Via Gebennensis (Col du Petit-Saint-Bernard) auf der Karte

Via Gebennensis (Col du Petit-Saint-Bernard)

Dieser Zubringer beginnt dort, wo Italien und Frankreich sich auf 2.187 Metern berühren: auf dem Col du Petit-Saint-Bernard, dem Alpenpass der Römerstraße von Mailand nach Gallien. Von dort führt er 153,7 Kilometer durch Savoyen hinunter, durch die Tarentaise mit Bourg-Saint-Maurice, Aime und Moûtiers, nach Albertville, durch die Combe de Savoie über Montmélian und Myans nach Chambéry und am Lac du Bourget entlang nach Yenne. Dort, auf 233 Metern, trifft er auf die Via Gebennensis, die von Genf nach Le Puy-en-Velay führt.

15. Oktober 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Col du Petit-Saint-Bernard (2.187 m, Grenze Italien/Frankreich) → Yenne (233 m), Einmündung in die Via Gebennensis
  • Länge: 153,7 km
  • Dauer: 7 Etappen, ca. 7–8 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 1.565 m / ↘ 3.519 m
  • Höchster Punkt: 2.187 m bei km 0 auf der Passhöhe; danach geht es auf den ersten 15 Kilometern rund 1.400 Meter bergab
  • Landschaft: Hochgebirgspass mit Steinkreis, Lärchenwald, das Isère-Tal der Tarentaise, Balkondörfer, die Combe de Savoie mit Weinbergen, das Ufer des Lac du Bourget
  • Markierung: Gelber Pfeil auf blauem Grund ab der Passhöhe, Lücke von rund 3 km quer durch Chambéry, ab Yenne Muschel und Rot-Weiß des GR 65
  • Jakobus-Spuren: zwei Jakobe: der Apostel in Séez, Aime, Villaroland, Myans und Challes-les-Eaux; in Conflans der älteste Jakobus Savoyens; dazu Jacques de Tarentaise, erster Bischof des Tals
  • Unterkunft: Hospiz auf dem Pass (nur im Sommer), danach Accueils jacquaires gegen Spende, Gîtes, Campings und Hotels; Pilgerherbergen im spanischen Sinn gibt es nicht
  • Anschlusswege: in Yenne Via Gebennensis nach Le Puy-en-Velay; von dort Via Adresca (ab Gillonnay), Via Podiensis (ab Le Puy); auf italienischer Seite in Aosta die Via Francigena Italien (rund 53 km Aosta – Pass, nicht in Camino Ninja)
  • Beste Zeit: Ende Juni bis Ende September; die Passstraße ist meist nur von Juni bis Oktober offen, Schnee liegt oben oft bis in den Juni
  • Vereine am Weg: ganzer Weg: Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques

Überblick

Die meisten Jakobswege fangen an einer Kirchentür an. Dieser beginnt auf 2.187 Metern, auf einem Pass, über den schon vor den Römern Menschen gingen. Auf dem Col du Petit-Saint-Bernard stehen ein Steinkreis aus 46 Steinen, die Reste zweier römischer Raststationen, ein Hospiz aus dem 11. Jahrhundert und eine Säule, auf der einst Jupiter stand und heute ein Heiliger. Die Grenze zwischen Italien und Frankreich läuft mitten durch den Steinkreis. Von hier gehst du sechs Tage lang fast nur bergab, bis an die Rhône.

Unterwegs liegt eine Landschaft, die du eher vom Skiurlaub kennst: die Tarentaise, Albertville, die Olympiastadt von 1992, die Weinberge der Combe de Savoie, dann Chambéry, die alte Hauptstadt der Herzöge von Savoyen, und der Lac du Bourget. In Yenne stößt du auf die Via Gebennensis, die von Genf kommt. Angekommen bist du dann von oben, über die Alpen, wie die Römer.

Andere Namen

Via Gebennensis (Col du Petit-Saint-Bernard) ist ein Arbeitsname von Camino Ninja. In unserer Systematik heißen Zubringer nach dem Hauptweg, zu dem sie führen, mit ihrem Startpunkt in Klammern. Der Weg gehört also nicht zur Via Gebennensis selbst, die von Genf nach Le Puy läuft. Er bringt dich zu ihr.

