Jakobsweg Österreich auf der Karte

Jakobsweg Österreich

Der Jakobsweg Österreich durchquert das ganze Land von Ost nach West: 853 Kilometer von Wolfsthal an der slowakischen Grenze über Carnuntum, Wien, Göttweig, Melk, St. Florian, Salzburg und Innsbruck bis nach Rankweil in Vorarlberg. Ab 1997 hat der Innsbrucker Autor Peter Lindenthal die Trasse im Gelände erforscht; heute ist sie in Abschnitten von Diözesen, Regionen und Vereinen markiert, mit der gelben Muschel auf blauem Grund. Laut Camino-Ninja-Karte kommen 18.673 Höhenmeter bergauf zusammen, der höchste Punkt liegt mit 1.856 Metern kurz vor St. Christoph am Arlberg, wo ein Schweinehirt 1386 ein Hospiz für erfrierende Reisende gründete. Rund 39 Tage, meist allein, mit drei Landeshauptstädten und einem echten Alpenpass am Ende.

14. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Wolfsthal an der slowakischen Grenze / Basilika Rankweil in Vorarlberg
  • Länge: 853,0 km
  • Dauer: 39 Etappen, Ø knapp 22 km; mit Ruhetagen gut sechs Wochen, viele gehen den Weg in Jahresabschnitten
  • Höhenmeter: ↗ 18.673 m / ↘ 18.353 m
  • Höchster Punkt: 1.856 m bei km 786,6, kurz vor St. Christoph am Arlberg
  • Landschaft: Donauauen und Römerland, Wienerwald, Dunkelsteinerwald und Wachau-Rand, Mostviertel, Alpenvorland mit Seen, dann Saalachtal, Kaisergebirge, Inntal, Stanzertal, Arlberg, Klostertal und Walgau
  • Träger / Markierung: keine zentrale Trägerschaft; Abschnitte von Diözesen, Regionalverbänden und Vereinen betreut, in Tirol von der Regionalentwicklung Pillerseetal; gelbe Muschel auf blauem Grund, im Osten mit Lücken
  • Jakobus-Spuren: Jakobskirchen in Schwechat, Purkersdorf und St. Jakob am Arlberg, der Dom St. Jakob in Innsbruck mit den Jakobus-Fresken von Cosmas Damian Asam
  • Unterkunft: Gasthöfe, Pensionen, Privatzimmer und Klostergästehäuser; echte Pilgerherbergen sind selten
  • Anschlusswege: Camino Slowakei in Wolfsthal, Weinviertler Jakobsweg in Mautern, Innviertler Jakobsweg und Voralpiner Jakobsweg in Salzburg, Jakobsweg Brenner in Innsbruck, Jakobsweg Tirol-Allgäu in Stams, Appenzeller Weg in Rankweil
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; der Arlberg ist realistisch von Mitte Juni bis Anfang Oktober schneefrei

Überblick

Der Jakobsweg Österreich ist die große Durchquerung des Landes, von der pannonischen Donauebene bis über den Arlberg. Er beginnt in Wolfsthal, einem Ort, den die Chronik von Göttweig schon 1083 nennt und der heute vor allem Pendler aus Bratislava beherbergt. Er endet nach 853 Kilometern vor der Wallfahrtsbasilika von Rankweil, wo der Blick über das Rheintal schon in die Schweiz reicht. Dazwischen liegen Carnuntum, Wien, die Stifte Göttweig, Melk und St. Florian, Salzburg, Innsbruck und ein Pass, über den Reisende seit dem Mittelalter fluchend stapften.

Erfunden hat den Weg niemand an einem Schreibtisch. Ab 1997 suchte der Innsbrucker Autor Peter Lindenthal im Gelände nach einer mittelalterlichen Ost-West-Verbindung und nagelte zunächst kleine Holztäfelchen an Bäume; sein Führer erschien später als „Von Pressburg bis Feldkirch in 28 Etappen“. Daraus ist kein einheitlicher Weg geworden, sondern ein Flickwerk aus Abschnitten, die Diözesen, Tourismusverbände und Leader-Projekte nach und nach beschildert haben – am 25. Juli 2016, dem Jakobstag, kam als letztes großes Stück die Wiener Stadtstrecke dazu. Österreich hat seinen Jakobsweg nicht geplant, sondern zusammengestückelt – und genau deshalb verbindet er so viel.

