Jakobsweg Graubünden auf der Karte

Jakobsweg Graubünden

Der Jakobsweg Graubünden, rätoromanisch Via son Giachen, führt in 258,9 Kilometern vom Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair, UNESCO-Welterbe seit 1983, quer durch den größten Kanton der Schweiz bis nach Sedrun in der Surselva. Er steigt über S-charl ins Unterengadin, quert am Scalettapass auf 2.606 Metern die Berge nach Davos, erreicht über das Schanfigg Chur und folgt dann dem Vorderrhein über Ilanz, Trun und Disentis. 10.216 Höhenmeter bergauf, zwei Klöster als Eckpfeiler, Jakobuskirchen beider Konfessionen am Weg – und eine Saison, die das Hochgebirge bestimmt.

1. Juli 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Kloster St. Johann in Müstair (Val Müstair) / Sedrun in der Surselva; die Camino-Ninja-Karte endet in Sedrun
  • Länge: 258,9 km
  • Dauer: 17 Etappen, Ø gut 15 km; mit Ruhetag und Wetterpuffer drei Wochen
  • Höhenmeter: ↗ 10.216 m / ↘ 10.021 m
  • Höchster Punkt: 2.606 m bei km 107,7 am Scalettapass, zwischen S-chanf und Dürrboden
  • Landschaft: Lärchenhänge im Val Müstair, Hochtal von S-charl am Rand des Nationalparks, Engadiner Sgraffito-Dörfer, Geröll und Schneefelder am Scaletta, Kurort Davos, Schanfigg, Churer Rheintal, Flimser Bergsturzgebiet, Surselva
  • Träger / Markierung: 2008 eröffnet vom Verein Jakobsweg Graubünden mit Sitz in Bonaduz, gemeinsam mit den Bündner Wanderwegen; signalisiert als regionale Route 43 Via son Giachen von SchweizMobil
  • Jakobus-Spuren: reformierte Jakobskirche in Tschiertschen aus dem 15. Jahrhundert, Kapelle Sogn Giacun in Breil/Brigels von 1514; die Trasse wurde bewusst so gelegt, dass sie Jakobuskirchen beider Konfessionen berührt
  • Unterkunft: Gästehaus im Kloster Müstair und Gästebetrieb im Kloster Disentis, sonst Gasthäuser, Hotels und B&B; in S-charl und am Dürrboden nur wenige Betten
  • Anschlusswege: Jakobsweg Südtirol (endet in Müstair), Rhein-Reuss-Rhôneweg (gemeinsam von Disentis bis Sedrun)
  • Beste Zeit: Juli bis Anfang Oktober für den ganzen Weg; die Surselva zwischen Chur und Disentis geht schon ab Mai

Überblick

Der Jakobsweg Graubünden ist ein Weg zwischen zwei Klöstern, die älter sind als jede Grenze, die er heute überquert. Am Anfang steht Müstair, wo um 775 ein Kloster entstand, das die Legende Karl dem Großen zuschreibt; an seinem Ende in der Surselva liegt Disentis, dessen Gemeinschaft um 700 begann. Dazwischen liegt ein ganzer Kanton: drei Sprachen, von Vallader im Engadin über Deutsch in Davos und Chur bis zum Sursilvan am Vorderrhein, zwei große Bergübergänge und 10.216 Höhenmeter bergauf.

Der Weg ist jung. Eröffnet und signalisiert wurde er 2008, getragen vom Verein Jakobsweg Graubünden; heute ist er die regionale Route 43 von SchweizMobil. Die Planer gaben sich eine ungewöhnliche Regel: möglichst alle Kirchen unter dem Patrozinium des Jakobus sollten an der Strecke liegen, katholische wie reformierte – auch wenn das hieß, auf den schöneren Höhenweg zu verzichten. Ehrlich gesagt ist das hier trotzdem zuerst ein Bergweg und erst dann ein Pilgerweg: Wer den Scalettapass nicht im richtigen Monat erwischt, merkt das schneller als jede Kapelle.

