Camino de România 5 auf der Karte

Camino de România 5

218,4 Kilometer aus der Moldau ins Szeklerland: Der Camino de România 5 verlässt in Bacău den Camino de România 1, steigt durch das Hügelland der Csángó über Tescani, Moinești und Comănești in die Karpaten, überquert auf 1.336 Metern den Kamm der Munții Ciucului und kommt in Șumuleu Ciuc an — dem Marienwallfahrtsort, an dem seit einem Gelöbnis von Pfingstsamstag 1567 jedes Jahr Hunderttausende ankommen und wo Papst Franziskus am 1. Juni 2019 vor 100.000 Pilgern „we are pilgrims" sagte, Stunden bevor er in Iași die Borne mit 4.500 Kilometern bis Santiago segnete. Dann folgt er dem oberen Olt über Băile Tușnad, Rumäniens kleinste Stadt, am jüngsten Vulkan der Karpaten vorbei nach Valea Crișului zurück auf die Hauptachse. Beim Träger heißt er „sectorul alternativ Bacău – Șumuleu Ciuc"; zwischen März und September 2025 wurde er erstmals markiert. Ehrlich gesagt: 20 Kilometer Kamm ohne Ort, Bärenland, keine Herberge, kein Anschluss nach Santiago.

7. September 202621 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Bacău, Biserica Precista (Abzweig vom Camino de România 1) / Valea Crișului, Kálnoky-Schloss (Rückkehr auf den Camino de România 1)
  • Länge: 218,4 km
  • Dauer: 11 Etappen, Ø 19,9 km (Camino-Ninja-Teilung); kürzeste 14,0 km, längste 28,0 km
  • Höhenmeter: ↗ 3.544 m / ↘ 3.131 m — der Löwenanteil in der Kammquerung Comănești–Ciucsângeorgiu
  • Höchster Punkt: 1.336 m auf dem Kamm der Munții Ciucului zwischen Ciobănuș und Eghersec; tiefster Punkt 172 m bei Bacău
  • Etappen: 11 — Camino-Ninja-Systematik; der Träger gliedert in Sektoren, belegt sind die Tagesstrecken der Gruppe 2025
  • Landschaft: Moldauhügel und Csángó-Dörfer, Trotuș- und Asău-Tal, Ciuc-Berge, Szekler Kirchdörfer im Ciuc-Becken, oberes Olt-Tal, Vulkanflanke des Ciomatu
  • Markierung: 2025 erstmals angelegt — Kammquerung Ciobănuș–vârful Agăș (30 km, 30. März 2025), Hügelabschnitte August/September 2025; Tușnad–Bixad seit 30. August 2024 gemeinsam mit der Via Mariae (violett); Ciuc-Becken und Covasna lückenhaft, GPS-Pflicht
  • Jakobus-Spuren: eine Jakobusdarstellung in der Salvator-Kapelle von Șumuleu Ciuc (Vereinsangabe) — sonst keine; dafür Șumuleu Ciuc als Pilgerort seit 1442, Papstmesse 1. Juni 2019
  • Unterkunft: keine Pilgerherberge; Pfarrhäuser, Cabana Offa am Berg, Pensionen in den Szeklerdörfern — Schlafsack empfohlen
  • Anschlusswege: Camino de România 1 in Bacău und Valea Crișului; Via Mariae in Șumuleu Ciuc
  • Anschluss Santiago: keiner — hinter Borș fehlen die Wege durch Ungarn
  • Beste Zeit: Mitte Mai bis Anfang Oktober; Miercurea-Ciuc ist eine der kältesten Städte Rumäniens, Schnee von Oktober bis April möglich

Überblick

Am 1. Juni 2019 stand ein Papst an beiden Enden dieses Weges. Morgens, bei Nebel, feierte Franziskus vor rund 100.000 Pilgern die Messe in Șumuleu Ciuc und begann so: „We have come here for a reason: we are pilgrims. Here, every year, on the Saturday before Pentecost, you come on pilgrimage to honour the vow made by your ancestors." Abends segnete er in Iași die Borne, auf der 4.500 Kilometer bis Santiago de Compostela stehen — der Kilometer null des Camino de România. Der Camino de România 5 verbindet genau diese zwei Punkte: Er verlässt in Bacău den Camino de România 1, geht 77 Kilometer durch die Hügel der ungarischsprachigen, katholischen Csángó — vorbei am Park von Tescani, in dem George Enescu seine Oper „Oedipe" vollendete, und am Barockschloss von Comănești, dessen Bauherr 1894 mit 70 Kamelen durch Somaliland zog —, steigt durch das Asău-Tal auf den Kamm der Munții Ciucului, 1.336 Meter, 20 Kilometer ohne einen Ort, und kommt auf der anderen Seite im Szeklerland an: gotische Kirche von 1336 in Ciucsângeorgiu, dann Șumuleu Ciuc, wo seit Pfingstsamstag 1567 jedes Jahr gewallfahrtet wird und die Csángó-Männer mit rot-grünen Bändern die Kreuze über die Berge tragen. Den Weg, den sie nehmen, nimmst du.