Die Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques (ARA) nennt die Strecke „Partir du col du Petit-Saint-Bernard pour Saint-Jacques-de-Compostelle“ und führt sie als Bretelle de raccordement, als Verbindungsast: Er soll Pilger aus der Tarentaise, aus Albertville und Chambéry in Yenne auf den GR 65 nach Le Puy bringen. Ausgearbeitet hat ihn eine Equipe der Savoyer Vereinsgruppe, beschrieben in drei Heften, Stand Februar 2026. Von Aosta bis Albertville ist der Weg zugleich ein Abschnitt der Via Sancti Martini, des Martinswegs, den der Europarat als Kulturweg führt. Die Römer nannten den Pass Alpis Graia, auf Italienisch heißt er Colle del Piccolo San Bernardo.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist ideal für dich, wenn du aus dem Aostatal kommst und weiter nach Santiago willst, oder wenn du einen Jakobsweg mit großem Anfang suchst: Hochgebirge am ersten Tag, danach Täler, Städte und ein See.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn deine Knie lange Abstiege nicht mögen. Der erste Tag verliert 1.380 Meter auf 14,5 Kilometern, insgesamt geht es 3.519 Meter abwärts. Nichts für dich ist er auch, wenn du Pilgerinfrastruktur wie in Spanien erwartest: Es gibt keine Herbergen, kaum Pilger, und die Accueils jacquaires sind Privatleute, die du 24 bis 48 Stunden vorher anrufen musst. Mitten in Chambéry setzt die Markierung für rund 3 Kilometer aus. Zwischen Albertville und Chambéry gehst du lange durch eine flache Talsohle mit Straßen und Bahnlinien. Und außerhalb des Sommers ist er nichts für dich: Oben liegt Schnee, die Passstraße ist zu, das Hospiz ebenso.

Streckenverlauf & Landschaft

Vom Pass nach Moûtiers (km 0–44,9): Vom Pass steigst du durch Almen und Lärchenwald über Séez (km 10,9) nach Bourg-Saint-Maurice (km 14,5) auf 807 Metern ab und folgst der Isère über Landry nach Aime (km 28,0). Hinter Aime steigt der Weg über Montgirod und Hautecour auf eine Balkonterrasse und erreicht bei km 38,1 noch einmal 1.243 Meter. Erst dann fällt er steil nach Moûtiers (km 44,9) auf 479 Meter.

Von Moûtiers nach Yenne (km 44,9–153,7): Durch die enge untere Tarentaise erreichst du über Cevins Albertville (km 72,6). Dann öffnet sich die Combe de Savoie: Über Grignon und Fréterive läufst du am Fuß der Bauges nach Saint-Jean-de-la-Porte; Saint-Pierre-d'Albigny liegt 1,4 km neben der Trasse. In Montmélian (km 111,0) überquerst du die Isère, gehst unter dem Mont Granier durch die Weinlagen nach Myans und über Barberaz nach Chambéry (km 126,7). Hinter der Stadt erreichst du den Lac du Bourget bei Le Bourget-du-Lac (km 138,9). Über Bourdeau quert der Weg den Bergzug des Mont du Chat; unsere Karte führt ihn auf rund 640 Metern gut 3 Kilometer nördlich des Col du Chat hinüber. Die Vereinsbeschreibung bietet zwei Wege: oben über den Col du Chat oder durch den Straßentunnel von 1932, in dem seit 2018 eine abgetrennte Galerie für Fußgänger und Radfahrer verläuft, bemalt von Savoyer Graffiti-Künstlern. Beide treffen sich in Saint-Jean-de-Chevelu, von wo du hinab nach Yenne (km 153,7) an der Rhône gehst.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die sieben Etappen sind ein Vorschlag von Camino Ninja, gelegt auf Orte mit Unterkunft. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 153,7 km kalibriert. Die ersten beiden Tage sind kurz, weil der Abstieg in die Beine geht; wer fit ist, legt sie zusammen (28,0 km). Ab Albertville sind die Tage lang, aber flach. Laut Vereinsbeschreibung sind es 75,7 km vom Pass bis Albertville, 54 km bis zum Parc de Buisson-Rond am Südrand von Chambéry und 25 km von Chambéry nach Yenne.

