Steigerwälder Jakobsweg auf der Karte

Steigerwälder Jakobsweg

Der Steigerwälder Jakobsweg führt in 82,0 Kilometern von der Jakobskirche in Bamberg quer durch den Steigerwald nach Uffenheim, wo er in den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg nach Rothenburg und Ulm mündet — vier Etappen, 941 Höhenmeter, ein Schloss, ein Weinparadies und eine Einsiedelei, in der nie ein Einsiedler gelebt hat. Er ist die Waldabkürzung von Bamberg nach Süden: leer, gut markiert und zwischen Bamberg und Markt Bibart 57 Kilometer ohne Bahnhof.

18. September 202618 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Bamberg, St. Jakob am Jakobsberg (274 m) / Uffenheim (341 m), Anschluss an den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg
  • Länge: 82,0 km
  • Dauer: 4 Etappen, Ø 20,5 km (Camino-Ninja-Teilung); der Träger teilt in drei Etappen (Schlüsselfeld, Scheinfeld, Uffenheim)
  • Höhenmeter: ↗ 941 m / ↘ 874 m — 11 Höhenmeter pro Kilometer, Mittelgebirge ohne echte Steigung; die längsten Anstiege zur Einsiedelei und zum Iffigheimer Berg
  • Höchster Punkt: 467 m bei km 72,1 am Iffigheimer Berg (Gipfel 482 m mit Aussichtsturm von 1902 dicht daneben); tiefster Punkt 260 m im Aurachtal bei Stegaurach (km 4,7)
  • Etappen: 4 — Camino-Ninja-Systematik; kurze Erste (13,5 km) mit Absicht, längste Etappe Scheinfeld–Uffenheim (29,4 km), teilbar in Markt Bibart
  • Landschaft: Bamberger Vorland, Aurachtal, Steigerwald mit Schwarzenberger Wald und Limpurger Forst, Weinparadies Franken um Weigenheim, Gollachgau um Uffenheim
  • Träger: Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg e. V.; Wegepflege der Trägerwege durch den Steigerwaldklub (gegründet 1901, rund 2.500 km Wanderwege)
  • Markierung: weiße Muschel auf blauem Grund, zugleich Richtungsweiser; darunter ab Grasmannsdorf der Kunigundenweg (Doppelturmkirche) und ab dem Iffigheimer Berg der Johann-Ludwig-Klarmann-Weg (roter Löffel)
  • Jakobus-Spuren: St. Jakob Bamberg, Stift 1071 gegründet, Hauptaltäre 1109 geweiht; St. Jakobus major in Altmannshausen bei Markt Bibart, Patrozinium 1420 erstmals urkundlich, heutiger Bau 1611/12 — die einzige Jakobuskirche zwischen Bamberg und Uffenheim
  • Unterkunft: keine Pilgerherberge am Weg; Gasthöfe und Pensionen in Burgebrach, Schlüsselfeld, Burghaslach, Scheinfeld, Markt Bibart und Uffenheim — im Steigerwald vorbuchen
  • Anschlusswege: in Bamberg trifft der Jakobsweg Erfurt–Nürnberg ein und geht nach Nürnberg weiter; in Uffenheim mündet der Weg in den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg (Würzburg–Rothenburg–Ulm); in Rothenburg, 26,5 km weiter, treffen der Mittelfränkische Jakobsweg, der Jakobsweg Main-Taubertal, der Jakobsweg Rothenburg–Rottenburg und der Jakobsweg Rothenburg–Speyer zusammen
  • Anschluss Santiago: über Uffenheim – Rothenburg – Rottenburg – Freiburg – Héricourt oder Rothenburg – Speyer ins französische Netz; oder über Ulm und den Bodensee in die Schweiz
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; September und Oktober am schönsten — Waldetappen trocken, Weinlese in Weigenheim; im Winter fehlt die Einkehr