Andere Namen

Auf Rätoromanisch heißt der Weg Via son Giachen – so steht es auch auf den Wegweisern der Route 43; in manchen Führern liest man Via San Giachen. Im Deutschen sagt man Jakobsweg Graubünden oder Bündner Jakobsweg. Der Kanton selbst heißt rätoromanisch Grischun, italienisch Grigioni und französisch Grisons. Auch die Orte tragen oft zwei Namen: Müstair ist deutsch Münster, Disentis ist Mustér, Ilanz ist Glion, Brigels ist Breil, Andiast heißt Andest – Müstair und Mustér gehen beide auf lateinisch monasterium, Kloster, zurück.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du Hochgebirge und Kunstgeschichte gleichermaßen suchst: karolingische Fresken am ersten Tag, Engadiner Sgraffito-Häuser, ein Pass auf über 2.600 Metern, eine romanische Kathedrale in Chur und ein Barockkloster in Disentis. Ideal auch, wenn du allein gehen willst – Pilger triffst du hier selten, Wanderer häufiger. Und ideal, wenn du aus Südtirol kommst und die Alpen nicht verlassen, sondern durchqueren willst.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du ein Herbergsnetz wie in Spanien erwartest: Pilgerbetten zum kleinen Preis gibt es kaum, du schläfst in Gasthäusern zu Schweizer Preisen. Nichts für dich, wenn du nur im Mai oder Ende Oktober Zeit hast – dann liegt am Scaletta Schnee und im Hochtal von S-charl sind viele Häuser geschlossen. Und nichts für dich, wenn du nicht trittsicher bist oder bei einem Wetterumschwung auf 2.600 Metern nervös wirst: Zwischen S-chanf und dem Dürrboden gibt es auf über 20 Kilometern kein Dorf, keine Straße und keine Bahn.

Streckenverlauf & Landschaft

Müstair bis S-chanf (km 0–91,6): Vom Kloster in Müstair geht es das Val Müstair hinauf über Fuldera und Tschierv nach Lü (km 17,6), mit 1.926 Metern Höhe einst eine der höchstgelegenen Gemeinden der Schweiz. Ein Übergang führt hinüber nach S-charl (km 31,5), einem Weiler auf 1.804 Metern am Rand des Schweizerischen Nationalparks, der 1914 als erster der Alpen gegründet wurde. Durch das Val S-charl steigst du ab nach Scuol (km 44,2) mit seinen Mineralquellen und folgst dann dem Inn talaufwärts durch das Unterengadin: Guarda (km 61,7) auf 1.648 Metern, Lavin, Zernez (km 76,7) und Cinuos-chel bis S-chanf (km 91,6).

S-chanf bis Sedrun (km 91,6–258,9): Hinter S-chanf beginnt durch das Val Susauna der Aufstieg zum Scalettapass, bei km 107,7 erreichst du 2.606 Meter; jenseits fällt der alte Säumerweg zum Dürrboden (km 113,3) und durch das Dischmatal nach Davos (km 125,7). Ein zweiter Bergübergang bringt dich ins Schanfigg nach Langwies (km 139,2), über Tschiertschen (km 151,2) geht es hinunter nach Chur (km 162,8) auf 597 Meter. Dann folgt der Weg dem Rhein: Felsberg bleibt 0,7 Kilometer neben der Trasse, über Domat/Ems und Tamins (km 175,5) nahe dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein steigst du nach Trin (km 179,5) und durch das Gebiet des Flimser Bergsturzes nach Laax (km 193,4) und Falera (km 197,3). Durch die Surselva geht es über Ilanz/Glion (km 203,8), Andiast (km 218,5), Breil/Brigels (km 224,1), Trun (km 233,8) und Rabius nach Disentis/Mustér (km 248,2) und weiter nach Sedrun (km 257,3) im Tujetsch.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 17 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 258,9 km kalibriert. Die Tage sind bewusst kurz, weil fast jeder von ihnen mehrere Hundert Höhenmeter hat. Wer mehr will, kann zwischen Davos und Chur oder in der Surselva zwei Etappen zusammenziehen – nicht aber am Scaletta.

