Camino de România 6
79,0 Kilometer Făgăraș-Land, fast eben, zwischen zwei Jakobusbildern: Der Camino de România 6 beginnt in Hălchiu vor einem sächsischen Altar von 1528, auf dem die Hinrichtung des Jakobus zu sehen ist, steigt über den Nordrand der Munții Perșani (642 m), passiert den UNESCO-Buchenurwald Codrul Secular Șinca und das Höhlenkloster Șinca Veche, dessen Einsiedeleien am 3. Juni 1761 brannten, die Festung Făgăraș von 1310 — 1950 bis 1960 politisches Gefängnis — und endet in Șoarș an der Kirche, die bis heute Scharoscher Jakobuskirche heißt, obwohl ihr Patrozinium mit der Reformation unterging. Die Südvariante des Camino de România 1, der dieselbe Spanne nördlich des Olt über Rupea nimmt. Ehrlich gesagt: unmarkiert, keine Herberge, Bärenland am Perșani, kein Anschluss nach Santiago.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Zwei Jakobskirchen, die keine mehr sind
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Hălchiu, evangelische Kirche mit dem Altar von 1528 (am Camino de România 1) / Șoarș, Scharoscher Jakobuskirche (am Camino de România 1)
- Länge: 79,0 km
- Dauer: 4 Etappen, Ø 19,8 km (Camino-Ninja-Teilung); entzerrt 5 Etappen mit Halt in Mărgineni
- Höhenmeter: ↗ 487 m / ↘ 512 m — 6,2 Höhenmeter pro Kilometer, ein Flachweg mit einem einzigen Übergang
- Höchster Punkt: 642 m am Nordrand der Munții Perșani zwischen Dumbrăvița und Șinca Nouă; tiefster Punkt 426 m in der Olt-Senke bei Făgăraș
- Etappen: 4 — Camino-Ninja-Systematik; der Träger veröffentlicht für diesen Weg weder Etappen noch GPX
- Landschaft: Burzenland, Perșani-Vorberge, Buchenurwald, Făgăraș-Vorland mit den Zweitausendern links, Olt-Senke, sächsische Kirchenburgdörfer
- Markierung: keine — die sechs markierten Träger-Abschnitte liegen alle auf anderen Wegen; GPS-Pflicht
- Jakobus-Spuren: Altar von Hălchiu (1528, Hinrichtung des Jakobus); Scharoscher Jakobuskirche in Șoarș (Patrozinium mit der Reformation verloren)
- Unterkunft: keine Herberge; Pensionen in Șinca Veche und Vad, Hotels in Făgăraș, sonst Pfarrhaus und Gemeinde
- Anschlusswege: Camino de România 1 an beiden Enden — Hălchiu und Șoarș sind Wegpunkte der Hauptachse
- Anschluss Santiago: keiner — hinter Borș fehlen die Wege durch Ungarn
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; im Mai blühen bei Vad die Narzissenwiesen
Überblick
Zwischen Hălchiu und Șoarș gibt es zwei Wege, und beide führen zu einer Jakobskirche, die keine mehr ist. Der Camino de România 1 holt nördlich des Olt über Rupea aus; der Camino de România 6 nimmt die Südseite durch das Făgăraș-Land — und der Gründungstext des Trägervereins nennt genau diese beiden Orte in einem Satz: „În Transilvania au existat alte biserici cu același hram la Rupea și Șoarș, pierdute odată cu Reforma." Du startest in Hălchiu, Heldsdorf, vor dem Doppelflügelaltar von 1528, 8,1 Meter hoch, auf dem neben dem Martyrium von Andreas und Petrus „the execution of James" gemalt ist — das letzte große Bildwerk vor der Reformation, und heute das Einzige, was von der Wehranlage blieb. Dann über den Nordrand der Munții Perșani, 642 Meter, den einzigen Anstieg des Weges, in das Vorland der Făgăraș-Berge: Codrul Secular Șinca, seit 2017 UNESCO-Welterbe, Buchen bis 500 Jahre alt und über 60 Meter hoch, Bär, Wolf, Luchs; Șinca Veche, zwei in Sandstein gehauene Kirchen mit zwei Altären, deren Einsiedeleien ein Priester am 3. Juni 1761 mit vier Worten abschrieb, „s-au ars schiturile"; Făgăraș, Festung seit 1310, Gefängnis 1950 bis 1960, „escape practically impossible".
