașov auch Deutsch und Ungarisch. Bären: im Korridor und in der Piatra Craiului präsent — früh los, laut, kein Essen im Zelt. Der Verein bestätigt: Stempel kannst du überall erfragen, wo du einkehrst — eigens gestaltete Pilgerstempel wie in Spanien oder Portugal gibt es aber nicht; den einzigen speziell für Pilger gemachten Stempel führt die Herberge Casa Genoveva hier in Câmpulung Muscel. Kontakt: Wer den Weg gehen will, schreibt dem Verein an office@caminoromania.org — er stellt den Kontakt zu seinen lokalen Vertretern her, die zu Unterkunft, Route und allem Weiteren Auskunft geben; ihre Kontakte stehen auch auf caminodesantiago.ro/contact/.

Unterkunft: Zwei Pilgerherbergen hat der Weg, beide im Karpatenteil: die Pfarrherberge Casa Genoveva in Câmpulung Muscel, an der Jakobskirche Bărăția, und die Casa Mărioara in Șirnea (eröffnet 25. Juli 2023, über den Verein). Sonst Pensionen: reichlich in Bran, Moeciu, Rucăr, Câmpulung, Târgoviște, Brașov; in der Ebene dünn — Comana, Buftea, Titu haben einzelne Häuser, kleine Dörfer oft gar nichts, dort hilft die Gemeinde oder das Pfarrhaus. Vorab anrufen, auf Rumänisch oder mit Übersetzungs-App. Verpflegung: Läden in jedem Dorf, Wasser überall; in der Ebene Tagesverpflegung tragen, weil Gasthäuser fehlen. Packliste: Schuhe für Asphalt und Wiesenpfade, Sonnenschutz und Kopfbedeckung für zehn Ebenen-Etappen, Regenschutz für den Pass, Stöcke, Powerbank, Offline-Karten, Bargeld in Lei. Bukarest: Stadtdurchquerung von Berceni nach Mogoșoaia rund 32 Kilometer; wer sie sich sparen will, nimmt die Metro und beginnt Etappe 5 am Stadtrand.

Was dich der Weg kostet

Ehrlich gesagt kostet der Weg fast nichts, und die Kultur ist billig: Alle Beträge Stand: September 2026, Rechenkurs 1 EUR ≈ 5,0 RON. Belegt sind: Fürstenhof Târgoviște 30 RON (ca. 6 €), ermäßigt 15 RON (ca. 3 €); Burg Bran 70 RON (ca. 14 €), Senioren 60 RON, Studierende 50 RON, Kinder 30 RON, Kombiticket 150 RON (ca. 30 €); Bus Brașov–Bran 15–20 RON (ca. 3–4 €) beim Fahrer; Bahn Brașov–București Nord Regio 37 RON (ca. 7,40 €), InterRegio 68,50 RON (ca. 13,70 €), InterCity 78,50 RON (ca. 15,70 €); Vereinsbeitrag APCS 50 RON (ca. 10 €), Credencial 10 RON (ca. 2 €). Richtwerte: Pension im Korridor 120–200 RON (ca. 24–40 €) für zwei, Gästezimmer in der Ebene 80–150 RON (ca. 16–30 €), Herberge Casa Mărioara gegen Spende, Casa Genoveva nach Absprache mit der Pfarrei, Tagesmenü 30–50 RON (ca. 6–10 €), Hostelbett in Bukarest oder Brașov rund 90 RON (ca. 18 €). Bahnpreise București–Giurgiu waren nicht abrufbar — Regionalzug, einstelliger Euro-Betrag.

Realistisches Tagesbudget: sparsam mit Pfarrhaus, Gästezimmer und Selbstversorgung 100–160 RON (ca. 20–32 €), mittel mit Pension und einem warmen Essen 180–280 RON (ca. 36–56 €), komfortabel mit Hotel in Brașov oder Bukarest und Restaurant 350–500 RON (ca. 70–100 €). Für den markierten Abschnitt Câmpulung–Brașov (fünf Etappen) rechne 900–1.500 RON (ca. 180–300 €), für den ganzen Weg 3.000–5.500 RON (ca. 600–1.100 €) vor Ort; Flug nach Bukarest kommt dazu.

Anreise

Zum Start (Giurgiu): Flug nach București (Otopeni), von dort Regionalzug București Nord – Giurgiu Nord, rund eine Stunde, oder Bus; aus Bulgarien von Ruse zu Fuß über die Brücke (Fußgänger erlaubt, 30–40 Minuten) oder mit dem Grenzzug Ruse–Giurgiu Nord. Wer die Ebene auslässt, startet in București (Etappe 5) oder in Câmpulung — Busse ab București und Pitești, rund zweieinhalb Stunden.

Unterwegs und vom Ziel (Brașov): Bahnhöfe in Giurgiu, București, Buftea, Titu, Târgoviște, Zărnești und Brașov; Busse Brașov–Bran alle 30 Minuten (45–52 Minuten) und weiter nach Moeciu, Rucăr, Câmpulung. Von Brașov fährst du mit der Bahn nach București Nord in 2 Stunden 15 Minuten (InterCity) bis 2 Stunden 45 (Regio Expres) oder weiter nach Sibiu, Cluj, Iași — die Stadt ist der Knoten des rumänischen Netzes. Flughafen Brașov-Ghimbav für Rückflüge.

Partner

Partner für Camino de România 2

Camino Ninja arbeitet mit offiziellen Partnern zusammen. Für diesen Camino ist der Partner:

Camino Shop

Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel

Alles, was du für den Camino de România 2 brauchst, direkt zu dir nach Hause.

Camino Shop besuchen