Voie de Dinan auf der Karte

Voie de Dinan

Die Voie de Dinan ist der kurze bretonische Zubringer vom Kilometer null Dinan zur Voie des Capitales: 52,3 Kilometer in drei Tagen, fast durchgehend auf dem Treidelpfad des Canal d'Ille-et-Rance, von der Altstadt über Léhon, Évran und Tinténiac und die elf Schleusen von Hédé nach Saint-Médard-sur-Ille.

11. Oktober 20269 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Dinan, Basilique Saint-Sauveur (Côtes-d'Armor) / Saint-Médard-sur-Ille (Ille-et-Vilaine), Einmündung in die Voie des Capitales
  • Länge: 52,3 km
  • Dauer: 3 Etappen, 3 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 157 m / ↘ 182 m
  • Höchster Punkt: 77 m gleich am Start in der Altstadt von Dinan; tiefster Punkt 6 m an der Rance – der steilste Kilometer ist der erste, und er geht bergab
  • Untergrund: fast durchgehend Treidelpfad am Canal d'Ille-et-Rance, flach bis auf die Schleusentreppe von Hédé
  • Markierung: gelbe Muschel auf blauem Grund; am Kanal immer auf der Seite des Treidelpfads, in Dinan und Léhon zusätzlich Bronzenägel im Pflaster
  • Jakobus-Spuren: Reste des Prieuré Saint-Jacques in Dinan (1366 als Pilgerhospital gestiftet), die verschwundene Jakobus-Kapelle Notre-Dame du Bois-Geffroy (1409) in Saint-Médard-sur-Ille
  • Anschluss: in Saint-Médard-sur-Ille auf die Voie des Capitales (dort km 56,2), weiter über Rennes nach Blain
  • Beste Zeit: April bis Oktober; am Kanal spenden Bäume streckenweise Schatten

Überblick

Dinan ist einer der acht „kilomètre zéro“ der Association bretonne des Amis de Saint-Jacques de Compostelle, und die Voie de Dinan ist ein kurzer Anlauf: 52,3 Kilometer, drei Tage, und an deren Ende ist sie schon aufgegangen in der Voie des Capitales. Du startest an der Basilique Saint-Sauveur, wo das Herz von Bertrand Du Guesclin liegt, gehst die Rue du Jerzual hinunter zum Hafen – 75 Meter Gefälle, stellenweise 35 Prozent – und triffst unten auf die Rance. Ab dort führt dich Wasser: erst der Fluss bis Léhon und Évran, dann der Canal d'Ille-et-Rance, den Napoleon bestellte und den seine Nachfolger 1832 fertigstellten.

Das Gelände ist ehrlich gesagt kein Gelände. Der höchste Punkt des Weges liegt beim ersten Schritt, danach steigt der Treidelpfad über zwei Tage so sanft, dass du es nur an den Schleusen merkst – bis Hédé-Bazouges, wo elf Schleusen auf gut zwei Kilometern 27 Meter Höhe überwinden. Was die Voie de Dinan an Jakobus-Spuren hat, sind vor allem Leerstellen mit Datum: ein Pilgerhospital, von dem ein Weihwasserbecken blieb, und eine Jakobus-Kapelle, von der nur die Weiheformel überliefert ist. Ein Zubringer, ja – aber einer mit eigener Stadt, eigenem Fluss und eigenem Kanal.

