Via Rhodana auf der Karte

Via Rhodana

Die Via Rhodana führt in 239,8 Kilometern von La Roche-de-Glun nördlich von Valence am rechten Rhône-Ufer durch Ardèche und Gard bis nach Arles. In La Roche-de-Glun laufen zwei Zubringer zusammen: die Via Rhodana (Lyon) am Fluss entlang und die Via Adresca, die von Gillonnay an der Via Gebennensis über Saint-Antoine-l'Abbaye kommt. Unterwegs liegen Cruas, Rochemaure, Viviers, Villeneuve-lès-Avignon gegenüber dem Papstpalast und Beaucaire; in Arles beginnt die Via Tolosana.

12. Oktober 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: La Roche-de-Glun (Drôme), Treffpunkt der Zubringer aus Lyon und Gillonnay / Arles (Bouches-du-Rhône), Ausgangspunkt der Via Tolosana
  • Länge: 239,8 km; ab Lyon zusammen mit der Via Rhodana (Lyon) 356,0 km, ab Gillonnay über die Via Adresca rund 328 km
  • Dauer: 12 Etappen, mit Ruhetag in Avignon oder Arles 13 bis 14 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 2.941 m / ↘ 3.031 m
  • Höchster Punkt: 395 m bei km 101,7 auf dem Kalkplateau zwischen Saint-Montan und Saint-Marcel-d'Ardèche; tiefster Punkt 3 m in der Ebene vor Arles
  • Landschaft: Rhônetal mit Basaltfelsen und Weinterrassen, Kalkplateaus der unteren Ardèche, Garrigue und Weinland im Gard, zuletzt die flache Provence
  • Markierung: Muschelmarkierung des Vereins, nicht überall gleich dicht
  • Jakobus-Spuren: Jakobusfiguren an Portal und Kreuzgang von Saint-Trophime in Arles; der Codex Calixtinus nennt Arles um 1140 als einen der vier Ausgangspunkte nach Santiago
  • Unterkunft: Accueils jacquaires auf Spendenbasis, Gîtes, Chambres d'hôtes, in den Städten Hotels; keine Herbergen im spanischen Sinn
  • Anschlusswege: Via Rhodana (Lyon) und Via Adresca in La Roche-de-Glun; in Arles Via Tolosana, Via Domitia und Via Aurelia; in Le Teil zweigt die Via Adresca (Montélimar) über Aubenas nach Le Puy-en-Velay ab
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; im Juli und August wird es im Gard sehr heiß
  • Vereine am Weg: ganzer Weg: Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques

Überblick

Die Via Rhodana ist ein Fluss mit Wegweisern. In La Roche-de-Glun, einer Rhône-Insel nördlich von Valence, gehst du über den Strom auf das rechte Ufer und verlässt das Tal bis Arles nicht mehr. Zwölf Tage lang hast du rechts die Hänge der Ardèche und links das Wasser, dahinter Autobahn, Bahnlinie und die Kühltürme von Cruas. Das klingt nach Durchgangsland, und manchmal ist es das auch. Aber jeden Tag steht ein Ort am Weg, der älter ist als die Straße daneben: die Abteikirche von Cruas, die schwarze Burg von Rochemaure, die Bischofsstadt Viviers, die Kartause von Villeneuve-lès-Avignon.

Anfangen tut kaum jemand in La Roche-de-Glun. Die meisten kommen schon zu Fuß an: von Lyon am Fluss entlang oder von Genf über die Via Gebennensis und die Via Adresca, mit Saint-Antoine-l'Abbaye im Rücken. Von Genf bis Arles sind das rund 498 Kilometer, von Lyon 356. Und dann stehst du in Arles, wo für die meisten Pilger der Weg erst beginnt. Für sie ist Arles Kilometer null, für dich ist es ein Etappenziel mit Gepäck voller Rhône.

Andere Namen

Via Rhodana ist Latein und heißt „Rhône-Weg“, nach dem römischen Flussnamen Rhodanus. Den Namen hat die Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques (ARA, auch Compostelle en Rhône-Alpes) vergeben; in ihrem Farbsystem ist die Via Rhodana der Chemin bleu, die Via Adresca der Chemin vert. Auf Französisch liest du auch Chemin de Saint-Jacques de Lyon à Arles oder Chemin de la vallée du Rhône. Mit der ViaRhôna, dem Radweg am selben Fluss, teilt der Weg nur das Tal und streckenweise den Asphalt.

