Voie des Capitales auf der Karte

Voie des Capitales

Die Voie des Capitales führt in 197,6 Kilometern vom Mont-Saint-Michel durch die Bretagne nach Blain, über Antrain, Rennes und das Tal der Vilaine. Fast flach, viel Treidelpfad, wenig Andrang – und ein Weg, dessen Geschichte eigentlich in die Gegenrichtung läuft.

11. Oktober 202613 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Le Mont-Saint-Michel (Manche) / Blain (Loire-Atlantique)
  • Länge: 197,6 km
  • Dauer: 9 Etappen nach dem Führer der Association bretonne, 9–10 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 1.020 m / ↘ 1.007 m – praktisch eben
  • Höchster Punkt: 105 m bei km 50,0 zwischen Andouillé-Neuville und Saint-Médard-sur-Ille; tiefster Punkt 1 m in der Bucht des Mont-Saint-Michel
  • Landschaft: Couesnon, Bocage, Canal d'Ille-et-Rance, Vilaine-Treidelpfad, Wald von Le Gâvre
  • Markierung: gelbe Muschel auf blauem Grund in Richtung Santiago; in Gegenrichtung cyanblau mit Mont-Silhouette; auf GR-Strecken Muschel zusätzlich zu Rot-Weiß
  • Jakobus-Spuren: Jakobusstatue des 14. Jh. in Pontorson, Ruine der Chapelle Saint-Jacques et Saint-Jean bei Pont-Réan, Faubourg Saint-Jacques in Messac, Jakobus-Relief in Guémené-Penfao
  • Unterkunft: Gîtes communaux, Pilgergastgeber auf „participation aux frais“, Chambres d'hôtes; mindestens 48 Stunden vorher reservieren, Credencial Pflicht
  • Anschlusswege: in Saint-Médard-sur-Ille die Voie de Dinan; bei Beslé die Voie des Capitales (Redon); in Blain die Voie de la Pointe Saint-Mathieu nach Clisson
  • Beste Zeit: April bis Juni, September bis Anfang Oktober; am Mont im Juli und August Hochbetrieb

Überblick

Der Weg heißt nach zwei Hauptstädten, und auf unserer Karte erreicht er nur eine davon. Die Vereine erklären den Namen damit, dass der Weg durch „2 capitales administratives régionales“ führt, ohne die historische Bretagne zu verlassen: Rennes, Hauptstadt der Region Bretagne, und Nantes, Hauptstadt der Pays de la Loire und einst Residenz der bretonischen Herzöge. Rennes liegt bei Kilometer 83. Nantes liegt hinter Blain, wo die Voie des Capitales nach 197,6 Kilometern in die Voie de la Pointe Saint-Mathieu einmündet. Die zweite Hauptstadt erreichst du also auf dem Nachbarweg. Dazwischen liegt eine Landschaft aus Wasser: der Couesnon unter dem Mont, der Canal d'Ille-et-Rance, drei Etappen Treidelpfad an der Vilaine bis zur römischen Kapelle von Langon, zuletzt der Wald von Le Gâvre und Blain mit seiner Burg.

Ehrlich gesagt ist das ein Weg, der in der falschen Richtung berühmt wurde. Bis April 2014 hieß er „Chemin du Mont-Saint-Michel“, und genau so heißt die Gegenrichtung noch heute: Wer von Clisson nach Norden geht, ist ein Miquelot, folgt der cyanblauen Mont-Silhouette und braucht das Carnet du Miquelot. Die Quellen zum Mittelalter erzählen fast nur von dieser Nordrichtung, also von Menschen, die zum Erzengel zogen und nicht zum Apostel. Du gehst ihren Weg rückwärts, mit der Muschel als Zeichen. Das ist kein Etikettenschwindel – beide Wallfahrten teilten sich dieselben Straßen –, aber du solltest es wissen, bevor du nach Jakobsspuren suchst.

Andere Namen

Auf Französisch heißt der Weg Voie des Capitales. Der alte Name „Chemin du Mont-Saint-Michel“ (anfangs auch „Chemins du Mont-Saint-Michel“) galt bis April 2014; der Führer der Association bretonne spricht seither von der „nouvelle appellation de ce chemin“. Die Association des Chemins du Mont-Saint-Michel führt dieselbe Trasse als Chemin de l'Atlantique, einen von drei Wegen zwischen Mont und Santiago, neben der Voie des Plantagenêts und dem Grand Chemin montois. Für die Gegenrichtung gibt es einen eigenen Führer unter dem alten Namen.

