Jakobsweg Kärnten
260,5 Kilometer von Dravograd in Slowenien durch Jauntal, Rosental und Drautal nach Lienz — die ganze Zeit an der Drau, die ganze Zeit gegen ihre Fließrichtung, durch das zweisprachige Kärnten südlich von Klagenfurt. Nur 3.757 Höhenmeter Aufstieg, aber zwei versunkene Bischofsstädte, ein Mosaik mit einem Gelübde aus dem 5. Jahrhundert und mit 93,87 Metern der höchste Kirchturm Kärntens, der Jakobus heißt.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Du gehst dem Fluss entgegen
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Dravograd (Slowenien) / Lienz (Osttirol)
- Länge: 260,5 km
- Dauer: 12–14 Tage
- Höhenmeter: ↗ 3.757 m / ↘ 3.440 m
- Höchster Punkt: rund 900 m
- Etappen: 13 (offizielle Etappierung der ARGE plus Osttiroler Schlussstück)
- Richtung: Ost → West, flussaufwärts entlang der Drau
- Träger: ARGE Jakobsweg Kärnten (gegründet 15. September 2011), heute ARGE Pilgern in Kärnten
- Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, Aluminium- und Holztafeln
- Anschluss Osten: Jakobsweg Graz über Maribor nach Dravograd; Jakobsweg Weststeiermark mündet in Lavamünd ein
- Anschluss Westen: Jakobsweg Osttirol ab Lienz
- Beste Zeit: April bis Oktober
Überblick
Der Jakobsweg Kärnten ist ein Weg an einem Fluss, und der Fluss läuft dir entgegen. 260,5 Kilometer von Dravograd an der slowenischen Grenze bis Lienz in Osttirol, und die Drau ist die ganze Zeit neben dir — 749 Kilometer lang, viertlängster Zufluss der Donau, Quelle am Toblacher Feld in Südtirol. Du gehst von Unterdrauburg, wie Dravograd bis 1918 hieß, nach Oberdrauburg: zwei Burgen, ein Fluss, zwei Wochen dazwischen. Klagenfurt lässt der Weg rechts liegen. Er folgt der Drau durch das Jauntal und das Rosental, das zweisprachige Kärnten, wo auf den Ortstafeln Šentjakob unter St. Jakob steht, und erst ab Villach wird aus dem Hügelweg ein Talweg.
Dass die Kirchen am Wasser stehen und nicht in der Landesmitte, hat einen Grund mit Datum: 811 machte Karl der Große die Drau zur Nordgrenze des Patriarchats Aquileia, und von dort kam die Christianisierung Karantaniens. Was dieser Weg dir zeigt, ist deshalb älter als jede Jakobslegende — in St. Peter in Holz das Mosaik eines römischen Statthalters, der im 5. Jahrhundert „aufgrund eines abgelegten Gelübdes" stiftete, in Villach die größte Jakobskirche Kärntens, die 1348 ein Erdbeben bis auf den Turm zerlegte, in Lavant eine Bischofskirche aus der Fluchtzeit nach dem Ende Roms. 3.757 Höhenmeter auf 260 Kilometer: Dieser Weg verlangt Ausdauer, keine Bergerfahrung.
Andere Namen
Offiziell heißt er Jakobsweg Kärnten, genau genommen ist er aber ein Abschnitt: der Kärntner Teil des Südösterreichischen Jakobswegs, der von Graz über Slowenien, Kärnten, Osttirol und Südtirol bis zum Brenner und nach Innsbruck läuft. Du wirst deshalb beide Namen auf denselben Wegweisern finden. Auf Slowenisch heißt der Jakobsweg Jakobova pot — das offizielle slowenische Netz mit seinen drei Ästen läuft allerdings weiter südlich; was bei Dravograd ankommt, ist der slowenische Abschnitt des Südösterreichischen Jakobswegs, den wir als Jakobsweg Graz führen.