Andere Namen

Gebräuchlich sind Jakobsweg Österreich und Österreichischer Jakobsweg; in Führern liest du auch Jakobsweg Wolfsthal–Feldkirch, weil Lindenthals Trasse in Feldkirch endet, während die Camino-Ninja-Karte in Rankweil schließt. Einzelne Abschnitte tragen eigene Namen, etwa Jakobsweg Göttweig–Melk oder Jakobsweg Tirol. International heißt er Austrian Way of St. James, auf Spanisch Camino de Santiago austriaco.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du einen langen Weg mit Kultur und Bergen willst und gut allein sein kannst. Du gehst an drei Stiften vorbei, die zu den größten Klosteranlagen Mitteleuropas gehören, durch zwei Welterbe-Städte und am Ende über einen Alpenpass – und triffst an vielen Tagen keinen anderen Pilger. Ideal auch für Etappenpilger: Viele gehen ihn Bundesland für Bundesland über mehrere Sommer.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du das spanische Camino-Gefühl suchst: Herbergen für 10 Euro, abends Pilgermenü mit Leuten aus zwölf Ländern. Nichts für dich, wenn du dich auf durchgehende Markierung verlassen willst – im Osten fehlen Muscheln an entscheidenden Abzweigen, ohne GPS-Track verläufst du dich. Und nichts für dich ohne Trittsicherheit und Wetterfenster: Die Etappe über den Arlberg steigt über 1.800 Meter, und Schnee liegt dort auch noch im Juni.

Streckenverlauf & Landschaft

Donau und Alpenvorland (km 0–469,1): Von Wolfsthal geht es durch die Hainburger Pforte nach Carnuntum und durch die Donauauen über Fischamend und Schwechat nach Wien, quer durch die Stadt und bei Purkersdorf in den Wienerwald. Über das Tullnerfeld steigst du zum Stift Göttweig, querst bei Mautern die Donau nicht, sondern bleibst südlich im Dunkelsteinerwald bis Melk. Dann wechselt der Weg zur Basilika Maria Taferl aufs Nordufer, kreuzt bei Ybbs zurück und zieht durch die Mostviertler Hügel über Wallsee nach Enns und St. Florian. Linz bleibt rechts liegen; über die Traun, an Wels vorbei, geht es nach Lambach, Vöcklabruck und über Irrsee und Wallersee nach Salzburg.

Berge (km 469,1–853,0): Hinter Großgmain läuft der Weg rund 20 Kilometer durch Bayern und kehrt bei Unken zurück. Durchs Saalachtal über Lofer nach Tirol, über St. Johann am Wilden Kaiser entlang nach Wörgl und ins Inntal: Rattenberg, Jenbach, der Aufstieg nach St. Georgenberg, dann über Gnadenwald nach Innsbruck. Das Oberinntal führt über Stams nach Zams und Landeck, das Stanzertal hinauf nach St. Anton am Arlberg. Nach dem höchsten Punkt bei St. Christoph geht es über Stuben ins Klostertal, nach Bludenz und durch den Walgau nach Rankweil.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 39 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 853,0 km kalibriert. Etappenorte sind Orte mit Gasthof, Privatzimmer oder Klostergästehaus in der Nähe; Wels und Henndorf liegen knapp neben der Trasse. Ab Lofer wird es alpin, ab Landeck kommen Bergetappen.