Wichtig für die Orientierung: Der Verein beschreibt die Via Rhodana mit zwei Startpunkten, Gillonnay – Arles und Lyon – Arles. Camino Ninja schneidet die Strecke anders, nämlich dort, wo sich die Wege tatsächlich treffen:

  • Via Rhodana (Lyon) — der Zulauf von Lyon am Fluss über Vienne, Condrieu und Tournon bis La Roche-de-Glun
  • Via Adresca — der Zulauf von Gillonnay über Roybon und Saint-Antoine-l'Abbaye bis La Roche-de-Glun, von dort weiter über das Vivarais nach Le Puy-en-Velay
  • Via Rhodana — das gemeinsame Stück ab La Roche-de-Glun bis Arles, Thema dieser Seite

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du aus der Schweiz, aus Savoyen oder aus Lyon kommst und nicht nach Le Puy willst, sondern ans Mittelmeer und auf die Via Tolosana. Er passt, wenn du gleichmäßige Tage magst: Der höchste Punkt liegt bei 395 Metern, und echte Anstiege gibt es nur zwischen La Voulte und Cruas und auf dem Kalkplateau hinter Saint-Montan. Und er passt zum Frühjahr, wenn das Hochland noch kalt ist und du jeden Tag ein Stück weiter in den Süden gehst.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft suchst. Auf der Via Rhodana triffst du mehr Radfahrer der ViaRhôna als Menschen mit Muschel am Rucksack, und Herbergen im spanischen Sinn gibt es nicht. Nichts für dich ist er auch, wenn dich Infrastruktur stört: Das Rhônetal ist eine der großen Verkehrsachsen Europas, mit Autobahn, Nationalstraße, Bahnlinie, Staustufen und einem Kernkraftwerk. Und wenn du im Juli gehen musst: Im Gard und vor Arles wird es dann so heiß, dass du um sechs Uhr aufbrichst oder gar nicht.

Streckenverlauf & Landschaft

La Roche-de-Glun bis Le Teil (km 0–76,7): Von der Insel gehst du über die Rhône nach Châteaubourg am rechten Ufer. Bis knapp hinter Châteaubourg, rund 6 Kilometer, läufst du noch gemeinsam mit der Via Adresca; dann biegt sie nach Westen zum Vivarais ab, und du bleibst am Fluss. Bei Guilherand-Granges liegt Valence direkt gegenüber. Unter den Hängen der Ardèche geht es nach Beauchastel und La Voulte-sur-Rhône, dann über Rompon in die Hügel; Saint-Julien-en-Saint-Alban liegt rund 1 km abseits. In Cruas stehen Abteikirche und Kühltürme nebeneinander, danach kommst du unter dem Basaltfelsen von Rochemaure nach Le Teil; Meysse bleibt 1,3 km neben dem Weg.

Le Teil bis Arles (km 76,7–239,8): Hinter Le Teil liegt Viviers 1,4 km neben der Trasse, den Abstecher solltest du machen. Über das mittelalterliche Dorf Saint-Montan steigst du auf das Kalkplateau, wo bei km 101,7 der höchste Punkt liegt, und kommst an Saint-Marcel-d'Ardèche vorbei zur Ardèche-Mündung bei Saint-Martin-d'Ardèche. Im Gard wird es südlich: Garrigue, Weinland der Côtes du Rhône, Bagnols-sur-Cèze, Laudun-l'Ardoise, Roquemaure. Pujaut bleibt rechts liegen, dann stehst du in Villeneuve-lès-Avignon und schaust über den Fluss auf den Papstpalast; Avignon selbst liegt 1,4 km entfernt am anderen Ufer. Über Les Angles, Aramon und Montfrin erreichst du Beaucaire, wechselst nach Tarascon und gehst durch flaches Land, das am Ende nur noch 3 Meter über dem Meer liegt, nach Arles.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Die zwölf Etappen sind ein Vorschlag von Camino Ninja an Orten mit Unterkunft. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 239,8 km kalibriert. Das Gelände ist leicht, aber oft hart: Uferdämme, Nebenstraßen, Dorfasphalt. Die zwei kurzen Tage sind Absicht, denn Valence und Avignon verdienen einen Nachmittag.