Bei Camino Ninja reicht die Voie des Capitales vom Mont bis Blain, wo sie auf die Voie de la Pointe Saint-Mathieu trifft; der Verein rechnet sie weiter über Nantes bis Clisson. Die Voie des Capitales (Redon) ist ein Camino-Ninja-Name, im Führer heißt sie schlicht „la variante“.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du deinen ersten französischen Jakobsweg suchst und ihn nicht im Gebirge beginnen willst: 1.020 Höhenmeter auf fast 200 Kilometer, höchster Punkt 105 Meter, und von Saint-Médard bis Langon, über 90 Kilometer, gehst du fast nur an Kanal und Fluss. Ideal, wenn du zehn Tage hast: Weltkulturerbe am Start, Hauptstadt in der Mitte, Wegknoten am Ende. Ideal auch, wenn du allein sein willst: Am Mont drängen sich die Tagesbesucher, aber schon am Couesnon wird es still.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergen wie in Spanien erwartest. Zwischen Antrain und Blain schläfst du vor allem bei Privatleuten, die Pilger gegen „participation aux frais“ aufnehmen, und die nehmen nur angemeldete Gäste mit Credencial: Der Verein verlangt eine Reservierung mindestens 48 Stunden vorher. In Pont-Réan führt die Unterkunftsliste keine Pilgerunterkunft. Nichts für dich ist der Weg auch, wenn dich lange ebene Kilometer zermürben: Ein Treidelpfad bleibt ein Treidelpfad, und Etappe 8 hat 30,1 Kilometer.

Streckenverlauf & Landschaft

Unsere Wegpunkte beginnen auf dem Zugang zum Mont, knapp einen Kilometer vor dem Klosterberg und auf einem Meter Höhe. Die ersten gut eineinhalb Kilometer teilst du mit der Voie des Plantagenêts, dann biegt sie nach Osten Richtung Saint-James ab und du gehst nach Süden am Couesnon entlang, dem Grenzfluss zwischen Normandie und Bretagne. Über Beauvoir und Pontorson geht es auf einer ehemaligen Bahntrasse, die heute Grünweg ist, und an der Loisance nach Antrain. Danach beginnt das Bocage der Marches de Bretagne: Romazy mit seinem Priorat, Sens-de-Bretagne, das laut Führer „au croisement de deux importantes voies romaines“ gegründet wurde, Andouillé-Neuville und der höchste Punkt des Weges, 105 Meter bei Kilometer 50,0. In Saint-Médard-sur-Ille erreichst du den Canal d'Ille-et-Rance und gehst auf seinem Treidelpfad über Betton bis Rennes.

Hinter Rennes wechselst du an die Vilaine und bleibst an ihr bis Langon. Das ist der ruhigste Teil des Weges: Schleusen, Mühlen, Pont-Réan mit seiner Buckelbrücke von 1767, Bourg-des-Comptes, Saint-Malo-de-Phily, der Hafen von Guipry, dann Langon mit der Chapelle Sainte-Agathe. Gut drei Kilometer weiter, am Pâtis Vert, gehst du über die Vilaine und wechselst von der Ille-et-Vilaine in die Loire-Atlantique; hier zweigt die Variante nach Redon ab. Der Hauptweg führt durch die Sümpfe von Beslé und über eine alte Bahntrasse nach Guémené-Penfao, dann über den Don in die Felsen von Gascaigne, nach Marsac-sur-Don und durch den Wald von Le Gâvre nach Blain. Untergrund: Treidelpfad, Grünweg, Feldweg und Nebenstraße; nach Regen ist es im Bocage schlammig.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir folgen der Etappeneinteilung des Führers der Association bretonne: neun Tage vom Mont bis Blain. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, jede Zahl ist die Differenz zweier Punkte unserer Wegpunktkette, und die Summe ergibt exakt die 197,6 Kilometer unserer Streckendaten. Der Führer kommt auf 197,7 Kilometer; am deutlichsten weicht die Etappe nach Rennes ab (bei uns 27,2 statt 26,2 km), weil der Führer an der Jugendherberge am Kanal endet und unser Stadtpunkt gut einen Kilometer neben dem Track liegt. Technisch ist keine Etappe schwierig; die meisten Höhenmeter, jeweils gut 200, sammelst du auf den Etappen 2 und 8.