Ehrlich gesagt ist das nicht die Urkundenroute — die mittelalterlichen Moldau-Pilger gingen laut Trägerverein über den Oituz-Pass, das ist heute der Camino de România 1. Der Camino de România 5 ist die Wallfahrtsroute, der Umweg zu dem einen Ort, an dem hier nie aufgehört wurde zu pilgern, und der Träger nennt ihn so: „sectorul alternativ Bacău – Șumuleu Ciuc". Hinter Șumuleu Ciuc führt er noch 69 Kilometer weiter, den oberen Olt hinunter: durch Miercurea-Ciuc, Kirchdorf um Kirchdorf nach Băile Tușnad, Rumäniens kleinste Stadt mit 1.372 Einwohnern und 237 Bärenalarmen im Jahr 2021, an der Flanke des Ciomatu, des jüngsten Vulkans der Karpaten, durch den verfallenen Kaiserkurort Malnaș-Băi nach Valea Crișului, wo er auf den Camino de România 1 zurückkommt. Markiert wurde er zwischen März und September 2025 — die Kammquerung an einem einzigen Tag von Pfadfindern und der Familie Buzdugan, 30 Kilometer. Du gehst auf einem Weg, dessen Markierung jünger ist als deine Wanderschuhe.

Andere Namen

Der Weg heißt Camino de România 5 — die Nummerierung der sieben rumänischen Caminos ist mit dem Trägerverein vereinbart, mit dem wir diese Seiten in Kooperation zeigen. In seiner eigenen Chronik nennt der Verein den Weg „sectorul alternativ Bacău – Șumuleu Ciuc", Alternativsektor Bacău–Șumuleu Ciuc: Ziel ist in seiner Logik der Wallfahrtsberg, nicht Valea Crișului. Unsere Streckendaten führen den Weg 69,4 Kilometer weiter das Olt-Tal hinunter bis zur Rückkehr auf den Camino de România 1 — beides gehört zur Wahrheit. Der Träger arbeitet in Kreisabschnitten und veröffentlicht sechs Kreis-GPX-Tracks; Camino Bacău mit 135,83 Kilometern folgt der Achse des Camino de România 1, für Harghita und Covasna gibt es keinen Track. Das Gesamtprojekt heißt Camino de România.

Die zweite Hälfte des Weges trägt einen zweiten Namen: Von Șumuleu Ciuc bis Bixad teilt sich der Camino de România 5 die Strecke mit der Via Mariae (ungarisch Mária Út), dem 1.350 Kilometer langen Marienweg von Mariazell nach Șumuleu Ciuc, erkennbar am violetten Zeichen; Tușnad–Bixad wurde am 30. August 2024 ausdrücklich für „Camino de România și Via Mariae" gemeinsam markiert. Und die Orte haben durchgehend zwei Namen, weil das Ciuc-Becken zu über 80 Prozent ungarisch ist: Șumuleu Ciuc ist Csíksomlyó, Miercurea-Ciuc ist Csíkszereda, Băile Tușnad ist Tusnádfürdő, Valea Crișului ist Sepsikőröspatak. Die Wallfahrt selbst nennt man in der Region „the Hungarian El Camino".