Überblick

Dieser Weg beginnt vor einer Kirche, die ein Bischof 1071 für fünfundzwanzig Kanoniker gestiftet hat, und endet vor einem Spital, dessen Stifter jedes Jahr Hirsebrei an die Bürger verteilen ließ. Dazwischen liegen 82,0 Kilometer Steigerwald: erst das Bamberger Vorland mit dem Blick zurück zur Altenburg, dann Burgebrach mit Kaiser und Kaiserin im Chor, die Mauern und Türme von Schlüsselfeld, ein langer Aufstieg durch den Schwarzenberger Wald zur Einsiedelei, Scheinfeld unter seinem Schloss — und danach zwanzig Kilometer Wald ohne Ort, bis am Iffigheimer Berg die Bäume aufhören, die Reben von Weigenheim anfangen und Uffenheim mit seinen Türmen im Gollachgau liegt. Einen Kilometer weiter stehst du auf dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg, und Rothenburg ist einen Tag entfernt.

Ehrlich gesagt ist das kein alter Pilgerweg, sondern ein kluger: Die Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft hat zwei Fernwanderwege des Steigerwaldklubs — den Kunigundenweg und den Klarmann-Weg — zu einer Nord-Süd-Verbindung zusammengesetzt und die weiße Muschel darübergelegt, weil Pilger aus Bamberg diese Linie ohnehin gingen, lange bevor sie ein Jakobsweg war. Kein mittelalterlicher Beleg, eine einzige Jakobuskirche am Weg, kein Eröffnungsdatum, das irgendwo steht. Dafür eine Markierung, die funktioniert, ein Wald, in dem dir tagelang niemand begegnet, und der kürzeste Weg vom Welterbe in das große süddeutsche Netz. Das ist wenig Legende und viel Nutzen — für einen Pilgerweg keine schlechte Mischung.

Andere Namen

Der Weg heißt Steigerwälder Jakobsweg oder ausgeschrieben Steigerwälder Jakobsweg Bamberg – Uffenheim — so führt ihn die Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft, so steht er in den Wanderportalen, und so nennen wir ihn auch. Der Heimatverein Burgebrach fasst ihn in einem Satz: „Dieser Jakobsweg führt quer durch den Steigerwald, beginnt an der Jakobskirche in Bamberg, durchläuft die Orte Burgebrach, Schlüsselfeld, Burghaslach, Scheinfeld und Markt Bibart und findet in Uffenheim Anschluss an den großen Fränkisch-Schwäbischen-Jakobsweg.“ Unter den Füßen trägt er zwei andere Namen: Kunigundenweg (Bamberg – Aub, 110 km, Markierung K1 mit der Doppelturmkirche) und Johann-Ludwig-Klarmann-Weg (Haßfurt – Uffenheim, 98 km, roter Löffel), beide vom Steigerwaldklub.