  1. Wolfsthal → Petronell-Carnuntum (18,9 km) — ins Römerland.
  2. Petronell-Carnuntum → Haslau an der Donau (16,9 km) — Donauauen.
  3. Haslau an der Donau → Schwechat (21,5 km) — über Fischamend zur Jakobskirche.
  4. Schwechat → Wien (18,4 km) — Stadteinzug.
  5. Wien → Purkersdorf (18,5 km) — zur Jakobskirche am Wienerwald.
  6. Purkersdorf → Sieghartskirchen (17,8 km) — über den Riederberg.
  7. Sieghartskirchen → Langmannersdorf (21,8 km) — Hügelland.
  8. Langmannersdorf → Stift Göttweig (26,5 km) — Anstieg zum Stift.
  9. Stift Göttweig → Maria Langegg (22,8 km) — über Mautern in den Dunkelsteinerwald.
  10. Maria Langegg → Melk (26,3 km) — Blick auf Aggstein.
  11. Melk → Maria Taferl (20,8 km) — Aufstieg zur Basilika.
  12. Maria Taferl → Neustadtl an der Donau (27,9 km) — über Ybbs ins Mostviertel.
  13. Neustadtl an der Donau → Wallsee (25,4 km) — über Ardagger Stift.
  14. Wallsee → St. Pantaleon (20,9 km) — Vierkanthöfe und Obstgärten.
  15. St. Pantaleon → Ansfelden (29,0 km) — über Enns und St. Florian.
  16. Ansfelden → Wels (24,1 km) — an der Traun.
  17. Wels → Lambach (17,5 km) — kurzer Tag zum Stift.
  18. Lambach → Vöcklabruck (24,0 km) — über Schwanenstadt.
  19. Vöcklabruck → Frankenmarkt (21,9 km) — Wiesen und Weiler.
  20. Frankenmarkt → Henndorf am Wallersee (28,2 km) — Irrsee und Wallersee.
  21. Henndorf am Wallersee → Salzburg (20,0 km) — über Eugendorf.
  22. Salzburg → Großgmain (17,6 km) — am Untersberg.
  23. Großgmain → Unken (20,7 km) — durch Bayern.
  24. Unken → Waidring (20,9 km) — über Lofer nach Tirol.
  25. Waidring → St. Johann in Tirol (15,7 km) — kurzer Talweg.
  26. St. Johann in Tirol → Söll (22,8 km) — unter dem Wilden Kaiser.
  27. Söll → Breitenbach am Inn (22,3 km) — über Wörgl ins Inntal.
  28. Breitenbach am Inn → Jenbach (26,0 km) — über Rattenberg.
  29. Jenbach → Terfens (18,0 km) — über St. Georgenberg.
  30. Terfens → Innsbruck (25,5 km) — über Gnadenwald.
  31. Innsbruck → Inzing (20,7 km) — Talboden.
  32. Inzing → Stams (19,6 km) — zum Zisterzienserstift.
  33. Stams → Karrösten (22,7 km) — Imst liegt 1 km abseits.
  34. Karrösten → Zams (20,2 km) — enges Inntal.
  35. Zams → Strengen (19,0 km) — steil ins Stanzertal.
  36. Strengen → St. Anton am Arlberg (19,7 km) — über St. Jakob.
  37. St. Anton am Arlberg → Klösterle (19,3 km) — Passetappe über 1.856 m.
  38. Klösterle → Bludenz (24,6 km) — Klostertal.
  39. Bludenz → Rankweil (28,6 km) — Walgau, Basilika.

Technisch schwierig ist wenig: Asphalt, Forstwege und Wanderpfade wechseln sich ab, im Osten oft Radwege an der Donau. Anstrengend sind die Summe von 18.673 Höhenmetern und die Etappen 35 bis 37, an denen du von 766 Metern in Zams auf über 1.800 Meter steigst. Für den Arlberg brauchst du gutes Wetter, feste Schuhe und im Zweifel einen Plan B: Zwischen St. Anton und St. Christoph fahren Busse.

Ein Hirte mit 15 Gulden, ein Papst im Schnee: der Arlberg

Der Arlberg war für mittelalterliche Reisende eine Todesfalle. Ein Findelkind aus Kempten, das als Schweinehirt beim Wirt Jäcklein Überrein diente, sah über Jahre, wie Menschen am Pass im Schnee erfroren. Heinrich Findelkind legte 15 Gulden Erspartes zusammen, holte am 27. Dezember 1385 in Graz die schriftliche Erlaubnis Herzog Leopolds III. und begann am Johannistag, dem 24. Juni 1386, mit dem Bau eines Hospizes auf der Passhöhe. Im ersten Winter rettete er sieben Menschen, nach sieben Jahren waren es fünfzig. Für das Geld schickte er ab 1393 Boten mit Sammelbüchern durchs Reich – daraus wurde die Bruderschaft St. Christoph, in die sich Fürsten und Bürger mit ihren Wappen eintrugen. 1397 erlaubte Papst Bonifaz IX. eine Kapelle, 1398 wurde sie geweiht.

Wie nötig das war, zeigt ein prominenter Sturz. Im Herbst 1414 reiste Papst Johannes XXIII. über den Arlberg zum Konzil nach Konstanz, am Pass wurde er umgeworfen und landete im tiefen Schnee. Überliefert ist sein Satz: „Hic iaceo in nomine diaboli“ – „Hier liege ich in Teufels Namen.“ In Konstanz verlor er dann auch noch sein Amt. Kein anderer Satz der Kirchengeschichte beschreibt den Arlberg so knapp.

