Via Lugdunum auf der Karte

Via Lugdunum

Die Via Lugdunum führt in 251 Kilometern von Genf über die Jura-Ausläufer bei Nantua, die Weinberge von Cerdon, das mittelalterliche Pérouges und quer durch Lyon in die Monts du Lyonnais und die Ebene des Forez. In Saint-Georges-Haute-Ville mündet sie in den Weg Trier – Le Puy; bis Le Puy-en-Velay sind es dann noch rund 83 Kilometer.

12. Oktober 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Genf, beim Bahnhof Cornavin → Saint-Georges-Haute-Ville (Loire), Einmündung in den Weg Trier – Le Puy
  • Länge: 251,0 km
  • Höhenmeter: ↗ 4.514 m / ↘ 4.463 m
  • Höchster Punkt: 925 m bei km 61 zwischen Charix und Nantua; tiefster Punkt 162 m in Lyon (km 168)
  • Dauer: 12 Etappen, ca. 12–14 Tage
  • Länder: rund 20 km Schweiz (Kanton Genf), danach Frankreich (Ain, Rhône, Loire)
  • Markierung: im Ain gelbe Muschel auf blauem Quadrat, in Lyon Messingnägel mit stilisierter Muschel im Pflaster; zwischen Lyon und Le Puy GR 765
  • Charakter: Mittelgebirge zuerst, Großstadt in der Mitte, Hügelland zum Schluss – fast alle Höhenmeter liegen in den ersten fünf und den Lyonnais-Etappen
  • Anschluss: in Saint-Georges-Haute-Ville auf Trier – Le Puy (dort km 805,0) und den Chemin de Cluny, weiter nach Le Puy-en-Velay und auf die Via Podiensis; in Lyon zweigt die Via Rhodana (Lyon) ab, an der Rhône entlang nach La Roche-de-Glun und weiter auf der Via Rhodana nach Arles; bei Saint-Martin-en-Haut mündet außerdem die Via Lugdunum (L'Arbresle) ein, ein naturnaher Zubringer vom Bahnhof L'Arbresle
  • Beste Zeit: Mai bis Anfang Oktober
  • Vereine am Weg: ganzer Weg: Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques

Überblick

Die Via Lugdunum ist der zweite Weg, der in Genf Richtung Le Puy losgeht – und der weniger bekannte. Ihre Schwester, die Via Gebennensis, startet rund einen Kilometer entfernt und biegt nach Süden ab, über Savoyen und die Isère. Die Via Lugdunum dagegen hält sich an die Rhône, schlüpft bei Chancy über die Grenze und geht dann dorthin, wo es wehtut: hinauf in die Jura-Ausläufer, über die Klus von Nantua mit ihrem See, durch die steilen Rebhänge von Cerdon und hinab ins Tal des Ain. Eine Lokalzeitung hat den Unterschied der beiden Wege in einen Satz gepackt: „Plus sauvage encore que la précédente“ – noch wilder als die erste.

Danach wechselt der Weg die Tonart. Hinter Ambérieu wird es flach, Pérouges steht auf seinem Hügel wie eine Filmkulisse (es ist auch eine), und über die Côtière von Montluel und Miribel läufst du nach Lyon. Lyon ist das Herz und der Namensgeber dieses Weges: Lugdunum hieß die Römerstadt, die einmal das Zentrum Galliens war. Hinter der Saône steigst du durch die Altstadt auf, folgst den Resten römischer Aquädukte und gehst in die Monts du Lyonnais hinein, bis über 800 Meter.

Die letzten Tage gehören dem Forez: Saint-Galmier mit seiner Badoit-Quelle, die Loire-Ebene, das Priorat von Saint-Romain-le-Puy auf seinem Basaltkegel. In Saint-Georges-Haute-Ville endet die Via Lugdunum nach 251,0 Kilometern – nicht weil das Ziel erreicht ist, sondern weil sich hier drei Wege treffen. Le Puy liegt dann noch gut drei Tage entfernt. Sie verbindet nicht Genf mit Le Puy, sondern Genf mit Lyon und Lyon mit allen anderen.

