Via Lugdunum (L'Arbresle) auf der Karte

Via Lugdunum (L'Arbresle)

Dieser Zubringer ist die grüne Alternative zum Start der Via Lugdunum mitten in Lyon. Er beginnt am Bahnhof von L'Arbresle, eine knappe Stunde Bahnfahrt westlich der Stadt, und führt in 31,1 Kilometern hinauf in die Monts du Lyonnais. Über Sain-Bel, die alte Passhöhe von Saint-Bonnet-le-Froid und ein stilles Hochplateau erreichst du Rochefort und Saint-Martin-en-Haut. Dort mündet er in die Via Lugdunum Richtung Le Puy.

15. Oktober 20269 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Bahnhof L'Arbresle (227 m) → Einmündung in die Via Lugdunum am Südrand von Saint-Martin-en-Haut (803 m)
  • Länge: 31,1 km
  • Dauer: 2 Etappen, für trainierte Geher auch 1 langer Tag
  • Höhenmeter: ↗ 1.074 m / ↘ 499 m
  • Höchster Punkt: 884 m bei km 22,0, auf dem Plateau westlich von Yzeron nahe Le Thiollet
  • Landschaft: das Tal der Brévenne, alte Bergbauhänge, die Passhöhe von Saint-Bonnet-le-Froid, Wald und Weiden auf dem Plateau der Monts du Lyonnais, der Burgfelsen von Rochefort
  • Markierung: Muschel gelb auf blauem Grund; ab Saint-Martin-en-Haut die Zeichen der Via Lugdunum
  • Jakobus-Spuren: ein Gasthaus der Abtei Savigny für Pilger in Saint-Bonnet-le-Froid; in der Kapelle von Rochefort ein Glasfenster mit einer Pilgerfigur
  • Unterkunft: Hotel in L'Arbresle, Gästezimmer im Couvent de la Tourette (0,8 km neben dem Weg), Gîtes rund um Yzeron, ein Accueil jacquaire und ein Campingplatz in Saint-Martin-en-Haut
  • Anschlusswege: in Saint-Martin-en-Haut die Via Lugdunum nach Saint-Georges-Haute-Ville, dort weiter auf Trier – Le Puy nach Le Puy-en-Velay
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; im Winter liegt auf dem Plateau öfter Schnee als unten in Lyon
  • Vereine am Weg: ganzer Weg: Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques

Überblick

Die Via Lugdunum kommt von Genf und geht mitten durch Lyon: Altstadt, Saône, dann ein langer Stadtrand bis hinauf nach Chaponost. Wer in Lyon starten will, ohne einen Tag lang Vororte zu durchqueren, nimmt den Zug nach L'Arbresle und geht von dort los. Am Bahnhof steht ein Wegweiser „Compostelle 1760 km“; der Verfasser der Wegbeschreibung hat nachgerechnet und kommt auf 1.683. Du startest also mit 77 geschenkten Kilometern.

Danach wird es schnell ländlich. Nach einer Stunde an der Brévenne steigst du auf alten Bergbauwegen hinauf zur Passhöhe von Saint-Bonnet-le-Froid. Oben läufst du über ein Plateau mit Weiden und Wald, bei klarem Wetter mit Blick bis zum Mont Blanc, und kommst über den Burgfelsen von Rochefort nach Saint-Martin-en-Haut. Gut 30 Kilometer, fast 600 Meter höher als am Start – und keine einzige Ampel nach Sain-Bel.

Andere Namen

Via Lugdunum (L'Arbresle) ist ein Arbeitsname von Camino Ninja. Zubringer heißen bei uns nach dem Hauptweg, zu dem sie führen, mit dem Startpunkt in Klammern. Der Weg ist also nicht die Via Lugdunum selbst, er bringt dich zu ihr.

Die Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques (ARA) führt ihn als „chemin de raccordement de l'Arbresle à Saint-Martin-en-Haut“, als Verbindungsweg also, und nennt ihn nach seinem Konzeptor „Chemin Jean Biver“. Gedacht ist er als naturnahe Alternative zum städtischen Start in Lyon: Von Lyon wie von L'Arbresle sind es bis Saint-Martin-en-Haut rund 30 Kilometer.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist ideal für dich, wenn du in Lyon ankommst und auf der Via Lugdunum nach Le Puy willst, aber lieber im Grünen beginnst als auf Gehwegen.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du einen sanften ersten Tag suchst. Zwischen Sain-Bel und Saint-Bonnet-le-Froid steigst du auf gut acht Kilometern rund 500 Meter, und unterwegs gibt es weder Laden noch Café. Nichts für dich ist er auch, wenn du Pilgerherbergen im Abstand eines Tages erwartest: Auf dem Plateau sind Betten rar, und du planst die Nacht vorher, nicht abends.