  1. Müstair → Lü (17,6 km) — durchs Val Müstair über Fuldera und Tschierv hinauf auf fast 1.930 Meter.
  2. Lü → S-charl (13,9 km) — Übergang in das stille Hochtal am Rand des Nationalparks.
  3. S-charl → Scuol (12,7 km) — gut 550 Meter talwärts durch das Val S-charl ins Unterengadin.
  4. Scuol → Guarda (17,5 km) — auf der Sonnenseite des Inntals über 400 Meter hinauf ins Sgraffito-Dorf.
  5. Guarda → Zernez (15,0 km) — über Lavin talaufwärts zum Nationalparkzentrum.
  6. Zernez → S-chanf (14,9 km) — sanft durchs Engadin über Cinuos-chel; Kraft sammeln für den Pass.
  7. S-chanf → Dürrboden (21,7 km) — die Königsetappe: rund 940 Meter hinauf zum Scalettapass auf 2.606 Meter, 650 hinab, ohne Einkehr unterwegs.
  8. Dürrboden → Davos (12,4 km) — durch das Dischmatal hinaus in den Kurort.
  9. Davos → Langwies (13,5 km) — zweiter Bergübergang ins Schanfigg.
  10. Langwies → Tschiertschen (12,0 km) — auf der unteren Route zur Jakobskirche statt auf dem Höhenweg.
  11. Tschiertschen → Chur (11,6 km) — fast 750 Meter bergab in die Bischofsstadt.
  12. Chur → Trin (16,7 km) — über Domat/Ems und Tamins an den Rand der Rheinschlucht.
  13. Trin → Falera (17,8 km) — durch das Bergsturzgebiet über Laax zu den Steinsetzungen von Falera.
  14. Falera → Andiast (21,2 km) — hinunter nach Ilanz und am Hang wieder hinauf.
  15. Andiast → Trun (15,3 km) — über Breil/Brigels mit der Kapelle Sogn Giacun.
  16. Trun → Disentis (14,4 km) — über Rabius zum Kloster.
  17. Disentis → Sedrun (10,7 km) — gemeinsam mit dem Rhein-Reuss-Rhôneweg ins Tujetsch.

Technisch schwierig ist der Weg in der Regel nicht, er bleibt auf markierten Bergwanderwegen. Aber Etappe 7 verlangt Trittsicherheit, Kondition für rund sieben Stunden und Wetterverstand: Gewitter, Nebel und Neuschnee sind auch im August möglich, Schneefelder an der Nordseite des Passes oft bis in den Juli. In der Surselva sind es eher die Gegenanstiege am Hang, die müde machen.

Ein Weg, der für Jakobus Umwege macht

Die meisten Pilgerwege folgen alten Handelsrouten und sammeln unterwegs ein, was an Kirchen eben da ist. Der Jakobsweg Graubünden ging andersherum vor. Als der Verein die Strecke vor 2008 plante, sollten möglichst alle Kirchen unter dem Patrozinium des Jakobus im Kanton auf der Route liegen, und zwar ausdrücklich beider Konfessionen. Im Schanfigg kostete das den Panoramaweg: Statt auf dem Schanfigger Höhenweg führt die Route unten durchs Tal, damit sie an der Jakobskirche von Tschiertschen vorbeikommt.

Die Pointe steckt in diesem Wort „beider“. Tschiertschen ist reformiert seit 1530, Davos seit 1526; in Ilanz hatten die Ilanzer Artikel von 1524 und 1526 den Gemeinden das Recht gegeben, ihre Pfarrer selbst zu wählen – und damit faktisch ihre Konfession. Die Jakobskirche von Tschiertschen, ein gotischer Bau, schon 1405 erwähnt, ist also seit fast 500 Jahren eine Kirche ohne Heiligenkult – und trotzdem ein Grund, die Route zu verlegen. Ein katholischer Apostel, eine reformierte Kirche, ein ökumenischer Wegweiser: so viel Graubünden in einem Gebäude.

Ein Tagesmarsch vor dem Ende kommt das katholische Gegenstück. In Breil/Brigels steht die Kapelle Sogn Giacun, rätoromanisch für Sankt Jakob: Kapelle und Holzdecke wurden 1514 gebaut, die Außenmalereien folgten 1515. Das Kloster Disentis, dem die Pfarrkirche von Brigels schon 1185 gehörte, liegt keine 25 Kilometer weiter. Praktisch heißt das: Frag in Tschiertschen und Brigels vorab im Dorf oder bei der Gemeinde nach dem Schlüssel; kleine Kirchen sind in Graubünden nicht immer offen, und ein Stempel liegt längst nicht überall aus.