Andere Namen

Via Lugdunum ist ein lateinischer Name für einen modernen Weg: Lugdunum ist das römische Lyon, der Weg heißt also schlicht „Weg über Lyon“. Die Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques, auch als Compostelle en Rhône-Alpes bekannt, ordnet ihre Wege nach Farben und führt diesen als Chemin rouge, den roten Weg; ihr Führer heißt „Compostelle Genève – Lyon – Le Puy“. In Lyon heißt er oft nur Voie de Lyon, ab Lyon trägt er die Nummer GR 765. Auf Deutsch findest du ihn auch als Jakobsweg Genf – Lyon – Le Puy.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du Abwechslung willst und Ruhe verträgst. In knapp zwei Wochen gehst du von der Genfer Landschaft über Jura-Pässe, durch Reben, Ain-Tal und Ebene, mitten durch eine Großstadt mit UNESCO-geschützter Altstadt und wieder hinaus ins Hügelland. Er passt auch, wenn du Lyon nicht als Umsteigebahnhof erleben willst, sondern zu Fuß, und er ist gut teilbar, weil zwischen Genf und Lyon die Bahn fast parallel läuft.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft suchst. Auf der Via Lugdunum gehst du die meisten Tage allein, die Unterkünfte sind dünn gesät und oft privat. Nichts für dich ist er auch, wenn dich Asphalt stört: Einlauf nach und Ausgang aus Lyon sind Stadtrand. Und wer gleich zu Beginn keine Steigungen will, sollte wissen, dass zwischen Collonges und Nantua die anstrengendsten Tage des ganzen Weges liegen.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in Genf beim Bahnhof Cornavin und gehst nach Westen über Cartigny und Avully nach Chancy, dem westlichsten Zipfel der Schweiz; bei Pougny bist du in Frankreich. Bei Collonges verengt sich das Rhônetal zur Klus, über der Fort l'Écluse in den Fels gebaut ist; danach steigst du über Confort und das Tal der Valserine bei Saint-Germain-de-Joux und Charix in die Ausläufer des Jura. Bei km 61 erreichst du mit 925 Metern den höchsten Punkt des Weges, bevor du zum Lac de Nantua absteigst. Über Labalme und Cerdon erreichst du das Ain-Tal und am Château des Allymes vorbei Ambérieu-en-Bugey.

Ab hier ist es eben: Über die Ebene des Ain gehst du nach Pérouges, dann an der Côtière entlang über Montluel und Miribel nach Lyon, wo der Weg bei km 168 mit 162 Metern seinen tiefsten Punkt erreicht. Über Presqu'île, Saône und Altstadt steigst du hinaus nach Sainte-Foy-lès-Lyon und über Chaponost und Thurins in die Monts du Lyonnais, bei Saint-Martin-en-Haut und Saint-Symphorien-sur-Coise bis auf gut 800 Meter. Dann fällt der Weg ins Tal der Coise nach Saint-Galmier, quert die Ebene des Forez und die Loire bei Rivas und Craintilleux und endet am Rand der Monts du Forez in Saint-Georges-Haute-Ville.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die 12 Etappen unten sind ein Vorschlag von Camino Ninja, gesetzt an Orte der Kette mit Unterkunft; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte und sind exakt auf die 251,0 Kilometer der Gesamtstrecke kalibriert, die Höhenmeter je Etappe sind aus den Punkthöhen der Karte gerechnet und gerundet. Drei kurze Tage sind Absicht: Nantua nach dem Jura-Aufstieg, Lyon zum Ankommen und Saint-Galmier nach den Monts du Lyonnais. Technisch schwierig ist nichts, anstrengend sind die Jura-Etappen 2 und 3, der Abstieg nach Ambérieu und der Tag hinauf nach Saint-Symphorien-sur-Coise.