Eine Verwechslung lohnt einen Satz: Bis September 2026 führten wir Erfurt–Rothenburg als eine Route, die ab Bamberg genau diesen Weg nutzte. Jetzt ist die Kette geteilt — der Jakobsweg Erfurt–Nürnberg läuft ab Bamberg nach Süden ins Regnitztal, und der Steigerwälder Jakobsweg ist die Westgabel. Wer alte Beschreibungen „Bamberg–Rothenburg“ findet, meint diesen Weg plus die 26,5 Kilometer Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg ab Uffenheim.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du von Bamberg nach Rothenburg oder weiter nach Süden willst und den Wald dem Flusstal vorziehst: Vier Tage Steigerwald, dann steht Rothenburg am fünften. Ideal, wenn du Ruhe suchst — zwischen Rosenbirkach und Scheinfeld und zwischen Markt Bibart und Weigenheim gehst du je zwanzig Kilometer durch Wald, in dem du eher einem Förster begegnest als einem Pilger. Ideal, wenn du Franken im Kleinen magst: Fachwerk in Burgebrach, Stadtmauer in Schlüsselfeld, ein Renaissanceschloss mit Balthasar-Neumann-Kirche darunter in Scheinfeld, Silvaner in Weigenheim. Und ideal, wenn du einen viertägigen Probelauf für längere Wege brauchst — mit ICE-Halt am Start und Bahnhof am Ziel.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Jakobus suchst: Außer der Bamberger Jakobskirche und dem kleinen St. Jakobus major in Altmannshausen gibt es hier keine Jakobusspuren, die Patrone heißen Vitus, Ägidius, Mauritius und Johannes. Nichts für dich, wenn du dich auf Herbergen verlässt — es gibt keine, du schläfst in Gasthöfen und zahlst Gasthofpreise. Nichts für dich, wenn du unterwegs abbrechen willst: Zwischen Bamberg und Markt Bibart liegen 56,8 Kilometer ohne Bahnhof am Weg, Burgebrach, Schlüsselfeld, Burghaslach und Scheinfeld hängen nur am Bus. Und nichts für dich, wenn du Aussicht brauchst — der Steigerwald zeigt sie dir an zwei Stellen, bei Wildensorg und auf dem Kapellberg über Weigenheim, dazwischen ist er Wald.

Streckenverlauf & Landschaft

Drei Landschaften. Bamberger Vorland und Aurachtal (km 0–30): Von St. Jakob auf dem Jakobsberg (274 m) nach Westen hinauf nach Wildensorg (296 m) — der Blick zurück über Bamberg und hinüber zur Altenburg ist der beste des ganzen Wegs — und hinunter ins Aurachtal nach Stegaurach (km 4,5): 260 Meter, der tiefste Punkt, und er liegt schon bei Kilometer 4,7. In ruhigen Wellen über Grasmannsdorf (km 11,4, ab hier die Doppelturmkirche des Kunigundenwegs) nach Burgebrach (km 13,5, 268 m) mit St. Vitus und der Ölberggruppe auf dem Kirchplatz, dann über Dippach (km 17,7, 300 m) durch Felder und Waldstücke nach Schlüsselfeld (km 29,9, 299 m) mit Mauern und Türmen der Würzburger Fürstbischöfe. Steigerwald (km 30–72): Hinab nach Burghaslach (km 34,1) mit der Ägidiuskirche, an Schloss und alter Brücke vorbei, dann Unterrimbach, Kirchrimbach (km 38,4, Mauritiuskirche mit Fachwerkturm) und Rosenbirkach (km 40,5, 339 m) — und der Wald beginnt. Acht Kilometer steigt der Weg durch den Schwarzenberger Wald zur Einsiedelei (km 48,8, 422 m), einer Einöde auf einer Waldlichtung, und fällt nach Scheinfeld (km 52,6, 316 m) unter Schloss Schwarzenberg. Über Markt Bibart (km 56,8, 310 m, Bahn) hinein in den Limpurger Forst: rund zwanzig Kilometer Wald ohne Ort, an Altmannshausen mit seiner Jakobuskirche vorbei, bis bei Kilometer 72,1 mit 467 Metern der höchste Punkt am Iffigheimer Berg erreicht ist — ab hier führt der rote Löffel. Weinparadies und Gollachgau (km 72–82): Der Wald endet, die Landschaft kippt: Weigenheim (km 77,6, 335 m), das Tor zum Weinparadies, mit Reben in den Lagen „Roter Berg“ und „Paradies“, über den Kapellberg mit Paradiesstein hinunter nach Uffenheim (km 82,0, 341 m) mit Stadtmauer, Spitalkirche und Bahnhof. Untergrund: Wald- und Forstwege, nach Regen matschig, Feldwege im Vorland und im Weinland, Asphalt in den Ortsdurchfahrten.