  1. La Roche-de-Glun → Guilherand-Granges (12,1 km) — über die Rhône nach Châteaubourg, wo sich die Via Adresca verabschiedet; Valence liegt gegenüber.
  2. Guilherand-Granges → La Voulte-sur-Rhône (20,0 km) — unter den Hängen der Ardèche über Beauchastel.
  3. La Voulte-sur-Rhône → Cruas (25,9 km) — über Rompon in die Hügel, der einzige Tag mit spürbarem Auf und Ab vor dem Plateau.
  4. Cruas → Le Teil (18,7 km) — an der Burg von Rochemaure vorbei, Basalt auf der einen, Rhône auf der anderen Seite.
  5. Le Teil → Saint-Montan (16,7 km) — mit Abstecher nach Viviers, 1,4 km neben der Trasse.
  6. Saint-Montan → Saint-Martin-d'Ardèche (22,6 km) — über den höchsten Punkt (395 m) auf dem Kalkplateau; Saint-Marcel-d'Ardèche liegt 0,8 km abseits.
  7. Saint-Martin-d'Ardèche → Bagnols-sur-Cèze (22,7 km) — über Saint-Julien-de-Peyrolas und Celettes in den Gard.
  8. Bagnols-sur-Cèze → Roquemaure (24,9 km) — über Laudun-l'Ardoise und Saint-Laurent-des-Arbres durch Weinland.
  9. Roquemaure → Villeneuve-lès-Avignon (12,0 km) — kurzer Tag, den Nachmittag hast du für Villeneuve oder Avignon.
  10. Villeneuve-lès-Avignon → Aramon (21,1 km) — über Les Angles am rechten Ufer nach Süden.
  11. Aramon → Beaucaire (23,4 km) — über Théziers und Montfrin zur Burg auf dem Felsen.
  12. Beaucaire → Arles (19,7 km) — über die Rhône nach Tarascon und durch die Ebene zu Saint-Trophime.

Wer fit ist, legt die Etappen 9 und 10 zu 33,1 km zusammen oder die ersten beiden zu 32,1 km. Wer langsamer geht, teilt in Beauchastel, Rochemaure oder Montfrin. Auf dem Plateau hinter Saint-Montan gibt es auf langen Strecken weder Laden noch Brunnen; nimm genug Wasser mit.

Papstland am anderen Ufer: Du gehst auf der Seite des Königs

Drei Tage lang, zwischen Roquemaure und Tarascon, gehst du an einer Grenze entlang. Hier trennte die Rhône zwei Welten. Mit dem Vertrag von Meaux-Paris kam 1229 das rechte Ufer an die französische Krone; das linke gehörte zur Provence und ab 1309 faktisch dem Papst, als Clemens V. mit der Kurie nach Avignon zog. Dazwischen lag der Pont Saint-Bénézet: Ein Mann namens Bénézet soll 1177 mit dem Bau begonnen haben, 1185 überspannten 22 Bögen auf rund 920 Metern den Fluss. Wer die Brücke hatte, hatte den Zoll. 1292 handelte der Seneschall von Beaucaire im Auftrag Philipps des Schönen einen Vertrag aus, der dem König erlaubte, am Westende der Brücke eine Festung zu bauen. Bis 1302 stand die Tour Philippe-le-Bel. Die Leute von Avignon besetzten den Turm aus Protest, 1308 einigte man sich, und das Tor wurde fertig.

Dann geschah etwas, das kein Grenzbeamter geplant hatte: Die Kardinäle zogen auf die Königsseite. In Villeneuve entstanden ihre Paläste, und Innozenz VI. gründete Mitte der 1350er-Jahre gleich neben seinem Kardinalspalast die Chartreuse du Val-de-Bénédiction, in der er bis heute begraben liegt. Clemens V. hat seinen eigenen Avignon-Umzug übrigens nur fünf Jahre überlebt: Er starb am 20. April 1314 in Roquemaure, auf dem rechten Ufer, auf dem Weg in seine Heimat Gascogne. Du kommst an Tag 8 dort an. Die Brücke hat es nicht geschafft: Hochwasser rissen immer wieder Bögen weg, 1669 gab man sie auf, heute stehen noch vier.