  1. Genf → Collonges (26,3 km) — Durch die Genfer Landschaft über Cartigny, Avully und Chancy, bei Pougny über die Grenze; ↗ ca. 370 m. Erste Nacht schon zu französischen Preisen.
  2. Collonges → Saint-Germain-de-Joux (24,7 km) — Unter Fort l'Écluse vorbei, über Confort und Trébillet ins Tal der Valserine; ↗ ca. 750 m, der erste echte Bergtag.
  3. Saint-Germain-de-Joux → Nantua (15,5 km) — Über Charix zum höchsten Punkt des Weges (925 m), dann steil hinab zum See; ↗ ca. 590 m. Kurz, damit Zeit für Abteikirche und Quenelles bleibt.
  4. Nantua → Cerdon (20,5 km) — Über Port, Saint-Martin-du-Frêne, Maillat und Labalme in die Rebhänge; ↗ ca. 380 m, ↘ ca. 540 m.
  5. Cerdon → Ambérieu-en-Bugey (24,8 km) — Über Jujurieux und das Ain-Tal, hinauf nach Brey-de-Vent und zum Château des Allymes, dann hinunter in die Ebene; ↗ ca. 660 m, ↘ ca. 740 m.
  6. Ambérieu-en-Bugey → Pérouges (22,2 km) — Flach über Saint-Denis-en-Bugey, Rignieu-le-Désert und Meximieux; Ziel ist die befestigte Altstadt auf dem Hügel.
  7. Pérouges → Miribel (24,2 km) — Über Faramans und Pizay an die Côtière, durch Montluel, La Boisse und Beynost; leicht und gut zu gehen.
  8. Miribel → Lyon (13,9 km) — Über Neyron an die Rhône und in die Stadt, kaum Höhenmeter; der Nachmittag gehört Saint-Nizier, Saint-Jean und Fourvière.
  9. Lyon → Thurins (22,2 km) — Montée du Gourguillon, Sainte-Foy-lès-Lyon, Beaunant, Aquädukte bei Chaponost, dann hinauf in die Hügel; ↗ ca. 500 m.
  10. Thurins → Saint-Symphorien-sur-Coise (18,3 km) — Über Tiremanteau und knapp an Saint-Martin-en-Haut vorbei auf gut 800 m; ↗ ca. 650 m, der Bergtag der Monts du Lyonnais.
  11. Saint-Symphorien-sur-Coise → Saint-Galmier (14,7 km) — Über Les Bruyas und Les Bayards abwärts ins Tal der Coise; Saint-Galmier liegt rund 800 m neben der Trasse.
  12. Saint-Galmier → Saint-Georges-Haute-Ville (23,7 km) — Durch die Ebene des Forez über Rivas, Craintilleux und die Loire, am Priorat von Saint-Romain-le-Puy vorbei zur Einmündung.

Gesamt laut Karte 251,0 Kilometer, knapp 4.500 Höhenmeter in beide Richtungen. Die Etappe nach Thurins, Thurins selbst und Saint-Galmier liegen bis zu 0,8 Kilometer neben der Trasse, Saint-Martin-en-Haut sogar rund 1,6 Kilometer – plane die Wege ins Bett ein. Wer sehr fit ist, koppelt die Tage 7 und 8 oder 10 und 11 zu Tagen über 30 Kilometern; wer langsamer geht, teilt Etappe 5 in Jujurieux.

Ein Weg, der nach seiner Zwischenstation heißt

Die meisten Jakobswege tragen den Namen ihres Ziels oder ihres Starts. Dieser heißt nach einer Stadt, die du am achten Tag erreichst und am neunten wieder verlässt – nach Kilometer 172 von 251. Aber was für eine Stadt: 43 v. Chr. gründete Lucius Munatius Plancus die Kolonie Lugdunum, 12 v. Chr. weihte man hier das Bundesheiligtum der drei Gallien, zu dem jedes Jahr die Abgesandten der gallischen Stämme kamen, und Kaiser Claudius wurde hier geboren. Der Seneca zugeschriebene Vers über die Stadt der zwei Flüsse lautet: „Je vis au pied d'un mont doré par l'Orient, deux fleuves réunis en un large torrent“. Du gehst genau zwischen diesen beiden Flüssen hindurch.

Vor der Kirche Saint-Nizier, gebaut über einem Friedhof aus Lugdunum-Zeiten und verbunden mit den Märtyrern von 177, standen die Pilger-Commanderie und eine Kapelle Saint-Jacques; in der Jakobuskapelle der Kirche hielt zwischen 1461 und 1512 der Rat der Stadt seine Versammlungen ab. Heute erinnert ein Schild über einer Apotheke an die Commanderie. Seit 2013 legt der Verein Messingnägel mit stilisierter Muschel ins Lyoner Pflaster – Bauarbeiten haben einen Teil verschluckt, er wurde zwischen Presqu'île und Sainte-Foy neu gesetzt. Die Pfeile auf den Nägeln laufen zusammen, Richtung Santiago.

Dann kommt der Aufstieg, und das Lyoner Tourismusamt formuliert ihn trocken: „La mise en jambe commence ici avec la montée du Gourguillon.“ Das Aufwärmen beginnt mit der steilsten Gasse der Altstadt. Ehrlich bleibt dabei eines: Eine mittelalterliche Pilgerstraße von Genf über Lyon nach Le Puy ist nicht belegt – der Codex Calixtinus nennt um 1135 vier Wege durch Frankreich, einer beginnt in Le Puy, einer mit der Via Tolosana in Arles, keiner in Genf. Die Via Lugdunum ist eine moderne Verbindung auf sehr alten Straßen.