Das Hospiz überlebte alles bis auf das 20. Jahrhundert. Mit der Arlbergbahn verlor der Pass 1884 seinen Verkehr, im Hospiz gründeten Skifahrer am 3. Januar 1901 den Ski-Club Arlberg, und 1957 brannte der ganze Bau samt Kapelle ab. Der neue Besitzer Arnold Ganahl baute wieder auf, Weihnachten 1959 öffnete das Hospiz als Hotel, 1962 wurde die Kapelle neu geweiht – Bedingung dafür, dass die Bruderschaft wieder aufleben durfte.

Praktisch heißt das: In St. Christoph stehst du in der Nachfolge von über 600 Jahren Reisendenhilfe, und der Schritt über 1.856 Meter kurz davor ist der höchste deines Weges. Wer von Rankweil über die Schweiz und Frankreich bis Santiago weitergeht, kommt danach nie wieder so hoch – selbst das Cruz de Ferro am Camino Francés liegt bei rund 1.500 Metern. Starte in St. Anton früh, prüf den Wetterbericht, und nimm den Bus, wenn Neuschnee liegt.

Highlights am Weg

  • Carnuntum (km 18,9) — Römerstadt; das 15 Meter hohe Heidentor entstand in den 350er Jahren unter Constantius II. als Siegesmonument, nicht als Stadttor.
  • Jakobskirchen von Schwechat und Purkersdorf (km 57,3 und 94,2) — Anfang und Ende der Wiener Jakobsweg-Strecke, die am Jakobstag 2016 eröffnet wurde: von Jakobus zu Jakobus durch die Hauptstadt.
  • Stift Göttweig (km 160,3) — Gründungsurkunde vom 9. September 1083, nach dem Brand von 1718 von Hildebrandt neu gebaut, Kaiserstiege mit Trogers Fresko 1739; seit 2000 Welterbe Wachau.
  • Stift Melk (km 209,4) — seit dem 13. Oktober 1014 Grab des irischen Pilgers Koloman, der 1012 auf dem Weg nach Jerusalem in Stockerau als vermeintlicher Spion gehängt wurde; Barockbau von Jakob Prandtauer.
  • Maria Taferl (km 230,2) — Wallfahrt seit 1633, rund 300.000 Pilger im Jahr, nach Mariazell der wichtigste Marienort Österreichs.
  • Stift St. Florian (km 324,4) — über dem Grab des Märtyrers Florian, der 304 in der Enns ertränkt wurde; Anton Bruckner liegt direkt unter seiner Orgel.
  • Salzburg (km 469,1) — barocke Welterbe-Altstadt, Treffpunkt von drei Jakobswegen.
  • St. Georgenberg (oberhalb Stans, km 623,0) — Wallfahrtskloster auf einem Felsen über der Wolfsklamm.
  • Dom St. Jakob in Innsbruck (km 658,6) — seit 1180 belegt, Barockbau 1717 bis 1724 mit Jakobus-Fresken von Cosmas Damian Asam, Cranachs Mariahilf-Bild seit 1650 auf dem Hochaltar; Dom seit 1964.
  • Stift Stams (km 698,9) — 1273 von Meinhard II. und Elisabeth von Bayern als Grablege der Tiroler Landesfürsten gegründet.
  • St. Jakob am Arlberg (km 777,9) — Jakobuskirche von 1773 bis 1778 mit dem Turmhelm von 1888, zwei Kilometer vor St. Anton.
  • Basilika Rankweil (km 850,8) — Wehrkirche auf dem Liebfrauenberg mit Wehrgang und Schießfenstern, Gnadenbild von 1470, Basilica minor seit 1985: das Ziel.