Ehrlich gesagt ist das der Weg für alle, die den Camino de România 1 kennen und die Făgăraș-Berge lieber links neben sich haben als das Repser Land. 79 Kilometer, 487 Höhenmeter, vier Tage, kein Pfeil — auf dem Camino de România 6 ist nichts markiert, die sechs GPX-Abschnitte des Trägers liegen alle anderswo. Herbergen gibt es keine, Betten in Făgăraș, Șinca Veche und Vad, dazwischen fragst du. Am Ende steht in Șoarș, 1206 erstmals genannt, „one of the oldest settlements in Transylvania", die gotische Hallenkirche, die die Stiftung Kirchenburgen bis heute Scharoscher Jakobuskirche nennt; ihr Turm neigt sich, das Dach wurde 2017 gerettet, der Schlüssel liegt beim evangelischen Pfarramt Făgăraș. Der Weg beginnt mit dem Tod des Apostels und endet an seinem verlorenen Namen. Dazwischen liegt das Land der Kirchenburgen.
Andere Namen
Der Weg heißt Camino de România 6 — die Nummerierung der sieben rumänischen Caminos ist mit dem Trägerverein vereinbart, mit dem wir diese Seiten in Kooperation zeigen. Der Verein selbst spricht vom Camino de România und veröffentlicht Kreisabschnitte; sein „Camino Brașov" mit 56,68 Kilometern ist laut Dateinamen die Spanne ab der Kreisgrenze Argeș–Brașov, also der Bran-Abschnitt des Camino de România 2, nicht dieser Weg. Für den Camino de România 6 gibt es beim Träger weder GPX noch Etappen noch Markierung. Man könnte ihn die Südvariante oder die Făgăraș-Variante des Camino de România 1 nennen; offiziell tut das niemand.
Die Orte tragen drei Namen, weil das hier Siebenbürgen ist: Hălchiu ist deutsch Heldsdorf, ungarisch Höltövény; Făgăraș ist Fogarasch, Fogaras; Șoarș ist Scharosch bei Fogarasch, Sáros. Und eine Verwechslungsfalle gehört hierher: Der Wegpunkt Sebeș auf Etappe 3 ist das Dorf Sebeș in der Gemeinde Hârseni am gleichnamigen Bach — nicht die Stadt Sebeș/Mühlbach im Kreis Alba mit ihrer Jakobskapelle von um 1420. Die liegt am Camino de România 1, 150 Kilometer weiter westlich.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du den Camino de România 1 in Etappen gehst und zwischen Brașov und Sibiu die Variante mit den Bergen im Blick willst: Ab Șinca Veche stehen die Făgăraș-Zweitausender die ganze zweite Hälfte links neben dir, hinauf gehst du nicht. Ideal für ein verlängertes Wochenende ab Brașov — der Flughafen Brașov-Ghimbav, eröffnet am 15. Juni 2023, liegt direkt südlich von Hălchiu, der Startpunkt ist einer der flughafennächsten Camino-Anfänge Europas. Ideal für alle, die Kirchenburgen mögen: Hălchiu am Anfang, Șoarș und Seliștat am Ende, Făgăraș in der Mitte. Und ideal, wenn du ehrliche Geschichte willst statt Pilgerromantik — Șinca Veche, Făgăraș und Mărgineni liefern sie.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du markierte Wege erwartest: hier ist nichts markiert, du gehst mit den Wegpunkten unserer Streckendaten. Nichts für dich, wenn du Bären fürchtest — der Weg streift den Codrul Secular Șinca, in dem Bär, Wolf und Luchs leben, und der Pilger Florentin Bosse traf 2023 auf dem Camino de România eine Bärin mit drei Jungen. Nichts für dich, wenn du auf Etappe 3 keine 30 Kilometer gehen willst und in Mărgineni kein Bett findest — dann plane fünf Tage. Und nichts für dich, wenn du nach Santiago willst: Der Camino de România 6 ist eine Variante innerhalb eines Netzes, das an der ungarischen Grenze endet. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs.