  1. Le Mont-Saint-Michel → Antrain (20,9 km) — am Couesnon nach Süden, über Pontorson und einen Grünweg auf alter Bahntrasse.
  2. Antrain → Sens-de-Bretagne (18,4 km) — ins Bocage über Tremblay und Romazy; der Tag mit den meisten Höhenmetern.
  3. Sens-de-Bretagne → Saint-Médard-sur-Ille (16,5 km) — über Andouillé-Neuville und den höchsten Punkt (105 m) hinunter an den Kanal.
  4. Saint-Médard-sur-Ille → Rennes (27,2 km) — Treidelpfad des Canal d'Ille-et-Rance über Saint-Germain-sur-Ille, Betton und Saint-Grégoire.
  5. Rennes → Pont-Réan (18,3 km) — an die Vilaine, Mühle von Apigné, Schleuse von Cicé.
  6. Pont-Réan → Saint-Malo-de-Phily (21,3 km) — Treidelpfad über Le Boël, Bourg-des-Comptes und Pléchâtel.
  7. Saint-Malo-de-Phily → Langon (26,0 km) — Guipry, Viadukt von Les Corbinières, Port-de-Roche.
  8. Langon → Marsac-sur-Don (30,1 km) — längster Tag: Pâtis Vert, Beslé, Guémené-Penfao, Felsen von Gascaigne.
  9. Marsac-sur-Don → Blain (18,9 km) — durch den Wald von Le Gâvre zur Burg von Blain.

Wer kürzere Tage will, teilt Etappe 8 in Beslé oder Guémené-Penfao, wo es Pilgerunterkünfte gibt, und kommt auf zehn Tage. Rennes ist der natürliche Ruhetag.

Die Muschel zeigt nach Süden, die Geschichte nach Norden

Der Mont-Saint-Michel war im Mittelalter ein Ziel, kein Startpunkt. Der Führer der Association bretonne nennt als ersten namentlich überlieferten Pilger einen fränkischen Mönch namens Bernard, der um 867/868 dort war. Ein Register des Pariser Jakobs-Hospitals verzeichnet 1369 in rund einem Jahr 16.690 Pilger, die zum Mont unterwegs waren, und zwar ausgerechnet in einem Haus, das nach Santiago benannt war. 1456 und 1457 zogen Jugendliche aus der Schweiz und Süddeutschland auf eigene Faust zum Mont. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt sie die „enfants de Saint-Michel“; allein im Mai 1457 kamen sieben solcher Züge durch Solothurn und Biel. Laut Führer liefen ihre Straßen über Pontorson, Antrain und Rennes, über deine ersten vier Etappen also, und zwar nach Norden, zum Erzengel.

Die Jakobusspuren sind entsprechend dünn, und der Führer selbst ist ehrlich genug, das zu sagen. In Antrain gibt es ein „Champ-Jacquet“, aber eine Verbindung zur Wallfahrt hält er für „assez peu vraisemblable“. Auch Rennes hat einen Champ-Jacquet mit hohen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, nur leitet die Stadtgeschichte den Namen von der Porte Jacquet der alten Stadtmauer ab und nicht von den Jakobspilgern. Und die Stahlbrücke von Port-de-Roche bei Langon gilt im Führer als Eiffel-Bau. Das Inventaire général datiert sie auf 1868, nennt die Werkstätten H. Joret & Cie in Montataire und schreibt zur Eiffel-Zuschreibung, sie „n'est pas vérifiée“. Belegt sind dagegen die Jakobusstatue des 14. Jahrhunderts in Pontorson, die in der Revolution zerstörte, teils dem Apostel geweihte Kapelle Notre-Dame du Bois-Geffroy bei Saint-Médard, die Ruine der Chapelle Saint-Jacques et Saint-Jean bei Pont-Réan, der Faubourg Saint-Jacques in Messac und das Jakobusrelief in Guémené-Penfao. Wenig, aber echt – und drei schöne Namen haben die Quellen selbst wieder eingesammelt.