Andere Namen

Der Verein führt den Weg als Voie de Dinan und hat ihn gemeinsam mit der Voie des Capitales in einem Führer, dem „Guide Capitales & Dinan“, beschrieben – kostenlos als PDF. Die Voie des Capitales, in die er mündet, hieß bis April 2014 „Chemin du Mont-Saint-Michel“.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen kurzen, sicheren Einstieg suchst: drei Tage, kaum Höhenmeter, keine Navigation – der Kanal ist der Weg. Ideal auch als Anlauf für mehr, denn in Saint-Médard-sur-Ille stehst du auf einer Linie, die über Rennes, Blain und Clisson bis zur Via Turonensis weiterläuft. Und ideal, wenn du gern hinter 2.600 Metern Stadtmauer beginnst und am ersten Tag an einer romanischen Abtei vorbeikommst. Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Abwechslung im Gelände brauchst: 40 Kilometer Treidelpfad sind schön, aber gleichförmig, und manche finden den Kanal am dritten Tag meditativ, andere langweilig. Auch eine Herbergskette spanischer Art gibt es nicht – Unterkünfte am Kanal sind wenige und wollen vorher reserviert sein.

Streckenverlauf & Landschaft

Der erste Kilometer ist der dramatischste: von der Basilique Saint-Sauveur durch die Rue de la Larderie, Haute Voie und Rue de la Poissonnerie in den Jerzual und die Rue du Petit Fort hinunter zum Port de Dinan. Unter dem Viadukt von 1852 hindurch folgst du der Rance aufwärts zur Schleuse von Léhon mit seiner Abteikirche. Ab hier ist der Fluss kanalisiert, und bis Évran gehst du am Wasser entlang, teils unter Buchen.

Ab Évran wird der Canal d'Ille-et-Rance dein Begleiter: über Trévérien, Saint-Domineuc und Le Village nach Tinténiac, Schleuse um Schleuse. Am dritten Tag folgt der einzige Anstieg: Bei Hédé-Bazouges steigt die Schleusentreppe – die „échelle de onze écluses“ – über 2,16 Kilometer 27 Meter auf, danach erreichst du um Kilometer 42 mit knapp 75 Metern den Scheitel des Weges nahe der Wasserscheide zwischen Rance und Ille. Von dort fällt der Kanal sanft über die Schleuse von Courgalais bei Montreuil-sur-Ille nach Saint-Médard-sur-Ille, wo du an der Brücke auf die Voie des Capitales triffst. Die Altstadt von Hédé liegt auf ihrem Felsen 0,7 Kilometer neben dem Track, das Zentrum von Montreuil-sur-Ille knapp 0,9 – beides Abstecher, nicht Wegpunkte.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die drei Etappen folgen den Etappenorten des Vereinsführers; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf die 52,3 Kilometer unserer Route kalibriert, die Höhenmeter aus unseren Wegpunkten. Der Führer kommt fast auf dieselben Werte: 13,0 · 19,3 · 20,0 Kilometer in der Tabelle, 52,1 Kilometer im Text. Schwierig ist hier nichts. Wer kürzere Tage will, teilt die zweite Etappe in Saint-Domineuc (km 22,3) und die dritte an der Schleuse von Courgalais bei Montreuil-sur-Ille.

  1. Dinan → Évran (12,9 km) — Jerzual hinunter zum Hafen, die Rance hinauf über Léhon; ↗ 62 m / ↘ 125 m.
  2. Évran → Tinténiac (19,4 km) — Treidelpfad über Trévérien, Saint-Domineuc und Le Village; ↗ 35 m / ↘ 13 m.
  3. Tinténiac → Saint-Médard-sur-Ille (20,0 km) — über die elf Schleusen von Hédé-Bazouges und den Scheitel bei km 42, Einmündung in die Voie des Capitales; ↗ 60 m / ↘ 44 m.

