Rund 259 Kilometer vom UNESCO-Kloster Müstair quer durch Graubünden – durchs Engadin, über Davos, Chur und die Surselva bis nach Oberdorf in der Innerschweiz. Ein hochalpiner Jakobsweg mit über 10.000 Höhenmetern und Pässen bis rund 2.600 m.
Der Jakobsweg Graubünden ist die offizielle Via Jacobi 43 durch den größten Schweizer Kanton. Er beginnt am Benediktinerkloster St. Johann in Müstair (UNESCO-Welterbe) im Val Müstair und führt über S-charl und Scuol ins Engadin, weiter über Guarda und Zernez Richtung Davos, dann über Langwies und Tschiertschen in die Kantonshauptstadt Chur. Von dort zieht der Weg durch die Surselva über Falera, Trun und Sedrun nach Amsteg und endet in Oberdorf in der Innerschweiz.
Das ist ein hochalpiner Weg: über 10.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, mehrere Pässe und ein höchster Punkt bei rund 2.600 m. Er verlangt Kondition, Bergerfahrung und die richtige Saison.
Ideal, wenn du das Hochgebirge suchst: einsame Engadiner Täler, Bergpässe, weite Panoramen und ein Weg fernab der großen Pilgerströme. Wer trittsicher und ausdauernd ist und gern mehrere Tage in den Alpen unterwegs ist, findet hier eine der eindrucksvollsten Strecken der Schweiz.
Weniger geeignet, wenn du flache, leichte Etappen oder ein dichtes Herbergsnetz erwartest. Die Höhenmeter sind enorm, die Etappen teils lang und abgelegen, und außerhalb der schneefreien Monate ist der Weg in den hohen Lagen nicht begehbar.
Vom Kloster Müstair geht es durchs Val Müstair über Lü und S-charl hinab nach Scuol ins Unterengadin. Weiter führt der Weg über die markanten Engadiner Dörfer Guarda und Zernez, dann über S-chanf und den Dürrboden ins Hochtal nach Davos.
Über Langwies und Tschiertschen erreichst du Chur, die älteste Stadt der Schweiz. Anschließend zieht der Weg durch die Surselva über Trin, Falera, Andiast, Trun und Sedrun, bevor er über Amsteg im Reusstal hinüber nach Oberdorf führt. Die Landschaft wechselt von Engadiner Hochtälern über Bündner Alpenpässe bis zu den Wäldern und Schluchten der Surselva.
Mit rund 259 Kilometern, über 10.000 Höhenmetern und einem höchsten Punkt um 2.600 m gehört der Jakobsweg Graubünden zu den anspruchsvollsten Jakobswegen der Schweiz. Plane je nach Tempo grob 12–14 Tage ein – einzelne Etappen sind lang und steigen mehrere Hundert Höhenmeter.
Der Weg ist als Via Jacobi 43 offiziell markiert. Gelände und Höhe verlangen Trittsicherheit, gute Kondition und Bergausrüstung. Bei Weg-Abweichungen gilt: immer der offiziellen Signalisation folgen.
Der Weg beginnt am Kloster St. Johann in Müstair, einem der ältesten Klöster des Alpenraums und UNESCO-Welterbe mit karolingischen Fresken. Sein geistliches Gegenstück liegt am anderen Ende der Surselva: Wer den ganzen Jakobsweg Graubünden von Müstair bis Disentis-Mustér durchpilgert und im Pilgerausweis (Credenzial) dokumentiert, kann am Benediktinerkloster Disentis das „Disentiser Siegel“ empfangen – eine Anerkennung der mehrwöchigen Pilgerreise. Der Weg lässt sich dafür auch über mehrere Jahre in Etappen begehen.
Der Jakobsweg Graubünden erreicht über Amsteg den großen Schweizer Knotenpunkt der alpinen Wege im Reusstal. Hier treffen die Bündner und Walliser Routen auf den Tessiner Anschlussweg Richtung Seedorf, von wo aus der Weg über die Innerschweiz weiter zur Drehscheibe Einsiedeln und auf die Schweizer Hauptachse Via Jacobi (Konstanz–Genf) Richtung Westen und letztlich nach Santiago führt.
Wegen der Höhe ist der Jakobsweg Graubünden nur in den schneefreien Monaten begehbar – je nach Witterung etwa von Juni/Juli bis September/Oktober. In den höchsten Lagen kann auch im Sommer Schnee liegen; informiere dich vorab über Pass- und Wegzustand.
Nötig sind gute Bergausrüstung (feste Wanderschuhe, Wetterschutz, ausreichend Verpflegung), Kondition und Trittsicherheit. Ein Pilgerausweis ist für Stempel und Quartiere sinnvoll – und Voraussetzung für das Disentiser Siegel. Wegbroschüre und Unterkunftsliste für Müstair–Oberdorf sind erhältlich; in abgelegenen Etappen lohnt es sich, Quartiere vorab zu sichern.
Die Schweiz ist teuer. Rechne pro Tag grob mit 60–100 € für Unterkunft und Verpflegung; in Bergregionen und kleinen Orten kann es eher am oberen Rand liegen. Einfache Quartiere und Selbstverpflegung senken die Kosten.
Startpunkt ist Müstair im äußersten Osten Graubündens, Ziel ist Oberdorf in der Innerschweiz.
Die Schweizer Jakobswege werden vom Verein Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse betreut (bis 2026 „jakobsweg.ch“, nach der Fusion mit „Les Amis“ umbenannt). Der Verein markiert und pflegt die Wege, bildet Pilgerbegleiter aus und gibt Wegbroschüren sowie den Pilgerausweis heraus.

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