Streckenverlauf & Landschaft

Von L'Arbresle nach Saint-Bonnet-le-Froid (km 0–12,0): Vom Bahnhof gehst du an der Brévenne entlang nach Süden, an La Balme in der Gemeinde Éveux (km 1,7) vorbei, und weiter nach Sain-Bel (km 3,6). Dann beginnt der Aufstieg: auf einem alten Bergwerksweg an Saint-Pierre-la-Palud vorbei, das 0,7 km neben der Spur liegt, bis zu Resten der Römerstraße und auf die Passhöhe von Saint-Bonnet-le-Froid (km 12,0, 757 m).

Von Saint-Bonnet nach Saint-Martin-en-Haut (km 12,0–31,1): Über den Col de Malval und den Weiler Les Jumeaux (km 15,1) erreichst du den Crêt de Piraluron und das Plateau. Bei km 15,7 teilt sich der Weg. Die Hauptspur bleibt westlich auf der Hochfläche, über Le Thiollet (km 21,0) und den höchsten Punkt (km 22,0, 884 m). Die ebenfalls markierte Variante über Yzeron führt über Goutte Chérine und Les Esselards durch das Dorf und trifft bei km 22,8 wieder auf die Hauptspur. Mit rund 6,9 statt 7,1 Kilometern ist sie sogar etwas kürzer, und nur hier findest du unterwegs Laden, Stempel und Betten; in der Camino-Ninja-Karte ist sie nicht eingezeichnet. Danach geht es an der Croix Perrière (km 24,9) und Le Gazanchon (km 25,7) vorbei nach Rochefort (km 27,8) und hinunter nach Saint-Martin-en-Haut (km 29,4). Die letzten 1,7 Kilometer führen zum Südrand des Ortes, wo du auf die Via Lugdunum triffst.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die zwei Etappen sind ein Vorschlag von Camino Ninja nach der Teilung, die auch die ARA empfiehlt: ein langer Aufstiegstag, ein kurzer Tag über das Plateau. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 31,1 km kalibriert.

  1. L'Arbresle → Le Thiollet (21,0 km) — das Tal der Brévenne, der lange Aufstieg nach Saint-Bonnet-le-Froid und die Hochfläche; Betten gibt es nur verstreut, rechtzeitig reservieren.
  2. Le Thiollet → Saint-Martin-en-Haut, Anschluss Via Lugdunum (10,1 km) — über den höchsten Punkt, an der Croix Perrière vorbei nach Rochefort und zum Anschluss.

Wer fit ist und früh startet, geht die 31,1 Kilometer an einem Tag, rund acht bis neun Stunden mit Pausen. Technisch schwierig ist nichts; nach Regen sind die Waldwege am Aufstieg rutschig.

Oben die Straße nach Bordeaux, unten das Wasser für Lyon

Über die Passhöhe von Saint-Bonnet-le-Froid lief die römische voie d'Aquitaine von Lugdunum nach Burdigala, von Lyon nach Bordeaux. Im Mittelalter unterhielt die Abtei Savigny, seit 819 bezeugt, oben eine Kapelle des heiligen Bonnet und ein Gasthaus für Pilger und Reisende. Seit 1735 gehörte das Anwesen der Familie Blanc. Antoine Blanc de Saint-Bonnet (1815–1880), ein katholischer Philosoph, baute das Gasthaus zum Schloss um, und er schrieb 1849 ein Buch mit dem Titel „De la douleur“, über den Schmerz. Nach dem Aufstieg von Sain-Bel klingt das wie ein Kommentar.

Und während oben die Straße verlief, floss unten das Wasser. Auf der Variante über Yzeron folgst du ab dem Crêt de Piraluron rund drei Kilometer der Trasse des Aquädukts der Yzeron, eines der vier römischen Aquädukte Lyons, gebaut unter Augustus. Er fasste seine Hauptquelle auf rund 720 Metern unterhalb von Yzeron und brachte das Wasser bis an den Westrand des römischen Lyon, ins heutige Viertel Point-du-Jour, auf etwa 268 Meter. Zu sehen ist von der unterirdischen Leitung kaum etwas. Du gehst über eine Wasserleitung, die vor 2.000 Jahren eine Stadt versorgte, von der du gerade weggefahren bist.