Im zweisprachigen Süden Kärntens trägt fast jeder Ort zwei Namen: Villach ist Beljak, Ferlach ist Borovlje, das Rosental heißt Rož, das Jauntal Podjuna, und der Jakobus-Ort schlechthin heißt Šentjakob v Rožu. Dravograd, der Startort, hieß bis 1918 Unterdrauburg — der Weg endet folgerichtig kurz hinter Oberdrauburg. Und weil die letzten vierzehn Kilometer ab Nörsach bereits in Osttirol liegen, ist „Kärnten" ehrlich gesagt ein Name, der am Ziel nicht mehr ganz stimmt: Die offizielle Etappierung der ARGE endet in Oberdrauburg, wir ziehen bis Lienz durch, weil dort der Anschluss liegt.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal ist dieser Weg, wenn du zwei Wochen am Stück gehen willst, ohne dafür Bergerfahrung zu brauchen. 3.757 Höhenmeter auf 260,5 Kilometer sind für einen Alpenweg fast nichts, der höchste Punkt liegt bei rund 900 Metern, die zweite Hälfte folgt dem Flusstal. Dazu kommt eine Kulturdichte, die man dieser Region nicht zutraut: zwei spätantike Bischofsstädte, ein römisches Mosaik am Fundort, ein 93,87 Meter hoher gotischer Kirchturm und eine Handvoll Jakobskirchen, die tatsächlich Jakobskirchen sind und nicht nur so heißen. Und wer im Hochsommer geht, kann am Klopeiner See — mit bis zu 28 Grad der wärmste Badesee Österreichs — den Rucksack abstellen und hineinspringen.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du das spanische Herbergsleben suchst. Ein Netz von Pilgerherbergen gibt es hier nicht, du übernachtest in Gasthöfen, Pensionen und Privatzimmern und buchst besser vor. Die gelbe Muschel ist gut gesetzt, aber nicht lückenlos — ohne Karte oder GPS-Track wirst du irgendwann suchen. Und wer keinen Asphalt mag, sollte wissen: Im Drautal liegt der Pilgerweg streckenweise auf dem Drauradweg R1, auf der ersten Etappe sogar zwingend, weil der Bachübergang an der Grenze westlich von Vič gesperrt ist. Solche Abschnitte plant man vorher ein, nicht unterwegs.
Streckenverlauf & Landschaft
Der Weg beginnt in Dravograd, überquert bei Vič die Staatsgrenze und erreicht über Rabenstein — mit der ersten restaurierten Jakobskirche auf Kärntner Seite — den Ort Lavamünd. Von dort zieht er westwärts durchs Jauntal über Schwabegg, Rinkenberg und Kühnsdorf an den Klopeiner See, biegt über Stein im Jauntal und die Abtei ins Rosental und folgt der Südseite der Drau unter den Karawanken über St. Margareten, Ferlach, Feistritz und St. Jakob im Rosental zum Faaker See und nach Villach. Das ist der hügelige Teil: Terrassen, Wald, Wiesen, Dörfer mit zwei Ortstafeln, und im Süden immer die Kette der Karawanken.
Ab Villach wird aus dem Weg ein Talweg. Über Gummern, Kellerberg und Feistritz an der Drau geht es nach Spittal an der Drau und weiter nach St. Peter in Holz, wo unter der Pfarrkirche die spätantike Bischofsstadt Teurnia liegt. Danach wird das Drautal schmaler und alpiner: Sachsenburg, Steinfeld, Greifenburg, Dellach, Oberdrauburg. Hinter Nörsach verlässt du Kärnten, passierst den Lavanter Kirchbichl mit seiner frühchristlichen Bischofskirche und erreichst nach rund vierzehn Osttiroler Kilometern Lienz. Die ganze Zeit hast du die Drau neben dir — und die ganze Zeit fließt sie dir entgegen.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Die ARGE Jakobsweg Kärnten teilt ihren Weg offiziell in zehn Etappen von Dravograd bis Oberdrauburg (237,4 km, Gehzeiten 4 bis 7,5 Stunden). Weil einige davon mit 26 bis 28 Kilometern lang sind und unsere Route bis Lienz weitergeht, teilen wir in 13 Etappen — die Kilometer sind exakt auf die Gesamtlänge von 260,5 km kalibriert, und die Rechnung geht ohne Rundung auf: 237,4 km offizielle Etappen plus 23,1 km von Oberdrauburg nach Lienz.
- Dravograd – Vič – Rabenstein – Lavamünd – Neuhaus (15,0 km) — Grenzübertritt, erste Jakobskirche, Drauradweg.
- Neuhaus – Schwabegg – Rinkenberg – Kühnsdorf (19,2 km) — hinein ins Jauntal.