  1. Col du Petit-Saint-Bernard → Bourg-Saint-Maurice (14,5 km) — vom Steinkreis und der Jupitersäule rund 1.380 Meter hinab über Saint-Germain und Séez.
  2. Bourg-Saint-Maurice → Aime (13,5 km) — gemütlich an der Isère über Le Plan und Landry zur Basilika Saint-Martin.
  3. Aime → Moûtiers (16,9 km) — der Gegenanstieg über Montgirod und Hautecour auf 1.243 Meter, dann steil hinab in die Bischofsstadt; in Montgirod gibt es weder Proviant noch Bett, pack ein.
  4. Moûtiers → Albertville (27,7 km) — durch die enge untere Tarentaise über Notre-Dame-de-Briançon, Cevins und La Bâthie.
  5. Albertville → Saint-Pierre-d'Albigny (27,1 km) — über Grignon und Fréterive in die Combe de Savoie; der Ort liegt 1,4 km neben der Trasse, mit Bahnhof, das Accueil jacquaire holt dich ab.
  6. Saint-Pierre-d'Albigny → Chambéry (27,0 km) — über Saint-Jean-de-la-Porte, Montmélian und Myans in die Herzogsstadt.
  7. Chambéry → Yenne (27,0 km) — an den Lac du Bourget, über den Bergzug des Mont du Chat und hinab an die Rhône zur Via Gebennensis.

Technisch schwierig ist nur das Gefälle am ersten Tag; Stöcke helfen. Zu Saisonbeginn musst du auf dem kleinen Almsträßchen unterhalb des Passes laut Verein mit Schneefeldern rechnen.

Ein Pass, auf dem Jupiter heute Bernhard heißt

Auf der Passhöhe, auf 2.188 Metern, steht eine Säule, die man die Colonne de Joux nennt. „Joux“ kommt von Jupiter. Die Römer hatten hier, an der Straße von Mediolanum nach Gallien, einen kleinen Tempel und zwei Raststationen; die Säule trug ein Bild des Gottes und diente wohl auch als Wegzeichen im Nebel. Heute trägt sie eine Statue des heiligen Bernhard von Menthon. Die Legende erzählt, Bernhard selbst habe die heidnische Säule umgeworfen. Dein erster Schritt führt also an einem Sockel vorbei, auf dem ein Heiliger einen Gott abgelöst hat.

Bernhard, Archidiakon von Aosta, ließ im 11. Jahrhundert auf dem Pass ein Hospiz bauen, wie auf dem Großen Sankt Bernhard. Es diente Reisenden in beide Richtungen, vor allem Pilgern nach Rom. 1466 kam es an die Chorherren von Saint-Maurice d'Agaune, später an den Mauritius- und Lazarusorden des Hauses Savoyen. Sein bekanntester Rektor, Pierre Chanoux, gründete 1897 den Alpengarten Chanousia. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hospiz durch Bombardierungen schwer beschädigt und danach aufgegeben. 1993 begann der Wiederaufbau, seit 2014 bekommen Wanderer dort wieder Essen und Bett.

Der Steinkreis, 72 Meter im Durchmesser, ist noch älter. Ob Hannibal 218 vor Christus über diesen Pass zog, ist eine von mehreren Thesen und nicht bewiesen. Am letzten Tag kommst du in die Nähe eines zweiten Kandidaten: Für den Col du Chat am Lac du Bourget vertrat das einst Theodor Mommsen, heute gilt es als widerlegt. Ein Weg, zwei Hannibal-Pässe, und für keinen gibt es einen Beweis.