Zwei Bronzenägel, ein Weihwasserbecken und eine verschwundene Kapelle

Der Jakobsweg in Dinan beginnt im Pflaster. Der Führer verspricht: „À Dinan, quelques clous de bronze vous guideront jusqu'au bord de la Rance.“ Die Nägel erinnern an eine Stiftung: 1366 schenkten Olivier und Estiennette Brécel den Clos Brécel für ein Hospital für Pilger und arme Reisende, und daraus wurde das Prieuré Saint-Jacques, das der Trinitarierorden übernahm – jener Orden, der Gefangene freikaufte. Geblieben sind, so der Führer, ein Weihwasserbecken und eine Kapellentür. In Léhon, eine Stunde später, beginnt die Geschichte noch kühner: Die Abtei soll gegründet worden sein, nachdem der Mönch Condan nachts die Reliquien des heiligen Magloire von der Kanalinsel Sark entwendet hatte – Nominoë, der vor 851 starb, hatte Land versprochen, wenn die Mönche einen bretonischen Heiligen mitbrächten. Auf dem alten Friedhof wächst heute ein Garten mit Pflanzen gegen die Leiden der Pilger. Ein Kloster, das mit einem Reliquiendiebstahl beginnt, und ein Garten gegen Blasen: Léhon nimmt das Pilgern von beiden Enden ernst.

Dazwischen liegt das, was du drei Tage lang unter den Füßen hast. Der Canal d'Ille-et-Rance wurde ab 1804 gebaut und im Herbst 1832 fertig, 84,8 Kilometer lang, mit 48 Schleusen; unter den Arbeitern waren für 110 Tage auch 292 spanische Kriegsgefangene. Die letzte Fracht fuhr 1972 – seitdem gehört der Treidelpfad den Anglern, Radlern und dir. Und am Ende wartet in Saint-Médard-sur-Ille die zweite Leerstelle: die Kapelle Notre-Dame du Bois-Geffroy, 1409 errichtet „en l'honneur de Dieu, de la sainte Vierge et de saint Jacques apôtre“, in der Revolution zerstört. Was in Saint-Médard steht, ist eine Croix montoise von 1580 – eines jener Kreuze, die die „Chemins de Paradis“ zum Mont-Saint-Michel säumten. Du kommst also bei einem Kreuz an, das nach Norden zum Erzengel zeigt, und biegst nach Süden ab, zum Apostel.

Highlights am Weg

  • Basilique Saint-Sauveur, Dinan — romanische Westfassade aus dem 12. Jahrhundert, stilistisch mit Kirchen im Poitou und in der Saintonge verwandt; im Südquerhaus das Herz von Bertrand Du Guesclin, der 1357 Dinan gegen die Engländer verteidigte.
  • Remparts und Rue du Jerzual — 2.600 Meter erhaltener Wehrgang, dann die Gasse hinunter zum Hafen, 75 Meter Gefälle, stellenweise 35 Prozent.
  • Prieuré Saint-Jacques — 1366 als Hospital für Pilger und arme Reisende gestiftet, später Trinitarier; erhalten sind Weihwasserbecken und Kapellentür.
  • Abbaye Saint-Magloire, Léhon — Abteikirche um 1190–1210, Kreuzgang, Reliquienlegende aus der Zeit Nominoës, Garten der Pilgerpflanzen.
  • Évran — an der alten Römerstraße zwischen Condate (Rennes) und Corseul.
  • Échelle de onze écluses, Hédé-Bazouges — elf Schleusen auf 2,16 Kilometern, 27 Meter Höhenunterschied; an der Schleuse La Madeleine die Maison du Canal d'Ille-et-Rance.
  • Saint-Médard-sur-Ille — Kirche von 1752, Croix montoise von 1580 in der Rue du Roquet, Erinnerung an die Jakobus-Kapelle von 1409.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die Voie de Dinan hat keinen Zubringer – Dinan ist selbst ein Kilometer null. Die meisten reisen mit Bahn oder Bus an; wer aus England kommt, landet mit der Fähre in Saint-Malo und ist mit dem Regionalbus in Dinan. Aus Richtung Mont-Saint-Michel kommt man nicht über Dinan, sondern direkt über die Voie des Capitales – die Voie de Dinan ist ihr westlicher Seitenarm. Wer weiter westlich an der Nordküste starten möchte, findet mit der Voie de l'Abbaye de Beauport ab Paimpol einen eigenen Weg durchs Binnenland.