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du wissen willst, wie Pilgern aussieht, wenn es nie aufgehört hat: Șumuleu Ciuc ist seit 1442 Wallfahrtsort, 1444 bestätigte Papst Eugen IV. ihn als „a pilgrimage site known throughout Europe", und am Samstag vor Pfingsten kommen bis zu tausendköpfige Prozessionen, die keresztalja, nach ein bis vier Tagen Fußmarsch an — 2027 am 15. Mai. Ideal für Bergpilger, die eine echte Karpatenquerung wollen, mit 1.336 Metern und einer Hütte davor, und für alle, die zwei Pilgersysteme auf einem Weg erleben wollen: violett für die Via Mariae, Pfeil für den Camino. Ideal auch, wenn du das Netz kennst — der Camino de România 5 ist der Umweg vom Camino de România 1, den man nimmt, wenn einem Oituz zu direkt ist.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Infrastruktur erwartest: keine Herberge, Pfarrhäuser und Bürgermeisterhäuser nach Absprache, der Verein empfiehlt ausdrücklich den Schlafsack — das sagt mehr als jede Beschreibung. Nichts für dich, wenn du 20 Kilometer Kamm ohne Ort, Wasser und Netz nicht allein gehen willst: Etappe 5 ist genau das, und die Markierung dort ist ein halbes Jahr alt. Nichts für dich, wenn Bären dich nervös machen: Băile Tușnad zählte 2021 237 Bärenalarme, 2024 nach Frühwarnsystem und bärensicheren Mülltonnen noch 14 — die Tiere sind da, man hat nur gelernt, mit ihnen zu leben. Nichts für dich im Winterhalbjahr: Miercurea-Ciuc ist eine der kältesten Städte Rumäniens, Schnee von Oktober bis April möglich. Und nichts für dich, wenn du in Santiago ankommen willst: Hinter Borș endet das Netz, der Verein selbst spricht vom weißen Fleck im Osten Europas. Solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in Bacău an der Biserica Precista, vollendet am 1. Januar 1491 von Alexandru, dem Sohn Stephans des Großen, dessen Stifterinschrift noch links am Portal steht, und verlässt die Stadt nach Westen ins Hügelland: Măgura, Răchitișu, Strugari — wo die Gruppe 2025 im Haus des Bürgermeisters schlief und țuica cu scorțișoară bekam —, dann durch Sonnenblumen- und Lavendelfelder nach Tescani, wo im Park des Rosetti-Herrenhauses von 1880 George Enescu ab 1909 seine Sommer verbrachte und „Oedipe" fertigschrieb; heute Gedenkhaus mit 35 Betten direkt am Weg. Über Bucșești und Poduri (die Markierungsetappen vom September 2025) nach Moinești, Geburtsort Tristan Tzaras, und auf einem kurzen, unangenehmen Stück Nationalstraße nach Comănești am Trotuș, mit dem Bahnhof von 1899 und dem Palatul Ghika von 1880.

Dann kippt der Weg nach oben. Durch Lunca Asău und Straja das Asău-Tal hinauf nach Ciobănuș, dem letzten Dorf im Kreis Bacău, und über den Kamm der Munții Ciucului — nicht über den Ghimeș-Pass, den die Bahn nimmt, sondern südlich davon, auf 1.336 Meter, 20 Kilometer Wald ohne Ort. Das ist die alte Grenze zwischen Moldau und Siebenbürgen; bis 1918 war es die Staatsgrenze. Auf der Westseite fällst du nach Eghersec und Ciucsângeorgiu ins Ciuc-Becken, ins Szeklerland: 662 Meter Talboden, Kirchdörfer mit ungarischen Namen, gotische Kirchen, Mineralquellen. Über Misentea und Leliceni nach Miercurea-Ciuc und zum Franziskanerkloster Șumuleu Ciuc am Ortsrand. Von dort folgt der Weg dem jungen Olt nach Süden — Sâncrăieni, Sântimbru, Sânsimion, Tușnad — nach Băile Tușnad, wo der Fluss zwischen dem Vulkan Ciomatu und dem Bodoc-Gebirge in seinen Durchbruch geht; über Bixad, wo die Glasfabrik 1756 bis 1916 arbeitete, und Malnaș-Băi verlässt du Harghita nach Covasna und erreichst über Zălan und Calnic Valea Crișului, wo der Camino de România 1 wieder unter deinen Füßen liegt. Untergrund: Feldwege und Dorfasphalt in der Moldau, Forstwege am Berg, Talboden und Straßenrand im Olt-Tal.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir teilen den Weg in 11 Etappen mit einem Schnitt von 19,9 Kilometern — Camino-Ninja-Systematik, denn der Träger arbeitet in Sektoren, nicht in Etappen; belegt sind nur die Tagesstrecken der Gruppe „Pelerinii speranței" vom Juli 2025 (Bacău–Strugari, Strugari–Moinești 24 km, Cabana Offa–Eghersec 15 km, Eghersec–Ciucsângeorgiu 14 km) und die Markierungsabschnitte. Die Kilometer sind aus unserer Wegpunktkette geschätzt und auf die 218,4 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert. In Träger-Logik sind es vier Sektoren: Bacău–Comănești 77,0, Comănești–Ciucsângeorgiu 54,5, Ciucsângeorgiu–Băile Tușnad 49,0, Băile Tușnad–Valea Crișului 37,9 Kilometer.