Highlights am Weg

  • Fort l'Écluse — die Festung in der Klus der Rhône bei Collonges, gut 700 m neben dem Weg, 1827–1841 um ein Oberfort mit einer in den Fels gehauenen Treppe erweitert – je nach Quelle 830 oder 1.165 Stufen.
  • Lac de Nantua und Abteikirche Saint-Michel — Nantua wuchs um ein 671 gegründetes Kloster, das im 10. Jahrhundert an Cluny kam; in der romanischen Kirche hängt Delacroix' „Martyre de Saint Sébastien“. Am See: Quenelles mit Sauce Nantua aus Flusskrebsbutter.
  • Cerdon — rosé Schaumwein nach der „méthode ancestrale“ an steilen Rebhängen, die Kupferschmiede von 1854 (heute Monument historique) und das Mémorial des maquis de l'Ain et de la Résistance.
  • Château des Allymes — um 1310 vom Dauphin Jean II. gebaut, rund 650 m hoch über der Ain-Ebene; 800 Meter gegenüber stand die savoyische Burg Luisandre.
  • Pérouges — Weberstadt auf dem Hügel, seit 1988 unter den „Plus Beaux Villages de France“, Wehrkirche Sainte-Marie-Madeleine aus dem 15. Jahrhundert, Drehort mehrerer „Drei Musketiere“-Filme.
  • Saint-Nizier, Lyon — gotische Kirche über einem Friedhof aus Lugdunum-Zeiten, mit der Kapelle Saint-Jacques und der verschwundenen Pilger-Commanderie auf dem Vorplatz.
  • Primatiale Saint-Jean — 1175 bis 1480 gebaut, Sitz des „Primas der Gallier“, mit astronomischer Uhr aus dem 14. Jahrhundert.
  • Saint-Galmier — 1837 pachtete Auguste Badoit hier die Quelle Fontfort, ab 1848 kam das Wasser in Flaschen, bis 1954 nur in Apotheken. „Elle jaillit naturellement gazeuse“ – mit konstant 16 °C.
  • Priorat von Saint-Romain-le-Puy — auf einem rund 80 Meter hohen Basaltkegel über der Forez-Ebene, Benediktiner vermutlich seit dem 6. Jahrhundert, Kirche aus der Zeit um das Jahr 1000 mit wiederverbauten römischen Steinen.

Grenzland, bevor es Pilgerland war

Die ersten fünf Tage gehst du durch eine Landschaft, in der jahrhundertelang Grenzen verliefen. Fort l'Écluse sperrte die Klus der Rhône, 1293 kaufte Amédée V. von Savoyen die Burg für 2.100 Pfund, 1601 wurde sie französisch. Zwischen Dauphiné und Savoyen tobte von 1282 bis 1355 ein Krieg, dessen Spuren du bei Ambérieu siehst: Um 1310 setzte der Dauphin das Château des Allymes der savoyischen Burg Luisandre auf 800 Meter Abstand vor die Nase. Erst der Vertrag von Paris 1355 verschob die Grenze an Rhône und Guiers. Zwei Burgen auf Rufweite – und du gehst heute einfach dazwischen durch.

Pérouges hat das Gleiche aus der anderen Richtung erlebt: 1468 hielt die Stadt dem Angriff aus der Dauphiné stand und bekam dafür 20 Jahre Abgabenfreiheit. Und Nantua trägt seit 1947 die Médaille de la Résistance: Diese Berge waren Maquis-Land. Bevor auf diesem Weg Pilger gezählt wurden, wurden hier Zölle, Soldaten und Verluste gezählt.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die natürlichste Anreise ist zu Fuß aus der Schweiz: Wer auf dem Schweizer Jakobsweg vom Bodensee nach Genf gekommen ist, hat in Genf die Wahl zwischen zwei Wegen nach Le Puy – der Via Gebennensis über Savoyen, Isère und Pilat, oder der Via Lugdunum über Jura, Bugey und Lyon. Beide starten in Genf rund einen Kilometer voneinander entfernt und trennen sich sofort; wer Lyon sehen will, nimmt die Via Lugdunum. Dank der Bahn kannst du auch in Ambérieu oder Lyon einsteigen.

Weiterpilgern?