Weiterpilgern?

Ja, und ohne Lücke. In Saint-Médard-sur-Ille gehst du auf der Voie des Capitales weiter, an deren Kilometer 56,2: nach Süden 26,8 Kilometer bis Rennes, insgesamt 141,4 Kilometer über Langon bis Blain. Dort mündet sie in die Voie de la Pointe Saint-Mathieu, die dich nach weiteren 99,7 Kilometern über Nantes nach Clisson bringt; ab Dinan sind das 293,4 Kilometer. Danach übernimmt der Chemin Vendéen bis Saint-Jean-d'Angély und damit an die Via Turonensis, die über Saint-Jean-Pied-de-Port auf den Camino Francés führt. Bei Beslé zweigt außerdem die Voie des Capitales (Redon) ab, eine Camino-Ninja-Variante nach Redon. Und wer zuerst zum Erzengel will: Von Saint-Médard sind es auf der Voie des Capitales 56,2 Kilometer nach Norden zum Mont-Saint-Michel, wo die Voie des Plantagenêts beginnt.

Vorbereitung & Praktisches

Der Führer „Capitales & Dinan“ der Association bretonne ist kostenlos als PDF zu haben und wird jährlich aktualisiert; Unterkunftslisten je Abschnitt stellt der Verein ebenfalls online. Als Unterkünfte nennt der Führer am Weg Chambres d'hôtes bei Saint-Judoce und an der Schleuse Parfraire, einen Camping am Kanal in Tinténiac und den Gîte d'étape im Schleusenwärterhaus von Courgalais bei Montreuil-sur-Ille, der seit Juli 2023 zwölf Plätze in vier Zimmern hat. Dazu kommen die Accueils jacquaires, private Gastgeber gegen „libre participation aux frais“ – mit der Vereinsregel: mindestens 48 Stunden vorher reservieren und die Credencial dabeihaben. Den Pilgerausweis (Credencial) gibt der Verein Mitgliedern kostenlos in den Permanences seiner Delegationen; per Post verschickt er ihn nur an Mitglieder außerhalb der historischen Bretagne. Plane die Etappen und Unterkünfte am einfachsten direkt in der Camino Ninja App. Einkaufen kannst du in Dinan, Évran und Tinténiac; in Trévérien gibt es ein Café-Épicerie, Toiletten an den Haltestellen für Boote in Saint-Domineuc und Le Village.

Was dich der Weg kostet

Der Führer ist gratis, die Credencial für Mitglieder ebenfalls, und die Accueils jacquaires haben keinen Tarif, sondern eine freiwillige Beteiligung an den Kosten. Feste Preise für Gîte, Camping und Chambres d'hôtes am Kanal druckt der Führer nicht; erfrage sie bei der Reservierung (Stand: Oktober 2026).

Anreise

Zum Start nach Dinan: Der Bahnhof liegt an der Strecke Lison–Lamballe, mit TER BreizhGo nach Dol-de-Bretagne und nach Saint-Brieuc; dort steigst du in die Züge Richtung Rennes und Paris um. Dazu verbinden BreizhGo-Busse Dinan mit Saint-Malo und Rennes.

Vom Ziel Saint-Médard-sur-Ille: Der Ort hat einen unbesetzten Haltepunkt an der Strecke Rennes–Saint-Malo, bedient von TER-Zügen nach Rennes; ebenso Montreuil-sur-Ille. Wer weitergeht, braucht keinen Zug – Rennes liegt 26,8 Kilometer südlich auf der Voie des Capitales.

  • Bahn Frankreich: sncf-connect.com — TER Dinan–Dol-de-Bretagne, Dinan–Saint-Brieuc, Rennes–Saint-Médard-sur-Ille
  • Bus Bretagne: breizhgo.bzh — Regionalbusse Dinan–Saint-Malo und Rennes–Dinan–Dinard

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