Camino de România 7
53,6 Kilometer, der kürzeste der sieben rumänischen Caminos — und der mit dem härtesten Jakobus-Beleg am Start: Auf der Piața Huet in Sibiu, wo der Weg beginnt, fand die Archäologie muschelförmige Pilgeranhänger in Gräbern des 12. bis 15. Jahrhunderts, und 1415 stand hier eine Capela Sf. Iacob, 1898 abgerissen. Von dort führt der Camino de România 7 südlich des Camino de România 1 durch die Mărginimea Sibiului, 18 Hirtendörfer, deren Transhumanz seit 2023 UNESCO-Kulturerbe ist: Kirchenburg Cristian, Glasikonen in Sibiel, Dakerfestung bei Tilișca, Poiana Sibiului auf 900 Metern — dann 500 Meter hinunter ins sächsische Gârbova mit Gräfenburg und der Basilika-Ruine von 1280. Ehrlich gesagt ein Umweg mit Höhenmetern: unmarkiert, keine Herberge, kein Anschluss nach Santiago — aber die Bahn fährt die erste Hälfte mit.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Du startest auf dem Beweis — und gehst den Weg der Schafe
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Sibiu, Piața Huet (am Camino de România 1) / Gârbova, Gräfenburg (am Camino de România 1)
- Länge: 53,6 km — der kürzeste der sieben rumänischen Caminos
- Dauer: 3 Etappen (27,5 / 14,0 / 12,1 km; Camino-Ninja-Teilung); auch in 2 oder 4 Tagen zu gehen
- Höhenmeter: ↗ 686 m / ↘ 752 m — zwei Drittel stetig hinauf ins Hirtenland, dann 500 m auf zwölf Kilometern hinab
- Höchster Punkt: 909 m bei Poiana Sibiului; tiefster Punkt 364 m im Secaș-Tal bei Gârbova
- Etappen: 3 — Camino-Ninja-Systematik; der Träger veröffentlicht für diesen Abschnitt weder Etappen noch GPX
- Landschaft: Zibin-Ebene, Vorland der Cindrel-Berge, Hirtendörfer der Mărginimea Sibiului, Hochplateau Poiana Sibiului, Secaș-Tal mit sächsischen Weindörfern
- Markierung: keine — der Träger markiert gelbe Pfeile auf blauem Grund, aber bisher nur in anderen Regionen; GPS-Pflicht
- Jakobus-Spuren: Piața Huet, Sibiu — Pilgermuscheln aus Gräbern des 12.–15. Jahrhunderts, Capela Sf. Iacob 1415 genannt (1898 abgerissen; Reste mit Jakobusdarstellung im Haus Piața Huet 17 — nach Heidrun König, Vereinsangabe); zwischen Cristian und Gârbova keine
- Unterkunft: keine Herberge; Landpensionen in Sibiel (ab 150 RON), Săliște, Poiana Sibiului; in Gârbova fragen
- Anschlusswege: Camino de România 1 an beiden Enden; Camino de România 4 endet 20 km vor Sibiu in Tălmaciu
- Anschluss Santiago: keiner — hinter Borș fehlen die Wege durch Ungarn
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; 15. August Hirtenfest in Tilișca, 28. Dezember Burschentreffen in Săliște
Überblick
Wer hier losgeht, startet nicht in der Nähe der Belege, sondern auf ihnen. Die Piața Huet in Sibiu ist der eine Platz in Rumänien, an dem das Pilgern nach Santiago materiell greifbar ist: In den Gräbern des alten Friedhofs um die Stadtpfarrkirche fanden Archäologen muschelförmige Anhänger, die ältesten aus dem 12. und 13. Jahrhundert — der Trägerverein zählt nach der Grabungsmonografie von 2007 vier, „patru pandantive tip scoică (a Sf. Iacob)" — und 1415 nennt eine Urkunde hier eine Capela Sf. Iacob, die 1898 zusammen mit dem Priesterturm abgerissen wurde. Darunter liegt die Rotunde vom Ende des 12. Jahrhunderts, Sibius erste Kapelle, später Beinhaus; drei Meter weiter die Gruft, in die 1803 Samuel von Brukenthal gelegt wurde. Der Verein sagt es selbst: Sibiu ist „orașul cel mai important (până acum)" für die Belege eines rumänischen Camino. Von diesem Platz führt der Camino de România 7 nach Westen — nicht auf der Hauptachse über das flache Vorland, sondern südlich hinauf in die Mărginimea Sibiului, 18 rumänische Hirtendörfer, über 200 Quadratkilometer, schwarz-weiße Tracht, runder Hut, Hinterglasikonen, und eine Transhumanz, die seit dem 5. Dezember 2023 UNESCO-Kulturerbe ist.