Weiter südlich wiederholt sich das Muster in kleinerem Maßstab. Beaucaire und Tarascon stehen sich mit ihren Burgen direkt gegenüber. 1216 erlitt Simon de Montfort vor Beaucaire eine seiner schwersten Niederlagen; im selben Jahr holte Raymond VII. von Toulouse, 1197 hier geboren, seine Heimatstadt zurück. Die Pointe für dich: Die Via Rhodana bleibt bis Beaucaire konsequent am königlichen Ufer. Den Papstpalast siehst du ab Villeneuve, aber immer von gegenüber, so wie ihn die Könige sehen wollten.

Highlights am Weg

  • La Roche-de-Glun (km 0,0) — seit dem Bau der Staustufe eine Insel in der Rhône; 1342 erhielten die Bewohner von den Dauphins eine Freiheitscharta.
  • Abteikirche Sainte-Marie de Cruas (km 58,0) — die Abtei wurde 804 gegründet, die Kirche 1095 geweiht; romanisch, mit Krypta, Mosaik aus dem 12. Jahrhundert und einer seltenen Mönchstribüne.
  • Rochemaure (km 70,6) — Burg der Adhémar aus dem 11. und 12. Jahrhundert auf einem Vulkanschlot, aus schwarzem Basalt und weißem Kalk; darunter die Hängebrücke, 1858 von Mitarbeitern Marc Seguins gebaut.
  • Viviers (1,4 km neben km 85,4) — Bischofsstadt, die dem Vivarais den Namen gab; die Maison des Chevaliers erhielt 1546 ihre Renaissancefassade, ihr Bauherr Noël Albert führte die Hugenotten an und wurde am 30. August 1568 in Toulouse hingerichtet.
  • Villeneuve-lès-Avignon (km 175,6) — Tour Philippe-le-Bel, Fort Saint-André und die Kartause; gegenüber Papstpalast und Pont Saint-Bénézet.
  • Beaucaire (km 220,1) — Burg mit dreieckigem Donjon; vom 17. bis 19. Jahrhundert brachten zehn Tage Foire de la Madeleine so viel Umsatz wie der Hafen von Marseille in einem Jahr.
  • Arles (km 239,8) — Portal von Saint-Trophime vom Ende des 12. Jahrhunderts, die Alyscamps mit Saint-Honorat; seit 1981 UNESCO-Welterbe, seit 1998 auch als Teil der Jakobswege in Frankreich. In der Kirche Saint-Julien sollen am 9. Januar 1490 Reliquien des heiligen Antonius hinterlegt worden sein, die auch Saint-Antoine-l'Abbaye an der Via Adresca beansprucht.

Romanik im Schatten der Kühltürme

Kein Abschnitt zeigt das Rhônetal ehrlicher als der zwischen La Voulte und Le Teil. In Cruas stehst du vor einer Abteikirche, die Urban II. im selben Jahr weihte, in dem er in Clermont zum Kreuzzug aufrief, 1095. Hebst du den Blick, siehst du vier Kühltürme des Kernkraftwerks Cruas-Meysse; einer davon trägt ein riesiges Wandbild eines Kindes mit Wasserkrug. Zwei Stunden später gehst du unter der Basaltburg von Rochemaure entlang, die aus einem erloschenen Vulkan wächst.

Dass die Erde hier nicht ganz zur Ruhe gekommen ist, hat Le Teil am 11. November 2019 erfahren: Um 11.52 Uhr bebte sie mit einer Stärke um 5, eines der stärksten Beben in Frankreich seit Jahrzehnten; Häuser und die Kirche von Mélas wurden schwer beschädigt. Die Bruchzone lag rund 12 Kilometer vom Kraftwerk entfernt. Du gehst also an einem Tag durch tausend Jahre Romanik, ein Stück Industrie und einen jungen Riss in der Landschaft, und das auf weniger als 20 Kilometern.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Fast niemand beginnt in La Roche-de-Glun. Die Via Rhodana ist der gemeinsame Unterlauf von zwei Zubringern, die beide auf der Insel ankommen:

  • Via Rhodana (Lyon) — 116,2 km von Lyon am Fluss über Vienne, Condrieu und Tournon-sur-Rhône; Lyon → Arles sind zusammen 356,0 km. Wer aus Genf über die Via Lugdunum nach Lyon kommt, kann hier nahtlos weitergehen.
  • Via Adresca — von Gillonnay an der Via Gebennensis über Roybon und Saint-Antoine-l'Abbaye; Gillonnay → Arles rund 328 km, Genf → Arles über Gebennensis, Adresca und Via Rhodana rund 498 km.