Die Höhenmeter verteilen sich fair: 941 im Anstieg, 874 im Abstieg, elf pro Kilometer, keine Steigung über hundert Meter am Stück. Was den Weg trotzdem anstrengend macht, ist die Länge der Waldabschnitte — zwischen Rosenbirkach und Scheinfeld und zwischen Markt Bibart und Weigenheim gibt es keine Einkehr, kein Dorf, keinen Brunnen, den wir belegen können. Zwei Liter Wasser und die Brotzeit aus Schlüsselfeld oder Scheinfeld sind hier keine Empfehlung, sondern Ausrüstung.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir teilen den Weg in 4 Etappen mit einem Schnitt von 20,5 Kilometern — Camino-Ninja-Systematik, jeder Etappenort auf der Kette, jeder mit Gastgewerbe. Der Träger und die Wanderportale teilen in drei (Bamberg–Schlüsselfeld 30, Schlüsselfeld–Scheinfeld 23, Scheinfeld–Uffenheim 28); wir haben die erste Etappe in Burgebrach geteilt, weil Bamberg einen halben Tag verdient und weil 30 Kilometer am ersten Tag niemandem Freude machen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf die 82,0 Kilometer unserer Streckendaten kalibriert. Schwierigkeit: mittel — kein Gebirge, aber lange Waldstrecken ohne Versorgung und eine lange letzte Etappe.

  1. Bamberg – Burgebrach (13,5 km) — St. Jakob (Stift 1071, Altarweihe 1109), Wildensorg (Blick zur Altenburg), Aurachtal bei Stegaurach (260 m, tiefster Punkt), Grasmannsdorf (Beginn Kunigundenweg); St. Vitus Burgebrach mit Heinrich und Kunigunde im Chor, Ölberggruppe, Rathaus von 1720. Kurz mit Absicht.
  2. Burgebrach – Schlüsselfeld (16,4 km) — Dippach (300 m), Felder und Waldstücke, stetiges Auf und Ab; Schlüsselfeld: Gründungsurkunde 1336, Mauern und Türme um 1480 und 1590. Die unauffälligste Etappe — und die mit den meisten Betten.
  3. Schlüsselfeld – Scheinfeld (22,7 km) — Burghaslach (St. Ägidius 1718–1747, Kneippbecken an der Haslach), Unterrimbach, Kirchrimbach, Rosenbirkach; acht Kilometer Schwarzenberger Wald zur Einsiedelei (422 m, km 48,8); Scheinfeld mit Schloss Schwarzenberg und Neumanns Klosterkirche. Erste lange Waldstrecke, wenig Aussicht, viel Ruhe.
  4. Scheinfeld – Uffenheim (29,4 km) — Markt Bibart (km 56,8, Bahn), Altmannshausen (St. Jakobus major), Limpurger Forst, höchster Punkt 467 m am Iffigheimer Berg (km 72,1, ab hier roter Löffel), Weigenheim im Weinparadies (km 77,6), Kapellberg; Uffenheim, Spitalkirche. Die längste Etappe, landschaftlich die schönste — und die einzige mit Wein am Ende.

Variante, Summe bleibt 82,0: die lange Vierte entschärfen, indem du am dritten Tag bis Markt Bibart gehst (Schlüsselfeld – Markt Bibart 26,9 · Markt Bibart – Uffenheim 25,2). Wer nur ein Wochenende hat, startet in Markt Bibart und geht die 25,2 Kilometer durch den Forst ins Weinparadies — Bahnhof an beiden Enden. Höhenmeter je Etappe haben wir aus den Punkthöhen der Kette gerechnet; real liegen sie etwas höher.