Ehrlich gesagt ist das ein Umweg, der in Höhenmetern bezahlt wird: Der Camino de România 1 geht von Sibiu nach Gârbova nördlich über Miercurea Sibiului durch die Ebene; der Camino de România 7 steigt über Cristian, Orlat, Sibiel mit seinen 600 Glasikonen, Săliște, die „geistliche Hauptstadt" der Mărginime mit einer Schule seit 1616, und Tilișca, wo Daker im 1. Jahrhundert vor Christus römische Münzen nachprägten, auf 909 Meter bei Poiana Sibiului — erst 1537 gegründet und „într-un timp record" zur Hirten-Hauptstadt geworden — und fällt dann zwölf Kilometer ins Secaș-Tal nach Gârbova, Urwegen, wo eine romanische Basilika seit Weihnachten 1870 als Ruine steht und die Gräfenburg des 13. Jahrhunderts noch ihre Speckkammer hat. Markiert ist nichts, Herbergen gibt es keine, nach Santiago führt hinter Oradea kein Weg. Aber die Bahn Sibiu–Vințu de Jos hält in Cristian, Orlat, Sibiel und Săliște — und diesen Weg haben keine Pilger angelegt, sondern Herden. Er steigt, weil oben Gras wächst.
Andere Namen
Der Weg heißt Camino de România 7 — die Nummerierung der sieben rumänischen Caminos ist mit dem Trägerverein vereinbart, mit dem wir diese Seiten in Kooperation zeigen. Der Verein selbst benennt seine Abschnitte nach Regionen und veröffentlicht sechs GPX-Tracks — Iași, Neamț, Bacău, Argeș, Brașov, Bihor —, ein Sibiu-Abschnitt ist nicht darunter; für die Mărginimea-Variante kennt er weder Namen noch Markierung. Das Gesamtprojekt heißt Camino de România. Man könnte diesen Weg die Mărginimea-Variante oder die Südvariante Sibiu–Gârbova des Camino de România 1 nennen.
Die Landschaft hat ihren eigenen Namen: Mărginimea Sibiului, „Hermannstädter Randgebiet", die Hirtendörfer zwischen Sadu und Săliște am Fuß der Cindrel-Berge. Und die Orte tragen drei Namen: Sibiu ist Hermannstadt, Nagyszeben; Cristian ist Großau, Kereszténysziget; Gârbova ist Urwegen, Szászorbó — 1291 als „Wrbow" erstmals genannt. Ein Hinweis zur Verwechslung: Der Wegpunkt Vale ist ein Ortsteil von Săliște, kein eigener Ort, und die Bahnstation heißt Sibiel hc.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du den Camino de România 1 gehst und zwischen Sibiu und Sebeș lieber Hirtendörfer als Ebene siehst: 53,6 statt der nördlichen Kilometer, dafür 686 Höhenmeter und ein Plateau auf 900 Metern. Ideal für zwei bis drei Tage ab Sibiu, mit Bahn-Rückweg — die Linie Sibiu–Vințu de Jos hält an fünf Wegpunkten und in Miercurea Sibiului am Camino de România 1, du kannst also unterwegs die Variante wechseln. Ideal für alle, die drei Sammlungen an einer Tagesstrecke wollen: Glasikonen in Sibiel, Münzstempel der Daker im Brukenthal, die Speckkammer von Gârbova. Und ideal, wenn dich der Beweis interessiert: Der Startplatz ist der Fundort.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Markierung erwartest: hier gibt es keine, du gehst mit den Wegpunkten unserer Streckendaten. Nichts für dich, wenn du Jakobus unterwegs suchst — zwischen Cristian und Gârbova ist kein Patrozinium, kein Hospiz, kein Pilgerzeichen belegt; der Beleg liegt am Start, das Wegende ist Fehlanzeige. Nichts für dich, wenn du die Etappe 3 unterschätzt: 12 Kilometer, aber 600 Meter Abstieg ohne Zwischenort, Hirtenhunde inklusive. Und nichts für dich, wenn du nach Santiago willst: Der Camino de România 7 ist eine Variante innerhalb eines Netzes, das der Verein selbst „a white spot" auf den europäischen Pilgerkarten nennt. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs.