Streckenverlauf & Landschaft
Du startest in Hălchiu im Burzenland, 15 Kilometer nordwestlich von Brașov, vor der evangelischen Kirche mit dem Altar von 1528, und gehst nach Westen durch Satu Nou und Dumbrăvița auf die Vorberge zu. Zwischen Dumbrăvița, Vlădeni und Șinca Nouă überquert der Weg den Nordrand der Munții Perșani — 642 Meter, der einzige echte Anstieg, Wald und Weide, die Grenze zwischen Burzenland und Făgăraș-Land. Bei Șinca Nouă liegt der Codrul Secular Șinca, 783,6 Hektar Buchenurwald, seit 2017 UNESCO-Welterbe als Teil der „Făgetele primitive și virgine ale Carpaților"; der Weg berührt ihn am Rand. Über Vâlcea nach Șinca Veche, wo unter dem Dealul Pleșu die Höhlenkirchen liegen.
Ab hier ist es eben. Das Făgăraș-Land, die Țara Făgărașului, ist eine Senke zwischen dem Olt im Norden und der steilsten Gebirgsfront Rumäniens im Süden — Dorf um Dorf am Fuß der Berge: Șercăița, Bucium, Mărgineni, das Vlad Dracul 1437 einem Bojaren schenkte, Sebeș am gleichnamigen Bach, Hârseni, Ileni. In Făgăraș überquerst du fast den Olt: Festung mit Wassergraben, Brâncoveanu-Kirche von 1698, Bahnhof. Die letzten 13 Kilometer führen nach Norden über den Fluss hinaus in das Hügelland der sächsischen Dörfer nach Șoarș, wo der Camino de România 1 von Rupea her wieder auf dich trifft. Untergrund: Dorfasphalt, Feld- und Waldwege, im Perșani-Übergang Forstwege; Wasser in jedem Dorf, Schatten in der zweiten Hälfte selten.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir teilen den Weg in 4 Etappen mit einem Schnitt von 19,8 Kilometern — Camino-Ninja-Systematik, denn der Träger veröffentlicht für den Camino de România 6 nichts; die einzige externe Hartzahl ist die Entfernung Făgăraș–Șoarș, 13 Kilometer laut Gemeinde. Die übrigen Kilometer sind aus unserer Wegpunktkette geschätzt und auf die 79,0 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert. Schwierigkeit: gering — ein Übergang auf 642 Meter, sonst Ebene; die Herausforderung heißt Navigation, Betten und eine lange dritte Etappe.
- Hălchiu – Vlădeni (15,0 km) — Satu Nou, Dumbrăvița; Burzenland, erste Vorberge.
- Vlădeni – Șinca Veche (21,0 km) — Perșani-Übergang 642 m, Șinca Nouă mit dem Codrul Secular, Vâlcea; Höhlenkloster.
- Șinca Veche – Făgăraș (30,0 km) — Șercăița, Bucium, Mărgineni, Sebeș, Hârseni, Ileni; Festung, Brâncoveanu-Kirche. Längste Etappe.
- Făgăraș – Șoarș (13,0 km) — über den Olt ins Hügelland; Scharoscher Jakobuskirche, Anschluss Camino de România 1.
Wer entzerren will, teilt Etappe 3 in Mărgineni (14,0 + 16,0 km) und geht fünf Tage — auch das summiert sich auf 79,0. Făgăraș ist der einzige Ort mit echter Bettenauswahl; Șinca Veche und Vad haben Pensionen, Vlădeni und Mărgineni musst du vorher klären. Im Perșani-Übergang und am Rand des Urwalds gilt: laut gehen, Abstand halten, kein Essen offen tragen.