  1. Bacău – Strugari (28,0 km) — Biserica Precista; Măgura, Răchitișu; Moldauhügel. Längste Etappe.
  2. Strugari – Poduri (24,0 km) — Cetățuia, Florești, Tescani (Enescu-Gedenkhaus), Bucșești; markiert August/September 2025.
  3. Poduri – Comănești (25,0 km) — Moinești (Tzara-Denkmal); kurzes Stück Nationalstraße; Palatul Ghika, Bahnhof 1899.
  4. Comănești – Ciobănuș (20,5 km) — Lunca Asău, Straja; Asău-Tal aufwärts, letztes Dorf der Moldau; Cabana Offa als Bergquartier.
  5. Ciobănuș – Eghersec (20,0 km) — Kammquerung Munții Ciucului, Höchstpunkt 1.336 m, kein Ort; markiert 30. März 2025. Schwierigste Etappe.
  6. Eghersec – Ciucsângeorgiu (14,0 km) — Armășenii Noi; gotische Kirche von 1336. Kürzeste Etappe.
  7. Ciucsângeorgiu – Miercurea-Ciuc (17,5 km) — Misentea, Leliceni; Șumuleu Ciuc, Mikó-Burg.
  8. Miercurea-Ciuc – Sânsimion (15,0 km) — Sâncrăieni, Sântimbru; oberes Olt-Tal, flach.
  9. Sânsimion – Băile Tușnad (16,5 km) — Cetățuia, Vrabia, Tușnad, Tușnadu Nou; Doppelmarkierung mit der Via Mariae.
  10. Băile Tușnad – Malnaș-Băi (16,5 km) — Carpitus, Bixad, Micfalău; Flanke des Ciomatu, Übergang nach Covasna.
  11. Malnaș-Băi – Valea Crișului (21,4 km) — Zălan, Calnic; Kálnoky-Schloss, Rückkehr auf den Camino de România 1.

Der schwierigste Tag ist Etappe 5: 20 Kilometer über den Kamm, kein Dorf, keine Quelle, die du sicher findest, Handynetz löchrig, Bären möglich — Wasser für den ganzen Tag, GPS mit Reserveakku, früh los, und die Nacht davor in der Cabana Offa, „comfortable with quality meals", wie die Gruppe 2025 schrieb. Etappe 3 hat das gefährlichste Stück, die Nationalstraße Moinești–Comănești, seit Juli 2025 markiert, aber ohne Seitenstreifen: Warnweste. Alles ab Comănești hat den Sicherheitsfaktor, den kaum ein anderer rumänischer Camino hat: die Bahnlinie Adjud–Ghimeș–Siculeni–Sfântu Gheorghe begleitet den Weg, fast jede Etappe hat eine Station in Reichweite.

Ein Tag, zwei Segnungen — und ein Weg dazwischen

Der 1. Juni 2019 begann in Șumuleu Ciuc mit Nebel. Rund 100.000 Menschen standen am Berghang zwischen zwei Sätteln, als Papst Franziskus die Messe eröffnete: „We have come here for a reason: we are pilgrims." Und weiter: „To go on pilgrimage is to realize that we are in a way returning home as a people." Am Abend desselben Tages, 200 Kilometer nordöstlich in Iași, segnete er eine Borne mit der Zahl 4.500 — Kilometer bis Santiago de Compostela, der Kilometer null eines Jakobsweges, den ein 2016 gegründeter Verein gerade erst erfand. Der Camino de România 5 ist der Weg, der diese beiden Punkte verbindet: das Ende einer gewachsenen Wallfahrt und den Anfang einer neuen. Dazwischen liegt ein Kamm, den du selbst gehen musst.