Streckenverlauf & Landschaft
Du startest auf der Piața Huet unter dem 73-Meter-Turm der Stadtpfarrkirche und verlässt Sibiu nach Westen über Turnișor in die Zibin-Ebene. Nach zehn Kilometern Cristian, Großau, 1223 als „Insula Christiani" genannt, mit der Kirchenburg des hl. Servatius, doppelter Wehrmauer und rund 80 Storchenjungen im Jahr; dann Orlat, wo das 1. rumänische Grenzregiment 87 Jahre lang saß und die Gemeinde die erste Papiermühle Südosteuropas für sich beansprucht. Ab hier hebt sich das Land: Sibiel mit dem Ikonenmuseum, Vale, Săliște — die Bahn endet für dich hier, 47 bis 57 Minuten nach Sibiu.
Die zweite Hälfte ist Hirtenland. Über Galeș nach Tilișca, unter dem Dealul Cățănaș mit der Dakerfestung, über Rod hinauf auf das Plateau von Poiana Sibiului, 900 Meter, Holzkirche von 1766, Obelisk für 82 Gefallene, „Nu plângeți eroii / ci slăviți-i" — der höchste Punkt des Weges liegt hier bei 909 Metern. Dann kippt alles: zwölf Kilometer und über 600 Höhenmeter hinunter ins Secaș-Tal, aus den rumänischen Hirtendörfern in die sächsischen Weindörfer, nach Gârbova auf 394 Metern, wo der Camino de România 1 von Miercurea Sibiului her wieder auf dich trifft. Untergrund: Dorfasphalt und Feldwege in der Ebene, Weide- und Forstwege am Hang, Schafpfade auf dem Plateau; Wasser in jedem Dorf, zwischen Poiana Sibiului und Gârbova nichts.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir teilen den Weg in 3 Etappen — Camino-Ninja-Systematik, denn der Träger veröffentlicht für diesen Abschnitt nichts; belegt sind nur Ortsentfernungen (Cristian 10, Săliște 21, Tilișca 26, Poiana Sibiului 35 Kilometer westlich von Sibiu). Die Kilometer sind aus unserer Wegpunktkette geschätzt und auf die 53,6 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert. Schwierigkeit: mäßig — stetig hinauf, einmal steil hinab; die Herausforderung heißt Navigation, Hunde und die Betten in Gârbova.
- Sibiu – Săliște (27,5 km) — Cristian, Orlat, Sibiel, Vale; Kirchenburg, Ikonenmuseum; Bahn parallel. Längste Etappe.
- Săliște – Poiana Sibiului (14,0 km) — Galeș, Tilișca, Rod; Dakerfestung, Aufstieg auf 900 m.
- Poiana Sibiului – Gârbova (12,1 km) — Höchstpunkt 909 m, dann 600 m Abstieg ins Secaș-Tal, kein Zwischenort; Gräfenburg, Anschluss Camino de România 1.
Zwei Tage gehen auch: Sibiu–Săliște 27,5 und Săliște–Gârbova 26,1 Kilometer. Wer die Museen will, nimmt vier: Sibiu–Orlat 17,0, Orlat–Săliște 10,5, dann 14,0 und 12,1 — alle Varianten summieren sich auf 53,6. Die Höhenmeter verteilen sich grob 250 auf Etappe 1, 380 auf Etappe 2 und 600 Abstieg auf Etappe 3; Hirtenhunde begleiten die Herden auf dem Plateau — stehen bleiben, Stock unten, den Hirten rufen lassen.