Die Vereinslogik der ARA zählt die Via Rhodana ab Gillonnay oder ab Lyon. Bei Camino Ninja ist das gemeinsame Stück ab La Roche-de-Glun die Via Rhodana; der Zulauf von Gillonnay gehört zur Via Adresca, der von Lyon zur Via Rhodana (Lyon). An der Strecke ändert das nichts, nur an der Seite, auf der du sie nachliest.

Weiterpilgern?

In Arles treffen drei Wege zusammen. Die Via Domitia kommt aus Piacenza über den Col de Montgenèvre, die Via Aurelia aus Genua an der Riviera entlang; beide enden hier. Die Via Tolosana, auch Voie d'Arles, beginnt hier: 786,4 Kilometer über Saint-Gilles, Montpellier und Toulouse auf den Col du Somport, wo du auf dem Camino Aragonés nach Spanien hinuntergehst und in Puente la Reina auf den Camino Francés triffst.

Schon der Pilgerführer im Codex Calixtinus schickt die Pilger dieses Weges zuerst zum Grab des Stadtheiligen: „le corps du bienheureux Trophime, confesseur“ sei in Arles zu besuchen, so die französische Übersetzung des lateinischen Textes aus der Zeit um 1140. Plane in Arles einen Ruhetag ein, bevor du auf die Via Tolosana gehst. Die anderen fangen dort bei null an, du hast dann schon zwischen 240 und 500 Kilometern in den Beinen.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit sind April bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer ist das Rhônetal südlich von Montélimar heiß, und der Mistral kann tagelang mit großer Kraft von Norden blasen, was für dich meistens Rückenwind bedeutet. Im Winter ist der Weg begehbar, aber viele Privatquartiere haben dann geschlossen.

Bei den Unterkünften hilft dir vor allem der Verein. Neben Hotels, Gîtes und Chambres d'hôtes gibt es die Accueils jacquaires: Familien, die Pilger gegen Spende aufnehmen, oft mit Abendessen. Ihre Adressen stehen im Vereinsführer „Compostelle en Rhône-Alpes“ für Via Rhodana und Via Adresca (Ausgabe 2023, zweisprachig Französisch und Deutsch). Plane deine Tage vorher; am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Wie auf allen französischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerunterkünften zu übernachten und am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Der Verein besteht seit 1993, sitzt in Lyon und gibt die Credencial an seine Mitglieder aus.

Was dich der Weg kostet

Mit Accueils jacquaires auf Spendenbasis, Gîtes und gelegentlich einem einfachen Hotel liegst du bei 40 bis 60 € pro Tag (Camino-Ninja-Schätzung, Stand: Oktober 2026). Für eine Spende in einem Accueil jacquaire mit Abendessen und Frühstück sind 20 bis 30 € ein fairer Rahmen, ein Gîte-Bett kostet meist 15 bis 25 €, ein Doppelzimmer in Chambres d'hôtes 55 bis 80 € (Stand: Oktober 2026). Für 12 Etappen kommst du auf rund 500 bis 750 € ohne An- und Abreise. Der Vereinsführer kostet 17,50 € (Stand: Oktober 2026).

Anreise

Zum Start: La Roche-de-Glun hat keinen eigenen Bahnhof. Die nächsten liegen in Tain-l'Hermitage, rund 8 km nördlich, und in Valence-Ville, rund 10 km südlich; von dort kommst du mit Regionalbus oder Taxi auf die Insel. Wer von Lyon oder Gillonnay zu Fuß kommt, braucht keine Anreise, nur gute Schuhe.

Vom Ziel: Der Bahnhof von Arles liegt etwa zehn Minuten zu Fuß von der Altstadt, mit TER nach Avignon und Marseille und Fernzügen Richtung Paris; häufigere TGV fahren ab Avignon TGV. Fahrpläne findest du bei sncf-connect.com.

  • Anreise zum Start: Bahn nach Valence-Ville oder Tain-l'Hermitage–Tournon, dann Bus oder Taxi nach La Roche-de-Glun
  • Zwischeneinstieg: Valence (gegenüber Guilherand-Granges), Le Teil und Montélimar (Bus), Avignon Centre und Avignon TGV (gegenüber Villeneuve-lès-Avignon), Tarascon
  • Rückreise ab dem Ziel: Arles mit TER nach Avignon und Marseille, Fernzüge ab Avignon TGV, Flughafen Marseille-Provence

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