Zwei Jakobskirchen, die keine mehr sind
Der Camino de România 6 fängt mit dem Ende an. In Hălchiu steht seit 1528 ein Doppelflügelaltar, 8,1 Meter hoch, 7,7 breit, in Rot, Grün und Gold, mit Abraham, Moses, Aaron, Petrus und Paulus in der Predella, acht Passionsszenen auf der Rückseite — und auf der Feiertagsseite „the martyrdom of the apostles Andrew and Peter and the execution of James". Der Trägerverein führt Hălchiu in seiner Liste der Jakobus-Darstellungen Rumäniens; die Stiftung Kirchenburgen sagt, was zu sehen ist. Aufgestellt wurde der Altar im letzten Moment: Wenige Jahre später kam die Reformation nach Siebenbürgen, und die Heiligen verschwanden aus den Patrozinien. Der Altar blieb, die Burg nicht — sechs Sturmangriffe Michaels des Tapferen 1599 hatte sie überstanden, 1864 wurde der Graben zugeschüttet, 1894/95 trug man Türme und Ringmauer ab. Heute ist das Bild vom Tod des Apostels „the only testimony" der einstigen Bedeutung des Ortes. Du gehst los vor dem Grab, das 2.500 Kilometer westlich liegt.
Und du kommst an einer Kirche an, die ihren Namen verloren hat. Șoarș, Scharosch bei Fogarasch, 1206 erstmals urkundlich, „one of the oldest settlements in Transylvania": Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die gotische Hallenkirche, wohl über einer romanischen Basilika, mit Wehrturm, Wehrmauer — und dem Jakobus als Patron. Der Gründungstext des Camino-Vereins zählt sie auf, zusammen mit Rupea auf der Nordroute: „biserici cu același hram la Rupea și Șoarș, pierdute odată cu Reforma". Das Patrozinium ging, der Bau blieb, und die Stiftung Kirchenburgen nennt ihn bis heute Scharoscher Jakobuskirche. Um 1900 verbaute man die Wehrmauer in die Schule, seit Jahrzehnten neigt sich der Turm, weil unter einer Betonmauer am Sportplatz Wasser steht; 2015 bat Ursula Hummes von der Heimatortsgemeinschaft die Stiftung um Hilfe, 2017 setzten „Zimmerleute, Dachdecker und Spengler das komplette Kirchendach instand", bis 2023 folgten Fassade und Strebepfeiler. Am Fuß des Triumphbogens stehen Reste eines Lettners — in Siebenbürgen selten. Egal, welche Seite des Olt du nimmst: Du gehst auf eine Jakobskirche zu, die keine mehr ist.
Ehrlich gesagt ist das die ganze Jakobus-Bilanz dieses Weges, und sie ist ehrlicher als vieles, was anderswo behauptet wird: kein Hospiz, keine Pilgerurkunde, kein Muschelfund zwischen Hălchiu und Șoarș — die vier Muscheln aus den Gräbern um die Sibiuer Stadtpfarrkirche liegen 100 Kilometer weiter. Was der Camino de România 6 stattdessen hat, ist Siebenbürgen im Querschnitt: Unter dem Dealul Pleșu bei Șinca Veche zwei in Sandstein gehauene Kirchen mit zwei Altären, „a rarely encountered detail", amtlich 18. Jahrhundert, nach A. Lukacs „probabil mult înainte de acest veac XVIII", ohne eindeutig christliche Symbole, dafür mit „strange signs carved on the walls" — man weiß nicht, wann hier jemand anfing zu beten, aber auf den Tag, wann er aufhören musste: 3. Juni 1761, „s-au ars schiturile", die Mönche flohen über die Berge in die Walachei. In Făgăraș eine Festung, die 1310 in Stein begonnen, 1526 von István Majláth in der Mauerstärke verdoppelt und 1599 von Michael dem Tapferen als Schatzkammer genutzt wurde — und die von 1950 bis Februar 1960 politisches Gefängnis war, rund 5.000 Häftlinge, 161 dokumentierte Tote, „escape practically impossible". Zweihundert Meter weiter die Kirche, die Constantin Brâncoveanu 1698 mit kyrillischer Bauinschrift und walachischem Wappen stiftete. In derselben Stadt hat ein Fürst eine Tür geöffnet und ein Staat sie zugemacht. Auf Jakobswegen erzählt man sonst von Hospizen; hier erzählt man, was stattdessen passierte.