Du startest auf dem Beweis — und gehst den Weg der Schafe
Der rumänische Camino hat ein Beweisproblem, und dieser Weg beginnt an seiner Lösung. Aus dem Mittelalter gibt es für Siebenbürgen Urkunden über Pilger — 1385 zogen Peter Sparnau und Ulrich von Tennstädt auf dem Rückweg aus Jerusalem über Brașov, Sibiu, Cluj und Oradea; 1521 pilgerten György Czompol und seine Frau Skolasztika aus Cluj nach Santiago und stifteten heimgekehrt eine Kapelle —, aber nur einen Ort mit Funden: Sibiu. In den Gräbern um die Stadtpfarrkirche auf der Piața Huet lagen muschelförmige Anhänger, Pilgerzeichen des Jakobus, die ältesten aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, weitere aus dem 13. bis 15. Der Trägerverein zählt sie nach Maria Emilia Crîngaci-Țiplics Grabungsmonografie „Sibiu, Piața Huet" (2007) als „patru pandantive tip scoică (a Sf. Iacob)" — vier; eine jüngere Auswertung spricht von einem einzelnen Muschelamulett. Ehrlich gesagt ist die Zahl umstritten, der Fund nicht. Und der Platz gibt mehr her: 1415 nennt die städtische Denkmalinventur hier eine Capela Sf. Iacob, 1898 zusammen mit dem Turnul Preoților abgerissen; darunter die Fundamente einer Rotunde vom Ende des 12. Jahrhunderts, Sibius erste Kapelle, später Friedhofskapelle mit Beinhaus; 1510 wurde hier der abgesetzte walachische Fürst Mihnea cel Rău ermordet, 1592 richtete Graf Albert Huet in der Kapelle die Bibliothek ein, 1803 kam Samuel von Brukenthal in die Gruft neben der Kanzel. Wer hier losgeht, startet nicht in der Nähe der Belege — er startet auf ihnen.
Dann verlässt der Weg den Beweis und folgt den Herden. Die Mărginimea Sibiului ist kein Pilgerland, sondern Hirtenland: 18 Dörfer, deren Bewohner „continuously crossed the Carpathian Mountains" und dabei die Verbindung zwischen den Rumänen nördlich und südlich des Gebirges hielten — seit dem 5. Dezember 2023 ist diese Transhumanz UNESCO-Kulturerbe, Rumäniens zehntes Element auf der Liste. Poiana Sibiului, wo der Weg seinen höchsten Punkt hat, wurde erst 1537 gegründet, weil Rumänen in die Höhe zogen, und wurde „într-un timp record, o adevărată «capitală» oierească": Hier entstand in der Zwischenkriegszeit Rumäniens erste Spar- und Kreditkasse der Schafhalter, hier saß die Union der Hirten. Und ein Hirte von hier zeigt, was Schafe wert waren: Hagi Nicolae Ghișe-Poenarul trat ins Kloster ein und stiftete 15.000 Goldstücke, 500 Schafe und 15 Pferde — davon wurde 1853 die erste steinerne Kirche des Cocoș-Klosters in der Dobrudscha gebaut, wie die Bauinschrift sagt: „s'a zidit în anii dela Christos 1853 … cu cheltuiala Domniei Sale D-lui Hagi Nicolae Ghișe-Poenarul". Diesen Weg haben keine Pilger angelegt, sondern Herden. Er steigt, weil oben Gras wächst.
Dazwischen liegen drei Sammlungen, die kein anderer rumänischer Camino auf einer Tagesstrecke hat. In Sibiel gründete Pfarrer Zosim Oancea 1969 mit dem Dorf das Museum für Hinterglasikonen, rund 600 Stück, „cea mai mare expoziție de icoane pe sticlă din Transilvania" — Bauern, die Heilige auf Glas malten. Bei Tilișca, auf dem Dealul Cățănaș, fand der Archäologe Nicolae Lupu in den 1960er Jahren 14 Münzstempel in einem einzigen Gefäß, ein 15. kam später dazu: Daker, die römische Münzen nachprägten, weil die bekannter waren als ihr eigenes Geld; seit dem 12. Juni 2026 zeigt sie die Ausstellung „70 de ani de cercetare arheologică în cetatea dacică de la Tilișca" im Brukenthal-Geschichtsmuseum in Sibiu — also am Start. Und in Gârbova steht die Gräfenburg, im 13. Jahrhundert von einem Graf Daniel gegen türkische Angriffe gebaut, eine der letzten erhaltenen Adelsburgen Siebenbürgens, mit Torturm, Bergfried, Tunnel und der historischen Speckkammer, in der die Sachsen ihren Vorrat lagerten; darüber die romanische Basilika von 1280, die bis Weihnachten 1870 Kirche war, als das Dach abbrannte. Daker fälschten hier römische Münzen, Bauern malten Heilige auf Glas, Sachsen lagerten Speck in einer Burg. Jakobus hat damit nichts zu tun — und genau das ehrlich zu sagen ist stärker, als etwas hinzubiegen. Sein nächster Beleg wartet hinter dem Ziel: die Jakobskapelle von um 1420 in Sebeș, 20 Kilometer weiter auf dem Camino de România 1.