Ein Jakobsweg, der sich zwei Wanderwege leiht

Der Steigerwälder Jakobsweg hat kein eigenes Wegzeichen im klassischen Sinn. Was du an den Bäumen siehst, ist eine Muschel über einer Doppelturmkirche und später eine Muschel über einem roten Löffel: Ab Grasmannsdorf nutzt der Weg den Kunigundenweg des Steigerwaldklubs, ab dem Iffigheimer Berg den Johann-Ludwig-Klarmann-Weg. Der Klub, 1901 gegründet, hält rund 2.500 Kilometer Wanderwege in Schuss; die Jakobus-Gesellschaft hat zwei davon zu einer Nord-Süd-Linie verbunden und die weiße Muschel darübergelegt. Die Doppelturmkirche ist der Bamberger Dom, und die Namensgeberin ist eine Kaiserin: Kunigunde, um 978 in Luxemburg geboren, 1002 in Paderborn zur Königin, 1014 in Rom zur Kaiserin gekrönt, Mitstifterin des 1007 gegründeten Bistums Bamberg. Rund ein Drittel der Urkunden ihres Mannes Heinrich II. nennt sie als Mitverfasserin. Nach seinem Tod ging sie 1025 als einfache Nonne in ihr Kloster Kaufungen, 1200 wurde sie heiliggesprochen. Die Legende, die jeder Franke kennt: Sie sei barfuß über glühende Pflugscharen gegangen, um sich vom Vorwurf des Ehebruchs zu reinigen — und blieb unversehrt. In Burgebrach stehen sie und Heinrich im Chor von St. Vitus, zugeschrieben der Werkstatt Veit Stoß; du gehst also auf dem Weg einer Kaiserin, die im Kirchenchor auf dich wartet.

Der rote Löffel gehört einem Sagensammler: Johann Ludwig Klarmann schrieb mit Karl Spiegel die „Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald“, das Standardwerk der Steigerwälder Sagen — mehr wissen wir über ihn ehrlich gesagt nicht, seine Lebensdaten haben wir nirgends belastbar gefunden. Passend dazu die schönste Sage dieses Weges, die keine ist: die Einsiedelei bei Kilometer 48,8. Der Name verspricht eine Klause im Wald, einen Eremiten, eine Quelle. Tatsächlich ist die Einsiedelei eine Einöde auf einer Lichtung des Schwarzenberger Waldes, 1834 erstmals in einem Kataster verzeichnet, 1972 nach Scheinfeld eingemeindet — und über den Namen sagt die Ortsgeschichte trocken: „Der Ortsname ist ein Phantasiename ohne irgendeinen historischen Bezug.“ Du steigst also acht Kilometer zu einer Legende hinauf, die nie stattgefunden hat. Uns gefällt das.

Ehrlich gesagt ist die Jakobus-Bilanz dieses Weges dünn: eine Jakobskirche am Start, eine kleine Jakobuskirche in Altmannshausen (Patrozinium 1420, Echter-Bau 1611/12), sonst Vitus, Ägidius, Mauritius, Johannes. Einen mittelalterlichen Pilgerverkehr auf dieser Linie kann niemand belegen, und ein Eröffnungsjahr für den Jakobsweg steht nirgends — belegt ist nur, dass Pilger ihn gingen, bevor er markiert war. Das macht ihn nicht schlechter. Es macht ihn zu dem, was die meisten deutschen Jakobswege sind: eine gute Idee von Leuten, die wissen, wo die Wege liegen, und die Geduld haben, Muscheln anzuschrauben.