Der österreichische Weg, der durch Bayern geht – und an Linz vorbei

Zwei Dinge überraschen fast jeden, der die Karte zum ersten Mal genau ansieht. Erstens: Der Jakobsweg Österreich führt nicht durch Linz. Zwischen St. Florian und Wels bleibt er südlich der Landeshauptstadt, über Ansfelden und Haid an der Traun; wer den Linzer Dom sehen will, braucht einen Umweg oder eine Straßenbahnfahrt. Zweitens: Zwischen Großgmain und Unken verlässt der Weg Österreich und läuft rund 20 Kilometer durch Bayern, über Bayerisch Gmain, am Rand von Bad Reichenhall vorbei und durch Schneizlreuth. Er nimmt das Saalachtal, weil es der bequemste Weg ins Gebirge ist; in Bad Reichenhall hast du Bahn und Geschäfte, und du passierst an einem Tag zweimal eine Staatsgrenze, ohne es zu merken.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der direkteste Zubringer kommt von Osten: Der Camino Slowakei führt von Košice über Bratislava genau nach Wolfsthal, die letzten 13,5 Kilometer über die Donau. Weitere Zubringer treffen unterwegs ein:

Bei Maria Ellend, 1,3 Kilometer neben dem Weg, beginnt zudem der Jakobsweg Burgenland Richtung Neusiedler See. Zwischen Innsbruck und Zirl teilst du die Trasse mit der Via Romea Germanica (Österreich), einem Romweg, der hier in Richtung Brenner abbiegt.

Weiterpilgern?

In Rankweil ist für Santiago-Pilger nicht Schluss. Der Appenzeller Weg führt in 52,6 Kilometern über den Rhein ins Appenzellerland nach St. Peterzell, wo die Via Jacobi über Einsiedeln nach Genf übernimmt; von dort geht es durch Frankreich und Spanien weiter. Von Wolfsthal bis Santiago sind es so rund 3.400 Kilometer.

Zwei Abzweige gibt es schon vorher. In Salzburg beginnt der Voralpiner Jakobsweg, der durch das bayerische Voralpenland bis zum Hohen Peißenberg führt. Und in Stams verlässt der Jakobsweg Tirol-Allgäu das Inntal und bringt dich in 137,1 Kilometern über Fernpass und Gaichtpass ins Allgäu, zum Münchner Jakobsweg Richtung Bodensee – die Alternative, wenn du den Arlberg auslassen willst.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um Pilgerquartiere und Klostergästehäuser zu nutzen, Stempel zu sammeln und am Ende in Santiago die Compostela zu erhalten, falls du weitergehst. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; der Jakobsweg Tirol verkauft ihn zum Beispiel für 10 € (Stand: Oktober 2026), Stempel gibt es in Pfarrhöfen, Stiften und vielen Gasthöfen. Die Markierung ist in Tirol und Vorarlberg gut, im Osten lückenhaft – nimm den GPS-Track mit. Am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft und Jahreszeit. Pilgerherbergen sind die Ausnahme; du schläfst in Gasthöfen, Pensionen, Privatzimmern und in Gästehäusern der Stifte. Ruf in kleinen Orten vorher an, viele Wirtshäuser haben Ruhetage. Beste Zeit ist Mai bis Oktober; die Donau-Etappen werden im Hochsommer heiß, für den Arlberg bleibt das Fenster von Mitte Juni bis Anfang Oktober.

Was dich der Weg kostet

Österreich ist kein Spanien. Ein einfaches Zimmer im Gasthof oder eine Pension kostet meist 40 bis 70 € pro Person mit Frühstück, in Wien, Salzburg, Innsbruck und St. Anton auch mehr; Jugendherbergen in den Städten bieten Mehrbettzimmer günstiger (Stand: Oktober 2026). Mit Mittagessen im Wirtshaus und Proviant liegst du bei 60 bis 90 € pro Tag. Klostergästehäuser und Pfarren nehmen Pilger teils gegen Spende auf – früh anfragen lohnt sich.

Sparen kannst du bei der Mobilität: Viele Etappenorte haben einen Bahnhof, ein Abbruch kostet nur ein Regionalticket. Ehrlich gesagt ist das der größte Vorteil gegenüber Spanien: Kein Tag hier zwingt dich zu einer Strecke, die du nicht gehen willst.

Anreise

Zum Start. Wolfsthal erreichst du mit der S-Bahn-Linie S7 der ÖBB vom Wiener Hauptbahnhof über den Flughafen Wien in gut einer Stunde. Wien erreichst du mit Nacht- und Fernzügen aus ganz Europa.

Vom Ziel. Rankweil liegt an der Bahnstrecke Feldkirch–Bregenz; über Feldkirch fahren direkte Züge nach Zürich, Innsbruck und Wien.

  • Bahn Österreich: oebb.at — S7 nach Wolfsthal, Fernverkehr, Nightjet
  • Jakobsweg Tirol: jakobsweg-tirol.net — Pilgerpass, Broschüren, Abschnitt Tirol
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