Highlights am Weg
- Piața Huet, Sibiu — Stadtpfarrkirche (14. Jh., Turm 73,34 m, 192 Stufen zur Plattform), Ferula mit 67 Grabsteinen, Brukenthal-Gruft (1803); Fundort der Pilgermuscheln (12.–15. Jh., Crîngaci-Țiplic 2007); Capela Sf. Iacob 1415 genannt, 1898 abgerissen; Rotunde des 12. Jahrhunderts; Muzeul Național Brukenthal, älteste Museumsinstitution Rumäniens (öffentlich seit 1817). Von der Jakobskapelle sind nach Heidrun König (2000) Reste im Haus Piața Huet 17 erhalten, mit einer Jakobusdarstellung; im Brukenthal-Museum eine lebensgroße Jakobusstatue des 15. Jahrhunderts (Vereinsangaben).
- Kirchenburg Cristian (Großau) — 1223 als „Insula Christiani" genannt; romanische Basilika des 13. Jh., hl. Servatius, 1480–1495 Hallenkirche von Andreas Lapicida, doppelte Wehrmauer, Barockaltar 1729; ab 1756 Landler aus dem Salzkammergut; rund 80 Storchenjunge jährlich; Schlüssel: Ev. Pfarramt Turnișor, +40 269 228 865.
- Orlat — Cetatea Scurtă mit römischem Posten (106–271), 1241 von den Tataren zerstört; Burg Salgó (13. Jh.); 1764–1851 Sitz des 1. rumänischen Grenzregiments; laut Gemeinde 1534 erste Papiermühle Südosteuropas.
- Muzeul de icoane pe sticlă „Pr. Zosim Oancea", Sibiel — gegründet 1969, rund 600 Hinterglasikonen, „cea mai mare expoziție de icoane pe sticlă din Transilvania".
- Săliște — alter Verwaltungs- und Gerichtssitz, Stadt seit 2003; Schule seit 1616 urkundlich, zwölf Akademiemitglieder; älteste Kirche der Mărginime (1674); Gedenkhäuser Ioan Lupaș, D. D. Roșca, Onisifor Ghibu; 28. Dezember „Întâlnirea cetelor de juni".
- Tilișca — Dakerfestung auf dem Dealul Cățănaș (Blüte ab 2. Jh. v. Chr.), Münzstempel-Fund (14 + 1) von Nicolae Lupu; mittelalterliche Burg auf dem Hügel Cetate; Kirche Sf. Arhangheli (1782) auf Holzkirche von 1684; Ethnographisches Museum seit 2003; 15. August Sărbătoarea oierilor.
- Poiana Sibiului — 900 m, erste Nennung 1537, Hirten-„Hauptstadt"; Holzkirche Adormirea Maicii Domnului 1766 mit Fresken von Simion Zugravul (1771) und Vasile Muntean (1801); Obelisk 1923 für 82 Gefallene, „Nu plângeți eroii / ci slăviți-i"; Rumäniens erste Schafhalter-Kreditkasse.
- Gârbova (Urwegen) — 1291 „Wrbow"; Gräfenburg des 13. Jh. mit Bergfried, Torturm, Tunnel, Speckkammer, Glockengeschoss 1879; Bergkirche, romanische Basilika 1280, seit Weihnachten 1870 Ruine; evangelische Kirche um 1500 mit Barockaltar; Cetatea Urieșilor (14. Jh.); Wein und Weinbrand; Schlüssel: Ev. Pfarramt Apoldu de Sus, +40 269 534 109.