Highlights am Weg

  • St. Jakob Bamberg (Start) — Stift 1071 von Bischof Hermann I. für 25 Kanoniker gegründet, Hauptaltäre 1109 unter Bischof Otto geweiht; 1803 aufgehoben, 1805 vor dem Abbruch gerettet, seit 1852 Franziskaner; Jakobusfigur an der Fassade und im Hochaltar. Die einzige fast vollständig romanische Kirche der Welterbestadt.
  • Wildensorg (km 2,1) — der Blick zurück über Bamberg und zur Altenburg, die beste Aussicht des Wegs.
  • St. Vitus Burgebrach (km 13,5) — erstmals 1154 erwähnt, heutiger Bau ab 1454, um 1731 unter Abt Wilhelm Söllner von Ebrach barockisiert; Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde im Chor (Werkstatt Veit Stoß zugeschrieben), spätgotische Ölberggruppe im sechseckigen Sandsteinbau, Steinkreuz 1706, Rathaus 1720, ehemaliges fürstbischöfliches Jagdschloss.
  • Schlüsselfeld (km 29,9) — 1336 als „Slüzzelfeld“ von Konrad von Schlüsselberg gegründet, ab 1397 würzburgisch; Mauern und Türme der Fürstbischöfe Scherenberg (um 1480) und Julius Echter (um 1590); seit 1978 oberfränkisch.
  • St. Ägidius Burghaslach (km 34,1) — erste Kirche 1136 bezeugt, heutiger Bau 1718–1747; unter dem Boden das Fundament der ersten Steinkirche mit 14 Grabplatten; einst Mutterpfarrei für 18 Kirchen und Kapellen. Kneippbecken an der Haslach.
  • Einsiedelei (km 48,8, 422 m) — Einöde in einer Waldlichtung, 1834 erstmals verzeichnet, 1972 nach Scheinfeld eingemeindet; „Der Ortsname ist ein Phantasiename ohne irgendeinen historischen Bezug.“
  • Schloss Schwarzenberg über Scheinfeld (km 52,6) — Burg 1150 bezeugt, ab 1405 von Erkinger von Seinsheim erworben, Stammsitz der Fürsten Schwarzenberg; nach dem Brand von 1607 Wiederaufbau nach Plänen von Elias Holl, Schlosskirche 1616 geweiht, Schwarzer Turm (46 m) von 1670; Führung sonntags 14 Uhr, 3 € (Stand: September 2026). Unten die Franziskanerklosterkirche 1732–1735 nach Plänen Balthasar Neumanns; Scheinfeld Stadtrecht 1415.
  • St. Jakobus major, Altmannshausen (bei Markt Bibart) — Jakobuskirche 1420 erstmals urkundlich, heutiger Bau 1611/12 unter Julius Echter, Weihe 1613; Turm 1750 vom Orkan zerstört, 1801–1803 erhöht. Die einzige Jakobuskirche der Strecke.
  • Iffigheimer Berg (km 72,1) — höchster Punkt des Wegs mit 467 m an der Waldschulter, Gipfel 482 m mit 27-Meter-Aussichtsturm von 1902; hier wechselt die Markierung vom Kunigundenweg zum roten Löffel.
  • Weinparadies Weigenheim (km 77,6) — Weinbau seit rund 750 Jahren, angelegt von Mönchen aus Heilbronn in den Lagen „Roter Berg“ und „Paradies“; 18 Hektar Reben, Paradiesstein und Aussichtsplattform auf dem Kapellberg.
  • Spitalkirche Uffenheim (Ziel) — um 1360 von Gerlach von Hohenlohe „extra muros“ gestiftet, dazu ein Spital, in das jeder sein Bett mitbringen musste; seit 1360 die „Hirsebreikerwa“ am 29. Juni, die dem Stifter den Beinamen „Breigraf“ eintrug — 1796 eingestellt, 1981 wiederbelebt. Uffenheim 1103 erstmals genannt, 1349 Stadt, Mauern um 1340.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem Zug nach Bamberg — ICE-Halt und S-Bahn aus Nürnberg — und gehen vom Bahnhof die halbe Stunde durch die Inselstadt hinauf zum Jakobsberg. Wer zu Fuß ankommt, kommt von Norden: Der Jakobsweg Erfurt–Nürnberg erreicht Bamberg nach 199,6 Kilometern vom Erfurter Dom über den Rennsteig, Coburg und Vierzehnheiligen und gabelt sich hier — nach Süden ins Regnitztal geht er selbst weiter nach Nürnberg, nach Westen in den Wald geht dieser Weg. Wer also von Erfurt nach Rothenburg will, wechselt in Bamberg an St. Jakob die Muschel und ist in fünf Tagen dort.