Șumuleu Ciuc, ungarisch Csíksomlyó, war schon Pilgerort, als der Jakobsweg in Spanien seine Hochzeit hatte: 1333 erstmals genannt, 1442 Wallfahrtsstätte, 1444 von Papst Eugen IV. bestätigt als „a pilgrimage site known throughout Europe". Die Gnadenstatue — 2,27 Meter Lindenholz, zwischen 1510 und 1515 von Szekler Schnitzern gemacht, Madonna in der Sonne mit zwölf Sternen — hat den Tatarenbrand von 1661 überstanden, und die Wallfahrt selbst geht auf ein Gelöbnis vom Pfingstsamstag 1567 zurück, als die Szekler von Csík und Gyergyó sich gegen die Reformationspolitik ihres Fürsten behaupteten. Unter Ceaușescu unterdrückt, 1990 wiederbelebt, 2020 zum Hungarikum erklärt, heute mehrere hunderttausend Menschen am Samstag vor Pfingsten. Die Züge heißen keresztalja, „unter dem Kreuz", bis zu tausend Menschen, ein bis vier Tage unterwegs; die Csángó aus der Moldau kommen über dieselben Berge wie du, mit rot-grünen Bändern an den Kreuzen, Glocken und Trommeln, und schlafen die Nacht auf Decken in der Kirche. „The one who starts off on this pilgrimage must know that he or she is in some way an invitee of the Virgin Mary", sagt ein Gruppenführer, der seit 26 Jahren vorangeht. Ehrlich gesagt musste dieser Jakobsweg hier nichts wiederbeleben. Er musste sich nur anschließen.

Und er ist nicht der einzige, der das tut. In Șumuleu Ciuc endet die Via Mariae, die Mária Út: 1.350 Kilometer aus dem österreichischen Mariazell, 60 Tage, violettes Zeichen, ein Verein seit 2006, der sein Netz so beschreibt, dass die Ost-West- und die Nord-Süd-Achse zusammen „a large cross upon the map of Central Europe" zeichnen. Wo die Marienstraße endet, dreht der Camino nach Westen — 4.500 Kilometer. Beide Wege haben sich schon vorher die Hand gegeben: Am 30. August 2024 markierte der Camino-Verein Tușnad–Bixad ausdrücklich für „Camino de România și Via Mariae", in Sfântu Gheorghe stehen seit April 2023 Bronzebornen für beide, und wer 2025 mit der Gruppe „Pelerinii speranței" in Șumuleu Ciuc ankam, bekam neben dem Camino-Stempel das „Certificat Via Mariae". Ihr Fazit nach 35 Tagen von Iași bis Timișoara: „Suntem copleșiți de bunăvoința și generozitatea oamenilor locurilor acestea!" Ein Stück Weg mit zwei Farben — violett für die, die ankommen, und ein Pfeil für die, die weitergehen.