- Kühnsdorf – St. Kanzian am Klopeiner See – Stein im Jauntal – Abtei (22,7 km) — Badesee-Etappe, dann Gallizien und Abtei.
- Abtei – St. Margareten im Rosental (13,9 km) — Übergang ins Rosental unter den Karawanken.
- St. Margareten – Ferlach (12,0 km) — in die Büchsenmacherstadt.
- Ferlach – Kappel an der Drau – St. Johann – Feistritz im Rosental (13,2 km) — Südseite der Drau.
- Feistritz – Maria Elend – Rosenbach – St. Jakob im Rosental (12,0 km) — zur Jakobskirche von Šentjakob.
- St. Jakob im Rosental – Ledenitzen – Egg am Faaker See – Villach (26,9 km) — am Faaker See vorbei zur größten Jakobskirche Kärntens.
- Villach – Gummern – Kellerberg – Feistritz an der Drau (27,2 km) — Talvariante entlang der Drau.
- Feistritz an der Drau – Spittal an der Drau – St. Peter in Holz (20,6 km) — nach Spittal und zur Bischofsstadt Teurnia.
- St. Peter in Holz – Sachsenburg – Kleblach – Steinfeld (26,7 km) — das Drautal wird enger.
- Steinfeld – Greifenburg – Berg – Dellach – Oberdrauburg (28,0 km) — der längste Tag, Ende der offiziellen Kärntner Etappen.
- Oberdrauburg – Nörsach – Lavant – Lienz (23,1 km) — durch Osttirol, am Lavanter Kirchbichl vorbei ins Lienzer Becken.
Schwierigkeit: technisch gering, konditionell mittel. Die Etappen 8, 9, 11 und 12 sind mit 27 bis 28 Kilometern die Brocken; alles davor lässt sich problemlos anders schneiden. Eine Anmerkung zur Wegführung: Die offizielle Route steigt hinter Villach über Weißenstein zur Jakobskirche St. Jakob ob Ferndorf hinauf, unsere Route bleibt im Drautal — gleiche Kilometerzahl, flacheres Profil, eine Jakobskirche weniger. Bahnhöfe gibt es in Villach, Spittal, Greifenburg, Oberdrauburg und Lienz; das Drautal ist ein Weg, den du jederzeit abkürzen kannst.
Du gehst dem Fluss entgegen
Die Drau ist der rote Faden dieses Wegs, und sie hat ihn auch gezogen. 811 legte Karl der Große sie als Nordgrenze des Patriarchats Aquileia fest; südlich des Flusses missionierte Aquileia, nördlich Salzburg. Die Kirchen dieses Wegs stehen deshalb am Wasser, nicht in der Landesmitte — und die älteste von ihnen steht in Teurnia bei St. Peter in Holz, der spätantiken „metropolis Norici", die um 600 mit der slawischen Landnahme unterging. 1910/11 grub Rudolf Egger dort ein Mosaik aus, 6,10 mal 4,25 Meter, zwölf Bildfelder mit Hirschen, Störchen und Adlern, und eine Inschrift: „Urs(u)s v(ir) s(pectabilis) cum coni(u)g(e) sua Ursina pro (v)oto sus(cepto) fecer(u)nt h(a)ec" — Ursus, ein hochangesehener Mann, hat dies mit seiner Frau Ursina aufgrund eines abgelegten Gelübdes machen lassen. Ein Gelübde ist der Kern jeder Wallfahrt. Hier steht es in Stein am Wegrand, 700 Jahre bevor die erste Jakobskirche dieser Route beurkundet wird.
Die kam 1136, in Villach, und ihre Geschichte ist der ganze Weg in einem Bauwerk. Am 25. Januar 1348 zerstörte das Friauler Erdbeben St. Jakob bis auf den Turm; der Chor wurde 1360/70 neu gebaut, das Langhaus 1450/60. 1526 überließ Sigmund von Dietrichstein der Bürgerschaft das Recht, einen evangelischen Pfarrer zu berufen, und bis März 1600 war die größte Jakobskirche Kärntens protestantisch — genau in den 74 Jahren, in denen die Jakobuswallfahrt europaweit einbrach. Ihr Turm misst 93,87 Meter und ist der höchste Kirchturm des Landes. Einen namentlich belegten Kärntner Santiago-Pilger hat die Recherche nicht gefunden — keine Muschel auf einer Grabplatte, keine Bruderschaft, kein Testament. Dafür einen Reisenden mit Stoppuhr: Paolo Santonino, Kanzler des Patriarchen von Aquileia, begleitete 1485 bis 1487 seinen Bischof auf 114 Reisetagen über Lienz, Greifenburg und Villach und notierte im „Itinerarium" die Reisegeschwindigkeit — vier bis fünf Kilometer in der Stunde. Es ist bis heute genau das Tempo, mit dem du hier gehst.