In Saint-Georges-Haute-Ville treffen drei Wege aufeinander: Die Via Lugdunum mündet hier in den Weg Trier – Le Puy (dort km 805,0 von 887,7), der auf diesem Abschnitt mit dem Chemin de Cluny zusammenfällt (noch ohne Camino-Ninja-Seite). In Camino Ninja endet die Via Lugdunum deshalb hier; nach Le Puy-en-Velay gehst du auf dem Weg Trier – Le Puy weiter, noch rund 83 Kilometer. Der Führer des Vereins beschreibt die Via Lugdunum dagegen am Stück bis Le Puy, insgesamt rund 315 Kilometer. Der Weg hört nicht auf, er wechselt nur den Namen.

In Le Puy beginnt die Via Podiensis, der meistbegangene Jakobsweg Frankreichs, über Conques, Cahors und Moissac bis an die Pyrenäen; ab Saint-Jean-Pied-de-Port führt dich der Camino Francés nach Santiago de Compostela.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit ist Mai bis Anfang Oktober. Der Jura-Abschnitt liegt zwar nur bei gut 900 Metern, ist aber im Frühjahr oft nass und rutschig, und die wenigen Unterkünfte in kleinen Orten öffnen meist erst im Frühling. Im Hochsommer sind Ain-Ebene und Côtière heiß und schattenarm.

Die Unterkünfte sind das eigentliche Planungsthema. Neben Hotels, Gîtes und Chambres d'hôtes gibt es die Accueils jacquaires: Privatfamilien, die Pilger gegen Spende aufnehmen, oft mit Abendessen – ihre Adressen stehen nur im Führer des Vereins. Am Ziel, direkt an der Wegkreuzung, hat der Gîte jacquaire von Saint-Georges-Haute-Ville 9 Plätze mit Halbpension auf Spendenbasis. Plane deine Tage deshalb vorher durch – am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Wie auf allen französischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in Pilgerunterkünften zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; Mitglieder des Vereins bekommen ihn kostenlos über die Delegationen. Der Verein hat die Via Lugdunum angelegt und markiert, insgesamt pflegt er in der Region rund 2.000 Kilometer Wege. Sein Führer „Compostelle Genève – Lyon – Le Puy“ (der rote Führer) ist die verlässlichste Quelle für Adressen und Öffnungszeiten.

Was dich der Weg kostet

Ab der französischen Grenze ist der Weg günstig: Accueils jacquaires und der Gîte in Saint-Georges-Haute-Ville funktionieren auf Spendenbasis, sonst kosten Gîtes und Chambres d'hôtes das in Frankreich übliche Maß; in Dörfern ohne Restaurant bleibt oft nur Halbpension. Rechne mit 40 bis 60 € pro Tag, in Lyon eher mehr (Camino-Ninja-Schätzung, Stand: Oktober 2026). Für 12 Etappen landest du damit bei rund 500 bis 750 € ohne An- und Abreise. Teuer ist nur Genf – komm früh an und geh gleich los. Der Führer des Vereins kostet 16 € im Vereinsshop (Stand: Oktober 2026).

Anreise

Zum Start: Genf hat den Flughafen Genève-Cointrin, wenige Bahnminuten vom Hauptbahnhof Cornavin, und Direktzüge aus der ganzen Schweiz sowie TGV aus Paris und Lyon. Der Weg beginnt praktisch am Bahnhof. Für Teilstrecken ist die Bahnstrecke Genf – Lyon über Bellegarde und Ambérieu ideal: Sie begleitet die erste Hälfte des Weges, und zwischen Ambérieu und Lyon halten die Regionalzüge auch in Meximieux-Pérouges, Montluel und Miribel.

Vom Ziel: Nur rund zwei Kilometer vor Saint-Georges-Haute-Ville liegt der Bahnhof Saint-Romain-le-Puy mit TER-Verbindungen nach Saint-Étienne und weiter nach Lyon. Ab Lyon geht es per TGV weiter, und der Flughafen Lyon-Saint-Exupéry liegt vor der Stadt.

  • Anreise zum Start: Flug nach Genève-Cointrin oder Bahn nach Genève-Cornavin (Fernverkehr aus der Schweiz, TGV aus Paris und Lyon).
  • Zwischeneinstieg: Bahnhöfe an der Linie Genf – Lyon (Bellegarde, Ambérieu-en-Bugey, Meximieux-Pérouges, Montluel, Miribel) und Lyon Part-Dieu.
  • Rückreise ab dem Ziel: TER ab Saint-Romain-le-Puy nach Saint-Étienne und Lyon; ab Lyon TGV und Flughafen Lyon-Saint-Exupéry.

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