Highlights am Weg
- Kirchenburg Hălchiu (Heldsdorf) — Erstnennung 1377, Bauteile aus dem 13. Jahrhundert, gotische Hallenkirche des 15. Jahrhunderts; Doppelflügelaltar 1528, 8,1 × 7,7 m, mit „the execution of James", in den 1970ern restauriert; Wehranlage 1894/95 abgetragen.
- Perșani-Übergang — der einzige Anstieg des Weges, 642 m, zwischen Dumbrăvița, Vlădeni und Șinca Nouă; Grenze zwischen Burzenland und Făgăraș-Land.
- Codrul Secular Șinca — Buchenurwald bei Șinca Nouă, 783,6 ha, UNESCO-Welterbe seit 2017; „arbori cu vârste de până la 500 de ani și înălțimi ce depășesc 60 de metri"; Bär, Wolf, Luchs.
- Höhlenkloster Șinca Veche — zwei Sandsteinkirchen mit zwei Altären unter dem Dealul Pleșu, amtlich 18. Jh., Datierung umstritten; Konskription 1748 nennt zwei Klöster; 3. Juni 1761 „s-au ars schiturile"; Volksname „Templul Ursitelor"; Zustand schlecht.
- Mărgineni — 1437 von Vlad Dracul per Hrisov an Stanciu Tatu geschenkt; 1658 bestätigt Suzana Lorántffy den Bojarenstand; alte Kirche Sf. Nicolae (17. Jh., attestiert 1791), neue Kirche Sf. Treime Ende des 19. Jahrhunderts, Malerei 1907 von Meistern aus Rucăr.
- Cetatea Făgărașului — Steinfestung ab 1310 auf einer im Mongolensturm zerstörten Holzburg; Wassergraben 1567–1573 (Gáspár Bekes), Bastion unter Stephan Báthory; 1599 Michael der Tapfere; 1950–1960 politisches Gefängnis; heute Muzeul Țării Făgărașului „Valer Literat", Eintritt 30 RON (ca. 6 €, letzter veröffentlichter Tarif).
- Biserica Sfântul Nicolae, Făgăraș — 1698 von Constantin Brâncoveanu gestiftet, kyrillische Bauinschrift mit walachischem Wappen; 1723–1737 griechisch-katholische Kathedrale von Inocențiu Micu-Klein; 1994–1998 restauriert, Originalmalerei freigelegt.
- Scharoscher Jakobuskirche, Șoarș — Ort 1206 genannt; gotische Hallenkirche Mitte 15. Jh. über romanischem Vorgänger; Jakobus-Patrozinium „pierdut odată cu Reforma"; Lettner-Reste; Dach 2017 instand gesetzt; Schlüssel: Evangelische Pfarrei Făgăraș, +40 268 211 994.
- Gemeinde Șoarș — fünf sächsische Dörfer: Șoarș, Felmer (Archäologie), Bărcut (Imkerei), Rodbav (Bad), Seliștat mit befestigter evangelischer Kirche; der Camino de România 1 setzt über Rodbav und Cincu fort.
- Narzissenwiesen von Dumbrava Vadului (Abstecher, Mai) — Naturschutzgebiet nördlich des Weges bei Vad.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der Camino de România 6 ist eine Variante, und beide Enden liegen auf derselben Achse: Hălchiu und Șoarș sind Wegpunkte des Camino de România 1. Wer von Osten kommt — aus der Moldau über Oituz oder auf dem Camino de România 5 über Șumuleu Ciuc —, erreicht über Brașov das Burzenland und steht in Hălchiu vor der Wahl: nördlich des Olt über Rupea oder südlich durch das Făgăraș-Land. Wer von der Donau auf dem Camino de România 2 in Brașov ankommt, hat es von dort 15 Kilometer bis Hălchiu.