Häufiger als Muscheln findest du am Weg Zeichen des Mont: die „croix montoises“, Wegkreuze für die Miquelots, etwa bei Saint-Médard oder das Kreuz von La Hunaudière bei Rimou aus dem 17. Jahrhundert, auf dem die Muscheln des heiligen Jakobus eingemeißelt sind. Beide Wallfahrten teilen sich hier ein Zeichen, und genau darauf beruht die heutige Markierung: Am selben Pfosten zeigt die gelbe Muschel nach Süden und die cyanblaue Mont-Silhouette nach Norden. Nach Süden gehst du mit der Credencial, nach Norden mit dem Carnet du Miquelot – und beide öffnen dieselben Türen.

Highlights am Weg

  • Le Mont-Saint-Michel — der Startpunkt, Weltkulturerbe und eines der großen Pilgerziele des Mittelalters. Maison du Pèlerin mit zehn Betten, nur mit Reservierung.
  • Pontorson — Kirche Notre-Dame mit Jakobusstatue des 14. Jahrhunderts; vom Pilger-Hôtel-Dieu des 13. Jahrhunderts steht nichts mehr.
  • Canal d'Ille-et-Rance — 1804 bis 1832 gebaut, rund 84 Kilometer und 48 Schleusen; du gehst auf seinem Treidelpfad von Saint-Médard bis Rennes.
  • Rennes — Hauptstadt der Bretagne, Fachwerk am Champ-Jacquet, Jugendherberge am Kanal.
  • Pont de Pont-Réan — Buckelbrücke mit sieben Bögen, laut Denkmalliste „édifié en 1767“, auf mittelalterlichen Fundamenten an einer alten Römerstraße; seit 1942 Monument historique.
  • Vilaine-Tal — Treidelpfad bis Langon, Viadukt von Les Corbinières (1861), Brücke von Port-de-Roche (1868) mit den Monogrammen Napoleons III. und Eugénies.
  • Chapelle Sainte-Agathe, Langon — gallorömischer Bau des 4. Jahrhunderts mit einem Fresko der „Vénus sortant des eaux“; 1840 auf der ersten Liste der Monuments historiques, im Mittelalter laut Führer Wallfahrtsort stillender Mütter.
  • Guémené-Penfao — Kirche Saint-Michel mit acht Pfeilern voller Heiligenreliefs, darunter Jakobus mit Muscheln und Pilgerstab.
  • Wald von Le Gâvre — 4.457 Hektar Staatswald, der größte Wald der Loire-Atlantique; der Ort wurde 1225 von Pierre Mauclerc gegründet.
  • Château de Blain — um 1108 begonnen, 1225 an die Clisson, 1407 an die Rohan, 1628 auf Befehl Richelieus geschleift; seit 1977 Monument historique, am Canal de Nantes à Brest.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten reisen zum Mont an und gehen dort los. Von Norden kommt kein bretonischer Zubringer, denn hier beginnt die Bretagne erst. Wer aus der Normandie zu Fuß kommt, nutzt die Wege der Association des Chemins du Mont-Saint-Michel, die bei uns noch keine eigenen Seiten haben. Am Mont beginnt auch die Voie des Plantagenêts: Am ersten Morgen entscheidest du dich zwischen Bretagne und Anjou. Zwei Wege treffen unterwegs auf die Voie des Capitales:

  • Voie de Dinan — 52,3 km von Dinan über Évran und Tinténiac; sie mündet bei Kilometer 56,2 in Saint-Médard-sur-Ille ein
  • Voie des Capitales (Redon) — 19,9 km vom Pâtis Vert bei Beslé (km 152,4) nach Redon, wo sie auf die Voie de la Pointe Saint-Mathieu trifft; der Umweg über die Abteistadt ist bis Blain rund 28 Kilometer länger als der direkte Weg

Wer weiter westlich in der Bretagne startet, etwa an der Pointe Saint-Mathieu oder an der Voie de l'Abbaye de Beauport, braucht die Voie des Capitales nicht: Diese Wege laufen über Redon direkt nach Blain und Clisson.

Weiterpilgern?

In Blain endet die Voie des Capitales nicht, sie geht in einen anderen Weg über. Bei Kilometer 429,5 der Voie de la Pointe Saint-Mathieu gehst du auf deren Trasse weiter: am Canal de Nantes à Brest nach Nort-sur-Erdre, die Erdre hinunter nach Nantes, die zweite Hauptstadt im Namen deines Weges, und durch die Muscadet-Weinberge nach Clisson, nach unseren Streckendaten noch 99,7 Kilometer. Dass in Blain die Burg der Familie Clisson steht und der Weg danach nach Clisson führt, ist Zufall, aber ein schöner.