Scaletta: der Pass, den eine Straße arbeitslos machte

Der Scalettapass liegt auf einer mittelalterlichen Route von Chur über Davos nach S-chanf ins Engadin. Säumer führten hier Waren über die Berge, die Säumerdörfer Dürrboden auf der Davoser und Susauna auf der Engadiner Seite und das Hospiz Chapella zeugen davon. Dann kam die Straße über den Flüelapass, gebaut zwischen 1866 und 1868 – und der Scaletta verlor seine wirtschaftliche Bedeutung. 1890 legte der Davoser Hotelier Willem Jan Holsboer noch Pläne für eine durchgehende Bahn von Chur nach St. Moritz vor, die genau hier entlangführen sollte; gebaut wurde stattdessen bis 1904 die Albulabahn von Thusis nach St. Moritz.

Für dich ist das ein Glücksfall: Du gehst auf einem Weg, den der Verkehr vor über 150 Jahren aufgegeben hat. Es gibt keine Passstraße, keinen Kiosk und keine Seilbahn – aber eben auch keine Ausweichmöglichkeit. Starte früh in S-chanf, plane den Pass vor Mittag, wenn im Sommer die Gewitter kommen, und kehre um, wenn das Wetter kippt. Der Ausweg ohne Schande: Postauto über den Flüela nach Davos.

Highlights am Weg

  • Kloster St. Johann, Müstair (km 0) — um 775 gegründet, laut Legende von Karl dem Großen; Heiligkreuzkapelle von 785, Fresken um 800, Plantaturm von 960; seit um 1200 Frauenkloster, seit 1983 UNESCO-Welterbe. Bei der Entdeckung 1894 hieß es: „Wie staunten wir, da uns im dunklen Dachraum bei Laternenschein Freskobilder aus dem achten Jahrhundert anblickten.“
  • Lü und S-charl (km 17,6–31,5) — Lü, 1466 als „Lug“ erstmals erwähnt, verlor beim Lawinenwinter am 21. Januar 1951 drei Menschen; S-charl ist ein Sommerweiler am Tor zum Nationalpark.
  • Guarda (km 61,7) — Engadiner Dorf mit Sgraffito-Häusern, 1499 im Schwabenkrieg und 1622 von österreichischen Truppen zerstört, wieder aufgebaut; Wakkerpreis 1975, Schauplatz des Kinderbuchs „Schellenursli“ von Selina Chönz und Alois Carigiet.
  • Scalettapass (km 107,7) — 2.606 Meter, höchster Punkt des Weges, alter Säumerweg zwischen Engadin und Davos.
  • Davos (km 125,7) — 1213 erstmals genannt, um 1280 von Walsern besiedelt; ab 1865 kamen Tuberkulosekranke im Winter, Thomas Mann setzte dem Kurort 1924 mit dem „Zauberberg“ ein Denkmal, Ernst Ludwig Kirchner lebte hier von 1917 bis 1938.
  • Tschiertschen (km 151,2) — gotische Jakobskirche, 1405 erwähnt, Walser Holzhäuser mit Bibelsprüchen unter den Giebeln.
  • Kathedrale Chur (km 162,8) — der erste Churer Bischof Asinio ist 451 belegt; die heutige Kathedrale entstand von 1150 bis 1272, Hochaltar von Jakob Russ aus dem Jahr 1492.
  • Trun (km 233,8) — 1424 Gründungsort des Grauen Bundes unter einem Ahorn, ab 1428 tagte der Bundestag in der Cuort Ligia Grischa, heute Museum Sursilvan mit einem Stück des alten Stammes.
  • Kloster Disentis (km 248,2) — Benediktinerabtei seit um 700 am Weg zum Lukmanier, den Otto I. und Friedrich Barbarossa überquerten; Barockanlage von 1683 bis 1704, im Jahr 1799 von französischen Soldaten geplündert und niedergebrannt, seit 1880 mit Klosterschule.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der natürliche Zubringer kommt aus Südtirol: Der Jakobsweg Südtirol endet in Müstair, gleich hinter der Grenze am Ausgang des Vinschgaus. Wer ihn geht, wechselt am Kloster St. Johann einfach den Wegweiser und läuft weiter nach Westen.