Aus dem Osten trifft in Bamberg niemand ein, den wir auf der Karte hätten; die Bruderschaft der Stadt betreut den Weg nach Nürnberg, nicht diesen. Umgekehrt gedacht: Wer den Weg von Süden aufrollt, kommt über den Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg aus Würzburg (Uffenheim liegt bei dessen Kilometer 53,5) oder aus Rothenburg nach Uffenheim und geht die 82 Kilometer nach Bamberg gegen die Muschel — die Markierung ist nur in Richtung Uffenheim gesetzt, mit GPS-Track funktioniert es trotzdem.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar sofort: Einen Kilometer hinter dem Uffenheimer Bahnhof stehst du auf dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft, 272 Kilometer von Würzburg nach Ulm, und gehst mit ihm 26,5 Kilometer über Endsee und Steinsfeld ins Taubertal nach Rothenburg ob der Tauber, unter dem Westchor von St. Jakob hindurch zu Riemenschneiders Heilig-Blut-Altar. Rothenburg ist die Drehscheibe: Nach Südwesten der Jakobsweg Rothenburg–Rottenburg über Schwäbisch Hall an den Neckar und weiter als Rottenburg–Freiburg–Héricourt ins französische Netz; nach Westen der Jakobsweg Rothenburg–Speyer (184,6 km) mit der Nordroute durch den Odenwald an den Rhein.

Nach Süden bleibst du auf dem Fränkisch-Schwäbischen: über Crailsheim und die Ostalb nach Ulm, noch rund 192 Kilometer ab Rothenburg, dort übernimmt der Oberschwäbische Jakobsweg nach Konstanz, und am Bodensee beginnt die klassische Strecke durch die Schweiz. Und wer den Weg nur als Zubringer sieht, hat recht: Von Bamberg bis Santiago sind es über Rothenburg und Frankreich noch gut 2.400 Kilometer. Diese 82 sind der Teil, in dem du niemandem begegnest — genieß das, das kommt so nicht wieder.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und Stempel. Den Ausweis bekommst du online bei der Fränkischen St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg, bei der Sankt-Jakobus-Bruderschaft Bamberg oder für 6,50 € im Pilgerzentrum St. Jakob in Nürnberg (Stand: September 2026). Stempel gibt es in St. Jakob Bamberg, in den Pfarrämtern und Gasthöfen am Weg und in Uffenheim; ein durchgehendes Stempelnetz für diesen Weg ist nicht dokumentiert — frag in den Kirchen.

Wegführer und Navigation. Einen eigenen Wegführer gibt es nicht; die Gesellschaft beschreibt den Weg auf jakobus-franken.de, die Wanderportale führen ihn in drei Etappen mit GPX. Die Markierung ist gut — weiße Muschel auf Blau, die zugleich die Richtung zeigt, dazu Doppelturmkirche und roter Löffel —, aber nur in Richtung Uffenheim gesetzt; ein GPS-Track ist im Wald zwischen Markt Bibart und Weigenheim trotzdem sinnvoll, weil Forstwege sich ähneln. Wasser: In den beiden großen Waldabschnitten (Rosenbirkach–Scheinfeld, Markt Bibart–Weigenheim) gibt es keine Einkehr, zwei Liter mitnehmen, Brotzeit in Schlüsselfeld und Scheinfeld kaufen. Das Kneippbecken an der Haslach in Burghaslach ist nach 22 Kilometern eine gute Einrichtung.