Ohne Camino ist Hălchiu einer der bequemsten Startpunkte des Netzes: Flughafen Brașov-Ghimbav (GHV) liegt direkt südlich, Expressbus A1 zum Bahnhof Brașov in 20 bis 25 Minuten, Regio Brașov–Sighișoara mit Halt in Hălchiu. Wer von Westen kommt, steigt in Făgăraș aus dem Zug und geht den Weg rückwärts — 66 Kilometer bis Hălchiu, oder 13 nach Șoarș.
Weiterpilgern?
Ja — in Șoarș bist du wieder auf dem Camino de România 1, und nach Westen liegt das Beste des rumänischen Netzes vor dir: über Rodbav, Cincu und Agnita nach Sibiu, wo die vier Jakobsmuscheln aus den Gräbern der Piața Huet liegen und der Camino de România 7 durch die Mărginimea Sibiului abzweigt; in Tălmaciu kommt der Camino de România 4 aus der Walachei an. Weiter über Sebeș mit der Jakobskapelle von um 1420, Alba Iulia, Cluj und den Karst des Crișul Repede nach Oradea, wo der Camino de România 3 aus dem Banat einmündet. Wer die Schleife schließen will, geht von Șoarș auf dem Camino de România 1 über Rupea zurück nach Hălchiu und hat beide verlorenen Jakobskirchen gesehen.
Nach Santiago führt derzeit nichts. Hinter Borș bei Oradea endet das rumänische Netz; bis Budapest fehlt jeder markierte Jakobsweg, der Verein nennt das den weißen Fleck im Osten Europas. Wer die Compostela will, fliegt — der Camino Francés ist von Brașov oder Sibiu mit einem Flug nach Spanien erreichbar. Die Borne in Iași nennt 4.500 Kilometer; der Camino de România 6 liefert davon 79 und ein Argument dafür, den Camino de România 1 zweimal zu gehen.
Vorbereitung & Praktisches
Beste Zeit: Mai bis Oktober; Mai für die Narzissen bei Vad, September für klare Sicht auf die Făgăraș-Kette. Der Perșani-Übergang ist auch im Frühjahr schneefrei, die Ebene im Hochsommer heiß und schattenlos. Markierung und Navigation: keine. Du gehst mit den Wegpunkten unserer Streckendaten und Offline-Karten; am einfachsten planst du das direkt in der Camino Ninja App zusammen mit deinen Etappen und Unterkünften. Frag den Verein (office@caminoromania.org, Regionalvertreter Brașov Dorin Tohănean) nach dem Stand — der Träger markiert „kilometru cu kilometru", aber hier noch nicht. Credencial: „un fel de pașaport de pelerin", seit 2018 vom Verein ausgegeben, 10 RON (ca. 2 €), per E-Mail an office@caminoromania.org; Stempel in Pfarrämtern und Rathäusern. Sprache: Rumänisch; in den sächsischen Dörfern und in Făgăraș oft Deutsch bei Älteren, Ungarisch verbreitet. Notruf: 112. Der Verein bestätigt: Stempel kannst du überall erfragen, wo du einkehrst — eigens gestaltete Pilgerstempel wie in Spanien oder Portugal gibt es aber nicht; den einzigen speziell für Pilger gemachten Stempel führt die Herberge Casa Genoveva in Câmpulung Muscel (Camino de România 2). Kontakt: Wer den Weg gehen will, schreibt dem Verein an office@caminoromania.org — er stellt den Kontakt zu seinen lokalen Vertretern her, die zu Unterkunft, Route und allem Weiteren Auskunft geben; ihre Kontakte stehen auch auf caminodesantiago.ro/contact/.