Highlights am Weg

  • Biserica Precista, Bacău — begonnen 1489/90, vollendet 1. Januar 1491 von Alexandru Voievod, Sohn Stephans des Großen; Stifterinschrift links am Portal: „Cu voia Tatălui şi cu ajutorul Fiului şi cu săvârşirea Sfântului Duh, binecredinciosul şi de Hristos iubitorul, Io Alexandru Voievod…"; daneben die Curtea Domnească des 15. Jahrhunderts.
  • Casa Memorială „Rosetti Tescanu – George Enescu", Tescani — Herrenhaus 1880; Enescu ab 1909 Gast, vollendete hier „Oedipe", gewidmet Maruca Cantacuzino; 1947 dem Staat übergeben, seit 2006 Abteilung des Muzeul Național „George Enescu"; 33 Hektar Park, Pension mit 35 Betten am Weg.
  • Moinești — erste Nennung 1467, Stadt seit 1921; Geburtsort Tristan Tzaras (1896–1963), Begründer des Dada, Denkmal seit 1996.
  • Palatul Ghika-Comănești — 1880, Spätbarock, Architekt Albert Galleron; heute Muzeul de Etnografie și Artă Contemporană „Dimitrie N. Ghika" mit Park; Bauherr Dimitrie Ghica-Comănești (1839–1923) brach am 22. Oktober 1894 mit 70 Kamelen und 53 Trägern von Berbera ins Horn von Afrika auf — 16 Pflanzenarten tragen den Familiennamen. Bahnhof 1899 von Giulio Magni.
  • Kammquerung Munții Ciucului — Höchstpunkt 1.336 m, alte Grenze Moldau/Siebenbürgen; 30 km am 30. März 2025 von Pfadfindern und der Familie Buzdugan markiert; Cabana Offa als Quartier davor.
  • Ghimeș-Palanca (Abstecher, nördlich des Weges) — der historische Nachbarpass: Rákóczi-Burg 1626 unter Gabriel Bethlen, Bahnwärterhaus Nr. 30 als „ezeréves határ", „the easternmost railway guardhouse of the pre-World War I Kingdom of Hungary".
  • Ciucsângeorgiu (Csíkszentgyörgy) — „the largest, the oldest and certainly the most imposing Gothic church in the Ciucului de Jos region which was built in 1336"; Kapellenkette von 1640 bis zur Kapelle Eghersec (1957–1958); Mineralquellen Adorján und Potiond.
  • Șumuleu Ciuc (Csíksomlyó) — Franziskanerkloster, Wallfahrtsort seit 1442; Gnadenstatue 2,27 m, Lindenholz, 1510–1515, 1798 als wundertätig anerkannt; Kirche 1804–1876, Glocke 1.133 kg; Pfingstsamstagswallfahrt seit 1567, Papstmesse 1. Juni 2019; nächste Wallfahrt 15. Mai 2027. In der Salvator-Kapelle auf dem Berg eine Jakobusdarstellung (Iacobus Maior) unter den Aposteln (Vereinsangabe).
  • Mikó-Burg, Miercurea-Ciuc — Renaissancefestung des 17. Jahrhunderts (Ferenc Mikó Hídvégi), 1661 beschädigt, heute Csíki Székely Múzeum / Muzeul Secuiesc al Ciucului.
  • Băile Tușnad (Tusnádfürdő) — kleinste Stadt Rumäniens, 1.372 Einwohner (2021); Quellen 1842 entdeckt, 1845 von Élthes Lajos für 99 Jahre gepachtet, erste 40 Villen; Ștefania-Bad 1890 als „primul edificiu balnear"; sieben Quellen, Apor 7.200 l/h; Bear-Smart-Modellstadt: 237 Bärenalarme 2021, 14 im Jahr 2024.
  • Ciomatu, Sfânta-Ana-See, Mohoș — „the youngest volcano of the Carpatho-Pannonian region", 1.289 m, letzte Ausbrüche vor 32.600 bis 27.500 Jahren; im einen Krater auf 946 m der einzige vulkanische Kratersee Rumäniens, im anderen ein Torfmoor; über 8.700 Tonnen CO₂ im Jahr — die Mofetten; von Bixad 17 km Abstecher. Auf rumänischen Karten heißt der Vulkan Ciomatu; in der Fachliteratur begegnet dir auch Ciomadul.
  • Bixad (Sepsibükszád) — Glasfabrik 1756–1916, Meister Sovánka István (1858–1944), „cea mai importantă personalitate în arta prelucrării sticlei"; Quellen Fenyőfarki, Sósborvíz, Bugyogó.
  • Malnaș-Băi (Málnásfürdő) — Kurort seit 1840 (Familie Semsey), Hercules-Bad 1893, Abfüllung Siculia 1904; „La indicaţia medicului, însuşi împaratul austro-ungar Ferenc József consuma această apă minerală"; heute verfallen, Vila Elena abgerissen.
  • Valea Crișului (Sepsikőröspatak) — Kálnoky-Schloss, „built at the cusp of the 17th century"; katholische Kirche mit Freskenfragmenten des 14. Jahrhunderts; in Calnic unitarische Kirche 1674 und reformierte Kirche des 15. Jahrhunderts; 5 km weiter in Sfântu Gheorghe die Bronzebornen für Camino und Via Mariae (April 2023).

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der Camino de România 5 ist ein Abzweig, und beide Enden liegen auf derselben Achse: In Bacău verlässt er den Camino de România 1, in Valea Crișului kommt er auf ihn zurück. Wer von Iași kommt, hat in Bacău rund 190 Kilometer Camino de România 1 hinter sich und die Wahl: direkt über den Oituz-Pass nach Brașov — die Route, die der Verein für die mittelalterlichen Pilger belegt — oder den Umweg über die Ciuc-Berge und Șumuleu Ciuc. Der Umweg ist der Camino de România 5. Wer 20 Kilometer vor Bacău in Cleja vorbeikommt, sieht seit März 2024 eine Jakobus-Statue im Csángó-Dorf; am 25. Juli wird dort Jakobsfest gefeiert.