Buchen, Schuhe, Saison. Vorbuchen in Burgebrach, Schlüsselfeld und Scheinfeld — es sind kleine Orte mit wenigen Betten, und an Sommerwochenenden sind sie voll. Schuhe: Forstwege, nach Regen tief; Trailrunner reichen im Sommer, im Herbst lieber Halbschuhe mit Profil. Saison Mai bis Oktober; im Winter fehlen Einkehr und Licht, im Hochsommer ist der Wald ein Vorteil. Bester Monat: September bis Mitte Oktober — Lese im Weinparadies, trockene Wege, Schlossführung in Scheinfeld sonntags um 14 Uhr (3 €, in den Schulferien, weil im Schloss eine Schule sitzt; Stand: September 2026). Gepäcktransport: kein Anbieter bekannt.

Was dich der Weg kostet

Ehrlich gesagt ist das ein Weg ohne Herbergspreise, weil es keine Herbergen gibt. Belegt sind (Stand: September 2026): Pilgerausweis 6,50 €, Schlossführung Scheinfeld 3 €, Stadtführung Uffenheim 2 € (erster Sonntag April–Oktober, 14 Uhr). Für die Gasthöfe und Pensionen in Burgebrach, Schlüsselfeld, Scheinfeld und Uffenheim veröffentlichen weder Träger noch Orte Tarife; rechne mit 40 bis 70 € im Einzelzimmer mit Frühstück, in Bamberg mehr — Größenordnungen aus vergleichbaren fränkischen Wegen, keine Preislisten. Jugendherberge nur in Bamberg (DJH-Mitgliedschaft 22,50 € im Jahr für Erwachsene).

Verpflegung: 20 bis 30 € am Tag mit Abendessen im Gasthof, 10 bis 15 € mit Selbstversorgung; das fränkische Essen ist gut, die Portionen groß, und in Weigenheim kostet der Schoppen weniger als in Würzburg. Realistisches Tagesbudget mit Gasthof und einer warmen Mahlzeit: 55 bis 90 € pro Person, für vier Etappen also 220 bis 360 € plus An- und Abreise — mit Deutschland-Ticket praktisch inklusive.

Anreise

Zum Start (Bamberg): Bamberg ist ICE-Halt auf der Achse Berlin – Leipzig – Nürnberg – München und Endpunkt der S-Bahn S1 aus Nürnberg (stündlich); vom Bahnhof zum Jakobsberg sind es gut zwei Kilometer durch die Insel- und Bergstadt, an Dom und Alter Hofhaltung vorbei — ein Auftakt, für den du eine Stunde einplanen solltest.

Vom Ziel (Uffenheim) und unterwegs: Uffenheim hat einen Bahnhof an der Strecke Würzburg – Ansbach – Treuchtlingen (Regionalzüge nach Würzburg und Ansbach, dort Anschluss nach Nürnberg), dazu die VGN-Buslinie 109; Markt Bibart (km 56,8) liegt barrierefrei an der Strecke Würzburg – Nürnberg über Neustadt an der Aisch. Dazwischen die Lücke: Zwischen Bamberg und Markt Bibart, 56,8 Kilometer, gibt es keinen Bahnhof am Weg — Burgebrach, Schlüsselfeld, Burghaslach und Scheinfeld erreichst du nur mit Bussen der Landkreise Bamberg und Neustadt/Aisch–Bad Windsheim, an Sonntagen kaum. Wer den Weg in zwei Wochenenden gehen will, plant das erste bis Schlüsselfeld mit Bus zurück nach Bamberg und das zweite ab Markt Bibart.

  • Bahn: bahn.de — Deutsche Bahn, ICE Bamberg, Regionalverkehr Markt Bibart und Uffenheim
  • Träger: jakobus-franken.de — Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft Würzburg, Steigerwälder Jakobsweg, Pilgerausweis
  • Trägerwege: steigerwaldklub.de — Kunigundenweg und Johann-Ludwig-Klarmann-Weg
  • Schloss Schwarzenberg: stadt-scheinfeld.de — Führungen, Geschichte
  • Ziel: uffenheim.de — Spitalkirche, Stadtrundgang, Übernachten
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