Unterkunft: Keine Herberge. Pensionen in Șinca Veche und Vad, Hotels in Făgăraș (Hotel Bulevard an der Festung), Hütten bei Calbor; in Vlădeni, Mărgineni und Șoarș fragst du Pfarrhaus oder Gemeinde, am Vortag. Verpflegung: Läden in fast jedem Dorf, Gasthäuser in Făgăraș und Șinca Veche. Bären: Der Codrul Secular Șinca ist Bärenland — laut gehen, Abstand, kein Essen offen, im Zweifel stehen bleiben, wie es Florentin Bosse 2023 mit der Bärin und drei Jungen tat. Packliste: leichte Schuhe, Regenschutz, Offline-Karten, Powerbank, Bargeld in Lei, Warnweste für Ortsdurchfahrten an der DN 1. Mitgliedschaft: APCS-Jahresbeitrag 50 RON (ca. 10 €), Studierende und Rentner 25 RON (ca. 5 €), Stand: September 2026.
Was dich der Weg kostet
Ehrlich gesagt ist das ein Wochenende, kein Budgetposten. Alle Beträge Stand: September 2026, Rechenkurs 1 EUR ≈ 5,0 RON. Belegt sind: Festungsmuseum Făgăraș 30 RON (ca. 6 €), Schüler und Studierende 10 RON (ca. 2 €), Rentner 15 RON (ca. 3 €) — letzter veröffentlichter Tarif; Vereinsbeitrag APCS 50 RON (ca. 10 €); Flughafenbus A1 Brașov nach ÖPNV-Tarif. Richtwerte: Pension in Șinca Veche oder Vad 150–250 RON (ca. 30–50 €) für zwei, Hotel in Făgăraș 200–350 RON (ca. 40–70 €), Pfarrhaus gegen Spende; Tagesmenü 35–60 RON (ca. 7–12 €), Kaffee 8–15 RON (ca. 1,60–3 €); Regio Brașov–Hălchiu und Făgăraș–Brașov je nach Tarifklasse 5–72 RON (ca. 1–14 €) — die CFR-Detailpreise waren zum Redaktionsschluss nicht abrufbar. Kirchen und Șinca Veche frei, Spende erbeten.
Realistisches Tagesbudget: sparsam mit Pfarrhaus und Selbstversorgung 100–160 RON (ca. 20–32 €), mittel mit Pension und einem warmen Essen 180–280 RON (ca. 36–56 €), komfortabel mit Hotel in Făgăraș und Museum 300–450 RON (ca. 60–90 €). Für vier Etappen rechne grob 600–1.200 RON (ca. 120–240 €) vor Ort; der Flug nach Brașov kommt dazu.
Anreise
Zum Start (Hălchiu): Flughafen Brașov-Ghimbav (GHV), seit 15. Juni 2023 in Betrieb, mit Wizz-Air-Verbindungen unter anderem aus Budapest, London, Mailand und Warschau; Expressbus A1 zum Bahnhof Brașov in 20 bis 25 Minuten. Von Brașov Regio Richtung Sighișoara bis Hălchiu (rund 20 Minuten) oder Bus; Brașov selbst hat Fernzüge aus București und Budapest.
Unterwegs und vom Ziel (Șoarș): Bahnhof Făgăraș an der Strecke Brașov–Sibiu, der Ausstieg nach Etappe 3; Vlădeni und Șercaia liegen an der DN 1 mit Busverkehr. Von Șoarș 13 Kilometer nach Făgăraș zurück (Bus oder Taxi), dann Bahn nach Brașov (rund eineinhalb Stunden) oder Sibiu (zwei Stunden) — beide mit Flughafen.
- Bahn Rumänien: bilete.cfrcalatori.ro — CFR Călători, Brașov – Hălchiu, Făgăraș – Brașov/Sibiu
- Infos: caminodesantiago.ro — Chronik, Credencial
- Flughafen Brașov: brasovairport.ro — Bus A1 zum Bahnhof
- Kirchenburgen Hălchiu und Șoarș: kirchenburgen.org — Stiftung Kirchenburgen, Schlüssel und Öffnung
- Festung Făgăraș: cetateafagarasului.com — Museum, Öffnungszeiten
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