Der zweite Zubringer ist kein Jakobsweg, aber ein Pilgerweg: Die Via Mariae aus Mariazell endet in Șumuleu Ciuc, 149 Kilometer nach dem Start des Camino de România 5; wer sie gegangen ist, kann in Șumuleu Ciuc den Pfeil aufnehmen — nach Westen zum Camino de România 1 oder rückwärts über die Berge in die Moldau. Ohne Camino: Bacău hat den Flughafen George Enescu, fünf Kilometer vom Zentrum, und einen der meistbefahrenen Bahnhöfe Rumäniens an der Magistrale 500; die Biserica Precista liegt in der Innenstadt.

Weiterpilgern?

Ja — in beide Richtungen des Camino de România 1. In Valea Crișului stehst du fünf Kilometer vor Sfântu Gheorghe mit seinen Bronzebornen und 35 Kilometer vor Brașov, wo die Schwarze Kirche den Jakobus als Pilger zeigt und der Camino de România 2 von der Donau ankommt. Westwärts geht es über Șoarș mit seiner ehemaligen Jakobuskirche — dort läuft der Camino de România 6 parallel — nach Sibiu, wo der Camino de România 7 abzweigt und der Camino de România 4 aus der Walachei ankommt, weiter über Sebeș, Alba Iulia und Cluj nach Oradea, wo der Camino de România 3 einmündet. Wer die Richtung umkehrt, geht von Valea Crișului ostwärts über Oituz nach Bacău zurück und hat die Schleife geschlossen — rund 400 Kilometer Moldau und Szeklerland.

Nach Santiago führt derzeit nichts. Die Borne in Iași nennt 4.500 Kilometer; der Camino de România 1 endet nach 1.226,8 in Borș an der ungarischen Grenze, und dahinter fehlt bis Budapest jeder markierte Jakobsweg. Der Verein arbeitet daran — seit 17. Juni 2024 als Mitglied von Camino Europa Compostela, mit Twinning-Partnern in der Slowakei —, aber gehen kann man es noch nicht. Wer die Compostela will, fliegt: Der Camino Francés ist von Bukarest oder Cluj mit einem Flug nach Spanien erreichbar. Was der Camino de România 5 liefert, ist etwas anderes: ein Wallfahrtsziel, das keine Compostela braucht, weil es seit 1567 ohne sie auskommt.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Zeit: Mitte Mai bis Anfang Oktober. Der Kamm auf 1.336 Metern kann bis in den Mai Schnee tragen, Miercurea-Ciuc ist eine der kältesten Städte Rumäniens; September ist die sicherste Wahl. Wer die Wallfahrt erleben will, ist am Pfingstsamstag in Șumuleu Ciuc (2027: 15. Mai) — dann sind Betten im Ciuc-Becken Monate vorher weg. Markierung und Navigation: frisch — Kammquerung und Bacău-Hügel seit 2025, Tușnad–Bixad seit 2024 gemeinsam mit der Via Mariae (violett); Pilgerberichte nennen einen blauen Pfeil auf weißem Grund, eine publizierte Norm gibt es nicht. Im Ciuc-Becken und in Covasna gehst du mit den Wegpunkten unserer Streckendaten und Offline-Karten; am einfachsten planst du das direkt in der Camino Ninja App zusammen mit deinen Etappen und Unterkünften. Frag den Verein (office@caminoromania.org, Koordinator Bacău Vasile Mircea) nach dem Stand. Credencial: „un fel de pașaport de pelerin", seit 2018 vom Verein ausgegeben, 10 RON (ca. 2 €), per E-Mail an office@caminoromania.org; Stempel in Pfarrbüros, Rathäusern, Kirchen; in Șumuleu Ciuc zusätzlich das „Certificat Via Mariae". Sprache: Rumänisch bis Comănești, danach überwiegend Ungarisch — ein paar ungarische Grußformeln öffnen im Szeklerland mehr Türen als Englisch. Notruf: 112. Der Verein bestätigt: Stempel kannst du überall erfragen, wo du einkehrst — eigens gestaltete Pilgerstempel wie in Spanien oder Portugal gibt es aber nicht; den einzigen speziell für Pilger gemachten Stempel führt die Herberge Casa Genoveva in Câmpulung Muscel (Camino de România 2). Kontakt: Wer den Weg gehen will, schreibt dem Verein an office@caminoromania.org — er stellt den Kontakt zu seinen lokalen Vertretern her, die zu Unterkunft, Route und allem Weiteren Auskunft geben; ihre Kontakte stehen auch auf caminodesantiago.ro/contact/.