Ab Clisson übernimmt der Chemin Vendéen mit 235,1 Kilometern bis Saint-Jean-d'Angély, wo du auf die Via Turonensis triffst; über die Pyrenäen geht es dann auf dem Camino Francés weiter. Ehrlich gerechnet: Bis Saint-Jean-d'Angély sind es vom Mont gut 530 Kilometer, und Santiago liegt dann noch weit über tausend Kilometer entfernt. Die Voie des Capitales taugt deshalb gut als eigene Zehn-Tage-Reise.

Vorbereitung & Praktisches

Beste Zeit: April bis Juni und September bis Anfang Oktober. Im Hochsommer ist der Mont voll und teuer. Markierung: Auf Strecken ohne GR markiert die Association bretonne mit ihren gelb-blauen Zeichen, auf GR-Strecken klebt die Muschel neben dem Rot-Weiß, und in der Loire-Atlantique zeigen Richtungsmuscheln den Weg. Der Führer „Voie des Capitales & Dinan“ ist als kostenloses PDF auf compostelle-bretagne.fr erhältlich, dazu Unterkunftslisten für „Capitales (Nord)“ und „Capitales (Sud)“. Deine Etappen und Unterkünfte stellst du am einfachsten in der Camino Ninja App zusammen.

Pilgerausweis: Ohne Credencial bekommst du bei den privaten Gastgebern kein Bett, denn sie verlangen „accueil avec participation aux frais et présentation de la Credencial“. Die Association bretonne gibt sie kostenlos an Mitglieder ab, in den Sprechstunden ihrer Delegationen; per Post nur an Mitglieder außerhalb der historischen Bretagne. Kümmere dich rechtzeitig darum. Wer in Gegenrichtung zum Mont geht, braucht das Carnet du Miquelot. Proviant: Bourg-des-Comptes hat laut Führer Restaurants und einen Supermarkt, Rennes ohnehin; in den kleinen Etappenorten kaufst du besser am Vortag ein.

Was dich der Weg kostet

Gezahlt wird in Euro. Belegte Preise aus den Unterkunftslisten des Vereins (Stand: Oktober 2026): In Pontorson kostet das Bett im Schlafsaal von L'Étape du Mont bis zu 25 €, Frühstück 5,50 €. Bei Sens-de-Bretagne bietet eine Pilgergastgeberin Abendessen, Bett und Frühstück für 30 €, in Guipry-Messac gibt es einen Pilgertarif von 35 € pro Person mit Abendessen und Frühstück, und eine Chambre d'hôtes in Antrain kostet 75–90 € (Stand: Oktober 2026). Die meisten privaten Gastgeber nennen keinen Preis, sondern bitten um eine „participation aux frais“: Gib, was Bett, Essen und Gastfreundschaft dir wert sind.

Realistisches Tagesbudget: 35–50 €, wenn du bei Pilgergastgebern und in Gîtes schläfst und dich mittags selbst versorgst, 70–100 € mit Chambres d'hôtes und Restaurant. Für neun bis zehn Tage sind das grob 350–1.000 € ohne Anreise.

Anreise

Zum Start (Mont-Saint-Michel): Vom Bahnhof Rennes fährt täglich ein Bus von Keolis zum Mont. Der nächste Bahnhof ist Pontorson, rund neun Kilometer entfernt, von dort fahren ebenfalls Busse zum Mont. Rennes erreichst du mit dem TGV aus Paris.

Vom Ziel (Blain): Blain hat keinen Personenbahnhof mehr, den Zugverkehr hat man dort 1939 eingestellt. Die Aléop-Buslinien 311 und 371 fahren nach Nantes, und von dort hast du TGV-Anschluss nach Paris und Regionalzüge in alle Richtungen.

  • Bahn Frankreich: sncf-connect.com — TGV Paris–Rennes, TER nach Pontorson und ab Nantes
  • Mont-Saint-Michel: ot-montsaintmichel.com — Busse ab Rennes und Pontorson, Shuttle, Zugang
  • Busse Loire-Atlantique: aleop.paysdelaloire.fr — Linien 311 und 371 Blain–Nantes
  • Verein und Führer: compostelle-bretagne.fr — Führer „Voie des Capitales & Dinan“ als PDF, Unterkunftslisten Capitales Nord und Sud, Credencial

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