Alle anderen steigen in Müstair aus dem Postauto. Wer nur den zweiten Teil gehen will, steigt in Chur zu – die Strecke durch die Surselva ist niedriger, länger schneefrei und mit der Rhätischen Bahn an fast jedem Etappenort erreichbar.

Weiterpilgern?

Ja – und zwar ohne den Weg zu wechseln. Ab Disentis läufst du bereits auf dem Rhein-Reuss-Rhôneweg; er führt von Sedrun weiter über den Oberalppass an der Rheinquelle, über Andermatt und die Furka ins Goms und durch das Rhonetal bis zur Abtei Saint-Maurice. So verbindest du die Klöster Müstair, Disentis und Saint-Maurice zu einer Linie quer durch die Schweizer Alpen.

Die signalisierte Route 43 selbst endet nicht in Sedrun, sondern steigt ebenfalls zum Oberalppass auf, verlässt dort den Kanton und führt über Andermatt ins Reusstal nach Amsteg im Kanton Uri. Diesen Abschnitt zeigt unsere Karte derzeit nicht; bis Andermatt deckt er sich praktisch mit dem Rhein-Reuss-Rhôneweg.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen Schweizer Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um unterwegs Stempel zu sammeln, Pilgerrabatte zu bekommen und später in Santiago die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; der Pass von Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse kostet 12 CHF (ca. 13 €) (Stand: Oktober 2026). Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Saison und Pass. Ganz zu Fuß geht der Weg realistisch von Juli bis Anfang Oktober; in schneereichen Jahren liegen am Scaletta bis in den Juli Schneefelder, und ab Mitte Oktober kann jederzeit Neuschnee fallen. Erkundige dich vor Etappe 7 im Tourismusbüro in S-chanf oder Zernez nach dem Zustand des Passes. Die Surselva zwischen Chur und Disentis ist schon ab Mai begehbar; wer im Frühsommer startet, kann den Weg also auch von hinten aufrollen.

Unterkunft. Reserviere, vor allem für S-charl, den Dürrboden und Lü – dort gibt es nur eine Handvoll Häuser, die im Winterhalbjahr teils schließen. Die Schwestern in Müstair führen ein Gästehaus mit zehn Zimmern im Kloster, in Disentis hat das Kloster einen großen Gästebetrieb. Viele Bündner Orte geben mit der Übernachtung eine Gästekarte aus, mit der du Postauto und regionale Bahn gratis oder vergünstigt nutzt – nützlich, wenn du eine Etappe abkürzen musst. Ein Pilgersiegel für die ganze Strecke stellt nach unseren Informationen das Kloster Disentis aus; frag vor dem Start nach, wie es aktuell vergeben wird.

Was dich der Weg kostet

Die Schweiz ist teuer, und dieser Weg hat kein Netz billiger Herbergen. Rechne für Gasthaus oder Hotel mit 80–130 CHF (ca. 84–140 €) pro Person und Nacht mit Frühstück, für B&B mit Pilgerpreis mit 40–70 CHF (ca. 42–74 €); im Kloster Disentis liegen die Zimmer bei 110–130 CHF (ca. 120–140 €) mit Frühstück, und das Gästehaus in Müstair bot im Frühjahr 2026 drei Nächte mit Halbpension für 299 CHF (ca. 320 €) an (Stand: Oktober 2026).

Mit Picknick mittags und einem warmen Essen am Abend kommst du auf 100–150 CHF (ca. 110–160 €) pro Tag. Ehrlich gesagt sparst du am meisten an den Tagen, an denen es gar nichts zu kaufen gibt: Für S-charl und die Etappe über den Scaletta brauchst du ohnehin Proviant aus dem Supermarkt in Scuol oder Zernez.

Anreise

Zum Start. Müstair erreichst du mit der Rhätischen Bahn bis Zernez und weiter mit dem Postauto über den Ofenpass ins Val Müstair, von Südtirol aus mit dem Bus ab Mals im Vinschgau.

Vom Ziel. Sedrun liegt an der Matterhorn-Gotthard-Bahn: Nach Disentis und weiter mit der Rhätischen Bahn nach Chur dauert es gut anderthalb Stunden, in die Gegenrichtung fährst du über den Oberalp nach Andermatt und von dort an die Gotthardlinie. Auch der Glacier Express hält in Disentis und Sedrun.

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