Highlights am Weg

  • L'Arbresle (km 0) — Kleinstadt auf einem Sporn über dem Zusammenfluss von Brévenne und Turdine, um 1060 von Abt Dalmace von Savigny befestigt; Reste des Donjons, die Kirche Saint-Jean-Baptiste mit Chorfenstern von etwa 1488 bis 1494. Hier wurde 1793 Barthélemy Thimonnier geboren, der 1830 das erste Patent auf eine Nähmaschine anmeldete.
  • Couvent Sainte-Marie de La Tourette, Éveux (0,8 km neben km 1,7) — das Dominikanerkloster von Le Corbusier, entworfen ab 1953, gebaut 1956 bis 1960, seit 2016 UNESCO-Welterbe. Die Brüder leben noch darin und nehmen Gäste auf, mit Reservierung.
  • Saint-Bonnet-le-Froid (km 12,0) — Passhöhe mit Schloss, Kapelle und weitem Blick in drei Richtungen, einst Pilgergasthaus der Abtei Savigny.
  • Crêt de Piraluron — Kuppe am Rand des Plateaus, nach der ARA mit einem Menhir; von hier aus der Aquädukt-Abschnitt.
  • Yzeron (markierte Variante zwischen km 15,7 und 22,8) — Dorf mit Laden und Stempel. 1158 schlug hier das Heer des Grafen von Forez die Truppen des Lyoner Erzbischofs in die Flucht.
  • Rochefort (km 27,8) — mittelalterlicher Wehrweiler auf einem Felssporn, Burgruine wohl aus dem 13. Jahrhundert, um 1417 restauriert. Die Kapelle Notre-Dame aus dem 13. Jahrhundert, seit 1823 verlassen und ab 1850 wiederhergestellt, birgt ein Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert, seit 1904 geschützt, mit einem Pilger mit Stab und Buch; die ARA erkennt in ihm Jakobus. Dazu eine steinerne Pietà um 1500, seit 1981 geschützt.
  • Saint-Martin-en-Haut (km 29,4) — Hauptort der Monts du Lyonnais mit einer Kirche aus blauem Granit von 1886 bis 1889.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

L'Arbresle ist ein Startpunkt, kein Übergang: Kein anderer Weg in Camino Ninja führt hierher. Fast alle kommen mit dem Zug aus Lyon. Wer schon auf der Via Lugdunum von Genf kommt, braucht ihn nicht. Wer von Lyon lieber nach Süden ans Mittelmeer geht, nimmt stattdessen die Via Rhodana (Lyon), die an der Rhône entlang nach La Roche-de-Glun führt.

Weiterpilgern?

Am Ende stehst du auf der Via Lugdunum, bei deren km 201,4. Von dort geht es so weiter:

  • Via Lugdunum über Saint-Symphorien-sur-Coise, Saint-Galmier und die Ebene des Forez, noch knapp 50 Kilometer bis Saint-Georges-Haute-Ville
  • dort auf den Weg Trier – Le Puy bis Le Puy-en-Velay; laut ARA sind es von Saint-Martin-en-Haut bis Le Puy rund 128 Kilometer
  • ab Le Puy auf der Via Podiensis

Vorbereitung & Praktisches

Jahreszeit. Am schönsten sind Mai, Juni und September; im Spätherbst liegt auf dem Plateau oft Nebel.

Markierung und Wegbeschreibung. Folge der Muschel gelb auf blauem Grund. Die ARA stellt die Beschreibung des Chemin Jean Biver mit Karten und Unterkünften als PDF bereit, zu finden über chemins.compostelleenrhonealpes.fr. Sie beschreibt die Variante durch Yzeron; die Camino-Ninja-Karte zeigt nur die Hauptspur über das Plateau.

Unterkunft und Ausweis. In L'Arbresle gibt es ein Hotel, im Couvent de la Tourette Einzelzimmer nach Reservierung. Auf dem Plateau liegen einige Gîtes und Gästezimmer, mehrere davon an der Variante über Yzeron; in Saint-Martin-en-Haut empfangen ein Accueil jacquaire, ein privater Pilgergastgeber, und ein Campingplatz. Am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst. Wie auf allen französischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerunterkünften zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist.

Proviant. Einkaufen kannst du in L'Arbresle und Sain-Bel, dann erst wieder in Yzeron (Variante) oder Saint-Martin-en-Haut.

Was dich der Weg kostet

Rechne mit 60 bis 90 € pro Tag für Bett, Abendessen und Frühstück, so die Schätzung von Camino Ninja (Stand: Oktober 2026). Im Couvent de la Tourette kosten Abendessen, Einzelzimmer und Frühstück zusammen rund 67 bis 84 € (Stand: Oktober 2026). Beim Accueil jacquaire gibst du eine Spende. Für zwei Tage sind das etwa 130 bis 190 €.

Anreise

  • Anreise zum Start: L'Arbresle liegt an der Bahn Lyon–Roanne mit stündlichen TER ab Lyon Part-Dieu oder Perrache; dazu fährt der Tram-train de l'Ouest lyonnais ab Lyon Saint-Paul über Sain-Bel, ein Teil der Züge endet in L'Arbresle. Der Bahnhof Sain-Bel liegt direkt am Weg bei km 3,5.
  • Rückreise ab dem Ziel: Von Saint-Martin-en-Haut fährt ein Regionalbus, zuletzt als Linie 2Ex, zum Busbahnhof Gorge de Loup in Lyon. Prüfe Linie und Fahrplan vor der Reise.
  • Fahrpläne: ter.sncf.com

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