- Sebeș (Mühlbach) — 20 km hinter dem Ziel auf dem Camino de România 1: Jakobskapelle von um 1420 an der Stadtpfarrkirche, der nächste Jakobus-Beleg des Netzes.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der Camino de România 7 ist eine Variante, und beide Enden liegen auf derselben Achse: Sibiu und Gârbova sind Wegpunkte des Camino de România 1. Wer von Osten kommt — über Brașov, Șoarș und Agnita, auf dem Camino de România 1 oder seiner Südvariante, dem Camino de România 6 —, erreicht Sibiu und steht auf der Piața Huet vor der Wahl: nördlich über Miercurea Sibiului oder südlich durch die Mărginime. Wer aus der Walachei auf dem Camino de România 4 durch den Olt-Durchbruch nach Tălmaciu kommt, hat noch 20 Kilometer Camino de România 1 bis Sibiu und kann dort in den Camino de România 7 abbiegen — der Weg vom Olt-Pass in die Hirtendörfer ist die alte Handelsroute nach Sibiu, von der der Trägerverein schreibt.
Ohne Camino: Sibiu hat einen internationalen Flughafen (SBZ), Fernzüge aus București, Cluj und Budapest und ist seit 2007 Kulturhauptstadt-erprobt. Wer nicht am Start beginnen will, fährt mit der Regio Sibiu–Vințu de Jos bis Cristian, Orlat, Sibiel oder Săliște und steigt dort ein — die Bahn hält an fünf Wegpunkten der ersten Etappe.
Weiterpilgern?
Ja — in Gârbova bist du wieder auf dem Camino de România 1, und der nächste Jakobus-Beleg liegt 20 Kilometer weiter: über Câlnic mit seiner Bauernburg und Sebeșel nach Sebeș, wo an der Stadtpfarrkirche die Jakobskapelle von um 1420 steht, die der Verein ausdrücklich zu den Jakobuskirchen des rumänischen Raums zählt. Weiter über Alba Iulia mit der 1009 gegründeten Kathedrale, Turda, Cluj — wo 1349 ein Ablass aus Avignon für die Jakobuskapelle erging — und den Karst des Crișul Repede nach Oradea, wo der Camino de România 3 aus dem Banat einmündet. Rückwärts, nach Osten, liegen Brașov mit dem Camino de România 2 und die Moldau mit dem Camino de România 5. Wer die Schleife will, geht von Gârbova auf dem Camino de România 1 über Miercurea Sibiului nach Sibiu zurück — zwei Varianten, ein Wochenende.
Nach Santiago führt derzeit nichts. Hinter Borș bei Oradea endet das rumänische Netz; bis Budapest fehlt jeder markierte Jakobsweg, der Verein nennt Rumänien auf den Pilgerkarten „a white spot" und arbeitet seit Juni 2024 in der Föderation Camino Europa Compostela daran. Wer die Compostela will, fliegt — der Camino Francés ist von Sibiu mit einem Flug nach Spanien erreichbar. Die Borne in Iași nennt 4.500 Kilometer; der Camino de România 7 liefert davon 53,6 und den einen Platz, an dem man die Muscheln gefunden hat.
Vorbereitung & Praktisches
Beste Zeit: Mai bis Oktober; Juni und September für das Plateau, 15. August für das Hirtenfest in Tilișca. Poiana Sibiului auf 900 Metern kann im April und November Schnee haben. Markierung und Navigation: keine. Du gehst mit den Wegpunkten unserer Streckendaten und Offline-Karten; am einfachsten planst du das direkt in der Camino Ninja App zusammen mit deinen Etappen und Unterkünften. Frag den Verein (office@caminodesantiago.ro) nach dem Stand — seine gelben Pfeile auf blauem Grund, „săgeata galbenă pe fond albastru", stehen bisher in anderen Regionen. Credencial: „un fel de pașaport de pelerin", seit 2018 vom Verein ausgegeben, 10 RON (ca. 2 €), per E-Mail beim Verein; Stempel in Pfarrämtern, Rathäusern, Museen. Sprache: Rumänisch; in Sibiu und den sächsischen Dörfern Deutsch bei Älteren, Englisch in der Stadt. Notruf: 112. Der Verein bestätigt: Stempel kannst du überall erfragen, wo du einkehrst — eigens gestaltete Pilgerstempel wie in Spanien oder Portugal gibt es aber nicht; den einzigen speziell für Pilger gemachten Stempel führt die Herberge Casa Genoveva in Câmpulung Muscel (Camino de România 2). Kontakt: Wer den Weg gehen will, schreibt dem Verein an office@caminoromania.org — er stellt den Kontakt zu seinen lokalen Vertretern her, die zu Unterkunft, Route und allem Weiteren Auskunft geben; ihre Kontakte stehen auch auf caminodesantiago.ro/contact/.