Highlights am Weg
- Rabenstein (Lavamünd) — die erste restaurierte Jakobskirche auf Kärntner Seite, wenige Kilometer hinter der Grenze.
- Klopeiner See — mit bis zu 28 Grad der wärmste Badesee Österreichs, direkt an der dritten Etappe.
- Gallizien / Galicija — du gehst durch Galicija, um irgendwann nach Galicia zu kommen; eine Namensgleichheit, keine belegte Verwandtschaft.
- St. Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu — zwischen 1136 und 1161 als Eigenkirche errichtet und dem Stift Ossiach geschenkt, 1489 von den Türken verwüstet, Hochaltar von 1656.
- Villach, Stadthauptpfarrkirche St. Jakob — 1136 erstmals erwähnt, nach dem Erdbeben von 1348 als spätgotische Hallenkirche wieder aufgebaut; mit 93,87 m der höchste Kirchturm Kärntens.
- Teurnia / St. Peter in Holz — im 5. Jahrhundert „metropolis Norici" und Bischofssitz; das Ursus-Mosaik liegt seit der Ausgrabung 1910/11 überdacht am Fundort.
- Greifenburg — Station auf den Visitationsreisen Paolo Santoninos 1485–1487.
- Oberdrauburg — Namensvetter des Startorts, Ende der offiziellen Kärntner Etappierung.
- Lavanter Kirchbichl — frühchristliche Bischofskirche als Nachfolge des um 400 zerstörten Aguntum, vier Bauperioden vom 5. bis ins 9. Jahrhundert.
- Abstecher: Stift St. Paul im Lavanttal — 1091 gestiftet, ältestes aktives Kloster Kärntens, rund 13 km abseits von Lavamünd.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Aus dem Osten führen zwei Wege heran, beide aus Graz. Der Jakobsweg Graz ist der Südösterreichische Jakobsweg nach Peter Lindenthal: von der Jakobskirche in Thal durch Graz und die Mur hinunter nach Slowenien bis Maribor; von dort führt der Camino Slovenia (Maribor) an der Drau entlang nach Dravograd, dem Startpunkt dieses Wegs. In Slowenien ist dieser Abschnitt beschrieben, aber praktisch unbeschildert; Karte und GPS-Track sind dort Pflicht. Der zweite ist der Jakobsweg Weststeiermark: von Graz über die Jakobskirche in Thal, Köflach und die Soboth hinunter nach Lavamünd, wo er acht Kilometer nach Dravograd auf diesen Weg trifft. Wer die slowenische Schleife nicht will, nimmt ihn — durchgehend markiert, aber mit deutlich mehr Höhenmetern.
Reist du direkt an, ist Klagenfurt dein Umsteigepunkt: Von Klagenfurt Hauptbahnhof fährst du über Bleiburg in knapp zwei Stunden nach Dravograd, das einen eigenen Bahnhof an der slowenischen Drautalbahn hat (ÖBB und Slovenske železnice, rund 15 bis 28 €, Stand: September 2026). Ein Hinweis, der Ärger spart: Zwischen Dravograd und Lavamünd verkehrt kein Linienbus — wer nur den österreichischen Teil gehen will, braucht dorthin ein Taxi.
Weiterpilgern?
In Lienz ist nichts zu Ende, dort wird übergeben. Der Jakobsweg Osttirol führt in 47,6 Kilometern über die Lienzer Klause, Assling, Strassen und Sillian zur Staatsgrenze bei Winnebach, wo der Jakobsweg Südtirol übernimmt und in 295,4 Kilometern über Innichen, Bruneck, Brixen, den Ritten, Bozen und den Vinschgau bis Müstair zieht — dort schließt der Jakobsweg Graubünden an. Wer bei Kloster Neustift lieber nach Norden abbiegt, geht auf dem Jakobsweg Brenner über den Brennerpass nach Innsbruck und von dort auf dem Jakobsweg Österreich Richtung Arlberg weiter.