Highlights am Weg

  • Col du Petit-Saint-Bernard (km 0) — Steinkreis, römische Mansiones, Jupitersäule mit Bernhard-Statue, Hospiz und auf italienischer Seite der Botanische Garten Chanousia.
  • Séez (km 10,9) — der römische sechste Meilenstein, „sextum lapis“; in der Kirche zwei Statuen des Apostels Jakobus, und eine Grabplatte mit Muscheln.
  • Villaroland bei Landry (um km 20) — Kapelle Saint-Eustache mit einem Jakobus-Fresko.
  • Aime (km 28,0) — Basilika Saint-Martin, um das Jahr 1000 auf römischen Fundamenten des alten Axima errichtet, mit Fresken und Krypta; seit 1875 Monument historique. In der Pfarrkirche steht der Apostel gleich zweimal, daneben eine Statue des anderen Jakob, des Bischofs.
  • Hautecour (km 40,4) — Kirche Saint-Étienne aus dem 12. Jahrhundert mit Retabel und Statue des heiligen Jacques de Tarentaise.
  • Moûtiers (km 44,9) — Kathedrale Saint-Pierre der Erzbischöfe der Tarentaise, eine Basilika ist schon zwischen 517 und 525 belegt. Hier saß der zweite Jakob dieses Weges: Jacques de Tarentaise, auch Jacques d'Assyrie, der um 426 erster Bischof des Tals geworden sein soll. Mit dem Apostel hat er nur den Namen gemein. Wenn du einen Saint-Jacques findest, schau, ob er Pilgerstab und Muschel trägt oder Mitra.
  • Conflans in Albertville (km 72,6) — die mittelalterliche Oberstadt. Im Museum steht der Saint-Jacques de Thénésol aus dem 15. Jahrhundert, die älteste Jakobusstatue des Départements. Albertville selbst entstand erst 1836, als König Karl Albert Conflans und L'Hôpital vereinte.
  • Montmélian (km 111,0) — Felsen einer Festung, die Ludwig XIII. 1630 dreizehn Monate vergeblich belagerte; nach der Kapitulation 1705 ließen die Franzosen sie schleifen.
  • Myans (km 117,6) — Schwarze Madonna. Als am 24. November 1248 der Mont Granier abbrach und Dörfer begrub, kamen die Trümmer kurz vor ihrer Kapelle zum Stehen. Die Legende lässt die Dämonen klagen: „Nous ne pouvons pas ! La Noire nous en empêche !“ – Wir können nicht, die Schwarze hindert uns. Seit 2019 wacht hier auch ein Jakobus.
  • Challes-les-Eaux (rund 1,6 km neben dem Weg) — in der Schlosskapelle ein Jakobus als Pilger.
  • Chambéry (km 126,7) — Schloss der Herzöge von Savoyen, die Sainte-Chapelle, gebaut von 1408 bis 1430.
  • Le Bourget-du-Lac (km 138,9) — Priorat Saint-Maurice, um 1030 von Abt Odilo von Cluny gegründet.

Das Grabtuch, das dem Pilger entgegenkam

Von 1502 bis 1578 lag in der Sainte-Chapelle von Chambéry die wertvollste Reliquie des Hauses Savoyen: das Grabtuch, das heute als Grabtuch von Turin bekannt ist. 1532 brannte die Kapelle, das Tuch wurde beschädigt, die Brandspuren sind bis heute zu sehen. Dass es nicht mehr in Chambéry liegt, hat mit einem Pilger zu tun. Der Mailänder Erzbischof Karl Borromäus hatte gelobt, nach dem Ende der Pest von 1576 zu Fuß zum Grabtuch zu pilgern. Am 6. Oktober 1578 brach er auf. Herzog Emanuel Philibert wollte ihm die Alpen ersparen und ließ das Tuch nach Turin bringen. Dort ist es bis heute. Sein Gefolgsmann Carlo Bascapè schrieb: „Carlo già da tempo desiderava vedere la Sindone.“ Karl wünschte sich schon lange, das Grabtuch zu sehen.

Der Pilger kam nicht zur Reliquie, die Reliquie kam zum Pilger. Du dagegen stehst in Chambéry vor der Kapelle, in der sie 76 Jahre lag, und gehst weiter, ohne sie zu sehen.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Auf den Pass kommst du von zwei Seiten. Von Frankreich aus fährt im Juli und August ein Navette-Bus von Bourg-Saint-Maurice hinauf, sonst nur bis La Rosière; du gehst dann die erste Etappe zurück ins Tal. Von Italien aus kommst du aus dem Aostatal über Pré-Saint-Didier und La Thuile. In Aosta verläuft die Via Francigena Italien, die vom Großen Sankt Bernhard nach Rom führt; in Camino Ninja erreicht sie Aosta nach rund 28 Kilometern. Von Aosta auf den Pass sind es laut ARA rund 53 Kilometer, zweieinhalb bis drei Tage, zugleich ein Stück der Via Sancti Martini. Dieser Abschnitt ist nicht in Camino Ninja; einen GPX-Track gibt der Verein auf Anfrage heraus. Aus der Schweiz kommst du über die Via Francigena Schweiz und den Großen Sankt Bernhard nach Aosta.

Weiterpilgern?