Unterkunft: Keine Pilgerherberge. Die Gruppe 2025 schlief in der Kathedrale von Bacău, in Pfarrhäusern (Comănești), beim Bürgermeister in Strugari, in der Cabana Offa am Berg und in Pensionen der Szeklerdörfer; Tescani hat 35 Betten im Enescu-Haus. Pensionen in Moinești, Comănești, Miercurea-Ciuc, Băile Tușnad; dünn in Ciobănuș, Eghersec, Malnaș-Băi — vorbuchen. Der Verein empfiehlt den Schlafsack: „Sacul de dormit este recomandat." Verpflegung: Läden in den Dörfern der Moldau und des Ciuc-Beckens; auf Etappe 5 nichts. Bären: Essen nicht im Zelt, Müll in die bärensicheren Behälter von Băile Tușnad, im Wald laut sein, Abstand halten — die Region lebt mit ihnen, du gehst hindurch. Packliste: Schlafsack, Warnweste (Moinești–Comănești), Stirnlampe, Powerbank, Offline-Karten, zwei bis drei Liter Wasserkapazität, Regenschutz für den Kamm, Bargeld in Lei. Trainingsrat des Vereins: „media de mers pe Camino de Santiago este de aproximativ 25 de kilometri pe zi … Începe să te antrenezi din timp." Mitgliedschaft: APCS-Jahresbeitrag 50 RON (ca. 10 €), Studierende und Rentner 25 RON (ca. 5 €), Stand: September 2026.

Was dich der Weg kostet

Ehrlich gesagt ist das ein sehr günstiger Weg mit zwei publizierten Tarifen. Alle Beträge Stand: September 2026, Rechenkurs 1 EUR ≈ 5,0 RON. Belegt sind der Vereinsbeitrag APCS 50 RON (ca. 10 €) und der Credencial, 10 RON (ca. 2 €), den der Verein seit 2018 ausgibt. Alles andere sind Erfahrungsspannen für Ostrumänien und Szeklerland: Pension im Dorf 150–250 RON (ca. 30–50 €) für zwei, Hotel in Miercurea-Ciuc oder Băile Tușnad 250–400 RON (ca. 50–80 €), Bett in der Cabana Offa 100–180 RON (ca. 20–36 €), Pfarrhaus gegen Spende 30–60 RON (ca. 6–12 €); Mittagsmenü 35–60 RON (ca. 7–12 €), Abendessen 50–90 RON (ca. 10–18 €), Tageseinkauf 40–70 RON (ca. 8–14 €), Kaffee 8–15 RON (ca. 1,60–3 €); Regionalzug Bacău–Comănești 20–30 RON (ca. 4–6 €), Miercurea-Ciuc–Sfântu Gheorghe 25–35 RON (ca. 5–7 €); Museen (Csíki Székely Múzeum, Palatul Ghika, Tescani) je 10–30 RON (ca. 2–6 €). Șumuleu Ciuc kostet nichts.

Realistisches Tagesbudget: sparsam mit Pfarrhaus, Hütte und Selbstversorgung 120–180 RON (ca. 24–36 €), mittel mit Pension und einem warmen Essen 200–300 RON (ca. 40–60 €), komfortabel mit Hotel, Restaurant und Museen 350–500 RON (ca. 70–100 €). Für 11 Etappen rechne grob 1.500–3.000 RON (ca. 300–600 €) vor Ort; die Anreise nach Bacău kommt dazu.

Anreise

Zum Start (Bacău): Flughafen Bacău „George Enescu" (BCM), fünf Kilometer vom Zentrum, mit Direktflügen aus Italien, Großbritannien und Deutschland je nach Saison; Bahnhof Bacău an der Magistrale 500 București–Suceava, InterRegio aus Bukarest rund fünf Stunden, aus Iași zwei. Die Biserica Precista liegt in der Innenstadt, 20 Minuten zu Fuß vom Bahnhof.

Unterwegs und vom Ziel (Valea Crișului): Ab Comănești begleitet die Bahnlinie Adjud–Ghimeș–Siculeni–Miercurea-Ciuc–Sfântu Gheorghe den Weg — Stationen in Comănești, Miercurea-Ciuc, Sâncrăieni, Sânsimion, Tușnad, Băile Tușnad, Bixad, Malnaș-Băi, fast jede Etappe hat einen Ausstieg. Von Valea Crișului fünf Kilometer (Bus oder Camino de România 1) nach Sfântu Gheorghe, von dort Bahn nach Brașov in einer Stunde und weiter nach București, Cluj oder Budapest; Flughafen Brașov (GHV) 40 Kilometer.

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