Eine Zugabe für alle, die die Drau lieb gewonnen haben: Auf der ersten Etappe des Jakobswegs Südtirol kommst du am Toblacher Feld an ihrer Quelle vorbei. Du hast den Fluss dann rund 300 Kilometer lang gegen seine Fließrichtung begleitet — dort ist er zu Ende, und du gehst weiter.
Vorbereitung & Praktisches
Die Saison läuft von etwa April bis Oktober; im Hochsommer ist das Drautal warm, dafür kannst du am Klopeiner See tatsächlich baden. Einen Pilgerausweis (Credencial) brauchst du hier nicht zwingend, du solltest ihn aber haben: Der Shop der Diözese Gurk verkauft ihn für 3,00 € (12 Seiten mit je sechs Stempelfeldern, Stand: September 2026), und wer mindestens 100 Kilometer zu Fuß geht, bekommt am Ende eine Urkunde. Stempel sammelst du in Pfarren, Gasthöfen und Tourismusbüros entlang der Route.
Bei der Unterkunft heißt es umdenken: Ein Netz klassischer Pilgerherbergen existiert auf diesem Weg nicht. Du übernachtest in Gasthöfen, Pensionen und Privatzimmern; als ausgewiesene Pilgerunterkunft wird unter anderem der Turnerhof in Pudlach bei Neuhaus geführt, und die ARGE Pilgern in Kärnten vermittelt Pilgerpauschalen mit Übernachtung und Frühstück. Vorausbuchen ist hier keine Bequemlichkeit, sondern Planungsnotwendigkeit — am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Zur Orientierung: Die gelbe Muschel auf blauem Grund ist gut gesetzt, aber nicht lückenlos. Nimm einen GPS-Track mit, plane die Etappen 8, 9, 11 und 12 bewusst — sie sind die längsten — und pack den Ausweis ein: Du startest in Slowenien und gehst nach wenigen Kilometern über eine Schengen-Grenze, an der niemand steht.
Was dich der Weg kostet
Österreich ist kein Billigland, und ohne Herbergsnetz fällt der günstigste Baustein weg. Rechne für Privatzimmer und einfache Pensionen mit 40 bis 65 € pro Person und Nacht mit Frühstück, in Villach, Spittal und Lienz eher am oberen Rand; Gasthöfe mit Halbpension liegen darüber (Stand: September 2026). Mit Einkaufen statt Einkehren kommst du auf ein Tagesbudget von rund 60 bis 80 €, wer abends im Gasthaus isst, landet bei 80 bis 100 €.
Die Fixkosten sind überschaubar: 3,00 € für den Pilgerausweis, rund 15 bis 28 € für die Bahnanreise von Klagenfurt nach Dravograd (Stand: September 2026). Wer nicht zwei Wochen hat, spart über die Bahn: Villach und Spittal liegen direkt am Weg, sodass er sich fast beliebig in Teilstücke zerlegen lässt.
Anreise
Zum Start (Dravograd): Dravograd hat einen eigenen Bahnhof an der slowenischen Drautalbahn. Von Klagenfurt Hauptbahnhof fährst du über Bleiburg in knapp zwei Stunden (ÖBB und Slovenske železnice); eine Alternative führt über Bleiburg und Prevalje mit Busanschluss in rund zweieinhalb Stunden. Von Villach oder Klagenfurt aus ist die Anreise an einem Vormittag zu schaffen.
Vom Ziel (Lienz): Lienz liegt an der ÖBB-Drautalbahn nach Spittal-Millstättersee und Villach sowie an der Pustertalbahn nach Innichen und Franzensfeste. Villach Hauptbahnhof ist der Knoten der Region mit Direktverbindungen nach Salzburg, Wien, München, Italien und Slowenien.
- Bahn Österreich: oebb.at — Klagenfurt – Bleiburg – Dravograd; Lienz – Spittal – Villach
- Bahn Slowenien: potniski.sz.si — Slovenske železnice, Drautalbahn Maribor – Dravograd
- Bahnhöfe am Weg: Dravograd, Villach, Spittal-Millstättersee, Greifenburg, Oberdrauburg, Lienz
- Achtung: kein Linienbus zwischen Dravograd und Lavamünd — Transfer nur per Taxi
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