Unterkunft: Keine Herberge. Landpensionen in Sibiel (15 Häuser, ab 150 RON), Săliște, Tilișca und Poiana Sibiului; in Gârbova fragst du Gemeinde oder evangelisches Pfarramt Apoldu de Sus, am Vortag — oder fährst nach Sebeș weiter. Verpflegung: Läden in jedem Dorf, Gasthäuser in Săliște und Poiana Sibiului; auf Etappe 3 nichts, Wasser mitnehmen. Hirtenhunde: auf dem Plateau normal — stehen bleiben, nicht rennen, Stock unten, den Hirten rufen lassen. Packliste: leichte Schuhe mit Profil für den Abstieg, Regenschutz, Offline-Karten, Powerbank, Bargeld in Lei. Mitgliedschaft: APCS-Jahresbeitrag 50 RON (ca. 10 €), Studierende und Rentner 25 RON (ca. 5 €), Stand: September 2026.
Was dich der Weg kostet
Ehrlich gesagt ist das ein Wochenende mit Museumseintritten. Alle Beträge Stand: September 2026, Rechenkurs 1 EUR ≈ 5,0 RON. Belegt sind: Pension in Sibiel ab 150 RON (ca. 30 €), meist 150–220 RON (ca. 30–44 €) pro Zimmer; Vereinsbeitrag APCS 50 RON (ca. 10 €). Richtwerte: Hotel in Sibiu 300–500 RON (ca. 60–100 €), Pension in Săliște oder Poiana Sibiului 150–250 RON (ca. 30–50 €); Tagesmenü 35–60 RON (ca. 7–12 €), Kaffee 8–15 RON (ca. 1,60–3 €); Museen (Brukenthal-Abteilungen, Sibiel, Tilișca) je 10–40 RON (ca. 2–8 €); Regio Săliște–Sibiu nach CFR-Tarif, 5–72 RON je Klasse — Einzelpreise waren zum Redaktionsschluss nicht abrufbar. Kirchen frei, Kirchenburgen gegen Spende oder kleinen Eintritt.
Realistisches Tagesbudget: sparsam mit Pension und Selbstversorgung 150–220 RON (ca. 30–44 €), mittel mit Pension, warmem Essen und einem Museum 220–320 RON (ca. 44–64 €), komfortabel mit Hotel in Sibiu 400–600 RON (ca. 80–120 €). Für drei Etappen rechne grob 500–1.000 RON (ca. 100–200 €) vor Ort; der Flug nach Sibiu kommt dazu.
Anreise
Zum Start (Sibiu): Flughafen Sibiu (SBZ), fünf Kilometer westlich der Stadt, mit Verbindungen aus Deutschland, Österreich und Großbritannien; Bahnhof Sibiu mit Fernzügen aus București (rund sechs Stunden), Cluj und Budapest; Fernbusse aus ganz Rumänien. Die Piața Huet liegt in der Oberstadt, 15 Minuten zu Fuß vom Bahnhof.
Unterwegs und vom Ziel (Gârbova): Die Regio Sibiu–Vințu de Jos hält in Turnișor, Cristian Sibiu, Orlat, Sibiel hc und Săliște (vier Züge täglich, Săliște–Sibiu 47–57 Minuten) und weiter in Miercurea Sibiu am Camino de România 1. Von Gârbova Bus oder Taxi nach Sebeș (rund 20 Kilometer) oder Miercurea Sibiului (Bahn); Sebeș hat Bahn- und Busanschluss nach Sibiu und Alba Iulia; Flughafen Sibiu 60 Kilometer.
- Bahn Rumänien: bilete.cfrcalatori.ro — CFR Călători, Sibiu – Săliște – Miercurea Sibiu
- Infos: caminodesantiago.ro — Chronik, Credencial
- Flughafen Sibiu: sibiuairport.ro — Anreise zum Start
- Kirchenburgen Cristian und Gârbova: kirchenburgen.org — Stiftung Kirchenburgen, Schlüssel und Öffnung
- Brukenthal-Museum: brukenthalmuseum.ro — Casa Altemberger, Münzstempel von Tilișca
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