In Yenne endet der Zubringer, und du stehst auf der Via Gebennensis, bei deren km 94,6. Bis Le Puy-en-Velay sind es von hier noch rund 253 Kilometer, vom Pass aus also rund 407. Unterwegs hast du zwei Abzweige:

  • Via Gebennensis — der direkte Weg über das Pilat-Massiv nach Le Puy
  • Via Adresca — zweigt nach rund 75 Kilometern in Gillonnay ab und führt über Saint-Antoine-l'Abbaye und das Vivarais nach Le Puy
  • Via Rhodana — über die Via Adresca bis La Roche-de-Glun an der Rhône, dann nach Süden nach Arles

In Le Puy beginnt die Via Podiensis, die über Conques und Moissac nach Saint-Jean-Pied-de-Port führt, wo der Camino Francés über die Pyrenäen nach Santiago weitergeht.

Vorbereitung & Praktisches

Jahreszeit. Der Weg ist ein Sommerweg. Die Passstraße ist meist nur von Anfang Juni bis Ende Oktober offen, oben liegt oft bis in den Juni Schnee, und das Hospiz öffnet laut Tourismusverband vom 20. Mai bis 1. Oktober, abhängig von der Straße. 2025 wurde die Straße wegen Bauarbeiten nach einem Hangrutsch von 2021 schon am 22. September gesperrt; prüfe vor der Anreise, ob Straße, Bus und Hospiz offen sind.

Markierung. Folge dem gelben Pfeil auf blauem Grund; er beginnt an der Grenze auf der Passhöhe. Am Südrand von Chambéry, im Parc de Buisson-Rond, hört er auf und setzt erst am Nordausgang wieder ein, am Beginn der Avenue verte Nord beim Friedhof Charrière-Neuve. Ab Yenne gelten Muschel und Rot-Weiß des GR 65. Die drei Hefte mit Karten und Adressen gibt es beim Verein: chemins.compostelleenrhonealpes.fr.

Unterkunft und Ausweis. Auf dem Pass schläfst du im Hospiz, im Sommer offen, 30 Betten in 7 Zimmern; auf der italienischen Seite gibt es ein kleines Hotel. Danach tragen dich die Accueils jacquaires: private Gastgeber, die Pilger gegen Spende aufnehmen, an rund einem Dutzend Orten von Séez bis Yenne. Ruf 24 bis 48 Stunden vorher an; wer neben dem Weg wohnt, holt dich oft ab. Dazu kommen ein Gîte in Saint-Jean-de-Chevelu, Campings von Séez bis Albertville und Hotels in den Talorten; reserviere im Sommer vorher. Am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst. Wie auf allen französischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerunterkünften zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Den ersten Stempel gibt es im Hospiz, vom 15. Juni bis 15. September täglich von 10 bis 18 Uhr, weitere in den Tourismusbüros von Albertville und Chambéry, im Museum von Conflans und in der Kathedrale von Chambéry.

Was dich der Weg kostet

Für die erste Nacht im Hospiz auf dem Pass zahlst du als Pilger 72 € (Stand: Februar 2026). Danach zählt, wie oft du bei Accueils jacquaires schläfst; gib dort, was ein Bett mit Abendessen wert ist. In Hotels und Gîtes rechne mit 55 bis 80 € pro Tag für Bett, Abendessen und Frühstück (Camino-Ninja-Schätzung, Stand: Oktober 2026). Für sieben Etappen ganz ohne Accueils sind das rund 400 bis 560 € ohne An- und Abreise. Der Sommerbus S80 von Bourg-Saint-Maurice auf den Pass kostet 3 € (Stand: Oktober 2026).

Anreise

  • Anreise zum Start: Bahn über Chambéry nach Bourg-Saint-Maurice (Endstation), Navette-Bus S80 auf den Col du Petit-Saint-Bernard (Juli und August), sonst Bus bis La Rosière.
  • Aus Italien: nach Aosta, Bus nach Pré-Saint-Didier und weiter nach La Thuile, von dort zu Fuß auf den Pass.
  • Zwischeneinstieg: Bahnhöfe in Aime, Moûtiers, Albertville, Saint-Pierre-d'Albigny, Montmélian und Chambéry.
  • Rückreise ab dem Ziel: Yenne hat keinen Bahnhof; die nächsten liegen in Culoz und Chambéry, plane Bus oder Taxi vorab.
  • Fahrpläne: ter.sncf.com, aosta.arriva.it

Partner

Partner für Via Gebennensis (Col du Petit-Saint-Bernard)

Camino Ninja arbeitet mit offiziellen Partnern zusammen. Für diesen Camino ist der Partner:

Camino Shop

Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel

Alles, was du für den Via Gebennensis (Col du Petit-Saint-Bernard) brauchst, direkt zu dir nach Hause.

Camino Shop besuchen